Avatar

Wiederkunft Christi, Parusieverzögerung (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Freitag, 15. Dezember 2017, 18:59 vor 1076 Tagen 4490 mal gelesen

Hallo!

DeGard wärmt im Prophezeiungsforum eine 2000 Jahre alte Geschichte wieder auf, die gewiß nie eintreffen wird:

Der prophezeite Krieg und alle prophezeiten Ereignisse, die damit im Zusammenhang stehen, kündigen die Wiederkunft Christi an.

Wenn man sich mal mit dem Thema "Parusieverzögerung" befaßt, stellt man fest, daß Jesus gemäß urchristlicher Auffassung den Jüngern persönlich zu verstehen gegeben hat, sie würden die Ankunft des Menschensohnes (also seiner selbst) und den Anbruch des Gottesreiches selbst noch erleben.

In den ersten Jahrzehnten nach seinem Ableben geriet man also in die Verlegenheit, rechtfertigen zu müssen, warum einerseits immer mehr Christen der ersten Generation ablebten, andererseits das Gottesreich dennoch unmittelbar bevorstünde.

Laut Markus 9,1 sagte Jesus: "Wahrlich, ich sage euch: Es sind einige unter denen, die hier stehen, die den Tod nicht kosten, bis sie das Gottesreich kommen sehen in Kraft."

Das "wahrlich, ich sage euch" bei Markus ist ähnlich ernst zu nehmen wie Aussagen bei Adlmaier, wenn er Irlmaier "ich sehe" oder ähnliches sagen läßt, z. B.: "Ich sehe die Bilder ganz deutlich vor mir, die bösen Zeiten werden bald kommen."Gar nicht!

Es spiegelt aber die Naherwartung der ersten Christen wider. Diese wiederum entahmen sie dem, was sie als authentische Jesusausagen erachteten.

Dem entsprechend finden sich auch bei Matthäus Jesusworte wie: "Wenn sie euch in dieser Stadt verfolgen, so flieht in die andere! Wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet nicht zu Ende sein mit den Städten Israels, bis kommen wird der Menschensohn." (Mt 10,23)

⇒ So schnell können die Jünger gar nicht laufen, daß sie das Gottesreich nicht persönlich noch ereilte. ;-)

Quasi zur Selbstbestätigung der ersten Christen wurden Worte eingeflochten wie bei Markus 13,30: "Wahrlich, ich sage euch: Nicht wird vergehen dieses Geschlecht, bis dies alles geschieht!" ⇒ Das werden ganz sicher noch welche der ersten Leser des Markusevangeliums erleben. Sie müßten nur Geduld haben.

Die synoptischen Evangelien sind wohl alle recht zeitnah ab 70 n. Chr. entstanden, ca. 40 Jahre nach Jesu Tode.

Rund 15 bis 20 Jahre älter sind die Briefe des Paulus. Bereits im 1. Korintherbrief (ca. 55 n. Chr.) mußte er das Problem der ausbleibenden Wiederkunft und des allmählichen Dahinscheidens der ersten Christen erklären. 1. Kor 15,51: "Nicht alle werden wir entschlafen, aber alle werden wir verwandelt werden."

Ähnliches schrieb er bereits im älteren ersten Brief an die Thessalonicher (ca. 50 n. Chr), noch ausführlicher:

1. Thess 4,15-17: "Denn dies sagen wir euch mit einem Wort des Herrn: Wir, die wir leben und zurückgelassen sind für die Ankunft des Herrn, werden keineswegs den Entschlafenen voraus sein. Denn er selber, der Herr, wird zugleich mit dem Aufruf des Herolds, mit dem Kampfruf des Erzengels und dem Schall der Posaune Gottes herniedersteigen vom Himmel, und zuerst werden die Toten in Christus auferstehen; dann werden wir, die Lebenden, die Übriggelassenen, zusammen mit ihnen auf Wolken entrückt werden in die Lüfte, zur Begegnung mit dem Herrn; und so werden wir immerfort beim Herrn sein."

