Re: Und mir geht das Einprügeln auf Unschuldige auf die Nerven
Geschrieben von Dunkelelbin am 10. August 2004 23:40:35:
Als Antwort auf: Und mir geht das Einprügeln auf Unschuldige auf die Nerven geschrieben von franke43 am 10. August 2004 13:01:47:
Hallo Franke,
Dein Beitrag ist wirklich gut und geht auf viele Ursachen der gegenwärtigen Situation ein.
Lass mich noch ein wenig dazu bemerken;)
>Hallo
>>>Wer wissen will was Armut bedeutet und daß man woanderst die Deutschen nicht verstehen kann (Hartz IV ist schon lange überfällig)
>Wir können uns ja auch gern mit Afghanistan oder den
>Philippinen oder Sierra Leone vergleichen. Klar gibt
>es anderswo viel schlimmeres Elend als das, was die
>Hartzreformen bisher mit sich bringen, aber die Lösung
>müsste sein, global allen Menschen ein erträgliches
>Dasein zu ermöglichen und nicht uns (fast) ins gleiche
>Elend zurückzuwerfen, in dem sich viele andere leider
>immer noch befinden.Ja, das wäre eine glückliche Welt. Leider ist das eine Utopie...
Es wird niemals funktionieren, weil es immer und überall korrupte, machtbesessene, gierige Personen gibt. Das liegt in der Natur des Menschen.Hallo JoeKaiser,
>>auf die Gefahr hin, dass ich mich mal wieder unbeliebt mache: Ich kann das >ewige Gejammere bald nicht mehr hören!
>Und ich kann es nicht mehr hören, wenn unschuldige
>Opfer (hier: Arbeitslose) einer schlechten Entwicklung
>(hier: "Einsparung" oder Auslagerung von Arbeitsplätzen)
>zusätzlich noch von den Tätern und den Noch-Nicht-
>Opfern verhöhnt, beschimpft und ins gesellschaftliche
>und materielle Abseits geschickt werden. Bei den
>meisten heutigen Arbeitslosen fehlt nämlich der
>Tatbestand des eigenen Verschuldens, der einzig eine
>Bestrafung durch die übrige Gesellschaft rechtfertigen
>würde.Nein, nicht nur! Wenn jemand, ich nehme mich selbst als Beispiel, seit nun 20 Jahren versucht immer auf eigenen Beinen zu stehen und nicht auf jemand angewiesen ist der ihn unterstützt - was meinst Du, was ich schon an Hohn und Beleidigungen gehört habe.
Gestern abend erst wurde mir u.A. gesagt ich sei ein Kapitalistenschwein, eine blöde Kuh.
Klar, ich bin einfach zu dumm. Ich habe mich nicht mit 16 schwängern lassen um hinterher die Hand aufzuhalten um in Selbstmitleid zu zerfließen. Für mich ist es selbstverständlich, dass auch ich als Frau die Pflicht habe für mich selbst zu sorgen, Verantwortung für mein Leben übernehme und das meiner Familienangehörigen.
Ich habe meine ganze Jugend dafür gegeben um meinen Hochschulabschluß mit 19 (!!) zu erzielen, bin hinterher mehrmals innerhalb D/CH umgezogen damit ich in meinem erwählten Beruf auch tätig sein konnte und mit 24 war ich bereits als Dozentin tätig.
Nein, meine Familie gehört nicht zum Geldadel, meine Eltern flüchteten 1961 kurz vor dem Mauerbau. Alles was ich besitze, habe ich mir selbst erarbeitet und das war wirklich kein Zuckerschlecken. Dennoch sind mir materielle Besitztümer nicht sonderlich wichtig, denn die spirituelle Entwicklung sehe ich als Grund unser aller Existenz.
