Wissenschaftlicher Ansatz

Geschrieben von franke43 am 24. Oktober 2002 16:06:21:

Als Antwort auf: Re: Da stimmt was nicht geschrieben von Bonnie am 24. Oktober 2002 14:52:47:

Hallo Bonnie

>Hallo Franke,
>dann gibt es ja nur eine Möglichkeit: Es ist in einer der 19 Tageszeitungen, >hoffentlich wirklich vom 4.3.1914. Eben die mit den kursiven >Zwischenüberschriften.

Die 4 wahrscheinlichsten davon habe ich für den März 1914
flächendeckend überprüft:

Svenska Dagbladet
Dagens Nyheter
Expressen
Aftonbladet

Für die anderen hat mir schlicht die Zeit gefehlt. Die Bibliothek
hat nicht so lang offen, da müsste ich in Stockholm übernachten -
Wääääh. Ich mag Stockholm nicht.

>Was soll da jetzt drinstehen? Visionen von Johansson oder nur die >Dokumentation seines Besuches?

Da steht - angeblich - sein Besuch drin mit Fragen und
Antworten von Johansson. Auf den Kopien kann man fast nix
lesen, so mies ist die Wiedergabe, sonst könnte man wenigstens
aus den Kopien was entnehmen.

>Hast du den Gann? Steht da was drin über die Originalquelle?

Welchen Gann, und was soll ich mit dem ?

>Jetzt verstehe ich auch, warum du möchtest, daß jemand die Feldpostbriefe >einsieht.

Klar. Nur die Quelle führt reines Wasser.

>Also, ich kann mir vorstellen, daß Johansson ziemlich übel geschrieben ist und >man sich durch viel "Quatsch" durchkämpfen muß, bis man an die wahren Körnchen >kommt. Aber sie müssen doch existieren? Wer denkt sich denn sonst sowas aus? >Und mit welchem Ziel?

Das gilt ganz grundsätzlich für die Prophezeiungsliteratur.
Viele wollen Geld schneiden und schreiben deshalb reisserisch
oder geheimniskrämernd. Andere sind fest überzeugt von ihrer
"Mission" und wollen wachrütteln. Praktisch niemand ausser
dem jeweiligen Seher selbst bemüht sich um eine gute
journalistische Trennung zwischen Originalzitat und Meinung
(Interpretation) des Berichterstatters.

Auch die Feldpostbriefe kranken daran. Rill wollte nicht
einen Propheten zitieren, sondern einen komischen Kauz
lächerlich machen, sonst hätten wir in seinen Briefen viel
bessere Texte trotz mieser Rechtschreibung. Stattdessen
sind Rills Briefe (wenn sie echt sind) so eine Art Filser-
briefe, die sich nicht ordentlich deuten lassen. Ich muss
aber zugeben, dass im Hinblick auf die Entstehungsgeschichte
erschreckend viel echte Prophetie in den Briefen steckt.

Verstehst Du mich, Bonnie ?

Ich fahre in meiner wenigen Freizeit viel lieber in die
Waldeinsamkeit der Orsa Finnmark und bringe den Erdkeller
mit den Notvorräten in Ordnung, als dass ich im Keller
der KB in Stockholm bei Dämmerlicht am Mikrofilmlesegerät
abhänge. Für mich persönlich ist Claesson wichtiger und
vor allem besser dokumentiert als Johansson, der sich
zudem im Jahr geirrt hat.

Gruss

Franke 43


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