Es gab also schon einige Entschlafene, aber noch genügend Übriggebliebene, daß sich vornehmlich das Verhältnis der Vorausgegangenen zu denen, die es noch erleben sollten, als Problem stellte. Paulus löste es, indem er die bereits Verstorbenen wieder auferstehen ließ, damit diese zusammen mit den lebenden Christen entrückt werden würden. So konnte man es sich noch hinbiegen, daß es paßte.

Ein viel größeres Problem hatte der Verfasser des jüngsten Evangeliums Johannes gegen Ende des ersten Jahrhunderts. Rund 60 bis 70 Jahre nach Jesu Tod war keiner der ersten Generation noch am Leben (oder allenfalls im sehr hohen Greisenalter). Johannes mußte schon ordentlich in die Trickkiste greifen, um Jesus nicht die Unwahrheit sagen zu lassen.

Joh 21,22-23: "Jesus sprach zu ihm: 'Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Du folge mir!' Da verbreitete sich unter den Brüdern das Wort, daß jener Jünger nicht sterbe. Jesus aber hatte zu ihm nicht gesagt, daß er nicht sterbe, sondern: 'Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an?'"

Jesus hat, obwohl er es angeblich gesagt hat, also nicht gemeint, daß der (Lieblings-)Jünger nicht sterbe, sondern lediglich, er wolle, daß er nicht sterbe. Darüber hinaus geht das allerdings niemanden etwas an und man soll gefälligst nicht so blöd fragen. ;-)

Ohne Zweifel war die Wiederkunft Christi für die ersten Jahre nach seinem Tode vorausgesagt, traf aber bekanntlich nicht ein. Es ist wohl davon auszugehen, daß diese Auffassung der ersten Christen nicht von irgendwoher kam. Das Ganze bewegt sich im Rahmen der jüdischen Messiaserwartung. Nun ergeben sich zwei alternative Möglichkeiten:

1. Jesus hat selbst von sich behauptet, er wäre der Messias, würde nicht lange nach seinem Tode wiederkehren und das Reich Gottes beginnen lassen. In diesem Falle lag er schlichtweg falsch und war nicht mehr als ein fehlbarer Mensch, der sich in etwas hineingesteigert hat. Jesus hatte nichts gegen diese Zuschreibung, hat sie sich zumindest durch Duldung selbst angeeignet, wahrscheinlicher aber selbst geglaubt und befeuert.

2. Jesus setzte sich nicht selbst mit dem Menschensohne gleich, wurde aber von den ersten Christen als dieser identifiziert. Entsprechende Selbstaussagen Jesu im Neuen Testament wurden ihm nachträglich zugeschrieben. Einschränkende Aussagen, die er womöglich selbst gemacht hat, wurden aus der Überlieferung getilgt, um das konstruierte Bild des Gottessohnes entstehen zu lassen, auf dem das ganze Christentum basiert.
In diesem Falle wäre er natürlich auch nur ein stinknormaler Mensch gewesen, der nicht nachweislich von oben geschickt wurde, wie es zentraler christlicher Glaubensinhalt ist. Er wäre eher vergleichbar mit Abdrushin oder (dem Typ nach, aber weniger hinsichtlich Charakter und Inhalt) mit Steiner.

In jedem Falle ist die Wiederkunft Christi eine erfundene Prophezeiung. Sie ist ohne realen Gehalt und schon seit mindestens 1900 Jahren erwiesenermaßen auch praktisch unmöglich geworden, weil sie speziell für die erste Generation Christen galt. Die Nachfolgenden zogen aber nicht in Erwägung, daß in ihren heiligen Schriften der Wurm ist und interpretierten sie so, daß letztlich das Luftschloß einer stets kurz bevor stehenden Endzeit entstand, die sie seitdem vor sich herschieben. Wesentliche Elemente der europäischen Prophetie basieren auf einer Mythologie, die auf diesen Urirrtum zurückgeht.

