Re: Es kommt eine Deflation, KEINE Inflation
Geschrieben von XSurvivor am 13. Februar 2003 10:22:00:
Als Antwort auf: Re: Es kommt eine Deflation, KEINE Inflation geschrieben von Vernon am 13. Februar 2003 09:02:51:
>Hallo XSurvivor,
>Ich erwarte ebenfalls eine Deflation.
>Bei der Bewertung der Strategien aber weigere ich mich nur die "alles kauppt, alles umsonst, ich schieß mich auf" - Strategie zu verfolgen. Ich denke, das siehst Du ähnlich.
>Zunächst sehe ich ebenfalls einen massiven Preis-, Lohn- und BSP-Verfall. Das kann sehr deutlich in eine Deflation münden. Dabei werden Schulden unbezahlbar, und der Pleitegeier hat Hochkonjunktur.
>In der Folge hat der Staat höhere Sozialabgaben bei geringerem Steueraufkommen. Er kann am End seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen, weil er sich auch kaum weiter neuverschulden kann. Er hat aber noch eine letzte Option, nämlich "Geld drucken", was Inflation bedeutet. Jetzt kann sich der Staat mit geringererem Kaufkraftgegenwert entschulden. Auch die Bürger können das, sofern sie die Deflation überstanden haben.
>Danach kommt es dann zu einem erneuten Aufbau und der ganze Rreigen wartet auf die nächste zu verarschende Generation.Du vergisst den Krieg als "Bereinigungsinstrument". In der Regel wird eie Deflation erst durch einen Krieg wieder beendet, durch den die vorher aufgebauten Kapazitäten vernichtet werden. Eine Inflation ohne krieg bringt nichts, da das Überangebot an Sachkapital bestehen bleibt und auf die Rendite drückt. Erst wenn das Sachkapital durch krieg und das Geldkapital durch einen Währungsschnitt/Hyperinflation NACH einer Deflation vernichtet ist, kann das System von vorne starten.
>Sag mal, wenn die Gewinnbesteuerung für im Unternehmen reinvestiertes Kapital entfiele, würde doch der Mittelstand sofort aktiv werden. Natürlich sinkt dann die vergebene Kreditmasse.
Das ist dann auch der Haken an der Geschichte. Unser System lebt davon, daß sich die Verschuldung zwanghaft immer mehr vermehren muß, da die ihnen gegenüberstehenden Geldvermögen um den Zins wachsen. Sinkt die Verschuldung der Unternehmen, dann bricht das System zusammen (Unternehmensschulden sind die größten und mehr als doppelt so groß wie die Staatsschulden!).
>Noch können Gewinne erwirtschaftet werden, werden aber derzeit vermieden, weil es sich nicht lohnt sondern sich eher sogar schädigend auswirkt.
>Wenn also an dieser Stelle im Steuerrecht hantiert würde, könnte das doch zu einer langsamen Belebung des Invetitionsvolumens und damit der Wirtschaft führen.Wie oben erklärt, kann das System nur weiterlaufen, wenn die Schulden weiterhin explodieren. Gewinne ohne Schulden sind in unserem zinssystem tödlich.
>Natürlich löst das nicht das Gesamtproblem. Darauf will ja auch nicht hinaus. Es geht mir um den aktuellen Arbeitslosigkeitsquatsch.
>Einen Arbeitsplatz schaffen ist ja schon fast eine Sozialleistung! Aber welcher Unternehmer ist denn heute so bescheuert und stellt jemanden ein! Den kriegt er doch kaum wieder los!
>Und bei den Genehmigungsverfahren investieren? Und dann das steuerliche Umfeld! Man weiss wirklich nicht was denen morgen beim Rasieren einfällt. Planungssicherheit hat man da nicht gerade.
>Aber OK. Ich vermute, dass wenn ein Unternehmer der seinen Gewinn steuerfrei ins Unternehmen reinvestieren darf, er das auch tun wird. Und dann stellt er auch wieder Personal ein. Ich verstehe wirklich nicht, warum dieser Ansatz nicht diskutiert wird.
>Ist er nun falsch oder nur nicht opportun im Hinblick auf gewisse Kreise?Das ist alles nur Symptomkuriererei. Das Grundproblem ist die zwanghaft explodierende Verschuldung mit den kapitalkosten, welche die unternehmen strangulieren. Dazu kommt die sinkende Kaufkraft der Bevölkerung, die immer weniger die Möglichkeit haben zu kaufen.
Mit anderen Worten, die Unternehmen haben gar keine Möglichkeit mehr zu expandieren, weil der Konsum nachläßt und das eigene Unternehmen von den Kapitalkosten zerfressen wird.Gruß
XS
- Re: Es kommt eine Deflation, KEINE Inflation Optimist 13.2.2003 21:06 (0)