Abhandlung

Geschrieben von Badland Warrior am 29. Mai 2002 23:21:46:

Als Antwort auf: Jesus und seine Story ist auch hier durchaus relevant geschrieben von SoL333 am 29. Mai 2002 19:28:51:

Hallo, christoph!

Jesus ist nur insoweit von Relevanz, daß er existiert hat. Ob er wiederkommt oder jemand anderes als Messias (wobei der Messianismus ein eigenes Thema in religionswissenschaftlicher Hiunsicht ist) ist reine Glaubenssache. Sie läßt sich nicht, wie anständige Prophezeiungen, auf Fakten oder nachvollziehbare Möglichkeiten ökonomischer oder ökologischer, militärischer oder politischer Art stützen. Wer daran glauben will, meinet wegen. Hier etwas zum Thema Jesus, wie es sich aus wissenschaftlicher Sicht darstellt:

Schon die vier in die Bibel aufgenommenen Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes) widersprechen sich an verschiedenen Stellen, so daß eine Biographie, die hundertprozentig authentisch ist, nicht erstellt werden kann. Das gilt erst recht für die Aussagen, die er gemacht habe soll. Erste Berichte über ihn wurden nach der Zerstörung Jerusalems 70 n. Chr. niedergeschrieben. Jesus war kein scheinkörperliches Wesen, noch wurde er auf nicht biologischem Wege gezeugt. Es gibt wenige Quellen, die ihn als historische Person erwähnen, so das einige annehmen, er habe nie existiert. Es gibt von Jesus keine Inschriften oder Papyri (auch der angebliche Briefwechsel mit König Abgar ist eine Fälschung und wurde fast hundert Jahre später geschrieben). Jesus hat existiert. Die Erwähnung bei Josephus Flavius ist zweifelhaft. Es wird angenommen, das es sich dabei um eine Fälschung handelt, nämlich, das Eusebius von Caesaraea die Einschiebung des Paragraphen betreffs Jesus in Flavius Josephus' Antiquitates, lib. XVIII, cap. 3 fälschte. Dagegen spricht Tacitus von ihm. Er berichtet, das, als Kaiser Nero beschuldigt wurde, Rom in Brand gesteckt zu haben
"eine Klasse von Personen, die wegen ihrer Laster gehasst wurden, und die die Menge Christen nannte, als Schuldige vorschob und mit äußerst raffinierter Grausamkeit bestrafen ließ. Christus, der, von dem der Name herrührt, hatte in der Regierungszeit des Tiberius durch ein Urteil des Prokurators Pontius Pilatus die Todesstrafe erlitten; für einen Augenblick war dadurch dieser gefährliche Aberglaube gebremst, um dann nur noch mehr und nicht nur in Judäa, der Heimat der Krankheit, sondern in der Hauptstadt selbst auszubrechen, wo alles, was in der Welt schrecklich oder schändlich ist, sich versammelt und in Mode kommt."
Tacitus, Annalen 15, 44, 2 - 8. Hervorhebung von Elaine Pagels und nach ihr zitiert.

In den kanonischen (d.h. in die Bibel aufgenommenen, denn es gibt auch Evangelien, die nicht aufgenommen wurden ) Evangelien werden unterschiedliche Stammbäume Josefs genannt, nämlich in Matthäus 1, 1 - 17 und in Lukas 3, 23 - 38.
In Matthäus lautet die Ahnenreihe: Abraham, Isaak, Jakob, Juda, Perez, Hezrom, Ram, Amminadab, Nachschon, Salmon, Boaz, Obed, David, Salomon, Rehabeam, Abija, Asa, Joschafat, Joram, Isija, Jotam, Ahas, Hiskia, Manasse, Amon, Josia, Jojachin, Schealtiel, Serubbabel, Abihud, Eljakim, Asor, Zadok, Achim, Elind, Eleasar, Mattan, Jakob, Josef, Mann der Maria.
In Lukas lautet die Ahnenreihe: Jered, Henoch, Metuschelach, Noah, Sem, Arpachschad, Kenan, Schelach, Eber, Peleg, Regus, Serug, Nahor, Terach, Abraham, Isaak, Jakob, Juda, Perez, Hezron, Arni, Amminadab, Nachschon, Salmon, Boaz, Obed, Isai, David, Nathan, Mattata, Menna, Melea, Eljakim, Jonam, Josef, Juda, Simeon, Levi, Mattat, Jorim, Elieser, Joschua, Er, Elmadam, Kosam, Addi, Melchi, Neri, Schealtiel, Serubbabel, Resa, Johana, Joda, Josech, Schimi, Mattitja, Mahat, Naggai, Hesli, Nahum, Amos, Mattitja, Joseph, Jannai, Melchi, Levi, Mattat, Eli, Josef.

