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Johannes Friede (@Ulrich) (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

Taurec ⌂ @, München, Sonntag, 16. Dezember 2018, 08:47 vor 307 Tagen 1235 mal gelesen

bearbeitet von Taurec, Sonntag, 16. Dezember 2018, 08:54

Hallo!

Falls neben all den schwülstigen Beiträgen von Nabelschau-Mystagogen noch Bedarf an Quellenforschung bestehen sollte: Für mich verdichteten sich die Hinweise, dass der "Johannes Friede"-Text nicht, wie im Nachwort behauptet, von einem "schlichten Handwerker" stammt, sondern von Max Prantl ( https://www.astro.com/astrowiki/de/Max_Prantl ).

Falls Gerhard noch mitliest und an weiteren Recherchen interessiert ist, gebe ich dazu gerne Auskunft, habe jedoch keinerlei Antrieb, das mit Dir zu erörtern.

Mich interessiert das ebenfalls. Es spricht nichts dagegen, das hier im Forum zu erörtern.

Von Prantl wußte ich bis eben nichts.

"Zeitlebens war er hellsichtig, konnte seinen Körper verlassen und hatte mediale Eingebungen."

So stellt sich die Frage, ob der Kontakt zu dem angeblichen Mönch Friede echt war, oder der Text eine völlige Erfindung Prantls sein soll.

Welche Indizien hast Du hierauf?

"Als Dank für sein Überleben schwor er sich "rastloses Schaffen", begünstigt durch ein Erleuchtungs-Erlebnis 1948."

Eben jener Friedekontakt?

Wie kam die Geschichte, die Aussagen seien ab 1932 einem Handwerker "Peter T." mitgeteilt worden, dessen Tochter obendrein noch 500 Schreibseiten an den Poss-Verlag übermittelt haben soll, zustande? Bei wem liegt die "kriminelle Energie"? Max Prantl? Viktor Mohr? Hans Jacob? Der Tochter? Dem Verlag?

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“

zu: Max Prantl möglicherweise der Autor des "Johannes Friede"-Textes

Ulrich ⌂, Germering, Montag, 17. Dezember 2018, 05:06 vor 306 Tagen @ Taurec 735 mal gelesen

Hallo Taurec,

da hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen auf der Seite https://schauungen.de/wiki/index.php?title=Johannes_Friede

Hans Jacob aus Wetzikon in der Schweiz gab 1983 im Eigenverlag ein Büchlein heraus, nicht 1949.
1949 war der Abdruck in Viktor Mohrs Zeitschrift.

Das lässt sich steigern, das "Lexikon der Prophezeiungen" berichtet: "Nach [Stephan] Berndt geht diese Prophezeiung auf einen einfachen Handwerker zurück, der (um 1822?) im Alter von 40 Jahren..."

Der genaue Titel der Zeitschrift, in der in der Jan/Feb-Ausgabe 1949 der "Johannes-Friede"-Text erschien, war wohl "Das Johanneslicht - Zeitschrift für geistig Suchende", herausgegeben von Viktor Mohr.
Ebenfalls 1949 veröffentlichte Max Prantl sein erstes Buch, "Der Mensch ohne Angst. Dokumente einer Erleuchtung." Der Untertitel lügt, denn dokumentiert wird darin nichts.
Auf die einleitende Schilderung eines Erlebnisses, datiert auf den 1. August 1948, das Prantl als "geistiges Erwachen" bezeichnet, folgen in seltsamem Kontrast Schilderungen von Visionen, die wohl auch Stephen King auf Droge nicht anders schreiben würde. Den Druck beim Universitätsverlag Wagner in Innsbruck finanzierte Prantl selbst durch den Verkauf eines ererbten Grundstücks.

In Prantls Nachlass findet sich ein hektographiertes Blatt, auf dem er "Die Bücher des unsichtbaren Ordens" vorstellt, insgesamt 9, von denen einige wegen ihres nur wenige Seiten umfassenden Inhaltes kaum als Buch zu bezeichnen sind.
Geplant war ein Selbstverlag, für den Vertrieb in Österreich wird Viktor Mohr genannt.

Im Dez. 1949 erscheint "Mitteilungsblätter zum Buche ‚Der Mensch ohne Angst‘", im Selbstverlag des Verfassers. Der angekündigte Vertrieb soll durch den Verlag der Zeitschrift "Mehr Licht" erfolgen, herausgegeben von Viktor Mohr.
In dieser Zeitschrift „Mehr Licht. Monatszeitschrift für geistig Suchende“, die ab Jan/Feb 1950 nur ein Jahr in sechs Ausgaben erschien, bewarb Viktor Mohr gleich in der ersten Ausgabe Prantls "Licht aus der Herzmitte".
Eine Rezension kann man es nicht nennen, denn nach leerem Geschwätz über die Farbabstufungen des blauen Einbandes von blassblau bis tiefblau ist die einzige Aussage Mohrs: "Der Verfasser des Buches wurde nunmehr Mitarbeiter unserer Zeitschrift. Aus dem Blickfeld der Michaelsphäre will er den Lesern als erstes eine neue Deutung der Johannesoffenbarung vermitteln und damit alle Aufgeschlossenen zu einem vertieften und zeitnahen Verständnis des „Johanneslichts“ führen."

