@DR
Geschrieben von Schamane am 01. August 2002 12:34:15:
Hallo Dave,
hier ist eine Aufstellung der Ostjuden (Chasaren) von wo die "Wallstreet" Juden
abstammen, wohlbemerkt, dass sind keine hebräischen Juden, damit wir uns nicht
falsch verstehen:Erwin Soratroi
Attilas Enkel
auf Davids ThronChasaren – Ostjuden – Israeliten
GRABERT – VERLAG – TÜBINGEN
--------------------------------------------------------------------------------Druck und Bindung: Deile-Druck, Tübingen
Satz: Grabert-Verlag, Tübingen
--------------------------------------------------------------------------------CIP-Titelaufnahme der Deutschen Bibliothek
Erwin Soratroi:
Attilas Enkel auf Davids Thron – Chasaren, Ostjuden,
Israeliten / Erwin Soratroi.–
Tübingen: Grabert, 1992
ISBN 3-87847-120-3© 1992 by Grabert-Verlag, Postfach 1629, W-7400 Tübingen
Printed in GermanyAlle Rechte, insbesondere das der Übersetzung in fremde Sprachen
vorbehalten. Ohne ausdrückliche Genehmigung des Verlags sind Vervielfältigungen
dieses Buches oder von Buchteilen auf fotomechanischem Weg
(Fotokopie, Mikrokopie) nicht gestattet.
--------------------------------------------------------------------------------Inhaltsverzeichnis
Semitische Juden, jüdische Semiten, S. 5
Der Islam, S. 12
Ursprünge der Chasaren, S. 23
Der frühe Glauben der Chasaren, S. 36
Die chasarische Polemik nach jüdischer Überlieferung, S. 39
Die chararische Polemik nach den Arabern, S. 46
Der spanisch-chasarische Briefwechsel, S. 50
Die Ostjuden sind keine Erben Abrahams, S. 54
Kurze Geschichte des Chasarenvolkes, S. 58
In der Diaspora, S. 71
Das jüdische Schicksal im 20. Jahrhundert, S. 87
Rasse, Volk oder Glaubensgemeinschaft?, S. 94
Israel und die übrigen Juden, S. 100
Der Mythos, S. 107
Vorbilder, S. 110
Anmerkungen, S. 125
[Bildnachweis und Kartenteil]
Anhang, S. 127
Personenverzeichnis, S. 141
--------------------------------------------------------------------------------
Semitische Juden, jüdische SemitenDie Juden waren das letzte der zwölf israelitischen Völker, das, vom Feind geschlagen, nach Babylon verschleppt, dem Untergang ausgeliefert war. Als der neue Herrscher Cyrus sie nach siebzig Jahren zurück in die alte Heimat Jerusalem schickte und mit Schutzbriefen und Lebensmitteln versah, keimte in ihnen ein Funken neuer Hoffnung. Unter ihren Führern Esra und Nehemia begannen sie, die Stadt neu aufzubauen. Deren Befehl gehorchend, mußten sie allerdings ihre nichtjüdischen Frauen und Kinder verjagen. Sie durften nur reinjüdische Familien gründen und waren angehalten, alle Geschichten, die sie über ihr Volk wußten, den schriftkundigen Propheten zu erzählen, die sie auf Papyrusrollen schrieben und die Geschichte ihres Volkes von den Hebräem über die Israeliten bis zum letzten Stamm der Juden der Nachwelt erhalten sollten.
Das gelang nur sehr unvollkommen. Die meisten Menschen waren in der babylonischen Gefangenschaft geboren und hielten die Sagen des dortigen Volkes für ihre eigene Geschichte. Sie erzählten die Gilgameschsage mit dem Bericht von der Sintflut und die Schöpfungsgeschichte als jüdisches Sagengut, und viele der orientalischen Geschichten, die durch Generationen von den Alten den Jungen weitererzählt worden waren, ergaben zahlreiche Übertreibungen: Menschen erreichten ein Lebensalter von mehreren hundert Jahren, sie wurden als berühmte Riesen dargestellt, und von Abraham wird erzählt, er habe seine Frau Sara, als diese nahezu 90 Jahre zählte, dem Pharao und anderen Edlen als Bettgespielin vermittelt, die sie wegen ihrer Vorzüge sehr lobten und ihn, Abraham, reich beschenkten.[1] Sara war bis zu dieser Zeit kinderlos gewesen. Abraham hatte mit einer Sklavin einen Sohn gezeugt, mußte aber Mutter und Sohn nach dem Willen Saras in die Wüste jagen, um sie verdursten zu lassen. Der große Prophet, der mit seinem Gott sprechen konnte, fragte aber, bevor er das tat, bei seinem Gott an. Erst als Jahwe den Wunsch Saras bestätigte, befolgte er diesen und setzte Mutter und Kind aus.
Gott Jahwe errettete beide im letzten Augenblick vor dem Verdursten. Als Belohnung für seine Folgsamkeit machte Gott mit Abraham einen Vertrag, wonach dessen Nachkommen Könige über viele Völker würden. Sie müßten sich als Zeichen der Auserwähltheit alle an der Vorhaut beschneiden lassen.
Merkwürdige Anekdoten sammelten sich in der Geschichte der Israeliten. Kinder verspotteten einen alten Mann und nannten ihn einen Glatzkopf. Dafür bestrafte sie Jahwe. Er ließ zwei Bären aus dem Wald kommen und 42 Kinder von ihnen zerfleischen.
Im sündigen Dorf Sodom, das Jahwe wegen der dort verbreiteten Homosexualität mitsamt der Bevölkerung mit.Feuer vernichtete, wurde nur ein Israelite mit seinen Töchtern errettet. Der zeugte später im Vollrausch mit seinen Töchtern zwei Söhne, Moab und Ben Ammi. Von diesen sollen die Völker der Moabiter und Ammoniter abstammen. Von blutigen Überfällen der Israeliten wird berichtet, besonders von Josef, den man den Ägyptischen nannte, und vom Begründer der israelitischen Lehre, die auch nach ihm benannt ist, Moses. Als Findelkind von der ägyptischen Prinzessin aufgezogen, gebildet wie ein Angehöriger der ägyptischen Oberschicht, erschlug er einen Vorarbeiter seiner israelischen Landsleute und verscharrte ihn.
Als Anführer brachte er alle israelitischen Stämme, die als Fremdarbeiter in Ägypten waren, in einem kampfreichen Kriegszug in das Land zurück, aus dem vor vielen Generationen Josef von seinen eigenen Brüdern als Sklave verkauft worden und ins Land der Ägypter gekommen war.
Auch Moses war ein Prophet wie sein Vorfahre Abraham. Jahwe übergab ihm die Gebote Gottes mit seinem Finger in Stein geritzt, die die Grundlage der heutigen drei Weltreligionen bilden. Blutige Kämpfe hatten die Israeliten zu bestehen, und die Chronisten steigerten sich bei der Niederschrift in Haßtiraden mit Grausamkeiten hinein, die nicht mehr vorstellbar sind und bei deren Lektüre man die orientalische Mentalität zu Übertreibungen bedenken soll.
Etwa ein halbes Jahrtausend lebten die Juden im Heiligen Land und schrieben in dieser Zeit ihre Geschichte nieder in einem Buch, das weltbekannt wurde. Sie selbst nannten es die Thora oder den Pentateuch nach den fünf Büchern Moses, die Christen nennen es das Alte Testament. Nach der Ausbreitung der römischen Macht auf den Orient ging die Zeit der Juden in Israel zu Ende. Der Sohn des römischen Steuereinnehmers Herodes wurde als König der Juden eingesetzt. Im Volk regte sich Unmut und Widerstand in kämpferischer und geistiger Weise: Johannes, der zusätzlich zur Beschneidung die Taufe mit Wasser einführte, die Essener, die asketische Lebensregeln forderten, Judas Barnabas wie Jesus von Nazareth, der zu Bescheidenheit und Demut mahnte, der Zelotenführer Judas und der kämpferische Bar Kochba; sie alle wurden von den Römern als Aufständige betrachtet und bezahlten mit ihrem Leben. Aber als die Römer begannen, auf die alten Mauern der jüdischen Tempel heidnische Kultstätten und Arenen für Kampfspiele zu erbauen, stand das jüdische Volk geschlossen zum ungleichen Kampf auf. Die Stadt Jerusalem wurde vernichtet, Tausende von Juden wurden nach römischer Art gekreuzigt. Die Überlebenden flüchteten in die Gebiete der semitischen Nachbarn, die sie bisher bekämpft hatten, weil diese der Vielgötterei anhingen.
Das Buch der jüdischen Geschichte wurde von den Anhängern des Jesus von Nazareth, anfänglich alles Juden, weitergeschrieben. Es entstand das Neue Testament der Christen. Paulus verbreitete die Lehre, deren Anhänger zu Lebzeiten Jesu und kurz nachher ausschließlich Juden waren, auch an die Heiden, die zum Unterschied zu den Judenchristen Heidenchristen genannt wurden.
Die vier Evangelien, die erst in den Jahren ab 70 der neuen Zeitrechnung gesammelt und niedergeschrieben worden waren, bildeten die Grundlage der christlichen Religion, wie die fünf Bücher Moses für den jüdischen Glauben, besonders, nachdem Kaiser Konstantin die christliche Lehre zur Staatsreligion erhoben hatte und sie im Konzil von Nicäa im Jahr 325 für alle Gläubigen als bindende Wahrheit festgeschrieben worden war, obgleich von den Urhebern der Evangelien niemand Jesus je persönlich gesehen hatte.