Aber wir leben nicht im Wolkenkukuksheim und unsere Mägen müssen irgendwie gefüllt werden. Da es nicht mehr möglich ist, in urbanen Gesellschaften zu leben, müssen wir unsere Entwicklung weiter voranbringen und Gesellschaftssysteme hervorbringen, die vollkommen anders strukturiert sein werden, als wie wir es uns vorstellen. Um aber an diese neue gesellschaftliche Evolutionsstufe erreichen zu können, müssen wir alle etwas TUN!!!
Ich aber sehe zuu viele sich selbst bemitleidende Gestalten im besten Mannesalter, die sich eigentlich direkt umbringen können, wenn sie ihre EINSTELLUNG nicht ändern.
Diese unglaubliche Lethargie die scheinbar mehr als 50% der Bevölkerung ergiffen hat ist erschreckend.
Die Montags-Demos sind ein winziger Schritt. Raus aus der Opferecke und ran.Wo ist die Lebensenergie?? Wo ist der wirkliche WILLE etwas tun, sich selbst an den Haaren aus dem Sumpf zu ziehen und wenn nötig, diejenigen, die tatsächlich die Verantwortung für die sich zuspitzende Situation tragen von ihren Thron zu stürzen??
>>(Damit meine ich nicht Dich, sondern nehme Deinen Beitrag als Einleitung).
>Und ich Deinen.
>>Wir ALLE haben Jahrzehnte im Überfluß gelebt bis die Wohlstandsgesellschaft >anfing sich selbst zu verdauen.
>Klar basiert der Nachkriegswohlstand der "westlichen
>Welt" (einschl. Japan und ostasiatische "Tiger") auf
>dem weitgehenden elend der "restlichen Welt". Aber
>wie erwähnt: niemand ausser einer gewissenlosen und
>parasitären hauchdünnen Elite profitiert davon, wenn
>statt den meisten praktisch alle wieder ins Elend
>zurückversetzt werden, aus denen zumindest wir uns
>die letzten 50-60 Jahre lang befreit hatten.Die Grundursache ist nun mal die gewaltige Bevölkerungsexplosion. Unsere innerdeutsche Misere derzeit ist auf die Urkatastrophe des 20.Jahrhunderts zurück zu führen - den 1.WK.
Das aber ist Vergangenheit und nicht umkehrbar zu machen.>>Es ist doch eine Milchmädchenrechnung gegen die jetzt demonstriert wird. Es >ist ein bestimmter Betrag im Sack drin und der kann nun mal nur einmal >ausgegeben werden.
>Der Geldsack mag leer sein, der Sack an Gütern und
>Dienstleistungen (BNP) hingegen ist keineswegs leer,
>sondern nach wie vor prall gefüllt an all dem, was
>wir alle brauchen, um nicht nur physisch überleben,
>sondern sogar anständig und in bescheidenem Wohlstand
>(halt etwas weniger als jetzt) leben könnten - wenn
>denn vernünftige Verteilungsmechanismen am Werk
>wären. Und damit meine ich die Verteilung der Arbeit
>UND der Früchte dieser Arbeit.Der Kommunismus ist tatsächlich die perfekte Ideologie. Allerdings berücksichtigt sie nicht den Faktor Mensch und damit ist sie in der Praxis unbrauchbar.
>>Zu viele *Bürger* haben sich über lange Zeit auf den Staat verlassen ohne auch >nur einen Gedanken daran zu verschwenden, woher das Geld eigentlich kommt.Die >Miß(t)wirtschaft der Regierungsparteien der letzten zwei Jahrzehnte tat sein >übriges.
>Jahrzehnte über wurde gezielt ein Vertrauen der
>Bürger auf den fürsorglichen Staat aufgebaut, auch
>seitens der Staatsorgane, und die Leute haben nur
>gelernt, in einem fürsorglichen "Vater Staat" zu
>überleben.Ziemlich kurzsichtig und naiv darauf zu vertrauen;)
^^ Und die klassischen Hilfsmittel, wie man
>in einem nicht-fürsorglichen Staat überlebt - wie
>z.B. Ersparnisse und Kapitalversicherungen - werden
>jetzt gezielt zerstört bzw. enteignet. Also soll
>man nicht nur (fast) keine Hilfe mehr erhalten,
>sondern sich nicht mal mehr selber helfen dürfen.Jeder Arbeitnehmer der mind. 2 Jahre in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, hat immer noch 12 Monate Zeit sich um eine neue Anstellung zu bemühen, bevor er in die AH absteigt.