Eine "neue Deutung", obwohl doch Mohr im Vorwort zu "Johannes Friede" schrieb:
"Dunkel und rätselhaft erschienen bisher die Symbole jener Johannes-Offenbarung, die als Apokalypse in Bruchstücken Eingang in die Bibel fand.
Die Urfassung dieser Vision und ihr Bezug auf unsere Gegenwart wurde nunmehr dem Seher wiedergeoffenbart in den eingetretenen 'Tagen der Verheißung'."


Und auch für den "neuen" Autor der "neuen Deutung" findet Mohr wärmende Worte:

"Der geringe Umfang dieses Werks steht in keinem Verhältnis zur Größe und Tiefe seines Inhalts. Denn es entsprang einer vollkommenen inneren Schau, der das Kreisen der Geist- und Lebensströme im Kosmos ebenso wenig verborgen blieb wie das siderische Seelenfirmament im Menschen ...
...
Die kleine Schrift aus dem Nachlaß eines großen Geistes, des tiefgründigen Sehers Prantl ...
...
Gerade diese selbsterlebte Schau aber ist es, die den wahrhaft großen Geist Prantls zu vorliegender Schrift legitimierte."

(aus: Mohr im Vor- und Nachwort zu dem von ihm aus Prantls Nachlass veröffentlichten Buch "Astrologie als Tiefenpsychologie und Seelen-Heilkunde")


Prantl Fortsetzungs-Beiträge befüllten den Hauptteil der sechs Ausgaben von Mohrs Magazin:

Jan./Febr. 1950, H. 1/2:
[aus „Buch I/2“] Die Geheime Offenbarung des Johannes in der Sprache der
neuen Zeit (Teil 1): S. 23-43. [Außerdem Hinweis auf die Veröffentlichung
„Der Mensch ohne Angst“ mit den Angaben des Verlags sowie
Inhaltsverzeichnis (S. 46f.) und Besprechung über die „Mitteilungsblätter
zum Buche ‚Der Mensch ohne Angst‘“ (S. 44f.)]

März/April 1950, H. 3/4:
[aus „Buch III“] Der ‚Kampfbund Michael‘ und die Kirche der Zukunft.
Eine Auseinandersetzung mit einem Gegner: S. 12-18.
[aus „Buch I/1“] Aus dem Buche Max Prantls: Der Mensch ohne Angst:
S. 19-21.
[aus „Buch I/2“] Die Geheime Offenbarung des Johannes in der Sprache der
neuen Zeit (Teil 2): S. 22-40.

Mai/Juni 1950, H. 5/6:
[aus „Buch III“] Der unsichtbare Orden. Eine Auseinandersetzung über den
‚Kampfbund Michael‘: S. 8-12.
[aus „Buch I/1“] Aus dem Buche „Der Mensch ohne Angst“: S. 15-17.
[aus „Buch I/2“] Die Geheime Offenbarung des Johannes in der Sprache der
neuen Zeit (Teil 3 = Schluss): S. 18-30.
[aus „Buch I/2“] Jesus Christus, Leben und Verkündigung. Die Evangelien in
der Sprache der neuen Zeit (Teil 1): S. 31-40.
[Außerdem Abdruck einer Besprechung von M.K.: „Der Mensch ohne
Angst“ aus der Zeitschrift „Neues Europa“: S. 43]

Juli/August 1950, H. 7/8 [aus „Buch III“] Eine Auseinandersetzung.
Über das Programm des ‚Kampfbund Michael‘: S. 11-12.
[aus „Buch I/2“] Jesus Christus – Leben und Verkündigung. Die Evangelien
in der Sprache der neuen Zeit (Teil 2): S. 31-44.
[Außerdem Hinweis auf „Schaffen unseres Mitarbeiters Max Prantl“:
Der Mensch ohne Angst, Mitteilungsblätter zu „Der Mensch ohne Angst“,
farbige Reproduktionen nach Originalgemälden (Geschenkmappe,
Postkartenserie)]

Sept./Okt. 1950, H. 9/10:
[aus „Buch I/2“] Jesus Christus – Leben und Verkündigung. Die Evangelien
in der Sprache der neuen Zeit (Teil 3 = Schluss): S. 30-44.

Nov./Dez. 1950, H. 11/12 [= letztes Heft von „Mehr Licht“]
[aus „Buch III“] Die innere Front: S. 11-13.
[aus „Buch III“] Ich und du. (Von der irdischen Ehe zur Unio mystica): 20-24.
[aus „Buch V“] Die Insel der Seligen: S. 35-43
[aus „Buch I/1“] Sehenden Träumern erscheinst du …, Scheuch die
Gedanken fort! Aus dem Buche„Der Mensch ohne Angst“ [zwei Gedichte]: S. 44.

