Strategiewechsel in der Forschung nötig? (Schauungen & Prophezeiungen)

Baldur @, Montag, 13. Juli 2020, 23:01 vor 80 Tagen 1563 mal gelesen

Hallo, zusammen,

Wie ich schon mal geschrieben habe, hatte ich eine 1:1 Schauung in der Kindheit.
Wie ein Video über rund 15 Minuten traumatische Geschehnisse. Einmal lief es vorab virtuell durch, und einmal brutal ich echt, ca. 14 Tage später.

Damit will ich nur festhalten, dass Schauungen als Ereignis existieren.

Aber selten. Äusserst selten.

Für mich ist die Beschäftigung mit Schauungen mittlerweile eine unergiebige Sackgasse, die durch unsere Entrümpelung von Müll, Wahn, Hysterie und Betrug eh schon fast vollständig entleert ist.
Was noch übrig geblieben ist, wird entweder unwahrscheinlicher, weil sich die räumlichen Lebensverhältnisse geändert haben (Pasing), oder ist nicht genug, um sich daraus ein Bild der Zukunft zu formen.

Den Irrsinn der Quarantänewegsperrung hatte niemand auf dem Schirm.

Allerdings gab es anderweitig Begleitgeräusche, etwa von Gabriele Hofmann und der wirtschaftlichen Unsicherheit 2020.
Da wird bewusst nach Aussagen gestochert, und wenn es mit Kartenlegen passiert.

Ein väterlicher Freund berichtete aus der Nachkriegszeit von geradezu sensationellen Treffern seiner örtlichen Kartenlegerin, von Beruf Gastwirtin.

Ich konnte auch schon frappierende Treffer aufgrund solcher eher belächelten Quellen mit nach Hause nehmen. Die medialen Durchgaben waren dann noch ein ganzes Stück besser, aber auch nicht immer fehlerfrei.

Vielleicht sollte man eine Forschungsgruppe bilden, die regelmässig solche individuellen Vorhersagen für das eigene Schicksal sammelt und untereinander vergleicht.

Dieses gezielte Abholen scheint mir sinnvoller zu sein, als darauf zu warten, dass von selbst was durchdringt.....

Beste Grüsse vom Baldur

Treffer einer Kartenlegerin

Baldur @, Dienstag, 14. Juli 2020, 09:04 vor 79 Tagen @ Baldur 1696 mal gelesen

Hallo, zusammen,

auch hier auf Youtube ein entsprechendes Beispiel:

ca. bei Minute 36.00

junger Wehrmachtssoldat kommt im Juni 1945 zu Fuss nach Hause und steht vor der verschlossenen Türe - seine Eltern waren währenddessen bei einer Kartenlegerin, die sah, dass er gerade daheim vor der Türe stünde....

Beste Grüsse vom Baldur

Aus dem Schleudergang in die rasende Wut - Vertigo-go-go

Fenrizwolf @, Mittwoch, 15. Juli 2020, 07:32 vor 78 Tagen @ Baldur 1254 mal gelesen

Hallo Baldur!

Während unsere Scharfköpfe noch dabei waren, der klerikalen Piñata das letzte Staubkorn an Lüge aus dem modernden Lumpensack zu prügeln, warst Du schon hinterm Horizont, und die Tittsiegel im letzten Büchsenlicht zeugten fahl von Resignation eines Gehörnten.

Nachdem der Bast bei mir verschimmelt war, brauchte ich nur einen Tagesritt um auch die Kante der Welt zu erreichen.

Gaukler und Blender, Zeitdiebe, Seelenschaukler und Marketender habe ich in den Staub getreten und selbst darauf geregnet.

Ohne das seltene Glück, hie und da doch noch Kunde von kleinen Wundern zu vernehmen, wähnte ich mich wohl als Irrer in einer Welt von vermeintlich Gescheiten.

Eben Deine, etwa alle neun Monate verfaßten Anekdoten, waren mir stets eine Sternschnuppe sehnsuchtsvoller Faszination am neongrauen Nachhimmel der bestesten aller Zeiten.

Ich selbst fühle mich wie im Schleudergang der Wa(s)chmaschine. Alles dreht sich und schäumt, während ich versuche zu begreifen, was alles verloren ist, und wer nicht mehr da.

Es ist ein anstrengendes Karussell, es geht kopfüber und landunter um ein Zentrum das sich Vertigo-go-go nennt. Es ist kraftfressend und lebensfeindlich, auszehrend, abrasiv und vor allem dumm.

Tod, Haß und Terror heißen seine Engel, Institutionen brennen mit glühenden Riesenrädern die Schande in Mark und Herz. Nach der Geburtsurkunde folgt die Vergabe der Steuernummer.

Tapferkeit und bester Wille machen graue Haare, aber keinen offensichtlichen Fortschritt.
Alles was lieb ist, krankt davon, geht hinweg und scheidet ab. Kondolenz wird nicht gegeben, das Programm dreht durch.

An extraordinären Zuständen hat es mir in der letzten Dekade nicht gemangelt, doch kam kaum ein Gefühl mehr auf, das ein Leben hier lieblich rechtfertigt.
Ganz im Gegenteil. Der Terror totaler Ordnung tötet total. Mit Terror in totaler Ordnung wird das Pendel zurückschwingen, in einem entfesselten Fest der fassungslosen Sinne.

Mehr als Salz und Wasser kann ich zur Tränenproduktion nicht geben, meine Gefühle erschöpfen sich in Sorge und Trauer.

Um endlich zum Thema zu kommen: Ich hätte kein gutes Gefühl dabei, mir von jemand Zwielichtigem etwas über meine begrenzte Zukunft offenbaren zu lassen.

Mit all den Vorzügen die ich habe, wie vollständigen Gliedmaßen, einem einst intakten Elternhaus und dem besten Deutschland aller Zeiten, sehe ich das Verhältnis von Freude zu Leid bei 1:100.

Ich will diese Welt nicht mehr verstehen, nicht mehr heilen, ich will sie vernichten.

Sollte ich wieder zur Besinnung kommen, bin ich der Erste der beiträgt, doch wie soll man sich nur um die Toten kümmern, wenn die Lebenden kümmern?

Ich will die Welt in leuchtenden Farben sehen, fein komponiert, in hellem Schein.

Mit freundlichen Grüßen

Fenrizwolf

wissen wollen, oder nicht / Sinn des Lebens

Baldur @, Mittwoch, 15. Juli 2020, 10:09 vor 78 Tagen @ Fenrizwolf 1203 mal gelesen

Hallo, Fenrizwolf,

es ist wie beim Arzt und seiner Diagnose.
Es gibt Leute, die möchten sie gerne wissen, und andere, die das bewusst nicht möchten.
Beides ist zu respektieren, für beides gibt es gute Gründe.

Zum Thema Irrsinn und Lebenssinn haben sich schon alle Generationen den Kopf zerbrochen, und keine mir bekannte, befriedigende Antwort gefunden.

Es gab mal einen Film (per Anhalter durch die Galaxis?), und darin wird der weltbeste Computer programmiert, die Antwort auf die Frage zu finden, welchen Sinn das Leben hat. Der rechnete eine Million Jahre und spuckte schliesslich das Ergebnis aus, es lautete "42".
Na, dann....

Die Natur ist grundsätzlich grausam und unbarmherzig. Einer frisst den anderen. Manchmal auch noch im lebendigen Zustand.
Wer das konstruiert hat, muss ein kranker Psychopath sein.

Vielleicht erwarten wir zuviel.
Wieder die hypothetische Frage an den Arzt, Herr Doktor, warum gerade ich?
Und der Arzt antwortet, wieso gerade nicht Sie?

Wenn es im Dickicht des Alltags ab und zu einen freundlichen Hinweis gibt, um ein bisschen besser durchzukommen, ist das schon wertvoll und bemerkenswert. Mehr kann man offenbar nicht verlangen.

Immerhin ging es unseren Vorfahren meist schlechter als uns bisher.
Nimm jemanden, der 1893 geboren wurde, wie etwa meinen Opa.
Er wurde 1914 zum Kriegsdienst einberufen, verwundet, aber kehrte immerhin heim.
Er erlebte Hyperinflation und Weltwirtschaftskrise.
Obwohl immerhin Beamter, hauste er mit seiner Familie unter erbärmlichen Umständen im einem feuchten Loch, das man Wohnung nannte.
Erst 1933 gings bergauf, er bekam eine menschenwürdige Wohnung.
Dann kam der zweite Weltkrieg, glücklicherweise(!) war er zu geschädigt, um nochmals Wehrdienst zu leisten. Dafür hatte er die Aufgabe, die verkohlten Brandbombenopfer vom Untergrund zu kratzen und zu identifizieren.
Seine Wohnung wurde ebenfalls zerbombt, sie hausten in den Trümmern.

Vom Wirtschaftsaufschwung in den 60er Jahren profitierte er aufgrund seines Alters nicht mehr, ausserdem musste er sich mit Gelegenheitsjobs durchschlagen, weil er aufgrund seiner vormaligen Parteizugehörigkeit keine normale Anstellung mehr bekam.

Auch der medizinische Fortschritt kam für ihn zu spät, er erlag nach langem und vergeblichem Kampf den Folgen eines Unfalls im Strassenverkehr.

Keine tolle Biographie.

Aber weit besser noch als die meines Opas mütterlicherseits. Er geriet an seinem 30.Geburtstag in sowjetische Kriegsgefangenschaft und kam nicht mehr zu seiner Familie zurück.

Gibt es in den ganzen Biographien einen roten Faden, einen erkennbaren Sinn?
Ich habe keinen gefunden.

Jeder ist letztlich ein Werkzeug, ein Zahnrädchen im grossen Getriebe, das seine Pflichten zu erfüllen hat.

Nur ganz wenigen gelingt es, sich dieser Mühle zu entziehen, Künstlern etwa, aber auch dann meist auf Kosten anderer.

Ein Grosser der Tonbandstimmenforschung, Prof. Ernst Senkowski, sagte, er würde bei seiner Ankunft im Jenseits dereinst als erstes das Beschwerdebuch verlangen.....

Mehr wissen wir nicht.

Und doch gibt es immer wieder schicksalshafte Fügungen, die ein gutmütiges, wohlwollendes Eingreifen von höherer Warte aus vermuten lassen.
So, wie ein Singvogel, der in einer Agrarbrache daheim war und endlich den Garten eines Vogelfreundes gefunden hat, der ihn regelmässig füttert, gibt es ein Nebeneinander von Elend und Zufriedenheit.

Manchmal haben wir es auch selber in der Hand, durch einen Umzug oder eine Änderung im Leben auf ein anderes Gleis zu wechseln, das irgendwann in eine neue, andere Richtung abbiegt.....dann sind Hinweise aus hellsichtiger Quelle sehr hilfreich.....

Beste Grüsse vom Baldur

Ist die Transparenz zukünftiger Ereignisse gar nicht gewollt?

Joe2 @, Rastatt, Mittwoch, 15. Juli 2020, 12:57 vor 78 Tagen @ Baldur 1122 mal gelesen

Hallo Baldur,

Schau dir die zahlreichen YouTube Interviews zu Nahtoderlebnissen an, kein Bezug zu Zukunft, sondern nur Reflexion der Vergangenheit, von verpassten Gelegenheiten, von Empathie und konstruktiven gesellschaftlichen Beitrag.

Vielleicht ist das Streben nach Transparenz für zukünftige Ereignisse gar nicht gewollt. Es kommt was kommt, aber es soll empathisch reagiert werden.

Gruß, Joe

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Aufgaben

Taurec ⌂ @, München, Donnerstag, 16. Juli 2020, 07:23 vor 77 Tagen @ Joe2 1204 mal gelesen

Hallo!

Schau dir die zahlreichen YouTube Interviews zu Nahtoderlebnissen an, kein Bezug zu Zukunft, sondern nur Reflexion der Vergangenheit, von verpassten Gelegenheiten, von Empathie und konstruktiven gesellschaftlichen Beitrag.

Und nicht selten der Hinweis an verweilen Wollende, man müsse zurück, weil man eine "Aufgabe" habe. Empfänger und Zuhörer vermeinen wohl ihrer eigenen menschlichen Eitelkeit schmeichelnd, man sei dann etwas Besonderes und würde im Weltgeschehen noch irgendeine wichtige Funktion erfüllen. Hingegen ist es wohl eher ein "setz Dich hin und mach Deine Hausaufgaben fertig", die für nahezu jeden im Lernen wenig Aufsehen erregender Grundlektionen bestehen.
Bei der Lösung der Aufgabe gibt es keine Hilfe, die das Leben erleichtert, bestenfalls einen den Lösungsweg nicht abschließend aufklärenden Hinweis oder Stoß in die entsprechende Richtung, sofern nicht das Finden der Aufgabe zur Aufgabe gehört. So berichtet Frau Hoffmann von Fällen, in denen sie gar nichts sieht. Jahre später, wenn der Klient wiederkommt und sich der Knoten im Schicksal gelöst hat, geht es dann.

