Schicksal des Euro (Freie Themen)

Explorer @, Montag, 21. September 2020, 18:48 vor 66 Tagen 1033 mal gelesen

bearbeitet von Explorer, Montag, 21. September 2020, 18:59

Hallo,

Der Euro ist ein zähes Biest!

Ich hätte 2010 beim Beginn der Griechenlandkrise kaum gedacht, dass 10 Jahre später der Euro noch da ist.

Seitdem gab es eine Eurokrise nach der anderen, eine Rettungsaktion nach der Anderen. Die EZB hat interveniert wie man es sich zuvor nie hätte vorstellen können.
Die heute 18 Jährigen, waren bei der Finanzkrise 2008 erst 6 Jahre alt. Diese neuen Volljährigen kennen eine Welt, in der man fürs Sparen Zinsen bekommt nur noch aus Höhrensagen.

Jetzt im Zuge des Corona-Lockdown (ich hoffe der Anglizismus wird toleriert) induzierten Wirtschaftskrise ziehen die Notenbanken weltweit alle Register. Zum ersten mal, gab es schon Helikoptergeld und Gutscheinverteilungen durch die öffentliche Hand. Die EZB tut alles mögliche um mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf zu pumpen und der Staat verteilt Geld wie verrückt und lässt seine Schulden wieder steil ansteigen.

Da fragt man sich, wird der Euro nochmal die nächsten 10 Jahre überstehen? Meine Einschätzung sagt ja "nein", aber ich habe mich ja schon 2010 geirrt...
Der Euro ist ein zähes Biest, welches von einer sehr geschickten Elite gepflegt wird.

Ich wollte mal in die Runde fragen, wie ihr die Zukunft des Euro seht?
Bricht er zusammen, wenn ja wann? Chaotisch, oder geordnet? Wird es noch eine Resteurozone geben, oder wird nach einer Abwertung überall weiter am Euro fest gehalten? Oder wird es nur noch nationale Währungen geben? Was kommt danach? Wie wird sich dies alles auf Wohlstand, Politik, Wirtschaft und das alltägliche Leben auswirken?

Ich habe Taurec zuvor gefragt, ob ich einen Diskussionfaden zur Zukunft des Euro starten darf, da ich dachte es könnte sich hier und jetzt zu diese Thema eine fruchtvolle Diskussion einstellen.

Mit freundlichen Grüßen
Explorer

Schicksal des Euro: unterschiedliche Abwertung in verschiedenen Euro-Ländern nach Gabriele Hoffmann

Bernhard S. @, Am Fuße der Schwäbischen Alb, Dienstag, 22. September 2020, 09:57 vor 66 Tagen @ Explorer 780 mal gelesen

Schlagwörter:

Hallo,

zum Thema Euro fällt mir Gabriele Hoffmann ein, und hier im Speziellen die ominöse Aussage zu den unterschiedlichen Geldabwertungen in unterschiedlichen Euro-Ländern im Tagesspiegel vom 21. Januar 2009. Dies findet sie selbst unerklärlich.

Im Rahmen finanzieller Repression und de-facto Bargeldabschaffung ist dies aber durchaus recht einfach und schnell machbar.

„Die Krise, sagt sie voraus, werde nach etwa drei Jahren [also bis etwa Anfang 2012] erstmal überwunden sein – scheinbar. ‚Man wird sich in Sicherheit wiegen und denken, man sei nochmal mit einem blauen Auge davongekommen.’ Aber dann, so warnt sie, komme erst der richtige Crash.
[Frage des Tagesspiegel:] Auswirkungen der immensen Schulden, die die Staaten jetzt machen, um Konjunkturpakete zu schnüren?
[Antwort G. Hoffmann:] ‚Es sind Auswirkungen von Entscheidungen, die jetzt getroffen werden’, bestätigt sie.“

„Und dann grübelt sie kurz und sagt etwas voraus, das – wie sie selbst findet – unlogisch klingt. ‚Es wird eine Abwertung des Geldes geben, und zwar unterschiedlich, in den verschiedenen europäischen Ländern.’ Ein unterschiedlicher Geldwert bei ein und derselben Währung, dem Euro? ‚Ja’. Sie sagt, sie findet diese Vision genauso unerklärlich wie die vom friedlichen Mauerfall, die sie in den 70ern hatte.“

Viele Grüße
Bernhard S.

Am Euro Festhalten, bis die Balken brechen.

