... nicht nur geistig

Geschrieben von Epidophekles am 01. Mai 2003 10:10:43:

Als Antwort auf: Nochmal zum "Wörtlichnehmen" geschrieben von Weltfremder am 30. April 2003 23:49:53:

Lieber Weltfremder, weltfremd ist auch ein Freund von mir....

und er lebt trotzdem hier und erfährt die Realität des Alltags mit seinen Raffinessen und Fehlentwicklungen, so dass er sich fragt, wer sich denn nun fehlentwickle: er, oder das rein auf materiellen Gewinn ausgerichtete, menschen- und wahrheitsfeindliche Wirtschaftsdenken.
Angenommen, ich möchte diesem Freund helfen, auch irdisch zu bestehen, und die weltichen Hilfsmittel fehlen, wie weit reicht dann mein geistlicher Trost ??
Diesen Gedanken verwende ich als Brücke zu Deiner Ansicht, dass alle Bilder für das Endgeschehen auf Erden reine geistige Entsprechungen seien.... diese Ansicht entspringt in gewissen Belangen deinem Wunschdenken und ist eigenliebig. Ich sehe nämlich, dass das Weltgeschehen im irdischen Sinn nur weiter talwärts, ja dem Abgrund zusteuert.

Zu Swedenborg nun:


Soeben bebte wieder die Erde in der Türkei und bedeutete für etliche Menschen ihr Ende. Wenn du nun sagen willst, das hätte nur eine geistige Entsprechung und sei keine Realität.... ja dann....
Ab welchem Mass menschlichen Leides hört für dich die Liebe und Macht Gottes auf; wie gross muss ein Unglück sein, damit du dich von Gott abwendest?
Ist ein Unglück für dich erst ein abzulehnendes Übel, wenn es dich und dein Hab und Gut, deine nächste Umgebung und deine Lieben betrifft? Bist du nicht bereit zu leiden für deinen Glauben? Ist er so schwach, dass du scheiterst, wenn dein Körper in Gefahr gerät? Strebst du mit deinem angeblich christlichen Glauben irdisches Wohlergehen, Glück und Beständigkeit an? Falls du so denkst und auf Christus setzest, umso eher wirst du eine Korrektur erfahren, um nicht irrezugehen, denn so ist Seine Liebe.

Swedenborgs Aussage deutest du einseitig. Er sagt nicht , dass die Worte nur geistig zu verstehen und für das Geschehen in der Welt bedeutungslos seien. Das Geistige geht aber voraus und darauf folgt das Geschehen im Irdischen. - "Diejenigen glauben nicht anders, die nur den Buchstabensinn verstehen", sagt Swedenborg, und setzt eine andere Aussage dagegen und verlagert damit das Gewicht, eliminiert aber nicht die gleichfalls damit verbundene irdische Bedeutung. Zudem bedeutet das Ende der Erde in ihrem jetzigen Zustand nicht ihr Vergehen, sondern ist vergleichbar der Auferstehung. Wir sollen Nachfolger Jesu sein und auch den leiblichen Tod nicht fürchten und uns nicht an Hab und Gut klammern. Auch die ganze Erde wird den Weg gehen, den Jesus gegangen ist, denn Jesu Weg war eine geistige Entsprechung zum Werdegang der Erdschöpfung !!!
Swedenborg sagt, dass im inneren Sinn des Wortes nicht weltliche Dinge verstanden werden, was aber nicht ausschliesst, dass sie auch einen äusseren Sinn haben.

Also, lieber Weltfremder, halte die Augen wach und die Ohren steif, erschau die nicht abzuleugnenden Geschehnisse, verknüpfe sie mit der uns gegebenen Lehre durch EndzeitprophetInnen und freue dich auf den Schritt in einin neues Dasein!

Lieben Gruss
Epidophekles



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