Lindelied

Version vom 1. Dezember 2015, 13:54 Uhr von Taurec (Diskussion | Beiträge) (Gegenüberstellung der verschiedenen Versionen des Liedes)

Auf dieser Seite sind einige Fassungen des Liedes der Linde auf Unterschiede überprüft.

Nicht miteinbezogen sind Veröffentlichungen, die nach Adlmaiers "Blick in die Zukunft" erschienen, weil diese alle auf Adlmaier zurückgehen.


Zugrunde liegt die Urfassung von 1920 in originaler Rechtschreibung und Zeichensetzung (die Nummerierung wurde von mir hinzugefügt). Farbig hervorgehoben unter einer Zeile sind von der Urfassung abweichende Fassungen aus anderen Drucken angegeben. Dabei wurde, nachdem sich die Rechtschreibung immer wieder in einzelnen Buchstaben unterscheidet, lediglich auf abweichende, bzw. unter Umständen bedeutungsverändernde Formulierungen und Wortwahl geachtet, sowie auf Wortverdrehungen.


obwohl in dieser Sammlung so eingeordnet, ist das Lied der Linde nicht als Fälschung zu betrachten, sondern als eine Verarbeitung älterer Stoffe in Gedichtform. Für Näheres siehe diese ausführliche Forumsdiskussion:

Die Verse mit ihren mutmaßlichen Vorlagen

Gegenüberstellung der verschiedenen Versionen des Liedes


Textunterschiede sind blau hervorgehoben.

1920 1925 1949 1950 1955 1961
1

Alte Linde bei der heil’gen Klamm,

Ehrfurchtsvoll betast’ ich deinen Stamm:

Karl den Großen hast du schon gesehn,

Wann der Größte kommt, wirst du noch stehn.

Alte Linde bei der heil’gen Klamm,

Ehrfurchtsvoll betast’ ich deinen Stamm:

Karl den Großen hast du schon gesehn,

Wann der Größte kommt, wirst du noch stehn.

Alte Linde bei der heil’gen Klamm

Ehrfurchtsvoll betast’ ich deinen Stamm

Karl den Großen hast du schon gesehn

Wann der Größte kommt, wirst du noch stehn.

Alte Linde bei der heil’gen Klamm,

Ehrfurchtsvoll betast’ ich deinen Stamm:

Karl den Großen hast du schon gesehn,

Wann der Größte kommt, wirst du noch stehn.

2

Dreißig Ellen mißt dein grauer Saum

Aller deutschen Lande ältster Baum

Kriege, Hunger schautest, Seuchennot

Neues Leben wieder, neuen Tod.

Dreißig Ellen mißt dein grauer Saum,

Aller deutschen Lande ältster Baum!

Kriege, Hunger schautest, Seuchennot,

Neues Leben wieder, neuen Tod.

Dreißig Ellen mißt dein grauer Saum,

Aller deutschen Lande ältster Baum!

Kriege, Hunger schautest, Seuchennot,

Neues Leben wieder, neuen Tod.

Dreißig Ellen mißt dein grauer Saum,

Aller deutschen Lande ältster Baum!

Kriege, Hunger schautest, Seuchennot,

Neues Leben wieder, neuen Tod.

3

Schon seit langer Zeit dein Stamm ist hohl,

Roß und Reiter bargest einst du wohl,

Bis die Kluft dir deckte milde Hand,

Breiten Reif um deine Stirne wand.

Schon seit langer Zeit dein Stamm ist hohl,

Roß und Reiter barg er einstens wohl

Bis die Kluft ihm deckte milde Hand

Breiten Reif um seine Stirne wand.

Schon seit langer Zeit dein Stamm ist hohl

Roß und Reiter bargest einst du wohl

Bis die Kluft dir deckte milde Hand

Breiten Reif um deine Stirne wand.

Schon seit langer Zeit dein Stamm ist hohl,

Roß und Reiter bargest einst du wohl,

Breiten Reif um deine Stirne wand.

4

Bild und Buch nicht schildern deine Kron’

Alle Aeste hast verloren schon

Bis zum letzten Paar, das mächtig zweigt,

Blätterfreudig in die Lüfte steigt.

Bild und Buch nicht schildern deine Kron’

Alle Aeste hast verloren schon

Bis zum letzten Paar, das mächtig zweigt,

Blätterfreudig in die Lüfte steigt.

Bild und Buch nicht schildern deine Kron

Alle Aeste hast verloren schon

Bis zum letzten Paar, das mächtig zweigt

Blätterfreudig in die Lüfte steigt.

Bild und Buch nicht schildern deine Kron’

Alle Aeste hast verloren schon

Bis zum letzten Paar, das mächtig zweigt,

Blätterfreudig in die Lüfte steigt.