Wodans Sohn @, Dienstag, 22. September 2020, 13:16 vor 66 Tagen @ Explorer 623 mal gelesen

Guten Tag und ein freundliches 'Hallo'

Ich spekuliere darauf, daß uns der Euro noch eine ganze Weile begleiten wird, da einflußreiche Interessengruppen vom Euro profitieren. Im intereuropäischen Handel ist es zum Beispiel für exportorientierte Unternehmen von Vorteil, wenn es keine zusätzlichen Umrechnungsgebühren gibt. Weniger Kosten = mehr Profit. Profit bestimmt die Politik.
Ob es Bevölkerungsanteile gibt, welche durch den Euro belastet werden, ist nur dann von Belang, wenn diese Gruppen Macht haben. Wer aber machtlos ist, ist eben auch Opfer. Das mag zynisch klingen, läßt sich aber kaum wegdiskutieren.
Wer glaubt, es gäbe irgend eine mächtige und einflussreiche Kraft zum Wohl der Schwachen, den halte ich für naiv. Die Realität zeigt, daß die Großen die Kleinen fressen und nicht hätscheln.

Viele Grüße

Wodans Sohn


Ja, eines Tages sterben wir.
Aber an allen anderen Tagen nicht!

Falls es jemals passieren sollte, dann wird es im Grunde deflationär ablaufen

SiriusB @, Dienstag, 22. September 2020, 13:39 vor 66 Tagen @ Explorer 631 mal gelesen

Hallo Explorer,


wie auch einige andere Foristen hier lese ich ja schon seit Jahren im Gelben
Forum mit, in meinem Fall sind es jetzt wohl 13 Jahre.
Alles was ich hier jetzt schreibe bezieht sich allerdings nicht so sehr auf den Euroraum im Speziellen
sondern auf das globale Finanzsystem im Allgemeinen.
Ich habe auch den Weg eines Walter K. Eichelburg 13 Jahre lang begleitet,
seit 8. September 2020 ist er sozusagen in die Geschlossene verabschiedet worden
und wie ich vermute hat der Stiefsohn die Seite übernommen.
Ein Gutachter hat Herrn Eichelburg ein hohes Maß an geistig-seelischer Abnormität
bescheinigt und wer wie ich über viele Jahre lang Zeuge seiner ununterbrochenen
verbalen Ausfälle war, kann dem nur noch sehr schwer widersprechen.
Nun was ich nach diesen 13 Jahren definitiv nicht mehr glaube oder teile,
ist anscheinend die typisch deutsche Besessenheit von der angeblich unvermeidbaren
Hyperinflation.
Die zwei Hyperinflationen (die nach dem 2. WK war nicht ganz so hyper) sind wohl
traumatische Ereignisse gewesen die sind tief in das kollektive deutsch-österreichische
Gedächtnis eingebrannt haben.
Im alten Westen -> also Frankreich, Großbritannien und Vereinigte Staaten von Amerika
gab es in über 200 Jahren Kapitalismusgeschichte nicht ein einziges Mal eine Hyperinflation.
Es gab Ende 70er Jahre Anfang 80er Jahre eine sehr starke Inflation, in einem völlig anders
geartetem Umfeld (starke Gewerkschaften, hohe Lohnsteigerungen, temporär sehr hohe Ölpreise)
In Deutschland 1923 hatten wir die Singularität des Ruhrkampfes und des Generalstreiks,
nach WK 2 die Folgen einer speziellen NS Finanzpolitik (Mefo-Wechsel) und des verlorenen Krieges.
Die Produktionskraft ist in der heutigen Zeit stärker denn je und es gab da aktuell nur ganz kurz in der
Lockdown Zeit Probleme, jetzt wo das vorbei ist, ist einzig und allein die Nachfrageseite kritisch.
Es müssten schon sehr starke Singularitäten auftreten, damit mit die in meiner Sichtweise Illusion
einer weltweiten ! oder auch europaweiten Hyperinflation wie sie von Markus Krall, Friedrich Weik
und anderen "Finanzsystempessimisten" im deutschsprachigem Raum immer wieder Mal vertreten wird
wirklich real werden könnte.
Ein großer Dauerkrieg am persischem Golf mit der Folge eines monatelangen Ölpreises von über
300 $ pro Barrel könnte eine solche Singularität sein
Ich glaube an solche Dinge nicht mehr, das Thema ist allerdings für mich nicht komplett gestorben,
auch der Hauptstrom Dokumentationssender Phoenix stellt kritische Fragen:

https://www.phoenix.de/sendungen/ereignisse/phoenix-plus/droht-nach-corona-der-finanzcrash-a-1676535.html

(ich bitte um Verständnis das ich im Moment den zeitlichen und energetischen Aufwand für
eine ausführliche Videobeschreibung nicht leisten kann, es kommen verschiedenen Wirtschaftsexperten
zu Wort die ihre aktuelle Sichtweise zu den wirtschaftlichen bzw. systemischen Folgen der Coranakrise
abgeben...)