Man könnte sich ja denken, da hat es die Fügung mit Viktor Mohr besonders gut gemeint:

Nachdem ihm gerade rechtzeitig, bevor es - "in wenigen Monaten (S. 21, bezogen auf Dez. 1948)" - endlich lohohohosgeht, der Kontakt zum Medium des "Johannes Friede", der aber eigentlich der "Johannes, Schreiber des Evangeliums" ist, vermittelt wurde, kommt rechtzeitig, nach einer kleinen Pause, EIN ANDERER Erleuchteter, der Mohr häppchenweise "Die Geheime Offenbarung des Johannes in der Sprache der neuen Zeit" zur Veröffentlichung anbietet.


Wenn sich mit "wäscht weißer als weiß" Kasse machen lässt, warum es dann nicht ein weiteres Jahr mit "Mehr Licht" nach dem "Johanneslicht" versuchen, den Umgang mit heißer Luft war Viktor Mohr ja als Donau-Kapitän gewohnt. *)

Wenn ich Prantls Texte lese, die laut Mohr "zu einem vertieften und zeitnahen Verständnis des 'Johanneslichts' führen" sollen, scheine ich irgendwas falsch zu machen, die Erhellung bleibt aus.

Das Netz vergisst nichts:
https://web.archive.org/web/20080730011359/http://www.phanuel.org:80/MaxPrantlOrg/de/lesestube.htm


Auf den unsäglichen "Anhang: Das Verborgene Geheimnis von St. Johann", mag ich eigentlich nicht eingehen.
Aus "1204 - 1237" wird die Zeitspanne "1204 - 1257", soll mir Recht sein, vielleicht korrigiert hier ein "Seher" den anderen "Seher".
Aber das geht gar nicht:
"Die Niederschriften des Peter T. zur Biografie des Mönchs erfolgten in den Jahren 1948-1952. Einige Jahre später gab ein Linzer Verlag Teile der Aufzeichnungen und Prophezeiungen unter dem Titel 'Das Johanneslicht' heraus."
Jan/Feb 1949 ist nicht "einige Jahre später" !
... und das auch nicht:
"Es bleibt offen, ob dabei Johannes der Täufer oder der Apostel Johannes gemeint ist."
Da ist nichts "offen": Der Bezug zum "Apostel Johannes" im Johannes-Friede-Text ist eindeutig, marketingtechnisch blöd für den Posch-Verlag, dass dieser griechischste und intellektuellste der Evangelisten mit dem heuschreckenessenden asketischen Täufer soviel oder wenig zu tun hat wie Karl May mit Karl Marx, da sollte man die Johannes-Frage "offen" lassen, ist besser für's Geschäft ...

Ich fasse zusammen:
Der Friede Text bezieht sich auf folgenden Zeitraum:
"in wenigen Monaten" (bezogen auf Dez. 1948; S. 21 )
"Im letzten Jahre der Verheißung werdet ihr die Zahl 1951 eurer Zeitrechnung schreiben." (S. 83)

Wer an der Naherwartung, bezogen auf die Jahre 1949-1951 zweifelt und sich auch vor Prantl'scher Hybris, astrologisch verbrämt, nicht scheut, möge ganz nach unten zu den **) , äh, tja (BB, mit welchem Wort würdest Du "scrollen" ersetzen?)

Im Rückblick liest sich die Sache mit der ausgefallenen Apokalypse bei Prantl so:

"Dies irae

Die Geheime Offenbarung
nach den Entscheidungen
der Jahre 1949/1950/195l

'Ich sah einen anderen gewaltigen Engel vom Himmel herabsteigen': Michael, die Weltseele, ich selbst als tragende Mitte des Ganzen, in dieser Zeit der endgültigen Scheidung der Geister als Kampfgestalt, eint sich unmittelbar - wie vor fast zweitausend Jahren nach der Taufe am Jordan - mit ihrem irdischen Träger und mit der ganzen Welt (erster August 1948).[der geneigte, aber üblicherweise unerleuchtete Leser möge sich an das Datum von Prantls Erleuchtung erinnern] - In eine Wolke gehüllt, nur die Füße - der irdische und übersinnliche Träger des Geistwesens - und das Haupt - der Abglanz, der Ausdruck der führenden und tragenden Herzmitte - sind sichtbar: Michael ist erst als Abglanz, als Ausdruck des Ganzen, als Teilgestalt des Ganzen unmittelbar zu erkennen, die Erkenntnis seines ganzen Wesens ist der Ahnung (durch die Wolke hindurch) überlassen. - Über seinem Haupt stand der Regenbogen: Michael trägt das Zeichen des Ganzen, das Zeichen meiner selbst als Einheit, die siebenfarbige Aura der weltgestaltenden Teilkräfte, der Verwandlungskraft, der Kraft der Führung, der Entwicklung, des Lösens und Bindens, der Erkenntnis, der Erleuchtung und Erlösung, der Treue - damals noch für die irdischen Welten, als Zeichen zukünftigen Geschehens. Zugleich bedeutet der Regenbogen: Michael kommt, um den Frieden zu bringen, das Ende der äußeren und dann auch der inneren Gewitterstürme, und das war eine Verheißung, zu deren Verwirklichung die Menschheit ihr Ja geben sollte.

