Irlmaier-Adlmaier-Fälschung (Schauungen & Prophezeiungen)

Pferdchen, Sonntag, 26. August 2018, 20:13 vor 822 Tagen 2196 mal gelesen

Hallo,

soweit ich verstanden habe, wurde Irlmaier hier im Forum als Fälscher identifiziert und ist daher nun persona non grata im Reigen der anerkannten Seher. Und das, obwohl die Aufdecker des Betrugs vorher selber Irlmaieranhänger oder zumindest Irlmaierinteressierte waren. Hab ich das ungefähr richtig erfasst oder ist das zu simpel ausgedrückt?

Wo ungefähr im Forum kann ich das Damaskusgeschehen der Irlmaierverfolger rekonstruieren? Ich kann doch nicht alle 91 Seiten umwälzen.

Gruß
Pferdchen

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Wissensstand zu Irlmaier

Taurec ⌂ @, München, Sonntag, 26. August 2018, 20:31 vor 822 Tagen @ Pferdchen 2258 mal gelesen

bearbeitet von Taurec, Sonntag, 26. August 2018, 20:39

Hallo!

soweit ich verstanden habe, wurde Irlmaier hier im Forum als Fälscher identifiziert und ist daher nun persona non grata im Reigen der anerkannten Seher.

Irlmaier war eigentlich ein einfacher, etwas schlitzohriger Bauer und Handwerker ohne nennenswerte intellektuelle Begabung. Seine Sehergabe im privaten Bereich ist unbestritten. Der Fälscher seiner seiner Prophezeiungen war nicht er, sondern der Verleger Conrad Adlmaier. Irlmaier nahm hier mehr die Rolle des bereitwilligen Komplizen ein, der den Leuten Geschichten erzählte, die er selbst glaubte, während das leichtgläubige Publikum (inklusive der Zeitzeugen, die immer wieder als "Beweis" angeführt werden) jedes Wort aus seinem Munde als Seherwort wertete.

Und das, obwohl die Aufdecker des Betrugs vorher selber Irlmaieranhänger oder zumindest Irlmaierinteressierte waren. Hab ich das ungefähr richtig erfasst oder ist das zu simpel ausgedrückt?

Was soll da "obwohl" bedeuten? Ganz so, als wäre man, wenn man eine Ansicht erst eingenommen hat, verpflichtet, sie auch dauerhaft aufrecht zu erhalten – nämlich völlig blind und erkenntnisresistent. :lädiert:

Wo ungefähr im Forum kann ich das Damaskusgeschehen der Irlmaierverfolger rekonstruieren? Ich kann doch nicht alle 91 Seiten umwälzen.

Um etwas Lesen wirst Du nicht herumkommen.

Hier habe ich vor etwas mehr als einem Jahr eine Beitragssammlung zu Irlmaier zusammengestellt. Seitdem hat sich eigentlich nichts geändert.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“

Irlmaier

Pferdchen, Dienstag, 28. August 2018, 20:12 vor 820 Tagen @ Taurec 1799 mal gelesen

Hallo Taurec,

danke für die Zusammenstellung bzw. den Link dorthin.

Echte Fragmente bei Irlmaier (teils schon, z. B. bezüglich „Halbmond“ widerlegt)

Wo finde ich diese teilweisen Widerlegungen?

Was bleibt dann noch an echten Irlmaier-Schauungen?

Wie heißt nun Randomizers Buch, das er damals herausgeben wollte?

Gruß,
Pferdchen

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Halbmond am Rhein

Taurec ⌂ @, München, Dienstag, 28. August 2018, 21:00 vor 820 Tagen @ Pferdchen 2062 mal gelesen

Hallo!

Echte Fragmente bei Irlmaier (teils schon, z. B. bezüglich „Halbmond“ widerlegt)


Wo finde ich diese teilweisen Widerlegungen?

Irlmaiers "Halbmond am Rhein" (Halbmond = Islam = Türken), der mysteriös klingt und keine wörtliche Vorlage hat, geht höchstwahrscheinlich auf ältere Prophezeiungen zurück, als welche da zu nennen wären:

Die "Sybille von Kemel" bzw. die "Mainzer Prophezeiung von 1670" (wohl eher 1915):
"Zur Zeit der Kornblüte werden Teutschlands Feinde über dasselbe herfallen, aber in schwerem Ringen wird Teutschland sich der Gegner erwehren. Und Mongoley und Polackenland wird großes Blutvergießen sehen. Der Türck wird Teutschlands Helfer seyn und seyne Pferde im Rhein bei Cöln tränken."

Weissagung aus dem "Prognosticatio" von Johannes Lichtenberger (1488, allerdings nicht validiert):
"Darum sagt Methodius: Es wird die Zeit kommen, daß die Agareni [Söhne der Hagar, Wüstensöhne] noch ein mal in deutschen Landen versammelt aus der Wüstenei gehen werden, und werden der Welt Kreis einnehmen, im Lande des Mondes, acht Jahr lang, und ihre Reise wird die Agarener Reise genannt werden. Denn sie werden Städte und Reiche umkehren und die Priester werden sie in den geweihten Stätten erwürgen. Daselbst werden sie bei den Weibern schlafen, und aus den heiligen Gefäßen werden sie trinken, und ihre Tiere werden sie an der Heiligen Gräber binden, um der Bosheit willen der Christen, so zu der Zeit sein werden. Aber bei dem golden Apfel zu Cöln werden sie umkommen und vertilget werden."

Die Birkenbaumsage bei Fritz Rohr (1917), wohl schon 1964 bei Armand Baumgarten veröffentlicht:
"Zuletzt bricht ein großer Türkenkrieg aus, der Türk kommt bis auf die Westerheide, da aber tun ihn die alten Weiber mit’n ‚Filzhüt’n’ erschlagen."

Volkssage über Köln und Koblenz bei Theodor Beykirch (1849):
"Wehe! Wo Rhein und Mosel zusammenfließen, wird gegen Türken und Baschkiren (Russen) eine Schlacht geschlagen werden, so blutig, daß der Rhein bis auf fünf und zwanzig Stunden Wegs rot gefärbt sein wird."

Die Sibylle auf Teck bei DeGard, der aus einem Buch "Sagen und Schwänke von der Schwäbischen Alb" zitiert:
"Endlich wird der Deutsche dennoch siegen; denn Sybille hat geweissagt: ‚Zu Köln am Rhein soll des Türken Untergang sein.’"

Über das uralte Motiv der Türkenschlacht bei Köln schreibt auch Arthur Hübscher in seiner Darstellung der europäischen Weissagungstradition "Die große Weissagung" (weil der ganze Aufwasch im Grunde nur eine einzige Prophezeiung ist, die über Jahrhunderte von unzähligen Leuten erzählt wurde):
"Neben der Türkenschlacht bei Köln erscheint seit dem frühen 16. Jahrhundert eine Endschlacht bei Straßburg. Melanchthon erwähnt sie in einem Tischgespräche mit Luther am 15. Januar 1538, – ‚es sei eine sehr alte Prophezeiung’. Sie begegnet uns immer wieder, es soll eine große Schlacht gegen die Türken sein, nach welcher der Untergang der Welt eintritt."

Und aus diesem Überlieferungsstrom haben Adl-/Irlmaier geschöpft, dabei aber recht ahnungslos tuend, um die Quellen nicht zu verraten und beim Leser den Anschein zu erwecken, die Ähnlichkeiten wären nur zufällig oder würden auf Echtheit all dieser Aussagen hinweisen:
"Am Rhein sehe ich einen Halbmond, der alles verschlingen will. Die Hörner der Sichel wollen sich schließen. Was das bedeutet, weiß ich nicht."

⇒ Adl-/Irlmaier plagiieren nicht nur wörtlich, sondern greifen auch die mannigfaltigen Motive auf, die sich im Laufe der deutschen Geschichte im Weissagungsstoff herausgebildet haben. Der unbedarfte Leser, der noch leichtgläubig an das für ihn neue Thema herangeht, vermeint, all diese Ähnlichkeiten wären ja Beweise, weil es sich um kongruente Schauungen jahrhundertealter Seher handele und nicht zuletzt der nachweislich größte Seher des 20. Jahrhunderts davon berichte. Aber weit gefehlt!

Nun komme aber niemand und behaupte, damit wären die seit Jahrzehnten hier lebenden Türken gemeint. Nein! In der älteren Weissagung nahmen die Türken die Rolle der Bösewichter "Gog und Magog" ein, die später auf die Russen überging.
Nachdem sich Adl-/Irlmaier in einem wild verrührten Prophezeiungstopf bedient haben, kommen bei ihnen beide Varianten vor.

Was bleibt dann noch an echten Irlmaier-Schauungen?

