Re: Passagiere sahen zu: Jüdin in Pariser Zug terrorisiert

Geschrieben von detlef am 12. Juli 2004 20:16:10:

Als Antwort auf: Re: Passagiere sahen zu: Jüdin in Pariser Zug terrorisiert geschrieben von JeFra am 12. Juli 2004 07:11:10:

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>hindernd ist natuerlich das nordeuropaeische ordnungsdenken. "dafuer ist doch ..... zustaendig" (einsetzen:polizei/feuerwehr/hilfswerk/sanitaeter/justiz/...)
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>Das ist wohl nicht nur das norddeutsche Ordnungsdenken, sondern schlicht und einfach die Rechtslage. Ich glaube, mich an den Fall einer Röntgenschwester zu erinnern, die Judo trainiert hat, bevor sie durch ihr Eingreifen in so einem Fall erwerbsunfähig wurde. Der Kriminellen waren es eben doch zu viele. Sie hatte danach noch selber ein Verfahren am Hals, weil einscheinand auch einer der Kriminellen doch etwas stärker beschädigt wurde, als vom Gesetz als vertretbar angesehen. Aber vielleicht bringe ich hier die Details aus zwei verschiedenen Fällen durcheinander, von denen ich gehört habe. Was prinzipiell die Rechtslage angeht, gehe ich aber auf jeden Fall davon aus, daß a) Ihre Versicherung nicht zahlt. b) Sie gnadenlos unter Hartz IV fallen (Sie sind ja an Ihrer Invalidität selbst schuld) und c) wenn Ihr Gegner auch invalide wird oder gar das Zeitliche segnen sollte, Sie massivst Ärger am Hals haben. Einen solchen Fall in Großbritannien hatte Swissman ja vor einigen Tagen mal gebracht.

ja, all diese gedanken halte ich fuer sachlich richtig.
gefuehlsmaessig sagt mir der aufrechte gang des freien mannes aber mehr zu, als das gebueckte schleichen des knechtes. (mit einer der gruende, warum ich aus dem deutschland der '70er jahre ausgewandert bin)
eines der ersten dinge, die ich hier gelernt habe: freiheit hat ihren preis. die kosten, welcher art auch immer, fuer das eigene freie handeln auf sich zu nehmen.

>Wenn Sie zugunsten eines Juden eingreifen, kümmert sich vielleicht jemand um Ihre Verteidigung und um Ihre Ansprüche gegen Ihre Invalidenversicherung, aber bei der Mehrzahl der Verbrechensopfer ist das ja nicht der Fall.

auch wenn ich mich als "seeehr" konservativ einschaetze, wuerde ich, um auf den oben geschilderten fall der juedisch aussehenden nichtjuedin zurueckzukommen, wenn ich eine frau mit kind in bedraengnis sehe, diese nicht erst nach ihrer volkszugehoerigkeit fragen.

fuer mich sind frauen und kinder schlicht und ergreifend nicht-kombatanten, bis sie mir das gegenteil beweisen.
also schutzwuerdig.

wenn ich anders denken wuerde, wuesste ich ja nicht mehr, wo der unterschied zwischen mir, und den horden, die die oestlichen teile deutschlands verwuesteten, zu finden sein sollte.

gruss,detlef
http://fc1.parsimony.net/user355/cowboy.gif


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