Re: (Nicht nur) @King Henry: Konterkarieren die USA die östlichen Pläne?
Geschrieben von Subman am 30. Juni 2003 12:25:36:
Als Antwort auf: (Nicht nur) @King Henry: Konterkarieren die USA die östlichen Pläne? geschrieben von Swissman am 30. Juni 2003 02:27:40:
Hallo Swissman!
Klasse Beitrag und gute Analyse.
Die Frage die sich mir nun stellt...wie sieht die Strategie der "Gegenseite",
sprich Russland/China aus?
Laut Deiner Einschätzung (ist, glaub ich, auch bei Nyquist nachzulesen?!) dürfte RU seine Vorbereitungen 2006-2008 abgeschlossen haben.
Könnte RU gezwungen sein, durch die Politik Bush´s bzw. der US-Administration, ihre eigenen Pläne zu forcieren bzw. schneller zu Handeln und "Phase 4" zu beschleunigen?
Wie siehst Du das?Gruss
Subman
>Hallo Henry,
>Die Beantwortung Deiner Frage hat nun doch deutlich länger gedauert, als ich anfangs geschätzt hatte. Ich hoffe, die Wartezeit hat sich gelohnt... ;-)
>
>>Eine Frage an Swissman: Die Vorbereitungen der USA wie z. B. die Raketenabwehr oder die Versuche, in eine bessere strategische Lage zu kommen (Irak, Afghanistan - um Rußland "von hinten" zu nehmen) dürften doch darauf hindeuten, das sie die Aussagen der Überläufer (Langzeitplan) ernst nehmen?
>Ich stelle mir diese Frage gelegentlich auch. Entweder ist Bush tatsächlich dumm genung, den Russkis in die Falle zu gehen, oder aber, er weiss tatsächlich, was Sache ist, und handelt danach, wobei er dann für die Öffentlichkeit den Dummkopf spielt - in diesem Fall wäre er der mit Abstand genialste Politiker der heutigen Zeit!
>Dazu passen würde Bush's Bekehrung: In seiner Jugend war er ja zumindest Alkoholiker (gerüchteweise soll er zudem Kokain konsumiert haben) - und dann hört er, quasi von einem Tag auf den anderen, auf und ändert sein Leben von Grund auf. Die Frage ist: Warum?
>Offiziell erklärt er es durch den günstigen Einfluss, den seine Frau auf ihn ausgeübt habe - was natürlich durchaus möglich ist.
>Andererseits könnte es aber auch sein, dass sich dahinter mehr verbirgt: Denkbar wäre etwa, dass er Golitsyn's "New lies for old" oder Jan Sejna's "We will bury you" gelesen und daraus Konsequenzen für sein weiteres Leben gezogen hat. In der Öffentlichkeit könnte er darüber natürlich nicht reden, ohne damit zugleich die Gegenseite zu warnen - ganz abgesehen davon, dass er sich wohl lächerlich machen würde.
>Wir - gerade wir - sollten aber auch die Möglichkeit nicht von vornherein ausschliessen, dass Bushs Umkehr sogar die Folge einer Vision sein könnte...
>Tatsächlich kann man, wie von Dir angesprochen, Bush's Feldzüge als Vorbereitung auf den WK3 sehen - auch wenn ich an seiner Stelle die Prioritäten etwas anders setzen würde: Bush verfolgt einige gute Ansätze, wenngleich er dabei für meinen Geschmack etwas gar zu zögerlich vorgeht. Auf der anderen Seite geht er aber auch Risiken ein, die meines Erachtens den zu erwartenden Gewinn im Grunde nicht wert sind.