Gruß Sirius

Hperinflationen in den alten westlichen Staaten

Explorer @, Freitag, 25. September 2020, 20:16 vor 62 Tagen @ SiriusB 531 mal gelesen

bearbeitet von Explorer, Freitag, 25. September 2020, 20:21

Hallo Sirius B,

Ich habe auch den Weg eines Walter K. Eichelburg 13 Jahre lang begleitet,
seit 8. September 2020 ist er sozusagen in die Geschlossene verabschiedet worden
und wie ich vermute hat der Stiefsohn die Seite übernommen.
Ein Gutachter hat Herrn Eichelburg ein hohes Maß an geistig-seelischer Abnormität
bescheinigt

Darf ich fragen, woher du das weißt?

Im alten Westen -> also Frankreich, Großbritannien und Vereinigte Staaten von Amerika
gab es in über 200 Jahren Kapitalismusgeschichte nicht ein einziges Mal eine Hyperinflation.

Aber in den letzten 200 Jahren gab es ja auch die meiste Zeit keine ungedeckte Papierwährung in diesen Staaten, oder? Ungedeckte Fiatwährungen sind im Westen doch erst seit dem Ende des Bretton-Woods-System 1973 in verwendung.
Von daher, ist dieses Argument nicht so ganz überzeugend.

Frankreich hat allerdings vor genau 300 Jahren mit einer Fiatwährung eine Hyperinflation erlebt: https://www.spektrum.de/news/1720-das-jahr-des-ersten-grossen-crashs/1757206

Und auch direkt nach der französischen Revolution wurde nochmal eine Fiatwährung eingeführt, die wieder nach wenigen Jahren in einer Hyperinflation entwertet wurde.
https://de.wikipedia.org/wiki/Assignat

So wie ja auch die Chinesen, die als erstes überhaupt eine Fiatwährung einführten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Chinesische_W%C3%A4hrung#Yuan-Dynastie

Die Mongolische Dynastie der Yuan die diese Währung einführte kam 1279 an die Macht und immerhin wurde am Fiatgeld in China bis 1450 fest gehalten (mit 2 Währungsreformen 1287 und 1309).

Was war den bisher die längst Zeitspanne, die eine Fiatwährung ohne Währungsreform oder Hyperinflation bestand hatte?
Unser Fiatwährungssystem besteht seit 1973, also 47 Jahre. Das Papiergeld der Yuan-Dynastie in China hat anscheinend von 1309 bis 1450 ohne eine Reform bestanden, also 141 Jahre.
Gab es irgendwo und irgendwann eine Fiatwährung die länger bestand hatte?

Mit freundlichen Grüßen
Explorer

Einverstanden

SiriusB @, Freitag, 25. September 2020, 21:19 vor 62 Tagen @ Explorer 399 mal gelesen

bearbeitet von SiriusB, Freitag, 25. September 2020, 21:27

Hallo Explorer,

ja vielen Dank für diese Informationen, anscheinend
ging mein geschichtlicher Rückblick immer nur bis
in das Jahr 1789 bei diesen drei Staaten zurück und war
ab da irgendwie blockiert.
Da ich mich jetzt seit 2006 mit diesen Themen befasse, war
vielleicht auch ein "es sich nicht mehr vorstellen können"
im Spiel, bis jetzt habe ja noch nie etwas anderes erlebt,
als das die Börsenoptimisten immer richtig liegen und gewinnen,
solange sie sich nicht von temporären Einbrüchen verunsichern ließen,
und sonst waren eben nur die rein deutschen historischen Dramen
des 20. Jahrhunderts in meinem Bewusstsein übermäßig präsent.
Zum Thema hartgeld.com und Walter Eichelburg:
Ich hatte bei meiner Einschätzung als Quellen bachheimer.com, das Sonnenstaatsland Forum
die österreichische Presse und alles was Herr Eichelburg selbst
in letzter Zeit verlautbart hatte.
Im Sonnenstaatslandforum sind alle seine Aussagen der letzten Monate noch dokumentiert.
Wer jetzt genau die Website betreut darüber kann ich letztendlich nur spekulieren,
die sehr nüchterne Art und Weise seit dem 10.9. erinnert mich eben an den besagten Stiefsohn,
in Wahrheit weiß ich es aber nicht genau.
Dass es sich nach wie vor um Walter Eichelburg selbst handelt,
ist meiner Meinung nach extrem unwahrscheinlich, da er in sich der Vergangenheit
weder bei Warnungen durch Polizei, Justiz, Amtsärzten, und noch nicht mal bei
Aufforderungen seiner eigenen Quellen, fast keinen einen einzigen Tag mit seinen
Verhetzungen und Drohungen zurückhalten konnte.
Wie gesagt alle diese Dinge wurden im besagten Forum dokumentiert ->

https://forum.sonnenstaatland.com/index.php?topic=6871.1500


Gruß Sirius

Noch eine Ausführung zur Hyperinflation im Frankreich nach der Revolution

Explorer @, Freitag, 25. September 2020, 22:22 vor 62 Tagen @ SiriusB 456 mal gelesen

Hallo Sirius B,

Freut mich, wenn ich dein Geschichtsbild erweitern und bereichern konnte.
Auch ich habe deine, sowie auch die Beiträge von Peridot in diesem Faden mit Interesse gelesen.

