Nur, wenn du durch eine ganz bestimmt gefärbte Brille siehst.

Geschrieben von Salim am 26. Oktober 2002 01:23:31:

Als Antwort auf: Geballte Ladung Inkonsequenz! geschrieben von Arkomedt am 25. Oktober 2002 00:51:46:


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Hallo Salim,

Hallo Arkomedt!

man kann kaum glauben, daß diese Zitate alle von einem Mann stammen.

Verstehe: Sie sind ja aus dem Zusammenhang gerissen. Lade dir doch die pdf-Version des neuen LICHTBLICKs (mit dem vollständigen Text der Ansprache) hier herunter. Dann wirst du, so Gott will, klarer sehen.

Zuerst spricht er davon, daß das Ende der Welt erreicht sei und daß jeder Gläubige es zu akzeptieren habe, daß nur die Ungläubigen es nicht wahrhaben wollen. Dann, im vorletzten Zitat, gibt er Ratschläge, wie man diesem Strafgericht am Besten entkommen könnte.
Wenn das nicht pure Inkonsequenz ist!

Nein, die beiden Sachen haben gar nicht in dem strikten Sinn miteinander zu tun. Im vorletzten Zitat gibt ein alter weiser Scheikh - das ist eine andere Ebene des Gesprächs - ein paar Ratschläge (das hatte er schon vor Jahren so ähnlich einmal gesagt) an seine Schüler, die für ihn wie Kinder sind. Und es ist eben besser, auf dem Land zu wohnen als in der Stadt, wo der Irrsinn sich viel früher ausbreiten wird. Das hat nicht den von dir gehörten strikten oder einen verkniffenen Sinn, sondern ist eher eine allgemeine Empfehlung.

Wenn Mohammed und Christus und wer weiß, wer noch alles, wieder auferstehen, sollten sie doch zumindest in den Augen der wahrhaft Gläubigen die Macht haben, darüber zu entscheiden, wer weiterleben darf und wer nicht.

Nein, das entscheiden nicht Sayyidina Mahdi oder Jesus, der Friede sei auf ihnen. Über Leben und Tod entscheidet allein der, der Herr über Leben und Tod ist, der uns auch geschaffen hat, Allâh, subhânahu wa ta‘âla.

Oder irre ich mich,

Ja.

soll das wieder so eine Abwandlung von "Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!" sein? So nach dem Motto: "Und wenn die Welt in Trümmer fällt, die Guten werden gerettet werden, auf daß sie das Jüngste Gericht auch erleben."

Nein.

Ich glaube nicht mehr an viele Dinge, aber an eines glaube ich ganz gewiß: Daß nicht die Besten im heutigen Moral- und Ethikbegriff überleben werden, sondern die Cleversten, die Härtesten, Gesündesten, Skrupellosesten.

Du kannst glauben, was du willst. Wen du aber glaubst, was du glaubst, unterschätzt du die wirklichen Kräfte und Mächte, der guten Menschen, der Heiligen, der Engel, der Jinnen, Allâhs. Und du überschätzt die Bedeutung der Cleverness und der Schaitane. Das ist nicht gut. Denn wer die Macht der Teufel so hoch einschätzt, gehört (ohne es vielleicht zu bemerken) zu ihnen. Es gibt keine Macht und Kraft außer durch Gott den Gnädigen, den liebenden Erbarmer (lâ haula wa laquwwata illa billâhi ‘alîyi l-athîm wa rahmâni r-rahîm). Eine der entscheidenden Schwächen der Moderne ist es, das Wunderbare und Wundersame zu leugnen. Und da bekommt sie eben die knochentrockenen rechhaberischen "facts", die sie so sehr will.

Die Bewaffneten, sprich Militärs, in erster Linie, danach die höheren Politiker und die Superreichen mit eigenen Schutztruppen.

Ja, von mir aus - siehst du gern Phantasy-Filme? -, zumächt mal und, oberflächlich betrachtet, vielleicht vordergründig. In Wirklichkeit wirkt eine ganz andere Macht. Die Macht des Barmherzigsten der Barmherzigen. Richtig betrachtet, ist auch die beginnende Endzeit als Ausdruck des Willens Gottes voller Schönheit. Wir sind nur zu blöd, zu faul, oder zu ängstlich, sie zu sehen.