>Einige Beispiele:
>NMD
>Ich bin der letzte, der von der Notwendigkeit eines flächendeckenden ABM-Systems überzeugt werden müsste (ich gehe sogar soweit, die damalige Unterzeichnung des ABM-Vertrages als Verrat an der freien Welt zu geisseln). Nur: ABM-Massnahmen sind im Zeitalter nuklearbestückter Interkontinentalraketen von derart entscheidender Bedeutung, dass Bush hier mit der grossen Kelle anrichten sollte - zumindest offiziell soll NMD bloss
>in der Lage sein, einen simultanen Angriff von 10 ICBMs abzuwehren. Um Nordkorea in Schach zu halten mag dies genügen, nicht aber für Russland: In diesem Fall sprechen wir von der Notwendigkeit, zumindest einige hundert, wenn nicht mehrere tausend einfliegende Raketen, und zwar gleichzeitig, abzuwehren.
>Nebenbei bemerkt: Anstatt die russische Obstruktionspolitik auch noch zu unterstützen, sollten die europäischen Regierungen endlich erwachsen werden, und sich an NMD, zwecks Ausdehnung des Schutzschirmes über den europäischen Luftraum, beteiligen.
>Da wir letztlich nicht wissen, wann das System seine Feuertaufe erhalten wird, kommt dem Zeitfaktor grösste Bedeutung zu: Ein System mit einer Trefferquote von 50% (diesen Mangel kann man durch entsprechend mehr Abfangraketen kompensieren), das nächstes Jahr volle Einsatzbereitschaft erreicht, ist im Zweifelsfall mehr wert, als eines mit 95% Trefferquote, welches aber erst in 10 Jahren einsatzfähig ist.
>Aus diesem Grund hätte ich dafür optiert, im Sinne einer Übergangslösung das alte, aber prinzipiell funktionierende, "Nike X/Spartan"-System aus der Mottenkiste hervorzuholen und dieses vorübergehend doch noch aufzustellen - dieses ist weit davon entfernt, perfekt zu sein, aber es ist zumindest immer noch besser als gar nichts. Natürlich sind in diesem Fall Schwulitäten mit den Grünen vorprogrammiert, denn Nike X wäre mit thermonuklearen Sprengköpfen bestückt worden - daran wird auch die Tatsache nichts ändern, dass man den Gefechtskopf beim heutigen Stand der Technik ohnehin durch für diesen Zweck viel effizientere Neutronenbomben ersetzt würde. Aufgrund der optimierten Prmärstrahlung sind diese nämlich in der Lage, die Elektronik einfliegender Raketen im Weltall und hohen Atmosphärenschichten in bis zu 30km Umkreis förmlich zu "rösten". Da Neutronenbomben viel leichter sind als Thermonuklearwaffen, sollte man das Trägersystem zudem baldmöglichst dahingehend aufrüsten, dass es in die Lage versetzt wird, mehrere Gefechtsköpfe mit jeweils eigener Steuerung, als eine Art atomarer Schrottschuss, zum Einsatz zu bringen.
>Selbstverständlich ist diese Möglichkeit prinzipiell auch im Falle der jetzt in Entwicklung befindlichen NMD-Interzeptoren möglich, und natürlich ist ein nuklearbestückter Interzeptor um vieles effizienter, als einer, der sein Ziel mittels eines "Kill vehicles" rein durch kinetische Energie zerstören muss (wie das meiste, was der Clinton'schen Küche entstammt, sind auch "kill vehicles" Blödsinn im Quadrat: Das ist etwa so, als wenn man eine Gewehrkugel mit einer anderen Gewehrkugel abschiessen wollte... mit Freischützkugeln mögen solche Kunststücke ja möglich sein - ich ziehe es dennoch vor, meine Seele zu behalten *lol*).
>Meine geäusserte Kritik ist selbstverständlich hinfällig (und würde durch lobende Zustimmung ersetzt), falls Bush insgeheim ohnehin vorhat, die ABM-Raketen schlussendlich nuklear zu bestücken und er die Russen bis dahin bloss ablenkt, um den Entwicklern Zeit zu verschaffen.