Während im Alten Testament für die Nichtbefolgung der Gebote als höchste Strafe der Tod galt, wurde im Christentum eine unvorstellbar qualvollere Höllenpein angedroht, die ewig dauert und durch keinen erlösenden Tod beendet wird. Im übrigen wurde das Alte Testament der Juden übernommen. Nur die Schwerpunkte der Lehre wurden verlegt, und die Bibel wurde zeitweise für die gläubigen Katholiken auf den Index gesetzt. Die Stellen, die von Massentötungen der Israeliten an Gefangenen, auch an Frauen und Kindern berichten, wurden bei der Verbreitung der christlichen Lehre nicht erwähnt Alle großen Religionen, die aus der Bibel entstanden, verpflichten ihre Anhänger zu absolutem Glauben. Da sie aber vielfach im Widerspruch zueinander stehen, macht jede die andere unglaubwürdig. »Die Religion eines Menschen ist mit sehr wenigen Ausnahmen die der Gemeinschaft, in der er lebt, was uns beweist, daß ihn der Einfluß der Umwelt dazu bestimmt hat, seine Religion anzunehmen.«[2]
Das trifft auch auf den Glauben des Islams zu, der ebenso auf dem Alten Testament, der Thora der Juden, aufbaut und Abraham als seinen ersten Propheten vor Mohammed verehrt.
Über die ersten dreißig Jahre seines Lebens gibt die Bibel wenig Auskunft über Jesus von Nazareth. Das ist Anlaß zu den verschiedensten Wertungen.
Seit der Auffindung der Schriftrollen am Toten Meer wird angenommen, Jesus habe in diesen Jahren dort als Essenermönch gelebt. Schon vor 2000 Jahren berichtete der römische Historiker Plinius von dieser Gemeinschaft jüdischer Sektierer, in deren Mitte er selbst gelebt habe.
Sie sollen dort, abgeschieden von allen anderen Menschen, in einfachen Steinhütten oder Höhlen ohne Frauen gelebt haben, ohne Geld, nahe einem Palmenhain am Westufer des Toten Meeres. Sein Historikergenosse Flavius Josephus berichtet mehr darüber. Die Mönche seien weiß gekleidet und würden die Arbeiten, die zum Lebensunterhalt notwendig sind, gemeinsam verrichten, mit ihrem Priester gemeinsam essen und beten und des Morgens gemeinsam im kalten Wasser baden.
Seit bei Khirbet Qumran nahe der Oase Jericho einige Araberjungen die schwer zugänglichen Höhlen erforschten und in alten Krügen beschriebene Papierrollen fanden, die zwar sichtlich sehr alt, aber doch so gut erhalten waren, daß sie von schriftkundigen Menschen gelesen werden konnten, wurde das Interesse der Gelehrten geweckt. Im Jahre 1947 brachten die Jungen ihren Fund einem Antiquitätenhändler nach Jerusalem, der sie für geringes Entgelt abnahm und weiter an Wissenschaftler veräußerte, die erst die Bedeutung der Pergamentrollen erkannten und dann aufbrachen, die Höhlen von Qumran zu durchsuchen. Sie wurden auch fündig, und die Wissenschaft ist überzeugt, die alten Schriftrollen des Ordens der Essenerin Händen zu haben.
Gerade in der Zeit, da sich das berühmte Leinentuch Christi, das als Heiligtum in einem Kloster in Turin verwahrt wurde, als Fälschung herausstellte, waren diese Funde als Wahrheitsbeweis für die Bibel einmalig. In den Ruinen eines Friedhofes und in Höhlen an einem steilen Geröllhang wurden beinahe tausend Fragmente mit Texten in Aramäisch und Hebräisch gefunden, teils mit neuem, bisher unbekannten Inhalt, aber auch 23 handschriftliche Bücher der Thora, der jüdischen biblischen Geschichte, und Berichte über das Leben der Essenermönche in ihrer Sekte.
Zwar fand sich der Name Jesu nicht in den Aufschreibungen, aber in den Texten taucht öfters ein Lehrer auf, der für Rechtschaffenheit eintrat und Messias genannt wurde.
Die Fundorte liegen auf jordanischem Staatsgebiet, und damit wurden alle neuen Altertumsfunde dem Ministerium für Altertümer in Jordanien unterstellt. Die Übersetzungen der Schriften wurde einer Bibelschule der Dominikaner in Ostjerusalem übertragen, die unter der Führung des Paters Roland de Vaux im vatikanischen Sinn arbeitet und keine anderen Wissenschaftler zuläßt.
Seit dem Beginn der Forschung wurde nur ein Viertel der gefundenen Schriften der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, und daran änderte sich auch nichts, nachdem Israel nach der Besetzung Ostjerusalems die Forschungsgruppe übernommen hatte.
Verschiedene Forscherkreise, auch christliche, vermuten in Geheimniskrämerei und der schleppenden Arbeit der Übersetzer seit 1959 Absicht der päpstlichen Führung. Robert Eisenmann, Professor für Religionen des Nahen Ostens an der California State University, vermutet, daß die Texte und der Sinn der Evangelien, die ja erst Generationen nach dem Tode von Jesus geschrieben wurden und in keinem Fall von Zeitzeugen stammen, stark von den gefundenen Texten von Quinran abweichen, die die Gläubigen in erhebliche Gewissenskonflikte stürzen könnten.
Schweizer haben die Funde an der Technischen Hochschule Zürich nach der C14-Methode untersucht und festgestellt, daß sie aus der Zeit von 200 vor bis 200 Jahre nach unserer Zeitrechnung stammen. Damit taucht die Vermutung auf, daß die Weltreligion des Christentums ihren Ursprung bereits in den Reihen der Essener vor der Geburt Christi gehabt haben könnte, um so mehr, als Professor Eisenmann zweifelsfrei feststellte, die Essener seien stark mit den Zeloten vermischt und von diesen unterwandert gewesen.
Die Zeloten waren aber weniger eine religiöse als eine radikal jüdische Bewegung gewesen, die ihren Kampf in den Dienst jüdischer Nationalisten stellte, welche die römische Besatzungsmacht abschütteln wollte. Die letzten Zeloten starben im Jahr 73 nach Christus, als sie in ihrer Festung Massada gemeinsam Selbstmord begingen, um nicht in die Hände der römischen Besatzungstruppen zu fallen. Dort, wo die letzten 960 jüdischen Verteidiger sich selbst den Tod gaben, wurden in den Jahren um 1950 die letzten Schriftrollen, teilweise Abschriften von Qumran, gefunden.
Nach Professor Eisenmann war die christliche Bewegung eine rein jüdische, geistlich von den Essenern, mit dem Schwert von den Zeloten geführt und verteidigt.
Jakobus, vermutlich ein Bruder von Jesus, und Petrus, die geistigen Anführer der Judenchristen und treue Anhänger des jüdischen Glaubens und Sympathisanten der Essener und Zeloten, predigten nur im Rahmen ihrerjüdischen Mitbürger, ihre kleine Sekte verkümmerte und wäre wohl in Vergessenheit geraten, hätte nicht ein Römer jüdischer Abstammung, Saulus und später Paulus, seine Lehre von Christus auch den Römern und damit später den Völkern der Welt geöffnet.[3] Obwohl Jesus gesagt hatte, er sei nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt (Matth. 15/24-26), trug Paulus die neue Lehre zu den unbeschnittenen Völkern.
So entstanden drei verschiedene Religionsgruppen. Das Volk der beschnittenen Juden, dann die Sekte der beschnittenen und getauften Judenchristen (Essener) und zum Schluß die Anhänger des Christentums, die nicht mehr beschnitten, aber getauft wurden.
Von den Essenern stammen die gefundenen Schriftrollen. Professor Eisenmann vermutet, daß die zögernde Bearbeitung der Forschergruppe bewußt organisiert worden sei, weil die Schriftrollen einen Konflikt der Urchristen offenbaren könnten, der die Person Christi in einem ganz anderen Licht erschienen ließe, weil im von Römern besetzten Land natürlich der Freiheitskampf der Zeloten einen großen Raum einnahm.
Vor kurzem wurden von der katholischen Forschergruppe 3000 Negative zur Forschung an unabhängige Wissenschaftler freigegeben. Gerüchterweise ist bisher nur zu erfahren, daß nach den Schriftrollen ein Anführer der Essener und Zeloten von den Römern hingerichtet worden sei.
Die umfangreichen Übersetzungen lassen in den nächsten Jahren hochinteressante Berichte erwarten, für Altertumsforscher genauso wie für christliche Religionsforscher.
--------------------------------------------------------------------------------
Der IslamWir Europäer haben unsere Art und Weise zu leben. Wir kennen unser Land und unser Volk, unsere Lebensweise zu arbeiten, Geld zu verdienen, Familien zu gründen und unseren Freuden nachzugehen.
Nomaden leben grundlegend anders. Die dritte Weltreligion stammt aus diesem uns fremden Lebenskreis, der Ähnlichkeit mit dem Ursprung bei Abraham hat. Nomaden sind sich ihres Volkstums nicht so bewußt; sie bilden kleinere Einheiten in Gegenden mit kärglichem Wachstum, ohne Wasserquellen, wo man weiterziehen muß, wenn die spärlichen Gräser von der Herde abgeweidet sind.