Natürlich sind auch Glaubensinhalte, die seit über anderthalb Jahrtausenden Kernbestandteil der Kirchenlehre sind, offensichtlich irrig, denn wenn Jesus entweder persönlich falsch lag oder sich die ihm zugeschriebenen Attribute nie selbst angemaßt hat, ermangelte er offensichtlich der Wesensart, wie sie gelehrt wird. Letztlich ist es völliger Irrsinn, eine Person zum Angelpunkt des Universums zu machen und mit hanebüchenen geistigen Verrenkungen eine ganze Metaphysik darum herum zu konstruieren. Solche Konstrukte müssen zwingend irgendwann implodieren, weil sie unwahr sind, und sollten daher konsequent ausgeräumt werden.

Möglicherweise lag Jesu eigentliche Botschaft näher am apokryphen Thomasevangelium, in dem die ganze Auferstehungs-, Wiederkunfts- und Entrückungsgeschichte nicht vorkommt. Recht ähnlich zu Markus 9,1 klingt etwa dieser Spruch:
"Wer die Bedeutung dieser Worte versteht, wird den Tod nicht schmecken."
Der Sinn ist aber kein anbrechendes Gottesreich, sondern die parallele Gegenwart einer geistigen Welt, deren Erkennen den Menschen aus diesseitigen Fesseln befreit und den irdischen Tod als Chimäre entlarvt. In diese Richtung geht auch dieser Spruch:
"Wer die Welt erkannt hat, der hat eine Leiche gefunden."
⇒ Das Diesseits ist unbelebte Materie (ein Leichnam). Das eigentliche Sein ist der Geist.
Siehe auch: "Das Reich des Vaters ist schon ausgebreitet über die Erde, nur können es die Menschen nicht sehen."
Oder: "Seine Jünger sprachen zu ihm: 'Wann wird die Ruhe der Toten eintreten, und wann wird die neue Welt kommen?'
Er sprach zu ihnen: 'Was ihr erwartet, ist gekommen, aber ihr erkennt es nicht.'"

⇒ Von wegen Wiederkunft und Entrückung.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“

Avatar

"Im Prophezeiungsforum" - auch mal wieder typische Irlmaierechos,

BBouvier, Samstag, 16. Dezember 2017, 12:49 vor 1075 Tagen @ Taurec 3919 mal gelesen

bearbeitet von BBouvier, Samstag, 16. Dezember 2017, 13:02

... die der Leser, falls nicht "vom Fach", irrig für valide Vorhersagen
auf Irlmaierscher Schauungsbasis hält.
Wie üblich, wird derlei dort nicht widersprochen
und die Sache aufgeklärt.
Irlmaier - ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat. :-D

"Ich bin aus dem Chiemgau und es kennen sehr viele den Irlmaier.
Er hat Brunnen bei uns gebaut.
Zum Vater eines anderen Bekannten, hat er erzählt ...
=>
und ich sehe aus den Häusern Bäume wachsen
."

Irlmaier echot hier eine Fälschung (!), nämlich "Mühlhiasl".
=>
"aber dann werden einmal die Brennesseln aus dem Fenster wachsen.

Sowie:
"Irlmaier hat gesagt, dass der Staub ... sehr giftig ist
und die Leute daran sterben.
"

Und da echot Irlmaier die Fälschung: "Das Lied von der Linde":
=>
"Giftiger Odem dringt aus Staubesnacht...
die Guten sterben sel'gen Tod.
"

Grüße,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Avatar

Stäube und verfinsternde Aschen

BBouvier, Sonntag, 17. Dezember 2017, 00:56 vor 1075 Tagen @ BBouvier 3699 mal gelesen

bearbeitet von BBouvier, Sonntag, 17. Dezember 2017, 01:24

Hallo!

Dazu:
=>
"Das Lied von der Linde":
"Giftiger Odem dringt aus Staubesnacht..."