Spontan fallen mir nicht viele potentiell echte Fragmente ein. Möglicherweis echt:

  • Flut bis Berlin (Oder hatten wir hierzu schon eine Vorlage gefunden?)
  • Feuerzungen von Osten nach Westen
  • Brand Landaus an der Isar
  • Diverse Vorausblicke in Bildern, die Irlmaier zu einzelnen seiner Besucher sah und die (Stichwort "Zubanschachtel") bis in unsere Zeit reichen. Diese nachweislichen Irlmaierbilder stehen in scharfen Kontrast zu seinen Endzeit-/Weltkriegsprophezeiungen für die Fünfziger Jaher. Dieser Widerspruch hat ihn aber offenbar nicht davon abgehalten, diesen von Adlmaier ihm eingetrichterten Unsinn zu erzählen.

Wie heißt nun Randomizers Buch, das er damals herausgeben wollte?

Ich wüßte nicht, daß er schon etwas veröffentlich hat.
Meines Wissens war er hinter seltenen Irlmaierquellen her, die er noch benötigte. Möglicherweise ist ihm das nicht geglückt, weil die Leute die Schriften lieber unter Verschluss halten, statt Material weiterzugeben, das Säulenheilige zum Wanken bringen könnte...?

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“

Echte Irlmaier-Schauungen

Pferdchen, Donnerstag, 30. August 2018, 23:03 vor 818 Tagen @ Taurec 1838 mal gelesen

Hallo Taurec,

Was bleibt dann noch an echten Irlmaier-Schauungen?


Spontan fallen mir nicht viele potentiell echte Fragmente ein. Möglicherweis echt:

  • Flut bis Berlin (Oder hatten wir hierzu schon eine Vorlage gefunden?)
  • Feuerzungen von Osten nach Westen
  • Brand Landaus an der Isar

Hm. Wenn die Feuerzunge auf Landau als echte Schau erachtet wird, hat hier dann noch keiner versucht, den Ursprung der Feuerzungen ("K.") zu eruieren? Ich hab das mal gemacht, als ich mich vor einigen Jahren zum ersten mal mit Irlmaier beschäftigt habe, und zwar so:

- Wenn die Feuerzungen von "K." aus gen Westen, Nordwesten und Süden fliegen und eine davon zu kurz greift und Landau trifft, dann muss die Quelle der Feuerzungen sich östlich, südöstlich oder nördlich von Landau befinden.
- Ich suchte also auf der Landkarte die Gegend nach einer prominenten Stadt mit K ab, nicht allzu weit weg von Landau. Sogleich ins Auge fiel Karlsbad in Tschechien.
- Nun ging es ans Verifizieren: Ergäbe es im Kriegsfall Sinn für einfallende Horden, Raketen von Karlsbad nach Westen, Nordwesten und Süden abzuschießen? Was könnten potentielle Ziele sein? Welche Art von Raketen kämen in Frage? Bei einem erneuten Blick auf die Landkarte findet sich sogleich Rom genau südlich in der Verlängerung Karlsbad - Landau. Dann, nicht ganz genau, aber doch in ziemlich westlicher Linie von Karlsbad: Paris. Und im Nordwesten - London? Amsterdam? Rotterdam? Ich tippe auf letzteres wegen der logistischen Bedeutung (Hafen). Sodann steckte ich die Entfernungen ab und nach ein wenig Googelei hatte ich irgendeine Mittelstreckenrakete eines bestimmten Typs identifiziert, die für alle drei Ziele passte. Welche das war, habe ich mir aber nicht gemerkt.
- Dann war da noch irgendwas mit einer nordwärts ausgerichteten Kirche mit rotem Dach an einem Hügel. Nach einigem Suchen fand ich in Karlsbad diese hier:
https://www.karlovyvary.cz/de/friedhofskirche-st-andreas
Die Hügel trägt den gruseligen Namen Galgenberg und ist dicht bewaldet. Ob das militärisch günstige Geographie ist, wo man Raketenabschussrampen installieren könnte, weiß ich jedoch nicht.

[*]Diverse Vorausblicke in Bildern, die Irlmaier zu einzelnen seiner Besucher sah und die (Stichwort "Zubanschachtel") bis in unsere Zeit reichen.

Ich hab auch noch einen: "Von jungen Teufeln, die sie Kinder nennen, wird es nur so wimmeln." (oder so ähnlich)
Um den treffenden Bezug zur Gegenwart herzustellen, muss man aber wissen, was mundartlich noch vor einigen Jahrzehnten mit "Teufel" gemeint war. Heute darf man das nicht mehr sagen - alte Leute tun es manchmal dennoch.

Diese nachweislichen Irlmaierbilder stehen in scharfen Kontrast zu seinen Endzeit-/Weltkriegsprophezeiungen für die Fünfziger Jaher.

Das fand ich auch immer merkwürdig. Eine andere Merkwürdigkeit, die mir nie in den Kopf wollte, war die Donau als gradezu magischer Schutzwall gegen die Eindringlinge. Ich hab das nie verstanden - warum um alles in der Welt kommen "sie" nicht übers "blaue Wasser"? Wie und warum sollte ein so popeliger Fluss wie die Donau bei Straubing moderne Kriegsmaschinerie aufhalten können? Schließlich gibt es außer Panzern auch noch Flugzeuge, Raketen, Drohnen, Schifffahrt. Und ich bin mir sicher, es gibt auch sowas wie portable Brücken, die man mal eben über die Donau spannen könnte, um das andere Ufer zu entern. Notfalls versenke man eben mal ein paar Fahrzeuge, damit die anderen 1000 drüberfahren können. Egal wie, die Donau zu überwinden, selbst wenn keine Brücken mehr stehen, kann im 21. Jahrhundert ja wohl kein so großes Problem sein. Wie absurd sollte man sich das auch vorstellen? Da stoßen die Russen und Chinesen bis zur Donau vor und stehen dann plötzlich da wie der Ochs vorm Berg, der sie zum Ausweichen zwingt: "Huuuch, ein Fluss, damit haben wir ja jetzt gaaar nicht gerechnet! Und so ein Mist, vorsorglich haben die Bayern über Nacht schonmal alle Brücken gesprengt, obwohl wir uns doch so leise an den Weißwurstäquator rangepirscht haben. Ja zefix no amoi!"

Wie heißt nun Randomizers Buch, das er damals herausgeben wollte?


Ich wüßte nicht, daß er schon etwas veröffentlich hat.
Meines Wissens war er hinter seltenen Irlmaierquellen her, die er noch benötigte. Möglicherweise ist ihm das nicht geglückt, weil die Leute die Schriften lieber unter Verschluss halten, statt Material weiterzugeben, das Säulenheilige zum Wanken bringen könnte...?

Wer sind denn diese Leute?

Gruß,
Pferdchen

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Irlmaierschwurbeleien

BBouvier, Freitag, 31. August 2018, 00:58 vor 818 Tagen @ Pferdchen 1743 mal gelesen

bearbeitet von BBouvier, Freitag, 31. August 2018, 01:28

<"Wenn die Feuerzungen von "K." aus gen Westen, Nordwesten und Süden fliegen
und eine davon zu kurz greift und Landau trifft,
dann muss die Quelle der Feuerzungen sich östlich, südöstlich oder nördlich
von Landau befinden.
">

Hallo, Pferdchen!

Irlmaier behauptet:
"Von K. aus fliegen die Feuerzungen unermeßlich weit nach Nordwesten,
nach Westen und nach Süden.
Ich sehe sie wie Kometenschweife. :ok:
( = Kometenschweife!!)
Wir haben aber nichts zu fürchten.
Nur einmal geht eine
Zunge zu kurz und dann brennt eine kleine Stadt ab,
die ist aber nördlich vom Saurüssel.
"

Die Stadt ist höchstwahrscheinlich Landau.
Genaugenommen hat Irlmaier also nicht gesagt,
daß Landau von einer "Feuerzunge" vernichtet werden würde.

Ganz abgesehen davon, daß "Raketen" nun mal weder "Feuerzungen"
sind und auch überhaupt nicht so aussehen!
Du versteigst Dich insofern hiermit:
"Ergäbe es im Kriegsfall Sinn für einfallende Horden,
Raketen von Karlsbad ... abzuschießen?
"

Ganz abgesehen davon:
Welcher "Krieg" und welche "Horden" denn wohl bitte? :confused:

Nee - so wird das nichts.

Irlmaier, der womöglich tatsächlich (!) gesehen hat, daß Landau
durch eine "Feuerzunge" vernichtet wird, denkt sich als Erklärung
eine "Atombombenrakete" zurecht - schließlich hatte er von
Impaktoren damals noch keinen blassen Schimmer.
=>
https://www.youtube.com/watch?v=dpmXyJrs7iU

Und - weil er sich das gesehene nicht erkären konnte
- schließlich ist Landau in seinem sich ausgedachten "Atomkrieg"
nun wirklich kein Ziel - setzt er auf seine wirre Spekulation
noch eins obendrauf und "weiß" = diese Feuerzungenatomrakete
hätte wohl ihr Ziel verfehlt und sei "zu kurz gegangen".
Ganz so, als hätte er gewußt, wohin das Militär der Sowjetunion
seine Atomraketen denn eigentlich hätte schicken wollen
.
*hehe*

Bis heute hat das manch publizierender "Fachmann"
nicht gerafft (oder will es gar nicht!) und phantasiert auf dem Kenntnisstand
von vor 40 Jahren auf dieser Basis vom "weltweiten Atomkrieg!"