Vielleicht findest du diese Ausführung zur Hyperinflation im revolutionären Frankreich und unserer derzeitigen Situation noch lesenswert:
https://www.businessinsider.de/wirtschaft/es-war-einmal-in-frankreich-warum-fuer-uns-ausgerechnet-hyperinflation-der-revolutionaer-blutigen-1790er-jahre-heute-so-wichtig-ist/

Mit freundlichen Grüße
Explorer

Der Euro wird bleiben, solange Deutschland noch irgendwie steht

peridot, Dienstag, 22. September 2020, 15:25 vor 65 Tagen @ Explorer 626 mal gelesen

Solange Deutschland noch irgendwie in der Lage ist den Laden zusammenzuhalten wird es das tun. Gleichzeitig werden Frankreich, Italien und andere alles dafür tun Deutschland zum bleiben zu motivieren.

Wenigstens was Deutschland und Frankreich angeht bin ich mir sicher das die beiden den Euro halten werden. Die Deutschen als Selbstkasteiung, die Franzosen als Machtinstrument.

--

Was die Inflation angeht bin ich zwiegespalten. Sicher ist, die Geldmenge und die Realwirtschaft sind vollkommen entkoppelt. Sicher ist aber auch, das Geld kommt nicht in die Realwirtschaft und nicht ins Volk, sondern lebt als gewaltige Blase an den Finanzmärkten.

Das ist für die Halter des Geldes auch durchaus gut, denn es sichert Macht. Es macht die kleinen kleiner und die Großen immer größer.

Das ist durchaus bequem für die Akteure.

Potential für eine gewaltige Inflation ist also da, aber derzeit wird dieses Potential zur Sicherung eigener Macht unter Kontrolle gehalten.

Solange kein externer Schock zu einen Kontrollverlust führt, wird alles so bleiben wie es ist.

Bisher war Corona der globalen Finanzelite und den Großkonzernen eher dienlich.

Eines noch:
Deutschland ist bei diesen Spiel eher der Verlierer, merkt es aber nicht. Ich meine jetzt nicht nur den Euro. Auch die Marktkapitalisierung unserer Banken, Konzerne und Privatleute ist im globalen Vergleich eher lächerlich.
Durch Corona weiter beschleunigt.

Wir dürfen uns also weiter über unsere ach so solide Industrie freuen, während wir politisch und finanziell weiter verzwergen...

Beste Grüße

Eine private Einschätzung und eine Astrologische

peridot, Dienstag, 22. September 2020, 15:49 vor 65 Tagen @ peridot 809 mal gelesen

Hallo nochmal,

neben der kalten Analyse in meinen Hauptbeitrag vielleicht noch private Einschätzungen.

---

Ich denke es hat noch nie funktioniert so etwas chaotisches, emotional aufgeladenes wie Geld technokratisch zu kontrollieren.
Diese Macht Potential, dass die Notenbanken mit ihren Gelddruckmaschinen aufbauen muss irgendwann in die eine oder andere Richtung platzen.

Das heißt nicht, dass dieser Prozess gut für die bisher entmündigten Bürger ist. Unternehmen wie Amazon und co. werden nicht pleite gehen und alles ist wie vorher.

Aber irgendwann haben die Staaten zu viele Schulden aufgebaut und ihre letzte Rettungsaktion gestartet und irgendwann wird ein Unternehmen pleite gehen und andere mitziehen die wiederum andere mitziehen.

Dann werden einige Hedgefond Manager die Nerven verlieren und zu viele Aktion auf einen Schlag verkaufen. Eine solche Dynamik kann dann nicht mehr aufgehalten werden.

Plötzlich ist unglaublich viel Geld freigesetzt, dieses Geld trifft auf weniger Produktion und damit weniger Angebot, auf Menschen die keinen Job mehr haben.

Dann haben wir eine Inflation und zwar eine, die sich gewaschen hat. Mindestens aber massive Arbeitslosigkeit.

