Fließer Pfarrer updated (Schauungen & Prophezeiungen)

Einhorn @, Mittwoch, 19. Februar 2020, 09:12 vor 107 Tagen 884 mal gelesen

Grüß Gott allerseits!

Wie ich schon erwähnt habe, bilden alle mir bekannten Prophezeiungen eine Skizze für eine mögliche Zukunft und die stattfindenden Ereignisse sind die Steine eines Mosaiks, die ich anhand der Skizze zu positionieren versuche. Noch passen alle. Und nun kommt ein weiteres passendes Mosaiksteinchen hinzu und ein weiteres könnte folgen. Sie sind aus den Prophezeiungen des Fließer Pfarrers Alois Simon Maaß (1758-1846, Österreich, Tirol, Gerichtsbezirk Landeck).

Eine Reihe seiner Prophezeiungen sind in der Stiftsbibliothek von Stams dokumentiert und sie beziehen sich auf die Änderung der Mode und der Sitten oder auf technische Errungenschaften. Diese werden in der Gegend als erfüllt betrachtet. Es gibt aber auch welche, die nur in Fließ und Umgebung bekannt, jedoch nicht offiziell dokumentiert sind und die sich auch bereits teilweise bewahrheitet haben oder dabei sind es zu tun. Auf sie bin ich im Buch "Vision 2004" aus dem Jahr 1994 gestoßen. Vor ungefähr 4 Jahren begann ich mich für den aktuellen Stand zu interessieren und mit Hilfe von Google Earth wurde es interessant. Ich habe in den Text einige interessante Koordinaten eingefügt, falls jemand sich auch in Google Earth ein Bild über die Gegebenheiten vor Ort machen will.

Die in Betracht kommenden Aussagen sind:

Wenn der Inn durch den Berg hindurch an Landeck vorbeifließt, dann dauerts nicht mehr lang.
Über den Reschenpaß wird man dreimal versuchen eine Eisenbahn zu bauen, und jedesmal wird bei Baubeginn der Krieg ausbrechen und alles vereiteln.
Man wird über das Inntal in das Pitztal hinein eine Brücke bauen. Sie wird aber nicht mehr ganz fertig werden, da beginnt die große Weltkatastrophe.
Prutz verrinnt, Kauns verbrinnt und Zams wird eine Ochsenalm


1 - Wenn der Inn durch den Berg hindurch an Landeck vorbeifließt, dann dauerts nicht mehr lang.

Für diese Prophezeiung sind die Voraussetzungen fast abgeschlossen, und nicht nur einmal.

Ich kann mir vorstellen, dass diese Aussage zu seiner Zeit sehr utopisch war. 1956 sah man sie jedoch bereits erfüllt durch den Bau des Laufwasser-Kraftwerks Imst (47° 12' 44" N, 10° 43' 17" 0) in Imsterberg im Oberinntal. Bei Landeck (47° 8' 27" N, 10°33' 59" O) fließt der Inn in einem weiten Bogen westlich um den Bergstock Venet herum. Das Kraftwerk Imst liegt hinter Landeck. Um es mit Wasser zu versorgen wurde der Inn vor Landeck unterhalb der Pontlatzer Brücke bei Prutz (47° 06' 19.89"N, 10° 39' 40.47" O) durch ein Wehr aufgestaut und durch einen 12.3 km langer Druckstollen unter dem Veneter Bergstock bis zum Kraftwerk geleitet. Nach den Turbinen und Generatoren fließt das Wasser wieder in den Inn zurück. Ich kann mir keine Einwände vorstellen, wenn jemand die Prophezeiung damit erfüllt sah.

Als ich mir jedoch das 2015 genauer ansehen wollte und mich im Internet schlau machte, stieß ich auf eine neue Variante der Verwirklichung dieser Prophezeiung. Denn da war von der größten Kraftwerksbaustelle in Österreich, dem Bau des Gemeinschaftskraftwerks Inn (GKI) in Prutz die Rede (Leistung 89 Megawatt, Jahreserzeugung ca.414 Gigawatt für 138.000 Haushalte). Aus einer Wehranlage in Ovella im Grenzgebiet Schweiz/Österreich (46°54' 08.14" N, 10° 28' 35,73" O, 1.025 m) sollte der Inn nach Prutz durch einen Stollen, der durch das Gebirge getrieben würde, fließen und die Stromgeneratoren im Krafthaus Prutz/Ried (47° 03' 43.31" N, 10° 39' 42,62" O, 864 m) antreiben. Der Zeitplan wies einen Beginn in Sommer 2014 aus. Geplant war die Inbetriebnahme im März 2021. Als ich mir vor kurzem den Stand ansah, stellte ich fest, dass es eine Reihe von Verzögerungen gab und nun ein durchgehender Betrieb erst für 2023 vorgesehen ist.