5

Alte Linde, die du alles weißt,

Teil uns gütig mit von deinem Geist,

Send ins Werden deinen Seherblick,

Künde Deutschlands und der Welt Geschick!

Alte Linde, die du alles weißt,

Teil uns gütig mit von deinem Geist,

Send ins Werden deinen Seherblick,

Künde Deutschlands und der Welt Geschick!

Alte Linde, die du alles weißt

Teil uns gütig mit von deinem Geist

Send ins Werden deinen Seherblick

Künde Deutschlands und der Welt Geschick.

Alte Linde, die du alles weißt,

Teil uns gütig mit von deinem Geist,

Send ins Werden deinen Seherblick,

Künde Deutschlands und der Welt Geschick!

6

Großer Kaiser Karl, in Rom geweiht,

Eckstein sollst du bleiben deutscher Zeit:

Hundertsechzig Siebenjahre Frist –

Deutschland bis ins Mark getroffen ist.

Großer Kaiser Karl, in Rom geweiht,

Eckstein sollst du bleiben deutscher Zeit:

Hundertsechzig Siebenjahre Frist –

Deutschland bis ins Mark getroffen ist.

Großer Kaiser Karl, in Rom geweiht

Eckstein sollst du bleiben deutscher Zeit

Hundertsechzig sieben Jahre Frist

Deutschland bis ins Mark getroffen ist.

Großer Kaiser Karl, in Rom geweiht

Eckstein sollst du bleiben deutscher Zeit

Hundertsechzig sieben Jahre Frist

Deutschland bis ins Mark getroffen ist.

Großer Kaiser Karl, in Rom geweiht

Eckstein sollst du bleiben deutscher Zeit

Hundertsechzig sieben Jahre Frist

Deutschland bis ins Mark getroffen ist.

Großer Kaiser Karl, in Rom geweiht,

Eckstein sollst du bleiben deutscher Zeit:

Hundertsechzig sieben Jahre Frist

Deutschland bis ins Mark getroffen ist.

7

Fremden Völkern frohnt dein Sohn als Knecht,

Tut und läßt, was ihren Sklaven recht.

Grausam hat zerrissen Feindeshand

Eines Blutes, einer Sprache Band.

Fremden Völkern frohnt dein Sohn als Knecht,

Tut und läßt, was ihren Sklaven recht.

Grausam hat zerrissen Feindeshand

Eines Blutes, einer Sprache Band.

Fremden Völkern frohnt dein Sohn als Knecht

Tut und läßt, was ihren Sklaven recht

Grausam hat zerrissen Feindeshand

Eines Blutes, einer Sprache Band.

Fremden Völkern frohnt dein Sohn als Knecht

Tut und läßt, was ihren Sklaven recht

Grausam hat zerrissen Feindeshand

Eines Blutes, einer Sprache Band

Fremden Völkern frohnt dein Sohn als Knecht

Tut und läßt, was ihren Sklaven recht

Grausam hat zerrissen Feindeshand

Eines Blutes, einer Sprache Band.

Fremden Völkern frohnt dein Sohn als Knecht,

Tut und läßt, was ihren Sklaven recht.

Grausam hat zerrissen Feindeshand

Eines Blutes, einer Sprache Band.

8

Zehr o Magen, zehr von Deutschlands Saft,

Bis mit seiner endet deine Kraft:

Krankt das Herz, siecht ganzer Körper hin, –

Deutschlands Elend ist der Welt Ruin.

Schröpft, Vampyre, schröpft von Deutschlands Saft

Bis mit deutscher endet eure Kraft

Krankt das Herz, siecht ganzer Körper hin, –

Deutschlands Elend ist der Welt Ruin.

Zehr vom Magen, zehr von Deutschlands Saft

Bis mit seiner endet deine Kraft

Krankt das Herz, siecht ganzer Körper hin

Deutschlands Elend ist der Welt Ruin.

Zehr vom Magen, zehr von Deutschlands Saft

Bis mit seiner endet deine Kraft

Krankt das Herz, siecht ganzer Körper hin

Deutschlands Elend ist der Welt Ruin.

Zehre Magen, zehr vom deutschen Saft

Bis mit einmal endet deine Kraft

Krankt das Herz, siecht ganzer Körper hin

Deutschlands Elend ist der Welt Ruin.

Zehre, Magen, zehr vom deutschen Saft

Bis mit einmal endet deine Kraft

Krankt das Herz, siecht ganzer Körper hin, –

Deutschlands Elend ist der Welt Ruin.

9

Ernten schwinden, doch die Kriege nicht,

Und der Bruder gegen Bruder ficht;

Mit der Sens’ und Schaufel sich bewehrt,

Wenn verloren gingen Flint’ und Schwert.