Siehe bitte auch hier:
=>
https://schauungen.de/forum/index.php?id=18052

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

<"Eine andere Merkwürdigkeit, die mir nie in den Kopf wollte,
war die Donau als gradezu magischer Schutzwall gegen die Eindringlinge.
Ich hab das nie verstanden - warum um alles in der Welt kommen
"sie" nicht übers "blaue Wasser"?
">

Ist ganz leicht. *gg*
In den Feldpostbriefen hat er gelesen:
"Beim dritten Geschehen soll Rußland in Deutschland einfallen,
und zwar im Süden bis Chiemgau, und die Berge sollen von da
(temporal: ab dann!! - aber auch das hat Irlmaier nicht gerafft! :-D )
Feuer speien, und der Russe soll alles zurücklassen an Kriegsgerät.
Bis zu Donau und Inn wird alles dem Erdboden gleich gemacht und vernichtet.
... Von der Isar an wird den Leuten kein Leid mehr geschehen
..."

Und - wie üblich - schwurbelt Irlmaier auch da wieder bescheuert/geheimnisvoll herum
und ersetzt die (blaue) "Donau" der Feldpostbriefe durch (blaues) "Wasser".
In der Annahme, so würde man das Original, das er dümmlich plagiiert
und noch etwas dazuerfindet, nicht mehr erkennen.

Merke:
"Irlmaier" = :tonne:

Gruß,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Irlmaier - Rill

Pferdchen, Freitag, 31. August 2018, 03:07 vor 818 Tagen @ BBouvier 1737 mal gelesen

Hallo BB :waving:

Ganz abgesehen davon, daß "Raketen" nun mal weder "Feuerzungen"
sind und auch überhaupt nicht so aussehen!

Ich gehe davon aus, dass in echten Schauungen auch mal Symbolisches vorkommt. Was sollte das auch in echt sein - "Feuerzungen" aus K. nach Westen, Nordwesten und Süden? "Feuerzungen" ist Pfingstsymbolik. Ich glaube aber nicht, dass sich aus dem Ort K. der Heilige Geist in drei Himmelrichtungen ergießt. Das sind irgendwelche fliegenden, leuchtenden Objekte, von mir aus auch Silvesterkracher.

Ganz abgesehen davon:
Welcher "Krieg" und welche "Horden" denn wohl bitte? :confused:

Ich weiß es nicht, ich kann doch nicht hellsehen. :ahnungslos: :lol:

Irlmaier, der womöglich tatsächlich (!) gesehen hat, daß Landau
durch eine "Feuerzunge" vernichtet wird, denkt sich als Erklärung
eine "Atombombenrakete" zurecht - schließlich hatte er von
Impaktoren damals noch keinen blassen Schimmer.

Warum sollte man im letzten Jahrhundert keine Ahnung von Impaktoren gehabt haben? Meteoriten in allen Größen gab es schon immer, nicht erst seit den Filmen Armageddon und Deep Impact.

Ganz so, als hätte er gewußt, wohin das Militär der Sowjetunion
seine Atomraketen denn eigentlich hätte schicken wollen
.
*hehe*

Das hat er halt mal irgendwo gelesen. :lol:

<"Eine andere Merkwürdigkeit, die mir nie in den Kopf wollte,
war die Donau als gradezu magischer Schutzwall gegen die Eindringlinge.
Ich hab das nie verstanden - warum um alles in der Welt kommen
"sie" nicht übers "blaue Wasser"?
">

Ist ganz leicht. *gg*
In den Feldpostbriefen hat er gelesen:
"Beim dritten Geschehen soll Rußland in Deutschland einfallen,
und zwar im Süden bis Chiemgau, und die Berge sollen von da
(temporal: ab dann!! - aber auch das hat Irlmaier nicht gerafft! :-D )
Feuer speien, und der Russe soll alles zurücklassen an Kriegsgerät.
Bis zu Donau und Inn wird alles dem Erdboden gleich gemacht und vernichtet.
... Von der Isar an wird den Leuten kein Leid mehr geschehen
..."

Aber meine Frage verlagert sich damit nur, dann hat's halt nicht der unglaubwürdige Irlmaier gesagt, sondern der glaubwürdige Rill: Warum um alles in der Welt sollten solche mickrigen Flüsschen wie Isar (also bitte, durch die Isar bin ich bei Niedrigwasser schon durchgewatet) und Inn ein Hindernis für einfallende Russen sein?

Gruß,
Pferdchen

Die Flüsse sind wohl nicht als Hindernisse erwähnt, sondern als Marker für die Tiefe des Vorstoßes

Explorer @, Freitag, 31. August 2018, 07:42 vor 817 Tagen @ Pferdchen 1687 mal gelesen

bearbeitet von Explorer, Freitag, 31. August 2018, 07:52

Hallo Pferdchen,

Aber meine Frage verlagert sich damit nur, dann hat's halt nicht der unglaubwürdige Irlmaier gesagt, sondern der glaubwürdige Rill: Warum um alles in der Welt sollten solche mickrigen Flüsschen wie Isar (also bitte, durch die Isar bin ich bei Niedrigwasser schon durchgewatet) und Inn ein Hindernis für einfallende Russen sein?

Ich habe es bisher so verstanden, dass die Russen beim Ausbruch großer vulkanischer Aktivität in Böhmen und womöglich in Teilen Ostdeutschlands und Nordbayerns zufällig an diesen Flüssen stehen und diese nicht mehr überqueren, weil ihre Nachschubsrouten abgeschnitten werden und sie sich darum panisch zurück ziehen.
Vulkanischer Staub, kann ja auch Flugzeuge am Fliegen hindern, so dass Luftüberlegenheit nicht ausgespielt werden kann, Versorgung der Truppen aus der Luft oder Luftlandeoperationen nicht mehr durchgeführt werden können.
Weiters würde auch Aufklärung, sowohl durch Fluggeräte, als auch durch Satelitten, bei ausreichend dichter vulkanischer Asche unmöglich. Für eine Armee, auf schnellem Vorstoß, die sich auf solche technischen Mittel verlässt wäre dies fatal, auch aus moralischer Sicht für die Truppen, die weit abgeschnitten von der Heimat kämpfen müssen.

Siehe dazu:
https://schauungen.de/forum/index.php?id=38353
https://schauungen.de/forum/index.php?id=36426


Diese Flüsse sind wohl nicht als Hindernisse erwähnt, sondern einfach nur als Landmarker, um zu verdeutlichen, bis wo die Russe nicht mehr kommen, ohne das sie den Vorstoß ursächlich aufhalten.

Grüße Explorer

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Irlmaiertonne

BBouvier, Freitag, 31. August 2018, 08:06 vor 817 Tagen @ Pferdchen 1801 mal gelesen

bearbeitet von BBouvier, Freitag, 31. August 2018, 08:31

Hallo, Pferdchen!

Du solltest Dich mal von den Vorstellungen trennen,
die Bekh, Berndt, Bouvier & Co. vor 40 bis 50 Jahren
gutgläubig auf Basis der Lügenmärchen Irl-Adlmaiers
entwickelt haben.

Von wegen:
"Die verbrecherische Sowjetunion überfällt überraschend
mit einem Hagel Atombomben die friedliebenden USA
und stößt mit ihren Panzerarmeen Richtung Frankreich vor,
um den Endsieg des Kommunismus herbeizuführen."

<"Was sollte das auch in echt sein - "Feuerzungen" aus K. nach Westen,
Nordwesten und Süden?
"> (BB: Als Atomraketen??)

Der Waldvierteler nämlich zum Meteoritenhagel:
"Von Osten her nähern sich weiße Lichtpunkte am Himmel, so,
als ob die Sterne fallen.
Sie verfärben sich gelblich, rötlich, violett.
Dann kommt ein Sturm auf.
Die Felder brennen. Die Gartenzäune, das Nutzholz,
das an der Ostseite der Häuser gelagert ist...
Dabei handelte es sich ... um eine Art Glut wie Millionen
weißglühende herabfallende Leuchtkugeln die, sich über gelblich,
dann rötlich färbend, im Osten beginnend zu Boden fiel.
"

" Warum sollte man im letzten Jahrhundert
keine Ahnung von Impaktoren gehabt haben?
"

Genauso könnte ich fragen:
"Warum sollte man im letzten Jahrhundert
noch keine Ahnung vom WWW gehabt haben? :confused: "
=>
Bis vor nur wenigen Jahren noch rätselte
die gesamte Zunft der Wissenschaft, was wohl
1908 in Tunguska wie eine Atombome detoniert sein könnte??
Aber das ist Menschen unter 40 offenbar nicht bewußt.
Und auch Irlmaier hat sich damals nur eine "Atombombenrakete"
gut denken können ... woraufhin sich seine irrige "Erklärung"
offenbar derart als fixe Idee in den Köpfen der Leser festgesetzt hat,
daß sie außerstande (teile auch unwillens) sind, darüber
mal vernünftig nachzudenken.