Wie man nun auch sieht, kann die Stelle das "Wenn der Inn durch den Berg hindurch an Landeck vorbeifließt" auf zwei Arten verstanden werden: Indem der Inn zuvor den Berg durchquert bevor er an Landeck vorbei fließt oder an Landeck vorbei durch den Berg fließt. Nun sind beide erfüllt. Und es zeigt sich, dass nicht immer die erste Möglichkeit jene ist, die gemeint sein konnte. So ähnlich war es auch bei den Migrationsbewegungen aus dem Osten. Beim Jugoslawien-Krieg gab es ja auch eine große Flüchtlingsbewegung und so mancher hat in ihr die Erfüllung der entsprechenden Prophezeiungen gesehen. Aber nun ist es klar, dass erst die aktuellen Migrationsbewegungen, die ganz Europa betreffen, der Dramatik in den Prophezeiungen entsprechen.

Wenn man die o.g. Zeitangaben betrachtet, so sieht man dass es in den Fließer Prophezeiungen einen Krieg und eine große Weltkatastrophe gibt, die sich inhaltlich sicher unterscheiden. Auf was sich das nicht mehr lang bezieht, ob auf einen Krieg oder die große Weltkatastrophe, ist somit nicht ersichtlich. Macht aber auch keinen Unterschied, wenn beide fast zeitgleich ablaufen. Aber in Verbindung mit Visionen und Prophezeiungen aus einer zeitlosen Dimension kann ein "nicht mehr lang" auch Jahrhunderte bedeuten, wie wir schon gesehen haben.:-) Allerdings, so wie sich die Weltanlage entwickelt sind solch lange Zeiträume heute nicht mehr anzunehmen.


2- Über den Reschenpaß wird man dreimal versuchen eine Eisenbahn zu bauen, und jedesmal wird bei Baubeginn der Krieg ausbrechen und alles vereiteln.

Das ist eine Prophezeiung, die sich bereits zweimal (mit einer kleinen Ungenauigkeit) erfüllt hat. Was auch hier zeigt, dass die Prophezeiungen des Pfarrers Alois Maaß ernst zu nehmen sind.

Die Reschenbahn war eine geplante normalspurige Eisenbahnstrecke in Tirol, die von Landeck (47° 8' 27" N, 10° 33' 59" O) über den Reschenpass (46° 49' 47" N, 10° 31' 7" O, 1508 m) nach Mals ( 46° 41' 25" N, 10°32' 40" O) führen sollte. Sie beträgt knapp 80 Kilometer. Sie sollte auch die Arlbergbahn mit der Vinschgaubahn verbinden und einen Anschluss an die Schweiz herstellen.

Gegen Ende des Ersten Weltkriegs gewann diese Bahn über den Reschen strategische Bedeutung als „Frontbahn", aufgrund von Nachschubproblemen an der Südfront. Der Bau begann am 1. April 1918 und man kam rasch voran. Jedoch mit dem Waffenstillstand zwischen Österreich-Ungarn und der Entente am 3. November 1918 wurde der Bau der Reschenbahn eingestellt. Mit Inkrafttreten des Vertrags von Saint-Germain fiel Südtirol 1920 an Italien und der Reschen wurde zur Staatsgrenze. Da von italienischer Seite kein Interesse an einem Weiterbau der Reschenbahn bestand und in Österreich keine finanziellen Mittel vorhanden waren, wurde der Bau abgebrochen. Das war der erste Versuch.

Nach dem Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich 1938 rückte die Reschenbahn als zusätzliche Verbindung zwischen Deutschland und der Achsenmacht Italien wieder ins Blickfeld. Es wurden aber keine konkreten Schritte unternommen. Da sich jedoch gegen Ende des Zweiten Weltkriegs ähnliche Probleme wie im Ersten stellten, da die Brennerstrecke massiver Bombardierung ausgesetzt und der Nachschub nach Süden oft unterbrochen war, wurden im Dezember 1944 die Arbeiten an der Reschenbahn wieder aufgenommen. Wiederum wurden mit dem Kriegsende im Mai 1945 die Arbeiten eingestellt. 1954 wurden die Geleise im Stadtgebiet von Landeck abgebaut und einige Zeit später der Landecker Tunnel auf beiden Seiten vermauert. Das war der zweite Versuch.

Nun lebt nach 70 Jahren die Idee dieser Verbindung wieder auf. 2015 forderte der Südtiroler Landtag die Landesregierung einstimmig dazu auf: „mit dem Bundesland Tirol und dem Kanton Graubünden in Kontakt zu treten, um die Möglichkeiten einer Umsetzung der Bahnverbindung von Mals nach Landeck auszuloten." Der Antrag wurde von Partei "Süd-Tiroler-Freiheit" gestellt. Auslöser waren die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, des Anschlusses an internationalen Linien und die Schweiz und auch, als wichtiger Punkt, Tourismusbelange. So könnten die Skigebiete Haideralm, Schöneben, Nauders. Serfaus-Fiss-Ladis und Fendels direkt an die Bahn angeschlossen werden. Auch der Rad- und Wandertourismus würde im Sommer davon profitieren. angeknüpft.

Allerdings wurde der Enthusiasmus durch die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) gedämpft: "Die europäischen Achsen laufen auch in Zukunft klar über andere Wege." Gemeint waren dabei der Gotthardtunnel, der Brennerbasistunnel sowie die Anreizschaffung der Südstrecke zwischen Klagenfurt, Graz und Wien.