Aus einem derartigen Wüstenland mit wenigen Kleinsiedlungen und weit verbreiteten Familiengruppen, die sich in der übergeordneten Sippe Schutz boten, stammt der Islam. Nur im Süden der arabischen Halbinsel und ganz im Norden, gegen Palästina hin, war dichtere Besiedlung mit spärlicher Landwirtschaft möglich. Ganz im Süden, in den gebirgigen Gegenden der Jemeniten, wo genügend Regen fiel, bildeten sich landwirtschaftliche Zentren mit orientalischem Mischvolk arabischer und asiatischer Herkunft, deren Sprache aber über den ganzen arabischen Raum arabisch, also semitisch, blieb. Die Völker konnten und können sich heute noch in einer einheitlichen Sprache verständigen, von Rußland über Afghanistan, den Irak, Jordanien, Saudiarabien und Ägypten, über die ganze nordafrikanische Zone hin bis Marokko. Die einzelnen semitischen Stämme unterscheiden sich nur durch verschiedene Dialekte.
Aber die Welt der neuen Religion des Islams (was »Ergebung in den Willen Gottes« bedeutet) ist wesentlich größer; sie umfaßt außer den genannten Regionen große Teile Indonesiens, Chinas, Afrikas und der Sowjetunion. In allen diesen Gebieten ist auch die arabisch-semitische Sprache bekannt, weil das neue Religionsbuch, der Koran, nur in dieser Sprache geschrieben werden darf. Selbst ein dieser Sprache unkundiger Mensch erhält den Segen Allahs, wenn er die Suren des Korans rezitiert, auch wenn er den Sinn nicht versteht.
Die bedeutendste Niederlassung auf der arabischen Halbinsel war Mekka, wo ein altes heidnisches Heiligtum die Nomaden regelmäßig zusammenführte, das dennoch keinerlei politisches Zentrum bilden konnte, weil der Volksbegriff, das Zusammengehörigkeitsgefühl, bei den Nomaden fehlte.
Jede Sippe, ja beinahe jede Familie pflegte ihre eigenen Heiligtümer und opferte nicht den Göttern, die ihnen günstig gesinnt waren, sondern suchte die Gottheiten für sich zu gewinnen, deren Feindschaft sie fürchteten. Ihnen opferte man Schafe, Ziegen und andere Tiere, die man durch Aufschneiden der Halsschlagadern ausbluten ließ und dann selbst verzehrte, genau, wie das auch bei den semitischen Juden üblich war.
Diese Sitten brachten es mit sich, daß die einzelnen Gruppen nicht zu groß, aber auch nicht zu klein waren; gerade so, daß ein Schaf an einem Tag gemeinsam verzehrt werden konnte, bevor das Fleisch in dem heißen Klima ungenießbar wurde.
Aber man konnte nicht vom Fleisch allein leben und mußte deshalb zuweilen mit den ansässigen Fellachen Tauschgeschäfte machen, Fleisch gegen Hirse, allerlei Früchte, Dattelwein und Gebrauchsgüter.
Außerdem konnte man vorüberziehende Karawanen ausrauben, um an Güter zu kommen, die bei nomadisierenden Viehzüchtem nicht erzeugt werden. Dabei kam es natürlich oft zu Kämpfen und Tötung der männlichen Familienmitglieder, was wieder Blutrache und Sippenfehde über Generationen auslöste. Wehe, wenn zwei Gruppen von Arabern sich unversehens in der Wüste begegneten. Da gab es kein Mitleid, keine Frage nach Recht und Gesetz. Tod und Raub waren angesagt, die Männer wurden getötet, Frauen und Kinder als Sklaven verschleppt, Vieh und Geräte als Beute genommen.[4] Daß sie alle demselben Volk angehörten, hatten sie noch nicht begriffen.
Es war ein kriegerisches Räubervolk, das sich selbst aufrieb, Sarazenen. Die Wüste war ihr Jagdrevier und Eigentum. Was man nicht selbst hatte, mußte man anderen rauben. Das war das Leben.
Neben Mordgier war ihr Wesen von Sucht nach Frauen und Dattelwein geprägt; aber auch Geschenke an Freunde und Treue bis zum Tod waren ihre geschätzten Eigenschaften. Der Familiensinn war groß, männliche Nachkommen waren unvergleichlich wertvoller als weibliche, sollten daraus doch einmal Krieger für den Familienverband werden. Die Geburt von Mädchen dagegen war für die Väter traurig und beschämend, und deren Tötung sofort nach der Geburt löste keinerlei moralische Regungen aus. Die Nomaden waren stolze Beduinen, die für die ansässigen Oasenbewohner nur Verachtung übrig hatten.
In der arabischen Stadt Mekka kam im Jahr 570 unserer Zeitrechnung Abul Kasim Muhammad Ibn Abdallah als Nachfahre einer von alters her angesehenen, aber verarmten Familie zur Welt, während sein Vater, der sich mit einer Handelskarawane auf großer Fahrt befunden hatte, verstarb. Der schwächliche Junge wurde von einer Amme aufgezogen, wahrscheinlich einer Beduinenfrau, die das Unglück hatte, ein Mädchen geboren zu haben, und nun den Broterwerb darin suchte, ihre Brust dem Jungen aus der Stadt zu reichen. Die eigene Mutter verlor der Junge, als er gerade sechs Jahre alt war. Der Großvater nahm sich des Jungen an, konnte ihm aber nur zwei Jahre lang helfen, bis er selbst verstarb und der kleine Muhammad von einem Onkel in dessen Familie mit großer Kinderschar aufgenommen wurde. Von frühester Jugend an mußte er sich seinen Unterhalt damit verdienen, die Kleintiere reicherer Familien zu hüten, was sonst von Mädchen besorgt wurde und einem Jungen Verachtung einbrachte.
Nach einer Legende ist ihm dabei einmal der Engel Gabriel erschienen, der ihm das Herz aus der Brust genommen habe, um es in einer heiligen Quelle zu waschen. Von da ab galt Muhammad in seinem Volk als Prophet, so daß diese Begebenheit sogar im Koran in der Sure 94 festgehalten ist. Bei diesem Jungen handelt es sich um Mohammed, den Begründer des Islams; von ihm stammt der Koran, niedergeschrieben von mehreren Schreibern, da er selbst wahrscheinlich nicht schriftkundig war.
In Mekka lebten neben den Heiden auch einige christliche und jüdische Familien, doch mangels Schriftkenntnis lernte er deren Lehren nur ungenau vom Hörensagen kennen.
Als junger Kameltreiber in einer Handelsfirma kam er mit vielen Menschen zusammen und begann, sich für deren Religionen zu interessieren. Neben heidnischen Bekenntnissen mit unendlich vielen Göttem und Opferkulten erfuhr er auch von den beiden monotheistischen Lehren, von den Büchern Moses und den daraus abgeleiteten christlichen Bekenntnissen, die ihm aber als Wüstensohn weniger zusagten, schon deshalb, weil es bei einem Kult, der Allah als absolut höchstes Wesen betrachtet, ausgestattet mit Allmacht und Allwissenheit, unglaubwürdig ist, daß ein Gott durch den Körper eines Menschen geboren und von Menschen getötet wird!
Auch daß nun, entgegen dem mosaischen Glauben, der nur einen einzigen Gott verehrte und als erstes und wichtigstes Gebot lehrte: »Du sollst keine anderen Götter neben mir haben«, auf einmal drei Götter bestehen sollten, erschien ihm als Widerspruch. Und die verzeihende weiche Mentalität des Christentums war einem Wüstensohn, der Rache und Blutrache von Jugend an im Blut hatte, zuwider. Gerade er, der unter epileptischen Anfällen litt und von schwächlicher Statur war, bemühte sich, unter seinen Artgenossen durch männliche Tugenden hervorzutreten.[5]
In dem Alter, in dem ein Jüngling zum Mann wird und zu den Sorgen des Lebensunterhaltes noch die vielfältigen Wirren der Pubertät kommen, hatte er das Glück, in das weitverzweigte Handelsunternehmen der reichen Witwe Chaditscha aufgenommen zu werden, die abweichend von den üblichen Lebensregeln dieses Haus mit großer Energie allein führte und dem jungen Mann die Möglichkeit bot, sich vom Kameltreiber in der Karawane emporzuarbeiten zum Handelsgehilfen und Vertrauensmann, den die sechzehn Jahre ältere Chefin dann ins Ehebett holte, so daß er von da an aller Sorgen ledig war; besonders, weil die Kauffrau nicht daran dachte, ihn weiterhin mit geschäftlichen Fragen zu belästigen, sondern ihm die Mittel bot, seinen sonderbaren religiösen Beschäftigungen nachzugehen und seine Erkenntnisse durch bezahlte Schriftkundige der Nachwelt zu erhalten. So entstand durch seine Intuition das Lehrbuch der dritten Weltreligion, der Koran, während seine Frau für das leibliche Wohl sorgte und ihm noch sechs Kinder schenkte, wovon die beiden Söhne aber schon im Kindesalter verstarben. Für einen Araber besonders schmerzlich, verblieben ihm nur die vier Töchter, von welchen er eine mit seinem Vetter, dem Sohn seines Pflegeonkels verheiratete, einem getreuen Gefolgsmann des Propheten.
In der Stadt Mekka war es schwer, Anhänger für seine Lehre zu gewinnen. Das heidnische Heiligtum, der schwarze Stein der Kaaba, und viele andere verehrungswürdige Zeichen der Vielgötterei brachten Unmengen von Pilgern in die Stadt und mehrten deren Reichtum.