Wäre der Stammbaum bei Lukas nicht auf Josef den Zimmermann bezogen, sondern auf den Vater Marias (beliebte Ausrede mancher Prediger) wäre dies seltsam. Jesus wäre dann kein Sohn Josefs, sondern Großsohn, also Enkel. Außerdem wären Josef und Maria verwandt gewesen.
Jesu richtiger Name war Jeshua ben Josef, Jeshua, Sohn von (oder des) Josef. Er wurde angeblich geboren in Bethlehem (Beth Lechem = Haus des Brotes) ca. 7 v. Chr., auszurechnen, weil zu seiner Zeit Herodes "der Große" noch gelebt haben muß, der 4 v. Chr. starb. Der Monat, in welchem Jesus geboren wurde, war Oktober, denn es waren Hirten auf dem Felde (Lukas 2, 8), was November, Dezember oder Januar nicht der Fall gewesen wäre. Es paßt zu Erscheinungen am Himmel ("Stern von Bethlehem"), die im Oktober des Jahres 7 v. Chr. (um den 12. Oktober herum nach verschiedenen astronomischen Computerprogrammen) zu sehen waren.
Den Kindermord zu Bethlehem gab es nicht. Es existiert kein Hinweis in der Encyclopedia Judaica. Dafür gibt es eine Parallele in der Krishna-Biographie , wo ein böser König alle Knaben ermorden lässt, wegen einer ähnlichen Prophezeiung, wie sie angeblich Herodes bekam. Daher ist eine spätere Aufnahme durch Nostrifizierung fremden Kulturgutes anzunehmen.
Was war mit den Heiligen Drei Königen? Die Namen Caspar (Gaspar), Melchior und Balthasar stammen nicht aus den kanonischen (in die Bibelaufgenommenen) Schriften, sondern aus einer Sammlung von Wundergeschichten, dem "Armenischen Kindheitsevangelium", das aus dem "Kindheitsevangelium des Thomas" (nicht zu verwechseln mit dem Thomasevangelium), einer anderen apokryphen Schrift, und dem "Arabischen Kindheitsevangelium" zusammengesucht wurde. Könige gleichen oder ähnlichen Namens sind aus der Antike aus keinem orientalischen Land bekannt. Die Namen und die Dreizahl sind nur apokryph überliefert. In der Bibel wird weder eine Dreizahl, noch irgendein Name genannt.
Es waren auch keine "Könige". In erhaltenen Kopien der kanonischen Urschriften (die stark voneinander abweichen, aber sich in dem Punkt einig sind) steht "magoi" = Magier. Ob er tatsächlich von Magiern besucht wurde, ist Glaubenssache. Die gleiche Geschichte findet sich in einigen Legenden um den persischen Sonnenheld Mithras. Als Magier wurden die Priester der Religion des Zarathustra in Persien bezeichnet. Was aber hätten die in einem abgelegenen kleinen Dorf wie Bethlehem zu suchen gehabt?
Herodes der Große war eine historische Person und starb 4 v. Chr. Augustus Caesar (Octavianus) war Herrscher, als Jesus geboren wurde. Dieser Hinweis stimmt. Augustus Caesar herrschte von 30 v. Chr. bis 14 n. Chr. Danach herrschte Tiberius Caesar von 14 - 37 n. Chr. Jesus wurde etwa 7 v. Chr., also 3 Jahre vor dem Tode des Herodes und noch zur Amtszeit des Augustus geboren und starb zur Amtszeit des Tiberius unter dem Mandat des Pontius Pilatus der von 26 - 36 Statthalter in Judaea und Samaria war. Johannes der Täufer trat im 15. Jahr der Amtszeit des Tiberius auf, predigte und taufte. Jesus ließ sich von ihm taufen (u. a. Matth. 3, 5 ; Markus 1, 9). Johannes trat also im Jahre 29 n. Chr. auf. Demzufolge muß Jesus 36 Jahre alt gewesen sein. Das paßt gut in die Amtszeit des Pontius Pilatus.