---

Astrologisch

Wie ich schon einmal sagte, der Oktober sieht nicht gut aus. Die nächsten Monate ungefähr ein halbes Jahr nach den März Aspekten, haben wir im Oktober 2 äußerst unglückliche Monde (Vollmond am 01.10. und Neumond am 16.10.), der Mars läuft einmal rückwärts, aus dem Widder heraus, im Quadrat über die massierte Ansammlung im Steinbock (Saturn, Jupiter und Pluto) und gleichzeitig bescheint die Sonne diese Gruppe böse.

Die 1. beiden Wochen im Oktober (eigentlich ab den 29.09.2020) dürfte sich Druck im Kessel aufbauen. Ab mitte des Monats wird dann der Merkur rückläufig im Skorpion. Das kann sehr gut eine wirtschaftliche Bedeutung haben.

Sollte die von Krall und co. prognostizierte Pleitewelle kommen, dann wird es eben um diese Zeit herum passieren.
Also um der Kalenderwoche 42 herum.

Beste Grüße

Nachfrageschock aufgrund des Platzens der Blase

SiriusB @, Dienstag, 22. September 2020, 17:31 vor 65 Tagen @ peridot 638 mal gelesen

Hallo Peridot,

ich respektiere natürlich Deine Sichtweise, mir ist nur nicht so ganz
klar wieso ein Platzen der Blase zu einem massiven Nachfragedruck führen könnte.
Sobald die Blase platzt ist Cash King, nur es gibt eigentlich gar nicht sehr viel
Cash oder sollte man sagen liquide Assets.
Auch ein Hedgefondshändler oder Börsenmakler der noch rechtzeitig aussteigen konnte,
nimmt seinen Geldberg dann doch nicht her, um damit Leute loszuschicken die die Supermärkte leer
kaufen.
Er wird auch nicht versuchen sämtliche Autos die verfügbar sind physisch aufzukaufen
um die dann auf irgendwelchen riesigen Flächen zu lagern.
Ich kann mir eine sehr starke Inflation ohne die massive Zerstörung von Produktionspotential
bzw. Produktionsanlagen einfach nicht vorstellen, allerhöchstens noch im Bereich der
Güter die absolut lebensnotwendig sind.
Bisher kam es immer nur durch Krieg zu einem Rückgang der Produktionskapazitäten (Deutschland WK 2)
oder es waren singuläre Geschichten die immer nur ein bestimmtes Land betrafen (Ruhrkampf Deutschland 1923,
Sanktionen und andere Faktoren im Falle von Simbabwe,Iran oder Venezuela)
Also Krieg wär wohl das Übelste das kommen könnte, meiner Meinung nach können die Notenbanken mit
ihrer Politik immer noch radikaler abgehen und es wird trotzdem keine starke Inflation geben.

Gruß Sirius

Geld und Vertrauen

peridot, Dienstag, 22. September 2020, 17:51 vor 65 Tagen @ SiriusB 521 mal gelesen

bearbeitet von peridot, Dienstag, 22. September 2020, 17:57

Moin Sirius,

im 1. Schritt wird es natürlich nicht einfach plötzlich wenig Produkte geben, auf die sich dann alle stürzen.
Das stimmt schon, aber das muss ja auch nicht der Beginn sein.

Ich denke das Problem liegt darin, dass diese Geldmengen eigentlich alle virtuell sind. Dahinter steht kein Wirtschaftswachstum. Damit existiert natürlich sehr viel Geld, sehr viel mehr, als eigentlich da sein sollte, wäre die Menge des Geldes nicht vollkommen entkoppelt.

Dieses ganze Konstrukt Geld funktioniert auf Basis von Vertrauen.

Trifft uns nun so eine Firmenpleitewelle und Haufenweise Aktienmanager verkaufen ihre Aktien, nach dem von mir beschriebenen Szenario, dann fallen eine ganze Menge Banken um.
Ihre Kreditverträge platzen halt, da kann man nichts machen.

Der zweite Ankerpunkt von meinen Scenario ist, dass die Staaten ihr Rettungspulver langsam verschossen haben.
Die Banken gehen also wirklich Pleite, obwohl im Finanzsektor unendlich viel Geld steckt, dass zuvor in Aktienwerten investiert war. Dieses Geld wurde leider nur per Knopfdruck geschaffen und ist nicht durch einen realen Anstieg der Wirtschaftsleistung gedeckt.
Der Phoenix Beitrag erklärt es recht schön, das gedruckte Geld fließt in die Stützung von Werten.

Übersetzt: Die Werte wären längst im Keller, aber wir drucken virtuelles Geld, mit dem wir die Werte stützen.
Part2 (nicht ausgesprochen): Wir hoffen der Wert hält durch das Geld seine Bewertung und das gedruckte Geld kommt niemals in den realen Wirtschaftskreislauf. Es muss in der virtuellen Aktienwelt gebunden bleiben, damit es die Preisstabilität nicht gefährdet.