Zwar handelt es sich bei obigem "Lied" des Dichters Hingerl
nicht um eine valide Quelle, und es ist halt insofern eine "Fälschung",
jedoch scheint Hingerl 1920 neben den auch uns geläufigen alten Vorlagen
(fast durchgängig selbst lauter Fälschungen
oder "Prophezeiungen" zweifelhafter Basis)
um valide Prophezeiungen gewußt zu haben, die uns eben nicht bekannt sind.

Markant ist da insbesondere die Erwähnung des Massentourismus
ab den 60er Jahren an die Strände Spaniens und Italiens:
"Dantes und Cervantes welscher Laut
Schon dem deutschen Kinde ist vertraut,
Und am Tiber - wie am Ebrostrand
Liegt der braune Freund von Hermannsland
."

... was Hingerl irrig als "die guten Zeiten nachher"
versteht und daher ganz an das Ende seines Gedichtes setzt.

Und Hingerl muß noch eine weitere valide Prophezeiung/Schau
zugänglich gewesen sein, die wir nicht kennen.
Nämlich eine, die "Staubesnacht" = "Staub/verschattende Aschen"
zum Inhalt hat.

In dem frz. Prophezeiungskanon des 19.Jahrhunderts
wird zwar bibelanalog immer wieder mal eine dräuende Dauernacht
bemüht - diese jedoch rein abstrakt als Ausdruck des Zornes Gottes.
Der ist nämlich stocksauer - warum auch immer -
und dreht der sündigen Menschheit mal kurz das Licht ab.

Was es mit einer "Dunkelheit" wohl tatsächlich auf sich haben könnte,
lag selbst völlig im Dunkel. War ja auch nicht wichtig.
Konrad Klee - kein ganz Dummer und einer der ersten Prophezeiungsexperten
Mitte der Achziger - grübelte damals in Richtung eines "Atomkrieges".
Andere spekulierten: "Die Erde bleibt einfach mal stehen,
und falls sich dann Europa auf der sonnenabgewandten Seite
befindet, dann ist es dort eben duster."

Der Aha-Durchbruch Richtung "Stäube/Aschen" kam erst deutlich später,
u.a. mit den erst hier in der Quellensammlung veröffentlichten
ganz jungen und dokumentierten Schauungen.

Zurück zum Thema:
Was mich mächtig wurmt ist, daß es offensichtlich
vor bereits 100 Jahren eine Hingerl damals zugängliche Quelle gab,
die die Ursache der "Dunkelheit" offenbar korrekt auswies.
Daß uns diese Prophezeiung jedoch nicht bekannt ist!
Viel schlimmer jedoch noch:
Was ist, falls in jener - wohl validen - Quelle
noch weitere künftige wichtige Tatsachen geschildert wurden,
von denen wir allerdings keinen blassen Schimmer haben -
und das nur, weil Hingerl die nicht in sein Gedicht aufgenommen hat?

Eine Bemerkung zum Abschluß noch.
Aus Hingerls Gedicht:
=>
"Winter kommt, drei Tage Finsternis,
Blitz und Donner und der Erde Riß
."

Auch für diesen Erdriß ist mir in der Prophezeiungsliteratur
keine Vorlage bekannt.
Die Originalität läßt auf Validität folgern.

Im Gegensatz dazu steht Berndts statistische Vorgehensweise, der aus
der bis hin zu fast identischer Gleichheit gewisser "Prophezeiungen"
folgert, sie wären wohl sämtlich originär = valide.
Und der dabei völlig außeracht läßt, daß sich deren
Gleich- und Ähnlichkeit fast durchgängig durch ausgedehnte
Plagiate alter Betrügereien erklärt, die sich über Jahrzehnte hinweg
in immer gleichen Varianten durch die Fälschungsliteratur schlängeln.