Der hebräische Name der Mutter Jesu war Miriam, latinisiert "Maria" ("Die aus dem Meere"/ "Die Meerhafte"). Im chaldäischen lautet die Wurzel dieses Namens "Ma-ri-enna", die göttliche Mutter, was für Inanna oder Ishtar gebraucht wurde. Sein Vater war Josef, jedenfalls nach urchristlicher, nämlich ebionitischer , kerinthischer und karpokratianischer Überlieferung. Im Neuen Testament wird ausführlich berichtet, daß Jesus von einer Jungfrau geboren wurde, also nach heutigem Verständnis von einer Frau, deren Jungfernhäutchen nicht durch Sex zerstört oder durch Masturbation beschädigt worden war. Zur Erklärung, was mit Jungfrau gemeint war, ein Begriff, der im damaligen Orient verschwommener war und andere Bedeutung hatte, als das heutige Wort in den Sprachen Europas, einige Zitate:
Eluan Ghazal schreibt:
"Die Erospriesterinnen Vorderasiens galten als "Jungfrauen, und doch verkehrten sie mit Männern, und doch hatten sie Kinder. Des Rätsels Lösung: Die "Jungfräulichkeit" war nicht ein intaktes Hymen, sondern die Abwesenheit eines festen Ehepartners." "Männer, die man besonders bewunderte, schrieb man in der Antike eine solche "Jungfrauengeburt" zu."

Erospriesterinnen gab es in Israel nicht. Der Begriff der "Jungfrau" war aber übernommen worden.
Die Geburt Jesu war kein Resultat einer Jungfernzeugung. Die Jungfrauengeburt im Sinne einer Geburt durch eine Frau, deren Hymen unbeschädigt war, ist ein Mythos, da großen Männern oft die Geburt durch eine Jungfrau (aber eher im Sinne der Deutung Ghazals) zugeschrieben wurde. Die angebliche Prophezeiung der Jungfrauengeburt im Alten Testament (Jesaja 7, 14) ist ein Übersetzungsfehler von "Alma" zu "Betula". Bei Juden galt jede junge Frau als "Jungfrau" . Eine Jungfernzeugung wäre unnatürlich gewesen. Bei einer biologischen Parthenogenese, d. h. einer Fortpflanzung ohne männlichen Partner, wie es sie bei Stabheuschrecken gibt, wäre Jesus eine Frau gewesen, weil sein Gensatz mit dem seiner Mutter identisch gewesen wäre, was er definitiv nicht war! Parthenogenese (Zeugung ohne männliche Beihilfe) mit männlichen Nachkommen ist bei Menschen NICHT möglich, da das geschlechtstragende Gen von einem Vater kommen muß. Bei Insekten ist es möglich, daß aus solchen Zeugungen auch männliche Wesen hervorgehen, was an der genetischen Unterschiedlichkeit der Insekten zu uns liegt. Maria war eine menschliche Frau und Jesus ein menschlicher Mann, und bei Menschen sind beide Geschlechter nötig.
Daß der Heilige Geist (hebr. Ruach, die Heilige Geistin, denn Ruach ist im Hebräischen weiblich ), auf Maria kam, wäre dennoch (bei viel Mühe im Auslegen) kein Widerspruch, denn durch den Höhepunkt beim Sex mit Josef (bei dem der Hymen, falls vorher vorhanden, da viele Frauen nie eins hatten , zerrissen wurde) gelangte sie zur Harmonie mit sich und dem jüdischen Stammesgott, wurde eins mit der Ruach. So wurde Jesus von Nazareth der Sohn Josefs auch "vom Heiligen Geist" gezeugt, denn ohne die Hilfe Josefs hätte die Ruach nicht zur Zeugung Jesu beitragen können, schließlich können Frauen nicht miteinander Kinder zeugen. Auch in verschiedenen urchristlichen Quellen wird die Zeugung durch Ruach mit der gleichen Begründung abgelehnt. Man stelle sich vor, eine unverhofft schwanger gewordene jüdische junge Frau hätte behauptet, von der Heiligen Geistin schwanger geworden zu sein. Sie wäre für verrückt erklärt worden, im weniger günstigen Fall für besessen, und im wahrscheinlichsten Fall wegen Gotteslästerung und vorehelicher Sexualität gesteinigt worden . Im Talmud steht, daß bei der Zeugung immer drei beteiligt sind, Mann, Frau und der jüdische Gott:
"Unsere Meister lehrten: Drei sind an einem Menschen beteiligt: Der Heilige, gelobt sei er, sein Vater und seine Mutter." (Nidda 31 a)
Die Anwesenheit des jüdischen Gottes bei der Zeugung war also anders gemeint. Jesus selbst spricht im Thomasevangelium von Maria und Josef als seinen leiblichen Eltern. Sie kann nicht schwanger gewesen sein, ehe Josef sie heimholte. Die Heimholung der Braut war nämlich der erste Akt zur offiziellen und auch genitalen Vollziehung der Ehe.
Jesus bekam später Geschwister Es werden seine Brüder erwähnt . Die Hebräer und Griechen waren in der Lage, Verwandtschaftsverhältnisse auseinanderzuhalten. Es waren keine Vettern, da die Begriffe dafür völlig anders waren. Außerdem werden sie im Zusammenhang mit seiner Mutter erwähnt. Es waren nicht Geschwister im Sinne des "Liebe Brüder und Schwestern", sondern biologische Geschwister. Maria war eine normale Frau und hat empfangen und geboren wie andere Frauen auch. Im Thomasevangelium, welches zu großen Teilen identisch ist mit dem Matthäusevangelium, steht nichts über eine Jungfrau, die ein Kind bekommt. Ein Teil der Geschichte, die bei Lukas erzählt wird, stammt aus anderen Quellen. Der Dialog zwischen Maria und Gabriel (Lukas 1, 26 - 38) ist fast deckungsgleich mit einer ganz anderen Überlieferung. Es heißt, daß als Prinz Siddharta Gautama, der später Buddha genannt wurde, geboren wurde, die Engel zu Königin Maya kamen und ihr sagten:
"Alle Freude komme über dich, Königin Maya, - jauchze und sei froh, denn dieses Kind, das du geboren hast, ist heilig."
Das ist fast die Rede Gabriels, als er sagt:
(Lukas 1, 28) "Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir!" (Lukas 1, 31 - 33) "Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit und sein Reich wird kein Ende haben."
(Lukas 1, 35) "Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden."
Also handelt es sich auch hierbei wahrscheinlich um eine Nostrifizierung. Am achten Tag wurde Jesus, gemäß 1. Mose 17, 1 - 2, 9 - 11 im Tempel von Jerusalem (Hebr.: Jerusholajim) nach jüdischer Sitte beschnitten (Lukas 2, 21). Damit wurde er in den Bund Abrahams, hebräisch Brith Avraham, auch Bund der Beschneidung, hebräisch Brith Milah genannt, aufgenommen . Daher ist die Flucht nach Ägypten kurz nach der Geburt aus geographischen und Zeitgründen historisch zweifelhaft bis unmöglich. (Matthäus 2, 13 ff.) Maria opferte nach der Geburt Jesu nach hebräischer Sitte für ihre "Sünden", (Lukas 2, 22. 24) daher ist sie nicht ohne "Sünde" geboren, wie es die katholische Kirche behauptet.