Heißt in Folge:
Nach einen realen Wirtschaftscrash mit gleichzeitigen Börsencrash wird eine unglaubliche Menge an Geld in die Realität freigesetzt.

Es wird dann eine unglaubliche Liquiditätswelle durch das Land rollen. Mir fällt einfach kein Abnehmer für das viele Geld ein, dass derzeit in Börsenwerten steckt.

https://tagesgeld.de/informationen/geldmenge.html

Seitdem der Goldstandard abgeschafft wurde ist dieses System noch instabiler als vorher.

edit: Der historische Vergleich von dir hinkt insofern, dass noch niemals in der Geschichte versucht wurde eine ganze Wirtschaft durch künstlich geschaffenes virtuelles Geld am Leben zu erhalten.
Wir stecken also alle in einen gewaltigen Experiment.

Beste Grüße

Bankenrun und Flucht in Sachwerte

SiriusB @, Dienstag, 22. September 2020, 18:22 vor 65 Tagen @ peridot 635 mal gelesen

Hallo Peridot,

ja ich kann Deine Gedankengänge schon nachvollziehen,
nur glaube ich das die normale Bevölkerung im Ernstfall gar nicht mehr an ihr
Geld rankommen würde, also fällt an der Stelle die Flucht in Sachwerte schonmal aus.
(siehe Griechenland 2015)
Der Superreiche könnte natürlich noch versuchen mit seinem Tagesgeldberg
groß auf Einkaufstour zu gehen, trotzdem glaube das der im Ernstfall schnell
an gewisse Grenzen stoßen würde, beispielsweise wenn seine Bank die riesigen Geldabzüge
in Forum von Überweisungen auf einmal auch in Grenzen setzt.
Die Möglichkeit das noch Bargeldreserven in großem Umfang in Sachwerte
umgesetzt werden sehe ich auch begrenzt, zumindest hätte das nicht die
großen inflationären Auswirkungen, außer vielleicht im Bereich des Grundbedarfs.
Die institutionellen Großinvestoren müssten für eine massive Flucht
in Sachwerte erst einmal die entsprechende Infrastruktur aufbauen,
ich glaube nicht dass sie im Moment überhaupt auch nur versuchen
in so eine Richtung zu gehen, und selbst wenn es mal so weit wäre ginge es nicht so schnell.
Ich sehe da keine riesigen Geldberge die auf einmal in den Wirtschaftskreislauf einfließen
sondern ein in Rauch aufgehen oder Verpuffen des illusionär vorhanden Geldes, eben
ein Platzen der Blase, Dottore sagte immer "GameOver".
Beweisen kann ich das alles nicht, dazu fehlt mir die wissenschaftsschaftliche Expertise,
wobei die Akademiker aus Wirtschaftswissenschaftenbereich sie bei gewissen Themen
auch nicht unbedingt immer so haben wie wir das glauben, einige Leute im Gelben Forum hatten Sie,
die Diskussionen zwischen Inflationisten und Deflationisten gingen damals endlos ;-)
Na ja freut mich wenn du mit dem Phoenix Beitrag etwas anfangen konntest,
ich selbst versuche irgendwie offen zu bleiben, ich bin ja Pessimist
aber vielleicht haben die Optimisten recht und es läuft immer so weiter...

Grüße Sirius

Ergänzung

SiriusB @, Dienstag, 22. September 2020, 19:17 vor 65 Tagen @ SiriusB 451 mal gelesen

Was mir zu dem ganzen Thema noch einfallen ist ->
Ich glaube es war der ehemalige FED Chef Ben Bernanke
der sagte er würde im Notfall sogar Bargeld aus dem
Helikopter abwerfen um ein debitistisches "GameOver"
zu verhindern.
Es sind die Lehren aus der Vergangenheit, dass durch die FED Funktionäre
lieber sogar ein schwere Inflation in Kauf genommen wird
und man das System durch Reflation neu starten möchte, anstatt das
man alles zusammenbrechen lässt, so dass nur noch WK 3
bleibt um einen Neustart zu durchzuführen.
In gewisser Weise würde da Ganze ja ganz sogar ein bisschen
Richtung bedingungsloses Grundeinkommen gehen.
Dr. Markus Krall redet im Moment groß herum von der Einführung
des Sozialismus durch die Hintertür und halt das übliche Geschwätz der Wiener Schule.
Mal im Ernst die Weltwirtschaftskrise von 1929 war eine der
größten Katastrophen in der Geschichte der Menschheit, von dem
als unmittelbare Folgeerscheinung großem weltweiten Krieg
gar nicht zu sprechen.
Wenn es also wirklich nochmal so einen deflationären Kollaps wie damals
geben sollte, also wenn in die Zentralbanken ihn nicht bis in alle Ewigkeit
aufschieben können, werden Maßnahmen erforderlich sein die wir
uns in Ihrer Radikalität noch gar nicht vorstellen können,
also sowas hier z.B.: -> https://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen
also schon so richtiges Teufelszeug ;-)


Grüße

Helikoptergeld

peridot, Mittwoch, 23. September 2020, 00:57 vor 65 Tagen @ SiriusB 474 mal gelesen

Helikoptergeld.

