Mongolische Prophezeiung

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Die folgende Prophezeiung stammt aus dem 1921 erschienenen Buch „Beasts, Men and Gods“ von Ferdinand Ossendowski.
Ossendowski kämpfte als Offizier des Zaren im Ersten Weltkrieg. Nach Ausbruch der bolschewistischen Revolution soll er verhaftet werden und flieht aus seiner Heimatstadt Krasnojarsk (Sibirien) bei Nacht und Nebel in die Wälder, wo er sich elend und unter falschem Namen durchschlägt, indem er sich von der Jagd und Beeren ernährt. Die Schilderung dieses abenteuerlichen Lebens, das ein wenig an Robinson Crusoe erinnert, schlägt den Leser von der ersten Zeile an in den Bann. Ossendowski ist ein kultivierter Mensch, ein sorgfältiger Beobachter und ein begnadeter Erzähler. Als die Revolutionäre mordend auch ins hintere Sibirien einfallen, beschließt Ossendowski, Rußland zu verlassen und über die Mongolei und Tibet Indien zu erreichen, scheitert jedoch, weil die Gebirgspässe in Tibet bereits in der Hand der Roten sind.
Daraufhin wendet er sich in Richtung China. Dort, noch im Osten der Mongolei, schließt er sich den Weißen Truppen an, die unter dem Oberst Ungern von Sternberg gegen die Bolschewiken kämpfen. Mit Sternberg ist er bald in enger Freundschaft verbunden. Sternberg hatte 1921 Bogdo Khan, den lebenden Buddha der Mongolei, den die Chinesen inhaftiert hatten, gewaltsam mit einem Husarenstückchen befreit und erfreute sich verständlicherweise seitdem dessen besonderer Gunst.
Ossendowski geht – als Sternbergs Freund – bei Bogdo Khan ein und aus und genießt auch bald das Vertrauen der an dessen Hof lebenden hohen Lamas. Auf den letzten Seiten des Buches schildert Ossendowski, sozusagen nebenher, eine Prophezeiung von 1890, die ihm der Hutuktu (Abt) von Narabantschi (ein Kloster) erzählt.

Bernhard Bouvier im Magazin2000plus Spezial 15 von 2003[1]

„Als der König der Welt (eine mystische Sagenfigur) vor dreißig Jahren vor den von Gott begünstigten Lamas in unserem Kloster erschien, machte er folgende Prophezeiung:
Mehr und mehr werden die Menschen ihre Seelen vergessen und auf ihr leibliches Wohl bedacht sein. Die größte Sünde und Verderbtheit wird auf der Erde herrschen. Die Menschen werden wie wilde Tiere nach dem Blut und dem Tod ihrer Brüder dürsten. Der Halbmond wird düster werden, und seine Gefolgschaft wird in Bettlertum und endlosem Krieg versinken. Seine Eroberer werden den Sonnenstich erleiden und nicht weiter aufsteigen können. Zweimal werden sie von schwerstem Mißgeschick heimgesucht werden, das ihnen zur Schmach in den Augen der anderen Völker gereichen wird.

Die Kronen von Königen, großen und kleinen, werden fallen. Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht… Eine schreckliche Schlacht wird unter allen Völkern stattfinden. Die See wird sich röten… Die Erde und der Meeresboden werden mit Knochen bedeckt sein… Königreiche werden der Auflösung verfallen… Ganze Völker werden dahinsterben… Hunger, Krankheit und Verbrechen, wie die Welt sie vorher nie gesehen hat, werden herrschen. Die Feinde Gottes und des göttlichen Geistes im Menschen werden kommen. Derjenige, der die Hand eines anderen ergreift, wird umkommen.

Die Vergessenen und Verfolgten werden aufstehen und die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich ziehen. Es wird Nebel und Stürme geben. Nackte Berge werden plötzlich mit Wäldern bedeckt sein. Erdbeben werden kommen.

Millionen werden ihre Sklavenfesseln und ihre Erniedrigung mit Hunger, Krankheit und Tod vertauschen. Die alten Straßen werden von Mengen bedeckt sein, die von Platz zu Platz wandern.

Die größten und schönsten Städte werden im Feuer vergehen… Eins, zwei, drei… Der Vater wird gegen seinen Sohn, der Bruder gegen seinen Bruder und die Mutter gegen ihre Tochter aufstehen… Laster, Verbrechen und Zerstörung von Leb und Seele werden folgen… Familien werden auseinander gerissen… Glaube und Liebe werden verschwinden…
Unter zehntausend Menschen wird nur einer übrig bleiben, und er wird nackt und toll und ohne Kraft und ohne die Kenntnis sein, wie er sich ein Haus bauen und Nahrung finden kann… Er wird heulen wie der wütende Wolf, Leichen verschlingen, sich ins eigene Fleisch beißen und Gott zum Kampfe herausfordern… Die ganze Erde wird leer werden. Gott wird sich von ihr abwenden, und über ihr wird es nur Nacht und Tod geben.

Dann werde ich ein Volk, ein jetzt unbekanntes Volk senden, das das Unkraut der Tollheit und des Lasters mit starker Hand ausreißen und denjenigen, die dem Geiste der Menschheit treu geblieben sind, zum Kampf gegen das Böse anführen wird. Dieses Volk wird auf der durch den Tod der Nationen gereinigten Erde ein neues Leben begründen.

Im fünfzigsten Jahr werden drei große Königreiche in Erscheinung treten, die einundsiebzig Jahre glücklich bestehen werden. Danach wird es achtzehn Jahre des Krieges und der Zerstörung geben.

Dann werden die Völker von Agharti aus ihren unterirdischen Höhlen auf die Oberfläche der Erde kommen.

Der Hutuktu ergänzt die Prophetie mit seiner eigenen Schau:
In der Nähe von Karakorum und an dem Ufer von Ubsa Nor sehe ich riesige, vielfarbige Lager, Herden von Pferden und Rinder und die blauen Jurten der Führer. Darüber sehe ich die alten Banner Dschingis Khans. Der Könige von Tibet, Siam, Afghanistan und indischer Fürsten, die heiligen Zeichen aller lamaistischen Hohenpriester, die Wappen der Khane der Olets und die einfachen Zeichen der nordmongolischen Stämme. Ich höre nicht den Lärm der erregten Menge. Die Sänger singen nicht die eintönigen Gesänge der Berge, Steppen und Wüsten. Die jungen Reiter erfreuen sich nicht an dem Wettlauf ihrer flinken Rosse… Da stehen zahllose Scharen alter Männer, Frauen und Kinder, und jenseits im Norden und Westen ist der Himmel, so weit das Auge blicken kann, rot wie eine Flamme. Dort sind das Gebrüll und das Krachen des Feuers und wilder Kampfeslärm zu hören. Wer führt diese Krieger an, die unter dem geröteten Himmel ihr eigenes Blut und das Blut anderer vergießen? Wer führt diese Scharen unbewaffneter alter Männer und Frauen an? Ich sehe strenge Ordnung, tiefes religiöses Verstehen der Zwecke, Geduld und Ausdauer… Eine neue große Wanderung der Völker, den letzten Marsch der Mongolen.“

Quelle

Literatur

  1. Ossendowski, Ferdinand: Beasts, Men and Gods. 1921.