Jesus zeigte mit 12 Jahren große Gelehrsamkeit im Tempel (Lukas 2, 41 f.). Dies kann im Zusammenhang mit der sogenannten "Bar Mitzwah" geschehen sein, einem jüdischen Übergangsritus, bei dem der Knabe durch rituelle Handlungen zum Mann wird und alle Rechte und Pflichten eines solchen bekommt.

Josef war Zimmermann. Aus dem Wortlaut im Griechischen (Koiné, einer Vorform des heutigen Griechisch, damals hauptsächlich in Hafenstädten gesprochen, ein vereinfachter Dialekt des Altgriechischen), der in den Kopien der ersten Originalschriften auftaucht, nämlich Tékton, läßt sich sowohl "Bautischler", "Baumeister" als auch "Holzarchitekt" herleiten. Er war kein gewöhnlicher Tischler, sondern einer, der gehobene Aufträge annahm und gut bezahlt wurde, also Unternehmer mit viel Geld. Jesus, als sein Erstgeborener, mußte in der Werkstatt mithelfen und erhielt eine handwerkliche Ausbildung. Das erklärt, was immer wieder gefragt wird, wo Jesus zwischen dem zwölften Lebensjahr und dem Zeitpunkt seines Auftretens als geistlicher Lehrer und Wundertäter war: Arbeiten und später studieren. Da Maria weitere Kinder bekam (u. a. wird Jakobus genannt, eigentlich Jakov), konnte Jesus sich später um andere Dinge kümmern und machte eine theologische Ausbildung. Er wird oft "Rabbi" genannt, was geistlicher Lehrer bedeutet und nur für ausgebildete Fachleute verwendet wird, damals wie heute. Das erklärt, wieso er die Pharisäer so gut durchschaute. Wahrscheinlich waren einige davon seine ehemaligen Lehrer oder Studienkollegen.