"... dann hat's halt nicht der unglaubwürdige Irlmaier gesagt,
sondern der glaubwürdige Rill:
Warum um alles in der Welt sollten solche mickrigen Flüsschen
wie Isar (also bitte, durch die Isar bin ich bei Niedrigwasser schon
durchgewatet) und Inn ein Hindernis für einfallende Russen sein?
"

Nein, das hat er nicht!
Da hast Du nur die Erklärung nicht verstanden:

1.
Ob der "Franzose" so einen "russischen Krieg" nur auf Basis
der bigotten Ammenmärchen frz. Nonnen und Hausfrauen des 19. Jahrhunderts
repetiert (wie dort auch einen "Antichristen"), ist doch völlig unsicher!
Bei den frz. "Prophezeiungen" scheitern die Russen - weil GOTT selbst eingreift -
wenn sie am Rhein sind ... und hier eben an der Donau:
Temporal!
Und nicht wegen des Rheins oder wegen der Donau.

2.
Noch einmal.
Rill sagt:
"im Süden bis Chiemgau, und die Berge sollen von da
(temporal: ab dann!! - aber auch das hat Irlmaier nicht gerafft! - :-D )
Feuer speien, und der Russe soll alles zurücklassen an Kriegsgerät.
Bis zu Donau und Inn wird alles dem Erdboden gleich gemacht und vernichtet
."

Nämlich:
Wenn (temporal!) die Russen bis zur Donau gekommen sind,
dann (!) speien die Berge (wohl die Böhmens - die dortige Caldera) Feuer,
und die Russen würden dann (!) scheitern.
Da Rill den Grund der lokalen "Vernichtung bis zur Donau" nicht kennt,
vermutet er "Kriegsgeschehen":
=> "wird dem Erdboden gleich gemacht"
Ganz so, als würden die bösen Russen sinnfrei aberhunderte Bomben
schachbrettartig in die Landschaft zwischen Erfurt-Dresden-Passau-Ulm kippen. *gg*

Und auf dieser Basis fabuliert Irlmaier:
"(Die Russen) müssen alle nach Norden.
(weil er nämlich irrig vermeint, Rill hätte gesagt,
die Berge des Chiemgaues im Süden (!) - die würden Feuer speien!)
Was sie bei sich haben, schmeißen sie alles weg...
... südlich vom blauen Wasser (blaue Donau) kommen sie nicht
."

Siehe dazu auch hier:
=>
https://schauungen.de/forum/index.php?id=31342

und hier:
=>
https://schauungen.de/forum/index.php?id=31318

Irlmaiers Vorlage Rill:
Was sie bei sich haben, schmeißen sie alles weg.
Irlmaierecho:
Die Russen lassen alles Kriegsgerät zurück.

Irlmaier:
=>
:tonne:

Gruß,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Ganz genau!

Ranma, Samstag, 01. September 2018, 03:19 vor 817 Tagen @ BBouvier 1585 mal gelesen

Hallo!

Bis vor nur wenigen Jahren noch rätselte
die gesamte Zunft der Wissenschaft, was wohl
1908 in Tunguska wie eine Atombome detoniert sein könnte??

Ganz genau. Es gab nämlich mehrere Forschungsexpeditionen dorthin und die befanden wieder und wieder, daß es sich nicht um einen Einschlag aus dem Weltraum handeln konnte. Deshalb begann man andere Theorien aufzustellen. Man stellt sich zwar vor, daß ein Einschlag aus dem Weltraum große Verwüstungen anrichtet, die dann grob so aussehen wie 1908 ein Waldstück in Tunguska, aber bei näherer Untersuchung wurde immer festgestellt, daß das Tunguska-Ereignis in den Einzelheiten von so einem Szenario abweicht. Vor allem wurde dort niemals ein auch noch so kleines Stückchen Material aus dem Weltraum gefunden! Deshalb spekulierte man schließlich über solche Dinge wie ein frühes russisches Kernspaltungsexperiment, auf das sich die Machtübernahme durch die Kommunisten in der Form auswirkte, daß sämtliches Wissen darüber verlorenging. Eine weitere, zugegebenermaßen abstruse, Spekulation ist, daß eine spätere, nordamerikanische Atombombe durch ein Loch in der Zeit gefallen wäre und schließlich 1908 in Tunguska detonierte. Solche Spekulationen sind entstanden, weil man den von vielen Wissenschaftlern vermuteten Einschlag aus dem Weltraum durch näherere Untersuchungen vor Ort ausschließen konnte.

Gruß,
Ranma

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Erste Atomraketen

Taurec ⌂ @, München, Freitag, 31. August 2018, 08:13 vor 817 Tagen @ BBouvier 1741 mal gelesen

Hallo!

Irlmaier, der womöglich tatsächlich (!) gesehen hat, daß Landau
durch eine "Feuerzunge" vernichtet wird, denkt sich als Erklärung
eine "Atombombenrakete" zurecht - schließlich hatte er von
Impaktoren damals noch keinen blassen Schimmer.

Bitte mal in die Geschichte schauen!
Atomraketen wurden erst im Laufe der Fünfziger entwickelt und Ende der Fünfziger in Europa stationiert.
Das paßt nicht unbedingt zu Adl-/Irlmaiers Naherwartung "Krieg 1950 oder eben ein Jahr später oder eben ein Jahr später...".

Zudem geht aus dem Satz bei Adlmaier doch überhaupt nicht hervor, was der Verfasser sich unter Feuerzungen vorstellte. ;-)

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“

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Feuerzungen und Hauptquartier

Taurec ⌂ @, München, Freitag, 31. August 2018, 08:03 vor 817 Tagen @ Pferdchen 1688 mal gelesen

Hallo!

Hm. Wenn die Feuerzunge auf Landau als echte Schau erachtet wird, hat hier dann noch keiner versucht, den Ursprung der Feuerzungen ("K.") zu eruieren? Ich hab das mal gemacht, als ich mich vor einigen Jahren zum ersten mal mit Irlmaier beschäftigt habe, und zwar so:

Das haben wir durchaus schon durch, mit dem (für mich) wesentlichen Ergebnis:

1. Wenn es heißt "von K. aus", so ist damit eher "aus Richtung Ks." gemeint, aber nicht zwingend "aus K. heraus". Die Feuerzungen fliegen also eher von Irlmaier Salzburger Standort aus betrachtet von jenseits Ks. herkommend über K. hinweg, starten aber nicht dort.

2. Wenn es heißt "Ich sehe sie wie Kometenschweife.", so ist davon auszugehen, daß es Meteoriten oder ähnliches waren, nicht zuletzt weil Raketen allenfalls beim Start, nicht aber beim Fluge in großer Höhe wie "Kometenschweife" aussehen. ⇒ Irgendwo hinter K. zerplatzt ein Impaktor, dessen drei Teile über Europa hinwegfliegen, eines aber aufgrund kürzerer Bahn in Bayern einschlägt.

3. Wenn es heißt "einmal geht eine Zunge zu kurz", so bedeutet das nicht "kürzer als geplant", sondern "im Vergleich zu den anderen beiden kürzer". Woher will der Seher den wissen, welche abstrakten Zielpläne des (vermuteten!) Raketenangriffs der unbekannte Aggressor im Hinterkopf hatte? ;-)

Das ganze harmoniert merkwürdigerweise mit dem Waldviertler, der während des Funkenregens die Bodenerschütterung eines fernen Einschlags wahrnahm und im Epilog der Schau etwas von einem Raketenangriff der Russen auf die BRD als Kurzschlußreaktion hörte. Nun kann man sich überlegen:

  • War die Bodenerschütterung die in Südbayern einschlagende Feuerzunge? Ein größerer Meteorit, der mit dem Funkenregen daherkommt?
  • Ging bei den Russen selbst ein Meteorit nieder, den sie aufgrund angespannter Weltlage mit einem westlichen Angriff verwechselten?
  • Beruhte die Radiomeldung, die der Waldviertler in der Schau hörte, gar selbst auf einer Verwechslung des Westens, der den Einschlag in Bayern für einen russischen Raketenangriff hielt und im Radio vermeldete?
  • Die unwahrscheinlichste Variante: Der russische Raketenangriff selbst entspricht Irlmaiers "Feuerzunge", was ich aber ausschließe.