Da erschien Mohammed abermals der Erzengel Gabriel im Schlaf und brannte die Worte in sein Herz, die ihn als letzten Propheten ausweisen sollten und von seinem wichtigsten Biographen Muhammed ibn Ishak in den Suren 96 und 97 des Korans festgehalten wurden. Die Sammlung dieser Offenbarungen wurde allerdings erst zwanzig Jahre nach Mohammeds Tod zugänglich.
Zu seinen Lebzeiten wurden die neuen Lehren in Mekka abgelehnt, besonders deshalb, weil bekannt wurde, daß er seine Träume und Eingebungen unter krankhaften Zuckungen, am Boden liegend, bekam. Daß er seinen Mitmenschen mit einem furchtbaren Endgericht bedrohte, wie es die jüdische Religion nicht kannte und erst später von den Judenchristen gelehrt worden war, machte ihn nicht sympathischer. Nur die Ärmsten, die, vom Dasein enttäuscht, der Hoffnung auf ein besseres Leben im Jenseits zugänglich waren, strömten ihm zu, wenn die Freilassung der Sklaven oder bessere Behandlung der Frauen in Aussicht gestellt wurde und er gegen die Tötung neugeborener Mädchen auftrat.
Allmählich traf der Haß auf seine Lehren die, die er beschützen wollte, die Ärmsten, die Sklaven und Kinder. Gegen ihn, den Propheten, wagten die Gegner keinen Aufstand, weil sein Onkel Abu Talib, ein mächtiger Mann, schützend die Hand über ihn hielt.[6] Viele seiner Anhänger mußten wegen der Feindseligkeiten das Land verlassen und zogen nach Abessinien, einem afrikanisch-christlichen Land, wo sie aufgenommen wurden.
Nach dem Tod seiner Frau heiratete Mohammed eine abessinische Witwe, zusätzlich die siebenjährige Tochter des Abu Bekr und noch viele weitere Frauen, wie der Koran vermerkt. Die Muslim sehen in ihrem Propheten den Auserwählten Allahs und berechtigten Liebling der Frauen.
Aber sein Stern war in Mekka im Sinken. Auch neue Visionen, wonach er von seinem Pferd von der Klagemauer der Juden in Jerusalem in den Himmel getragen worden sei, brachten ihm nicht mehr Geltung ein. Dafür wurde von seinen Anhängern Jerusalem, das er nie gesehen hatte, zur heiligen Stadt erhoben.
Zum Glück war die Stadt Medina bereit, den Propheten aufzunehmen und vor Widersachem zu schützen. Die Lage hatte sich derart zugespitzt, daß er in seiner Heimatstadt nicht mehr sicher war und sie fluchtartig verlassen mußte.
Der Tag des denkwürdigen Einzuges in Medina, arabisch Hedschra genannt, wurde siebzehn Jahre später von Kalif Omar zum ersten Tag des Islams erklärt; nach unserem Kalender der 16. Juli 622.
Nach dem Aufbau einer neuen Schutzgemeinschaft in Medina, die nach Art der Wüstenbewohner kampftüchtige und gut bewaffnete Männer einschloß, brachte der Rachegedanke des Propheten schwerste Kämpfe gegen Mekka und den zweiten Feind, die Juden, auch in Medina.
Der Prophet forderte erst drei, später fünf tägliche Gebete, immer in der Richtung gegen Mekka, zum schwarzen Stein, dem Heiligtum der Araber, das Abraham selbst eingesetzt haben soll.
Aus dem freundlichen Gründer des Islams wurde nach kurzer Zeit der Machtfülle ein nationaler Araberführer, der die Auseinandersetzung mit Mekka und den Juden suchte und vorüberziehende Handelskarawanen ausraubte. Als seine Anhänger bei einer Schlacht gegen Mekka trotz der gegnerischen Übermacht siegten und reiche Beute machten, festigte das den Glauben der Zweifler, sah man doch, daß Allah den wahren Glauben unterstützt und ihm zum Sieg verholfen hatte. Großmütig ließ Mohammed nur zwei der geschlagenen Kriegsherren hinrichten, die er besonders haßte.
Jetzt hatte er den Rücken frei, die Juden in Medina vernichtend zu schlagen und den Rest nach Jordanien fortzujagen. Jetzt war er stark genug, seine persönlichen Feinde auszurotten und durch Krieger töten zu lassen, wozu ihn seine Offenbarung berechtigte.
Bei einem weiteren Kampf gegen Mekka wurde er selbst schwer verwundet, erholte sich aber und war von da ab mehr Kriegsmann als Religionsgründer. Viele Überfälle und Schlachten führte er persönlich an.
Als er aber, einer frommen Regung folgend, nach Mekka pilgern wollte, verwehrte es ihm und seiner Gefolgschaft den Eintritt, auch als er öffentlich versprach, keine Karawanen der Mekkaner mehr zu überfallen und einen zehnjährigen Waffenstillstand zusagte.
Dafür überfiel er die Oase Chaibar, wo der Rest der Juden, die er aus Medina vertrieben hatte, als Bauern lebte. Diese mußten ihren ganzen Besitz abliefern. Wer sich weigerte oder etwas versteckte, wurde getötet. Der Rest der Juden mußte sich verpflichten, die Hälfte ihrer Erzeugnisse und Ernte an ihn als Pacht abzuliefern. Von den Mädchen der Juden nahm er sich, welche er wollte, eine sogar als soundsovielte Frau, mit nach Medina.
Trotz der Vielweiberei und seiner sagenhaften Potenz hatte keine seiner Frauen nach Chaditscha ihm einen Sohn geboren. Erst eine der koptischen Sklavinnen, die er als Geschenk aus Ägypten bekommen hatte, erfüllte ihm diesen sehnlichsten Wunsch, aber das Kind starb bald nach der Geburt, er blieb ohne Erben.
Die nächsten Jahre brachten ihm Siege und Reichtum. Wer sich den arabischen Religionsgründer als demütigen Heiligen vorstellt, muß von Grund auf umdenken. Ihn muß man sich als Wüstenhelden vorstellen.
Zehn Jahre nach seiner Flucht aus Mekka kam er zum letzten Mal dorthin, diesmal als mächtiger Volkstribun. Alles, was in der Kaaba noch an heidnische Sitten erinnerte, ließ er vernichten, nur der schwarze Stein des Abraham blieb und wurde zum höchsten Heiligtum der Erde erklärt.
Wie fast alle großen Heerführer wollte er nach seinen Siegen nur mehr Frieden unter seinen Untertanen. Die einheitliche Religion sollte weiteren Hader und Blutvergießen in alle Zukunft verhindern. Die Sure 49,13 des Korans lautet: »Der edelste unter euch ist auch der frömmste.«
Trotzdem ereilte ihn selbst der Tod, als er gerade seine Macht durch einen neuerlichen Feldzug, diesmal gegen Palästina, zu vergrößern plante. Er selbst vermutete, daß ihn eine seiner Frauen vergiftet habe, als er in den Armen seiner Lieblingsfrau am 8. 6. 632 verstarb.
Nach ihm verblieb eine führerlose Gesellschaft von Anhängern. Niemand hatte die Gabe, sein Erbe anzutreten. Nur der Koran blieb als Inbegriff der Weisheit als Gesetz für die Welt der Muslim erhalten. Sie sind heute bereits eine halbe Milliarde Menschen, in der Hauptsache Araber, im Zuwachstrend.
So waren drei Großreligionen aus dem Alten Testament entstanden und erkannten dieses als Grundlage an: das Judentum mit der Lehre des Moses, das Christentum und der Islam. Die Juden sahen in Jesus einen von ihrer Religion abweichenden Sektierer, die Christen sahen und sehen in ihm den Gottessohn und Angehörigen der göttlichen Dreifaltigkeit, und der Islam erkennt in Abraham, Moses und Jesus die vorbereitenden Propheten, bis der höchste kam: Mohammed. Aber auch er war ihnen kein Gott, nicht einmal Gott ähnlich. Er war sein Prophet, der den Inhalt des heiligen Korans direkt von Allah als Offenbarung einer Welt überirdischer Wirklichkeit empfangen hatte, um ihn seinen Gläubigen zu vermitteln. Wer ihn nicht annahm, war selbst schuld. Ihm galt der Kampf und nicht selten der Tod. Der gläubige Moslem aber, der selbst im Kampf gegen die Ungläubigen den Tod fand, hatte den Schlüssel zur himmlischen Seligkeit, ausgefüllt mit allen Freuden irdischen Glücks, intimste Wünsche inbegriffen!
Welche Kampfkraft, welches Heldentum solche Verheißungen selbst bei Kriegern im Kindesalter entfachen kann, haben uns die Berichte über das Gemetzel im irakisch-iranischen Golfkrieg gezeigt. Die Empörung aber, welche diese Berichte in der christlich-westlichen Welt entfachten, hätten wir uns sparen können, wenn wir an unsere Hexenverbrennungen, an den Dreißigjährigen Krieg und die Folterkeller der mittelalterlichen Klöster zurückdenken würden. Bei den Kreuzzügen gab es keine Möglichkeit, Gefangene in Lager zurückzubringen. Da gab es nur lebende und tote Krieger und verwundete, die als armselige Krüppel überlebten oder hilflos auf dem Schlachtfeld langsam umkamen.
Die Christen glaubten, unbedingt Jerusalem im fernen Morgenland erobern zu müssen, weil dort tausend Jahre zuvor ein jüdischer Sektierer gekreuzigt worden war, wie die Legende berichtet, und weil dieses Land und diese Stadt inzwischen in den Besitz arabisch-moslemischer Völker übergegangen wären, die mit den besagten Vorfällen überhaupt nichts zu tun hatten, aber von den Kreuzrittern vertrieben oder getötet werden mußten! Dafür waren sogar Kinderkreuzzüge recht und gut. Und der Papst versprach den Kämpfern ebenfalls Vergebung aller Sünden und Einzug ins Himmelreich.