Ernten schwinden, doch die Kriege nicht,

Und der Bruder gegen Bruder ficht;

Mit der Sens’ und Schaufel sich bewehrt,

Wenn verloren gingen Flint’ und Schwert.

Ernten schwinden, doch die Kriege nicht

Und der Bruder gegen Bruder ficht

Mit der Sens’ und Schaufel sich bewehrt

Wenn verloren gingen Flint’ und Schwert.

Ernten schwinden, doch die Kriege nicht,

Und der Bruder gegen Bruder ficht;

Mit der Sens’ und Schaufel sich bewehrt,

Wenn verloren gingen Flint’ und Schwert.

10

Arme werden reich des Geldes rasch,

Doch der rasche Reichtum wird zu Asch:

Aermer alle mit dem größern Schatz,

Minder Menschen, enger noch der Platz.

Arme werden reich des Geldes rasch,

Doch der rasche Reichtum wird zu Asch:

Ärmer alle mit dem großen Schatz

Minder Menschen, enger noch der Platz.

Arme werden reich des Geldes rasch

Doch der rasche Reichtum wird zu Asch

Ärmer alle mit dem größten Schatz

Minder Menschen, enger noch der Platz.

Arme werden reich des Geldes rasch

Doch der rasche Reichtum wird zu Asch

Ärmer alle mit dem größten Schatz

Minder Menschen, enger noch der Platz.

Arme werden reich des Geldes rasch

Doch der rasche Reichtum wird zu Asch

Aermer alle mit dem größern Schatz

Minder Menschen, enger noch der Platz.

Arme werden reich des Geldes rasch,

Doch der rasche Reichtum wird zu Asch:

Aermer alle mit dem größern Schatz,

Minder Menschen, enger noch der Platz.

11

Da die Herrscherthrone abgeschafft,

Wird das Herrschen Spiel und Leidenschaft,

Bis der Tag kommt, wo sich glaubt verdammt,

Wer berufen wird zu einem Amt.

Da die Herrscherthrone abgeschafft,

Wird das Herrschen Spiel und Leidenschaft,

Bis der Tag kommt, wo sich glaubt verdammt,

Wer berufen wird zu hohem Amt.

Da die Herrscherthrone abgeschafft

Wird das Herrschen Spiel und Leidenschaft

Bis der Tag kommt, wo sich glaubt verdammt

Wer berufen wird zu einem Amt.

Da die Herrscherthrone abgeschafft

Wird das Herrschen Spiel und Leidenschaft

Bis der Tag kommt, wo sich glaubt verdammt

Wer berufen wird zu einem Amt.

Da die Herrscherthrone abgeschafft

Wird das Herrschen Spiel und Leidenschaft

Bis der Tag kommt, wo sich glaubt verdammt

Wer berufen wird zu einem Amt.

Da die Herrscherthrone abgeschafft,

Wird das Herrschen Spiel und Leidenschaft,

Bis der Tag kommt, wo sich glaubt verdammt,

Wer berufen wird zu einem Amt.

12

Bauer kaisert bis zum Wendetag,

All sein Mühn – ins Wasser nur ein Schlag:

Mahnerrede fällt auf Wüstensand,

Hörer findet nur der Unverstand.

Bauer kaisert bis zum Wendetag,

All sein Mühn – ins Wasser nur ein Schlag:

Mahnerrede fällt auf Wüstensand,

Hörer findet nur der Unverstand.

Bauer keifert bis zum Wendetag

All sein Mühen ins Wasser nur ein Schlag

Mahnerrede fällt auf Wüstensand

Hörer findet nur der Unverstand.

Bauer kaisert bis zum Wendetag

All sein Mühen ins Wasser nur ein Schlag

Mahnerrede fällt auf Wüstensand

Hörer findet nur der Unverstand

Bauer heuert bis zum Wendetag

All sein Mühn ins Wasser mit ein’m Schlag

Mahnwort fällt auf Wüstensand

Hörer findet nur der Unverstand.

Bauer heuert (keifert?) bis zum Wendetag

All sein Mühn – ins Wasser nur ein Schlag:

Mahnwort fällt auf Wüstensand

Hörer findet nur der Unverstand.

13

Wer die allermeisten Sünden hat,

Fühlt als Richter sich und höchster Rat. –

Raucht das Blut, wird wilder noch das Tier,

Raub zur Arbeit wird und Mord zur Gier.

Wer die allermeisten Sünden hat,

Fühlt als Richter sich und höchster Rat. –

Raucht das Blut, wird wilder noch das Tier,

Raub zur Arbeit wird und Mord zur Gier.