Gruß,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Lindenlied: alles schon bei Konzionator (1920)

randomizer @, Sonntag, 17. Dezember 2017, 10:17 vor 1074 Tagen @ BBouvier 3799 mal gelesen

bearbeitet von randomizer, Sonntag, 17. Dezember 2017, 10:24

Hallo BB!

"Das Lied von der Linde": "Giftiger Odem dringt aus Staubesnacht..."

Konzionator 1920: "...ferner wird die Finsternis mit Verpestung der Luft verbunden sein."


Zwar handelt es sich bei obigem "Lied" des Dichters Hingerl
nicht um eine valide Quelle, und es ist halt insofern eine "Fälschung",
jedoch scheint Hingerl 1920 neben den auch uns geläufigen alten Vorlagen
(fast durchgängig selbst lauter Fälschungen
oder "Prophezeiungen" zweifelhafter Basis)
um valide Prophezeiungen gewußt zu haben, die uns eben nicht bekannt sind.

Das postuliert ihr ja seit Jahren, vor allem wegen folgender Strophe:

Markant ist da insbesondere die Erwähnung des Massentourismus
ab den 60er Jahren an die Strände Spaniens und Italiens:
"Dantes und Cervantes welscher Laut
Schon dem deutschen Kinde ist vertraut,
Und am Tiber - wie am Ebrostrand
Liegt der braune Freund von Hermannsland
."

Das mag zufällig ganz gut zum Massentourismus passen, mich überzeugt der Wortlaut nicht ausreichend, um extra eine weitere Vorlage zu mutmaßen, die womöglich sogar valide wäre. Hingerl kommentiert die Strophe in seinen Fußnoten wie folgt:

"Der Verkehr zwischen Deutschland, Italien und den spanischsprechenden Völkern wird besonders freundschaftlich."

Inwiefern solches 1920 bereits in der Luft lag, kann ich nicht beurteilen. Bei Konzionator findet sich z.B. folgende vage Passage, die vielleicht als Vorlage in Frage kommt:

"[...] daß sich Deutschland mit Spanien unter einem großen, vom Herrn bestimmten Fürsten, vereinigen wird [...]"

Und Hingerl muß noch eine weitere valide Prophezeiung/Schau
zugänglich gewesen sein, die wir nicht kennen.
Nämlich eine, die "Staubesnacht" = "Staub/verschattende Aschen" zum Inhalt hat.

Zur Finsternis finden sich bei Konzionator ja mehrere Vorlagen, Hingerl interpretiert das in seiner Poesie dann als "Staubesnacht"; das würde ich nicht überbewerten: als Indiz für eine unbekannte (womöglich sogar valide) Vorlage taugt dies wohl kaum. "Gift'ger Odem" hatte ich weiter oben ja schon belegt.

=>
"Winter kommt, drei Tage Finsternis,
Blitz und Donner
und der Erde Riß
."

Auch für diesen Erdriß ist mir in der Prophezeiungsliteratur
keine Vorlage bekannt. Die Originalität läßt auf Validität folgern.

Jahenny via Konzionator (1920):
"Es wird eine dreitägige Finsternis in der Natur eintreten; [...] das Krachen des Donners wird die Erde erschüttern. Unheilvolle Blitze werden die Straßen durchzucken und dies zu einer Zeit, wo sie sonst nie vorkommen (Winter?)."

Schönen Sonntag und viele Grüße!
randomizer

der Erde Riss

IFan @, Donnerstag, 28. Dezember 2017, 00:16 vor 1064 Tagen @ randomizer 3316 mal gelesen

bearbeitet von IFan, Donnerstag, 28. Dezember 2017, 00:25

Hallo Randomizer,

kein Zweifel an Deiner tiefgehenden Kenntnis und meistens guten Interpretation, aber selbst bei sorgfältigem Vorgehen kann einem einmal eine Ungenauigkeit unterlaufen. Hierzu möchte ich zählen

"Winter kommt, drei Tage Finsternis,
Blitz und Donner und der Erde Riß."