Wesentliche Unterschiede zwischen Islam und Christentum ergeben sich schon aus der Tatsache, daß im Islam Almosen geben als höchstes Verdienst gewertet wird. Nur die Reise nach Mekka wird höher bewertet. Wer in diese Stadt pilgert, wird nach islamischem Glauben von allen Sünden gereinigt!
Die Verdienste einem Glaubensbruder gegenüber, Geschenke und Almosen und alle Leistungen an den Mitmenschen sind deshalb so weit verbreitet, weil sie sichtbar menschlichen Erfolg haben, wogegen die Verrichtung der religiösen Übungen zwar Seligkeit verspricht, aber der Erfolg nicht wirklich absehbar ist, er besteht nur in der religiösen Hoffnung. Ob dem Moslem dafür ein Platz im Paradies reserviert wird, bleibt offen und ist der Gnade Gottes überlassen. Dieser ist der Herr und kann von seinem Gnadenrecht Gebrauch machen oder eben nicht. Es ist seine alleinige Entscheidung, von Menschen nicht vorhersehbar.
Die christliche Lehre von der Erlösung findet im Islam kein Verständnis. Die harte Bestrafung des unschuldigen Jesus als Bedingung für die Gnade gegenüber den Schuldigen findet ebensowenig Zustimmung wie die weitere Auswirkung dieses Grundsatzes, wonach die Menschen, welche dieser grausamen Gerechtigkeit zustimmen, ebenfalls göttliche Gnade erwarten können. Alle anderen aber, die die unmenschlich harte Bestrafung Jesu als ungerecht empfinden, werden den ewigen Höllenqualen überantwortet. Der Islam findet es einfacher, Gnade oder Bestrafung allein in die Befugnis Allahs zu legen. Damit ergibt sich zwischen Bestrafung, Gnade und Gerechtigkeit kein menschliches Problem. Was Allah beschließt, ist gerecht![7]
Der Islam ist wie das Christentum nicht einheitlich, sondern kennt verschiedene Sekten. Die Ahmadiyya-Bewegung und der Bahaismus gehen der Geschichte von Christi Tod nach. Sie halten es für unmöglich, daß er ein Sohn Gottes gewesen ist, weil er selbst am Kreuz gesagt habe, Gott habe ihn verlassen. Dies ist der Grundvorstellung von Allah oder Jahwe vollkommen zuwider.
Ein Perser trat als Führer hervor[8] und verkündete, daß durch ihn alle Religionen der Welt erfüllt werden sollten. Er sei der bisher größte der Propheten, durch ihn würden alle Großreligionen zu einer Einheit. Nach ihm komme nurmehr der Größte, der die Wahrheit noch vollkommener predigen würde, dann sei Frieden auf Erden.
Der Gründer dieses Bahaismus nannte sich Messias, er schrieb im Exil sein Werk Kitab-iAkdas, das hochheilige Buch. In seiner Lehre eiferte er Sayid Ali Mohammed nach, der 1850 in Täbris von den Schiiten erschossen wurde.
Diese Sekten sehen in Jesus einen Propheten – nicht ganz so bedeutend wie Mohammed –, der aber keinesfalls ein Sohn Gottes war und der auch nicht am Kreuz gestorben sei, sondern von seinen Freunden, darunter dem Hauptmann von Kapernaum, der am Kreuz Wache hielt, vom Kreuz genommen worden sei, als noch Leben in ihm war. Weitere Freunde aus dem Kreis der Essener, denen Jesus angehörte, hätten dann das Grab durch Wegrollen des Verschlußsteines geöffnet und ihn wieder gesund gepflegt. Maria Magdalena hätte dann die Legende der Auferstehung verbreitet.
Da nur Matthäus in seinem Evangelium von der Bewachung des Grabes durch Soldaten berichtete, er aber selbst nicht zugegen war, sei jede andere Auslegung unglaubhaft. Jesus habe sich nach seiner Befreiung nach Osten abgesetzt, wo er die verlorenen Schafe, die restlichen zehn Stämme Israels vermutete.
Er habe sie auch in Afghanistan und Kaschmir gefunden, habe dort geheiratet und sei mehrmals Vater geworden; sein Grabmal in Srinagar im Kaschmir mit der Inschrift »Jus asaf« wird bis heute von Anhängern des Wanderpredigers gepflegt.[9]
Dort ist auch die Erinnerung an einen jungen Prediger lebendig, der als Junge mit indischen Mönchen hier gewesen sei und mit ungefähr 30 Jahren weiter nach Judäa zog, wo er dann wegen seiner Predigten und Lehren ans Kreuz geschlagen wurde. Das sind die Jahre Jesu, über die in der Bibel mit keinem Wort berichtet wird.[10]
--------------------------------------------------------------------------------
Ursprünge der ChasarenEs gibt nur wenige Quellen der chasarischen Frühgeschichte. Aus arabischen Historien können wir nur Geschichte aus zweiter Hand erfahren. Ibn Fadlan, der als Diplomat bei seinen Reisen die Völker genau beobachtete und in seinen Berichten das Leben der Turkstämnie schilderte, hatte nur wenig Gelegenheit, die Oberschicht der Chasaren kennenzulernen. Seine Beobachtungen machte er bei verschiedenen Turkstämmen, die von den Chasaren abhängig und ihnen fronpflichtig waren.
Die Berichte des moslemischen Missionars Ibn Haukal, der als Kaufmann weite Teile des Orients bereiste und geographisch und geschichtlich berichtete, sind leider längst verlorengegangen. Erst durch verschiedene Berichte späterer Wissenschaftler erfuhr die Nachwelt von ihm.
Anders verhielt es sich bei den Texten des Ibn Fadlan. Nachdem man seine Berichte nur durch spätere Mittelsmänner erfahren und die Richtigkeit angezweifelt hatte, entdeckte der Orientalist Zeki Validi im Jahr 1923 den vollständigen Text in einem Manuskript in Persien. Da sich der Inhalt mit anderen, unabhängigen Texten alter Historiker deckt, kann man ihn als authentisch betrachten.
Unter den byzantinischen Quellen sticht die Niederschrift des Kaisers Konstantin hervor, der sich als Historiker fühlte und von seiner hohen Warte aus die Möglichkeit hatte, in alle Archive Einblick zu nehmen. Er hinterließ eine wertvolle Sammlung von Akten und Berichten aus seiner Zeit (904-959), die auch die Zeit der Chasaren war. In der Neuzeit können wir eine Menge über den Werdegang der Chasaren zum Ostjudentum erfahren, wenn wir uns an die Schriften des führenden Orientalisten Paul E. Kahle halten, den Pastor aus Ostpreußen, der Jahre in Kairo lebte, bevor er als Professor an verschiedenen deutschen Universitäten lehrte. In der Zeit des Nationalsozialismus war der angesehene Wissenschaftler Direktor des orientalischen Seminars der Universität Bonn und hatte auch damals in der ganzen Zeit als Assistenten einen polnischen Juden, einen Rabbi. Er selbst war kein Jude, ging aber 1938, noch vor dem Zweiten Weltkrieg, an die Universität in Oxford, wo er 27 Bücher über sein Wissensgebiet schrieb.
Zu seinen Schülern gehörte Douglas Morton Dunlop, später Professor für Geschichte des Mittleren Ostens an der Columbia University, New York, und Autor des ausführlichen Werkes über die Chasaren, The History of the Jewish Khazars. Dunlop ist Schotte, geboren 1909 als Sohn eines Pastors.
Eine besonders eindrucksvolle Persönlichkeit der orientalischen Wissenschaft war Hugo Freiherr von Kutschera, (1847-1910), ein österreichischer Diplomat. Er lernte an der Akademie in Wien Türkisch, Arabisch, Persisch und andere Ostsprachen, wurde österreichischer Botschafter in Konstantinopel, 1882 österreichischer Verwaltungsdirektor der Provinzen Bosnien und Herzegowina mit dem Sitz in Sarajewo. Nach seiner Pensionierung im Jahr 1909 widmete er sich ganz seinem Hobby, der Erforschung des Chasarentums. Seine praktischen Erfahrungen mit Juden semitischer und chasarischer Herkunft und seine Kenntnisse der Ostsprachen und Dialekte verhalfen ihm zu einem Einblick, wie ihn nur wenige Forscher hatten. Auch er war von der Herkunft der Ostjuden aus dem Volk der Chasaren überzeugt und schrieb das Werk Die Chasaren – eine historische Studie, das aber erst nach seinem Tod veröffentlicht werden konnte.
Trotz seiner Kenntnisse und Erfahrungen auf diesem Gebiet wird diese Arbeit von berufsmäßigen Historikern weitgehend recht wenig beachtet, er war weder Jude noch Professor und hatte die geheiligte Ansicht des Judentums über ihre biblische Herkunft und Sendung untergraben. Schon damals traf man derartige Vergehen mit Totschweigen.
