zur unterlegenheit des russischen militärs...
Geschrieben von Scorp am 13. September 2004 20:04:58:
Als Antwort auf: Kleine Weltanalyse, Teil 2 - Rußland geschrieben von MPW am 13. September 2004 18:06:08:
Hi MPW
Gestatten, Shkval
Vor einer begegnung mit dieser waffe graust jeder NATO-trägergruppe.
Zudem besitzt russland eine moderne luftwaffe, typen wie MIG 29 oder SU 27-34 seien erwähnt.
Unsere luftwaffe z.b. hat dem momentan nichts entgegenzusetzen,
die auslieferung des eurofighter beginnt gerade, die bewaffung wird erst 2006-2008 verfügbar sein.Desweiteren verfügt das russische militär über
- Modernste Marschflugkörper vom Typ SS-N-22- „Sunburn“ und AS-19 „Koala“
- Kampfpanzer vom Typ T-80 und möglicherweise bereits über den T-95.
- Satelliten scrambler,
- Passiv radar gegen stealth bomber.Eine unterlegenheit gegenüber den westlichen streitkräften sehe ich nicht. Aufgrund der (alt)masse, gespickt mit edelstem high tech spielzeug,
könnte man russland momentan sogar in der "favoritenrolle" sehen.Und in punkto rekrutenausbildung und waffentests haben die russen momentan einen der besten truppenübungsplätze der welt, tschetschenien.
Eine bessere ausbildung (wenn man sie überlebt) gibt es nicht.Bedenkt man nun noch den abrüstungswettlauf der europärer, nun ja....
"macht auf die tür, macht weit das tor"
grüsse scorp
>Unsere weiter östlich gelegenen Nachbarn
>- sind primitive Menschen
>- saufen
>- sind grausame Vergewaltiger.
>Habe ich ein Vorurteil ausgelassen?
>Natürlich gibt es auch in Rußland gebildete und kultivierte Menschen, Antialkoholiker und Nichtraucher, die zudem ein Abonnement im Bolschoi-Theater haben.
>1. Das Land
>Rußland ist nach wie vor der flächengrößte Staat der Erde. Zwar hat das Land seit den Zeiten der Sowjetunion Gebiete eingebüßt, aber es ist genügend übrig. Eine Schatzkammer? Nun ja... Rußland besitzt alle Rohstoffe, welche die moderne Welt braucht, doch diese Rohstoffe sind zumeist schwer zugänglich im Permafrostboden und abseits aller Verkehrswege. Es gibt alles, aber eben gut verteilt über die riesige Fläche.
>2. Die Menschen
>Was bei solchen Betrachtungen oft übersehen wird: es gibt "nur" 140 Millionen Russen, nur ein paar mehr als Japaner (120 Mio.) Sicher gibt es Städte, Universitäten, Wissenschaftler und Ingenieure, doch das Land ist weitaus bäuerlicher als das, was wir gewohnt sind. Wo einst die Sowjetbürokratie Traktoren hinschickte, wird heute wieder mit Zugtieren gearbeitet. Seit die "Gulags" nicht mehr existieren und die Zwangsumsiedlung nicht mehr praktiziert wird, wandern aus Sibirien die Menschen ab.
>3. Das Militär
>Zu Sowjetzeiten besaß der Warschauer Pakt Unmengen von Panzern. Aber nur ein Teil davon waren moderne T-80 oder T-72, es gab noch die älteren T-64(?) oder T-55, womöglich besaßen Betriebskampfgruppen sogar nach T-34. Nach dem Ende des kalten Krieges wurden auch dort die Verbände reduziert, doch mit Sicherheit nicht jene, die moderne Waffen besaßen. Wir dürfen deshalb vermuten, daß alle T-72 und jünger noch existieren, ebenso die neueren Flugzeuge und Kriegsschiffe. Diese wurden mit Sicherheit in ihrem Kampfwert gesteigert, durch den Einbau neuer und verbesserter Elektronik, die der Westen so bereitwillig geliefert hat wie Japan oder China.
>Dem entgegen steht, was das russische Militär an Fähigkeiten vorführt. Zwar sind die Kämpfe im Kaukasus eher ein Einsatz gegen Terroristen als ein richtiger Krieg, aber dieser Krieg hatte eine heiße Phase, in der eben nicht das passierte, was man bei uns gerne mit der "russischen Dampfwalze" beschreibt. Im heißen Krieg wirken die Amerikaner professioneller und tödlicher.
>Gegenüber der Sowjetunion sind Soldaten und Offiziere heute schlechter gestellt. Die Moral der normalen Truppen ist gering, die Tschtetschen finden immer wieder russische Offiziere, die ihnen Waffen usw. verkaufen.
>4. Korruption
>Rußland hat einen Aderlaß bei seinen Spitzenkräften hinnehmen müssen. Schlecht bezahlte Wissenschaftler und Ingenieure folgten bereitwillig dem Ruf von dicken Dollarbündeln, egal wer damit wedelte. Nach dem Ende der Sowjetunion wurden ein paar Leute sehr reich, es bildeten sich mafiaähnliche Organisationen und der normale Bürger konnte sehen, wo er blieb. Schlecht und nur gelegentlich bezahlte Beamte erweisen gerne Gefälligkeiten als Gegenleistung für ihnen erwiesene Gefälligkeiten. Eine straffe Verwaltung hat das Land sich noch nicht zugelegt.