>Zu prüfen wäre übrigens auch die Idee, einige EMP-Waffen in geeigneten Umlaufbahnen zu stationieren - im Falle eines Massenstarts russischer ICBMs würden die Systeme, die sich gerade über russischem Gebiet befinden, gezündet, um die Raketen mittels EMP zurück an den Absender zu schicken.
>Wiederaufrüstung
> Es ist gut und richtig, dass Präsident Bush mit der Clinton'schen Abrüstungsmanie gebrochen hat und das Budget der Streitkräfte wieder wächst. Zwar würde ich es begrüssen, wenn die Aufrüstung (viel) schneller vonstatten ginge, aber immerhin ist ein Anfang gemacht, und die Reise geht zumindest teilweise in die richtige Richtung. Es ist zu hoffen, dass sich die europäischen Regierungen hiervon endlich eine Scheibe abschneiden und sich aus der selbstverschuldeten Wehrlosigkeit befreien. - Es kann doch nicht sein, dass sich der "alte Kontinent" freiwillig mit der Rolle der Graeculi begnügt... Vielmehr sollte das Vorbild Byzanz sein!
>Bedauerlicherweise ist dies nur eine Seite der Medaille, denn Rumsfeld hat auch mehrere wichtige Entwicklungsprogramme zusammengestrichen, bzw. zum Teil ganz eingestellt.
>Hier einige Waffensysteme, denen ich, nebst der Errichtung eines funktionierenden ABM-Systems entscheidende Bedeutung beimesse: Aufgrund der zahlenmässigen Überlegenheit des Angreifers, insbesondere an Panzern, ist die baldige Wiedereinführung der von Clinton ausgemusterten Neutronenbomben Pflicht. Begeistert bin ich von der Aussicht auf die uns durch "Metal Storm" in den nächsten Jahren bevorstehende Revolution der Artillerie. Es eröffnet sich dadurch eine Vielzahl interessanter Anwendungen: So befindet sich ein artilleristischer Ersatz der Landmine in der Pipeline, der dieser gegenüber eine ganze Reihe Vorteile bietet (der bedeutendste ist wohl der, dass der Verteidiger das gesperrte Gebiet jederzeit betreten und zum Gegenstoss antreten kann, ohne vorher Stunden mit Minenräumung vertrödeln zu müssen. Als propagandistisches Zückerchen wäre ich nach breiter Einführung dieses Systems sogar zur Unterschrift unter die Landminenkonvention bereit - was ohnehin obsolet ist, kann man problemlos verbieten *g*).
>Durch die extrem hohe technische Kadenz des Metal-Storm-Konzepts ist geplant, dieses auch zur Abwehr einfliegender Cruise Missiles einzusetzen. Ich würde diese Idee noch weiterspinnen und ein einige Einheiten in den Orbit befördern, von wo aus ICBM's während ihrer Orbitalphase abgeschossen werden können (ich nehme an, dass dazu in erster Linie der Feuerleitrechner angepasst werden muss). Im Verbund mit den weiter oben angeführten ABM-Massnahmen ergibt sich ein System mit mehreren Verteidigungslinien und entsprechend hoher Tödlichkeit für den Angreifer. Und das eleganteste daran: Die Technologie dazu existiert bereits zum grössten Teil.
>Die Infanterie sollte schnellstmöglich mit neuer Schutzkleidung aus synthetischer Spinnenseide ausgerüstet werden. Das Material befindet sich derzeit noch in der Entwicklung - von der natürlichen Spinnenseide her weiss man aber, dass es über wahrhaft phantastische Eigenschaften verfügt - es wird dadurch erstmals möglich sein, Pullover oder Hosen herzustellen, die sich genauso anfühlen, aber beschussfest sind.
