Re: Die Lage 1890
Geschrieben von BBouvier am 15. April 2004 11:56:45:
Als Antwort auf: Die Lage 1890 geschrieben von franke43 am 15. April 2004 09:40:43:
Hallo, Franke!"""Unklar ist mir, warum Österreich auf der Karte
>trotz dem Verlust Tschechiens so eine glänzende
>Expansion (bis nach Griechenland) eingeräumt wurde." """Das wohl als Gegengewicht zu Russland, das man gern
als Wüste hätte. (siehe die Karte)
Nochmal:
LLoyd George 1917:
"...aber vor allem muss der Zar weg!"Und man sponsort die Bolschewiken.
Ich habe mich schon oft gefragt, ob die fehlende
Unterstützung der Nationalchinesen durch die USA
nicht darin begründet war, dass man denen den
Kommunismus vorsätzlich an den Hals gehängt hat, um die
erstmal als Macht im Pazific auszuschalten.Mit Russland hatte diese Methode ja zwischen 1917 und
1937 auch recht schöne Erfolge gezeitigt.
Dann verwickelt man das erst gesponsorte Deutschland
in einen Krieg mit Russland und ist fein raus.Diese Methode ist ja nun wirklich nicht neu.
So wurde das Britsche Kaiserreich aufgebaut.BB
>Gruss
>Hallo
>Klar ist das Willem II, denn um den dreht sich ja die
>ganze Karte.
>Wir rekapitulieren:
>Die beiden Kolonialmächte England und Frankreich
>akzeptierten 1871 nur widerwillig die deutsche Reichs-
>gründung. Frankreich blieb gar nichts anderes überig,
>denn man hatte ja soeben gegen die preussische Armee
>und ihre Verbündeten verloren. England hatte aber auf
>dem Kontinent eine schwache Stellung, denn man hatte
>ja auf Übersee und auf "Britannia rule the waves"
>gesetzt. Frankreich und England waren gleichermassen
>entsetzt über den schnellen Sieg, den die deutschen
>Armeen (trotz fehlender nationaler Einheit) über die
>französischen Kontingente Napoleons III errungen
>hatten. Ausserdem war der Konflikt von Bismarck
>durch die Emser Depesche bewusst herbeigeführt
>worden.
>Der erste gesamtdeutsche Kaiser überliess die Politik
>weitgehend seinem Reichskanzler Bismarck, der sich
>ja schon vorher realpolitisch bestens bewährt hatte.
>Bismarck wusste, was vom neuen deutschen Reich erwartet
>wurde: internationale Zurückhaltung und innere Aufbau-
>arbeit. Auch sah er (moderner als Willem II) die
>Zukunft Deutschlands eher in einer Industrialisierung
>im Innern als in einer Expansionspolitik nach aussen.
>Bismarck setzte also auf folgende Komponenten:
>- Industrialisierung Deutschlands
>- Zurückhaltende Aussenpolitik auf der Basis von
> bi- und trilateralen Bündnissen
>Im Klartext verzichtete Bismarck auf eine deutsche
>Flotten- und Kolonialpolitik, um England und wohl
>auch Frankreich zu beruhigen.
>Wilhelm I starb 1888 und wurde - nach kurzem Interregnum -
>von seinem enkel abgelöst. Der hatte völlig neue Ideen,
>und die wurden 1890 allmählich klar:
>- Das alte Schlachtross Bismarck wurde geschasst
>- Der junge Kaiser nahm selber das Ruder in die Hand
>- Der junge Kaiser setzte zusätzlich zur schnellen
> Industrialisierung ("Gründerzeit") auch auf eine
> expansionistische Aussen- und Flottenpolitik.
>Wir kennen seine Mottos:
>"Volldampf voraus !" "Deutschlands Zukunft liegt auf
>dem Wasser" (Bau einer neuen deutschen Kriegsflotte)
>"Ein Platz an der Sonne" (Schaffung deutscher Kolonien)
>Damit war Englands Vormachtstellung zur See und in
>Übersee bedroht. Deshalb wollte man wohl Deutschland
>in den Zustand vor 1871 zurückversetzen. Und Franreich
>wollte die verlorenen Ostprovinzen zurückhaben.
>Unklar ist mir, warum Österreich auf der Karte
>trotz dem Verlust Tschechiens so eine glänzende
>Expansion (bis nach Griechenland) eingeräumt wurde.
>Gruss
>Franke
- Re: Die Lage 200x RaginHari 16.4.2004 01:17 (1)
- Re: Die Lage 200x@ragin BBouvier 16.4.2004 02:40 (0)