Die erste Entscheidung der Menschheit - wie immer auf den 'übersinnlichen Ebenen' - fiel um die Jahreswende 1948/49 [der geneigte, aber üblicherweise unerleuchtete Leser möge sich an das Datum des Johannes-Friede-Nachwortes erinnern, "Weihnachten 1948"]: Die Menschheit verwarf die Versöhnung von Himmel und Erde, die ihr angeboten wurde, und wählte von neuem den Kampf, nunmehr aber fast ausschließlich auf den übersinnlichen Ebenen, als unaufhörliche Anstürme namenloser Massen, geheim und nach ihrer Meinung unerkennbar geführt von den kleinen und großen ‚geistigen Führern' der Menschheit.

,Die sieben Donner', die sieben Gebote des Neuen, Dritten Bundes zwischen der Menschheit und mir, die zur Zeit des Johannes die Menschheit schon einmal verworfen hatte, weil sie selbst herrschen wollte, wurden in diesen Jahren, in der Gegenwart, der Menschheit auf ihr Verlangen erneut gezeigt. Sie hat sie abermals und diesmal endgültig verworfen. Was sie seit jeher versuchte, hat sie in diesen Entscheidungsjahren aufs neue, unaufhörlich und mit geballter Wucht versucht:
Durch die Herrschaft über meine irdische Hülle mir selbst ihren Willen aufzuzwingen, in Massenanstürmen, von denen sich schließlich nicht ein Wesen des Kosmos mehr abhalten ließ. Auch das ist nun endgültig gescheitert. Es bleibt den Menschen und Wesen nur noch eine Lebensmöglichkeit: Die Unter-Ordnung. ..."
usw. blablabla

Quelle: https://web.archive.org/web/20081107004933fw_/http://www.phanuel.org:80/MaxPrantlOrg/de/webbuch/prophbuch.htm

Wer sowas seinem Hausarzt erzählt, spart sich auf lange Zeit Miet- und Essenskosten.
Hat aber auch Nachteile. Also Kinder, macht das nicht zu Hause nach...

Gruß, und besinnliche Saturnalien
Ulrich

*)
Insbesondere Viktor Mohr, Angestellter des Lorber-Verlages und
Schriftführer von Das Wort, setzte sich für eine Revision aller Lorberwerke
durch „nur von Gott Berufene“ ein – die er dann selbst vornahm. Er sah sich
als jemand, der eine hohe Aufgabe verrichtet, der vor der Unantastbarkeit des
göttlichen Wortes und Sinns demütig niederkniet und dabei dennoch dessen
irdische Formen wandelt, damit es ungehindert in die Herzen einer sich stets
wandelnden Menschheit einzudringen vermag. Wie, wann und wo er und
andere dazu von Gott berufen worden seien, hat er nie erwähnt. Dass das
revidierte göttliche Wort ungehindert in die Herzen eingedrungen sei, kann
auch nicht behauptet werden, denn die umfangreiche und anmaßende Art und
Weise der Eingriffe in die Lorberwerke wurde von etlichen Lorberfreunden
nicht gutgeheißen und heftig kritisiert. Als Antwort lobte Friedrich Zluhan
die Qualifikation seines Mitarbeiters Viktor Mohr förmlich in den Himmel
und mahnte geradezu ironisch zu Liebe und Weisheit und einem
segensreichen Miteinander trotz unterschiedlicher Auffassung. Viktor Mohr
verglich sich mit Martin Luther, der durch seine Übersetzungen die Bibel
jedem zugänglich machen wollte. (DassMartin Luther die Bibel gar nicht
revidiert hat, übersah er großzügig.) Er habe in den gekürzten Revisionen der
Lorberwerke wohl den Buchstaben verändert, aber den geistigen Inhalt
belassen. Mangels Stoffs aus der Neuoffenbarung, die solche Revisionen
ausdrücklich verbietet, missinterpretierte er Bibelzitate, wie es schon Walter
Lutz zu tun pflegte. Dazu behauptete er, der Verlag habe mit seinen
Revisionen dem jahrzehntelangen Wunsch vieler erfahrener Freunde der
Neuoffenbarung und auch den Erwägungen bewährter und
verantwortungsvoller Mitarbeiter, denen die Reinhaltung des ererbten
Geistesgutes vom menschlichem Beiwerk zumindest ebenso am Herzen läge,
Rechnung getragen. Konkrete Namen nannte er nicht. Er dachte wohl vor
allem an sein Vorbild Walter Lutz, sowie seine Arbeitgeber Otto und
Friedrich Zluhan. Mit dem „menschlichen Beiwerk“, welches ausgemerzt
werden sollte, war wohl das seiner Ansicht nach von Jakob Lorber in die
Neuoffenbarung eingebrachte Schlechte (siehe dazu im Anhang „Die
Beschädigung der Lorberschriften“) gemeint, wobei er die Sache dann aber
doch wieder so darstellte, als habe der Verlag nur Grammatik und
Rechtschreibfehler korrigiert, was durchaus nicht der Fall war. Kurzum: Er
versuchte die überaus berechtigte Kritik der Lorberfreunde durch polemische
Tricks und theologische Spitzfindigkeiten ad absurdum zu führen.