Ich nehme an, daß es nicht Zweck der Nahtoderlebnisse ist, größeren Aufschluß über die Zukunft zu geben. Das mag in Ausnahmefällen vorkommen, wenn es für denjenigen Sinn hat. Für die meisten ist es mehr ein Aufenthalt im Wartezimmer, solange der Körper nicht funktionsfähig ist. In dieser Zeit wird man von Verwandten bekümmert und herumgeführt. Warum sollten diese aber mehr wissen, als was sich im Leben des Betroffenen bislang ereignet hat und in welche grobe Richtung diese Tendenzen extrapolativ führen? Von außen haben sie einen etwas lichteren Blick auf das Geschehen, seine Zusammenhänge und Bedeutungen, aber nicht zwingend große Kenntnis der Zukunft.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“

Von der Neurose über den Ikonoklasmus zur Freiheit

Fenrizwolf @, Samstag, 18. Juli 2020, 09:25 vor 75 Tagen @ Baldur 955 mal gelesen

bearbeitet von Fenrizwolf, Samstag, 18. Juli 2020, 09:53

Hallo Baldur!

Über den Sinn und die konkrete Aufgabe hier hätte ich schon gerne eine erschöpfende Auskunft, da es es mir ermöglichte, den Kompaß zu norden und meine begrenzten Kräfte, im Sinne höherer Weisheit, ökonomischer und zielgerichteter einzusetzen.

Es ist nur leider so, daß mein Gewissen und meine begrenzte Weisheit ein Produkt aus eigenem Wollen, eigener Erfahrung, wohlmeinender Erfahrung Altvorderer wie auch guter wie schlechter Beeinflussung von Außen sind.

Nicht, daß es mir generell an Mut fehlte, oder ich das Unabänderliche nicht wahrhaben wollte; es ist in erster Linie der Verlust des Urvertrauens und die Erwartung, niederer List ausgesetzt zu sein, während meine natürlichen Mitstreiter, berauscht vom Schlangengift, nur debil zu grinsen vermögen.

Im Kleinkindalter hing ich wochenlang in einem Streckbett, lernte das Laufen erneut; und anfangs meiner Zwanziger erhielt ich die Prognose, nur noch etwa fünf Jahre vor mir zu haben – just zur falschen Zeit.

Einerseits macht es etwas neurotisch, anderseits auch ziemlich robust und ernst. Das Schema blieb mir dann abwechselnd in fast allen Lebensbereichen treu.

Wäre ich ähnlich dümmlich oder skrupellos, wie jene, vor deren Taten ich mich fürchte, könnte ich glatt an meine Unverwüstlichkeit glauben und die Tatsache, daß ich am Ende stets besser abschneide als es mir schwant oder mir prophezeit wird.

Wenn ich manchmal wie eine Heulsuse klinge, ist das nicht selten dem Umstand geschuldet, daß ich mich wie in Ketten liegend, fühle.

Ich bin schlechtes Wetter gewohnt, und vermutlich liegt die Zeit, in der meine Natur gewürdigt wird, ja noch vor mir. Selten, aber manchmal habe ich den richtigen Riecher und den richtigen Biß.

Als Kettenhund sollte ich mich nicht von seuselnden Sirenen verrückt machen lassen, sondern lieber selbsttätig in der Erde graben, unter dem Odeur von Moorgasen meditieren, und bei Vollmond die Sonnenbrille aufziehen.
Vielleicht sollte ich lieber auf meine eigenen Schauungen vertrauen, anstatt, wie gewohnt mißverstanden und mißinterpretiert zu werden.

Während ich brav an der Leine Gassi gehe, kann ich auch wenig gegen den Irrsinn tun, der mir beinahe Kopfsschmerzen macht.
Wegen Parkplatzstreitigkeiten werden hier Leute abgestochen, aber wegen eines narzißtischen türkischen Schuljungen aus der SPD ermittelt der Staatsschutz um den Kirchturm herum.
Alles was geschieht, ist genau das Gegenteil dessen, was im Sinne der Vernunft geschehen sollte.

Und ja, ich frage mich manchmal schon, was ich für ein lustiges Problem habe, wenn ich an die Hölle denke, durch die unsere Großväter gegangen sind.
Manche deutschen Herren sind durch zwei Weltkriege marschiert.
Es läßt mich nicht kalt, und ermahnt mich dazu, den irrationalen Blutzoll als ein Geschenk für relative Freiheit zu begreifen.
Es ist eine halbe Freiheit, für die ich als Nachgeborener nun verantwortlich bin.

Wie damals zum Ende – es gilt Brücken zu sprengen und provisorische Brücken zu bauen, sich auf die eigenen Höhen zu begeben, die Artillerie in Stellung zu bringen, und ein gutes Auge auf das Land zu haben.
Manch einer der alten Haudegen lies das alles hinter sich, machte aufgrund seiner Stärken steil Kariere und vergaß den Gram.
Mancher dieser Leute hatte Karriere mitsamt Ruhm, aber keinen Charakter.

Heute sollten wir nicht unempfänglich für jene sein, die sich unwissentlich fälschlich auf der richtigen Seite wähnten.
Was kümmert mich die kuriose Konsequenz im Diesseits, wenn doch die Absicht, den eigenen Willen mit dem Willen des Schöpfers in Einklang zu bringen, die Triebfeder war? Edelmut verpflichtet.
Der nächste große Kampf findet schon seit langem statt:

Es ist ein Kampf Mensch gegen Maschine.
Der Leidenschaftliche aber Gebrechliche sieht sich heute einer komplexen Ausgeburt des Üblen gegenüber, das lustvoll nach Allmacht strebt.

Wir werden es machen, wie sie es uns vormachten: Zuerst werden wir aufhören sie ernst zu nehmen, dann werden wir sie unterwandern, und dann verleumden.
Danach werden wir sie aussortieren und eskalieren bis sie irre werden.
Und dann erst fängt die Revanche überhaupt erst an.

Terror ist Gott, und Gott ist Kontrolle. Göttliche Kontrolle will Terror.
Früher wurden Bücher verbrannt. Der neue Ikonoklasmus könnte es auf Beamte und deren Ungeborene absehen.
Mir soll dann egal sein, was dann in der Ferne brennt, Hauptsache, es leuchtet imposant.
Nein, so weit muß es nicht gehen, aber das wird es wohl.

Freiheit hat ihren Preis; der niedrigste ist vielleicht Kauzigkeit und Neurotizismus.
Die Rebsorte macht den Wein, doch die Traube wächst allein.

Heil Dir!

FenrizWolf

Menschen haben seltsame Triebe

Isana Yashiro @, Mittwoch, 22. Juli 2020, 13:09 vor 71 Tagen @ Fenrizwolf 944 mal gelesen

Hallo!

Über den Sinn und die konkrete Aufgabe hier hätte ich schon gerne eine erschöpfende Auskunft, da es es mir ermöglichte, den Kompaß zu norden und meine begrenzten Kräfte, im Sinne höherer Weisheit, ökonomischer und zielgerichteter einzusetzen.

Es ist ein Kampf Mensch gegen Maschine.

Mensch gegen Maschine? Die Beziehung zwischen Mensch und Maschine sehe ich ganz anders.

Vielleicht fällt die Sinnsuche etwas leichter, wenn man die Evolution berücksichtigt. Falls man Charles Darwin nicht mag, dann gibt es noch reichlich andere Evolutionstheorien. Nicht nur die Theorie des Alfred Russel Wallace, die Charles Darwin vor ihrer Veröffentlichung kannte und aus der er zitiert. Das immerhin korrekt, sonst läge der Verdacht eines Plagiats nahe, denn dafür sind sich beide Theorien ähnlich genug. Kein Wunder, denn beide Autoren haben wissenschaftlich sehr sauber gearbeitet. Beide bauen auch auf der Evolutionstheorie des Jean Baptiste de Lamarck auf und widerlegen nur die dort noch enthaltene Urzeugung. Schon vor ihm hatten Alchimisten eine Evolutionstheorie. Diese ist die eigentlich erfolgreichste, denn sie hat sich über Jahrhunderte gehalten. Gemäß den Alchimisten des Mittelalters unterliegen Minerale genau wie Metalle genau wie Pflanzen genau wie Tiere einer Evolution. Diese ist für jedes dieser Reiche auf ein Ziel hin ausgerichtet. Pflanzen entwickeln sich von Giftpflanzen über andere Kategorien hin zu Heilpflanzen. Aus allen Metallen wird irgendwann Gold. Besondere Beachtung sollte die Evolution der Tiere finden, denn die führt hin zum Menschen.

Anders als moderne Wissenschaftler verstanden sich Alchimisten nicht nur als Beobachter, sondern als Helfer der Evolution. Darum war eines der Ziele der Alchimisten die Erschaffung des Homunculus und das bedeutete die Erschaffung eines künstlichen Menschen. Am nähesten an diesem Ziel war wohl der Golem des Rabbis Judah Löw. Allerdings kann man sich nicht sicher sein, ob der Golem wirklich existierte oder wirklich lebte falls er existierte. Als im Jahr 1780 der Arzt (und Theologe) Luigi Aloisio Galvani entdeckte, daß man Muskeln, auch die von bereits toten Tieren, durch Anlegen eines elektrischen Stroms zum kontrahieren bringen konnte, nahm die Forschung einen eigenartigeren Weg. William Godwin und Erasmus Darwin waren nur zwei derjenigen, die Experimente auch an menschlichen Leichen durchführten. Das mit dem Ziel, den Leichen neues Leben einzuhauchen. Erasmus Darwin war Naturforscher, Arzt und Theologe und außerdem der Großvater von Charles Darwin. Auch Erasmus Darwin veröffentlichte eine Evolutionstheorie. Laut der stammt alles Leben auf der Erde von kleinen Meeresmuscheln ab. Dieses Werk setzte der Vatikan jedoch auf seinen Index. Möglicherweise stammt daher und von den Menschenversuchen der schlechte Ruf der Darwins. Ich erwähne Erasmus Darwin hauptsächlich deshalb, weil er bei seinen Menschenversuchen mit William Godwin zusammengearbeitet hat. William Godwin begründete den philosophischen Anarchismus und war außerdem der Vater von Mary Shelley, geborene Godwin. Das ist die Mary Shelley, die als Erwachsene den Roman Frankenstein schrieb. Dieser Roman ist weniger eine Phantasie als eine Verarbeitung ihrer Kindheitserfahrungen. Mary Godwin sah nämlich oft wie auf dem Eßtisch in ihrem Zuhause die Leichen völlig fremder Personen mit Elektrizität und den seltsamsten alchimistischen Mischungen traktiert wurden. Im Roman Frankenstein kam als neues und erfundenes Element nur hinzu, daß es eines Tages geklappt hat.

Solche Versuche hat man inzwischen aufgegeben. Man baut lieber Robonauten. Auch das sind künstliche Menschen. Am bekanntesten ist Space Justin vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

[image]

Künstliche Menschen auf rein mechanische Weise zu konstruieren ist zwar ein anderer Ansatz, aber auch nicht neu. Dieser Ansatz hat sogar noch frühere Vorläufer als der biologische Ansatz. Im dreizehnten Jahrhundert baute Albertus Magnus einen mechanischen Menschen. Albertus Magnus wurde 1931 heiliggesprochen, aber bekannt ist er eigentlich nur als Lehrer des viel berühmteren Thomas von Aquin. Dieser zerstörte den mechanischen Menschen vollständig, weil er ihn für ein Werk des Teufels hielt. Aber auch dieser nicht erhaltene mechanische Mensch hatte schon Vorläufer. Eines der Weltwunder der Antike war der Koloß von Rhodos. Diese Statue betrachtete man nicht nur wegen ihrer Größe als Weltwunder, sondern auch weil sie sich bewegen konnte. So berichteten es jedenfalls die antiken Augenzeugen. Der Koloß von Rhodos ist nämlich auch nicht erhalten. Warum er sich bewegen konnte, falls er das überhaupt konnte, weiß man auch nicht. Die Augenzeugen hielten es für Magie.

Es gibt zwar keine Beweise für die Erfolge der frühen Versuche künstliche Menschen zu erschaffen, aber daß solche Versuche stattfanden steht außer Frage. Da fragt man sich doch warum Menschen das immer wieder versuchen.