Aber man ließ nicht locker und voriges Jahr (2019) beschlossen die FPÖ Tirol und die Süd-Tiroler Freiheit die Gründung eines parteiübergreifendes Reschenbahn-Kommitees aus Interessenvertretern von Landeck bis Mals, nachdem bei einem Informationsabend in Tösens bereits einige Bürgermeister und Vertreter der Skigebiete anwesend waren, die sich vom Projekt der Reschenbahn begeistert zeigten. Die Gemeinden Nauders und Graun haben sich auch schon zu Gesprächen über die Trassenführung der Reschenbahn getroffen. Wenn Bevölkerung, Politik, Wirtschaft und Tourismus an einem Strang ziehen, könnte der Bau der Reschenbahn auf die Schiene gebracht werden. Es bleibt nun abzuwarten, wie die Sache weitergeht. Aber auch hier wird sicher noch einige Zeit vergehen, bis es zu einem Baubeginn kommt.

Wie man sieht, waren bei den ersten zwei Malen die Reihenfolge Baubeginn und Kriegsbeginn vertauscht, da der Baubeginn immer gegen Ende des Krieges stattfand. Vielleicht stimmt jedoch die Reihenfolge, falls es einen dritten Versuch geben sollte. Faktum ist, dass bisher immer der Krieg eine wesentliche Rolle sowohl für den Baubeginn als auch für sein Ende spielte. Und es zeigt wieder einmal, wie wenig Sinn es macht, sich an den genauen Wortlaut zu klammern. Denn es wäre ja sehr unwahrscheinlich, dass drei mal die Verhinderung auf die gleiche Art und Weise geschieht. Auf das Gesamtbild kommt es an.


3- Man wird über das Inntal in das Pitztal hinein eine Brücke bauen. Sie wird aber nicht mehr ganz fertig werden, da beginnt die große Weltkatastrophe.

Hier wird es interessant, denn es gibt ja bereits über den Inn ins Pitztal die schöne Pitztalbrücke in Arzl ( 47°13' 8" N, 10°45' 23" O). Es ist eine Bogenbrücke mit 221 Meter Länge, die 1983 fertig gestellt wurde. Wenn es die war, die der Pfarrer "gesehen" bzw. gemeint hat, dann war seine Prophezeiung nur halb-richtig. "Brücke" richtig, aber "nicht ganz fertig" falsch.

Allerdings, so wie bei dem "Inn und dem Berg", gäbe es auch hier eine zweite Möglichkeit für eine Brücke ins Pitztal. Voraussetzung wäre, dass die geplante Alpentransversale Reutte - Bergamo - eine Nord-Süd-Eisenbahnverbindung - realisieren würde. In diesem Fall würde ein Tunnel von Reutte (47° 29' 27" N, 10° 43' 10" O, in Österreich 10 Km südlich von Füssen), bis nach Karres ( 47°13' 9" N, 10°46' 45" O) führen und eine weitere Brücke über den Inn ins Pitztal wäre notwendig, um nach Wenns ( 47° 10' 9" N, 10° 43' 52" O) zu gelangen. Ab da ginge es weiter in den Süden nach Bergamo. Diese Brücke müsste ganz in der Nähe, ca. 1,5 Km östlich der bestehenden, gebaut werden. Dieses Projekt wurde in der "Tiroler Tageszeitung" 274/1986 erst-veröffentlicht und man findet auf der Homepage des Projektbüros (http://alpentransversale.sodala.net/RB_text_d.html) eine aktualisierte Projekt-Beschreibung aus 2006. Das Projekt liegt aber sonst auf Eis und es ist im Internet nichts zu finden, was auf eine Reaktivierung deutet. Aber es ist bis ins Detail geplant, d.h. auf der geistigen Ebene bereits existent.

Da stellt sich nun die Frage, ob beim Fließer Pfarrer vielleicht die beiden Brücken in seinen Schauungen in die Quere gekommen sind und er das Problem nach der Formel: Fertig gebaut (1.Brücke) + Geplant und nicht gebaut (2.Brücke) = Nicht ganz fertig gebaut (Prophezeiung) gelöst hat ? :-) Werden wir wohl nie erfahren. Es sei denn, die Alpentransversale Reutte-Bergamo wird doch eines Tages gebaut. Wenn dies der Fall sein sollte, dann würde die Bauzeit der Gesamtstrecke um die 7 bis12 Jahre dauern und wann man mit der Brücke beginnen müsste, ist nicht ersichtlich.


4 - Prutz verrinnt, Kauns verbrinnt und Zams wird eine Ochsenalm

Für das Prutz verrint (überschwemmt) wurden die Voraussetzungen ebenfalls bereits geschaffen. Es ist der von 1961 bis 1964 gebaute Stausee Gepatscherspeicher im Kaunertal ( 46°56' 3.80" N, 10°44' 28.07" O) der auch in "Vision 2004" erwähnt wird. Würde der Schüttdamm (der zehnthöchste der Welt) bersten, würde Prutz zwangsläufig überschwemmt, weil er sich dann genau dorthin entleeren würde. Eine große Überschwemmung durch den Inn wäre vielleicht auch möglich, aber die würde dann ebenfalls eine ganze Reihe von naheliegenden Orten betreffen und da würde Prutz sicher nicht alleine hervorgehoben werden. Wie anfällig dieses Gebiet für tektonische Bewegungen (z.B. Erdbeben) ist, wie sie ja bei der Himmelkörper-Passage angekündigt sind, und die ebenfalls zu einen Dammbruch führen könnten, ist mir unbekannt.