Viktor Mohr (1896-1969)
Viktor Mohr, ein Österreicher, von Beruf Donau-Schiffskapitän, war als
Mitarbeiter des Lorber-Verlages in den 1950er und 1960er-Jahren engagierter
Schriftleiter von Das Wort. Er stand schon in der Zeit vor dem zweiten
Weltkrieg in einem Naheverhältnis zum Neu-Salems-Verlag. Nach dem
Krieg wirkte und waltete er weiter im Geiste von Walter Lutz, den er als
seinen Lehrmeister betrachtete und dem er intellektuell durchaus ebenbürtig
war. Sein Leben lang hatte er sich mit dem Studium von geistigen Lehren
beschäftigt. Wenn es um die Lorber-Gesellschaft und die Neuoffenbarung
ging, war Viktor Mohr einer der ersten Ansprechpartner.
Schwerpunkte seiner Beschäftigung mit der Neuoffenbarung bildeten
neben dem Verfassen von Beiträgen für Das Wort der Abgleich von
naturkundlichen Angaben der Lorberwerke mit naturwissenschaftlichen
Erkenntnissen, wobei er sich hin und wieder irrte, manchmal aber auch
geradezu prophetisch richtig lag, sowie die heftig umstrittene Revision der
Bücher Jakob Lorbers. Auch als Schriftsteller betätigte er sich. Unter dem
Pseudonym M. Kahir verfasste er Bücher, die dann der Lorber-Verlag/Turm-
Verlag herausgab. Sein Buch Nahe zweitausend Jahre handelt von der
Geschichte der Prophetie; das Buch Vom verlorenen Wort beinhaltet eine
Etymologie der Sprachen. Viktor Mohrs Anliegen als Gelehrter lag in der
Ursprachenforschung. Er zeigte gemeinsame Wurzeln der in den
verschiedenen Sprachen heute gebräuchlichen Wörter auf, um damit den
Beweis für eine einheitliche Ursprache der ganzen Menschheit zu erbringen.
Außerdem sorgte und bemühte er sich darum, dass sich unter den
Lorberfreunden nicht eine „Schwarmgeisterei“ breitmachte. Vatermedien,
Wunderheiler, Charismatiker, Marienerscheinungen usw. bedachte er mit
kritischen Artikeln – wohl im Bewusstsein der selbst erlebten Vergangenheit
der Neu-Salems-Bewegung. Im privaten Umgang zeigte er einen liebevollen
Humor. Er war ein stiller Mann, der nicht gerne unter Menschen ging, ein
Mann des Schreibtisches. Gegen Ende 1969 starb er an den Folgen einer
schweren Grippe in Linz. Seine Abschiedsworte angesichts des
bevorstehenden Todes in brieflicher Form waren: „Auf Wiedersehen im
Vaterhaus!“
So wie schon Walter Lutz predigte Viktor Mohr von Propheten, die
zeitweise Unsinn im Namen Gottes verkünden würden, wobei er aber im
Gegensatz zu seinem Vorbild soweit ging, Angaben der Neuoffenbarung, die
nicht mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen übereinstimmten, auf eine
geradezu diffamierende Weise zu zitieren, um seine These zu belegen, nach
der Neuoffenbarung und Bibel menschlich beeinflusst und fehlerhaft seien.
Was die Neuoffenbarung selbst zu dem Thema zu sagen hat, schien ihn nicht
zu interessieren. Wenn etwas mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen
nicht übereinstimmte, sah er darin ein Versagen Jakob Lorbers, dessen
seelische Emotionen das Diktat des Geistes durchkreuzt hätten. Wie die
Korrektoren der Bibel vor vielen Jahrhunderten und wie Walter Lutz vor
einigen Jahrzehnten schritt er zur Untat, indem er das Wort Gottes in seinem
Sinn revidierte und teilweise massiv verkürzte, ohne Auslassungen zu
kennzeichnen. Nach der Ansicht von Viktor Mohr bliebe kein Gotteswort
unverfälscht. Tatsächlich aber sind es seit jeher ausgerechnet Personen wie er
selbst, die das Gotteswort verfälschen, indem sie es nach ihrem Sinn
korrigieren und sich dabei auch noch von Gott oder dem Heiligen Geist für
berufen und geleitet fühlen.Wenig verwunderlich traf Viktor Mohr mit seinen
„verbesserten“ Lorberschriften auf teils heftige Kritik. Tatsächlich fand er
Gegner sogar unter anderen Mitarbeitern des Lorber-Verlages. Der Verlag
hätte angeblich gar nicht gewusst, was Viktor Mohr mit den Lorberschriften
angestellt habe–man habe ihm eben vertraut. Dennoch werden seine
Revisionen, die nicht ihn, sondern Jakob Lorber als Autor angeben, trotz aller
Einwände der Lorberfreunde bis heute gedruckt und verkauft.

beide Texte aus:
Wolfgang Burtscher: "Neptun heißt bei uns Miron. Jakob Lorber und die Lorber-Bewegung." , 2018
ISBN 978-3-75287-538-6

**)

Prantl in seiner "neuen Deutung der Johannesoffenbarung":

Der erste, zweite, dritte, vierte, fünfte und sechste Kampfruf bestimmen die Zeit von 1912 bis zur Gegenwart. ...