Anders war die Aufnahme der Schriften von Abraham N. Poliak, 19 10 in Kiew geboren, der bereits 1923 nach Palästina auswanderte. Er schrieb verschiedene einschlägige Werke und einen Essay über die Bekehrung der Chasaren zum Judentum in der hebräischen Zeitschrift Zion. Dieser Artikel und noch mehr sein Buch Khazaria wurden, obwohl von einem Zionisten geschrieben, in Israel mit entrüsteter Feindseligkeit aufgenommen. Gerade die Oberschicht in Israel, die zu über 90 Prozent von Chasaren abstammt, konnte es nicht ertragen, wenn einer der ihren ihre biblische Herkunft und Sendung leugnete. Er galt als Nestbeschmutzer, aber totschweigen konnte man ihn, den Professor für mittelalterliche jüdische Geschichte, in Israel nicht.
Ebenso ketzerisch waren die Ansichten von Mathias Mieses, des in Galizien 1885 geborenen Ostiuden und Sprachforschers, der den Nachweis über die genetische Herkunft aus dem Chasarenvolk brachte und mit seinen Abhandlungen über die jiddische Sprache in Cernowitz beim großen Kongreß 1908 untermauerte.
Als letzte Überbringer von Unterlagen der Geschichte der Chasaren, Ostjuden oder Aschkenasim sind zu nennen der in Budapest geborene englisch-jüdische Schriftsteller Arthur Koestler mit seinem Werk Der dreizehnte Stamm und der aus Belgrad stammende Schriftsteller Milorad Pavic mit dem Band Chasarisches Wörterbuch. Aus diesen Quellen ergibt sich folgendes Bild über die Geschichte der Chasaren.
Nach dem Tod Mohammeds, des Gründers der islamischen Lehre, breitete sich dessen Glaube strahlend nach allen Seiten aus. Die arabischen Fanatiker verbreiteten den Islam entsprechend ihrer Eigenart durch Bekehrung Andersgläubiger, notfalls mit dem Schwert.
Nach Norden gelang das bis in die Türkei, wo sich eifrige Mitstreiter fanden, bis hin zu der Engstelle, wo sich zwischen dem Kaspischen und dem Schwarzen Meer ein kampfstarkes heidnisches Volk ihrer Mission entgegenstellte. Hier war keine Möglichkeit des Durchkommens, weil sich geographisch der Kaukasus mit dem Elbrus über 5600 Meter erhob und die beiden schmalen Stellen am Kaspischen Meer und am Dariel-Paß von dem wilden Volk der halbnomadischen Chasaren in mörderischer Weise verteidigt wurden.
Diese wilden Barbaren lebten in dem Dreieck zwischen dem Hochgebirge im Süden und dem Kaspischen Meer, das sie Chasarenmeer nannten, im Osten. Ihr Gebiet wurde im Norden von Wolga und Don begrenzt. Die Chronisten berichten von ihrer Hauptstadt Itil, von der bisher keinerlei Ausgrabungen Zeugnis ablegen, obwohl die Geschichte von mächtigen Herrscherburgen berichtet, die anders als die Häuser des Volkes nicht aus Lehm, sondern aus Stein und gebrannten Ziegeln errichtet gewesen sein sollen. Darin regierte der König mit seinem Regenten.[11]
Der König war für die Repräsentation zuständig und kam mit seinen Untertanen kaum in Berührung. Sie nannten ihn den Kagan; der regierende Zweitkönig wurde Bek genannt. Er war der eigentliche Volksführer, Anführer im Krieg, Geschäftsführer und Staatschef im Frieden.
Wer war dieses Volk, woher kam es?
Über den Namen des Volkes »Chasaren« gibt es verschiedene Versionen. Man nimmt an, daß es sich um eine Abwandlung aus dem türkischen Begriff »gaz« handelt, das soviel wie Wanderer oder Nomade bedeuten soll. Auch auf die Verwandtschaft mit den Worten »Kosak« oder »Husar« wird hingewiesen, also berittene Kämpfer oder Kriegsleute. Ebenso wird das deutsche Wort »Ketzer« genannt, was darauf hinweisen könnte, daß dieses Volk mit seinem Herrscher geschlossen zum jüdischen Glauben übertrat, nachdem sich auch die beiden anderen Weltreligionen um sie bemüht hatten. Einigen Hinweisen nach soll der Kagan bereits vorher den Vertretern des Christentums und des Islams zugesagt haben, ihre Religion zu bevorzugen, habe sich aber letzten Endes für das Judentum entschieden
Vorerst waren die Chasaren aber noch ein Nomadenvolk mit vielfältigen heidnischen Religionen, ohne im völkischen oder im religiösen Sinne eine Einheit zu bilden, wie dies bei einem Volk, das aus nomadisierenden Gruppen, Familien oder Sippen besteht, gar nicht anders vorstellbar ist. Sie wohnten in Rundhäusern aus Lehm oder in runden Zelten, die sie mitnehmen und transportieren konnten, wenn sie weiterzogen. Man nimmt an, daß sie Überreste der Hunnen waren, die zu Beginn unserer Zeitrechnung von den Chinesen westwärts vertrieben wurden und damit die Ost-West-Strömung auslösten, die Jahrhunderte andauerte und in Europa unvergessen mit dem Namen des Hunnenkönigs Attila verbunden ist.
Nach dem Verlust ihrer einheitlichen Führung blieben sie als Reste der asiatischen Strömung da, wo sie gerade zum Stillstand gekommen waren, bekriegten und vermischten sich mit den ansässigen Völkern und leben heute noch als Rumänen, Ungarn, Bulgaren und andere Mischvölker weiter.
Eines dieser Völker, deren Geschichte wenig bekannt ist und das heute nicht mehr besteht, sind die Chasaren. Sie geben uns weitere Rätsel auf. Kurz vor ihrem Verschwinden von der Landkarte und aus der bekannten Geschichte hatte ihr König, der Kagan, den Entschluß gefaßt, sein Volk fester zu verbinden, indem er ihm einen einheitlichen Glauben verordnete.
Wer die Wahl hat, hat die Qual. Letzten Endes wählte er die Religion, die damals schon bei Christen und Moslems nicht geachtet war, das Judentum. Das mag damals ein kluger politischer Schachzug gewesen sein, weil der König sich mit der Wahl zum Christentum Feinde bei den moslemischen Arabern geschaffen hätte und andererseits mit der Wende zu den Moslems dem Unwillen des christlichen Byzanz ausgesetzt gewesen wäre. Trotzdem war es äußerst verwunderlich, daß er sein Volk ausgerechnet dem Glauben zuführte, der am wenigsten Ansehen genoß, der auch keine Streitmacht eines Volkes hinter sich hatte und der in seiner Lehre allein auf das jüdische Volk ausgerichtet war, das, vernichtend geschlagen, in allen Teilen Europas, vielfach als unbeliebter Gast, in der Diaspora leben mußte.
Aber soweit war es noch nicht. Die Chasaren lebten am Beginn des Mittelalters zwischen Byzanz, dem christlichen Nachbarn, und den Arabern, den moslemischen Nachbarn, und den heidnischen Stänimen verschiedener Slawenvölker im Norden und erfreuten sich dank der straffen Führung und eines mächtigen Heeres der Wertschätzung und des Respektes ihrer Nachbarn. Die Hunnen als Volk konnten sich in Europa kein Jahrhundert behaupten. Ihre Nachkommen, die Chasaren, bauten dagegen ihr Reich in beinahe 500 Jahren zu einer Macht aus, die ringsum Geltung genoß und neben der stark befestigten Hauptstadt Itil an der Wolga mächtige Verteidigungsanlagen zu ihrem Schutz erstellte. Das zeigte sich auch als unbedingt erforderlich: Die Verteidigung gegen anstürmende Nachbarn war notwendig in der Zeit, als sich das Volk der Chasaren von reinen Nomaden zu ansässigen Bauern, Züchtern, Händlern und Handwerkern wandelte. Wenn auch wenige ertragreiche Ausgrabungen von diesem Volk Zeugnis ablegen, nachdem Mongolen und Russen über ihr Gebiet weggebraust waren, so berichten sowjetische Forscher von Funden, die auf eine ansehnliche Kultur schließen lassen.
Wenn man sich aus den Berichten der umliegenden Mächte, mit denen die Chasaren ständig im Grenzkampf lebten, ein Bild machen will, so erscheinen sie als häßliche, kleinwüchsige Riesen mit schönem Aussehen! Feinde neigen dazu, sie nicht vorteilhaft, wohlgesinnte Freunde, sie aber als edel und schön zu beschreiben.
Man liest auch von schwarzen und weißen Chasaren, von hellen Haaren und roten Augen. Sicher können wir annehmen, daß sie sich von den anderen Nomadenvölkern dieser Epoche nicht wesentlich unterschieden haben. Besonders die moslemischen Araber beschrieben sie als schmutzig und kulturlos und erwähnen die »schamlose« Lebensart der Heiden, die sich auch vor Fremden des anderen Geschlechtes nicht scheuten, ihre Nacktheit zu zeigen. Daß dies gerade gegen die äußerst strengen Sitten der Korananhänger auffiel, die an verschleierte Frauen und rituale Waschungen gewöhnt waren, ist nicht verwunderlich.
Die Archäologen fanden zwar keinerlei Bücher oder Kunstgegenstände, aber kreisrunde Fundamente ihrer Häuser überall da, wo nach geschichtlicher Überlieferung Chasaren, Bulgaren oder Magyaren gelebt hatten. Erst in späterer Zeit hatten sich rechteckige Bauten durchgesetzt. Die Rundform wurde wohl aus der Zeit der Zelte und Jurten übernommen, auch als die Aufbauten bereits aus Lehm errichtet wurden. Erst die Bauart aus Holz setzte gerade Wände voraus, wenn man Balken aufeinander legte. Nach arabischen Berichten lebten die Chasaren nur in der kalten Jahreszeit in den festen Häusern, an die große Stallgebäude angeschlossen waren, die bis über 10 m Länge maßen und durch Säulen gestützt wurden. Das läßt auf große Viehbestände schließen, die über den Winter, bei monatelanger Schneelage, mit Trockenfutter im Stall versorgt werden mußten. Daraus und aus Funden von Pflugresten und Werkzeugen entnimmt man, daß nur Teile der Bevölkerung im Sommer mit den Herden auf Wanderung gingen, während der Rest mit seßhafter Arbeit für das Überleben im Winter sorgen mußte.