Jesus lebte in der Nähe des Toten Meeres, wo es fast unvermeidbar war, auf die Essener zu stoßen, eine eigensinnige Sekte, die seltsame Riten und einen Sonnenkalender anstelle des jüdischen Mondkalenders hatte. Aus geographischen Gründen war es wahrscheinlich, daß er Kontakt zu ihnen bekam. Der militante (gewaltbereite) Arm der Essener waren die Zeloten, Widerstandskämpfer gegen die Römer. Jesus war Galiläer, Bewohner eines Gebietes, in dem heidnische Einflüsse stark vertreten waren, und in welchem auch ethnische Gruppen anderer Religion lebten. Dadurch kam er auch mit Andersgläubigen in Kontakt. Daß er gewisse Ideen übernahm, zeigt sich u. a. am Abendmahl und den dazugehörigen Einsetzungsworten ("Nehmet: das ist mein Leib..." in Matth. 14, 22), die aus jüdischer Sicht ein Skandal sind (wegen der mosaischen Speisegebote), auch wenn sie symbolisch (zeichenhaft) verstanden werden müssen, ebenso wie an der Verwandlung von Wasser in Wein, ein typisch dionysisches Wunder.

Jesus nahm oft Frauen in Schutz, z. B. die Ehebrecherin, sprach zu Frauen und lehrte sie, was aus damaliger Sicht ein Skandal war. Da er ein Rabbi war, heißt das, das er verheiratet gewesen sein muß, da das Amt des Rabbiners auch immer eine Ehe beinhaltet. Wäre er nicht verheiratet gewesen, hätten die Pharisäer ihn auch deswegen angegriffen. Davon steht weder in den kanonischen, noch in den apokryphen Schriften etwas. Das er verheiratet gewesen sein muß, erklärt auch das enge Verhältnis zu Maria Magdalena. In einigen Schriften wird erwähnt, das er Maria Magdalena oft küßte. Die Behauptung, sie sei Hure gewesen, ist Unsinn, da es weder aus der Bibel noch aus apokryphen Schriften herzuleiten ist. Es gibt keinerlei (!!!) Quellen für diese Bauptung! Die Heirat eines Rabbiners mit einer Hure wäre ein Skandal gewesen, der Jesus eventuell schon früher das Leben hätte kosten können. Im apokryphen Philippusevangelium steht, daß er eine Partnerin namens Maria hatte. Als Jesus bei der Hochzeit zu Kana ist, spricht ihn seine Mutter an, das der Wein zur Neige geht. Seit wann wird sich bei einem Gast deswegen beschwert? Die Hochzeit zu Kana war wahrscheinlich die Hochzeit zwischen Jesus und Maria Magdalena. Da Jesus verheiratet war, hatte er auch Sex, etwas, das uns die Priester gern verschweigen (oder sie wissen es selbst nicht).
"Die eheliche Pflicht, die den Ehemännern von der Thora auferlegt wird (... er darf ihre ehelichen Rechte nicht schmälern... Exod. 21. 10) ist folgende: Täglich für diejenigen, die keine Arbeit haben; einmal pro Woche für Eseltreiber (die Karawanen auf kurzen Strecken anführen); einmal alle dreißig Tage für Kameltreiber (die Karawanen auf längeren Strecken anführen), und einmal alle sechs Monate für Seeleute. So sagt Rabbi Elieser."
Rabbi Josua ben Levi sagte: Ein Mann, der weiß, das seine Frau Gott fürchtet und nicht seine eheliche Pflicht des Beischlafs erfüllt, muß als Sünder angesehen werden.
Wie verfälscht oder mißverständlich wiedergegeben die Evangelien von denjenigen wurden, welche die vielen Fragmente, Bruchstücke und unterschiedlichen Versionen zu bearbeiten hatten, sieht man an dem Spruch, den er bei Matthäus 5, 31 und 32 macht. Dort steht:
"Es ist auch gesagt (5. Mose 24,1): "Wer sich von seiner Frau scheidet, der soll ihr einen Scheidebrief geben." Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruchs, der macht, daß sie die Ehe bricht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe."
Das ist Humbug. Der Mann wirft die Frau raus, gibt ihr einen Scheidebrief und macht sie damit zur Ehebrecherin. Der Kerl ist fein raus und die Frau steht als ehrlose Person da. Sowas paßte den Kirchenvätern und den frauenfeindlichen Asketen gut in den Kram. Wie man es drehte und wand, die Frau war immer schuld. Für Jesus, der sogar eine Ehebrecherin in Schutz nahm und das bei den damaligen Verhältnissen, war das eher ein Unding. Er kann dies nicht gesagt haben, weil es allem widerspricht, was wir über ihn wissen, nämlich daß er (im Gegensatz zu Paulus) gut mit Frauen auskam, sogar mit solchen aus zerrütteten Verhältnissen und am Rande der Gesellschaft, denn er aß mit Huren und Zöllnern. Das heißt natürlich, wenn es denn so offensichtlich gemeint war. Es könnte auch so ausgelegt werden, daß er (falls er dies doch gesagt hat), damit meinte: "Die Frau wird leider als Ehebrecherin angesehen, wenn der Mann sich von ihr trennt, aber der Mann, nicht die Frau ist der eigentliche Schuldige, da er der Verursacher der Trennung ist und die Frau damit in Verruf bringt." Damit hätte Jesus nämlich nicht, siehe oben, gemeint, "Die Frau ist eine Ehebrecherin und damit todeswürdig, weil sich ihr Mann von ihr getrennt hat und ihn trifft keine Schuld, weil er ja nur keine Lust mehr auf die Frau hat und Männer dürfen das.", sondern "Wenn ein Mann seine Frau rauswirft, ruiniert er ihren Ruf und er ist ein Ekel, vor dem man Abscheu haben sollte." Diese Deutung ist möglich, aber unsicher, und ich neige dazu, dieses Zitat wegen der Mißverständlichkeit als Fälschung anzusehen. Abgesehen davon ist es eh irrelevant. Sollen die Christen sich damit auseinandersetzen. Für einen Heiden ist sowas unerheblich.