Wer die meisten Sünden hat

Fühlt als Richter sich und höchster Rat

Raucht das Blut, wird wilder noch das Tier

Raub zur Arbeit wird und Mord zur Gier.

Wer die meisten Sünden hat

Fühlt als Richter sich und höchster Rat

Raucht das Blut, wird wilder noch das Tier

Raub zur Arbeit wird und Mord zur Gier.

Wer die meisten Sünden hat

Fühlt als Richter sich und höchster Rat

Raucht das Blut, wird wilder noch das Tier

Raub zur Arbeit wird und Mord zur Gier.

Wer die meisten Sünden hat,

Fühlt als Richter sich und höchster Rat. –

Raucht das Blut, wird wilder noch das Tier,

Raub zur Arbeit wird und Mord zur Gier.

14

Rom zerhaut wie Vieh die Priesterschar,

Schonend nicht den Greis im Silberhaar

Ueber Leichen muß der Höchste fliehn

Und verfolgt von Ort zu Orte ziehn.

Rom zerhaut wie Vieh die Priesterschar,

Schonend nicht den Greis im Silberhaar

Ueber Leichen muß der Höchste fliehn

Und verfolgt von Ort zu Orte ziehn.

Rom zerhaut wie Vieh die Priesterschar

Schonend nicht den Greis im Silberhaar

Über Leichen muß der Höchste fliehn

Und verfolgt von Ort zu Orte ziehn.

Rom zerhaut wie Vieh die Priesterschar

Schonend nicht den Greis im Silberhaar

Ueber Leichen muß der Höchste fliehn

Und verfolgt von Ort zu Orte ziehn.

Rom zerhaut wie Vieh die Priesterschar

Schonend nicht den Greis im Silberhaar

Ueber Leichen muß der Höchste fliehn

Und verfolgt von Ort zu Orte ziehn.

Rom zerhaut wie Vieh die Priesterschar,

Schonend nicht den Greis im Silberhaar

Ueber Leichen muß der Höchste fliehn

Und verfolgt von Ort zu Orte ziehn.

15

Gottverlassen scheint er, ist es nicht;

Felsenfest im Glauben, treu der Pflicht,

Leistet auch in Not er nicht Verzicht,

Femt den Gottesstreit vors nah’ Gericht.

Gottverlassen scheint er, ist es nicht;

Felsenfest im Glauben, treu der Pflicht,

Leistet auch in Not er nicht Verzicht,

Femt den Gottesstreit vors nah’ Gericht.

Gottverlassen scheint er, ist er nicht

Felsenfest im Glauben, treu der Pflicht,

Leistet auch in Not er nicht Verzicht,

Bringt den Gottesstreit vor’s nah Gericht.

Gottverlassen scheint er, ist er nicht

Felsenfest im Glauben, treu der Pflicht

Leistet auch in Not er nicht Verzicht

Bringt den Gottesstreit vor’s nah Gericht.

Gottverlassen scheint er, ist es nicht

Felsenfest im Glauben, treu der Pflicht

Leistet auch in Not er nicht Verzicht

Bringt den Gottesstreit vors nah Gericht.

Gottverlassen scheint er, ist es nicht;

Felsenfest im Glauben, treu der Pflicht,

Leistet auch in Not er nicht Verzicht,

Bringt den Gottesstreit vors nah Gericht.

16

Winter kommt, drei Tage Finsternis,

Blitz und Donner und der Erde Riß.

Bet daheim, verlasse nicht das Haus,

Auch am Fenster schaue nicht den Graus!

Winter kommt, drei Tage Finsternis,

Blitz und Donner und der Erde Riß.

Bet daheim, verlasse nicht das Haus,

Auch am Fenster schaue nicht den Graus!

Winter kommt, drei Tage Finsternis

Blitz und Donner und der Erde Riß

Bet daheim, verlasse nicht das Haus

Auch am Fenster schaue nicht den Graus!

Winter kommt, drei Tage Finsternis

Blitz und Donner und der Erde Riß

Bet daheim, verlasse nicht das Haus

Auch am Fenster schaue nicht den Graus!

Winter kommt, drei Tage Finsternis

Blitz und Donner und der Erde Riß

Bet daheim, verlasse nicht das Haus

Auch am Fenster schaue nicht den Graus!

Winter kommt, drei Tage Finsternis,

Blitz und Donner und der Erde Riß.

Bet daheim, verlasse nicht das Haus,

Auch am Fenster schaue nicht den Graus!

17

Eine Kerz, die ganze Zeit, allein

Gibt, wofern sie brennen will, dir Schein.

Gift’ger Odem dringt aus Staubesnacht:

Schwarze Seuche, schlimmste Menschenschlacht!