Große Teile der Bevölkerung mußten für die Befestigung des Königreiches im Norden, gegen die weite Steppe hin, sorgen und wurden zum ständigen Heer des Königs abgestellt. Für deren Unterhalt wurde dadurch gesorgt, daß diese kampfstarken Truppen nicht nur der Verteidigung dienten, sondern auch Nachbarvölker unterwarfen, sie fronpflichtig machten und die durchfahrenden Schiffe an Don und Wolga zwangen, Abgaben an den Kagan zu zahlen. So war der innere Kein des Reiches gesichert. Der Hof des Kagans und des Beks lebte im Winter in den großen Regierungsbauten in Itil und konnte sich im Sommer in die Sommerresidenz auf der Krim oder an die Gestade des Chasarenmeeres zurückziehen, wo auch prächtige Bauten aus Stein und Backsteinen standen. Die Randvölker der Wolgabulgaren, Orgusen, die griechischen und gotischen Kolonien auf der Krim und die Magyaren sowie die slawischen Völker im Norden mußten genauso wie Georgier und Armenier mit ihren Abgaben für die Pracht und den Weiterbestand des Königtums der Chasaren beitragen. Dafür standen sie auch unter dem Schutz dieses mächtigen Heeres.
Nach den Worten eines sowjetischen Archäologen brauchten die Chasaren bis zum 9. Jahrhundert nördlich des Schwarzen Meeres und des Kaspischen Meeres keine Macht zu fürchten, sei es in den Steppengebieten oder aus den Wäldern. Alle diese Völker waren ihnen untertan und fronpflichtig.
--------------------------------------------------------------------------------
Der frühe Glauben der ChasarenBeinahe unerklärlich erscheint es uns heute, daß dieses mächtige Königreich den Entschluß faßte, der Religion des Judentums beizutreten, ohne äußeren Zwang, ausgerechnet diesem Glauben der Ausgestoßenen! Dieser Begebenheit wird auch der größte Raum in der Geschichte der Chasaren gewidmet. Man nennt sie die chasarische Frage oder die chasarische Polemik.
Von den religiösen Gewohnheiten der Chasaren vor diesem Übertritt – die jüdischen Chronisten sprechen von der Bekehrung – ist nur Ungenaues bekannt, was auch auf alle angrenzenden Nomaden zutrifft. Fadlan berichtet von einem Phalluskult, bei dem ein hölzerner Penis verehrt wurde, weil die Menschheit daraus hervorgegangen und ihnen kein anderer Schöpfer bekannt sei. Überliefert ist ein Brauch der Wolgabulgaren, bei dem der klügste und geistesgegenwärtigste Mann, der gefunden wird, auf dem nächsten Baum erhängt worden sei, weil es ihm besser zustehe, Gott zu dienen!
Der Orientalist Zeki Validi Togan überliefert uns dazu das tatarische Sprichwort: »Wenn du zuviel weißt, werden sie dich aufhängen, wenn du aber überbescheiden bist, werden sie dich treten.«
Diese Berichte über heidnische Gebräuche und Sitten stammen -nicht direkt von den Chasaren, sondern von benachbarten, ehemals mit ihnen verbündeten Nomadenstämmen. In Ermangelung genauerer Berichte muß man annehmen, daß diese Gebräuche bei allen derartigen Barbaren annähernd gleich waren.
Der König der Chasaren, der Kagan, soll seinen Untertanen nur einmal alle vier Monaten erschienen sein. Sein Stellvertreter, der Kagan-Bek, Kanzler und Kriegsherr, trat nur barfuß vor ihn und bezeigte auch in Gebärden unterwürfige Verehrung. Zwei weitere Vertreter waren bei Staatsbeschlüssen und Gerichtssitzungen anwesend, mußten aber tiefer sitzen als die beiden Oberhäupter.
Diese vier Männer richteten über ihr Volk und beschlossen politische, kriegerische und wirtschaftliche Anordnungen, und sie sprachen auch Bestrafungen über ihre Untertanen aus, die nach unserer heutigen Ansicht ziemlich grausam sein konnten, wie Abhacken einer Hand, Abschneiden von Zunge oder Nase oder Blenden.
Wenn der Kagan starb, wurde ein großer Hof gebaut, mit 20 Gehöften und in jedem Gehöft ein Grab. Zersplitterte Steine und darüber Kalk breitete man über alle Gräber, von denen niemand wußte, in welchem der tote Kagan lag. Dann leiteten sie das Wasser des Flusses darüber, daß kein Teufel, kein Mensch und kein Wurm oder anderes kriechendes Tier die Leiche des verstorbenen Königs erreichen könne.
Nach Beendigung dieser Zeremonie wurden alle Beteiligten enthauptet, damit nie jemand erfahren könne, in welchem Grab der Herrscher begraben wurde.
Fadlan berichtet, daß die Chasaren und ihr Kagan jüdischer Religion gewesen, daß sie in bezug auf Wohnkultur, Justiz und Gemeinwesen ihren Nachbarn weit überlegen gewesen seien. Besonders die Bauten der Herrscherschicht seien großzügig und prunkvoll gewesen, während ihre Nachbarn noch nomadisierende Völker ohne staatliche Organisation gewesen seien.
Ihr Land sei äußerst fruchtbar, mit ertragreichen Äckern und Weinbergen, aber auch mit großen Herden der Viehzüchter und den Fischerträgen der beiden Meere gewesen. Der Reichtum des Staates aber entsprang dem Handel mit N4chbarvölkern, den Fronzahlungen der unterworfenen Völker und dem Wegezoll der Schiffe auf den drei beherrschten Flüssen Dnjepr, Don und Wolga.
Die Regierungsstadt Itil am Wolgaufer, da, wo sich der Fluß in vier Arme teilt, bevor er in das Kaspische Meer mündet, lag auf einer kleinen Anhöbe und beherrschte die flandelsstraße und die fremden Kriegsschiffe, die flußaufwärts kamen. Niemand konnte vom Norden her über ihr Meer ins Oströmische oder Persische Reich kom men, es sei denn, er erkaufte sich die Durchfahrt bei den Chasaren. Aber auch den Don bewachten sie vor der Mündung ins Schwarze Meer und kontrollierten die Handelswege zum Mittelmeer. In Sarkel und Tanais bewachten sie die Schiffahrt wie an der Mündung des Dnjepr und in Gurgansch an der Mündung des Oxus in den Aralsee.
Dreihundert Jahre lang, etwa vom 7. bis zum 10. Jahrhundert war ihre Macht ungebrochen. Byzanz war dankbar für diesen Pufferstaat, der das christliche Gebiet gegen die vordringenden heidnischen Barbaren aus dem Norden abriegelte. Andererseits stand diese wohlorganisierte Kriegsmacht dem Vordringen der Moslems im Wege und hinderten die Armeen des Kalifen, sich vom Osten her über Europa zu ergießen. Über 100 Jahre dauerten die Kämpfe zwischen Arabern und dem chasarischen Sperriegel. Um das Jahr 732 war die chasarische Überlegenheit so stark, daß der Ansturm der Moslems verebbte und der spätere Kaiser Konstantin V. von Byzanz eine Chasarenprinzessin heiratete. Aus dieser Ehe entsproß der nachmalige Kaiser Leon IV. von Byzanz, genannt Leon der Chasare.
--------------------------------------------------------------------------------
Die chasarische Polemik nach jüdischer ÜberlieferungIn den folgenden Jahren ergab sich am Hofe des Chasarenkönigs die »Polemik«. Ein schwerer Traum hatte diesen geplagt. Ein Engel war ihm im Traum erschienen und hatte ihm gesagt, daß seine Absichten zwar Gott gefällig seien, aber nicht sein Tun. Zwei Dinge beunruhigten den Kagan. Er glaubte, in dem Traum eine wichtige Botschaft zu erkennen, deren Sinn ihm aber unergründlich schien. Das war das Eine. Außerdem bedrückte es ihn, daß sein Volk zwar stark, mächtig und reich geworden war, aber weder ethisch noch ethnisch gemeinschaftliche Merkmale aufwies. Da waren seine Gegner, die Araber, ein einiges Volk der Semiten, mit der einzigen moslemischen Religion. Da waren auch die Byzantiner, römisch-griechisch mit christlichem Glauben als Staatsreligion.
Sein eigenes Volk bestand aus mehreren Turkstämmen, untermischt mit den Hunnen, die nach dem Tod Attilas im Jahr 453 führerlos geblieben waren und sich von kriegerischen Reiterhorden zu nomadisierenden Viehzüchtern und Händlern, aber auch zu ansässigen Bauern und Fischern gewandelt hatten und die keinerlei einheitliche Religion hatten, sondern einer Unzahl heidnischer Sitten anhingen. Nur eine Gemeinschaft bestand, sie verehrte das Salz als Gabe Gottes. Die Tränen enthalten Salz, deshalb galt das Weinen als Gebet. Im übrigen aber verehrten die einzelnen Gruppen grundverschiedene Gottheiten. Die Fischer wandten sich an den Gott der Gewässer, die Krieger an den Gott des Schwertes.