(BB - Lindelied)

Jahenny via Konzionator (1920):
"Es wird eine dreitägige Finsternis in der Natur eintreten; [...] das Krachen des Donners wird die Erde erschüttern. Unheilvolle Blitze werden die Straßen durchzucken und dies zu einer Zeit, wo sie sonst nie vorkommen (Winter?)."

Weitgehend stimmt das natürlich, aber "der Erde Riß" fehlt. "Das Krachen des Donners wird die Erde erschüttern" reicht nicht zur Erklärung, meine ich.

Insofern möchte ich BBs Interpretation "Auch für diesen Erdriß ist mir in der Prophezeiungsliteratur keine Vorlage bekannt. Die Originalität läßt auf Validität folgern." nicht grundsätzlich ablehnen.

Gruß, IFan

Jahenny zum Riß

Ulrich ⌂ @, Germering, Donnerstag, 28. Dezember 2017, 01:07 vor 1064 Tagen @ IFan 3316 mal gelesen

Hallo IFan,

Weitgehend stimmt das natürlich, aber "der Erde Riß" fehlt.

er ist für den 9. Juni 1881 in zweifacher Variante überliefert:

"... Es wird auf Erden einen grossen Riß geben. ..."

"... Was sich angehäuft hat, wird rasch nacheinander folgen: Blitze, Schreckenszeichen, Spaltung der Erde und ein Firmament mit unverständlichen Phänomenen ..."

https://schauungen.de/wiki/index.php?title=Marie-Julie_Jahenny#9._Juni_1881

Gruß
Ulrich

o.k..

IFan @, Donnerstag, 28. Dezember 2017, 01:22 vor 1064 Tagen @ Ulrich 3148 mal gelesen

Hallo Ulrich,

ah - o.k.. Du hast Recht. Da steht es. Ich hätte etwas sorgfältiger arbeiten können.

Gruß, IFan

Avatar

Der Erde Riß = Abyssos in der Offenbarung

Taurec ⌂ @, München, Donnerstag, 28. Dezember 2017, 11:11 vor 1063 Tagen @ Ulrich 3426 mal gelesen

Hallo!

Weitgehend stimmt das natürlich, aber "der Erde Riß" fehlt.

er ist für den 9. Juni 1881 in zweifacher Variante überliefert:

"... Es wird auf Erden einen grossen Riß geben. ..."

"... Was sich angehäuft hat, wird rasch nacheinander folgen: Blitze, Schreckenszeichen, Spaltung der Erde und ein Firmament mit unverständlichen Phänomenen ..."

Man muß natürlich zwischen Frankreich und Deutschland von einer gewißen Sprachbarriere ausgehen, so daß Hingerl eine französische Aussage von 1881, die zudem jahrzehntelang in der Schublade lag, ehe sie veröffentlicht wurde, nicht zwingend kennen konnte.

Die Frage ob es bei Konzionator (1920), der Vorlage des Lindeliedes, stand, ist daher durchaus relevant. Ich bin die entsprechenden Kapitel (S. 29-45, Kopie des Originals von 1920) durchgegangen, ohne die Aussage Jahennys zu finden. Lediglich von Anna Katharina Emmerick wird auf S . 44/45 eine symbolische Szene mit "Abgrund" zitiert (findet sich auch im Scharnier).

Was wir aber beim "Erdriß" noch nie in Betracht gezogen haben, ist die bei Prophezeiungen natürlich zwingend vorhandene religiöse Dimension. Letztlich fundiert das ganze Geschehen mit einem Fuß in der Offenbarung, so daß mit "der Erde Riß" schlicht der Abgrund gemeint sein könnte, in welchen während des Strafgerichts der Satan geworfen wird.