Siegmund Freud würde dazu sagen, daß der Grund dafür klar auf der Hand liegt. Männer können vieles, aber nicht gebären und diese Unfähigkeit wird von manchen Männern als Mangel empfunden. Wahrscheinlich vor allem von jenen Männern, die keine Ehefrau abbekamen. Deshalb versuchen jene Männer diesen Mangel zu kompensieren indem sie künstliche Nachfahren bauen.

Mary Shelley sah das übrigens ähnlich und zwar schon vor Freud. Die Verfilmungen ihres Romans unterschlagen immer die wesentlichsten Elemente. Als erstes gibt Mary Shelley ihrem Protagonisten eine Ehefrau. Damit bietet sie ihm an, sich auf natürliche Weise fortzupflanzen. Doktor Frankenstein nimmt dieses Angebot nicht an, sonst gäbe es keine Geschichte zu erzählen. Diese Geschichte erzählt wie Doktor Frankenstein sich als völlig ungeeignet erweist, einen Nachkommen in die Welt zu setzen oder zu erziehen. Das verdeutlicht Mary Shelley dadurch, daß der zum Leben erweckt künstliche Mensch keinen Namen erhält. In Filmen wird das oft als Versehen dargestellt oder ein Name gefunden, meistens Adam. Aber soviel kümmert sich Doktor Frankenstein nicht um seinen „Sohn“. Frankensteins Monster ist für Mary Shelley nämlich nichts anderes als Frankensteins Sohn, für den Doktor Frankenstein verantwortlich wäre. Frau Frankenstein übernimmt dann allmählich die Rolle der Mutter, aber wie ein normales menschliches Kind versucht Frankensteins Monster die Aufmerksamkeit seines Vaters zu bekommen. Weil das auf keine Weise gelingt, weil die Erschaffung des Nachkommen für Doktor Frankenstein sozusagen mit dem Zeugungsakt abgeschlossen ist, deshalb bringt der namenlose „Sohn“ schließlich „seine Mutter“ um. Also Frau Frankenstein, die ihn sozusagen adoptiert hatte. Mary Shelley interpretierte also die Experimente, die sie als Kind mitangesehen hatte, als eine Aberration des männlichen Fortpflanzungstriebs. Also als eine Art Gebärneid.

Die Wissenschaftler, die Space Justin und ähnliche Robonauten bauen, würden sicherlich sagen, daß die Robonauten deshalb gebaut werden, weil sie benötigt werden. Bestimmt würde kaum einer der beteiligten Wissenschaftler und Ingenieure der Idee zustimmen, daß Roboter gebaut werden, weil männliche Wissenschaftler und Ingenieure neidisch auf die Gebärfähigkeit der Frauen wären.

Andererseits haben die heutigen Wissenschaftler und Ingenieure sicherlich keine Erklärung dafür, wofür Albertus Magnus einen mechanischen Menschen brauchte. Es sieht, zumindest aus heutiger Sicht, so aus als ob Albertus Magnus keinen Nachteil davon hatte, daß sein mechanischer Mensch zerstört wurde. Das Motiv des Albertus Magnus dürfte eher gewesen sein zu beweisen, daß ein sich bewegender künstlicher Mensch tatsächlich möglich ist. An dieser Möglichkeit zweifeln wir heute nicht mehr. Wir kennen heute Roboter. Das wirklich Neue an der heutigen Sicht auf Roboter ist nur, daß wir sie plötzlich für notwendig halten. Wir empfinden anscheinend immer genau das für Roboter, was manche Menschen dazu veranlaßt Roboter zu bauen.

Also muß Roboter zu bauen ein tieferliegender Trieb sein. Die Frage ist nur, ob es sich bei diesem Trieb wirklich nur um Gebärneid handelt oder ob etwas anderes dahintersteckt. Vielleicht bereiten wir heutigen Menschen bereits die nächste Stufe der Evolution vor. Würden vor allem unfruchtbare Frauen an Robotern mitarbeiten, dann würde ich sofort auf Gebärneid tippen. Aber ich glaube, daß nach der heutigen Menschheit eine Art Menschheit existieren wird, die sich nicht auf organische oder nur schon biologisch verwendete Bausteine beschränken wird. Die nächste Menschheit könnte dadurch die Fähigkeit erwerben, sich an Lebensräume (auf anderen Planeten) anzupassen, die uns völlig verschlossen sind. Innerhalb der nächsten millionen Jahre laufen diese Lebensräume nicht weg, deshalb bleibt noch reichlich Zeit für diese Entwicklung. Das könnte wiederum der Grund sein, warum bisher nur einzelne Menschen in der Lage sind, Roboter zu entwickeln und zu bauen.

Gruß,
Yashiro

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Wir werden nie zu den Sternen reisen.

BBouvier, Mittwoch, 22. Juli 2020, 18:59 vor 71 Tagen @ Isana Yashiro 1219 mal gelesen

bearbeitet von BBouvier, Mittwoch, 22. Juli 2020, 19:21

<"Also muß Roboter zu bauen ein tieferliegender Trieb sein.
... Das könnte wiederum der Grund sein, warum bisher
nur einzelne Menschen in der Lage sind, Roboter zu entwickeln und zu bauen
.">

Hallo!

Das ist irrig und erfaßt nicht den größeren, tieferen Rahmen der "Völker"
und deren Aufwachsen und Vergehen im jeweiligen Zyklus.

Nach vollendeter, feiner Ausformung der seelisch empfundenen
Werte, die sich in den drei Künsten wiederspiegeln,
setzt die Epoche der (rationalen) Zivilisation ein.

Und diese Epoche ist bestimmt und definiert durch
Geldherrschaft und Technik, durch Mega-Metropolen
und Stadtvermassung, durch völligen Werteverlust.
Sie ist rational, zweckorientiert und bar jeder
wirklichen Kunst.
Sie ist kulturlos, mechanistisch und gebiert in unserem (!)
Zyklus den mechanischen Menschen, den Roboter als dessen flache Karikatur.
Die Intelligenz des Bauernstandes ist abgewandert in die Städte,
dort verplattet und kümmert sich bestenfalls noch um die
richtige Mülltrennung des Nachbarn.

"Zivilisation" definiert als Begriff (!)
im Deutschen den Zeitabschnitt bei Gross-Völkern,
nachdem sich deren Kultur völlig ausgeformt hatte.
Englisch kennt da bedauerlicherweise nur "civilisation", -
und das ist wichtig.
"Zivilisation", das ist:
Megametropole, Technik, "Geld", vollendete Landflucht,
Republik, sterile&emanzipierte Frauen,
Zuwanderung von aussen, Normenverlust, Hedonismus.
=>
Kunstlos, sippenlos, ehrlos, verantwortungslos, religionslos,
bindungslos, landlos...ein einziges "los" von allem,
was in der Kulturepoche vorher Alles einst verband.

Die einzige Klammer ist nur noch der Allen gemeinsame Drang
zum "Geld".
Und mit dem Finanzkollaps zerbricht dann die Republik.
Die bereits vorher kein Gemeinwesen mehr war.

Alle großartigen physikalischen Durchbrüche
und geistigen Sonderleistungen konzentrieren sich auf Europa,
beziehungsweise auf deren europäische Nachkommen
auf anderen Kontinenten.
Und auf „unsere“ Epoche seit Karl dem Grossen.

Nach dem künftigen Ende der europäischen Zivilisation
beginnt einst ganz woanders ein neuer Kulturkreis.
Und dieser ist über Jahrhunderte hinweg per se frei von „Technik“:
Denn „Technik“ gehört erst zur Zivilisation.
Und „Zivilisation“ ist die Epoche, die sich an „Kultur“ anschließt!

Viele andere Kulturkreise hat die Welt gesehen.
Gegen Ende – in der Phase „Zivilisation“ - hatte eine jede eine Zeit der „Technik“.
Diese Kreise sind zu Staub zerfallen, ohne „technisch“
je etwas mit „heute“ auch nur annähernd vergleichbares
hinterlassen zu haben.
Denn da war auch nie je ein einziger „Mendelssohn“ dabei.
Nie ein Leonardo.
Nie ein Siemens.
Nie ein Daimler.
Nie ein Liebig.
Nie ein Tesla.

Man soll sich da nichts vormachen:
"Europa" wird sich nicht wiederholen.

Die Völker in jeder Weltregion durchlaufen
den gleichen Zyklus von Aufstieg, Dekadenz und Verfall.
Bauern, Städte>Megastädte, Kultur>Zivilisation, Sittlichkeit>Finanzwelt/Demokratie>Chaos>Imperatur>Ende.

Die tätigeren Bewohner des flachen Landes ziehen in die aufblühenden Städte und vermassen.
Die Frauen haben keine Kinder mehr, sondern „Probleme“.
Bevölkerungsschwund.(stellen wir bereits in den Grosstädten fest!)
Zuzug von Randvölkern.
Die Heimatscholle der Bauern wird zu Großlatifundien,
zur „zweckmäßigen“ Produktion von Massennahrung der Megastädte.
Form - und sinnfreie Massemenschhaltung.

Es ist die Zeit der „Friedensapostel“ und der sterilen Denker.
Der Verlust der "Rasse" (im philosophischen Sinne) ist vollendet.
Was zählt, ist nur noch Geld.
Im Rahmen des Finanzkatastrophe (Zinsen und Wahlgeschenke):
Ende der Demokratie im Bürgerkrieg, und es folgt die „Imperatur“.
Insofern: „Das Ende der Geschichte.“
Die Megastädte sterben anschließend
binnen weniger Generationen aus.

Die Nachkommen der auf dem flachen Land noch vorhandenen
wenigen Bewohner sind der dort hängen gebliebene,
inkompetente Bodensatz des ursprünglich einmal
vorhanden gewesenen Potentials.
Es verbleiben "Fellachen", die der Landnahme junger,
tatkräftiger Völker anheimfallen.

Ende eines Zyklus.
Wir werden nie zu den Sternen reisen.

Niemand weiß, wer die Ägypter einst denn waren,
welchen Zweck und tieferen Sinn die Pyramiden hatten,
wie sie errichtet wurden.
Insbesondere nicht die zugezogenen Fellachenvölker,
die die alten Ägypter verdrängt haben.
Die "Cheops"-Pyramide mit ihrem kleinen, völlig
schmucklosen Raum ist ebenso keine Begräbnisstätte
wie der Kölner Dom.
Obgleich spätere Forscher in dessen Ruine einst die Gebeine
der Heiligen Drei Könige finden und eben das
genau so überzeugt behaupten werden.

Die Kambodschaner wußten dementsprechend rein nichts mehr
vom urwaldüberwucherten Angkor Wat.
Einst eine umtriebige Millionenmetropole.
Und auf dem Forum Romanum ließen gegen 650
Ziegenhirten ihre mageren Tiere weiden.
Rom hatte wohl nur noch um die 6.000 Bewohner.
Gern hätten die eindringenden Randvölker
"Rom" weiter betrieben, jedoch überstieg das
deren Fähigkeiten.
Erst London im ausgehenden 18. Jahrhundert,
und im europäischen Völkerzyklus,
erreichte in dem seinen wieder diese Kompetenz.

Was wir zur Zeit beobachten, das ist die Ausprägung
der Zivilisation der faustischen Seele der Nordeuropäer.

Nur mal zwei Linsen hintereinander zu legen, um in die
Tiefe des Weltenraumes zu blicken und in die Mikrowelt
der Amöben - eigentlich keine große Sache, so möchte man
meinen, war den "Alten" per se verwehrt.

Und in fünfhundert Jahren wird ein Interessierter im Schlamm eines Sees
mal ein halbversteinertes Funktelephon entdecken, oder eine BMW-Einspritzdüse,
eine LED-Birne, einen Fischerdübel - und sich kurz fragen,
was er da denn wohl in seiner Hand hielte?

Wie gesagt:
Wir werden nie zu den Sternen reisen.

Gruß,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Das Oswald Spengler Weltbild....

SiriusB @, Mittwoch, 22. Juli 2020, 19:54 vor 71 Tagen @ BBouvier 1032 mal gelesen

ist im Kern letztendlich rechts-darwinistisch und rechts-materialistisch.
Das kommt ja zum Beispiel im folgenden Satz von BBouvier zum Ausdruck:

"Die Nachkommen der auf dem flachen Land noch vorhandenen
wenigen Bewohner sind der dort hängen gebliebene,
inkompetente Bodensatz des ursprünglich einmal
vorhanden gewesenen Potentials."

Das soll jetzt keine moralische Verurteilung sein, es ist schon
in Ordnung so zu denken, auch ich denke oft so.