Daß die Sache dennoch komplett erstunken und erlogen ist, sollte man dennoch in Betracht ziehen, allein weil sie zuerst bei Adlmaier vorkommt.

Dann war da noch irgendwas mit einer nordwärts ausgerichteten Kirche mit rotem Dach an einem Hügel.

Das halte ich für eine fingierte Aussage Adlmaiers. Der gesamte russische Feldzug bei Irlmaier dürfte erfunden sein, nachdem es sich um eine neuzeitliche Variante von "Gog und Magog" handelt. Der apokalyptische Schlagabtausch, den man noch während des kalten Krieges aufgrund der mit der Endzeitprophetie verbundenen Naherwartung befürchtete, wird ausbleiben.
Insofern sind auch die Spekulationen über die Donau müßig. Ich gehe davon aus, daß es nicht eine einzige echte Schau, von keinem Seher, gibt, die den als hundsgemeinen Überraschungsangriff konzipierten russischen Feldzug insgesamt zeigt.
Indessen gibt es viele "kleine Schauungen", welche Russen an verschiedenen Orten in Deutschland zeigen, so z. B. von der Zahnarztangestellten, die einen russischen Panzer auf einer Kreuzung in einem Münchner Vorort sah, dann die Stuttgarter Lehrerin, bei der Panzer durch einen nahen Autobahntunnel rollten etc. Das können durchaus echte Schauungen über russische "Anwesenheit" in Deutschland sein, wobei sie sich strategisch gewiß nicht an die prophetischen Zuschreibungen halten, die man ihnen andichtet. ;-)

Irlmaiers Hauptquartieraussage steht möglicherweise in Verbindung mit einem "Bruder Adam", der 1949 im engen Kreis Prophezeiung zum Besten gab:
"Hauptsitz der kommunistischen Weltregierung soll nicht Moskau, sondern Bamberg sein."
Das klingt an sich schon recht absurd. Anzunehmen ist, daß Adl-/Irlmaier solchen Unsinn wie vielen anderen dennoch glaubten und in ihr Machwerk einflochten. (Es hätte allerdings über Umwege zu Adlmaier gelange müssen, nachdem mir keine zeitnahe Veröffentlichung des Textes bekantn ist.)
Es hätte womöglich Sinn, ein (ehemaliges) Kloster mit rotem Dach und genordeter Kirche auf einem Berg irgendwo in Oberfanken/Nordbayern zu suchen.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“

Adlmaiers nachwachsende Berge

Ulrich ⌂ @, Germering, Freitag, 31. August 2018, 16:11 vor 817 Tagen @ Taurec 1658 mal gelesen

Hallo Taurec,

Es hätte womöglich Sinn, ein (ehemaliges) Kloster mit rotem Dach und genordeter Kirche auf einem Berg irgendwo in Oberfanken/Nordbayern zu suchen.

Die Irlmaier von Dritten zugeschriebenen Aussagen zum "Hauptquartier" haben sich zwischen 1950 und 1961 gewandelt:

Die beiden ältesten mir bekannten Versionen, beide aus dem Jahr 1950, sind einerseits die Textstelle in "Dieser Mann prophezeit den Krieg" Sonderdruck aus der Sonntagspost Kufstein, 1950, von Bouke R. Veltman und Hans Burgstaller (Editor):

"... und die ‚Roten‘ werden ihr Hauptquartier in einem Kloster mit rotem Dach errichten, dessen Kirche oder Kapelle mit dem Altar nach Norden zeigt.
...
Die Tauben werden ein schwarzes Kästchen oder Paket über dem Hauptquartier der ‚Roten‘ abwerfen, und ‚dann ist alles hin‘. Es wird dort eine Stelle sichtbar sein, wo kein Gras mehr wächst und wo kein Mensch und kein Tier im weiten Umkreis mehr lebt. Tausende Tote ‚sieht‘ er dort liegen, sie sind schrecklich anzuschauen – ‚die Leichen sind schwarz und das Fleisch fällt ihnen von den Knochen.‘"

und andererseits die erste Auflage von Adlmaiers "Blick in die Zukunft":

"Das Hauptquartier beschrieb Irlmeier haargenau, nannte sogar den Namen und zeichnete den ungefähren Punkt auf. Er sagte: ‚Dort ist eine Kirche, in der der Altar nicht nach Osten, sondern nach Norden zeigt.‘
...
Aber dort, wo’s Hauptquartier ist, schmeißens des schwarze Kastl runter, na is alles hin."


Erst 1955, in der zweiten Auflage schreibt Adlmaier in "Blick in die Zukunft":

"Aufs Hauptquartier schmeißens was runter, eine Kirche sehe ich auf einem Berg, der Altar schaut nach Norden, die Kirche sehe ich brennen."

Nun "sieht" Irlmaier also einen Berg, der vorher nicht erwähnt wurde, und "sieht" eine Kirche brennen, wo doch nach Abwurf des schwarzen Kastl, in beiden vorherigen Versionen wörtlich übereinstimmend,"alles hin" ist.
<Spitzfindigkeit ein>
Selbst der Altar "schaut" nun, blöderweise nach Norden, wo er doch nach Süden "schauen" müsste, weil ja die Kirche nach Norden "zeigt".
</Spitzfindigkeit aus>


Erst nach Irlmaiers Tod nennt Backmund 1961 in "Hellseher schauen die Zukunft" das "Naabtal":
"Über die Donau geht der Feind nicht, sondern biegt nach Nordwesten ab, im Naabtal in der Oberpfalz sieht Alois sein Hauptquartier."

Weder "Naabtal" noch "Berg" werden in den beiden Versionen aus dem Jahr 1950 genannt!

another ( https://schauungen.de/Forumsarchive/forum53379/messages/885.htm ) zitierte am 19. Dezember 2000 "Heinrich Bauer":

" 'Aufs Hauptquartier schmeissens was runter, eine Kirche sehe ich auf einem Berg, der Altar schaut nach Norden, die Kirche sehe ich brennen.'
Erklärung: Es gibt eine grosse Zahl Kirchen, bei denen der Altar nach Norden zeigt, z.B. in München. Es gibt aber nur sehr wenige solcher Kirchen auf einem Berg!
Dr. N. Backmund hat nach mehreren Gesprächen mit Dr. C. Adlmaier und Irlmaier in seinen Büchern berichtet, Irlmaier sähe das Hauptquertier im Naabtal. Ich habe jahrelang im Raum Kassel - Göttingen danach gesucht. Erst als ich tagelang den 'Dehio' durchgeblättert habe fand ich die Wallfahrtskirche Habsberg auf dem 621m hohen Habsberg, 13km östlich von Neumarkt in der Oberpfalz; ihr Altar zeigt genau nach Norden und 5km entfernt liegt:
Das Nato-Übungsgelände Hohenfels!
Mit Panzerstrassen, Gebäuden, Tanganlagen... ein ideales russisches Hauptquartier. Und im Osten berührt das Übungsgelände gerade noch das Naabtal (Vils)!"

"... nach mehreren Gesprächen mit Dr. C. Adlmaier und Irlmaier..."?
Selbst der ansonsten eher leichtgläubige Stephan Berndt zweifelt in "Alois Irlmaier. Ein Mann sagt, was er sieht" (S. 201) daran, dass Conrad Adlmaier 1953 gemeinsam mit seinem Sohn Siegfried und Irlmaier zu Norbert Backmund gereist sei, zumal Backmund nur Adlmaiers Besuch bestätigen konnte, da Irlmaier es ja - angeblich - vorzog, sich vorher absetzen zu lassen (was wiederum nur Adlmaiers Sohn bestätigen konnte), die Begegnung Backmund mit Irlmaier also tatsächlich nicht zustande kam.

Liest "Heinrich Bauer" hier noch mit (im Juli 2014 nahm er am Forumtreffen teil) und kann Licht ins Dunkel bringen?

bavaricus schrieb am 4. April 2010 ( https://schauungen.de/Forumsarchive/216.194.92.47/messages/30676.htm ), daß es sich seiner Meinung nicht um Habsberg, sondern um Amberg-Mariahilfberg handelt: "ist auf Berghang, die Kirche steht eher schräg nach Nordwesten, es gibt Klostergebäude mit roten Dächern"

Vielleicht will randomizer die Frage beantworten, ob angesichts der schwierigen schmierigen Quellen die Frage statt "welche Kirche?" nicht eher "welches Hauptquartier?" heißen sollte, denn 1961 in der dritten Auflage von "Blick in die Zukunft" wurde die Vernichtung des "Hauptquartiers" vollständig aus dem Text gestrichen und erst wieder von Wolfgang Johannes Bekh wiederbelebt und zombifiziert.

Gruß
Ulrich

Mißverständlich formulierte Sätze zur Lage des Altars!?