>Irak
>Ich weine Saddam Hussein keine Träne nach. Der grosse Vorteil liegt darin, dass nun ein Gegengewicht zu Saudi Arabien geschaffen werden kann - wenn die irakische Ölförderung erst einmal hochgefahren ist, ist die Tür zur Beseitigung des saudischen Problems offen, wofür der Irak einen brauchbaren Stützpunkt abgibt. Ich habe mich ja vor kurzem mit Möglichkeiten des Umgangs mit Saudi Arabien befasst.
>Positiv ist überdies, dass im Zuge des Irak-Feldzugs gleich auch die dortigen Stützpunkte der kommunistischen Mudjaheddin e-Khalq ausgehoben wurden.
>Nicht zuletzt riskiert man aber hier mittel- bis längerfristig einen Partisanenkrieg, dessen Kosten zu tragen die Psyche der öffentlichen US-Meinung nicht (mehr) bereit ist. Es ist daher umso wichtiger, dass die Besatzungsphase möglichst schnell zum Abschluss gebracht werden kann.
>Alles in allem hätte man die Vorteile (nicht aber die Nachteile), die man jetzt hat, meiner Meinung nach aber auch billiger haben können, wenn man sich mit Saddam an einen Tisch gesetzt und ihn vor den eigenen Karren gespannt hätte - zu gegebener Zeit hätte man dann immer noch einen tragischen Unfall oder etwas in der Art arrangieren können.
>Afghanistan
>Nachdem die Taliban die Macht über den grössten Teil des Landes errungen hatten, hatte man überhaupt keine andere Wahl, als ihre Terrorherrschaft zu brechen. Dies hat man letztlich auf eine ziemlich effiziente Art und Weise getan. Ich wäre auch nicht anders vorgegangen (ausser in einem Punkt: Den Kadern der Taliban hätte ich einen öffentlichen Prozess mit anschliessender Hinrichtung spendiert). Hingegen sollte man nicht vergessen, dass die Taliban ohne die Unterstützung der Regierung Clinton gar nicht erst an die Macht gekommen wären.
>Auch hier ist darauf zu achten, dass die Besatzungstruppen möglichst schnell durch eine zu schaffende afghanische Armee ersetzt werden können. Zudem liegt das Land dank den Sowjets nach wie vor mehr oder weniger in Trümmern, bei deren Beseitigung, sowie auch der Entminung, der Westen infolge des gemeinsamen Kampfes gegen den Kommunismus moralisch verpflichtet ist.
>Auf gar keinen Fall darf man, wie dies von manchen weltfremden Ignoranten nun wieder vorgeschlagen wurde, Ismael Khan, den schiitischen Gouverneur von Herat, "abschiessen" - dieser machte und macht seine Aufgabe sehr gut: Die Provinz Herat darf nach afghanischen Masstäben als Hort der Ruhe und Ordnung bezeichnet werden.
>Erdöl
>Die offenkundige Absicht der USA, ihre Hand auf die Erdölfördergebiete zu legen, ist durchaus nachvollziehbar. Die Industrieländer sind nun mal vom Erdöl abhängig - es ist ein viel zu wichtiger Rohstoff, als dass man ihn den Russen oder den Rotchinesen überlassen dürfte. Russland selbst trifft man damit zwar nicht direkt, denn Russland ist selbst einer der grössten Erdölproduzenten - es kann seinen Bedarf problemlos aus eigenen Quellen decken und dazu noch in erheblichem Umfang exportieren, sodass die Versorgung auch in Kriegszeiten gesichert wäre.
>Anders sieht es mit Rotchina aus: Dessen Bedarf wächst rasant, kann aber, zumindest bislang,nur zu einem geringen Prozentsatz aus eigener Produktion gedeckt werden. Ergo ist Peking darauf angewiesen, in grossem Umfang Rohöl zu importieren (um die Abhängigkeit vom Rohöl zu mindern, baut Rotchina derzeit mehrere moderne, grosse Hydrierwerke zur Produktion synthetischer Treibstoffe - der Westen wäre gut beraten, sich daran ein Beispiel zu nehmen!). Wenn es gelingt, dafür zu sorgen, dass die Produzentenländer Rotchina "schneiden", muss es sein Öl bei den Russen kaufen. Dies hat aber die in höchstem Masse wünschenswerte Konsequenz, dass die beiden Staaten bei gleicher Produktion mehr Zeit brauchen, um ihre Vorräte an Mineralölprodukten auf Kriegsniveau hinaufzuschrauben - der Westen gewinnt dadurch Zeit, um seinen eigenen Rüchstand zu verringern.