Eine Kerz, die ganze Zeit, allein

Gibt, wofern sie brennen will, dir Schein.

Gift’ger Odem dringt aus Staubesnacht:

Schwarze Seuche, schlimmste Menschenschlacht!

Eine Kerz die ganze Zeit alleine gibt

Wofern sie brennen will dir Licht

Geist’ger Odem dringt aus Staubesnacht

Schwarze Seuche, schlimmste Menschenschlacht.

Eine Kerz die ganze Zeit alleine gibt

Wofern sie brennen will dir Licht

Gift’ger Odem dringt aus Staubesnacht

Schwarze Seuche, schlimmste Menschenschlacht.

Eine Kerze gibt die ganze Zeit allein

(Wofern sie brennen will) dir Schein

Gift’ger Odem dringt aus Staubesnacht

Schwarze Seuche, schlimmste Menschenschlacht.

Eine Kerze gibt die ganze Zeit allein

Sofern sie brennen will, dir Schein.

Gift’ger Odem dringt aus Staubesnacht:

Schwarze Seuche, schlimmste Menschenschlacht!

18

Gleiches allen Erdgebornen droht,

Doch die Guten sterben sel’gen Tod;

Viel Getreue bleiben wunderbar

Frei von Atemkrampf und Pestgefahr.

Gleiches allen Erdgebornen droht,

Doch die Guten sterben sel’gen Tod;

Viel Getreue bleiben wunderbar

Frei von Atemkrampf und Pestgefahr.

Gleiches allen Erdgebornen droht

Doch die Guten sterben sel’gen Tod

Viel Getreue bleiben wunderbar

Frei von Atemkrampf und Pestgefahr.

Gleiches allen Erdgebornen droht

Doch die Guten sterben sel’gen Tod

Viel Getreue bleiben wunderbar

Frei von Atemkrampf und Pestgefahr.

Gleiches allen Erdgebornen droht

Doch die Guten sterben sel’gen Tod

Viel Getreue bleiben wunderbar

Frei von Atemkrampf und Pestgefahr.

* Andere Lesart: Menschenkampf

Gleiches allen Erdgebornen droht,

Doch die Guten sterben sel’gen Tod;

Viel Getreue bleiben wunderbar

Frei von Atemkrampf und Pestgefahr.

19

Eine große Stadt der Schlamm verschlingt,

Eine andere mit dem Feuer ringt.

Alle Städte werden totenstill,

Auf dem Wiener Stephansplatz wächst Dill.

Eine große Stadt der Schlamm verschlingt,

Eine andere mit dem Feuer ringt.

Alle Städte werden totenstill,

Auf dem Wiener Stephansplatz wächst Dill.

Eine große Stadt der Schlamm verschlingt

Eine andere mit dem Feuer ringt

Alle Städte werden totenstill

Auf dem Wiener Stephansplatz wächst Dill.

Eine große Stadt der Schlamm verschlingt

Eine andere mit dem Feuer ringt

Alle Städte werden totenstill

Auf dem Wiener Stephansplatz wächst Dill.

Eine große Stadt der Schlamm verschlingt

Eine andere mit dem Feuer ringt

Alle Städte werden totenstill

Auf dem Wiener Stephansplatz wächst Dill.

Eine große Stadt der Schlamm verschlingt,

Eine andere mit dem Feuer ringt.

Alle Städte werden totenstill,

Auf dem Wiener Stephansplatz wächst Dill.

20

Zählst du alle Menschen in der Welt,

Wirst du finden, daß ein Drittel fehlt, –

Was noch übrig, – schau in jedes Land –

Hat zur Hälft verloren den Verstand.

Zählst du alle Menschen in der Welt,

Wirst du finden, daß ein Drittel fehlt, –

Was noch übrig, – schau in jedes Land –

Hat zur Hälft verloren den Verstand.

Zählst du alle Menschen in der Welt

Wirst du finden, daß ein drittel fehlt

Was noch übrig, schau in jedes Land

Hat zur Hälft verloren den Verstand.

Zählst du alle Menschen in der Welt

Wirst du finden, daß ein Drittel fehlt

Was noch übrig, schau in jedes Land

Hat zur Hälft verloren den Verstand.

Zählst du alle Menschen in der Welt

Wirst du finden, daß ein Drittel fehlt

Was noch übrig, schau in jedes Land

Hat zur Hälft verloren den Verstand.

Zählst du alle Menschen in der Welt,

Wirst du finden, daß ein Drittel fehlt, –

Was noch übrig, – schau in jedes Land –

Hat zur Hälft verloren den Verstand.