Es stellt sich auch die Frage, wieso sich zum Beispiel die Germanen,
die von den Römern als Fellachen, Barbaren oder wenn nicht sogar als
"Untermenschen" angesehen wurden, sich innerhalb so kurzer Zeit zur
"Heerenrasse" entwickeln konnten.

Mein Großvater war ein einfacher Bauer für dessen Lebensalltag höhere Mathematik
absolut keinen Nutzen hatte, im Fronteinsatz in Russland sowieso nicht.
Sein Sohn wiederrum schloss das Studium in Elektrotechnik an der TU München mit Note 1 ab
und war der Beste seines Jahrgangs.
Ich selbst jedoch erbte leider nichts von der mathematischen Begabung meines Vaters,
ich habe zwar alle möglichen Inselbegabungen, die aber in dieser Gesellschaft leider beruflich zu nichts nütze sind.
Wenn man es reinkarnationsmäßig betrachtet muss ich wohl in einem früheren Leben Faschist gewesen sein,
weil ich mit dem ganzen linksgrünen Robert Habeck Menschentum wenig anfangen kann und letztendlich
wohl für immer eher Kulturpessimist bleiben werde.
Die Lösung für Oswald Spengler war also der Cäsarismus, da ist ja Russland zum Beispiel immer ganz gut dabei gewesen, trotzdem glaube ich war in den letzten 200 Jahren das durchschnittliche Leben beispielsweise
in Frankreich angenehmer, soviel mal zur ständigen Verteufelung der französischen Revolution in rechtsesoterischen Kreisen.
Das Ende wird wohl dadurch kommen, dass die Lebensweise von Milliarden Menschen auf der Erde wie
man es so schön in linksgrünen Kreisen immer sagt extrem unnachhaltig geworden ist.
Da braucht es nicht mal eine beseelte Mutter Erde, oder irgendeine Art von Endzeitsingularität
um in Bezug auf den Ausgang der ganzen Geschichte pessimistisch zu sein.

Grüße an alle.

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Wagenrennen, Cirkusrealityshow, kandierte Lerchenzungen in Pfeffersauce in den Pausen.

BBouvier, Mittwoch, 22. Juli 2020, 21:20 vor 71 Tagen @ SiriusB 1066 mal gelesen

bearbeitet von BBouvier, Mittwoch, 22. Juli 2020, 21:40

<"Es stellt sich auch die Frage, wieso sich zum Beispiel
die Germanen, die von den Römern als Fellachen .
..
innerhalb so kurzer Zeit zur "Herenrasse" entwickeln.">

Hallo!

Die Römer haben die Germanen sicherlich nicht
als "Fellachen" gesehen/bezeichnet, denn Fellachen sind per Definition der
magere Rest nach dem Verlöschen ehemals kraftvoller Völker,
und die hausen in den Ruinen verfallener Megametropolen.
Siehe dazu Thomas Coles Zyklus von Aufstieg, Blüte und Verfall:
=>
https://de.wikipedia.org/wiki/The_Course_of_Empire

https://www.google.de/search?q=thomas+cole+the+course+of+empire&tbm=isch&ved=2ahUKEwiPxvCfxOHqAhVJP-wKHVt7AJcQ2-cCegQIABAA&oq=Thomas+Cole&gs_lcp=CgNpbWcQARgBMgIIADICCAAyAggAMgQIABAe...

Die Kelten und Germanen konnten nur deswegen Rom überrennen,
weil in "Rom" eben keine "Römer" mehr lebten und Rom eh verlosch.
Solange es Römische Legionen noch gab, sahen fiktive Eroberer recht alt aus.
(s. Marius, der kurz vor der Zeitenwende die Kimbern, Teutonen und Ambronen
ohne weiteres noch platt gemacht hatte.)

<"Mein Großvater war ein einfacher Bauer ...
Sein Sohn wiederrum schloss das Studium in Elektrotechnik
an der TU München mit Note 1 ab
und war der Beste seines Jahrgangs.
">

Meine Rede!
=>
Wer kompetent, begabt und fleißig ist,
der zieht in die Städte und hat (statistisch)
allerdings dort auf lange Sicht "keine" Nachkommen mehr.
Mein Großvater (1912) beispielsweise, hatte noch fünf Söhne.
Falls seine Urenkel den Volksschulabschluß nicht schaffen,
ist da immer noch Hartz IV mit Flachbildfernseher.
Und staatlicher Sozialwohnung.
Im 6. Stock, oben rechts, Fahrstuhl, solange der Strom nicht weg ist.
Massenmenschhaltung.
Soziale Verelendung.
Hier geht es zum "Mäuseparadies":
=>
https://folio.nzz.ch/2016/februar/dichtestress-im-maeusekaefig

<"... war in den letzten 200 Jahren das durchschnittliche Leben beispielsweise
in Frankreich angenehmer
">

Natürlich.
Auch im Rom des Tiberius fanden die Bewohner das Leben dort
noch recht angenehm:
Sozialleistungen volle Latte, und nachmittags
Wagenrennen, Cirkusrealityshow, kandierte Lerchenzungen in Pfeffersauce
in den Pausen.
Auch obige Mäuse.
Von denen allerdings am Ende Keine ihr eigenes Paradies überlebten!!

<"extrem unnachhaltig">

Eben! (s.o.)
So sind sie eben, die Megametropolen der Zivilisation.

In übrigen war das Leben in den vergangenen 150 Jahren
(die Vernichtungskriege der Angloamerikaner mal außen vorgelassen)
in Europa nicht wegen irgendwelcher Schreiben/Dokumente/Streiks/Parteien/Parlamente/Frauenwahlrechte/etc.
"angenehmer" als sonstwo anders und zuvor, sondern allein aufgrund von Kohle&Stahl,
die die Sklavenarbeit anderer Zeiten und Weltgegenden übernahmen.
Auch das alles nur auf Basis der faustischen Seele der europäischen Völker.

Ein Mensch leistet nämlich nur 0,14 PS, und vor 200 Jahren
hätte man frühmorgens noch mit einem Bastkörbchen in den Wald
gehen können und wäre abends hungrig und müde mit leerem Körbchen heimgekehrt.
Nicht von ungefähr heißt es im Vaterunser flehentlich:
"Unser täglich Brot gib uns heute!"
Von Fleisch oder Schokolade steht dort nichts.

Dagegen die Zivilisation:
=>
https://www.google.de/search?q=Supermarkt&tbm=isch&ved=2ahUKEwidoq-6zeHqAhVMuKQKHYr_CTsQ2-cCegQIABAA&oq=Supermarkt&gs_lcp=CgNpbWcQDDIFCAAQsQMyAggAMgIIADICCAAyAggAMgIIADICCAAyAggAMgI...

Kasper im Altenheim:
Seid ihr alle da?
Ja!!
Aber nicht mehr lange! :cool:

<"zur ständigen Verteufelung der französischen Revolution ">

Davon wissen die Systemmedien allerdings nichts. :-D
Aber es könnte wohl nicht schaden, mal die Massenmorde
der frz. Freiheitsbereicherer in der Vandée oder den frz. Großstädten
zur Kenntnis zu nehmen.
Fouché, z.B., wurde später denn auch der „Mitrailleur de Lyon“ („Schlächter von Lyon“) genannt,
weil er Massen Gefangene zusammentrieb und sie vor den Rohren
seiner Artillerie zu blutigem Matsch verarbeitete.

Grüße,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Re: Es geht inzwischen noch größer als bloß "Supermarkt"...

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Freitag, 24. Juli 2020, 22:41 vor 69 Tagen @ BBouvier 933 mal gelesen

Hallo BBouvier!

Die sog. Hypermärkte a al Real, Carrefour oder Tesco.
Dort hat man Mühe, das andere Ende des Ganges, in dem man steht,
noch zu sehen.:irre:

In welcher Phase ist da wohl das Ende der Fahnenstange erreicht?:confused:

===> Hypermarkt

LG,

Eyspfeil

Schon in den 70-ern

Frank Zintl @, Lund, Dienstag, 28. Juli 2020, 18:46 vor 65 Tagen @ Eyspfeil 828 mal gelesen

Hallo

Ich kannte als junger Mensch schon in den 70-ern einen Hypermarkt
in Süddeutschland - die HUMA in Schwabach südlich von Nürnberg.
Es kamen dann immer mehr von der Sorte - und dazu die Einkaufs-
zentren (Galleria) auf der vormals grünen Wiese.

Frank

Wir können froh sein, mal wieder den Boden zu sehen

rauhnacht @, Donnerstag, 23. Juli 2020, 00:41 vor 71 Tagen @ BBouvier 999 mal gelesen

Hallo B.B.


gute, zutreffende Beschreibung, die ich teile. Danke.

"Die Zeit ist lang."

Gruß
Rauhnacht

Würde ich unterschreiben

Eluveitie @, Heitenried - Freiburg - Schweiz, Donnerstag, 23. Juli 2020, 09:47 vor 70 Tagen @ BBouvier 890 mal gelesen

Hallo BBouvier
Vielen Dank für die wirklich treffende Beschreibung! Ich hätte es nicht ansatzweise so gut formulieren können. Hut ab!
Die Weltenwende möge kommen, je früher desto besser.
Liebe Grüsse
Eluveitie

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"Sie wohnten dann in der Schloßallee!" :-)

BBouvier, Donnerstag, 23. Juli 2020, 15:04 vor 70 Tagen @ BBouvier 982 mal gelesen

Hallo!

Zum Ziegenhirten auf dem Forum Romanum
haben wir in Mittelamerika ein Gegenstück.

Vor einer Weile habe ich mal eine Dokumentation über die Maya gesehen.
In einer ausgestorbenen Metropole (dort zuvor um eine viertel
Million Städter) wurden u.a. die Ruinen des Zentralpalastes gezeigt.
Dort sah man, daß die zur "Blütezeit" (= Zivilisation) noch prächtigen
Säle mittels primitv errichteter Zwischenwände in eine Vielzahl
kleiner Zimmer aufgeteilt worden waren.
Adresse der Bewohner: "Schloßallee"! :-D

Der Sprecher analysierte:
"Vor dem Erlöschen der Maya muß ja wohl massive Wohnungsnot geherrscht haben,
daß der Palast für lauter kleine Zimmer genutzt werden mußte,
und in dem nun mehrere Dutzend Leute lebten."

:lehrer:

:trost:

In diesem Zusammenhang möchte ich auf
"Paris ohne Strom"
https://schauungen.de/forum/index.php?id=4921
verweisen.

Grüße!
BB


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- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Identität der Ägypter und Zweck der Pyramiden

Explorer @, Donnerstag, 23. Juli 2020, 15:48 vor 70 Tagen @ BBouvier 1168 mal gelesen

bearbeitet von Explorer, Donnerstag, 23. Juli 2020, 16:00

Hallo BBouvier,

Niemand weiß, wer die Ägypter einst denn waren,

Nun, 2017 konnte zum ersten mal aus 90 Mumien die DNA analysiert werden.
Aus einem Bericht von Damals:

Bei 90 der 151 Mumien konnten die Forscher die so genannte mitochondriale DNA lesbar machen. Diese DNA-Abschnitte finden sich in großer Zahl in den Zellen und sind darum entsprechend leichter zu identifizieren. Sie verraten, dass die Bevölkerung des alten Ägypten am engsten mit zeitgenössischen Populationen im Nahen Osten und an der östlichen Mittelmeerküste verwandt war.

Von drei Individuen konnten die Forscher sogar die Kern-DNA, also das eigentliche Erbgut in den Zellkernen, sequenzieren. Insbesondere in Knochen und Zähnen überdauerten noch Reste der Erbsubstanz, beobachteten Krause und Kollegen, in den Weichteilen sei sie hingegen viel spärlicher konserviert. Die aufgespürten Gene deuten auf eine eher helle Hautfarbe, dunkle Augen und eine genetisch bedingte Laktoseintoleranz hin, wie sie auch heute noch bei vielen Bevölkerungsgruppen weltweit anzutreffen ist.

Die 151 Mumien ihrer Untersuchung stammen aus der Zeit von etwa 1400 v. Chr. bis 400 n. Chr., das heißt, sie umfassen das Neue Reich ebenso wie das römische Ägypten. Ausgegraben wurden die Leichname allesamt Anfang des 20. Jahrhunderts in der Grabungsstelle Abu Sir al-Meleq in Mittelägypten. Zur Zeit des alten Ägypten war der Ort ein lokales Zentrum. Die dort ausgegrabenen Mumien werden heute in Tübingen und Berlin aufbewahrt.


https://www.spektrum.de/news/forscher-lesen-im-erbgut-alter-aegypter/1461327

Inzwischen weiß man das durch Genanalysen wie ich finde doch recht gut (wer sie waren), dazu hab ich schon letztes Jahr einiges gepostet:
https://schauungen.de/forum/index.php?id=52458
https://schauungen.de/forum/index.php?id=52439

Dieses Jahr wurde auch wieder das Ergebnis der Genomanalyse, einer 2600 Jahre alten (also noch ca. 3 Jahrhunderte vor der Eroberung Ägyptens, durch Alexander den Großen) ägyptischen Mumie veröffentlicht. Das Ergebnis passt wieder ins bisherige Bild, zur Abstammung der alten Ägypter.