>Mitunter führt diese Strategie jedoch zu völlig absurden Situationen: Es darf nicht sein, dass das kommunistische Regime in Angola seit Clinton unterstützt wird, nur weil es über grössere Erdöllagerstätten verfügt. Vielmehr wäre es angebracht, die Freiheitskämpfer der UNITA bei der Beseitigung der herrschenden Clique diskret zu unterstützen.
>Chrom
>Für Rüstungszwecke ist Chrom ähnlich wichtig wie Erdöl. So gut wie jedes Waffensystem, angefangen bei ordinären Sturmgewehren bis hin zum Jagdflugzeug, benötigt u. a. auch Chromlegierungen. Die weltweite Verteilung der Chromerzlagerstätten ist leider alles andere als günstig: Rund ein Drittel liegt in verschiedenen sibirischen Lagerstätten, steht dem Westen also im Konfliktfall von vornherein nicht zur Verfügung. Ein weiteres Drittel wird von Südafrika produziert. Bedauerlicherweise lehnt sich das Regime in Pretoria an Moskau an, besteht teilweise sogar aus bekennenden Marxisten. Der Rest verteilt sich über den halben Erdball.
>Stützpunkte
>Für einen massiven Bodenangriff sind der Irak und Afghanistan aus geographischen Gründen eher ungeeignet. Hingegen bietet es sich an, dort Luftstreitkräfte und Mittelstreckenraketen zu stationieren. - Insbesondere die Rotchinesen wären "not amused", wenn ihre Raketenstützpunkte in Tibet ins Fadenkreuz amerikanischer ICBMs in Afghanistan geraten würden. Die Vorwarnzeit im Falle eines Präventivschlages gegen die sibirischen Raketensilos würde sich natürlich ebenfalls verkürzen, wodurch die Erfolgschancen eines anzustrebenden Präventivschlages steigen.
>Um Rotchina einzukreisen, was meiner Meinung nach ein wesentliches Motiv der US-Politik ist, wird man versuchen, nebst den Stützpunkten, über die die USA in Japan, Okinawa, Südkorea, Taiwan und seit kurzem (wieder) den Phillippinen verfügen, die Kette um Indien und Thailand zu erweitern. Wünschbar wäre es zudem, wenn man das burmesische Regime loswerden und die dortige rotchinesische Flottenbasis dichtmachen könnte. Unverzeihlich ist es, dass die Briten Hongkong und Portugal Macao an die Rotchinesen übergeben haben - der Rechtsnachfolger des Kaiserreiches ist nunmal nicht Rotchina, sondern Nationalchina, d. h. Taiwan. Daher hätte man die beiden ehemaligen Kolonien auch an dieses abtreten sollen.
>Ob es hingegen viel bringt, die NATO nach Osten auszudehnen ist die Frage - natürlich ist es günstiger, die Feindseligkeiten nicht an der Oder, sondern bereits an der Weichsel, noch besser am Dnjestr oder sogar Dnjepr aufzunehmen. Diesen prinizipiellen geostrategischen Vorteilen steht aber die Frage gegenüber, ob die lokalen Regierungen nicht ebenfalls rote Wölfe im Schafspelz sind...