Jesus scharte Jünger um sich, von denen einige vorher Rebellen waren, darunter Simon Bar-Jona und Judas Ischariot, was man an den Namen erkennt. Bar-Jona bedeutet "Zu den Barjonim gehörend" (einer Gruppe von extremen Widerständlern ) und Ischariot hieß wahrscheinlich ursprünglich im Lateinischen "Sicarius" (Meuchelmörder). Beide Jünger waren frustriert von ihrer politisch militanten Aktivität und suchten bei Jesus Halt, hofften aber dennoch, daß er der Messias (Hebr.: Maschiah, Gesalbter Erretter) sei, der spirituell und politisch Israel erneuern und die Römer verjagen könnte. Jesus jedoch sah sich als spirituellen Lehrer und Wohltäter, der sich um Leute kümmerte, die mit dem strengen Glauben nicht zurecht kamen, arm oder krank waren, was ihn letztendlich umbrachte. Jesus selbst war kein Zelot.

Einige der Pharisäer, die froh waren über die von den Römern gesicherte Religionsfreiheit und sich deshalb auch nicht gegen Rom wehrten, sondern teilweise mit den Besatzern zusammenarbeiteten, sahen ihn als unbequem an, da er das Volk gegen sie aufwiegelte. Die Römer waren nervös, da fast alle Aufstände ihren Ausgangspunkt in Galilaea oder von Galiläern hatten, die Essener sahen ihn als Abtrünnigen und die Militanten als Verräter. Jesus wurde von Judas an den Teil der Pharisäer verraten, die mit den Römern gemeinsame Sache machten und Ruhe wollten. Diese wurden von einem gewissen Kaiphas angeführt, der von den Römern eingesetzt war, mit ihnen kollaborierte und sich wünschte, Jesus tot zu sehen, da dieser die Selbstgerechtigkeit seiner Gruppe immer wieder bloßgestellte und im Tempel die Geldwechsler und Händler rauswarf, was finanzielle Einbußen brachte.
Sie nahmen ihn gefangen und verhörten ihn, wollten aber sein Blut nicht an den Fingern haben. Also dachten sie, "Lassen wir die Römer das machen.", und schickten Jesus zu Pontius Pilatus, der ihn an die Absender zurücksandte, die aber so lange penetrant waren, bis Pontius sich des Falles annahm. Da er der Meinung war, daß Jesus unschuldig sei, wollte er ihn freisprechen lassen, indem er ihn und Barabbas zur Wahl stellte für die Hinrichtung. Das einfache Volk und die arbeitende Bevölkerung, die Jesus mochten, bekamen das nicht mit. Dafür hatten die Zeloten, Essener und die korrupten Pharisäer Tagediebe, Gauner und zwielichtiges Volk bestochen und die eigenen Leute aufgewiegelt und bildeten eine grölende Masse, die den Tod Jesu forderte. Die Hinrichtung resultierte also aus religiösen und politischen Gründen, denn das Establishment in Form der etablierten Religion, sowie einiger Sekten, des Militärs (die Römer) und der herrschenden Klasse hatten sich gegen ihn verschworen.