Ja, dass ist sicher eines dieser Instrumente, zu denen im Notfall gegriffen wird. Leider wie alles andere auf diesen Sektor auch, eine niemals geprüfte revolutionäre Theorie.

Häufig steckt der Teufel im Detail. Für diese Instrumente müsste extrem viel Geld geschaffen werden.

Dieses Geld nimmt seinen Lauf.


Zentralbank -> Großbank -> Sparkasse -> Unternehmen
                                     -> Staat         -> Mensch
                                     -> NGO


Es ist leicht zu sehen, auch beim Zentralbank Geld ist der Mensch an letzter Stelle. Vorher passiert das Geld alle vorherigen Stationen.

Jetzt darf geraten werden, wer bei magischer Geldschöpfung der Quelle des Regenbogens am nächsten ist.

Diese Personen/Organisationen werden am aller reichsten.

Beste Grüße

Inflation, Deflation und die Modern Monetary Theory

peridot, Mittwoch, 23. September 2020, 00:53 vor 65 Tagen @ SiriusB 438 mal gelesen

Hallo,

also die Frage, ob es crasht und wenn ja ob es zu einer Inflation oder Deflation kommt könnte man sicher endlos führen. Geführt wird diese Diskussion ja auch, bis heute und unverminderter härte, auch außerhalb dieses gelben Forums.

Im Detail können wir uns das wohl schenken. ;)
Da es noch nie eine Geldpolitik wie diese gab, kann auch kein sterblicher die Folgen im Detail kennen. Das bleibt ein reines Ratespiel.

Viel wichtiger ist die Frage, ist das Finanzsystem stabil genug, dass es nicht irgendwann völlig crasht? Hin und wieder eine Finanzkrise ist ja verkraftbar. Schlimm wäre es, wenn die Annahmen der MMT (Modern Monetary Theory) verkehrt sind und sich das Finanzsystem eben nicht dynamisch von einer Zentralbank steuern lässt.
Das heißt, die Steuerrung funktioniert nur, solange die "Märkte" einigermaßen normal funktionieren.

Ich werfe dieses Schlagwort in den Raum, weil die EZB im Grunde nach genau diesen Maßstäben handelt oder zumindest nach der Grundannahme einer Steuerbarkeit. Ich bin kein Freund von Krall, er malt ständig den Teufel an die Wand. Eine Auffassung von ihm teile ich:
Ein Wirtschaftsraum kann nicht dauerhaft verzerrt werden, ohne das es zu unbeabsichtigten Folgen kommt.

Rational befürchte ich, dass es gelingen könnte den Zusammenbruch in ein langsames Siechtum umzuwandeln.

Mein Gefühl sagt eher, dass irgendwann etwas unerwartetes passiert und diese unerwartete wird zu einen ungünstigen Zeitpunkt kommen. Vielleicht auch eine Verkettung ungünstiger Umstände.

Die MMT geht ja davon aus, dass Zentralbanken die Geldmenge der Situation angepasst ausweiten und wieder verringern. Nun kann man Geld schnell schaffen, aber es wieder einzusammeln braucht Zeit. Es müssten für an die Zentralbank ausgegebene und wieder zurückgezahlte Verbindlichkeiten kein neues Geld ausgestellt werden.

Ein unerwartetes Ereignis kündigt sich in der Regel nicht vorher an. Im grunde ist die MMT also eine Theorie, die davon ausgeht, dass alles immer in den Zyklen normaler Konjunkturzyklen verläuft.

Darüber hinaus stellt die ganze MMT Theorie, genau wie der Keynesianismus den kompletten normalen Menschenverstand auf den Kopf.

"Steuern finanzieren keine Staatsausgaben, Staatsausgaben finanzieren Steuern" Sprüche wie diese könnten auch von Marx stammen und den Erfolg seiner Ökonemischen Theorien haben wir ja gesehen.

Ich hoffe mein Gefühl hat recht, denn nichts ist grausamer als langsames Siechtum.

