Re: Wolfszeit

Geschrieben von mica am 21. November 2002 11:07:29:

Als Antwort auf: Wolfszeit geschrieben von Badland Warrior am 21. November 2002 10:09:32:

Hallo BW,

hier eine sehr umfangreiche Sammlung zu Wolfsthemen, ich glaube Dein Artikel ist auch darunter.

Als ich einmal eine Doku über eine russischen? Wolfspfleger sah, sprach dieser auch von einer Legende,"dass die Zeiten schlechter werden,wenn die Wölfe sich vermehren" - so in etwa. Leider kann ich keine Quellen bieten :(

In dieser Linksammlung ist auch einiges über Russland und die dortige Wolfspopulation zu lesen - sie vermehren sich wirklich gut. Leider werden sie auch gnadenlos abgeschossen.

Wölfe verbreiten sich in Europas Wäldern
Die Heimkehr des Isegrimms


"In reißerischer Form machen russische Medien gegen einen vierbeinigen Staatsfeind mobil. "Wölfe: die graue Invasion" titelt die Wochenzeitung "Argumenty i Fakty". Darunter prangt das schon bei so genannten Kampfhunden erprobte Motiv.

Ein gähnendes Tier ängstigt Laien. Genau 50.300 Wölfe in Russland - "so viele wie nur Ende der 50er Jahre" - schädigten die Volkswirtschaft mit Verlusten von umgerechnet fünf Millionen Mark jährlich, heißt es. Aber nicht nur in Russland scheinen sich die Wölfe vehement zurückzumelden.

Der Wintereinbruch hat auch ganze Wolfsrudel in ostserbische Dörfer getrieben. Die Tiere hätten in Ortschaften um Bosilegrad an der Grenze zu Bulgarien bereits 14 Schafe, vier Ziegen und ein Schwein gerissen, berichtete gestern die Belgrader Nachrichtenagentur Beta.

Einheimische Jäger hätten mehrere Treibjagden organisiert und zwei Wölfe abgeschossen. Ältere Dorfbewohner erklärten, sie könnten sich nicht erinnern, dass Wölfe früher schon in die Dörfer gekommen seien. Auch in Deutschland wurden in den vergangenen Wochen bereits Wolfsrudel gesichtet: Sie waren von Polen über die Grenze nach Brandenburg gekommen, um hier zu jagen.

Für die Wölfe schien sich diese Mühe zu lohnen: Denn im waldreichen Osten Brandenburgs gibt es größere Wildbestände und eine relativ dünne Besiedelung.

Während man sich in Deutschland über die Rückkehr der Wölfe freut, wird in Russland mobil gemacht. Mit Schrotladungen von Hubschrauberschützen werden die Tiere zum Beispiel in der Teilrepublik Kalmykien im Süden Russlands erlegt.

Nur so sei ihnen noch beizukommen, meint Jagddirektor Boris Sapronow. Immer häufiger fielen auch Menschen den Tieren zum Opfer. Ob im fernöstlichen Korjakien, in Woronesch nahe des Don oder im zentralen Lipezk  riesige Rudel machten sich breit. "Im Moskauer Gebiet streifen einige Hundert dieser gefährlichen Tiere umher."

Jeden Tag verzehrten die Rüden fünf Kilogramm Fleisch. "Alle Wölfe brauchen jährlich rund 1500 Tonnen, was 400 vollen Güterwagons entspricht." Wer das nur im Winter aktive Tier erschießt, benötigt keine Jagdlizenz. Er bekommt sogar staatliche Prämien.

Deutsche Wissenschaftler unterstreichen hingegen, dass "Canis lupus" eine wichtige Aufgabe erfüllt: Er fange Pflanzenfresser wie Rehe, Hasen oder Kaninchen. Wenn sich diese Tiere zu stark vermehrten, schadeten sie dem Wald, indem sie junge Bäume kahl fressen. Ein altes Sprichwort lautet deshalb: "Wo der Wolf lebt, wächst der Wald!"

Zudem erbeuteten Wölfe meist kranke oder schwache Tiere und übernähmen somit auch die Rolle einer Gesundheitspolizei.

Einigkeit herrscht bei Verhaltensforschern, dass Wölfe entgegen aller Horrorgeschichten keine Menschen anfallen: Sie seien sehr scheu und mieden die Nähe von Siedlungen. In dichtbesiedelten Gebieten Mitteleuropas könnten Wölfe auf Dauer sowieso nicht existieren.dor/krab/dpa

Quelle: Kölnische Rundschau v. 14.12.2001"


Gruß
mica




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