Jesus wurde gekreuzigt. Diese fand dergestalt statt, daß Füße und Handgelenke mit schweren Nägeln durchtrieben wurden. Die Haltung am Kreuz führte zu langsamem qualvollen Ersticken, da das Körpergewicht nach unten gezogen wurde und das Atmen erschwerte und sich dadurch langsam Wasser in der Lunge ansammelte, sowie Austrocknung, Nierenversagen, Blutvergiftung durch die Nägel und Hitzschlag. Eine sehr effektive Hinrichtungsmethode. Es gibt Widersprüche in den kanonischen Evangelien darüber, ob beide Zeloten, (denn gewöhnliche Räuber wurden nicht gekreuzigt) die neben ihm gekreuzigt wurden, über ihn gelästert haben oder nur einer und was seine letzten Worte waren. Vergleiche Matthäus 27, 44, wo beide mit ihm Gekreuzigten über ihn lästerten, Markus 15, wo nicht berichtet wird, ob und was sie sagten und Lukas 23, 39 - 43, wo nur einer der anderen über ihn lästert, der andere aber Jesus darum bittet, bei Gott ein gutes Wort für ihn einzulegen. Bei den letzten Worten Jesu sind sich die kanonischen Evangelien ebenfalls uneins. So heißt es bei Matthäus (27, 45 und 47): "Eli, Eli, lama asabtani? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? " Bei Markus heißt es (15, 34) genauso, aber in Lukas (23, 46): "Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!" und in Johannes (19, 30): "Es ist vollbracht!" Bei der Aussage des Matthäus, die Bezug nimmt auf Psalm 22, ließe sich herauslesen, weshalb oder wozu Jesus gekreuzigt wurde.
Jesus wurde um das Jahr 30 gekreuzigt. Er war also nicht mehr 33, wie oft behauptet wird (eine der vielen gängigen christlichen Falschinformationen), da es die ganze Chronologie durcheinanderbringen würde. Jesus war um die 36 oder 37, ein gestandener Mann, als er hingerichtet wurde.
Die Kreuzigung (eine Strafe für Hochverräter) fand statt. Sie ist nicht nur durch kanonische und apokryphe Schriften belegt, sondern auch durch die Anmerkung des Tacitus. Die Behauptung, Jesus sei scheintot gewesen, wird dadurch widerlegt, daß ein Legionär , um den Tod festzustellen, dessen Seite mit der Speerspitze aufschlitzte, worauf Blutplasma und Blutwasser getrennt heraustraten, was nur bei Toten geschieht. Ferner weist das Leichentuch von Turin Spuren der Blutgruppe AB auf, die im Orient häufig ist. Jesus muß nach der Folter und während der Kreuzigung stark geblutet haben. Es kann sein, daß eingetrocknetes Blut von dem Leichnam sich mit der Salbe verbunden hat. Ein blutüberströmter Leichnam ist kein Indiz für einen Scheintod. Es stimmt, daß Tote nicht richtig bluten, aber die Trennung von Blutwasser und Plasma findet auch nur in einer Leiche statt. Die Leiche Jesu wurde fortgeschafft und begraben, da die Bestattung am gleichen Tage wie der Tod zu geschehen hatte. Ein historisch nachweisbares Grab wurde nie gefunden, obwohl es in Jerusalem ein "Grab Christi" zu sehen gibt. Eine leibliche Auferstehung im biblischen Sinne ist geschichtlich nicht nachgewiesen und nur ein Propagandagag. Die anderen Schriftzeugnisse wie kanonische und apokryphe Evangelien und Apostelgeschichten sind widersprüchlich.