Bei der fünften Posaune: Das dämonische Heer:

"Es blies der fünfte Engel: da sah ich einen Stern, der vom Himmel auf die Erde gefallen war, und ihm wurde der Schlüssel zum Schacht des Abgrundes gegeben. Er öffnete den Schacht des Abgrundes, und es stieg Rauch aus dem Schacht empor wie der Rauch eines mächtigen Ofens, und die Sonne und die Luft wurden verfinstert vom Rauch des Schachtes. Aus dem Rauch [des Schachtes] kamen Heuschrecken über die Erde, und es wurde ihnen Kraft verliehen, eine Kraft, wie die Skorpione der Erde sie besitzen. [...] Sie haben über sich als König den Engel des Abgrundes, dessen Name ist auf hebräisch 'Abaddon' und auf griechisch 'Apollyon' [das heißt 'Verderben']."

In den Prophezeiungen spiegelt sich dies z. B. in den Dämonen wider, die während der Finsternis umgehen. Die ganze Finsternis in der europäischen Prophetie geht wahrscheinlich auf die Verpestung der Luft zurück, die aus dem geöffneten Höllenabgrund hervorgeht. Dieser wird am Ende wieder geschlossen.

Das tausendjährige Reich:

"Und ich sah einen Engel niedersteigen aus dem Himmel, der hatte den Schlüssel zum Abgrund und eine große Kette in seiner Hand. Er ergriff den Drachen, die alte Schlange, das ist der Teufel und Satan, und fesselte ihn auf tausend Jahre. Er warf ihn in den Abgrund, schloß zu und brachte ein Siegel darüber an, damit er nicht mehr die Völker verführe, bis vollendet sind die tausend Jahre."

Somit bedarf es eigentlich auch keiner literarischen Prophezeiung, in der wortwörtlich "Riß der Erde" steht. Dieses Motiv kann zu jeder Zeit der Offenbarung entnommen werden.

Und wir spekulieren hier auf tektonische Verschiebungen, die eine Bruch in der Kontinentalkruste hervorrufen. Dabei handelt es sich um ein endzeitliches Geschehen. :-(

Die Angelegenheit auf ein physikalisches Geschehen zu vereinfachen, geht wie immer bei der Offenbarung in die Irre, weil es allzu simpel und profan ist.

Ein Vorschlag zur "Rettung":
Der Abgrund ist nicht materiell, sondern allenfalls allegorisch für einen geistigen Abrund, der sich auf Erden auftut, bzw. niedere metaphysische oder feinstoffliche Ebenen, aus denen sich üble Kräfte der Erde bemächtigen. Er wird nicht auf Erden sichtbar werden, wurde aber im Laufe der Zeit immer wieder vom gemeinen Volk als physikalisches Geschehen verstanden – der kleinste gemeinsame Nenner des Verständnisses und der Vorstellungskraft, der jedem zugänglich ist.

Die gesamte dreitägige Finsternis ist ein physikalisch irreales Ereignis, was natürlich – wie immer – andersartige Katastrophen nicht ausschließt.

Gruß
Taurec

Volapük

Ulrich ⌂ @, Germering, Freitag, 29. Dezember 2017, 23:54 vor 1062 Tagen @ Taurec 3184 mal gelesen

Hallo Taurec,

Man muß natürlich zwischen Frankreich und Deutschland von einer gewißen Sprachbarriere ausgehen, so daß Hingerl ...

die Sprachbarriere mag für Hingerl nicht sonderlich hoch gewesen sei, da er sich schon als Gymnasiast für die Kunstsprache "Volapük" einsetzte, die "aus sechs europäischen Sprachen – der deutschen, der englischen, der französischen, der italienischen, der spanischen sowie der russischen – eine gemischte Sprache" ( https://de.wikipedia.org/wiki/Volapük ) als Weltsprache konstruieren wollte.

... eine französische Aussage von 1881, die zudem jahrzehntelang in der Schublade lag, ehe sie veröffentlicht wurde, nicht zwingend kennen konnte.