Re: "Welle": Es dürfte sich wohl um den Höhepunkt der vielzitierten 2.Welle des Corönchens drehen, und nix weiter (owT)

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Dienstag, 22. September 2020, 20:55 vor 65 Tagen @ peridot 531 mal gelesen

Wenn, dann der staatlichen Maßnahmen

peridot, Mittwoch, 23. September 2020, 00:59 vor 65 Tagen @ Eyspfeil 520 mal gelesen

Ich denke jedenfalls nicht, dass dieser Schnupfen noch sein Drohpotential hat.

Pleitewelle

Kieslaster @, Mittwoch, 23. September 2020, 09:55 vor 65 Tagen @ peridot 670 mal gelesen

Hallo,

https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/insolvenzaussetzungsgesetz-1781394

mit der Pleitewelle im Oktober wird`s wohl nix.
Übrigens tönte vor einigen Wochen der Mann vom
Wahrheitsministerium in der Wochenschau das
Corona der BRD Wirtschaft nichts anhaben kann.
Die Insolvenzen in diesem Jahr seien sogar unter
denen des Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Der Mann hat eben nur vergessen o.g. Gesetz
zu erwähnen. Mahlzeit.

Schöne Grüße aus dem Sauerland

Wenn Traum und Realität sich widersprechen, Pech für die Realität

peridot, Mittwoch, 23. September 2020, 11:43 vor 65 Tagen @ Kieslaster 603 mal gelesen

Wenn Traum und Realität sich widersprechen, Pech für die Realität.

Abwarten, wir werden sehen wie gut dieser Kurs langfristig funktioniert.

Wie bereits mehrmals erwähnt, die große Befürchtung ist das langsame Siechtum. Bisher tut die Regierung alles für das Siechtum, um einen heilsamen Schock zu verhindern. Gut für den Machterhalt, schlecht für alle Anderen.

Wie dem auch sei, die Sterne stehen gut für eine unkontrollierbare Eigendynamik. Diese Eigendynamik würde (sehr) schmerzhaft werden, aber darauf baue ich.

Verlust an Werten, keine (direkte) Enteignung; nicht schnell neue Währung

Jacob @, Freitag, 25. September 2020, 22:52 vor 62 Tagen @ Explorer 880 mal gelesen

1. Frage:
Wann kommt in Deutschland eine Währungsreform?

Dann hat sie zunächst die Karten wieder für mich als Person gelegt.
Sie legt dann ein Gesamtbild, also auch Privates.

-meine Situation sei schwierig im Mai/ Juni ( Erholung danach) – stabiler erst wieder H/W – F/S2021
- keine Not, finanziell stabil
- werde selbstständig bleiben, immer stabil, Selbstständigkeit sei meine Stärke
- neues positives Projekt werde sich wegen Corona verschieben
-im Spätsommer werde es besser, dann sei ich wieder mehr unterwegs
-komme mit einem blauen Auge davon

[...]
Dann hat sie die Karten für Deutschland gelegt bzgl. einer Währungsreform:
-Verlust an Werten/ keine Enteignung
-nicht schnell eine neue Währung ( aufgrund von Falschheiten)
- Stillstand / Abstand
-sie sieht bis Weihnachten 2020 keine neue Währung, dies geschehe aber aus Kalkül
Die List sei dosiert vorzugehen, man wolle panische Menschen vermeiden
- Frosch-Metapher: Ein Frosch könne man nicht einfach ins heiße Wasser schmeißen und kochen, dass würde er merken und sofort wieder raus springen. Erhöhe man aber nach und nach leicht die Temperatur können man Schluss endlich den Frosch kochen
So mache man es mit den Deutschen, denn die werden das so mitmachen

Dann fragte ich sie , ob es richtig sei XY dieses Jahr noch umzubauen.
- sie sieht eine Veränderung im Sommer bis Spätsommer – eine räumliche Veränderung
- es sehe so aus wie Glück im Unglück
- ein Projekt läuft gut an Sept/ Okt/Nov, langsam, durch Corona verzögert

Ob ich im Mai wieder öffnen werde?
- sagte sie es könne knapp werden, dann mit Auflagen wieder öffnen
[...]
Goldminendepot liegen lassen, wird wachsen

----------------------------
Bisher nur Treffer. Sehr empfehlenswert, insbes. im zeitlichen Nahbereich.

Gruss

Wann wurden die Karten den gelegt?

Explorer @, Sonntag, 27. September 2020, 18:27 vor 60 Tagen @ Jacob 568 mal gelesen

Hallo Jacob,

Danke für deinen Bericht und Einschätzung.

Dürfte ich noch fragen, wann die Karten genau gelegt wurden?

Mit freundlichen Grüßen
Explorer

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