Ich sehe eine Ungerechtigkeit dahingehend, dass jemand der z.B. 30 Jahre im Erwerbsleben steht, plötzlich Arbeitslos wird und den selben Anspruch hat wie ein *Neuling*. Das müsste geändert werden.
Dennoch sind 12 Monate eine ausreichende Zeit sich neu zu orientieren. Dass u.U. die Ersparnisse angerechnet werden ist vollkommen richtig.Weshalb soll die Allgemeinheit einen Nichtbedürftigen Unterstützung zahlen, der vielleicht 20.000 € auf dem Konto hat???
>>Jetzt ist der Sack leer und der Katzenjammer da. Pech.
>Der Geldsack ist leer, der Sack mit den Gütern nicht.
>>Doch nicht nur das Geld scheint mit den Jahren *entschwunden* zu sein sondern >auch das Wissen darüber, dass jeder Mensch für sich selbst verantwortlich ist.
>Verantwortung kann nur zusammen mit Freiheiten und Freiräumen
>existieren. Diese Freiräume wurden in D und vergleichbaren
>Ländern durch eine Sintflut an gängelnden Bestimmungen
>längst völlig beseitigt.Nun, der Amtsschimmel wieherte schon zu Kaiser Wilhelms Zeiten kräftig,- das ist nix neues;)
Es deutschelt eben in Deutschland.>>Jeder beharrt auf seine Rechte, nur die Wenigsten denken auch mal an ihre >Pflichten.
>Wurden diese Rechte nicht jahrzehntelang gepredigt und
>gerühmt, gerade von den Politikern ? Und zwar als das,
>was man früheren Generationen endlich abgetrotzt hatte
>und dass man den früheren elenden Verhältnissen endlich
>(und für alle Zukunft) entronnen sei ? Denk doch nur
>mal 100 Jahre zurück in die wilhelminische Ära mit
>ihren Standesdünkeln und ihrem Klassenwahlrecht und
>Bismarcks Sozialistengesetzen.Nun, ich erwähnte ja bereits die Urkatastrophe. Und die Illus haben ihr Werk hervorragend unter das Volk gebracht.
>>HartzIV muss kommen, weil es anders eben nicht mehr geht.
>Es ginge sehr wohl anders.
>>Hier reden alle was >für tolle Typen sie seien, wissen sie doch zu überleben, >wenn der 3.WK oder >die 3TF eintritt - ich lach mich schlapp.
>Das Überleben des WK3 basiert auf gewissen Voraussetzungen:
>1. Dass man in etwa weiss, WANN der Krieg beginnt
>(anhand deutlicher Vorzeichen)
>2. Dass man aus den Prophs in etwa weiss, wo und wie er
>ablaufen und wie lange er dauern wird.
>Unter diesen Voraussetzungen kann man tätig vorausplanen,
>gezielt in "harmloseren" Gegenden leben oder frühzeitig
>in solchen Regionen Fluchtmöglichkeiten aufbauen, Vorräte
>anlegen, praktische Kenntnisse erwerben etc. pp.
>Auf das lange und quälende Dauerelend eines Abstiegs der
>ganzen Nation zu einem Zweit- oder Drittweltland kann
>man nicht auf dieselbe Art angemessen reagieren. Die
>Alternative wäre die Auswanderung in ein Land, das sich
>(hoffentlich) auf dem aufsteigenden Ast befindet.Hm.
>>Die Hälfte der STT ( Super-Tollen-Typen )schaffen es ja nicht mal jetzt für >sich zu sorgen.