21

Wie im Sturm ein steuerloses Schiff

Preisgegeben einem jeden Riff,

Schwankt herum der Eintagsherrscherschwarm,

Macht die Bürger ärmer noch als arm.

Wie im Sturm ein steuerloses Schiff

Preisgegeben einem jeden Riff,

Schwankt herum der Eintagsherrscherschwarm,

Macht die Bürger ärmer noch als arm.

Wie im Sturm ein steuerloses Schiff

Preisgegeben einem jeden Riff

Schwankt herum der Eintag-Herrscher Schwarm

Macht die Bürger ärmer noch als arm.

Wie im Sturm ein steuerloses Schiff

Preisgegeben einem jeden Riff

Schwankt herum der Eintag-Herrscher-Schwarm

Macht die Bürger ärmer noch als arm.

Wie im Sturm ein steuerloses Schiff

Preisgegeben einem jeden Riff

Schwankt herum der Eintags-Herrscher-Schwarm

Macht die Bürger ärmer noch als arm.

Wie im Sturm ein steuerloses Schiff

Preisgegeben einem jeden Riff,

Schwankt herum der Eintagsherrscherschwarm,

Macht die Bürger ärmer noch als arm.

22

Denn des Elends einz’ger Hoffnungsstern –

Eines bessern Tages – ist endlos fern.

„Heiland sende, den du senden mußt“,

Tönt es angstvoll aus der Menschenbrust.

Denn des Elends einz’ger Hoffnungsstern –

Eines bessern Tages – ist endlos fern.

„Heiland sende, den du senden mußt“,

Tönt es angstvoll aus der Menschenbrust.

Denn des Elends einz’ger Hoffnungsstern

Eines bessern Tages, ist endlos fern

„Heiland sende, den du senden mußt“

Tönt es angstvoll aus der Menschenbrust.

Denn des Elends einz’ger Hoffnungsstern

Eines bessern Tages ist endlos fern.

„Heiland sende, den du senden mußt“

Tönt es angstvoll aus der Menschenbrust.

Denn des Elends einz’ger Hoffnungsstern

Eines bessern Tages ist endlos fern.

„Heiland sende, den du senden mußt“

Tönt es angstvoll aus der Menschenbrust.

Denn des Elends einz’ger Hoffnungsstern –

Eines bessern Tages – ist endlos fern.

„Heiland sende, den du senden mußt“,

Tönt es angstvoll aus der Menschenbrust.

23

Nimmt die Erde plötzlich andern Lauf?

Steigt ein neuer Sonnenstern herauf?

„Alles ist verloren!“ – hier noch klingt,

„Alles ist gerettet!“ – Wien schon singt.

Nimmt die Erde plötzlich andern Lauf?

Steigt ein neuer Sonnenstern herauf?

„Alles ist verloren!“ – hier noch klingt,

„Alles ist gerettet!“ – Wien schon singt.

Nimmt die Erde plötzlich andern Lauf?

Steigt ein neuer Hoffnungsstern herauf?

„Alles ist verloren!“ hier noch klingt,

„Alles ist gerettet –“ Wien schon singt.

Nimmt die Erde plötzlich andern Lauf?

Steigt ein neuer Hoffnungsstern herauf?

„Alles ist verloren!“ hier noch klingt,

„Alles ist gerettet –“ Wien schon singt.

Nimmt die Erde plötzlich andern Lauf?

Steigt ein neuer Hoffnungsstern herauf?

„Alles ist verloren!“ hier noch klingt –

„Alles ist gerettet“, Wien schon singt.

Nimmt die Erde plötzlich andern Lauf?

Steigt ein neuer Hoffnungsstern herauf?

„Alles ist verloren!“ – hier noch klingt,

„Alles ist gerettet!“ – Wien schon singt.

24

Ja von Osten kommt der starke Held,

Ordnung bringend der verwirrten Welt,

– Weiße Blumen um das Herz des Herrn –

Seinem Rufe folgt der Wackre gern.

Ja von Osten kommt der starke Held,

Ordnung bringend der verwirrten Welt,

– Weiße Blumen um das Herz des Herrn –

Seinem Rufe folgt der Wackre gern.

Ja von Osten kommt der starke Held

Ordnung bringend der verwirrten Welt

Weiße Blumen um das Herz des Herrn

Seinem Rufe folgt der Wackre gern.

Ja von Osten kommt der starke Held

Ordnung bringend der verwirrten Welt

– Weiße Blumen um das Herz des Herrn

Seinem Rufe folgt der Wackre gern.

Ja von Osten kommt der starke Held

Ordnung bringend der verwirrten Welt

Weiße Blumen um das Herz des Herrn

Seinem Rufe folgt der Wackre gern.