Diese Sorgen quälten den Kagan Sabriel, der sich zeitweise auch Kagan Obadja nannte, als er sich in seiner Sommerresidenz am Ufer des Schwarzen Meeres aufhielt, so sehr, daß er beschloß, Traumdeuter und Theologen zu sich zu bestellen. Vertreter des christlichen Glaubens, des Islams und der Juden sollten seinen Traum deuten. Wer diese Aufgabe zu seiner Zufriedenheit lösen würde, dessen Religion sollte der zukünftige Staatsglaube der Chasaren sein.
Diese Darstellung mit den beiden Namen des Kagans wurde von dem Chasarischen Wörterbuch überliefert, das im Mittelalter vernichtet wurde oder verlorenging. Fragmente aus diesem Buch wurden von Christen, Moslems und Juden gesammelt. Die Polemik, die zum Glaubensübertritt der Chasaren führte, ist in allen drei Versionen enthalten, die Namen des Kagans werden im Chasarischen Wörterbuch, wie vorerwähnt, mit Sabriel und wechselnd mit Obadja angegeben, in den beiden anderen Bänden überhaupt nicht genannt. In allen drei Büchern, dem roten, dem grünen und dem gelben Buch, wird aber die Prinzessin genannt, die bei allen Beratungen anwesend war und durch kluge, teils sogar durch polemische Einwürfe auffiel. Ihr Name Ateh wird überliefert, ohne daß kundgetan wird, ob es sich um die Gattin, die Mutter oder die Tochter des Kagans handelt. Andererseits sind wohlklingende Gedichte und weise Worte aus ihrem Mund bekannt, mit welchen sie bei der Polemik die drei beratenden Religionsvertreter in Verlegenheit brachte: den christlich-byzantinischen Gelehrten Kyrillos, der Hebräisch gelernt hatte, um im Streitgespräch zu bestehen, den arabischen Ausleger des Korans Farabi ibn Kora, der etwas später eintraf, weil er unterwegs an der Reise behindert worden war, und den Vertreter der Juden, Rabbi Isaak Sangari.
Glaubt man dem jüdischen, dem gelben Buch, so sprachen die Vertreter der Christenheit und der Moslems zuerst, und es sah so aus, als würden sie aus den Streitgesprächen als Sieger hervorgehen. Der Mullah empfahl sein heiliges Buch, den Koran, als einziges Lehrbuch, das von Gott über seinen Propheten der Menschheit zum ewigen Frieden gegeben worden sei. Auf die kritischen Fragen der Prinzessin, wer die Mutter seines Buches sei, konnte er nur antworten, sein Buch, der Koran sei der Bote der Liebe zwischen Gott und den Menschen. Tricks zur Traumdeutung könne er nicht anbieten. Der Kagan entschied sich gegen ihn und bemängelte, daß die beiden, Christen und Moslems, die Liebe auf ihr Banner schrieben, sich aber die besiedelten Teile der Erde unter sich aufgeteilt hätten. Alles hätten sie durch Töten erreicht, und sie glaubten, dies sei der frömmste Weg, der sie Gott näher bringe.
Beide Religionen versprachen Liebe und ein Paradies und bekämpften sich mit gewaltigen Schiffen mit Segeln und Kriegern! Sie lauerten auf beiden Seiten. Was sollte von den Chasaren übrigbleiben, wenn diese sich für eine dieser Lehren entscheiden würden?
Darauf wandte sich der Kagan dem jüdischen Vertreter zu. Isaak Sangari sagte ihm, er wolle den Chasaren keine neue Lehre anbieten. Sie seien Menschen, und damit Juden. Er sprach von der Thora, von der Gerechtigkeit und von Jerusalem mit Davids Sohn, dem Messias, vom auserwählten Volk mit einer Seele, von Weisheit und Reichtum, Sieg, Macht, Leben und Gnade. Dann reiste der chasarische Kagan in das Gebirge am Meer, wo er in einer Nacht Juden vorfand, die in einer Höhle das Passahfest feierten. Der Kagan und sein Gefolge gaben sich zu erkennen, sie wurden noch in der Nacht beschnitten, und kehrten zurück, die jüdische Lehre eifrig zu erlernen.
Sie hielten den Glaubensübertritt vorerst geheim und teilten sich nur wenigen Freunden mit. Erst als diese, Angehörige des Hofstaats, ebenfalls übergetreten waren, traten sie offen als Juden auf und erklärten den jüdischen Glauben zur Staatsreligion. Damit war das Judentum in seiner äußeren Form angenommen. Der Kagan Bulan rief Rabbiner ins Land, die neue Lehre unter das Volk zu tragen, Synagogen zu errichten und Schulen zu eröffnen, so daß die Chasaren mit der Thora, der Mischna, dem Thalmud und der jüdischen Liturgie bekannt wurden. Dadurch wurde das rabbinische Judentum eingeführt. Nach dieser geschilderten Art ging die Judaisierung vor sich, wie sie in dem Buch Al Khazari des jüdischen Chronisten Halevi im Jahr 1141 geschildert wurde.
Bei der Versammlung, in der die drei Religionsabordnungen vom Kagan geprüft wurden, müssen, entgegen den bisher erwähnten Überlieferungen, doch mehrere Berater und Mitglieder der Herrscherfamilien anwesend gewesen sein. Besonders die Prinzessin Atch wird in allen Uberlieferungen erwähnt, sie hatte bei den Verhandlungen eine Schlüsselrolle. Ihre Befragung führte zu der letzten Entscheidung, den jüdischen Glauben für das ganze Volk der Chasaren anzunehmen. Im Chasarischen Wörterbuch ist ihre Stellungnahme wörtlich wiedergegeben.
In der moslemischen Version wird von langen Wortgefechten berichtet, in welchen sie sehr bildreich verhandelte und ihre Ansichten und Fragen nur in Vergleichen andeutete. Von einem Vogelhändler sprach sie, der Geschichten aus seiner Stadt am Kaspischen Meer erzählt, von Vater und Sohn, beide Künstler. Der Vater, ein Maler, der Sohn ein Dichter, beide mit der Gabe, die Menschen glauben zu lassen, daß ihre Kunstwerke aus alten Zeiten bekannt seien. Zum Schluß habe sie es verstanden, den Kagan zu beeinflussen, daß er den islamischen Glauben bevorzugte. Ähnlich phantastisch ist die Beschreibung im roten Buch, nur mit dem Unterschied, daß dort der Ausschlag am Ende zugunsten der christlichen Vertreter fiel.
Im gelben Buch wird zum Schluß beschrieben, daß die weise Prinzessin durch polemische Einwürfe erreichte, daß der Kagan mitsamt seinem Volk geschlossen zum Glauben der Juden übertrat. Nach der Schrift des Halevi glaubte der Kagan, es
- Ich bin erschlagen! DaveRave 01.8.2002 12:53 (29)
- Re: Ich bin erschlagen! @DR Schamane 01.8.2002 17:19 (2)
- Re: Ich bin erschlagen! @DR DaveRave 02.8.2002 09:59 (0)
- Hör bitte, bitte auf! (owT) DaveRave 02.8.2002 09:57 (0)
- Re: Ich bin erschlagen! Schamane 01.8.2002 13:37 (24)
- Re: Ich bin erschlagen! Bine 01.8.2002 15:08 (3)
- Re: Ich bin erschlagen! MP42 01.8.2002 18:06 (1)
- Re: Ich bin erschlagen! Bine 01.8.2002 20:26 (0)
- Re: Ich bin erschlagen! DaveRave 01.8.2002 14:05 (17)
- Re: Forumsthema Johannes 01.8.2002 14:42 (16)
- Uebernatuerlicher Schutz ??? Reaktor 02.8.2002 10:05 (14)
- Re: Uebernatuerlicher Schutz ??? DaveRave 02.8.2002 11:20 (13)
- Re: Übernatürlicher Schutz ??? Johannes 02.8.2002 11:58 (12)
- Re: Übernatürlicher Schutz ??? Reaktor 02.8.2002 13:30 (11)
- Reaktor,..... DaveRave 02.8.2002 14:27 (10)
- Re: Reaktor,..... Chromos 02.8.2002 15:06 (3)
- Re: Reaktor,..... DaveRave 02.8.2002 15:21 (2)
- Re: Reaktor,..... Reaktor 02.8.2002 15:33 (0)
- Re: Reaktor,..... Chromos 02.8.2002 15:26 (0)
- David .... Reaktor 02.8.2002 15:03 (5)
- Kann Deine altgermanische Tastatur... DaveRave 02.8.2002 15:19 (3)
- Re: Kann Deine altgermanische Tastatur... Reaktor 02.8.2002 15:41 (2)
- Amüsant bist Du, wirklich! ;o) DaveRave 02.8.2002 15:47 (0)
- Re: Kann Deine altgermanische Tastatur... Chromos 02.8.2002 15:46 (0)
- Re: David .... ;))) O.T. Chromos 02.8.2002 15:08 (0)
- Danke! (owT) DaveRave 01.8.2002 14:57 (0)
- Helmut Kohl Zetountis 01.8.2002 14:00 (1)
- Warum Helmut Kohl kein Jude sein kann... Zetountis 01.8.2002 14:03 (0)
- Re: Ich bin erschlagen! Schamane 01.8.2002 13:26 (0)
- Re: @DR Schamane 01.8.2002 12:43 (0)