Türkei ist der nächste Krisen-Kandidat

Geschrieben von XI am 14. März 2003 14:05:14:

Neuer türkischer Regierungschef klagt in Straßburg gegen eigenes Land

(AFP) Der designierte türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan ist beim Straßburger Gerichtshof für Menschenrechte als Kläger gegen die Türkei registriert. Wie ein Gerichtssprecher am Freitag bestätigte, sind zwei Beschwerden des 49-Jährigen anhängig. Dies sei das erste Mal in der über 50-jährigen Geschichte des Straßburger Tribunals, dass ein Regierungschef als Beschwerdeführer gegen sein eigenes Land auftrete. Hintergrund ist eine Verurteilung wegen islamistischer Propaganda vor fünf Jahren, die dem Chef der religiös-konservativen AK-Partei zunächst die Kandidatur für Parlament und Regierungsspitze verbaut hatte.

Kommentar:
Bereits bei unmittelbar nach seiner Wahl ging die Militärspitze demonstrativ (und ohne offiziellen Grund) in das Mausoleum von Atatürk in Ankara, um Erdogan zu zeigen, wie die Rollen verteilt sind.

Jetzt nach der Trickserei hat er es doch in die Regierungsspitze geschafft und will es offensichlich auf die Spitze treiben. Anscheinend hat der gute Mann noch immer nicht kapiert, wer das Steuer in der Türkei seit 29. Oktober 1923 (Ausrufung der Republik) hat. Der Mann wird vermutlich bald entfernt werden. Könnte auch bald ein Militärputsch geben (ist in der Türkei normal, wenn's zu chaotisch wird, übernimmt das Militär für kurze Zeit das Kommando, bis sich die Gemüter gelegt haben).

Keine guten Zeiten in Sicht, insbesondere in der heutigen Konstellation. Aber, das sind halt Murphys Gesetze ;-)

Gruß
XI


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