Aus Wikipedia über den Gepatscherspeicher:

"Gefahrenlage: Das Abtauen der Permafrostböden in den Alpen destabilisiert die Gebirgshänge, auch in der Nähe des Stausees. Der Hang des Bliggferners rutschte im Jahr 2007 20 Zentimeter am Tag ab und riss damit die vergletscherte Hangstruktur zusehends auf. Damit wuchs die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Abrutschens in den Stausee. In der Folge wäre mit einer Flutwelle zu rechnen, die die Staumauer überwindet, im schlimmsten Fall sei auch mit der Beschädigung des Staudamms selbst zu rechnen."

Was Kauns und Zams betrifft, so wird es bis zum Geschehen keinerlei Anhaltspunkte geben, so dass sich Spekulationen erübrigen.


5 - Schlussfolgerung

Falls die Prophezeiungen zutreffen, gibt es noch einige Jahre "Luft" bezüglich Krieg oder Schlimmeres. In diesem Zusammenhang sei bemerkt, dass wenn man sich die gesamten existierenden Prophezeiungen, sowohl die Jahrhundertealten als auch die der Mitte des vorigen Jahrhunderts, vor Augen hält die eingetroffen sind (Anzeichen, Vorbedingungen, Zeitbeschreibungen oder sog. "Countdowns"), befinden wir uns zweifellos im "Endspurt". Wo wir uns in diesem zeitlich befinden, und wo das Zielende liegen wird, können wir nur abschätzen anhand der Erfüllung - oder nicht Erfüllung - weiterer offener Prophezeiungen.


Herzliche Grüße

Einhorn

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Maaßen angedichtete Ex-eventu-Schmonzette

Taurec ⌂ @, München, Mittwoch, 19. Februar 2020, 14:11 vor 106 Tagen @ Einhorn 677 mal gelesen

bearbeitet von Forumsleitung, Mittwoch, 19. Februar 2020, 14:17

Hallo!

Wie ich schon erwähnt habe, bilden alle mir bekannten Prophezeiungen eine Skizze für eine mögliche Zukunft und die stattfindenden Ereignisse sind die Steine eines Mosaiks, die ich anhand der Skizze zu positionieren versuche.

"Alle Dir bekannten Prophezeiungen", also zwingend auch jeglichen Müll, in seine Zukunftsskizze einzubeziehen, ist sicher nicht das klügste denkbare Vorgehen.

Noch passen alle.

Eine bloße, sich selbst begründende, in der Realität durch nicht begründete Glaubensaussage. ⇒ Die Prophezeiungen müssen alle wahr sein, weil Du Dir wünschst, daß sie wahr seien.

Und nun kommt ein weiteres passendes Mosaiksteinchen hinzu und ein weiteres könnte folgen. Sie sind aus den Prophezeiungen des Fließer Pfarrers Alois Simon Maaß (1758-1846, Österreich, Tirol, Gerichtsbezirk Landeck).

Zu Maaß siehe diese Beiträge meiner und des geschätzten Fred Feuersteins, die Du vermutlich nicht kennst oder nicht kennen willst:

Alois Simon Maaß und der nach 1947 erfundene Reschenpaßbahnbau
Ausspruch:"Bahnbau über Reschenpass" nicht gesichert

Essenz:
Alle heute bekannten Aussagen Maaßens (das hat nichts mit Hans-Georg Maaßen zu tun, sondern mit dem klassischen deutschen Genitiv), auf die Du Dich beziehst, sind eine Erfindung, die vor 1981 (Fred ging von 1985 aus) nicht nachweisbar ist.

Diese werden in der Gegend als erfüllt betrachtet.

Daß die Erfinder der Aussagen (nämlich der Volksmund) ihre eigenen Phantasien als erfüllt betrachten, tut natürlicherweise nichts zur Sache und gereicht nicht zur Untermauerung.

Es gibt aber auch welche, die nur in Fließ und Umgebung bekannt, jedoch nicht offiziell dokumentiert sind und die sich auch bereits teilweise bewahrheitet haben oder dabei sind es zu tun.

Ja natürlich. "Nicht offiziell dokumentiert" ist nur eine andere Formulierung für: "Die Aussagen lassen sich nicht bis Alois Simon Maaß zurückverfolgen", weswegen sie als Erfindungen zu betrachten sind.

Die Kommentierung der einzelnen Aussagen (Inn bei Landeck, Reschenpaßbahn, Pitztalbrücke,...) ist eigentlich hinfällig. Eine Interpretation auf reale Ereignisse birgt die Gefahr des Selbstbetrugs, wenn man ignoriert, daß alle die "Prophezeiungen" erst dann Bekannt wurden, nachdem die entsprechenden Vorzeichen bereits eingetreten waren:

  • Innumleitung 1956 (Aussage nachweisbar 1981)
  • Reschenpaßbahnbau 1918 (Aussage nachweisbar 1981)
  • Reschenpaßbahnbau 1944 (Aussage nachweisbar 1981)
  • Pitztalbrücke in Arzl 1983 (Aussage nachweisbar 1981, als der Baubeginn war.)