Jesu Wunder sind ernstzunehmen, da auch heute noch Wunder geschehen. Wie schon Shakespeare sagte: "Es gibt mehr Ding' im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt." Jesus war Meister der Umwandlung und konnte Kranke durch die Kraft seines Geistes heilen. Er ging auf dem Wasser (Levitation) und vollbrachte Wunder wie die Vermehrung von Materie und die Verwandlung von Wasser in Wein.
Jesus hatte eigene spirituelle Ansichten. Er beschreibt das Schicksal eines Menschen, der ins Gefängnis kommt, bis er seine Schuld abbezahlt hat. Wie soll jemand vom Gefängnis aus seine Schuld abbezahlen? Eher ist wohl gemeint, daß wenn jemand in diesem Leben Schuld auf sich lädt, dazu verurteilt ist, es in diesem oder im nächsten Leben abzubezahlen. Auch sagt er an einer Stelle der kanonischen Evangelien, Elia sei Johannes (Matth. 17, 3). Diese Aussage findet sich auch in Matth. 11. 14, wo gesagt wird, Johannes sei Elia und müsse nochmals geboren werden. Danach sagt Jesus: "Wer Ohren hat, zu hören, der höre!"(Vers 15). Dies ist ein Hinweis auf eine geheime Tradition. Natürlich kann jeder hören, der Ohren hat, es sei denn, er sei taub. Mit dieser Aussage aber deutet er darauf hin, daß er die Lehre der Wiedergeburt geheim (esoterisch) an seine Jünger weitergibt. Die verschiedenen Verfluchungen, z. B. eines unschuldigen Feigenbaumes (Matthäus 21, 18 - 20) oder ganzer Städte (Matthäus 11, 20 - 24, Lukas 10, 13 - 15) sind Unsinn und von späteren Schreibern eingefügt. Bei seinem Sinn für die Mitmenschen ist nicht anzunehmen, daß er ganze Städte, mit Kindern (zu denen er immer gut war), Frauen (für die er sich einsetzte) und Kranken (die er heilte) verfluchte.
Was jedoch Jesus wirklich gelehrt hat, läßt sich nur mutmaßen, da die Bibel, besonders das Neue Testament, wo von ihm berichtet wird, aber auch die apokryphen Schriften, nicht nur von Widersprüchen und historischen Fehlern wimmeln, sondern auch so oft überarbeitet wurden, daß niemand mehr durchsteigen kann. Die dort wiedergegebenen Aussprüche sind zweifelhaft. Daher läßt sich über Jesu Lehre kaum etwas sagen.

Er war ab und zu wütend, nicht nur erkennbar daran, daß er bei jeder Gelegenheit eine bestimmte Gruppe der Pharisäer angriff. Im Tempel zu Jerusalem prügelte er die Händler und Geldwechsler raus und warf deren Tische um. Er genoß das Leben, aß Fleisch, trank Wein, schwang (nach einem nicht in die Bibel aufgenommenen Evangelium) das Tanzbein und war verheiratet (siehe oben), also den "weltlichen Genüssen" nicht abgeneigt und hatte wohl auch ein gutes Sexualleben. Auch die kanonischen Evangelien zeigen, daß er von seinen Jüngern oft genervt war, was bei einem "vollkommenen", sprich abgehobenen Menschen nach landläufiger Vorstellung nicht zu erwarten wäre. Jesus feierte gerne und ärgerte sich oft mit seinen beschränkten Mitmenschen herum, wenn er nicht gerade Wunder vollbrachte.

Der Begriff Sohn Gottes ist nur ein Ehrentitel, der für geistlich hochstehende Personen in der Antike verwendet wurde. Jesus war nicht der leibliche, sondern der höchstens eventuell spirituelle Sohn des jüdischen Stammesgottes, der niemanden neben sich duldete. Der Begriff "Sohn Gottes" war damals nicht biologisch, sondern anders gemeint und kennzeichnete einen Menschen, der eine besondere Beziehung zu einer Gottheit hatte.
Jesus hatte eigene Ansichten, aber sah sich nicht als Religionsgründer. Sein Leben und sein Tod jedoch hatten Einfluß auf seine Anhänger. Zuerst entstanden kleine Gruppen, die Aussagen weitergaben. Die Evangelien wurden viel später geschrieben, sind uneinheitlich, und es wurde viel zusammengestrichen, hineingefälscht und "harmonisiert". Die Evangelien, die in die Bibel aufgenommen wurden, wimmeln von Widersprüchen. Der eigentliche Gründer des Christentums, wie wir es kennen, war Paulus.

Badland Warrior

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