>Der einzige Staat im "ehemaligen" Ostblock, von dem man mit Sicherheit sagen kann, dass er in den letzten Jahren zumindest zeitweise eine antikommunistische Regierung hatte, ist Georgien - und in diesem Fall hat der Westen schmählich versagt: Völlig kritiklos wurde die rote Lügenpropaganda, wonach der rechtmässig gewählte, antikommunistische Präsident Swiad Gamsachurdia an Cäsarenwahn leide und mit diktatorischen Methoden regiere, von den westlichen Mainstream-Medien nachgeplappert.
>In Wirklichkeit bestanden die angeblich "diktatorischen Methoden" darin, dass er die Beamtenschaft und den Lehrkörper von KP-Mitgliedern säuberte. Zudem ging er entschlossen gegen die grassierende Organisierte Kriminalität vot - nichts andere würde ich tun, wenn ich die Möglichkeit dazu hätte. Gut, an einer gewalttätigen Kommunisten-Demonstration schalteten Scharfschützen der Polizei einige Rädelsführer aus, was von den Medien aus dem Zusammenhang gerissen und masslos aufgebauscht wurde. Rückblickend betrachtet wäre es vielleicht das beste gewesen, die Sicherheitskräfte hätten mit der grossen Kelle angerichtet - die weitere Entwicklung wäre wohl nicht viel anders verlaufen, aber die Kommunisten hätten einen höheren Preis entrichten müssen.
>Swiad Gamsachurdia wurde schliesslich durch einen Putsch von der Macht entfernt - wider alle Erwartungen gelang es ihm, in seiner westgeorgischen Heimatregion eine Befreiungsarmee aufzubauen und zurückzuschlagen - seine Sturmspitzen legten gut die Hälfte des Weges zur Hauptstadt Tiflis zurück, wo sie von der Roten Armee, die ihren Gesinnungsgenossen zu Hilfe eilte, zurückgeschlagen wurden. Gamsachurdia selbst wurde ermordet.
>Meiner Meinung nach sollte man aufhören, dauernd auf dem Iran herumzureiten - er ist in der kommenden Auseinandersetzung nicht unser Feind, kann und sollte aber unser Verbündeter sein. Von hier aus kann man dem Iwan nämlich jede Menge Probleme bereiten, indem man seine Erdölförderung kappt. Mehr zu diesem Thema findet sich z. B. hier.
>Befreiungsbewegungen
>Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit, dass der Westen sämtliche (prowestlichen) Befreiungsbewegungen in kommunistisch beherrschten Staaten unterstützen soll - ob dies offen oder verdeckt geschieht, ist zweitrangig und hängt von der jeweiligen politischen Grosswetterlage ab. Nach acht Jahren Clinton'scher Misswirtschaft gibt es leider nur noch wenige erklärtermassen antikommunistische Befreiungsbewegungen - die wichtigste ist die angolanische UNITA. Kleinere Gruppen von Bedeutung gibt es u. a. auch noch in Moçambique, Laos und Burma. In Westgeorgien haben grosse Teile der Bevölkerung sich nicht mit der jetzigen Regierung abgefunden und im Untergrund sollen nach wie vor Reste von Gamsachurdia's Armee existieren. In Tibet könnte man möglicherweise die Überreste der Tibetan Liberation Army wiederaufbauen. In Tschetschenien liegt das Problem darin, dass die dortigen Gruppierungen oft vom KGB unterwandert, oder aber wahhabitisch orientiert sind. Die aussichtsreichsten dortigen Kandidaten dürfte man wohl noch in den verschiedenen Sufi-Orden finden können.