Für die Bewertung angeblicher Prophezeiungen und den Nachweis der Präkognition maßgeblich ist immer noch eine einwandfreie Belegbarkeit der Aussagen vor dem Ereignis. Das ist bei Maaß nicht gegeben, weswegen er mit den Füßen voran aus der Tonne herauslugt, solange nicht unbekannte Quellen nachgereicht werden.

Eine Reihe seiner Prophezeiungen sind in der Stiftsbibliothek von Stams dokumentiert und sie beziehen sich auf die Änderung der Mode und der Sitten oder auf technische Errungenschaften.

Warst Du auch in dieser Stiftsbibliothek, um zu prüfen:

  • ob diese wilde Behauptung dort vorliegender Dokumentation auch stimmt,
  • ob die dortige Dokumentation (falls vorhanden) auch dem von Dir unterstellten Inhalt entspricht,
  • oder ob der dortige Text nicht doch nur eine Ausgabe der bekannten Ex-eventu-Fälschung ist?

Auf sie bin ich im Buch "Vision 2004" aus dem Jahr 1994 gestoßen.

Ich gehe also davon aus, daß Du nicht in der Stiftsbibliothek warst und auch keine anderen, älteren Quellen herangezogen hast, weil Du Dich auf den Text des minderwertigen Betrügers "Werdenberg" beziehst (womöglich vermeinend, dieser Lügensack stelle eine vertiable Prophezeiungsquelle dar), der selbst keinerlei Forschung getätigt hat, sondern am Ende seines allzu dünnen Fälschungsmachwerks noch einige Prophezeiungen einbinden mußte, damit er seinen Schund als Hardcoverbuch verkaufen konnte.

5 - Schlussfolgerung

Falls die Prophezeiungen zutreffen, gibt es noch einige Jahre "Luft" bezüglich Krieg oder Schlimmeres.

So viel Luft, daß Du bis zu Deinem Lebensende noch einige Male Gelegenheit haben wirst, Dich auf neue Irrtümer einzuschießen, nachdem die vorangegangenen obsolet geworden sein werden. ;-)

In diesem Zusammenhang sei bemerkt, dass wenn man sich die gesamten existierenden Prophezeiungen, sowohl die Jahrhundertealten als auch die der Mitte des vorigen Jahrhunderts, vor Augen hält die eingetroffen sind (Anzeichen, Vorbedingungen, Zeitbeschreibungen oder sog. "Countdowns"), befinden wir uns zweifellos im "Endspurt".

Dabei handelt es sich im Wesentlichen um zweierlei:
1. Prophezeiungen, die zeitlose Themen der christlichen Prophetie aufgreifen und auf die jeweilige Gegenwart beziehen. Natürlich erscheint demjenigen, der mit endzeitprophetischen Ideen bewaffnet auf seine Gegenwart losgeht, jede zufällige Entwicklung als ein zu treffender Nagel.
2. Auf alt getrimmte (rückdatierte) Prophezeiungen, die nach dem Eintreten gewisser Entwicklungen erfunden und dem Prophezeiungskanon einverleibt wurden.

Wie im Falle Maaßens hier beispielhaft exerziert, fehlt auch bei dem Rest des von Dir postulierten Prophezeiungskanon in der Regel der Echtheitsnachweis durch entweder eine Quelle, die aus der Zeit der behaupteten Seherperson stammt (oder gar mit ihr in Verbindung gebracht werden kann), oder eine wenigstens vor den behaupteten Ereignissen/Vorzeichen liegende Quelle.

Tut mir ja leid, immer wieder die schönen Ideen kaputtzumachen, aber hier steh' ich nun und kann nicht anders. :ok:

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“

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"Werdenberg" ? :-((

BBouvier, Mittwoch, 19. Februar 2020, 22:51 vor 106 Tagen @ Einhorn 505 mal gelesen

<"Auf sie bin ich im Buch "Vision 2004" aus dem Jahr 1994 gestoßen.">

Hallo, Einhorn!

Ach, Du meine Güte! :trost:

Hättest Du doch nur den Namen des Autors ("Werdenberg")
dieses üblen Machwerkes mal in die Suchfunktion eingegeben:
Dann wäre Dir obige Peinlichkeit erspart geblieben.

Bitte, hier lang:
https://schauungen.de/forum/index.php?id=11045https://schauungen.de/forum/index.php?id=11045

Gruß,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

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Werdenberg lügt wie gedruckt

Taurec ⌂ @, München, Donnerstag, 20. Februar 2020, 08:50 vor 106 Tagen @ BBouvier 455 mal gelesen

Hallo!

Bei Werdenberg auf die Prophezeiung zu stoßen, kann man einem eigentlich nur übel nehmen, wenn man dann auch bei Werdenberg bleibt und sich auf dessen Basis einen Mythos strickt, statt sich umfassender zu informieren.
Aus Werdenbergs Angabe, das Buch "Der alte Fließer Pfarrer" sei im Stift Stams erhältlich (also vermutlich im Touristenshop zwischen Bierdeckeln und Schnupftabak), wird dann flugs, die Prophezeiung sei in der Stiftsbibliothek von Stams "dokumentiert", was impliziert, dort befände sich ein altes Dokument mit Unterschrift und Siegel. Das ist gewiß keine mutwillige Verdrehung, sondern eher unbewußte Verwaschung der Tatsachen, weil man so gerne eine glaubhafte Prophezeiung hätte, weswegen man sie auch als solche ansieht und die Texte entsprechend verstehend liest.