Der siebente Kampfruf gehört der unmittelbaren Gegenwart (ab 1949) an. Die fast vier Jahrtausende sind zu Ende, in denen die Gestaltung der äußeren Weltverhältnisse (völkische und soziale Ordnung, Politik im allgemeinen Sinne) den

Unwissenden und Verblendeten überlassen war, oft auch den Böswilligen, da die Menschheit über die geistige Verblendung, über die geistige Trägheit und über die widergöttliche Machtgier und Herrschsucht, der sie sich immer wieder fast

widerstandslos ergab, nicht anders als durch ihre irdisch-greifbaren Folgeerscheinungen zu belehren war. ...

Die folgenden Visionen bis zur siebenten Zornschale gelten für die ganze Zeit der sieben Siegel, Prägungen, Entwicklungsstufen der Menschheit, denen die sieben Posaunen, Kampfrufe, zugeordnet sind, besonders deutlich aber für unsere

Gegenwart (seit 1912). ...

Erst nach der endgültigen Scheidung der Geister kann das Reich Gottes auf Erden beginnen (in unserer Gegenwart). ...

Dieses Tier ist an sich eine Gestalt der Seelenwelt (es steigt aus dem Meere empor) und beherrscht das Denken und Fühlen der Menschheit der letzten vier Jahrtausende bis in die unmittelbare Gegenwart. ...

Der Ruf des ersten Engels, der Ruf Gabriels, des Verkünders, gilt für unsere unmittelbare Gegenwart. ...

Die sieben Zornschalen, sieben in sich abgeschlossene Verwandlungsereignisse, sind den sieben Siegeln (Entwicklungsstufen) und den sieben Posaunen (Kampfrufen) zugeordnet und laufen gleichzeitig mit den dort geschilderten Vorgängen ab.

Ihre deutlichste Auswirkung zeigten sie in den letzten Jahrzehnten seit 1912 bis zur Gegenwart. ...

Sie bedeuten auch sieben Könige. Fünf davon sind gefallen, einer ist jetzt da, der andere ist noch nicht gekommen: Diese Worte beziehen sich auf die Geschichte der letzten Jahrzehnte seit 1912. ...

Von dieser Vision ab zeichnet die Geheime Offenbarung des Johannes die Zukunft, von heute (1949) aus gesehen. - Ein anderer Engel kam vom Himmel herab. Er hatte große Macht. Die Erde wurde von seinen Glanze erleuchtet: Die irdische,

weltgestaltende Wirksamkeit Gabriels, des Erleuchters und Verkünders, der den Himmel mit der Erde verbindet. ...

Wer damit gemeint ist, lässt er in einer astrologischen Fremdschäm-Deutung in "Astrologie als Tiefenpsychologie und Seelen-Heilkunde" durchblicken. Er erwähnt allerdings nicht, dass er sich tatsächlich um sein eigenes Geburts-Horoskop handelt:

"Geistige Aufgabe der diesmaligen Verkörperung: Verwandlung, Zerstörung des Lebens- und Entwicklungsfeindlichen, des Veralteten, Überlebten, Verkommenen. Kampf um geistige Gipfelleistungen. Verklärung der lichten und Zerstörung der dunklen vollendeten Geistwesen, zur Entfaltung einer neuen irdischen Blütezeit ...
Versöhnung von Himmel und Erde. (Die Durchführung und Auswirkung dieser Aufgabe im Irdischen und ihre Wirkungsbreite, ihre Auswirkung in der engsten oder weiteren Umwelt oder in der Welt, zeigt die Prägung und Planetenbesetzung der Häuser.) ...
Entfaltung einer neuen irdischen Blütezeit im Sinne des Lichtes, Beendigung der irdischen Blütezeit des Unkrauts und der vergangenen Sonnenzeitalter (Stier, Widder, Fische) durch Scheidung der Geister, durch Trennung der Schmarotzer von ihren Opfern, durch Lösung von den zu Ende gelebten Entwicklungsstufen. ...
Einsatz der Führungs- und Entwicklungsbegabung und der Begabung zum Spannungsausgleich für Erleuchtung und Erlösung werdender Gemeinschaften; für das Aufblühen weltumfassender Entwicklungen und ihre Erfüllung mit irdischem (Venus) und ewigem Glück (Jupiter). - Einsatz für die Versöhnung des Irdischen mit dem Himmlischen durch Zusammenführen der unteren und der oberen Welt (Venus und Jupiter im sechsten Neptunfeld, Neptun im Krebs und im zehnten Haus). ...
Besondere Ausprägung der Erkenntniskraft und der Erleuchtungs- und Erlösungskraft (unabhängig von ihren geistigen Trägern) zu ihrer eigentlichen Wesensart als Teilkräfte des Weltgeistes. ..."

