Re: Wolfszeit

Geschrieben von Ismael am 21. November 2002 11:35:14:

Als Antwort auf: Wolfszeit geschrieben von Badland Warrior am 21. November 2002 10:09:32:

>Hi, Franke!
>Wünsche, wohl geruht zu haben! Hier etwas Interessantes dazu. Nebenbei: Wunderschöne Tiere sind das.
>Wolfszeit
>Völuspa 45. Brüder kämpfen und bringen sich Tod, Brudersöhne brechen die Sippe; arg ist die Welt, Ehbruch furchtbar, Schwertzeit, Beilzeit, Schilde bersten, Windzeit, Wolfzeit, bis die Welt vergeht - keiner will des andern schonen.
>
>Montag 18. November 2002, 13:44 Uhr
>Der Wolf ist Tier des Jahres 2003 - Rudel in Sachsen
>Bonn (dpa) - Der Wolf ist Tier des Jahres 2003. Diese Wahl traf die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild, wie sie in Bonn mitteilte. Der Wolf (Canis lupus) ist nach EU-Recht unter Schutz gestellt und auf natürlichem Wege auch wieder nach Deutschland zurückgekehrt. In
>Sachsen gibt es ein kleines Rudel. Im Herbst 2000 hatten sich dort in der Muskauer Heide zunächst sechs Tiere angesiedelt. Am häufigsten kommt der Wolf in Russland vor, wo nach Angaben der Schutzgemeinschaft jährlich bis zu 4000 Tiere erlegt werden.
>Wölfe reißen vor allem Wild. Der Menschen fressende Wolf gehöre in das Reich der Fabeln, hieß es von der Schutzgemeinschaft. In den vergangenen 50 Jahren sei kein Fall bekannt geworden, dass in Mitteleuropa ein Wolf einen Menschen getötet hätte.
>Da die Schafhaltung in Deutschland kein besonderes Gewicht habe, bleibe das Schalenwild die vorrangige Beute der Wölfe: Rehe, Schwarzwild, Damwild und vor allem Rotwild. Der Wolf fresse aber auch Dachse, Füchse und Marderhunde oder Bisamratten sowie kleinere Säugetiere und Fische, Kriechtiere und selbst Obst und Früchte. Wölfe jagen aber selektiv und bevorzugt kranke, schwache und überalterte Tiere. Studien in Osteuropa zeigten, dass Wölfe ein Gebiet nicht "wildleer" machten.
>In der sächsischen Muskauer Heide lebe das Wolfsrudel auf dem 14 500 Hektar großen Truppenübungsplatz Oberlausitz weitgehend ungestört. Der gelegentliche Gefechtslärm störe die Wölfe nicht. Im Vorjahr und auch dieses Jahr habe es im Rudel Nachwuchs gegeben. Die
>Existenz des Rudels sei von der Bevölkerung eher begrüßt als abgelehnt worden, berichtete die Schutzgemeinschaft. Durch Wölfe angerichtete Schäden an Weidetieren würden vom sächsischen Umweltministerium ersetzt. Auch werde versucht, durch Nachtwachen und Zäune Wolfsschäden zu verhindern. Dass sich der Wolf auch in andere Bundesländer ausbreite, sei wegen des dichten Verkehrsnetzes wenig wahrscheinlich.
>Der Wolf löst den Rothirsch als Tier des Jahres ab. Seit 1992 wählt die Schutzgemeinschaft zur Erhaltung der frei lebenden Tierwelt jährlich eine Tierart. Der Wolf gehört neben dem schon in mehreren Bundesländern lebenden Luchs und dem in Einzelexemplaren in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern auftauchenden Elch zu den Arten, die auf natürlichem Weg wieder nach Deutschland gekommen sind.
>Badland Warrior

hi badland,

zum thema wölfe fällt mir der fall eines(!) wolfes ein, der vor jahren am edersee gesehen wurde. der zuständige landrat wußte damals zu vermelden, das "wölfe nichtmehr in unsere kulturlandschaft passen" und gab das tier zum abschuß frei. ich kann mich gut erinnern, wie zornig ich damals über diese aussage war! offensichtlich passte dem wolf aber unsere kulturlandschaft auch nicht und er trollte sich. bei diesem tier handelte es sich wohl nicht um einen einwanderer aus osteuropa, sondern um einen timberwolf, der irgendwo aus einem gehege ausgebrochen sein mußte. da aber nirgends ein wolf abhanden gekommen war, war es wohl ein illegales gehege. die trittsiegel des wolfes wurden übrigens einige zeit später in nordspanien gesichtet! sei zu hoffen, daß die durchschnittsgröße der spanischen wölfe heute ein paar zentimeter größer ist als ehedem, wenn du weißt was ich meine, verdient hätte er's! (timberwölfe teilen sich mit den weißen polarwölfen den ruhm, die größten zu sein, bis zu einem meter stockmaß)
quellen wären übrigens ein artikel in der "hessisch-niedersächsischen-allgemeinen" von annoplatsch (wolf am edersee) und "discoverie channel" letzterer allerdings aus zweiter hand. in der sendung, die ein freund von mir gesehen hat, wurde der weg eines timberwolfes anhand seiner trittsiegel quer durch europa verfolgt. da dieser weg ihn auch durch nordhessen führte, gehe ich einmal davon aus, das es der wolf war, der seinerzeit dem landrat nicht geheuer war.
anders als einzelgänger sind rudel nicht so mobil, je mehr wölfe sich jedoch in deutschland ansiedeln, desto größer ist die chance, das sich einzelgänger finden (denn deshalb wandern sie) und neue rudel gründen (zur zeit noch die suche der nadel im heuhaufen, aber vielleicht, so es sie denn noch gibt, in der zukunft), dann sind auch die verkehrswege nicht mehr ganz so problematisch.
es werden auch immer mehr stimmen laut, daß es in deutschland mehr wildbrücken geben muß, um einer genetischen armut der wildbestände entgegenzuwirken. das system der wildbrücken hat sich in frankreich, in luxembourg und in der schweiz(?) durchaus bewährt und mag auch der verbreitung von luchs und wolf zuträglich sein! neben rußland (polen ist wohl eher transitland, obwohl es auch dort einige wolfsrudel gibt) waren ein weiterer pool für neuzugänge übrigens "kriegsflüchtlinge" vom balkan, so wurden im wienerwald trittsiegel von braunbären gesichtet, denen es in ex-jugoslawien wohl zu laut wurde!

Ismael, der sich durchaus freuen würde, wenn isegrim wieder heimisch werden würde!


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