Wenn man weiß, daß Werdenberg nur die (im wesentlichen) bei Bekh zu lesenden Waldviertlertexte mit seinen eigenen Ideen über das Weltgeschehen mit dem Ausgangspunkt 1994 vermengt hat, die heute samt und sonders sich selbst widerlegt haben, sollte es einen auch nicht wundern, daß er noch andere Bekhtexte verwendet hat, um seine 78 Seiten auf 178 aufzublähen.

Dabei lügt er wie gedruckt. Zu Maaß schreibt er:
"Die folgenden Sprüche sind dem Buch 'Der alte Fließer Pfarrer' entnommen, welches im Stift Stams erhältlich ist. Heute wird die 3. Auflage verbreitet, welche fast ident ist mit der 1. Auflage von 1899."

Fred Feuerstein schrieb schon vor zehneinhalb Jahren explizit zur Aussage über den Reschenpaß und die Pitztalbrücke:

"Ich besitze die Erstausgabe von Bader, P. Meinrad von 1899, in der zum ersten mal die Prophezeiungen von Aois Simon Maaß gedruckt wurden. Der obige Text ist nicht darin zu finden. Auch in dem 1947 erschienen Buch von Dr. Joseph Resch ist dieser Ausspruch nicht zu finden.
Sonst gibt es keine Bücher von/über Alois Simon Maaß, der von 1758-1846 lebte."

Von wegen fast identisch! Werdenberg lügt entweder wider besseres Wissen oder er verbreitet ungeprüft die Unwahrheit.

Die Kernaussage Maaßens, auf die immer wieder abgehoben wird, ist vor 1985 (Erscheinungsdatum der 3. Auflage) also gar nicht nachgewiesen.

Merkwürdigerweise habe ich die betreffenden Beiträge sogar in der Forumsbibliothek verlinkt. Welchen anderen Grund, statt sich vernünftig über die offen daliegende und leicht zugängliche Quellenlage zu informieren, gibt es somit wohl, auf eine Tretmine wie Werdenberg zu stolpern, als daß einem dessen Unsinn schlicht besser gefällt, weswegen man ihn freiheraus und unhinterfragt als richtig adaptiert. :-(

Leider sind alle Versuche, die Wirklichkeit auf Prophezeiungsaussagen zu beziehen, um deren Richtigkeit zu untermauern, völlig hinfällig, wenn diese Aussagen erst 140 Jahre nach dem Tode des angeblichen Propheten erstmalig und zu einer Zeit gedruckt wurden, als diese Aussagen inhaltlich bereits durch passende Ereignisse erfüllt waren.

Das ist das klassische Muster, in welchem sich die Prophezeiungsszene selbst betrügt:
Jemand stellt Aussagen als angebliche Seheraussagen in den Raum.
Weil man daran glauben will, vertraut man diesem Jemanden und hält die Aussagen für echt. Das ist forthin das gedankliche Axiom.
Nun geht es nicht mehr darum die (als erwiesen angenommene) Echtheit der Prophezeiung zu begründen oder zu widerlegen, sondern nur noch um die Feststellung, wann sie denn einträfe.
Daraus entspinnt sich ein niemals endendes Spekulationsrodeo mit dem einzigen Ziel, die Aussagen auf das richtige Weltgeschehen zu beziehen, um den Treffer festzumachen. Die glaubensmäßige Grundannahme läßt dabei kaum einen anderen Schluß zu, als daß die Prophezeiung sich eben erfülle und in diesem Zuge auch der restliche damit inhaltlich verwandte Prophezeiungskanon kurz vor der Erfüllung stehe. Leider ist das falsch und führt nur dazu, daß die Szene über Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg wie der Esel mit der Möhre vor der Schnauze eine stets unerreichte und unerreichbare Erfüllung in geringer Ferne vor sich herschiebt.
Entsprechend schrieb erst vor ein paar Tagen jemand im Zukunftsforum: "[...] versteh ich dich somit richtig, dass du für dieses Jahr, das Jahr 2020, somit den 3WK und die 3TF erwartest? Es müsste noch einiges passieren, doch noch ist es möglich dieses in die Zeitspanne bis in den Spätsommer zu füllen. Es könnte aber auch erst nächstes Jahr stattfinden."

Zum Glück ist übernächstes Jahr auch noch ein Jahr.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“

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Innumleitung, Pitztalprücke, Reschenpaß und Prutzens Verrinnen

Taurec ⌂ @, München, Donnerstag, 20. Februar 2020, 08:51 vor 106 Tagen @ Einhorn 457 mal gelesen

Hallo!

1 - Wenn der Inn durch den Berg hindurch an Landeck vorbeifließt, dann dauerts nicht mehr lang.

