Re: Was würdest du besser machen? oT

Geschrieben von Torsten am 14. März 2003 23:11:07:

Als Antwort auf: Re: Was würdest du besser machen? oT geschrieben von Guerrero am 14. März 2003 20:12:20:

Lieber Guerrero,

schwierige Frage, aber ich versuch's mal:

Das Problem ist, daß die soziale Schere noch weiter aufgespannt wird. Der Fehler liegt in der Systemgrundlage des ewigen Wachstums, hauptsächlich des Zinseszinssystems. Ohne dessen Beseitigung wird jede Maßnahme nur Kosmetik bleiben. Aber um mit irgendwas anzufangen:

- Abschaffung von Bemessungsgrenzen (Renten- und Krankenversicherung). Damit Teilnahme Aller an der Solidargemeinschaft. Zusätzliche Leistungen können zusätzlich privat versichert werden, nicht alternativ. Monopolisierung der AOK als einzige gesetzliche Krankenkasse. Ersatzkassen werden eingegliedert.

- Zinssenkung auf Null. Belastung des Kreditnehmers nur durch Bearbeitungskosten.

- Anhebung des Spitzensteuersatzes, progressive Einkommensbesteuerung nach einer Grenzwertformel (unendliches Einkommen bedeutet Spitzensteuersatz).

- Einzelbesteuerung von Unternehmensteilen.

- Verbot von Überstunden (Ausnahme: Notsituationen wie z.B. Grippewellen, auf einen Monat begrenzt). Sonstige Spitzenbelastungen sind durch Freizeitausgleich abzugelten.

- Tarifverhandlungen finden über Lohnsenkungen bei gleichzeitiger Arbeitszeitverkürzung statt. Ausnahmen vom Tarifsystem werden abgeschafft.

- Vergabe öffentlicher Aufträge nur an regionale Unternehmen.
...

Das mag recht unternehmerfeindlich klingen, und soll es auch sein. Die jahrzehntelange Umverteilung muß auf ein langzeitstabiles Niveau zurückgeführt werden. Der allgemeine Lebensstandard muß - aufgrund der verschlechterten Bedingungen der deutschen und Weltwirtschaft - abgesenkt werden, auch aus ökologischen Gründen.

Ich weiß, daß die Situation verfahren ist. Aber mit "mehr vom selben" wird sie sich verschlechtern. Was Schröder, Stoiber und Konsorten als tiefgreifende Reformen bezeichnen, ist oberflächliche Kosmetik und für die Lösung der anstehenden Probleme untauglich.

Das sind nur einige wenig durchdachte Ideen, aber mehr muß auch nicht sein, da meine Vorschläge ohnehin nicht erwogen werden. Eines ist sicher: die Berliner Nichtsnutze, ihre Verwandten, Bekannten und Geschäftspartner werden mit Sicherheit keine Einschnitte innerhalb ihrer eigenen Schicht hinnehmen.

Viele Grüße

Torsten


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