Adler @, Freitag, 31. August 2018, 17:41 vor 817 Tagen @ Ulrich 1617 mal gelesen

Lieber Ulrich,

falls ich richtig gelesen habe, ist die nachfolgende Teilmitteilung von Dir geäußert worden:

<Spitzfindigkeit ein>
Selbst der Altar "schaut" nun, blöderweise nach Norden, wo er doch nach Süden "schauen" müsste, weil ja die Kirche nach Norden "zeigt".
</Spitzfindigkeit aus>

Allerdings möchte ich Dich auf folgendes aufmerksam machen: Aus allen in Deiner Mitteilung zitierten Textstellen kann entnommen werden, daß eine Kirche mit einem im Norden dieser Kirche befindlichen Altar gemeint ist, wenn von den mißverständlichen Formulierungen abgesehen wird. Zumindest fasse ich diese Textstellen in der eben erwähnten Weise auf. Wie soll denn auch ein Altar nach Norden bzw. Süden schauen bzw. zeigen? Es befindet sich auf dem Altar höchstens eine Figur vom gekreuzigten Jesus, die nach Norden schaut bzw. zeigt.


Gruß

Adler

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Norden passt schon

offtopic, Freitag, 31. August 2018, 19:19 vor 817 Tagen @ Ulrich 1619 mal gelesen

Hallo Ulrich,

"... und die ‚Roten‘ werden ihr Hauptquartier in einem Kloster mit rotem Dach errichten, dessen Kirche oder Kapelle mit dem Altar nach Norden zeigt.

Das liest sich für mich durchaus als "Kirchenaltar nach Norden zeigt", es ist sprachlich jedoch sehr ungeschickt ausgedrückt, so daß der Eindruck entstehen kann, beides zeige nach Norden. Besser und eindeutiger wäre wohl gewesen: "..., dessen Kirchen- oder Kapellenaltar nach Norden zeigt."

Daß Adlmeier gerne den Text der Ausgaben ändert, ist meiner Meinung nach einem geschickten Verkaufstrick zurückzuführen. Man kann bei dem gewieften Geschäftsmann Adlmeier und dem des Betrugs nicht abgeneigten Irlmaier, der ja etliche Verurteilungen dahingehend vorweisen konnte, durchaus sagen, daß sich da die zwei Richtigen gefunden haben.

Zuerst wird eine Aussage gemacht, die in einer neuen Auflage verändert wird und Teile weggelassen werden, nur um dann in einer weiteren Auflage, beides wieder zusammengemischt als "neueste Erkenntnisse schlüssig für den Leser zusammengefaßt" an den Mann zu bringen.

Für die etwas kritischeren Geister sorgte Irlmaier vor, indem er immer wieder betonte, dass der Krieg unmittelbar bevorstünde, es jedoch die Menschen nicht glauben würden. Wer will schon zur dummen Seite gehören, die davon wußten und sich nicht auf dem Laufenden hielten? Natürlich keiner. Und so entstand ein sich gut verkaufendes Geschäftsmodell, denn wer würde einen Seher, der durchaus respektable Treffer vorwies, derart anzweifeln?

Trotz der Arbeit dieses Forums geistern selbst im Gelben noch immer die abstrusesten "Schauungen" durch die Gegend, da verwundert es nicht, daß hier immer wieder Leute auftauchen, um alte Kamellen neu aufzukochen. Haben die meisten erst mal eine Meinung zu einem Thema, lassen sie diese auch nicht wieder los. Unser Gaunerpaar wußte das vorzüglich auszunutzen und so verbraten auch 60 Jahre nach Irlmaiers Tod immer noch Menschen ihre Lebenszeit, Energie und ihr Geld für die Vorsorge auf einen Krieg, der einfach nicht kommen mag.

Grüße

OT

PS: die sprachliche Unschärfe mag sogar bewußt herbeigeführt worden sein, immerhin wartete man dann sehnlichst auf eine neue Ausgabe, in der Hoffnung auf Klärung.

Aus den von Dir zitierten Textstellen herauslesbare Informationen

Adler @, Samstag, 01. September 2018, 23:20 vor 816 Tagen @ Ulrich 1605 mal gelesen

bearbeitet von Adler, Samstag, 01. September 2018, 23:32

Lieber Ulrich,

Nun "sieht" Irlmaier also einen Berg, der vorher nicht erwähnt wurde, und "sieht" eine Kirche brennen, wo doch nach Abwurf des schwarzen Kastl, in beiden vorherigen Versionen wörtlich übereinstimmend,"alles hin" ist.

Auf dem ersten Blick scheinen sich die Angaben "brennende Kirche" und "alles ist hin" zu widersprechen. Jedoch läßt sich dieser vermeintliche Widerspruch auflösen, wenn der folgende Teil einer Deiner zitierten Textstellen herangezogen wird:
Die Tauben werden ein schwarzes Kästchen oder Paket über dem Hauptquartier der ‚Roten‘ abwerfen, und ‚dann ist alles hin‘. Es wird dort eine Stelle sichtbar sein, wo kein Gras mehr wächst und wo kein Mensch und kein Tier im weiten Umkreis mehr lebt. Tausende Tote ‚sieht‘ er dort liegen, sie sind schrecklich anzuschauen – ‚die Leichen sind schwarz und das Fleisch fällt ihnen von den Knochen.‘

Aus dem obigen Teil läßt sich nachfolgende Erklärung für den Ausdruck "alles ist hin" entnehmen:
Mit Hilfe des Kästchens wird (hauptsächlich) alles Biologische bzw. alles Leben vernichtet.
Damit ist aber nicht ausgeschlossen, daß mit diesem Kästchen nicht eventuell nebenbei auch Gebäude beschädigt, in Brand gesetzt oder zerstört werden können. Folglich kann also beim Abwurf dieses Kästchens durchaus die Kirche zusätzlich in Brand gesetzt werden.

Vielleicht will randomizer die Frage beantworten, ob angesichts der schwierigen schmierigen Quellen die Frage statt "welche Kirche?" nicht eher "welches Hauptquartier?" heißen sollte,...

Mit Bezug auf Deine obige Teilmitteilung läßt sich Deine dort gestellte Frage ebenfalls lösen: Aus Deinen zitierten Textstellen ist nämlich ersichtlich, daß das russische Hauptquartier nicht mit der Kirche, sondern mit dem Kloster identisch ist. Dabei befindet sich diese Kirche auf dem Gelände des Klosters.


Gruß

Adler

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"anerkannte Seher" ?? :-))

BBouvier, Sonntag, 26. August 2018, 20:56 vor 822 Tagen @ Pferdchen 2073 mal gelesen

<"Irlmaier ... persona non grata im Reigen der anerkannten Seher.">


Hallo, Pferdchen!

Welche anerkannte (= bekannte) Seher denn wohl?? :rotfl:
=>
https://schauungen.de/forum/index.php?id=38629

Da hat nämlich ein Betrüger vom anderen abgeschrieben und nur allzuoft
auch noch eigenes hinzugedichtet.
Dieser Lernprozeß mag ein wenig schmerzhaft sein, jedoch ist er
unumgänglich, will man denn nicht in mäusehafter Schreckstarre
sein halbes Leben damit verbringen, den weit aufgerissenen
Rachen einer überhaupt nicht existierenden Schange zu fixieren.

<"Wo ungefähr im Forum kann ich das Damaskusgeschehen
der Irlmaierverfolger rekonstruieren?
">

Hier:
=>
https://schauungen.de/forum/index.php?mode=search&search=Irlmaierecho
https://schauungen.de/forum/index.php?mode=search&search=Irlmaierplagiat&search_submit=Suche&method=0

Denn das saubere Betrügerpaar Irl-Adlmaier plagiiert doch geschäftstüchtig nur
die (oben im ersten Scharnier aufgeführten) alten "Prophezeiungen". (= Lügen/Betrügereien)
https://schauungen.de/forum/index.php?id=35885
=>
:tonne:

Gruß,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Anerkannte Seher

Pferdchen, Dienstag, 28. August 2018, 17:25 vor 820 Tagen @ BBouvier 1794 mal gelesen

Hallo BB :waving:

<"Irlmaier ... persona non grata im Reigen der anerkannten Seher.">

Hallo, Pferdchen!

Welche anerkannte (= bekannte) Seher denn wohl?? :rotfl:
=>
https://schauungen.de/forum/index.php?id=38629

Nein, den Lügenkanon meinte ich nicht. Mit anerkannten Sehern meinte ich alles, was in der Quellensammlung grün gekennzeichnet ist. :lol2:

Gruß,
Pferdchen

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"anerkannte Seher" ?

