Mal ein kleines Musikbeispiel (Freie Themen)

Frank Zintl @, Samstag, 13. Juli 2019, 10:24 vor 66 Tagen 380 mal gelesen

Hallo

Als Musiker habe ich in vielen Zusammenhängen die Musik als
Herangehensweise an die Dinge.

Hier kommt ein Musikbeispiel, das für mich den Kontakt zu der
echten germanischen Vergangenheit herstellt, besser als
zurechtgelegte und romantische Überhöhungen und Mystifikationen.

Es handelt sich um einen Abschnitt einer traditionellen Ballade
von den - eindeutig germanisch besiedelten - Färöer. Das ist eine
Inselgrupppe zwischen Nowegen und Island. Sie wurde genau wie
Island von norwegischen Wikingern besiedelt.

Ihre Nachfahren pflegen bis heute einen traditionellen Balladen-
gesang, zu dem wie im Mittelalter auch wirklich getanzt wird,
und der seine Wurzeln zwar nicht in der Wikingerzeit direkt, aber
im darauf folgenden Mittelalter hat. Man nennt das Kvad-Dans,
was schlicht Singtanz bedeutet. Die Balladen waren ja epische
Gesänge, zu denen auch Reigen getanzt wurde. Genau wie man das noch
heute auf den Färöer macht.

Die hier gewählte Ballade erzählt einen echten Wikingerstoff vom
Schmied Regin, der für Sigurd (Siegfried) ein Schwert schmiedet.
Der Refrain berichtet davon, wie Sigurd den Drachen Fafner tötet,
und sein Pferd Grani trägt den Goldschatz davon.

Näher als in diesen Balladen kommen wir an das unverfälschte
kulturelle Erbe unserer germanischen Vorväter nicht heran.

Einfach mal reinhören.

Frank

https://www.youtube.com/watch?v=xsjppv63aFM

aha - soso - so ein wissender

urda @, Samstag, 13. Juli 2019, 11:23 vor 66 Tagen @ Frank Zintl 280 mal gelesen

Einen Tag wünsche ich den Römern

Diese Inselbewohner hätten also das reine Germanische erhalten.

So so...

Nur mal den Werdegang eines Names:

Woadan - Wotan - Oatan - Othin - Odin

Was ist wohl das germanische? Was ist wohl das in Skandinavien?

Aber damit Du, lieber Leser einen Eindruck von nordischem Einklang zwischen weiblicher Schönheit, einem wahren Menschen mit der Natur gewinnen kannst, sei Dir hier ein Beispiel dargelegt:
https://www.youtube.com/watch?v=wsl-KHGe4Kk

Jedoch mag der Krieger anders sein. Tyrs Stimme mag anders klingen:
https://www.youtube.com/watch?v=SO8lCwZTMUw

Suche den Wagner, suche das ROMANtisch, viel Glück.


Aber dass einer, der Rom nahe steht und von den Sachsenschlächtern keinen Abstand nehmen will, mit den Nordmännern packtieren will, ist irgendwie logisch. Doch vielleicht sollte er eher in der Nordmannei, der Normandie suchen. Vielleicht wird er ja auch in Britannien fündig. Huch! Ein Zusammenhang und vielleicht ein Hintergrund für den jetzt schon jahrhundertelangen Feldzug gegen alles Germanische.

Interessant vorallem, wie sehr es diesen jenigen das Germanische wurmt, sodass er ständig darauf rumhacken muss und mit seinem angelesenen Wissen glänzen will.

Dein inneres, Dein Wahres musst Du Dir nicht anlesen
Dein Wahres und Deine Zukunft steckt in Dir.
Deine Bestimmung ist Dir in die Wiege gelegt.
Nicht in Büchern oder Sprüchen.
Deine Herkunft liegt in Deiner Sippe.
Ohne diese hast Du keine Zukunft, sondern nur einen Abklatsch Deines Selbst
Deine Ahnen leiten Dich.

urda

Die Sängerin am norwegischen Fjord

Frank Zintl @, Samstag, 13. Juli 2019, 11:54 vor 66 Tagen @ urda 261 mal gelesen

Hallo

Die Sängerin, die sich da am norwegischen Fjord
auf der Bühne produziert, stammt selber von den
Färöern und ist genau mit den alten Balladen
aufgewachsen, das ich zitiert habe. Das hört man
auch aus ihrem Vortrag. Nur die Trommelbegleitung
(eine samische Schamanentrommel) weicht von den
Vorlagen ab. Ich überlege mir ob der Hof, vor
dem die Bühne aufgebaut ist, am Geirangerfjord
steht. Dort war ich schon mal.

Auch aus den anderen skandinavischen Ländern sind
solche Balladen überliefert, aber nicht mehr in
lebender Tradition in den Dörfern, sondern eben als
gelehrtes Buchwissen. Einer der ersten Sammler war
der Norweger Magnus Boserup Landstad, der seine
Sammlung "Norske Folkeviser" 1853 veröffentlichte.
Ich weiss das, weil ich ein Exemplar habe.

Ich halte es für einen Unsinn zwischen Nord- und
Südgermanen eine künstliche Front aufzubauen. In
Skandinavien durfte das germanentum 500 Jahre länger
weiterleben als auf dem Kontinent, weil sich "Rom"
erst viel später eingemischt hat. Ob nun Woadan
oder Odin die ältere Sprachform für den gleichen
Götternamen ist können wir dahingestellt sein
lassen. Allenfalls ist das ein Nachweis dafür, dass
die südgermanischen und nordgermanischen Dialekte
sich allmählich auseinanderentwickelt haben, was
man auch ohne dieses Beispiel schon gewusst hat.

Erst durch Karls "Sachsenschlächterei" wurde das
katholische Frankenreich um 800 zum Nachbarn der
dänischen Skandinavier, die genau um dieselbe Zeit
mit ihren Raubzügen nach England und an die fränkischen
Küsten anfingen. Nachdem sie gemerkt hatten, dass da
was zu holen war.

Eine Antwort war die Entsendung des Missionars Ansgar
erst zu den Dänen und später zu den Schweden nach
Birka. Übrigens auf Bitten der jeweiligen Könige.

Selbstverständlich haben wir Quellen, die weiter zu den
germanischen Wurzeln zurückreichen als die Balladen
der Färöer - aber nicht als lebend überlieferte Musik,
sondern nur in Sprachform z.B. Runeninschriften.

Was Wagner angeht: sein Bezug zur germanischen Vorwelt
ging nur über den Umweg von Nachkonstruktionen im Geist
seines Jahrhunderts und mit unangemessenen Ausdrucks-
mitteln (Belcanto, grosses Opernorchester).

Aber wir zwei werden wohl nie denselben Zugang zu
unserer Vergangenheit finden, weil wir an verschiedenen
Stellen danach suchen.

Frank
Dar Lakai der "Römer"

RSS-Feed dieser Diskussion