Re: Schuld ist die Regierung

Geschrieben von Bonnie am 21. November 2002 18:04:12:

Als Antwort auf: Re: Schuld ist die Regierung geschrieben von Vernon am 21. November 2002 13:12:22:

Hallo Vernon,
ich denke auch, daß die Regierenden wenig Spielraum haben.

>Wieviel Kaufkraft kommt denn bitte schön pro vom Arbeitgeber aufgewendetem Euro bei Arbeitnehmer an? 20% Sozialabgaben, Vom Brutto werden ca. 50% an Abgaben und Steuern abgeführt. Auf die Konsumgüter entfallen nochmals indirekte und direkte Steuer. Am End kommen von einem Euro, den der Unternehmer aufwendet gerade mal 20 oder 30 Cent beim Arbeiter als Kaufkraft an. (Oftmals sogar noch weniger) Da stecken die Lohnkosten! (Plus einigen anderen nicht zu unterschätzenden Hemmnissen) Der Staat bläst also die Lohnkosten bis über das 4-fache auf. Das mag etwas pauschal dargelegt sein, aber grundsätzlich falsch ist das nicht.

Ich wollte hier nur anmerken, daß von dem für den Staat aufgewendeten Geld ja auch etwas zurückkommt, bsp. Rente, Arbeitslosengeld, Leistungen der Krankenkasse. Von den Steuern baut der Staat Straßen, bezahlt Schulen, Universitäten, Polizei, Gerichte etc etc.... Das wird alles nie bedacht, wenn man auf der Lohnabrechnung sieht, wie wenig übriggeblieben ist.

Man kann jetzt darüber diskutieren, daß der Staat nicht sehr wirtschaftlich handelt.

Unser großes Problem ist die Staatverschuldung... aber wir haben noch jede Menge Luft nach oben, wenn man sich überschuldete Staaten wie Japan anguckt. Der Staat wird einfach mehr Schulden aufnehmen (müssen!!). Und so werden wir die nächsten Jahre weiterleben. Es wird immer mehr geknappst. Die Verlierer der nächsten Zeit werden die Transferempfänger und diejenigen, die vom Kapitalmarkt leben, sein (es gibt immer weniger Anlagemöglichkeiten, Zins sinkt, Staaten werden immer kreditunwürdiger, Staatsanleihen unsicherer)...

Ich teile nicht Badlands Ansicht, daß es "losgehen muss". Es kann noch eine ganze Weile so weitergehen.

Ansonsten stimme ich deinen Ausführungen zu, Vernon.

Liebe Grüsse, Bonnie


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