... so geht das weiter - über 19 Seiten, es graust der Sau und man wünscht sich eine Dunkelwolke, auf dass sie alle "Erleuchteten" verschlingen möge ...

die Kurzfassung zu "Johannes Friede" / Max Prantl

Ulrich ⌂, Germering, Montag, 17. Dezember 2018, 05:56 vor 306 Tagen @ Ulrich 704 mal gelesen

Hallo,

der Text ist zu lang geraten ...
Für alle, die keine Zeit auf diesen Unsinn verschwenden möchten, hier die Kurzfassung:

Max Prantls rückblickender Text "Dies irae" ist in der "Ich"-Erzählweise geschrieben:

"Ich sah einen anderen gewaltigen Engel vom Himmel herabsteigen': Michael, die Weltseele, ich selbst als tragende Mitte des Ganzen, in dieser Zeit der endgültigen Scheidung der Geister als Kampfgestalt, eint sich unmittelbar - wie vor fast zweitausend Jahren nach der Taufe am Jordan - mit ihrem irdischen Träger und mit der ganzen Welt (erster August 1948)."

1. August 1948: Prantls "Erleuchtung", meinetwegen, soweit so gut.

Dann jedoch wechselt das Ich-Subjekt:
",Die sieben Donner', die sieben Gebote des Neuen, Dritten Bundes zwischen der Menschheit und mir, die zur Zeit des Johannes die Menschheit schon einmal verworfen hatte, weil sie selbst herrschen wollte, wurden in diesen Jahren, in der Gegenwart, der Menschheit auf ihr Verlangen erneut gezeigt."

Quelle: https://web.archive.org/web/20081107004933fw_/http://www.phanuel.org:80/MaxPrantlOrg/de/webbuch/prophbuch.htm

"... zwischen der Menschheit und mir ..."? Da stellt sich mir die Frage: Spricht hier Gott Vater, der Sohn oder der heilige Geist, oder ist meine Frage zu spitzfindig?

"... zwischen der Menschheit und mir...", so schreibt kein Kommentator, der laut Mohr nur "zu einem vertieften und zeitnahen Verständnis des 'Johanneslichts' " beitragen soll, so schreibt nur der masslos enttäuschte Prophet selbst, dessen Predigten auf taube Ohren stießen.

Bestätigt wird dies m.E. durch Prantls Interpretation eines Lebensauftrages von heilsgeschichtlicher Bedeutung, was er als astrologische Deutung aus seiner Radix heraus- oder in sie hineinliest, auf den Seiten 96 bis 115 seines Buches "Astrologie als Tiefenpsychologie und Seelen-Heilkunde".

Gruß
Ulrich

Wie immer/meistens: Falls bzgl. der genannten Bücher Bedarf besteht (leihweise), PM.

Zu spitzfindig... Lorber

Harald Kiri, Mittwoch, 19. Dezember 2018, 15:57 vor 304 Tagen @ Ulrich 612 mal gelesen

Hallo Ulrich,

Du schreibst:

"... zwischen der Menschheit und mir ..."? Da stellt sich mir die Frage: Spricht hier Gott Vater, der Sohn oder der heilige Geist, oder ist meine Frage zu spitzfindig?

Zumindest Viktor Mohr bewegte sich im Umfeld von Jakob Lorber. Bei Prantl scheint mir der Stil allerdings sehr viel Ähnlichkeit mit den Büchern Lorbers zu haben. In diesem Umfeld erübrigt sich die Frage nach Vater, Sohn und Geist, da Jesus, als zentrale Aussage Lorbers, identisch ist mit Gott. Vater, Sohn und Geist werden an verschiedenen Stellen unterschiedlich, manchmal diametral interpretiert. Vater -> Liebe, Sohn -> Weisheit und Heiliger Geist -> der daraus hervorgehende Wille.
Aber auch umgekehrt, Vater -> Weisheit, Sohn -> Liebe...
Niemals jedoch Gott-> Vater, Jesus -> Sohn.

Wie auch bei Lorber und etlichen Anderen aus seiner Anhängerschaft, bis zum heutigen Tage, "empfängt" Prantl wahrscheinlich direkte Kundgaben von Gott/Jesus höchstselbst.
Zumindest gibt sich diese Wesenheit als solcher aus.

Das Verführerische dabei ist, dass man sich im Glauben an die Autentizität des Urhebers, völlig sicher ist und alle Kritik, in Zirkelschlüssen begründet, widerlegen kann. Denn man ist ja auserwählt, direkte Worte Gottes zu verstehen oder gar zu empfangen, was dem Zweifler nicht möglich ist.

In dieser Ideologie (der Wiedergeburt im heiligen Geist und damit nach Lorber, Unfähigkeit zur Sünde) lässt sich natürlich vieles erklären. Die Texteditionen, die Eingebungen und vielleicht auch nachträgliche Verschleierungen.