BBouvier, Dienstag, 28. August 2018, 18:22 vor 820 Tagen @ Pferdchen 1809 mal gelesen

bearbeitet von BBouvier, Dienstag, 28. August 2018, 18:31

<"Mit anerkannten Sehern meinte ich alles,
was in der Quellensammlung grün gekennzeichnet ist
.">

Hallo, Pferdchen! :waving:

Ach-so! :-)

Ja, bei diesen gehen wir (!) davon aus, daß die von ihnen
gesehenen Bilder sich (einst) womöglich und in etwa als valide herausstellen könnten.
Es handelt sich dabei eben nicht um den in Büchern publizierten
europäischen "Prophezeiungsschrott", auf dem das Betrügergespann
Irl-Adlmeier fußt und sich genährt hat.
----------------------------------------------------------------
Eingetroffen ist beispielsweise Barionas Schau
Einschub:
(auf US-Besatzer- und Schlichtsprech: "die Schau von Bariona"
... siehe dazu hier einige Bemerkungen zum "Vonitiv":
=>
http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfisch-verwirrender-vonitiv-a-408644.html
... die Farbe von seinen Augen
... Dutzende von Ertrinkenden gerettet
... Mörder von Baby verurteilt ... so neulich die BILD
)

hier untig, bitte:
=>
https://schauungen.de/forum/index.php?id=32286

Die Anerkennung tritt jedoch (s. Bariona) wohl erst ein,
nachdem sich gesehene Bilder als treffend herausgestellt hatten.

Grüße!
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Europäischer Prophezeiungsschrott

Pferdchen, Dienstag, 28. August 2018, 20:30 vor 820 Tagen @ BBouvier 1800 mal gelesen

Hallo BB,

Es handelt sich dabei eben nicht um den in Büchern publizierten
europäischen "Prophezeiungsschrott", auf dem das Betrügergespann
Irl-Adlmeier fußt und sich genährt hat.


Wenn beim Prophezeiungsschrott einer vom anderen abgeschrieben hat, wer oder was ist dann der Ursprung von all dem?

Gruß,
Pferdchen

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Wiederholt umgewälzter Weissagungsstoff

Taurec ⌂ @, München, Dienstag, 28. August 2018, 21:32 vor 820 Tagen @ Pferdchen 1890 mal gelesen

Hallo!

Wenn beim Prophezeiungsschrott einer vom anderen abgeschrieben hat, wer oder was ist dann der Ursprung von all dem?

Die Sache ist an die 2000 Jahre alt und hat sich wie ein rotierender Zementmischer über Jahrhunderte in den Volksmündern herumgewendet, um nicht auszutrocknen und durch neue, zeitaktuelle Beigaben stets frisch zu bleiben.

Ausgangspunkt war die frühchristlich-nahöstliche Propheziung der Wiederkunft Christi und des nahen Weltendes. Um diesen Punkt herum wurden nach und nach neue und stets abgewandelte Motive konstruiert, um die Apokalypse sich möglichst schröcklich gestalten und durch allerhand Vorzeichen möglichchst in der jeweiligen Gegenwart schon ankündigen zu lassen. Es entstanden unsere noch heute beliebten und gerne zum Besten gegebenen Schlager und Schwänke, die auf keiner Party fehlen dürfen:

  • der Antichrist
  • die Verfolgung der Kirche in der Endzeit
  • der Engelspapst
  • Der große Monarch, wahlweise auch als bescheidener Bauernkaiser, um wie der heilige Franz von Assisi mit Armutsgelübde noch päpstlicher als der Papst zu sein ⇒ ein wahrer christlicher Weltherrscher!
  • die Völker Gog und Magog aus Asien, vulgo die Türken, vulgo die Russen, ...
  • Die Endschlacht, die ursprünglich im heiligen Land stattfinden sollte, dann aber der bequemeren Anreise wegen nach Westfalen verlegt wurde.
  • die dreitägige Finsternis und Reinigung der Erde von den Bösen
  • Kaiserkrönung
  • das "goldene Zeitalter" mit Restauration der Kirche usw.

Viele damit verbundene Elemente wie der "Überrschungsangriff", die Wirtschaftskrise vor dem Krieg ("Teuerung" in der Offenbarung), Bürgerkriege ("Bruder gegen Bruder"), diverse Vorzeichen in der Natur (Irlmaiers Erdbeben vorher, womöglich gar der "Kältesommer"), die Dämonen während der Finsternis, davon ausgehend als Verweltlichung der "giftige Odem" und "Staubtod" haben sich, immer weitere Arabesken treibend, in der Volksphantasie herausgebildet, wobei gar nicht auszuschließen ist, daß in einzelnen Fällen jemand eine echte Visionen hatte. Nachdem die Leute den Prophezeiungen stets unbesehen glaubten, wurden solche mutmaßlichen Schauungen mit den prophetischen Motiven ausgedrückt und damit wohl in den meisten Fällen unkenntlich gemacht.

Der Ursprung ist die von mir immer angeprangerte Naherwartung. Der ganze Weissagungsstoff ist als Kulturgut unseren Märchen zu vergleichen mit einem (neben vielen anderen) wesentlichen Unterschied: Während die Märchen in einer unbestimmten, fiktiven Vergangenheit Allgemeingültiges erzählen, liegen die Prophezeiungen in einer näheren, aber unbestimmten Zukunft, sind als reale Ereignisse aber genauso unwahr.
Die Frage ist, ob man den Prophezeiungen darüber hinaus etwas Allgemeingültiges abgewinnen kann, was mir durchaus zweifelhaft erscheint. Was wäre die Moral der Geschichte?

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“

Taurec

Pferdchen, Mittwoch, 29. August 2018, 15:36 vor 819 Tagen @ Taurec 1804 mal gelesen

Hallo Taurec,

Der Ursprung ist die von mir immer angeprangerte Naherwartung. Der ganze Weissagungsstoff ist als Kulturgut unseren Märchen zu vergleichen mit einem (neben vielen anderen) wesentlichen Unterschied: Während die Märchen in einer unbestimmten, fiktiven Vergangenheit Allgemeingültiges erzählen, liegen die Prophezeiungen in einer näheren, aber unbestimmten Zukunft, sind als reale Ereignisse aber genauso unwahr.
Die Frage ist, ob man den Prophezeiungen darüber hinaus etwas Allgemeingültiges abgewinnen kann, was mir durchaus zweifelhaft erscheint. Was wäre die Moral der Geschichte?

Wie interessant ist das denn! Da muss ich drüber nachdenken. Der Vergleich mit den Märchen ist jedenfalls zutiefst inspirierend.

Nur zur Begriffsklärung, damit wir dieselbe Sprache sprechen: Was genau meinst du mit "allgemeingültig"? Ich komme aus dem mathematisch-technischen Bereich und verstehe Allgemeingültigkeit nur im Sinne der Aussagenlogik. Und das krieg ich das grade nicht in den richtigen Zusammenhang mit Märchen.

Gruß
Pferdchen

Märchen/Prophs

Walle @, Donnerstag, 30. August 2018, 08:39 vor 818 Tagen @ Pferdchen 1675 mal gelesen

Hallo Pferdchen,

viele Märchen haben einen wahren Kern, der durch die mündliche Überlieferung sich veränderte.
Märchen aus dem Schwarzwald sind oft ähnlich der Märchen aus dem Harz, Riesengebirge oder Eifel.

Alle Riesen, Zwerge, Berggeister basieren auf der vorherrschenden Landschaft und der täglichen Arbeit (Bergbau) und der gesellschaftlichen Struktur (Adel/Bürger...)

Seefahrtsmärchen sind genauso zu betrachten.

Diese Märchen wurden durch Kaufleute und Wandergesellen weiter erzählt. Sie sind "Wandermärchen".

Bei den Prophs ist es ähnlich. Bloß, das dazu noch der kirchliche Aspekt dazu kommt.
Je nach Laune, des Pastors, oder der Kurie, wurden Texte der Bibel ausgewählt, um den Leuten Gottesfurcht einzutrichtern.
Um so Gottesfürchtiger, umso mehr Kollekte.
Weltuntergang und Höllenfeuer, waren da schon mal ein gutes Mittel.

Bsp:
Oma ist Sonntags in der Kirche. Der Pastor erzählt was aus der Offenbarung und Oma erzählt den kleinen Kindern, abends beim einschlafen, die Predigt.
Schmückt sie noch etwas aus und zack, hat sich diese verändert.
Wenn diese Geschichte zB. einem durchreisenden Schäfer erzählt wird, bekommen wir eine Wanderproph.

Geschichten aus der Bibel.
Die Texte aus dem AT sind viel älter als das Judentum. Viele basieren auf Babylon, oder noch davor und wurden mündlich weiter gegeben.
Die Sintflut ist für mich eine Geschichte, die nach meinem bisherigen Wissen in allen Völkern auftaucht. Demnach, gab es irgendein globales Unglück, bzw. die Überlebenden einer regionalen Katastrophe, haben diese Geschichte, global verbreitet.

Moses und das Weidenkörbchen, ist zb. nicht jüdisch, sondern älter.
Moses, als Figur, wurden von jüdischen Nomaden erschaffen, um eine Art König Artus zubekommen. Einen, der alle vereinigt und rettet.

