Re: Zum Buch
Geschrieben von Theo Stuss am 07. Juni 2002 12:31:55:
Als Antwort auf: Semittische Sprachen geschrieben von Burgwart am 07. Juni 2002 11:52:21:
Hallo Burgwart,
ich habe nur Besprechungen des Buches gelesen und ein Interview mit dem Autor in der Kirchlichen Umschau. Der Chefredakteur, der auch das Gespräch führte ist ein Freund von mir. Ich habe ihn darauf persönlich zu dem Buch befragt.
Da das Buch wissenschaftlichen Ansprüchen genügen soll, setzt es sowohl die Kenntnis der aramäischen Schriftzeichen, als auch der arabischen Vorraus. Schlußfolgerungen sind natürlich auch für Laien interessant.
Luxenberg vermutet den Grund der Entsprechungen zu christlichen Lektionaren in syrischer Sprache in Übersetzungen des Onkels von Mohammed, der immerhin Bischof war. Ob der Onkel infolge der christologischen Streitigkeiten zum syrischen Patriarchat von Antiochien gehörte, oder griechisch-orthodox war, (vor 1054 könnte man sogar 'griechisch-katholisch' sagen) läßt sich heute nur schwer feststellen. Luxenberg geht davon aus, daß dieser Onkel für die heidnischen Araber ein christliches Gebetbuch schaffen wollte, das später von allem christlichen gereinigt wurde.
Die "Götzen" in der Kaaba können auch Ikonen gewesen sein, die zu einer Taufkirche gehörten, von wo der Onkel seine Mission betrieb. Sehr lange scheint die Kaaba noch eine Ikone der Muttergottes mit ausgewaschenem Gesicht beherbergt zu haben. Mohammed berichtete, daß er mit seinem Onkel nächtelang im Gebet verbrachte (nächtliches Stundengebet, Matutinen). Von daher wohl das Lektionar.
Gruß,
Theo