Das Zweite, an das ich glaube, ist, daß es nach dem bevorstehenden Chaos einen absoluten Sitten- und Werteverfall geben wird.

Den gibt es doch schon. Aber so wie Shaitân für uns von Vorteil ist, da er uns so viele Möglichkeiten der Bewährung gibt, gilt doch allgemein: Die Welt ist jetzt doch schon so verdreckt und pervers, daß es nur geringster Anstrengungen bedarf, um zu den Guten zu gehören. So leicht war es noch nie!

Es werden bestenfalls frühmittelalterliche Verhältnisse herrschen, schlimmstenfalls Barbarei.

Was weißt du denn (und von wem), wie es (und wo da) im Mittelalter war? Ein bißchen mehr Respekt, junger Mann, vor vergangenen Zeiten, die bloß in der Retrospektive Hochnäsiger als rückständig galten. Das ist ein Ausdruck einer fatalen Ideologie des "Fortschritts". Genau das ist auch das Problem der berühmten Affaire Velikovsky. Nein. Ich halte eine Zeit gottesfürchtiger Könige für schöner, ehrenvoller, besser, als das der korruptiven Gegenwart. Der Gesandte Gottes - der Friede sei auf ihm - hat gesagt, die Welt werde bis zu ihrem Ende immer schlechter werden. Und daß nach ihm die Khalifen, dann die Könige kämen, dann die Tyrannen und dann das große Durcheinander. Er hat das als einen Abstieg gesehen 8wie übrigens auch schon beispielsweise der alte Ovid mit seiner Lehre von den Zeitaltern.

Wie stellt sich denn Dein Seher (verzeih mir, daß ich den Namen vergaß)

Er ist kein "Seher", sondern Sheikh Nazim Effendi, der 40. Sheikh in der Überlieferung des ehrenwerten Naqshbandi-Ordens, einer spirituellen Bruderschaft, die bis auf den engsten der gefährten Muhammads - der Friede sei auf ihm -, nämlich syyidina Abu Bakrs - möge Allâh mit ihm zufrieden sein! - zurückgeht. Er steht in der Göttlichen Gegenwart. Und es ist für mich ein Segen und eine Ehre, sein Schüler zu sein zu versuchen. Siehe hier ein Bild von Ihm:


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das weitere Schicksal derjenigen vor, die er aus den Großstädten in die Wälder geschickt hat? Sollen sie sich da in losen Gruppen zusammenfinden, neue Kommunen bilden? Oder sollen sie herumirren, jeder der Feind des Anderen?

Herumirren? Warum sollten sie herumirren, wen sie spirituelle Führung haben. Nein, die Leute des Glaubens sind einander nicht Feind. Es gilt das ideal vertrauten Umgangs mit Fremden, die Diener Gottes sind.

Ist für ihn nach dem Erscheinen der Propheten bzw. Messiasse das Ende dieser Religionen erreicht? Fallen sich die Moslems und Christen und Juden dann selig jauchzend in die Arme?

Ja und nein. Die echten Gläubigen lösen sich von den Heuchlern in allen Religionen. Dieser Prozeß läuft gerade.

Oder tragen dann erst die Mahdis und Christusse ihre Endkämpfe aus? So von Mann zu Mann?

Es gilt unter Muslimen und Christen sicher als Ungeheuerlichkeit, hier den Plural zu verwenden! - Es gibt solche Kämpfe nicht. Sayyidina Jesus, so sagt die muslimische Überlieferung, begleitet Sayyidina Mahdi - der Friede sei auf ihnen - und hilft ihm im Kampf gegen en einäugigen Dajjâl. Und er wird ihn besiegen.

Ne, Salim, Deine Zitate waren nicht sehr konstruktiv.

Wie sollten sie konstruktiv sein können, da du die Zwischenräume gar nicht ausgefüllt hast. Sie sollten eigentlich auf die ihnen zugrundeliegende Ansprache neugierig machen. Verstehen kannst du sie ja nur im Zusammenhang. Meine Empfehlung: Lade dir doch die pdf-Version des neuen LICHTBLICKs (mit dem vollständigen Text der Ansprache) hier herunter.

Freundlichst, Arkomedt.

wassalam,
Salim

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