Zu Zeiten Pharao Amoses, lebten die jüdischen Nomaden im ägyptischen Staatsgebiet und vermehrten sich gut. Amoses/Amosis vertrieb sie. Schutz bot den flüchtigen Nomaden das Reedmeer (Schilfgürtel am Roten Meer), wohin die Kavallerie und schwere Soldaten nicht hinein kamen. Anschließend versteckten sie sich eine Generation in der Wüste, bis "Gras über die Sache gewachsen war" und sie Ihre Verluste wieder ausgeglichen hatten.
Der Weg Überlebenden in das gelobte Land, war ja kein Spaziergang und wurde zum Teil auf mit Gewalt geklärt.

Lange Rede kurzer Sinn, aus "Unter der Herrschaft von Amosis vertrieben" wurde "Unter Moses erreichten wir das gelobte Land"
Rest der Geschichte.

Beim NT basieren viele Lehren auf den Buddismus.
Dieser wurde über die Seidenstr. eingebracht.

Der Koran basiert auf Erzählungen des AT und NT, die nur gehört und weiter erzählt wurden und irgendwann später mal aufgeschrieben. Irgendwo im Koran steht, das die Muslime, die ehren sollen, die die Schrift beherrschen. Demnach gab es nicht so viele Schriftgelehrten.
Es ist trotzdem faszinierend, was ein unbelesener, bzw. nicht gut ausgebildeter Mensch mit Rhetorik und Charisma erreichen kann, aber das hatten wir in Deutschland ja auch schon mal.

Gruß
Walle


Hexenverbrennung, Inquisition, Kreuzzüge

Wir wissen wie man feiert
Ihre Kath.-Kirche

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Märchen, Mythen, Endzeitmythen

Taurec ⌂ @, München, Donnerstag, 30. August 2018, 14:07 vor 818 Tagen @ Pferdchen 1877 mal gelesen

bearbeitet von Taurec, Donnerstag, 30. August 2018, 15:05

Hallo, Pferdchen!

Zum "Allgemeingültigen" in Märchen:

Märchen kommt durchaus eine "pädagogische" Funktion zu, weswegen es wichtig ist, sie Kindern zu erzählen, inklusive der gewalttätigen Elemente (Bauch aufschneiden, Hexe in den Ofen).
Ähnlich wie die Todesstrafe und öffentliche Hinrichtungen früher kein Zug primitiver Grausamkeit waren, sondern Zeichen des Waltens einer allgemeine Gerechtigkeit und daß "kein Blut auf dem Land bleibe", sind solche Elemente Symbole der Herstellung einer höheren, allgemein sichtbaren Gerechtigkeit und werden häufig von Autoritätspersonen (Jäger etc.) durchgeführt.
Die Märchen sind durchzogen von menschlichen Archetypen, typischen Lebenskonstellationen und Abwegen, für die es bisweilen ausgefallene und die Sache zu einem guten Ende bringende Lösungen mit tieferer Weisheit gibt. Sie spannen in der Seele ein moralisches und soziales Grundgerüst auf, das allgemeingültig ist, und stellen wohl eine Art geistige Impfung dar.

Sehr töricht wäre es, diese Geschichten konkret aufzufassen und sich z. B. zu fragen, in welchem Königreich wohl Schneewittchen gespielt hätte. ;-) Das ginge an der Ratio der Märchen vorbei.
Andere suchen nach den historischen Camelot, nicht eingedenk, daß es sich auch bei Sagen und Mythen um eine Art "großes Märchen" handelt.
In modernen Varianten werden diese archetypischen Strukturen im "Herrn der Ringe", im "Krieg der Sterne" oder "Matrix" erzählt, die durchaus eschatologische Elemente enthalten.
Die Endzeitmythe ist davon nicht sehr verschieden. Im Gegensatz zu den Mythen, auf die sich andere Völker zurückführen, haben sich die Religionen der magischen Kultur aber einen Gründungsmythos geschaffen, der sich nicht aus der Herkunft ableitet, sondern die Gemeinschaft auf ein in der Zukunft liegendes "Heldenalter" ausrichtet, auf welches hin das spirituelle Leben im wesentlichen bezogen ist. Nur die Rechtgläubigen, die "in Christus leben", werden in dieser Zeit erlöst werden. In Zusammenwirken mit den Glaubenssätzen und Geboten ist das durchaus eine Märchen und Mythen vergleichbare "Lebenshilfe".
Entscheidend ist aber: Die Endzeit darf überhaupt nicht eintreffen, weil sie dann als spirituelle Klammer wegfallen würde. Zugleich muß sie irrational stets in nächster Zukunft dräuen, so daß man die Befolgung der Gebote und Bekehrung zum rechten Glauben nicht mehr auf später aufschieben kann, um sich in der Gegenwart wie Sau zu verhalten. Bestenfalls werden "Gnadenfristen" gewährt, wenn ein Datum nicht eintrifft, um die letzten Sünden abzulösen.

Die Schattenseite ist, daß mit den Prophezeiungen eine Reihe Vorzeichen transportiert wird (z. B. Antichrist im äußersten Rußland geboren o. ä.), die aber aber ebenso irreal und ohne Entsprechung in der konkreten Welt sind wie die böse Stiefmutter bei Schneewittchen. Diese Vorzeichen sind auch gar nicht dazu gedacht, in der Welt verifiziert und als Strichliste des Eintreffens abgehakt zu werden, sondern um dem Zuhörer zu verstehen zu geben, daß die Zeit dränge und er mit sich in die Pötte kommen müsse, weil die Helden- und Antihelden der Endzeit bereits irgendwo auf Erden wandelten.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“

Archetypisches in Wandlung?

rauhnacht @, Freitag, 31. August 2018, 20:13 vor 817 Tagen @ Taurec 1643 mal gelesen

Hallo Taurec,


Zum "Allgemeingültigen" in Märchen:

Märchen kommt durchaus eine "pädagogische" Funktion zu, weswegen es wichtig ist, sie Kindern zu erzählen, inklusive der gewalttätigen Elemente (Bauch aufschneiden, Hexe in den Ofen).
Ähnlich wie die Todesstrafe und öffentliche Hinrichtungen früher kein Zug primitiver Grausamkeit waren, sondern Zeichen des Waltens einer allgemeine Gerechtigkeit und daß "kein Blut auf dem Land bleibe", sind solche Elemente Symbole der Herstellung einer höheren, allgemein sichtbaren Gerechtigkeit und werden häufig von Autoritätspersonen (Jäger etc.) durchgeführt.
Die Märchen sind durchzogen von menschlichen Archetypen, typischen Lebenskonstellationen und Abwegen, für die es bisweilen ausgefallene und die Sache zu einem guten Ende bringende Lösungen mit tieferer Weisheit gibt. Sie spannen in der Seele ein moralisches und soziales Grundgerüst auf, das allgemeingültig ist, und stellen wohl eine Art geistige Impfung dar.

Ja, so sehe ich das auch.
Wenn ich dann darüber nachdenke, dass "Märchen" aber eben nicht nur in spezifischen Zeitepochen "geschaffen" oder Nachklang fanden, sondern eben auch wieder! fortlaufend in womöglich neuzeitlicher Verkleidung daher kämen......

Wird die eschatologische Überlieferung zu einem durchaus lehrbaren "Märchen". Stets knapp voraus, zwecks der Aufforderung zur Ausrichtung mal " in die Pötte" zu kommen. Sooo sehr unterscheidet sich das doch gar nicht vom dadurch "aufgespannten moralischen und sozialen Grundgerüst" von z.B. Rotkäppchen.

Sehr flapsig und bewusst provokativ: Wenn Rotkäppchen den tugendhaften rechten Weg eben nicht bringt, wird es vom "wilden Wolf" gefressen. Im Märchen kommt dann die Autoritätsperson ( Jäger) und BEFREIT.
Eben das gibt es doch in der Überlieferung nicht nur in eschatologischer Endzeitmhythen, sondern sogar in ALLEN Zyklyn;-Weltenmhythen.

Eine Unterscheidung zum lehrreichen Kern zwischen Märchen und Endzeitüberlieferungen erscheint mir nur bedingt möglich.
Insgesamt ein überaus interessantes Thema.

Auch da bin ich ja am Überlegen.https://schauungen.de/forum/index.php?id=37355

Was ist symbolisch? Nichts desto trotz sind ja "Wölfe" und "Fluten" gefährlich und sollen dann in der "märchenhaften Form" eine "Art geistiger Impfung" dar legen?

Sehr töricht wäre es, diese Geschichten konkret aufzufassen und sich z. B. zu fragen, in welchem Königreich wohl Schneewittchen gespielt hätte. ;-) Das ginge an der Ratio der Märchen vorbei.

Sicher. Die Art des Geschehens aber ist bei Märchen wie bei eschatologischen Überlieferungen schlicht Warnung.

Freundliche Grüße
Rauhnacht

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