Die Kamele und der Rhein
Geschrieben von Der Michi am 11. Februar 2003 11:31:50:
Als Antwort auf: Jetzt kriegen auch die Kinder der Kriegsgeneration mit was Propaganda bedeutet geschrieben von schlafgnom am 11. Februar 2003 10:42:58:
Hallo schlafgnom,
Du bist trotz Deines Nicks ein recht ausgeschlafenes Bürscherl, wie Dein Beitrag zeigt, dem ich zustimmen kann. Besonders Deine Medienanalyse gefällt mir sehr gut.
Das mit den Nostradamischen Kamelen und dem Rhein ist eine Auslegung die mir wahrscheinlicher scheint als das, was hier sonst öfter mal gepostet wurde ("Sandneger" fallen in WK4 in D ein usw.).
Man könnte auch sagen "Kamele nähren sich aus dem Rhein". Man beachte auch die Symbolik: Das Kamel ist in der Lage, größere Wassermengen zu speichern, um so "lange Durststrecken" überstehen zu können.
Die Niederhaltung der Volkswirtschaften Nordafrikas und Mittelasiens durch die bisherige westliche Politik und den IWF plus diverse "Divide et impera"-Spielchen des Westens bzw. im besonderen der Amerikaner mit willkürlicher Ein- und Absetzung von gewünschten bzw. plötzlich gehaßten Regimes (s. Iran/Schah, Irak/SaHu, Afghanistan/Taliban, Pakistan/Musharraf usw.) hat doch nur den erstarkenden Fundamentalismus erst zur Folge gehabt. Aus diesem wiederum sind neue Feinde erwachsen usw. Diese Entwicklungen mitanzuschauen macht wirklich keinen Spaß...
Europa hat allerdings nun das Problem, daß es selber in der Zwickmühle sitzt. Eine zu sehr forcierte Unterstützung der muslimischen Welt könnte genauso die Weiterentwicklung der Gefahr des Terrorismus noch unterstützen (Geldfluß durch undurchschaubare Kanäle). Es ist ein Circulus viciosus geworden. Wie ist der überhaupt noch zu stoppen?
Insofern hast Du recht, wenn Du schreibst, daß auch das ein Auslöser für Unruhen werden könnte. Wenn die Amerikaner und die Russen bisher in der Lage waren, andere Völker geschickt für ihre Zwecke einzuspannen, indem sie Wirtschaft und Politik, sogar ganze Regierungen willfährig unterschwellig beeinflußten, dann geht das auch in einem "alten Europa", welches sich ja jetzt schon destabilisiert und sich so langsam aber sicher auf die prophezeiten Ereignisse ungewollt einstimmt.
Der Kalte Krieg ist nur äußerlich vorbei. Im Hintergrund gehen die Machtspielchen der Amis und Russen weiter wie eh und je. Eine Nation wird gegen die andere ausgespielt. Rußland übt seinen Einfluß in der Weltpolitik z.B. über Nord-Korea aus, die Amerikaner z.B. über Israel.
Europa sitzt in der Klemme, zwischen den Stühlen sozusagen, und muß endlich lernen sich zu emanzipieren von irgendwelchen "Großen Brüdern". Wir brauchen weder die USA, noch Rußland dafür. Die gegenwärtige Diskussion um die NATO wäre vollkommen überflüssig, wenn die Europäische Union schon viel früher endlich mal richtig auf die Füße gekommen wäre und nicht immer nur diese halben Sachen betreiben würde. Man nimmt viel zu sehr Rücksicht auf die anderen, besonders die Briten sind da Meister drin. Der Gedanke eines unabhängigen vereinten Europas mit einem einzigen großen bilateralen Wirtschaftsraum und mit einer eigenen Sicherheitsdoktrin und den dazu passenden Maßnahmen wäre in der momentanen weltpolitischen Situation das Beste, was uns passieren könnte. Insofern teile ich den Ansatz von z.B. Scholl-Latour.
Liebe Grüße
Michi