>5. Alles Fassade?
>So desolat sich Putins Reich auch darstellt, man sollte nicht nur darauf schauen.
>- Wirklich wichtige Wissenschaftler haben das Land nicht verlassen. Was auswanderte, war eher die zweite Reihe. Und selbst davon blieben genügend Leute im Land. Einige davon aus Patriotismus, andere, weil sie sich nicht mit Veränderungen befassen wollten (den "Spatz in der Hand" kannten sie, die "Taube auf dem Dach" im Ausland verlockte deshalb nicht ganz so sehr).
>- Auch wenn Rußland technisch rückständig sein sollte: Pauschal läßt sich sagen, daß sowjetisches Kriegsmaterial durchaus 50% der Leistungsfähigkeit von NATO-Gerät erreichte (mindestens). Schreiben wir die Entwicklung fort, hat auch Rußland Präzisionsbomber und all die schönen Spielzeuge, die uns die Amis in ihren Kriegen immer vorführen. Vielleicht trifft die amerikanische 1.000-lb-Bombe bei mir genau in den Schornstein und explodiert im Kachelofen, während die primitivere russische 1.000-kg-Bombe daneben das Dach durchschlägt und mitten im Wohnzimmer landet. Aber töten würden mich beide.
>- So wie es in der Bundeswehr gammelnde Wehrpflichtige und hoch motivierte Elitetruppen gibt, gibt es die auch in Rußland. In Tschetschenien kommt es auf die Kopfstärke der Truppen an, da sind Rekruten nicht viel schlechter als Elitekämpfer. Schließlich gibt es dort keinen wirklichen Gegner.
>Ist die russische Schwäche also demnach nur Fassade? Ja und nein. Es gibt eine leistungsfähige Armee, es gibt Atomwaffen, doch nicht in riesigen Mengen. Es reicht NICHT zur Weltrevolution - aber siehe unten.
>6. Geschichte
>Rußland war nie wirklich ein europäischer Staat. Es hatte die mongolische Herrschaft zu erdulden und war damit kein Mitglied des "Imperium Christianum", als das sich Europa trotz aller Differenzen im Mittelalter verstanden hatte. Später waren die Russen "die anderen", orthodoxe Christen, während Europa katholisch oder protestantisch war. Ein Land, in dem noch Leibeigenschaft existierte, als Europa der "Aufklärung" frönte. Ein Land, mit einem absoluten autkratischen Herrscher, als sich in Europa konstitutionelle Monarchien oder Demokratien bildeten. Die USA waren immer europäischer gewesen als Rußland. Die Abschottung hinter dem eisernen Vorhang verstärkte diese Fremdartigkeit noch.
>Rußland seinerseits hat schlechte Erfahrungen mit Europa gemacht. Gegen Napoleon half nur zurückweichen und die Invasoren an Land und Wetter ausbluten lassen. Vor dem kaiserlichen Deutschland mußte es sogar kapitulieren und gegen Hitlerdeutschland hätte es sich ohne amerikanische Hilfslieferungen nicht halten können.
>Auf diesen historischen Hintergrund darf man schließen, daß Rußland einen Krieg nur dann wagen wird, wenn der Erfolg zu 200% fest steht.
>7. Für und wider die Prophezeiungen
>Eine Invasion aus dem Nichts ist nicht möglich. Waffen müssen getestet, Truppen im Manöver trainiert werden. Große Manöver und umfangreiche Waffentests können heute nicht mehr geheim gehalten werden, dazu gibt es zu viele Satelliten über der Erde. Auch Kasernen usw. werden entdeckt.
>Ein kampfbereites Europa braucht sich vor Rußland nicht zu fürchten.
>Doch wie kampfbereit ist / bleibt Europa?
>Es geht dabei nicht um das Szenario "Wochenende Anfang August", wo viele Verteidiger zu Hause sitzen oder in den Urlaub gefahren sind. Das schwächt Europa nicht genug. Aber ein wirtschaftliches Chaos und bürgerkriegsähnliche Zustände tun es. Wenn auch Elitesoldaten nicht in den Kasernen sitzen, sondern zu Hause, um ihre eigene Familie zu schützen...
>Wenn Rußland dann einmarschiert und sich die Truppen diszipliniert benehmen, werden sie womöglich erleichtert und fähnchenschwingend als ersehnte Ordnungsmacht empfangen.
>Fazit:
>Rußland kann sich zurücklehnen und seine Schwerter schärfen. Es kann seine Grenzen sichern und abwarten, wie es dem Westen ergeht. Islamische "Terroristen" geben Anlaß, im eigenen Land gründlich aufzuräumen und das den USA als Beitrag im Kampf gegen den internationalen Terrorismus zu verkaufen. Rein defensiv und nur zum Selbstschutz weiter aufrüsten, bis sich die Gelegenheit ergibt, irgendwo reife Früchte zu ernten. Sollte sich diese Gelegenheit nicht ergeben, bleiben die Truppen zu Hause und niemand erfährt, daß es einmal gewisse Pläne gegeben hatte.
>Und natürlich darf Europa solange den Aufbau und die Befriedung Rußlands bezahlen.
>Eine Meinung made by MPW
>- Fortsetzung folgt -
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