>Rauschgift
>Dass der KGB im Rauschgiftgrosshandel an führender Stelle mitmischt, ist eine gesicherte Tatsache. Im Vergleich zu den Massnahmen, die ich ergreifen würde, das sage ich ganz offen, ist der sogenannte "Krieg gegen die Drogen" ein Klacks: Ich würde dem Rauschgifthandel formell den Krieg erklären (dafür gäbe es sogar einen historischen Präzedenzfall - die Hymne des US Marine Corps spielt heute noch mit Stolz auf die Rolle der Marines im Krieg gegen die nordafrikanischen Piratenschlupfwinkel, im 18. JH, an). Sodann würde ich durch die Medien bekanntgeben lassen, dass inskünftig jeder Rauschgifthändler (wobei jeder, der im Besitz von Rauschgift ist, obwohl der Drogentest anzeigt, dass er gar keine Drogen konsumiert hat) als Teilnehmer an Kampfhandlungen im Dienste einer fremden Macht angesehen wird. Wenn er Wert darauf legt, im Fall einer Gefangennahme die Vergünstigungen eines Kriegsgefangenen in Anspruch zu nehmen, muss er der Definition des Kombattanten genügen - d. h., er muss rund um die Uhr eine Uniform tragen. Tut er dies nicht, handelt es sich um einen Irregulären - diese stehen ausserhalb des Völkerrechts und werden daher ohne weiteres Verfahren gehängt (im Umgang mit Frauen- und Mädchenhändlern, dem anderen Devisenbringer der russischen organisierten Krminalität, sollte man selbstverständlich kein bisschen weniger hart verfahren).
>Falls es tatsächlich einzelne Rauschgifthändler geben sollte, die sich uniformieren, dann erhalten sie einen fairen Kriegsverbrecherprozess, mit allen Schikanen - Anklage: Verwendung völkerrechtswidriger, inhumaner Waffen (= Rauschgift) sowie Verbrechen an wehrlosen Zivilisten. Im Falle eines Schuldspruches hätten sie selbstverständlich einen rechtmässigen Anspruch darauf, nicht gehängt, sondern standrechtlich füsiliert zu werden. *g*
>Psychologie
>Bekanntlich ist die grösste Schäche der USA nicht die Qualität der vorhandenen Waffen, sondern mangelnder Wille und Entschlossenheit der breiten Masse - und infolgedessen auch der stets wankelmütigen Politiker, die unter langfristigem Denken die Vorbereitung ihrer Wiederwahl verstehen und daher ihre "Meinung" an den Ergebnissen der neusten Umfragen ausrichten.
>Daran muss in den nächsten Jahren noch gearbeitet werden, denn es ist nicht zu tolerieren, dass Politiker, die keine Ahnung davon haben, andauernd den Streitkräften ins Handwerk pfuschen, um sich zwecks Verbesserung ihrer Popularität zu profilieren. So gesehen ist es wohl nicht das schlechteste, wenn man die US-Bürger von Zeit zu Zeit mit neuen Terrorwarnungen der Geheimdienste erschreckt... *g*
>Da die Hauptursache der schwächlichen US-Öffentlichkeit (dies gilt natürlich für jedes westliche Land) in der herrschenden "Political Correctness" zu suchen ist, muss man hier ansetzen: Man kann es gar nicht oft genug wiederholen - "Political Correctness" ist schlecht! PC ist kein Zeichen von besonders hoher ethischer Gesinnung, sondern von Dekadenz! Daher tut Bush gut daran, die entsprechenden, überwiegend unter Clinton eingeführten, Umerziehungsprogramme schleunigst abzuschaffen. Zum Teil ist diese bereits erfolgt - hatte Clinton den Monat Juni noch zum offiziellen "Gay Pride Month" erklärt, wurde dieser Unsinn unter Bush wieder abgestellt, und die meisten Ministerien verbieten es mittlerweile den dort beschäftigten Schwulen, den "Christopher Street Day" am Arbeitsplatz zu feiern. - Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.
>Um das "PC"-Problem mittelfristig gänzlich loszuwerden, ist es zudem notwendig, Anhänger dieser verderblichen Ideologie aus dem Lehrkörper und dem Beamtenkorps zu entfernen. Schulen, die es hierbei an der erforderlichen Entschlossenheit mangeln lassen, muss man eben über eine Drehung am Finanzhahn wieder zur Vernunft bringen (besonderes Augenmerk sollte man dabei auf Instititutionen zur Lehrerausbildung legen). - Erfreulicherweise sind nicht wenige Institutionen unterdessen von sich aus tätig geworden, was da und dort, zum Verdruss der Linken, bereits zu personellen Konsequenzen geführt hat.