Gott sprach zu mir...

In diesem Sinne wurde mir in den 1980er Jahren auf einem Seminar von Friedrich Zluhan selbst erklärt, dass auf göttliche Eingabe sich Anfang der 30er Jahre der Neu-Salems-Verlag in Lorber-Verlag umbenannte, weil Neu-Salem zu jüdisch klang. In den Folgejahren habe Gott, durch die Gestapo selbst, die Originalschriften geschützt, weil diese sie beschlagnahmt und versiegelt hätte und so die Schriften vor neuerlichen Zugriffen geschützt waren und erhalten blieben.

Auch die Änderungen Mohrs in den neueren Auflagen wurden mit der direkten Anweisung Gottes gerechtfertigt. Teile (die geistige Erde) werden nicht mehr aufgelegt, "weil die Menschen zu schlecht geworden sind und Gott sie deshalb aus dem Werk entfernt hat".

Übrigens. Lorber-Verlag und Lorber-Gesellschaft sind zwar personell teilweise verzahnt, haben allerdings z.T. sehr unterschiedliche Ziele.

Viele Grüße
Harald

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Prantl als Verfasser, Altinger/Poss-Verlag als Fälscherepigone?

Taurec ⌂ @, München, Montag, 17. Dezember 2018, 09:47 vor 306 Tagen @ Ulrich 728 mal gelesen

Danke, Ulrich!

Solche Beiträge wünsche ich mir mehr, im Gegensatz zu solchen von Egoproleten mit Selbstdarstellungsbedürfnis im Dauerverteidigungsmodus.

da hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen auf der Seite https://schauungen.de/wiki/index.php?title=Johannes_Friede

Hans Jacob aus Wetzikon in der Schweiz gab 1983 im Eigenverlag ein Büchlein heraus, nicht 1949.
1949 war der Abdruck in Viktor Mohrs Zeitschrift.

Ist schon korrigiert. Der Text ist aber wohl grundsätzlich überarbeitungsbedürftig.

Die Indizien für die Identität Prantls mit dem Verfasser des "Johanneslichtes" sind schlagend. Zusammengefaßt:

  • Prantls Verbindung zu Viktor Mohr, der seine Schriften verlegte.
  • Prantls "Deutung der Johannesoffenbarung", laut Mohr zum Verständnis des "Johanneslichts"
  • Prantls angebliche "innere Schau" zur Deutung der Johannesoffenbarung in Deckung mit der angeblichen Neuoffenbarung aus der geistigen Welt durch "Johannes Friede"
  • Der gemeinsame Bezug auf 1949-1951 als zeitnahes Datum der Apokalypse

Eine inhaltliche Analyse Prantls Werke und des Johanneslichtes bei Mohr wäre wohl nötig, um Deckungen der Gedankenwelten aufzuzeigen und die Identität weiter zu untermauern.

Es stellt sich die Frage, wie der Poss-Verlag bzw. dessen Inhaber und Autor Hans Bernd Altinger dazu kommt, solchen Unsinn in die Welt zu setzen. Die 500 Seiten, der Handwerker Peter T., dessen Tochter, die Altinger die Schriften übergeben haben soll, weil dieser im Geiste des Johannes sei, muß in diesem Lichte wie platter Betrug erscheinen. Da hat vermutlich Altinger, der zuvor über Johannes den Täufer schrieb, sich an das von Mohr bzw. Jacob veröffentlichte Johanneslicht geklemmt (dieses für echt und wertvoll haltend), um über dieses Vehikel eine vermeintlich übersinnlichliche Legitimation für seine eigenen Behauptungen zu haben, die er vielleicht künftig in die Welt zu setzen gedachte.

Altinger, Inhaber des Poss-Verlags auf seiner Seite:
"Die Übersetzung dieser handschriftlichen Aufzeichnungen in deutscher bzw. gotischer Schrift ist sehr zeitraubend, da heute kaum mehr ein noch lebender Mensch diese Schrift perfekt beherrscht."

Zwischen den Zeilen: Die Verfassung dieser 500-seitigen Aufzeichnungen ist sehr zeitraubend, so daß die Kunden des Poss-Verlages sich noch einige Zeit gedulden müssen, ehe sie in den exklusiven Genuß der vollständigen Aussagen des Johannes Friede kommen.

Das erinnert nicht wenig an Schrattenholz, der vermeintliche Spielbähnmanuskripte veröffentlichte, Rubenstein mit seiner exklusiven Seherin Maria S. oder auch Adlmaier, der in drei Auflagen die aktuellen Irlmaierprophezeiungen unter sein Volk brachte, ehe dieser unglückseligerweise frühverstarb.

Eine Veröffentlichung zum angeblichen Manuskript durch Altinger hat aber offenbar nie stattgefunden. Das war im dann wohl doch zu anstrengend? Seine auf der Seite aufgelisteten Stichpunktaussagen als "Vorgeschmack" enthalten doch nichts anderes, als was im Johanneslichte bereits zu lesen ist.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“

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