Takabuti. Die Mumie dieser Frau wurde in der altägyptischen Stadt Thebes gefunden und bereits 1835 nach Belfast gebracht. Dort liegt sie inzwischen im Ulster Museum und gibt nach und nach ihre Geheimnisse preis. Bekannt ist, dass Takabuti vor rund 2.600 Jahren lebte, wahrscheinlich verheiratet war und lockiges, rotbraunes Haar hatte. Und: Sie verstarb bereits im zarten Alter von 20 bis 30 Jahren.

Frau mit europäischen Wurzeln
Auch weitere Untersuchungen der Wissenschaftler brachten spannende Erkenntnisse über Takabuti ans Licht. So stellte sich beispielsweise heraus, dass die Frau einen zusätzlichen Wirbel und einen zusätzlichen Zahn besaß – sie hatte 33 statt 32 Beißer in ihrem Mund. Diese Besonderheit kommt bei nur 0,02 Prozent der Bevölkerung vor, wie das Forscherteam erklärt.

DNA-Analysen enthüllten zudem, dass Takabuti europäische Wurzeln hatte. Ihr Erbgut weist demnach mehr Gemeinsamkeiten mit Europäern als mit modernen ägyptischen Populationen auf. „Dies passt zu früheren Forschungsergebnissen, nachdem alte Ägypter Europäern genetisch ähnlicher waren als heutigen Arabern“, sagt die Genetikerin Konstantina Drosou von der University of Manchester. Gleichzeitig könnte das auch das rotbraune Haar der jungen Frau erklären.

https://www.scinexx.de/news/biowissen/neuer-mordfall-aus-dem-alten-aegypten/

Und die Ägypter, sind auch sehr lange unter sich geblieben, auch als sie schon lange unter Fremdherrschaft standen:
Alte Ägypter blieben unter sich
In seiner Spätzeit war das Alte Ägypten umkämpft und von Fremdherrschaft geprägt. Genetisch blieben die Bewohner von diesem Einfluss in manchen Regionen recht unberührt, wie die erste umfassende DNA-Analyse von Mumien ergab.
https://science.orf.at/v2/stories/2846364/

welchen Zweck und tieferen Sinn die Pyramiden hatten,
wie sie errichtet wurden.
Insbesondere nicht die zugezogenen Fellachenvölker,
die die alten Ägypter verdrängt haben.
Die "Cheops"-Pyramide mit ihrem kleinen, völlig
schmucklosen Raum ist ebenso keine Begräbnisstätte
wie der Kölner Dom.
Obgleich spätere Forscher in dessen Ruine einst die Gebeine
der Heiligen Drei Könige finden und eben das
genau so überzeugt behaupten werden.

Ich weiß, dass es sehr viele Theorien zum Zweck der Pyramiden gibt:
https://www.scinexx.de/dossierartikel/raetsel-ueber-raetsel-2/
https://de.wikipedia.org/wiki/Pyramidologie#Antike_und_mittelalterliche_Berichte_und_Legenden

Aber stammen die nicht alle aus der Zeit, bevor man die Inschriften in den Pyramiden lesen konnte?
Da unsere Ägyptologen jahrelang studieren, um die Sprache und Schrift dieser Zeit zu verstehen, kann man doch davon ausgehen, dass sie den Zweck dieser Gebäude "verstehen", auch wenn sie vielleicht durch "faustisches Denken" nicht da selbe, wie die Angehörigen der altägyptischen Zivilisation "empfinden", weil Grabstätten und "Leben nach dem Tod" im alten Ägypten eine andere Bedeutung und Stellenwert hatte.

Grüße Explorer

Bravo!

Malbork @, Freitag, 24. Juli 2020, 11:09 vor 69 Tagen @ BBouvier 947 mal gelesen

Wie gesagt:
Wir werden nie zu den Sternen reisen.

Hallo Bouvier,

der dazu gehörende Text ist das Beste, was ich seit Jahren von Dir hier gelesen habe. Genau so ist es! Ich komme immer mehr zur Erkenntnis, dass wir (der Mensch) in einer riesigen Realsimulation leben. Es ist gar nicht möglich, "zu den Sternen zu reisen." Und da will ich nicht einmal mein Weltbild von dem nicht existierenden heliozentrischen System bemühen. So wie die Natur mit ihren Jahreszeiten ihren immer wiederholenden Zyklus hat, genau so ist es beim Mensch. Unsere jetzigen Aufzeichnungen gehen etwa 4000 Jahre vor Christus zurück (laut jüdischen Kalender vollenden wir heuer das Jahr 5780). Mittels Gesteinsproben will man aber festgestellt haben, dass bspw. die Pyramiden von Gizeh und die Sphinx "um" 10.000 vor Christus entstanden. Und man kann von daher annehmen, dass 16.000, 22.000 oder 28.000 vor Christus auch Zivilisationen existiert haben. Das wir von solch weit zurückliegenden Zeiten keine Artefakte bzw. Bauwerke zu Gesicht bekommen dürfte mit dem auf der Erde durch atmosphärischen Einfluß stattfindenden Zersetzungsprozessen zu tun haben. Ich erinnere mich an eine Computersimulation am Beispiel des Kölner Doms. Ohne menschlichen Eingriff würde dieses Bauwerk nach spätestens 1000 Jahren in sich zusammen fallen und nach weiteren 1000 Jahren durch Winde in allen Richtungen "abgetragen" werden. Da würde nichts mehr von übrig bleiben.
Und sehr wahrscheinlich wird es wieder so sein. Man kann das stinkende Ende an allen Ecken und Enden schon erkennen. Und der Witz an der ganzen Sache ist doch der, das der Mensch nicht dazu lernt. Auf uns warten Chaos, Niedergang und Untergang der Zivilisation. Nach einer Zwischenperiode von vielleicht 2.000 Jahren geht die Scheiße wieder von vorne los und in 4.000 Jahren sitzen wir wieder vor unseren Computern und beschweren uns über die Dummheit der Menschen und warum wir nicht zu den Sternen fliegen. :-D

Gruß
Malbork


Deus Vult

Re: Welches Weltbild dann? Die Erde eine Scheibe, um die sich sämtliche Himmelskörper drehen? Bin echt interessiert (owT

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Freitag, 24. Juli 2020, 22:24 vor 69 Tagen @ Malbork 799 mal gelesen

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alles "Bahnhof" :-)

BBouvier, Samstag, 25. Juli 2020, 01:51 vor 69 Tagen @ Eyspfeil 951 mal gelesen

bearbeitet von BBouvier, Samstag, 25. Juli 2020, 02:07

Hallo, Eyspfeil!

Ja.
Mancher Bahnreisende wird sich schon mal gewundert haben,
wieso wohl plötzlich ihr Bahnsteig davonfährt?

:-D

Und für Lorbers Mondsperlinge bewegt sich die Erde
analog einmal im Monat rund um den unbeweglichen Mond.
Weswegen sie durchaus verständlich (!) anderen
Deutungen nicht so leicht zugänglich sind.

Dazu dieses kniffelige Panzerrätsel:
=>
https://schauungen.de/forum/index.php?id=30497

Grüße auch!
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

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Zustimmung!

offtopic, Sonntag, 26. Juli 2020, 01:34 vor 68 Tagen @ Malbork 790 mal gelesen

Hallo Malbork,

das sehe ich ähnlich wie du, nämlich dass sich alles wiederholt. Das liegt meiner Meinung nach aber nicht am Menschen an sich, sondern am Ort. Ich sehe die Erde quasi als Klassenzimmer für eine bestimmte Entwicklungsstufe. Die bleibt gleich. Es ist als würde man sich als Lehrer beschweren, dass man seit 10 Jahren der 12. Klasse etwas beibringt und stets finden sich jedes Jahr Leute, die Integralrechnung nicht können.

Die Zyklen wiederholen sich, um ständig neuen Seelen die Gelegenheit zu geben, genau diesen Lernstoff durchzumachen, den die Erde hier bietet. Irgendwann geht es dann für die Seele woanders weiter. Es gibt Weiterentwicklung, aber nicht alles hier, Ausnahmen bestätigen die Regel. Es gibt durchaus Seelen, die hier sehr weit kommen, aber die sind absolute Ausnahmen. Im Endeffekt wechseln die inkarnierten Seelen durch die Klassenzimmer, jedoch die Körper als Mittel bleiben gleich bzw entwickeln sich sehr langsam in eine bestimmte Richtung gemäß des Zyklus.

Hier gibt es eine sich verändernde variable Spannweite an Lernstoff, jedoch wird von Zeit zu Zeit der Resetknopf gedrückt und der nächste Zyklus fängt an. Der Mensch wird sich nie im Universum ausbreiten, einfach weil das nicht im Lehrplan steht.

Das ist nur meine Beobachtung des Ganzen. Wie weit sie stimmig ist, muss jeder für sich entscheiden.

Grüße

OT


Alle Dunkelheit der Welt kann das Licht einer einzigen Kerze nicht auslöschen.

Re: Däniken revisitiert

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Freitag, 24. Juli 2020, 22:52 vor 69 Tagen @ BBouvier 984 mal gelesen

Hallo BBouvier!

"Und in fünfhundert Jahren wird ein Interessierter im Schlamm eines Sees
mal ein halbversteinertes Funktelephon entdecken, oder eine BMW-Einspritzdüse,
eine LED-Birne, einen Fischerdübel - und sich kurz fragen,
was er da denn wohl in seiner Hand hielte?

Wie gesagt:
Wir werden nie zu den Sternen reisen.

Gruß,
BB"

Derjenige, der diese Gegenstände im See in 500 Jahren entdecken wird,
frächt sich dann ganz verzückt,
ob Außerirdische 'uns' damals die Zivilisation gebracht hatten.:lol2:

LG,

Eyspfeil

Teilweise Zustimmung und zwei Rätsel

Isana Yashiro @, Samstag, 25. Juli 2020, 09:27 vor 68 Tagen @ BBouvier 929 mal gelesen

Hallo!

Die Kambodschaner wußten dementsprechend rein nichts mehr
vom urwaldüberwucherten Angkor Wat.
Einst eine umtriebige Millionenmetropole.
Und auf dem Forum Romanum ließen gegen 650
Ziegenhirten ihre mageren Tiere weiden.
Rom hatte wohl nur noch um die 6.000 Bewohner.

Sind die übrigen weggezogen? Das ist nämlich auch ein Punkt, den man berücksichtigen muß, wenn man sich fragt, was wohl der Sinn des eigenen Lebens ist. Ginge es nur darum, die eigenen Gene zu bewahren, dann müßte man eine Möglichkeit haben, um sicherzustellen, daß dieses Ziel noch viele Generationen später von den eigenen Nachfahren verfolgt und erreicht wird.

Wie gesagt:
Wir werden nie zu den Sternen reisen.

Ja, genau das ist doch mein Punkt! Wir reisen niemals zu den Sternen. Wir bleiben genau in der Umgebung, an die wir angepaßt sind! Alles andere wäre schließlich ein Todesurteil. Nichtmal den Mars werden wir besiedeln können. Erst diejenigen, die nach uns kommen, werden dazu in der Lage sein. Genau wie Amphibien nicht durch den Himmel fliegen, aber die ganze Erdzeitalter nach den Amphibien entstandenen Vögel das trotzdem tun. Inwiefern wird ein Adler durch den Zyklus behindert, den ein Laubfrosch gerade durchmacht?

