Re: Der andrologische Stuhl des Vatikan. Dem Heiligen Vater ans Gemächte greifen
Geschrieben von Marc Malbec am 06. April 2004 15:29:42:
Als Antwort auf: Päpstin Johanna geschrieben von JeFra am 06. April 2004 10:34:08:
Hallo JeFra,
das mit der Päpstin Johanna ist nicht so unrealistisch wie uns die katholische Szene glauben machen möchte.
Dazu gibt es einige pikante Details im Buch "Gottes erste Diener" von Peter de Rosa.
Die Päpstin Johanna soll unter den römisch-katholischen Kuttenhengsten einen derart großen Schock hinterlassen haben, daß seitdem jeder neugekürte Papst auf die "Sedes Stercoaria" gebeten wird, einen unten offenen Kackstuhl.
Danach kommt, vermutlich von hinten (!), ein geistlicher Diener, der dem Heiligen Vater ans Gemächte greift. Nicht, daß man wieder eine Tussie zum(r) Stellverteter(In) Gottes ernennt.
Mich erinnert das stark an die italienische Comedia dell´Arte oder die ebenfalls aus Italien stammende Opera Buffa, wo es mit allerhand Imbroglio und Qui pro Quo nur um eines geht: wer es schaftt, seine Brunftkugeln auf eine möglichst angenehme und ertragreiche Art und Weise zum Einsatz zu bringen.
Für die Rolle des Hanswursten wäre niemand besser geeignet als der Stellvertreter Christi, weil in diesem Amt pompöses Auftreten und unfreiwillige Komik unter Vernachlässigung jeglicher Schamgrenzen seit jeher eine unschlagbare Symbiose eingehen.
Wer mal wieder schwer depressiv in den Seilen hängt, dem möchte ich zur Durchheiterung seiner trüben Stunden das Buch "Gottes erste Diener empfehlen". Eine bessere Quelle für vatikanische Indiskretionen als Peter de Rosa, Absolvent der Gregoriana, der wichtigsten päpstlichen Universität, wird sich schwerlich finden lassen.
Nach einer Professur für Ethik und vielen Jahren als Dekan am Corpus Christi College hat de Rosa das Priesteramt aufgegeben. Seit dem Weltbestseller Gottes erste Diener gilt der Insider als der Vatikanspezialist schlechthin. Er lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in Irland.
Damit ist er immer noch anständiger als, sagen wir mal, Johannes XXIII (der in der Erstausgabe, sprich, Baldassare Cossa) oder Alexander VI, Vater von Lucrezia Borgia und weiterer zahlloser - unehelicher Kinder - von denen er 9 offiziell als die Frucht seines Leibes anerkannt hat.
Der syphiliskranke Sohn von Papst Alexander VI, Cesare Borgia - ja, an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen - war das Vorbild für Niccolo Machiavellis "Der Fürst".
Johannes XXIII war nicht der einzige Papst, der Jahrhunderte später unter gleichem Namen, aber in anderer personeller Besetzung seine Wiederauferstehung erlebte.
Et resurrexit tertia die. Die Erde erbebete und die Gräber taten sich auf, und wiederauferstanden von den Toten war die unnennbare katholische Schande.
Wie auch der unsterbliche Hanswurst aus Kasperletheater, Comedia dell`Arte und Opera Buffa. Die Darsteller wechseln, die Narrenrolle bleibt.
Oder, noch härter formuliert: "Die Fliegen wechseln, die Sch... bleibt immer die gleiche" (Gottfried Benn).
Eines muß man den Weihwasserspeieren lassen. Sie waren um vieles klüger als die Deutschen. Wer von uns hat so viel Phantasie, daß es bei uns mal wieder einen staatlichen Führer namens Adolf Hitler geben wird, nur eben in der Neuauflage als Muster und Ausbund zivilisierter, demokratischer Tugenden?
Marc Malbec
- Re: Besinnliches zum Osterfest Marc Malbec 07.4.2004 15:37 (0)
- Habet! JeFra 07.4.2004 09:37 (0)