Bernhard Bouviers Sohn

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Der abgewendete Tod in der Straßenbahn[1][2]

„Ich versichere, daß ich redlich bin. ‚Sehen‘ ist in unserer Familie seit Generationen erblich. Nur ein Beispiel von Dutzenden:
Meinem Sohn hat das vor nicht allzu langer Zeit das Leben gerettet: die Eskalation eines Wortwechsels in der Straßenbahn, dessen tödlichen Ausgang er in der Nacht zuvor in allen Einzelheiten gesehen hatte:
Straßenbahn. Junger Mann mit blauer Mütze steigt zu. Der zerstört mit einem Schweizer Offiziersmesser die Elektroleitung, mit der man dem Fahrer Haltewunsch signalisiert.
Gesehene, richtige Details:

  • Ein junger Mann steigt in die Straßenbahn zu.
  • blaue Mütze
  • Zieht ein Schweizer Messer aus der Tasche.
  • Löst mit dem Schraubenzieher die zwei Schrauben am schwarzen Halteknopf.
  • Zieht etwa einen Meter Elektroleitung aus der verchromten Haltestange.
  • Klappt die Messerklinge heraus.
  • Kappt die Leitung direkt an der Bohrung der Stange.
  • Restleitung fällt in die hohle Haltestange zurück.
  • Mein Sohn will eingreifen...

Alles – vom Einsteigen in die Bahn, über die Zahl der Jugendlichen, ihre Kleidung, ihr Benehmen, dann die Handlungen des Randalierers und Kabelschlitzers im Detail, sein Schweizer Offiziersmesser, was er damit anstellte... etc... – alles stimmte... nur hat dann mein Sohn am Ende, weil er vor dem tödlichen Ausgang ‚gewarnt‘ worden war, sich umgedreht und eben nur verbissen aus dem Fenster gesehen.

Jetzt mußt Du mir nur noch erklären, wieso jemand mit allen Einzelheiten in der Nacht zuvor ein Geschehnis völlig richtig sieht und auch dessen tödlichen Ausgang. Dieser jedoch als ‚Fantasie‘ bezeichnet wird.“

Quellen