Ja von Osten kommt der starke Held,

Ordnung bringend der verwirrten Welt,

– Weiße Blumen um das Herz des Herrn –

Seinem Rufe folgt der Wackre gern.

25

Alle Störer er zum Barren treibt,

Deutschem Reiche deutsche Rechte schreibt.

Bunter Fremdling, unwillkomm’ner Gast,

Flieh die Flur, die nicht gepflügt du hast.

Alle Störer er zum Barren treibt,

Deutschem Reiche deutsche Rechte schreibt.

Bunter Fremdling, unwillkomm’ner Gast,

Flieh die Flur, die nicht gepflügt du hast.

Alle Störer er zu Paaren treibt

Deutschem Reiche deutsche Rechte schreibt

Bunter Fremdling, unwillkomm’ner Gast

Flieh die Flur, die nicht gepflügt du hast.

Alle Störer er zu Paaren treibt

Deutschem Reiche deutsche Rechte schreibt

Bunter Fremdling, unwillkomm’ner Gast

Flieh die Flur, die nicht gepflügt du hast.

Alle Störer er zu Paaren treibt

Deutschem Reiche deutsches Recht er schreibt

Bunter Fremdling, unwillkomm’ner Gast

Flieh die Flur, die du gepflügt nicht hast.

Alle Störer er zu Paaren treibt,

Deutschem Reiche deutsches Recht er schreibt

Bunter Fremdling, unwillkomm’ner Gast,

Flieh die Flur, die du gepflügt nicht hast.

26

Gottesheld, ein unzerbrechlich Band

Schmiedest du um alles deutsche Land!

Den Verbannten führest du nach Rom,

Große Kaiserweihe schaut ein Dom.

Gottesheld, ein unzerbrechlich Band

Schmiedest du um alles deutsche Land!

Den Verbannten führst du heim nach Rom

Große Königsweihe schaut ein Dom.

Gottesheld, ein unzerbrechlich Band

Schmiedest du um alles deutsche Land

Den Verbannten führest du nach Rom

Große Kaiser schaut der Dom.

Gottesheld, ein unzerbrechlich Band

Schmiedest du um alles deutsche Land

Den Verbannten führest du nach Rom

Große Kaiser schaut der Dom.

Gottesheld, ein unzerbrechlich Band

Schmiedest du um alles deutsche Land

Den Verbannten führest du nach Rom

Große Kaiserweihe schaut ein Dom.

Gottesheld, ein unzerbrechlich Band

Schmiedest du um alles deutsche Land!

Den Verbannten führest du nach Rom,

Große Kaiserweihe schaut ein Dom.

27

Preis dem einundzwanzigsten Konzil,

Das den Völkern weist ihr höchstes Ziel

Und durch strengen Lebenssatz verbürgt,

Daß nun Reich und Arm sich nicht mehr würgt.

Preis dem einundzwanzigsten Konzil,

Das den Völkern weist ihr höchstes Ziel

Und durch strengen Lebenssatz verbürgt,

Daß nun Reich und Arm sich nicht mehr würgt.

Preis dem einundzwanzigsten Konzil

Das den Völkern weist ihr höchstes Ziel

Und durch strengen Lebenssatz verbürgt

Daß nun Reich und Arm sich nicht mehr würgt.

Preis dem einundzwanzigsten Konzil

Das den Völkern weist ihr höchstes Ziel

Und durch strengen Lebenssatz verbürgt

Daß nun Reich und Arm sich nicht mehr würgt.

Preis dem einundzwanzigsten Konzil

Das den Völkern weist ihr höchstes Ziel

Und durch strengen Lebenssatz verbürgt

Daß nun Reich und Arm sich nicht mehr würgt.

Preis dem einundzwanzigsten Konzil,

Das den Völkern weist ihr höchstes Ziel

Und durch strengen Lebenssatz verbürgt,

Daß nun Reich und Arm sich nicht mehr würgt.

28

Deutscher Name, der du littest schwer,

Wieder glänzt um dich die alte Ehr,

Wächst um den verschlung’nen Doppelast,

Dessen Schatten sucht gar mancher Gast.

Deutscher Name, der du littest schwer,

Wieder glänzt um dich die alte Ehr,

Wächst um den verschlung’nen Doppelast,

Dessen Schatten sucht gar mancher Gast.

Deutscher Name, der du littest schwer

Wieder glänzt um dich die alte Ehr

Wächst um den verschlung’nen Doppelast

Dessen Schatten sucht gar mancher Gast.

(Im Besitz einer Passauer Familie seit über 100 Jahr.) – Mitgeteilt von Dr. Adlmaier.

