Re: Witrschaftskrieg USA - D

Geschrieben von Torsten am 18. Februar 2003 11:22:41:

Als Antwort auf: Witrschaftskrieg USA - D geschrieben von Guerrero am 18. Februar 2003 03:17:55:

Lieber Guerrero,

was dabei Folge von Kampagnen sind und was der Effekt einer sich immer weiter ausweitenden Weltwirtschaftskrise, ist kaum zu unterscheiden.

"Politikern" traue ich durchaus zu, Scheindifferenzen aufzubauen, um die Ursachen von Problemen zu verschleiern. Schließlich müßten sie sonst irgendwann zugeben, daß sie keine Politik machen, sondern nur ein Bereicherungssystem im Interesse einer immer kleineren Schicht unterhalten, zu der sie selbst gehören.

Durch Desinformationen in den Medien (Verschlechterungsprognosen 2003/Konjunkturerholung in der zweiten Jahreshälfte; Hoffnung auf friedliche Lösung des Irakkonflikts/Krieg erscheint unvermeidlich; Verbesserung der Situation am Arbeitsmarkt/Demontage von Arbeitnehmerrechten) muß Jeder zur Überzeugung kommen, das Ganze sei undurchschaubar und jede Mühe der Beschäftigung mit Politik umsonst.

Das stimmt sogar, da national keine Politik gemacht wird (die ja wohl den Interessen des Landes und seiner Bürger dienen müßte). Die Globalisierung ist längst vollzogen und ein umfassendes Umverteilungssystem regelt die Umverteilung geschaffener Werte von Produzenten zur Oberschicht, die ihren Reichtum zur Verschärfung der Umverteilung nutzt.

Anders als in früheren Systemen besteht keine klare Grenze zur Oberschicht (wie früher zum Adel; wenn auch heute noch auffällig viele Adelstitel in der Oberschicht zu finden sind), wodurch Konfrontationen entschärft werden. Jeder kann den Aufstieg schaffen, wenn er egoistisch, aggressiv und arrogant genug und dazu vielleicht noch etwas intelligent ist.

Dabei ist das ganze oberflächliche Theater leicht zu durchschauen: Durch Beantwortung der altbekannten Frage: Wem nützt es? Dann wird schnell klar, wozu künstliche Konflikte aufgebaut werden (Amerikaner-Deutsche, USA-altes Europa, Deutsche-Juden, Arbeiter-Sozialleistungsempfänger). Lösungen sind gar nicht beabsichtigt, da sie der Entwirrung dienen und das Verschleierungssystem leichter durchschaubar machen würden.

Ich bin dennoch für einen Boykott kriegschürender und -führender Länder. Darüberhinaus halte ich eine Bevorzugung regionaler, deutscher und europäischer Waren auch aus anderen Gründen für sinnvoll. So ist beim besten Willen nicht einzusehen, warum funktionell und qualitativ ähnliche Produkte sich auf Straße, Schiene, in Flugzeugen oder auf Schiffen begegnen. Und für eine Region ist zudem tödlich, wenn sich in ihr Produktion und Konsumption nicht die Waage halten.

Warum ist Ostdeutschland am Boden? Weil es problemlos mit Produkten aus anderen Regionen zugeschissen werden konnte. Die gegenständlichen Werte (Grund, Immobilien) wurden so in obengenannte Hände umverteilt und jetzt tendieren Produktion und Konsumption in einem unseligen Teufelskreis zu immer niedrigerem Niveau. Derselbe Mechanismus liegt der Verarmung der "Dritten Welt" zugrunde. Von den ökologischen Folgen ganz zu schweigen (unnötige Warenbewegung, unökologische Produktion in verarmten Regionen).

Viele Grüße

Torsten


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