Natürlich ist es nichts weiter als eine Spekulation meinerseits, daß der Nachfolger der gesamten Menschheit ein aus Robotern bestehendes Volk sein wird. Ich habe nämlich nicht etwa einen kleineren, sondern einen größeren Rahmen angesetzt als Du. Wenn ich mir die Frage nach dem Sinn des Lebens stelle, dann fange ich beim größtmöglichen Rahmen an und schaue mir an wie die jeweils nächstkleineren Elemente hineinpassen könnten. Natürlich kann man auch auf andere Weise vorgehen. Aber mir liegt diese. Falls das Leben eines Menschen einen Sinn hat, sollte dann nicht auch die Existenz seines Volkes einen Sinn haben? Falls die Existenz eines Volkes einen Sinn hat, sollte dann nicht auch die Existenz der gesamten Art, also des Menschen, einen Sinn haben? Falls die Existenz unserer Art einen Sinn hat, sollte dann nicht auch die Existenz unseres Planeten einen Sinn haben? Unser Planet ist nur ein Nebenprodukt der Entstehung der Sonne, also muß nicht auch die Existenz des gesamten Sonnensystems einen Sinn haben? Überlegt man auf diese Weise weiter, dann gelangt man zu einem großem Rätsel:

Bereits tausende Exoplaneten wurden entdeckt und von unabhängigen Forschergruppen bestätigt. Zwar wurden noch mehr Exoplaneten entdeckt und anschließend widerlegt, aber die Existenz tausender Welten kann inzwischen als gesichert gelten. Sie bieten sehr viel Platz und viele Rohstoffe. Bei unserem Heimatplaneten können wir davon ausgehen, daß die Erde existiert, um Leben hervorzubringen. Bei fremden Welten können wir das zwar annehmen, aber das bliebe dann vorerst nur eine Spekulation. Bisher gibt es keinen Hinweis auf die Existenz fremden Lebens. Also wofür sind die vielen anderen Welten da?

Du behauptest außerdem, daß sich Europa nicht wiederholen wird. Andere Zivilisationen würden zwar Städte bauen, dem Materialismus verfallen und schließlich verschwinden, aber sie würden niemals eine mit der europäischen Technik vergleichbare Technik entwickeln. Damit stehe ich dann aber vor einem weiterem Rätsel. Die Europäer fuhren mit ihren Schiffen nach Australien („die Europäer“ und nicht „wir Europäer“, weil ich und viele andere Europäer noch niemals in Australien waren) und dort fanden sie Ureinwohner vor. Aber wie kamen die Aborigines nach Australien? Von allen möglichen Ursprungsorten aus bräuchte man mindestens Schiffe, die mit denen der Europäer vergleichbar sind, um nach Australien zu gelangen. Für die Besiedelung des amerikanischen Kontinents nimmt man eine Eisbrücke über die Beringstraße an. Dieser Trick klappt für die Besiedelung des australischen Kontinents jedoch nicht, weil man die Eisbrücken dann an tropische Inseln anlegen müßte. Wie kann Australien also von den nichteuropäischen und nichtasiatischen Aborigines besiedelt sein?

Gruß,
Yashiro

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Bei nicht unerheblichen Störungen kollabieren komplexe Systeme total

BBouvier, Samstag, 25. Juli 2020, 11:39 vor 68 Tagen @ Isana Yashiro 1062 mal gelesen

<"Sind die übrigen weggezogen?">

Hallo, Isana!

Nein.
Massenmenschhaltung führt zu Sterilität.
Es gab keine "übrigen".
Ich wies bereits darauf hin:
https://folio.nzz.ch/2016/februar/dichtestress-im-maeusekaefig

Zugewanderte Bereicherer sind nicht in der Lage,
komplexe Zivilisationsstrukturen (u.a. Megametropolen) zu betreiben.
Nur zu gern hätten die "Germanen" unter Geiserich
https://de.wikipedia.org/wiki/Geiserich
"Rom" aufrechterhalten:
Konnten sie aber nicht.

Bei nicht unerheblichen Störungen
https://schauungen.de/forum/index.php?id=4921
kollabieren komplexe Systeme total:
Ein bischen schwanger klappt halt nicht.

<"Von allen möglichen Ursprungsorten aus bräuchte man mindestens Schiffe,
die mit denen der Europäer vergleichbar sind, um nach Australien zu gelangen
.">

Durchaus nicht.
Siehe die Osterinsel:
https://de.wikipedia.org/wiki/Osterinsel#Besiedlung

Siehe die Polynesier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Polynesier

Grüße,
BB


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Problem des Homunculus

Taurec ⌂ @, München, Sonntag, 26. Juli 2020, 10:49 vor 67 Tagen @ Isana Yashiro 1001 mal gelesen

Hallo!

Natürlich ist es nichts weiter als eine Spekulation meinerseits, daß der Nachfolger der gesamten Menschheit ein aus Robotern bestehendes Volk sein wird.

Da die Entwicklung des Lebens im Grunde aus dem Seelischen heraus erfolgt, krankt eine solche Spekulation an der grundsätzlichen Unmöglichkeit, Maschinen eine Seele zu geben. Der Mensch ist Geschöpf, aber nicht Schöpfer. Seine Kompetenz liegt im Zeugen und Erzeugen. Die Urbedeutung des Wortes "zeugen" ist "Zeugnis ablegen". Eine Zeuge wird (so die etymologische Bedeutung) herangezogen, um etwas zu belegen. Er ist also lediglich Gehilfe bei einer größeren Sache. Entsprechend verhält es sich beim Zeugungsakt, bei dem der Mensch tatsächlich nur den Kanal öffnet, um dem Leben aus höheren Sphären den Zugang zu dieser Welt zu ermöglichen. Der Mensch ist aber nicht Erschaffer dieses Lebens. Er vermittelt es bloß. Durch den Akt der Vermittlung legt er Zeugnis für das Leben ab und "bestätigt" damit den Schöpfergott, von dem die Seelen eigentlich stammen. Wie willst du aber die Vermittlung einer Seele in die Materie anders stattfinden lassen als über die dem Menschen gottgegebene biologische Zeugungsfähigkeit?

Der Versuch, Maschinen zu erschaffen, die dem Menschen gleichwertig sind, entspringt dem Bestreben, den Akt der Schöpfung des Menschen durch Gott selbst zu wiederholen, indem eine neue Art in die Welt gebracht werden soll, die zuvor nicht existierte und bei (hypothetischem) Gelingen in der Lage wäre, sich ohne menschliche Hilfe selbst fortzupflanzen. Diese Art wäre (anders als alle bestehenden Arten) mit keiner anderen Form des Lebens genetisch verwandt. Sie wäre tatsächlich etwas gänzlich unabhängiges und neues. Dieser Versuch wäre ein Ausbruch aus der dem Menschen in der Schöpfung zugedachten Erzeugerrolle, die lediglich die Vermittlung des Geistes innerhalb der menschlichen Art bzw. des Artengefüges mittels der Zeugungsfähigkeit ist. Der Mensch würde vom Erzeuger zum Schöpfer werden.
Im Grunde ist es das Bestreben des faustischen Menschen, selbst Gott zu werden, worin sich Fausts Pakt mit dem Teufel zum Preise der eigenen Seele widerspiegelt. Die Seele bestimmt die Art des Lebens. Zur menschlichen Art (bzw. zur Art der Geschöpfe Gottes überhaupt) gehört die Fortführung des Lebens durch Zeugung. Will der Mensch diese Art aufgeben, indem er vom Erzeuger zum Schöpfer zu werden anstrebt, gibt er sich selbst bzw. seine ihm von Gott verliehene Seele auf. Die Folge wäre nach vollzogener Selbst- und Gottverleugnung die Vernichtung des Menschen, weil er sich als zur Vollziehung des göttlichen Planes untauglich oder unwillig erweist, nicht aber die Hervorbringung des erstrebten menschlichen Geschöpfes nach Art des Homunculus.
Die "Konstruktion" eines Menschen auf andere Art als durch biologische Befruchtung wird zu nichts anderem als menschlichen Imitaten führen, die seelenlos und nicht eigenständig handlungsfähig sind. Sie werden stets auf die Eingaben des Menschen als eigentlichem Träger einer Seele angewiesen sein. Als müder Abklatsch werden sie menschliches Dasein kopieren und Zeugnis für die völlige Erbärmlichkeit ihrer Konstrukteure abgeben, die unfähig sind, eigenes Leben zu erschaffen. Natürlich werden sie als abhängige Konstrukte aufhören zu funktionieren und verschwinden, wenn die Menschen verschwinden, die ihnen ihr phantomhaftes Scheinleben einhauchen. Ein aus Robotern bestehendes Volk als Nachfolger der gesamten Menschheit wird es niemals geben.

Also wofür sind die vielen anderen Welten da?

Wieviele Samenkörner werden von einer Pflanze hervorgebracht, um nur einen Nachfolger zu erzeugen? Tausende? Von 60 Millionen Samenzellen gelangt nur eine zur Befruchtung.
Ähnlich verhält es sich mit Sternen und Planeten. Das Universum erzeugt sie in unermeßlicher Anzahl und Variationen, derer die größte Zahl keine Frucht trägt, um bei einer relativ sehr kleinen Zahl alle nötigen Faktoren passend zusammenkommen zu lassen. Die Verschwendung ist einkalkuliert, um dem Zufall als Vollzieher des "Logos" die Gelegenheit zu geben, die Dinge dem Weltplan entsprechend zu fügen, daß Leben in die Materie komme. Der Rest, all die tote Materie unfruchtbarer Planeten und scheinbar sinnlos brennender Sonnen, ist Abfall, der etwa dem Material entspricht, das abgetragen wird, um eine Skulptur als Ausdruck höheren Geistes aus dem Stein zu schälen. Sie sind da, um uns und wahrscheinlich eine kleine Anzahl weiterer Leben tragender Planeten zu ermöglichen. Die Besiedelung solcher Welten, die seit jeher nichts anderes sein sollten als tot, ist sinnlos.

Für die Besiedelung des amerikanischen Kontinents nimmt man eine Eisbrücke über die Beringstraße an. Dieser Trick klappt für die Besiedelung des australischen Kontinents jedoch nicht, weil man die Eisbrücken dann an tropische Inseln anlegen müßte. Wie kann Australien also von den nichteuropäischen und nichtasiatischen Aborigines besiedelt sein?

Hier die Weltkarte zur letzten Eiszeit, die allein schon Deine Frage beantworten sollte:

[image]

Die vergleichsweise schmalen Meerengen zwischen Asien und Australien sind eigentlich auch mit kleineren Booten leicht zu überwinden.

Darüber hinaus sollte der europäische Mensch sich nicht, Nabelschau betreibend, für so wichtig halten, daß nur seine eigene Technik die einzig erfolgreiche sei. Die faustische Technik ist ein seelisches Bedürfnis, Probleme zu sehen (bzw. sich selbst zu setzen) und auf eine bestimmte Art zu lösen. Sie wird mit dem faustischen Menschen verschwinden. Nachfolgende Kulturen werden ihre Probleme auf ihre eigene Art lösen, aber nicht minder erfolgreich, wie es auch frühere Kulturen taten.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“

Das Kopernikanische Prinzip

Isana Yashiro @, Montag, 24. August 2020, 07:41 vor 38 Tagen @ Taurec 743 mal gelesen

Schlagwörter:

Hallo!

Da die Entwicklung des Lebens im Grunde aus dem Seelischen heraus erfolgt, krankt eine solche Spekulation an der grundsätzlichen Unmöglichkeit, Maschinen eine Seele zu geben. Der Mensch ist Geschöpf, aber nicht Schöpfer. Seine Kompetenz liegt im Zeugen und Erzeugen. Die Urbedeutung des Wortes "zeugen" ist "Zeugnis ablegen". Eine Zeuge wird (so die etymologische Bedeutung) herangezogen, um etwas zu belegen. Er ist also lediglich Gehilfe bei einer größeren Sache. Entsprechend verhält es sich beim Zeugungsakt, bei dem der Mensch tatsächlich nur den Kanal öffnet, um dem Leben aus höheren Sphären den Zugang zu dieser Welt zu ermöglichen. Der Mensch ist aber nicht Erschaffer dieses Lebens. Er vermittelt es bloß. Durch den Akt der Vermittlung legt er Zeugnis für das Leben ab und "bestätigt" damit den Schöpfergott, von dem die Seelen eigentlich stammen.

Über diesen Teil des Sprachgebrauchs habe ich mich schon lange gewundert. Deine Erklärung ist sehr schlüssig. Alleine dafür hat sich die Diskussion schon gelohnt.

Wie willst du aber die Vermittlung einer Seele in die Materie anders stattfinden lassen als über die dem Menschen gottgegebene biologische Zeugungsfähigkeit?

Eine sehr gute Frage, denn genau darum will der faustische Mensch wissen was die Welt im Innersten zusammenhält. Nur diesen kleinen Baustein braucht er, um effektiv Gott spielen zu können.