>Eben: manchmal wäre es leichter einen kurzen Krieg
>zu überleben (Voraussetzungen siehe oben) als eine
>lange und langsame Verelendung. Aus unserer Sicht hier
>im Forum wäre ein Ende mit Schrecken tatsächlich weniger
>schlimm als ein schrecken ohne Ende.Richtig. Allerdings wurde das alles vom WV exakt so vorhergesagt.
>>Würde HartzIV nicht kommen, würde es wohl bedeuten, dass diejenigen, die in >Lohn stehen noch höhere Abgaben zahlen müssten, um den Wohlfahrtsstaat am >Leben zu erhalten. Meine Abzüge würden erhöht, damit jemand der nicht arbeitet >nicht an seine Sparbücher muss???
>Und wie wäre es, wenn man stattdessen die vorhandene
>Arbeit durch Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich
>gleichmässiger auf die Arbeitswilligen verteilen
>würde, und damit auch den Lohn der Arbeit und die
>Kaufkraft ? Für Noch-Arbeitnehmen mit langfristigen
>Verbindlichkeiten (Hausabzahlung ) müsste man eben
>flexible Übergangslösungen bei der Schuldenbedienung
>machen, damit nicht stattdessen diejenigen, die
>unverschuldet arbeitslos werden, ganz aus ihren Häusern
>vertrieben und auch noch Opfer von Zwangsversteigerung
>und Kapitalzerstörung werden. Vom fehlenden "angemessenen"
>Wohnraum für all diese unschuldig sozial Degradierten
>mal völlig abgesehen.Ich habe mir bislang kein Haus gekauft, WEIL ich eben daran gedacht habe, evtl. arbeitslos zu werden und den Abtrag nicht zahlen zu können.
Mit andern Worten: Kauft euch Eigentum, auch wenn ihr es euch nicht leisten könnt???
Kappier ich nicht ganz.>Wenn man will und ein wenig mit dem Herzen denkt,
>kann man (noch) die Konsensusgesellschaft und den
>sozialen Frieden in D und in vergleichbaren Ländern
>retten.Der soziale Friede wird nicht gerettet werden, wenn es Menschen gibt, die sich auf Kosten von anderen ein gemütliches Leben machen und dann jene noch beschimpfen, durch deren Arbeit sie überhaupt überleben können.
>>Tut mir leid, die paar Kröten die ich monatlich an die Seite legen kann, wären >dann nicht mehr drin. Das kanns ja auch nicht sein.
>Siehe meine Vorschläge. Klar haben auch die ihre
>Schwächen, aber da müssten eben mehr Leute kreativ
>in dieser Richtung denken.Wie gesagt, vieles ist theoretisch richtig, aber nicht umsetzbar.
>>Wir alle sind vollkommen verweichlicht, soo schlecht gehts uns bei weitem >nicht, wie alle vorgeben.
>NOCH nicht, aber inzwischen scheint ja alles völlig
>nach unten offen zu sein, oder ?Jeap.
^^Ausserdem: wir
>sind verweichlicht, weil man uns so erzogen hat.Öhm..mich hat man so nicht erzogen...
>Wir sind es gewöhnt, morgens in Freiheit und
>Menschenwürde zu erwachen und den neuen Tag nicht
>fürchten zu müssen (ausser im Srassenverkehr).Naja. Ich könnte aus dem Nähkästchen plaudern, aber das würde wohl zu weit führen;))
>Und ehrlich gesagt: genau so sieht menschenwürdiges
>Dasein aus, wie ich es allen Menschen weltweit
>gönnen würde.*Menschenwürde* klingt mir zu spezifisch. Wie wäre es mit dem Recht auf ein würdiges Dasein eines JEDEN Lebewesens??
Grüße
Dunkelelbin*
heute nicht mehr ganz soo dunkel;)>>Grüße
>>Dunkelelbin*
>>ziemlich dunkel heute.
>>
>Franke
>Auch recht finster