>Ein weiterer Unsinn des US-Schulsystems, den es auszumerzen gilt, ist die Ruhigstellung vornehmlich männlicher Schüler mit gefährlichen Drogen wie Ritalin. - Vielleicht sollte man ja in Erwägung ziehen, zum Ausgleich die verantwortlichen Lehrer, Ärzte und Psychologen eine Weile lang mit dem Teufelszeug zuzudröhnen... *g*
>Nicht zuletzt muss auch das US-Justizsystem dringend reformiert werden - wenn jemand, der sich Kaffee zwischen die Beine schüttet, weil er angeblich nicht wusste, dass Kaffee normalerweise heiss ist, auch noch die Gerichte mit seiner offenbar grenzenlosen Dummheit belästigt, dann verdient er keine Belohnung in Form eines millionenschweren Schmerzensgeldes, sondern eine hohe Busse wegen Beleidigung des Gerichts - als Strafe für ihn und als abschreckendes Beispiel für andere.
>Bedauerlicherweise scheinen nicht wenige US-Richter es als ihre Aufgabe anzusehen, die Dummen auf Kosten der Tüchtigen zu belohnen - dass dadurch die durchschnittliche Intelligenz sicherlich nicht positiv beeinflusst wird, dürfte auf der Hand liegen.
>Ebenso ist es stossend, dass US-Gerichte meinen, sie seien dazu befugt, ihre eigene Aussenpolitik zu führen (ich denke dabei an die Behandlung von Sammelklagen aus aller Welt - oft geht es dabei um den haarsträubendsten Unsinn), oder dass das Bundesgericht der Ansicht ist, es habe die Kompetenz, dem Gesetzgeber in die Arbeit hineinzufunken. So wurde etwa die Abtreibung in den USA gar nie formell gesetzlich erlaubt - vielmehr hatte das Bundesgericht (wieder einmal) die Verfassung "interpretiert" und war dabei zum Schluss gekommen, dass das dort garantierte Grundrecht auf Wahrung der Privatsphäre immer schon, für Nicht-Bundesrichter offenbar unsichtbar, ein ungeschriebenes Recht auf Abtreibung beinhaltet habe... - Keine Ahnung, was die ehrenwerten Richter vorher geraucht hatten...
>Schlussfolgerungen
>Abschliessend sei nochmals festgehalten, dass die USA meiner Meinung nach erkannt haben, dass es früher oder später unausweichlich zum Zusammenstoss mit Rotchina kommen wird, und dass sie sich durchaus darauf vorbereiten. Ob die Regierung Bush sich bewusst ist, dass Rotchina nur ein Teil der Bedrohung ist, das ist die grosse Unbekannte - manches scheint darauf hinzudeuten, manches lässt mich eher das Gegenteil vermuten, wobei dies natürlich auch ein beabsichtiger Teil der Strategie sein kann.
>Selbst wenn die USA keinen blassen Schimmer haben sollten, was ihnen aus Moskau droht, führt eine erfolgreiche Eindämmung Rotchinas, da sich die Gesamtlage der kommunistischen Welt dadurch verschlechtert, indirekt auch zu einer verbesserten Ausgangssituation gegenüber Russland.
>So oder so: Die Aufgabe, die vor den USA (und dem Westen insgesamt) liegt, ist gewaltig.
- Re: (Nicht nur) @King Henry: Konterkarieren die USA die östlichen Pläne? Swissman 01.7.2003 03:13 (1)
- Re: (Nicht nur) @King Henry: Konterkarieren die USA die östlichen Pläne? Subman 01.7.2003 21:00 (0)