Deutscher Name, der du littest schwer

Wieder glänzt um dich die alte Ehr

Wächst um den verschlung’nen Doppelast

Dessen Schatten sucht gar mancher Gast.

(Im Besitz einer Passauer Familie seit über 100 Jahren. Mitgeteilt von Dr. Adlmaier.)

Deutscher Name, der du littest schwer

Wieder glänzt um dich die alte Ehr

Wächst um den verschlung’nen Doppelast

Dessen Schatten sucht gar mancher Gast.

Deutscher Name, der du littest schwer,

Wieder glänzt um dich die alte Ehr,

Wächst um den verschlung’nen Doppelast,

Dessen Schatten sucht gar mancher Gast.

29

Dantes und Cervantes’ weicher Laut

Schon dem deutschen Kinde ist vertraut,

Und am Tiber- wie am Ebrostrand

Singt der braune Freund von Herrmanns Land.

Dantes und Cervantes’ weicher Laut

Schon dem deutschen Kinde ist vertraut,

Und am Tiber- wie am Ebrostrand

Singt der braune Freund von Herrmanns Land.

Dantes und Cervantes welsche Laut

Schon dem deutschen Kinde sind vertraut

Und am Tiber- und am Ebrostrand

Liegt der braune Freund vom Herrmannsland.

Dantes und Cervantes welscher Laut

Schon dem deutschen Kinde ist vertraut,

Und am Tiber- wie am Ebrostrand

Liegt der braune Freund von Herrmannsland

30

Wenn der engelsgleiche Völkerhirt

Wie Antonius zum Wandrer wird,

Den Verirrten barfuß Predigt hält,

Neuer Frühling lacht der ganzen Welt.

Wenn der engelsgleiche Völkerhirt

Wie Antonius zum Wandrer wird,

Den Verirrten barfuß Predigt hält,

Neuer Frühling lacht der ganzen Welt.

Wenn der engelsgleiche Völkerhirt

Wie Antonius zum Wandrer wird

Den Verirrten barfuß Predigt hält

Neuer Frühling lacht der ganzen Welt.

Wenn der engelsgleiche Völkerhirt

Wie Antonius zum Wandrer wird,

Den Verirrten barfuß Predigt hält,

Neuer Frühling lacht der ganzen Welt.

31

Alle Kirchen einig und vereint,

Einer Herde einz’ger Hirt erscheint.

Halbmond mählich weicht dem Kreuze ganz,

Schwarzes Land erstrahlt im Glaubensglanz.

Alle Kirchen einig und vereint,

Einer Herde einz’ger Hirt erscheint.

Halbmond mählich weicht dem Kreuze ganz,

Heidenland erstrahlt im Glaubensglanz.

Alle Kirchen einig und vereint

Einer Herde einz’ger Hirt erscheint

Halbmond mählich weicht dem Kreuze ganz

Schwarzes Land erstrahlt im Glaubensglanz.

Alle Kirchen einig und vereint,

Einer Herde einz’ger Hirt erscheint.

Halbmond mählich weicht dem Kreuze ganz,

Schwarzes Land erstrahlt im Glaubensglanz.

32

Reiche Ernten schau ich jedes Jahr,

Weiser Männer eine große Schar,

Seuch’ und Kriegen ist die Welt entrückt:

Wer die Zeit erlebt, ist hochbeglückt.

Reiche Ernten schau ich jedes Jahr,

Weiser Männer eine große Schar,

Seuch’ und Kriegen ist die Welt entrückt:

Wer die Zeit erlebt, ist hochbeglückt.

Reiche Ernten schau ich jedes Jahr

Weiser Männer eine große Schar

Seuchen, Kriege sind der Welt entrückt

Wer die Zeit erlebt, ist hochbeglückt.

Reiche Ernten schau ich jedes Jahr,

Weiser Männer eine große Schar,

Seuch’ und Kriegen ist die Welt entrückt:

Wer die Zeit erlebt, ist hochbeglückt.

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Dieses kündet deutschem Mann und Kind,

Leidend mit dem Land die alte Lind’

Daß der Hochmut mach’ das Maß nicht voll,

Der Gerechte nicht verzweifeln soll.

Dieses kündet deutschem Mann und Kind,

Leidend mit dem Land die alte Lind’

Daß der Hochmut mach’ das Maß nicht voll,

Der Gerechte nicht verzweifeln soll.

Dieses kündet deutschem Mann und Kind

Leidend mit dem Land die alte Lind

Daß der Hochmut mach das Maß nicht voll

Der Gerechte nicht verzweifeln soll.

Dieses kündet deutschem Mann und Kind,

Leidend mit dem Land die alte Lind’

Daß der Hochmut mach’ das Maß nicht voll,

Der Gerechte nicht verzweifeln soll.