Als ich mir jedoch das 2015 genauer ansehen wollte und mich im Internet schlau machte, stieß ich auf eine neue Variante der Verwirklichung dieser Prophezeiung. Denn da war von der größten Kraftwerksbaustelle in Österreich, dem Bau des Gemeinschaftskraftwerks Inn (GKI) in Prutz die Rede (Leistung 89 Megawatt, Jahreserzeugung ca.414 Gigawatt für 138.000 Haushalte). Aus einer Wehranlage in Ovella im Grenzgebiet Schweiz/Österreich (46°54' 08.14" N, 10° 28' 35,73" O, 1.025 m) sollte der Inn nach Prutz durch einen Stollen, der durch das Gebirge getrieben würde, fließen und die Stromgeneratoren im Krafthaus Prutz/Ried (47° 03' 43.31" N, 10° 39' 42,62" O, 864 m) antreiben. Der Zeitplan wies einen Beginn in Sommer 2014 aus. Geplant war die Inbetriebnahme im März 2021. Als ich mir vor kurzem den Stand ansah, stellte ich fest, dass es eine Reihe von Verzögerungen gab und nun ein durchgehender Betrieb erst für 2023 vorgesehen ist.

Wie man nun auch sieht, kann die Stelle das "Wenn der Inn durch den Berg hindurch an Landeck vorbeifließt" auf zwei Arten verstanden werden: Indem der Inn zuvor den Berg durchquert bevor er an Landeck vorbei fließt oder an Landeck vorbei durch den Berg fließt. Nun sind beide erfüllt. Und es zeigt sich, dass nicht immer die erste Möglichkeit jene ist, die gemeint sein konnte.

Das ist das Tückische am Spekulationsrodeo. Die Prophezeiung ist bereits (und zwar vor der Publikation!) erfüllt gewesen – und es ist nichts passiert!
Weil aber der unhinterfragte Glaubenssatz der Echtheit der Prophezeiung nach wie vor besteht, hängt man eine weitere Erfüllung hintan, wenn ein zufälliges Ereignis dazu paßt. Im Laufe der Zeit entsteht so ein ganzer Rattenschwanz an Erfüllungen der Prophezeiung, die nur noch richtiger erscheint, je öfter sie sich nicht erfüllt. Diesen mentalen Genickzwirbler muß man sich mal vergegenwärtigen! :spinnt2:

Das Urteil über die Reschenpaßaussage verwundert daher wenig:

Das ist eine Prophezeiung, die sich bereits zweimal (mit einer kleinen Ungenauigkeit) erfüllt hat. Was auch hier zeigt, dass die Prophezeiungen des Pfarrers Alois Maaß ernst zu nehmen sind.

:-(

Mit Inkrafttreten des Vertrags von Saint-Germain fiel Südtirol 1920 an Italien und der Reschen wurde zur Staatsgrenze. Da von italienischer Seite kein Interesse an einem Weiterbau der Reschenbahn bestand und in Österreich keine finanziellen Mittel vorhanden waren, wurde der Bau abgebrochen. Das war der erste Versuch.

Wiederum wurden mit dem Kriegsende im Mai 1945 die Arbeiten eingestellt. 1954 wurden die Geleise im Stadtgebiet von Landeck abgebaut und einige Zeit später der Landecker Tunnel auf beiden Seiten vermauert. Das war der zweite Versuch.

So kann 1985 Bekh auf Grundlage Joseph Stockers (der sich mit Katharina aus dem Ötztal schon mal eine Prophezeiung aus der Hucke geleiert hat, für die er selbst als Primärquelle gilt) Maaß auch leicht prophezeien lassen:
"Über den Reschenpaß (von Meran nach Landeck) wird man dreimal versuchen eine Eisenbahn zu bauen und jedesmal wird bei Baubeginn der Krieg ausbrechen und alles vereiteln."

Es bleibt nun abzuwarten, wie die Sache weitergeht. Aber auch hier wird sicher noch einige Zeit vergehen, bis es zu einem Baubeginn kommt.

Zwei Varianten: Entweder der Bau versumpft, vielleicht im Zuge eines künftigen Eurozusammenbruchs, was die Gläubigen sicher als Erfüllung der Prophezeiung ansehen würden, oder sie wird tatsächlich gebaut, was die Gläubigen aber in gewisse Interpretationsnöte bringen würde.

Hier wird es interessant, denn es gibt ja bereits über den Inn ins Pitztal die schöne Pitztalbrücke in Arzl ( 47°13' 8" N, 10°45' 23" O). Es ist eine Bogenbrücke mit 221 Meter Länge, die 1983 fertig gestellt wurde. Wenn es die war, die der Pfarrer "gesehen" bzw. gemeint hat, dann war seine Prophezeiung nur halb-richtig.

Aber immerhin schon fast ganz richtig. :ok:

Aber es ist bis ins Detail geplant, d.h. auf der geistigen Ebene bereits existent.

Da stellt sich nun die Frage, ob beim Fließer Pfarrer vielleicht die beiden Brücken in seinen Schauungen in die Quere gekommen sind und er das Problem nach der Formel: Fertig gebaut (1.Brücke) + Geplant und nicht gebaut (2.Brücke) = Nicht ganz fertig gebaut (Prophezeiung) gelöst hat ? :-)

Das halte ich für einen sophistischen Rittberger, der auf Grundlage des irrigen Glaubenssatzes, es handele sich um eine echte Prophezeiung, deren Eintreten man lediglich plausibel erklären müsse, zwangsläufig eintretende Abweichungen der Realität abschwächen soll, um diesen Glaubenssatz nicht zu gefährden.