Der Versuch, Maschinen zu erschaffen, die dem Menschen gleichwertig sind, entspringt dem Bestreben, den Akt der Schöpfung des Menschen durch Gott selbst zu wiederholen, indem eine neue Art in die Welt gebracht werden soll, die zuvor nicht existierte und bei (hypothetischem) Gelingen in der Lage wäre, sich ohne menschliche Hilfe selbst fortzupflanzen. Diese Art wäre (anders als alle bestehenden Arten) mit keiner anderen Form des Lebens genetisch verwandt. Sie wäre tatsächlich etwas gänzlich unabhängiges und neues. Dieser Versuch wäre ein Ausbruch aus der dem Menschen in der Schöpfung zugedachten Erzeugerrolle, die lediglich die Vermittlung des Geistes innerhalb der menschlichen Art bzw. des Artengefüges mittels der Zeugungsfähigkeit ist. Der Mensch würde vom Erzeuger zum Schöpfer werden.
Im Grunde ist es das Bestreben des faustischen Menschen, selbst Gott zu werden, worin sich Fausts Pakt mit dem Teufel zum Preise der eigenen Seele widerspiegelt.

Ja, der Mensch, möglicherweise nur der faustische, hat den Drang selbst Gott zu werden. Das ist der unterbewußte Hintergrund. Aber vordergründig und bewußt würde der Mensch reproduktionsfähige Roboter aus einem ganz anderem Grund bauen, nämlich aus Gier und weil er es für notwendig hält.

Aus Gier will der Mensch die unfaßbar reichlich im Universum vorhandenen Rohstoffe haben. Dadurch können Menschen so unermeßlich reich werden, daß sie über die gesamte Menschheit herrschen würden. Aber um die Rohstoffe zu bergen, muß man Wesen schicken, die mit keiner Art auf der Erde verwandt sind, weil sie sonst an die Erde angepaßt wären. Man muß die Bergarbeiter an die Bedingungen auf anderen Planeten anpassen.

Die Notwendigkeit besteht darin, daß der Zugang zum Weltraum ein ganz enger Flaschenhals ist. Nicht jeder Neureiche (und Arme schon gleich garnicht) darf eine Rakete zum Mond schießen, von wo aus Weltraumfahrt überhaupt erst beginnt. Deshalb muß man sich überlegen wie man den engen Flaschenhals am effektivsten nutzt. Man kann nicht kilotonnenweise Stahl auf einen Planeten nach dem anderen schießen und möglicherweise noch Menschen in Raumanzügen hinterher. Das wäre der sichere Ruin. Will man sich also an den riesigen Ressourcen des Weltraums bereichern, dann muß man die Rohstoffe dort möglichst früh in diesem Prozeß nutzen. Sich selbst replizierende Maschinen sind die Lösung, die bereits 1953 dem Computerpionier John von Neumann/ Johann von Neumann/ János Lajos Neumann von Margitta (sein richtiger Name) eingefallen ist. So kommt es schließlich dazu, daß der Mensch einmal mehr Gott spielt, ohne daß ihm das bewußt ist.

Die Seele bestimmt die Art des Lebens. Zur menschlichen Art (bzw. zur Art der Geschöpfe Gottes überhaupt) gehört die Fortführung des Lebens durch Zeugung. Will der Mensch diese Art aufgeben, indem er vom Erzeuger zum Schöpfer zu werden anstrebt, gibt er sich selbst bzw. seine ihm von Gott verliehene Seele auf. Die Folge wäre nach vollzogener Selbst- und Gottverleugnung die Vernichtung des Menschen, weil er sich als zur Vollziehung des göttlichen Planes untauglich oder unwillig erweist, nicht aber die Hervorbringung des erstrebten menschlichen Geschöpfes nach Art des Homunculus.

Wodurch wird der Mensch vernichtet? Eine Strafe Gottes? Durch angelsächsische Programmierer? Weil die Zeit des Menschen abgelaufen ist und durch die neuen Wesen nur der Zeitpunkt bestätigt wird? Letzteres wäre keine Schlußfolgerung aus meiner These, sondern eine Schlußfolgerung aus dem Kopernikanischem Prinzip, das ein erkenntnistheoretisches Prinzip ist, das so sinnvoll und nützlich ist wie das des Ockham. Das Kopernikanische Prinzip besagt, daß die Erde nicht deshalb um die Sonne wandert, weil die Sonne halt die Sonne ist, sondern deshalb, weil wir nichts besonderes sind. Andere Planeten kreisen um ihren jeweiligen Stern und weil wir nichts besonderes sind, deshalb kreist auch unser Planet um seinen Stern. Der Mensch ist eine Tierart wie andere Tierarten auch und deshalb sind wir nicht die Krone der Schöpfung. Sowohl die Vormenschen (Australopithecus, Gigantopithecus, Graecopithecus) als auch die Frühmenschen (Homo habilis, Homo erectus, Homo florensis) sind bereits ausgestorben und deshalb wird der Homo sapiens, der nichts besonderes ist, auch aussterben. Das Kopernikanische Prinzip verlangt sogar, daß uns nicht mehr und nicht weniger Zeit „zusteht“ als den anderen Menschenarten auch. Deshalb wird es in zweihunderttausend Jahren keine Menschen mehr geben.

Wir wissen, daß von uns nichts bleiben wird, egal welche Maßnahmen wir dagegen treffen. Vor diesem Hintergrund frage ich mich dann, worin der Sinn der Existenz des Menschen liegt. Mir erscheint die Idee Luzifers und offtopics einleuchtend, daß immer weitere Seelen auf der Erde Lektionen lernen. Das erklärt warum Menschen immer wieder die gleichen Fehler wiederholen. Außerdem bedeutet es auch, daß die Menschheit eines Tages nicht mehr gebraucht wird, weil alle Menschenseelen sozusagen ihren Abschluß gemacht haben werden.

Trotzdem gibt es noch eine Frage, die mich an allem zweifeln läßt: Warum sind wir nicht einfach in der Steinzeit geblieben?

Die "Konstruktion" eines Menschen auf andere Art als durch biologische Befruchtung wird zu nichts anderem als menschlichen Imitaten führen, die seelenlos und nicht eigenständig handlungsfähig sind. Sie werden stets auf die Eingaben des Menschen als eigentlichem Träger einer Seele angewiesen sein. Als müder Abklatsch werden sie menschliches Dasein kopieren und Zeugnis für die völlige Erbärmlichkeit ihrer Konstrukteure abgeben, die unfähig sind, eigenes Leben zu erschaffen.

Das Ganze würde sogar frappierend einem religiösem Kult ähneln. Die Maschinenwesen senden Informationen an die Menschen ähnlich wie Menschen zu ihrem Schöpfer beten. Die Menschen können nun Baupläne an die Gegebenheiten jedes Planeten anpassen und senden die entsprechenden Informationen in Form einer ab und zu auftretenden „göttlichen Inspiration“. Die erste Anweisung ist „Seid fruchtbar und mehret Euch!“, weil noch mehr Planeten besiedelt und ausgebeutet werden sollen. Die Inka opferten Gold ihren Göttern, indem sie Kunstwerke aus Gold fertigten, die der Hohepriester dann erst an sich nahm und dann mit einem Boot in die Mitte des Titicacasees fuhr, wo er schließlich die Kunstwerke aus Gold versenkte. So würden die Maschinenwesen Rohstoffe fördern, später auch zu Fertigteilen („Kunstwerken“) verarbeiten, den Transport zu den Menschen organisieren und so schließlich einen erheblichen Teil ihrer Ressourcen den Menschen opfern.

Natürlich werden sie als abhängige Konstrukte aufhören zu funktionieren und verschwinden, wenn die Menschen verschwinden, die ihnen ihr phantomhaftes Scheinleben einhauchen.

Ja, das ist stimmig und einleuchtend. Falls sie sich trotz all der mannigfaltigen Einflüsse, denen sie in zweihunderttausend Jahren auf unterschiedlichen Planeten begegnen werden, nicht zu etwas anderem als abhängigen Konstrukten weiterentwickeln, dann werden sie zusammen mit den Menschen untergehen. Oder sich einfach noch ein bißchen mehr Zeit nehmen, um sich zu etwas anderem zu entwickeln. So wie sich Menschen über sehr viele Zwischenschritte aus Bakterien entwickelten. Daß dies nicht gelingen solle, läßt sich nicht so sicher vorhersagen.

Ein aus Robotern bestehendes Volk als Nachfolger der gesamten Menschheit wird es niemals geben.

Versteh mich nicht falsch, ich will durchaus, daß Du mir das ausredest! Mit der Methode der linearen Extrapolation, die mich zu meiner Vorhersage bringt, liegt man normalerweise weit daneben. Aber „wird es niemals geben“ ist irgendwie kein Argument. Ich kann mir auch andere Möglichkeiten (Genmanipulation) vorstellen, aber das wäre nur noch freies fabulieren, während Roboter schon existieren und als nützlich angesehen werden.

Wieviele Samenkörner werden von einer Pflanze hervorgebracht, um nur einen Nachfolger zu erzeugen? Tausende? Von 60 Millionen Samenzellen gelangt nur eine zur Befruchtung.
Ähnlich verhält es sich mit Sternen und Planeten. Das Universum erzeugt sie in unermeßlicher Anzahl und Variationen, derer die größte Zahl keine Frucht trägt, um bei einer relativ sehr kleinen Zahl alle nötigen Faktoren passend zusammenkommen zu lassen. Die Verschwendung ist einkalkuliert, um dem Zufall als Vollzieher des "Logos" die Gelegenheit zu geben, die Dinge dem Weltplan entsprechend zu fügen, daß Leben in die Materie komme. Der Rest, all die tote Materie unfruchtbarer Planeten und scheinbar sinnlos brennender Sonnen, ist Abfall, der etwa dem Material entspricht, das abgetragen wird, um eine Skulptur als Ausdruck höheren Geistes aus dem Stein zu schälen. Sie sind da, um uns und wahrscheinlich eine kleine Anzahl weiterer Leben tragender Planeten zu ermöglichen. Die Besiedelung solcher Welten, die seit jeher nichts anderes sein sollten als tot, ist sinnlos.

Du hattest mich eigentlich schon überzeugt, aber dann war ich inzwischen mal draußen, um mir die meterhohen Schichten überschüssig produzierter Samenkörner anzusehen, die sich in den letzten Jahren angesammelt haben müssen. Ich habe keine solche Schicht gefunden. Irgendetwas muß mit den „überschüssigen“ Samenkörnern dann doch passiert sein. Kannst Du mit Sicherheit sagen, daß das nicht der eigentliche Sinn ihrer Existenz war?

Die Besiedelung toter Welten nenne ich nicht sinnvoll, sondern profitabel. Sofern man das geschickt anstellt. Vordergründig ist nicht der Wunsch, Gott zu werden, sondern profane Gier das Motiv, um die toten Welten zu besiedeln und ihre Rohstoffe auszubeuten. Gerade weil die Welten tot sind, deshalb sollte man sich an den dort befindlichen Rohstoffen frei bedienen dürfen.

Darüber hinaus sollte der europäische Mensch sich nicht, Nabelschau betreibend, für so wichtig halten, daß nur seine eigene Technik die einzig erfolgreiche sei. Die faustische Technik ist ein seelisches Bedürfnis, Probleme zu sehen (bzw. sich selbst zu setzen) und auf eine bestimmte Art zu lösen. Sie wird mit dem faustischen Menschen verschwinden. Nachfolgende Kulturen werden ihre Probleme auf ihre eigene Art lösen, aber nicht minder erfolgreich, wie es auch frühere Kulturen taten.

Das ist eine Schlußfolgerung aus dem Kopernikanischem Prinzip, das Du somit auch selbst anwendest. Kulturen tauchen auf und verschwinden wieder. Arten entstehen und sterben wieder aus. Die anderen Menschenarten sind schon weg und darum wird unsere Art auch verschwinden. Deshalb braucht die Menschheit einen Nachfolger. Ohne einen solchen wäre das gesamte Universum sinnlos. Ein aus Robotern bestehendes Volk wäre eine Erklärung dafür, warum manche Menschen Roboter bauen.

Außerdem ist noch anzumerken, daß alle früheren Kulturen etwas hinterlassen haben. Seßhaftigkeit, Ackerbau und Viehzucht sind uns noch aus der neolithischen Revolution erhalten geblieben. Spätere Kulturen haben uns die Metallverarbeitung vererbt. Die faustische Zivilisation hinterläßt überall giftige oder hormonell wirksame Chemikalien und dazu radioaktive Strahlung. Kann das alles gewesen sein? Darf das alles gewesen sein?

Gruß,
Shiro

Was mich mal interessieren würde - Alexandria

Frank Zintl @, Lund, Dienstag, 28. Juli 2020, 10:31 vor 65 Tagen @ BBouvier 821 mal gelesen

Hallo

Vor mehr als 2000 Jahren standen die Menschen in Alexandria -
also die geistige Elite - in etwa da, wo wir Europäer erst
im späten 17. Jahrhundert wieder waren:

Es gab eine Bibliothek, Forscher, Tüftler und Bastler. Sie
gingen aus einer Gemengelage autochthoner Ägypter und zuge-
wanderter Griechen hervor, die den alten ägyptischen mit dem
neueren griechischen Geist verbanden.