4 - Prutz verrinnt, Kauns verbrinnt und Zams wird eine Ochsenalm

Für das Prutz verrint (überschwemmt) wurden die Voraussetzungen ebenfalls bereits geschaffen. Es ist der von 1961 bis 1964 gebaute Stausee Gepatscherspeicher im Kaunertal ( 46°56' 3.80" N, 10°44' 28.07" O) der auch in "Vision 2004" erwähnt wird. Würde der Schüttdamm (der zehnthöchste der Welt) bersten, würde Prutz zwangsläufig überschwemmt, weil er sich dann genau dorthin entleeren würde. Eine große Überschwemmung durch den Inn wäre vielleicht auch möglich, aber die würde dann ebenfalls eine ganze Reihe von naheliegenden Orten betreffen und da würde Prutz sicher nicht alleine hervorgehoben werden. Wie anfällig dieses Gebiet für tektonische Bewegungen (z.B. Erdbeben) ist, wie sie ja bei der Himmelkörper-Passage angekündigt sind, und die ebenfalls zu einen Dammbruch führen könnten, ist mir unbekannt.

Dieser Ausspruch, der typischer Volkssagenstil ist (kurz und knackig, in Reimform und zugleich prophetisch geheimnisvoll), könnte tatsächlich alt sein, aber deswegen nicht richtig.
"Verrinnen" bedeutet eigentlich nicht "weggeschwemmt werden", sondern schlicht "versickern" und davon abgeleitet "vergehen".
So wird es auch schon in Grimms Wörterbuch erklärt:

"die bedeutung ist ursprünglich 'fortlaufen, ablaufen' einer flüssigkeit und diese bedeutung hat sich bis heute noch erhalten. aber schon früh ist die bedeutung verallgemeinert 'fortgehen', [...] ähnlich ahd. wo es (bei Notker) die bedeutung 'wandeln in etwas' aufweist".

"Verrinnen" als "wegspülen" zu verstehen, entspricht zwar dem schwindenden Sprachgefühl der Deutschen, liegt aber nicht in der Bedeutung von "rinnen", welches, seit es sich vom mittelhochdeutschen "rinnen" (= "rennen") losgelöst hat, tatsächlich eine zu "rennen" gegensätzliche Bedeutung angenommen hat. Nun heißt es "langsam und in geringer Menge fließen". Dem entsprechend ist Blutgerinnung ein mählicher Vorgang, der mit starken und schnellen Blutungen (also einem Flüßigkeitsschwall) nicht vereinbar ist. Im gleichen Sinne verhält es sich mit "verrinnen", das langsam vonstatten geht, und der daraus abgeleiteten Bedeutung eines langsamen Vergehens bzw. Verschwindens.

Der Satz ist also zu verstehen als: Prutz verschwindet, Kauns verbrennt und Zams wird eine Ochsenalm.

Lediglich des Reimes wegen und um eine Doppeldeutigkeit zu erreichen hat sich der Reim "verrinnt" – "verbrinnt" (eine uralte Verbform für "verbrennen") gebildet. Daß später ein Stausee in der Nähe entstand, halte ich für einen bloßen Zufall.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“

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Verrinnen, Verbrennen, Ochsenalm

Taurec ⌂ @, München, Donnerstag, 20. Februar 2020, 09:31 vor 106 Tagen @ Taurec 508 mal gelesen

Hallo!

Lediglich des Reimes wegen und um eine Doppeldeutigkeit zu erreichen hat sich der Reim "verrinnt" – "verbrinnt" (eine uralte Verbform für "verbrennen") gebildet. Daß später ein Stausee in der Nähe entstand, halte ich für einen bloßen Zufall.

Wer erst genügend dieses Sagenstoffs gelesen hat, dem fallen die in Abwandlung immer wiederkehrenden Motive sogleich ins Auge. Hier hat sich unter Abänderung des Zeit- zu einem Ortsverhältnis derselbe Gegensatz niedergeschlagen, der auch in dem Spruch von "Glutjahr, Flutjahr, Blutjahr" zum Ausdruck kommt, wobei geschickt der Wasserbezug des "Rinnens" aufgegriffen wird. Die Idee "Feuer und Wasser" geht nebulös dem Volk im Hinterkopfe umher und heftet sich an verschiedene Gegenstände der Umwelt, die als Kristallisationskeime der Sage fungieren.

Daß Zams eine Ochsenalm werde, ist nichts weiter als die lokale Spielart einer Idee, die einige Täler weiter, im Osttiroler Matrei beim dortigen Mühlhiaslverschnitt "Egger Gilge" in folgender Form vorkommt:

"Matrei wird dann Lienzer Ochsenalpe werden."

Und das war es auch schon. Keine geheimnisvoll verschlüsselte Zukunftsschau, sondern lediglich diffuse Ideen über das Weltenende, die auf verschiedene Weisen in die jeweilige Gegend übertragen wurden.

Gruß
Taurec


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