In Alexandria wurden die nachsinnenden und nachdenkenden
Philosophen durch Naturwissenschaftler, Ingenieure und
Erfinder ersetzt. Plötzlich gab es eine praktische, dem
Fortschritt verpflichtete, technisch orientierte Philosophie.

Heron baute eine Art Dampfturbine. Er arbeitete mit Kolben
und hydraulischen Anordnungen. Er war auch der Miterfinder
der Orgel.

Heron war nur einen Steinwurf vom Bau der ersten Dampfmaschine
entfernt, wie sie dann von Newcomen kurz nach 1700 entwickelt
wurde.

Warum ging Heron diesen Schritt nicht ? Er war wirklich kurz
davor.

Zuwenig Brennstoff ?

Das interessiert mich wirklich.

Frank

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Herders „Sphärenkreis“

BBouvier, Dienstag, 28. Juli 2020, 14:18 vor 65 Tagen @ Frank Zintl 820 mal gelesen

<"Warum ging Heron diesen Schritt nicht ?">

Hallo, Frank!

Behauptet wird, zur Dampfmaschine kam es nur dewegen nicht,
weil man deren "Kraft" aufgrund der vorhandenen Sklaven
nicht benötigte.

Allerdings halte ich das für eine rein mechanistische "Erklärung".

Denn es wurde ja nicht weitersinnend/-entwickelnd (<= da liegt nämlich
der :hamper: Hamper im Salat!) nicht nur die Dampfkraft beiseite gelegt,
sondern in anderen Kulturkreisen auch der Buchdruck,
Glaslinsen, die Schwarzpulverkanone, der Heißluftballon,
der Raddampfer, etc.
=>
Die praktische Anwendung und Weiterentwicklung entdeckter Prinzipien nämlich.
Aufgrund seelischer (!) Verfaßtheit konnen (!) die Menschen
dieser Kulturen es einfach nicht.

Dabei fällt mir ein, daß die Griechen - was die Mathematik betrifft -
sich sozusagen "rein plastisch/darstellerisch" nur mit dem Bereich der
Geometrie befaßten, abstrakte Gedanken zu den Zahlen waren ihnen "fremd".
Gerechnet wurde mit dem "anzufassenden" Abakus.
Was dürften die Römer Schwierigkeiten gehabt haben,
XXLIX mit XCVI zu multiplizieren - ohne ihn!

Vielleicht paßt - vergleichend, diese Erklärung Herders:
Tiere leben in ihrem spezifischen „Sphärenkreis“
in dem sie ihre instinktgesteuerten „Kunstfertigkeiten“ ausüben.
Darüber hinaus seien sie eingeschränkt und unfähig, frei zu handeln.

Grüße,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

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der Rote Löwe

BBouvier, Dienstag, 28. Juli 2020, 15:03 vor 65 Tagen @ BBouvier 856 mal gelesen

Hallo!

Allein die faustische Seele des europäischen Kulturkreises
drängt es, unter Hintenanstellung anderer Bedürfnisse
zu ergründen, was die Welt im innersten zusammenhält.
Letztlich handelt es sich dabei um die Suche nach dem
Roten Löwen/Stein der Weisen, nach dem Heiligen Gral.
Beide versprechen Heil und Ewiges Leben.
https://anthrowiki.at/Stein_der_Weisen

Faust:
"Da ward ein roter Leu, ein kühner Freier,
Im lauen Bad der Lilie vermählt,
Und beide dann mit offnem Flammenfeuer
Aus einem Brautgemach ins andere gequält.
Erschien darauf mit bunten Farben
Die junge Königin im Glas,
Hier war die Arzenei, die Patienten starben,
Und niemand fragte: wer genas?
"
Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil (Vor dem Tor)

Auf prosaischer Ebene gibt es da tausende "Erfinder"
von Leonardo bis Goodyear.
Sie werden unwiderstehlich getrieben (!) vom faustischen Drange!
Exemplarisch nehme man Goodyears entsetzliches Erfinderschicksal zur Kenntnis:
=>
https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Goodyear

Gruß,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
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- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Da ist was dran

Frank Zintl @, Lund, Dienstag, 28. Juli 2020, 18:24 vor 65 Tagen @ BBouvier 741 mal gelesen

Hallo

Ja der faustische Drang, die Geister der Elemente anzurufen
und ihnen ihr Geheimwissen abzuringen.

Da fällt mir ungewollt die "Zwiebelszene" aus Henrik Ibsens
"Peer Gynt" ein. Dieses Drama ist eine Art Faust 2.0, und der
hochgelahrte Dr. Faustus wird durch einen suchenden Bauern-
burschen aus dem ostnorwegischen Gudbrandsdal ersetzt. Peer
Gynt durchstreift die ganze Welt, nur um als alter Mann
zurückzukehren. Rachegeister verfolgen ihn, die ihm sein
vermurkstess Leben vorhalten. Einsam auf dem norwegischen
Fjell schält er eine Zwiebel (im 5. Akt) und sucht nach ihrem
Kern - vergeblich. Er findet nur Hautschichten bis ganz innen.
Da erkennt er, wie ähnlich diese Zwiebel seinem bisherigen,
inhaltsleeren Dasein ist, in dem nur Schale auf Schale gefolgt
ist, ohne inneren Kern.

Ein Europäer - Tycho Brahe - war der Erfinder der Messreihe,
des geduldigen Datensammelns zwecks späterer Auswertung. Hier
im Öresund, vielleicht knappe 40 km Luftlinie von mir, sass
er auf der Insel Ven in seinem Observatorium Uranieborg und
sammelte massenhaft Daten über die Planeten - Winkeldaten im
Abgleich mit Datum und Uhrzeit. Diese Winkeldaten der Planeten-
positionen wurden in Brahes Observatorium mit 4 unabhängigen
Messanordnungen erfasst. Er hatte auch wissenschaftlihe Mitarbeiter.
Nutzniesser seiner vielen Messreihen wurde Johannes Kepler.
Brahe war der erste wirklich moderne Forscher.

Ein anderer Europäer - Michael Faraday - veränderte die Art des
wissenschaftlichen Publizierens. Vorher hatten Gelehrte viele
Jahre geforscht und Material gesammelt - wie etwa die Humboldts
oder 100 Jahre vorher Carl von Linné - und erst spät ihr Wissen
in dicken Büchern veröffentlicht. Faraday ist der Erfinder der
wissenschaftlichen Fachzeitschrift und des wissenschaftlichen
Aufsatzes. Faraday definierte das moderne Prinzip:

"Work - finish - publish !"

Er wollte, dass neue Erkenntnisse möglichst schnell publiziert
werden, damit andere Wissenschafler oder Forschergrupppen darauf
weiter aufbauen konnten.

Faraday und Brahe waren auf diese Art Meilensteine - nicht nur
wegen ihrer eigentlichen Forschungsergebnisse, sondern auch für
die Art wie sie die wissenschaftliche Methodik verbessert haben.

Frank

Sklavenarbeit

Wodans Sohn @, Dienstag, 28. Juli 2020, 18:31 vor 65 Tagen @ BBouvier 830 mal gelesen

Guten Tag und ein freundliches "Hallo"

Die Aussage, dass die Arbeitskraft der Sklaven eine Dampfmaschine unnötig machten ist schon deshalb nicht plausibel, da die alten Ägypter bzw. Griechen ja längst Wind- und Wasserkraft einsetzten um diverse Arbeiten zu verrichten. Mit Wasserkraft angetrieben Archimedische Schrauben dienten als Bewässerungsumpen und Windkraft betriebenen Mühlen man zum mahlen von Getreide und pressen von Ölen.

Viele Grüße

Wodans Sohn


Ja, eines Tages sterben wir.
Aber an allen anderen Tagen nicht!

Brennstoffmangel ?

Frank Zintl @, Lund, Dienstag, 28. Juli 2020, 18:36 vor 65 Tagen @ Wodans Sohn 867 mal gelesen

Hallo

Dampfmaschinen vverschlingen massenweise Brennstoff.
Vielleicht schreckten die antiken Ingenieure vor dem
hohen Brennstoffverbrauch zurück. Man hatte es ja
ausprobiert, in "Spielereien" - etwa an sich selber
öffnenden Tempeltüren. Man hatte zwar Bitumenlager
im Nahen Osten, die dem Kundigen verraten hätten, dass
da Erdöl drunter sein muss, aber im Niltal selbst
war nicht viel Brennstoff übrig. Die frühesten
europäischen Dampfmaschinen wurden ja auch mit der
Kohle befeuert, die man in denselben Bergwerken gewann,
die man mit Hilfe der Dampfmaschinen auspumpte und
trockenlegte.

Frank

Georg Zauner: Die Enkel der Raketenbauer

Frank Zintl @, Lund, Montag, 03. August 2020, 14:28 vor 59 Tagen @ BBouvier 778 mal gelesen

Hallo

Das erinnert mich an einen Zukunftroman von Georg Zauner.

Der Roman heisst "Die Enkel der Raketenbauer" und spielt in
"Bajuvien" d.h. in Bayern in ein paar Hundert Jahren.

Überlebt oder wieder sich etabliert hat sich eine mönchisch
geprägte Subsidiarkultur, die noch nach Resten unserer heutigen
Zivilisation gräbt und versucht die Funde- vor allem alle Arten
von "Eisen" - wiederzuverwerten.

Diesen Roman kann ich unbedingt empfehlen, weil er eine wirklich
denkbare Zukunfsperspektive darstellt.

Das Verschwinden unserer heutigen Zivilisation in einem langen
Bürgerkrieg erahnt man nur im Rückblick. Ob das ein Atomkrieg
gewesen sein soll oder nicht geht nur indirekt hervor. Was
zwischen der fiktiven Zeit des Romans und unserer liegt, ist
nur angedeutet, z.B. im "Blumenlied" mit dem Refrain:

"Der Himmel ist rot.
Die Blumen sind tot.
Wenn wir wiederkommen,
sind die Blumen rot.
Wenn wir wiederkommen,
sind die Blumen voll Tau.
Wenn wir wiederkommen,
ist der Himmel blau."

Darin sollen sich im Handlungszeitraum des Romans kollektive
Erinnerungen an die qualvolle Übergangsperiode widerspiegeln.
Dieser Liedtext ist in die Handlung so eingebettet, dass ein
nicht völlig gefühlskalter Mensch unbehagliche Schauer fühlen
kann.

Der Roman ist eine Mischung aus Briefen, Tagebucheinträgen eines
Mönchs und eingeschobenen Erklärungstexten oder Tagesmeldungen
der Zukunft.

Geradezu gruselig sind die Abschnitte über die Erkundung der von
Sagen umwobenen "Höhle Ubaan" auf dem Ruinenfeld Munic, wo die
Mönche, zu denen der Erzähler gehört, ihr Kloster haben.

Auch eine Art Prophezeiung, aber in Romanform.

Frank

https://www.youtube.com/watch?v=13LIF6LBSDA

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Gott spielen

Luzifer @, Österreich, Samstag, 25. Juli 2020, 20:52 vor 68 Tagen @ Isana Yashiro 904 mal gelesen

Hallo und guten Abend,

Dem ganzen liegt der Gedanke zu
Grunde, einen besseren Menschen erschaffen zu wollen oder den Menschen zu „optimieren“.

Es ist kein Gebärmneid, es ist einfach der Wunsch „Gott“ spielen zu können und sich in gewisser Weise über die Grenzen, die vorgegeben wären, hinwegzusetzen.

Technologie ist Magie mit anderen Mitteln.

Ob dabei wirkliche langfristig Erfolg beschieden sein wird?

Oder sind es Pyrrhussiege. Normalerweise verliert man bei derartigen Versuchen mehr als man gewinnt. Die Dinge haben alle Maß und Sinn. Die Zyklen, das Werden und das Vergehen, der Tod des einzelnen und ganzer Kollektive. Und die Welt ist jetzt im Wesentlichen eins.

„Wer ist wie Gott?“ so die Legende wurde einmal gefragt.

Jeder und keiner.

Aber die „Schöpfungen“ die Menschen ahrimanischen Geistes und ahrimanische Geister in Menschen zu Wege bringen, werden nicht geeignet sein, Millionen von Jahren zu überdauern, das wage ich dann doch zu prophezeien:-).


Beste Grüße
Franz


Quod est inferius, est sicut id quod est superius, et quod est superius, est sicut id quod est inferius, ad perpetranda miracula rei unius.

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