Stimmt so nicht so ganz:
Spätestens 1878 veröffentlichte der Journalist Adrien Péladan Prophezeiungen Jahennys im Wortlaut, z.B.:
https://livres-mystiques.com/partieTEXTES/Adrien_Peladan/ProphetiesT4.pdf
(mehr hier: https://livres-mystiques.com/partieTEXTES/Adrien_Peladan/Table.html )

Die Priester Pierre Roberdel und Henri Bourcier sind demgegenüber eher späte Trittbrettfahrer, auch wenn sie es anders darstellen, darüber hinaus wurde weder deren Biographie noch die Sammlung von Prophezeiungstexten von Jahennys Familie autorisiert (falls man darauf etwas geben mag).

Zu Jahennys, der "Mutter der Butterfahrten", frühzeitiger Bekanntheit über die Landesgrenzen hinaus:

"... if we consider Marie-Julie Jahenny as a religious celebrity and a popular living saint of her time. Visitors – some considered themselves pilgrims – from all around France and other European countries arrived asking after ‘la Sainte de Blain.’ In fact, many did not even know Jahenny’s real name, which according to Kleinberg, constitutes a symptom of celebrity status.
A bus driver recalled that, before the start of the Second World War, he drove many English, Dutch, German and Belgian people on their way to the stigmatic’s house.
By then, improvements in both the means of transport and the roads had made access to La Fraudais easier. In the late nineteenth-century, however, visitors had to face a much more difficult ‘pilgrimage’ through the muddy paths of the isolated hamlet. In 1891 [!], a young French women wrote to the priest of Blain requesting his authorization to visit the stigmatic and asking how to get to La Fraudais: ‘Will we find carts to rent in Blain? Are they easier to find on Friday? Does anything in particular happen that day?.’"

( http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/14780038.2016.1237411 )

Gruß
Ulrich

Lindenlied: Hingerl, Konzionator und "der Erde Riß"

randomizer @, Sonntag, 31. Dezember 2017, 03:48 vor 1061 Tagen @ IFan 3196 mal gelesen

bearbeitet von randomizer, Sonntag, 31. Dezember 2017, 03:59

Hallo IFan!

kein Zweifel an Deiner tiefgehenden Kenntnis und meistens guten Interpretation, aber selbst bei sorgfältigem Vorgehen kann einem einmal eine Ungenauigkeit unterlaufen. Hierzu möchte ich zählen [...]

Weitgehend stimmt das natürlich, aber "der Erde Riß" fehlt. "Das Krachen des Donners wird die Erde erschüttern" reicht nicht zur Erklärung, meine ich.

Dein Einwand ist berechtigt, diese Ungenauigkeit darfst Du mir aber nicht zum Vorwurf machen, sie wurzelt in den Quellen: Die Strophen des Lindenliedes folgen inhaltlich und chronologisch ja generell Konzionator, der Wortlaut ist bei vielen Versen zwingend, Konzionator als Vorlage ist folglich absolut unstrittig. Dagegen ist der Wortlaut "der Erde Riß" ungenauer und deutlich weniger zwingend, es gibt nun zwei Möglichkeiten:

  • hermeneutisch: Hingerl hat die glückliche Formulierung "der Erde Riß" nur zufällig und des Reimes wegen gewählt.
  • philologisch: Hingerl könnte sich in diesem Fall, angeregt durch Konzionators Literaturhinweis auf Seite 44, womöglich den französischen Original-Wortlaut Jahennys besorgt haben (Baron de Novaye: Demain...? Paris 1905), um "großer Riß" bzw. "Spaltung der Erde" von dort zu kennen.

Beides ist gut denkbar; die weiteren Aspekte haben Taurec und Ulrich in ihren Antworten ja schon erschöpfend ausgeleuchtet.

Viele Grüße!
randomizer


[image]
[image]

[image]

Avatar

Auflagen des Buches Konzionators

Taurec ⌂ @, München, Sonntag, 31. Dezember 2017, 10:38 vor 1060 Tagen @ randomizer 3302 mal gelesen

bearbeitet von Taurec, Sonntag, 31. Dezember 2017, 10:57

Hallo!

  • philologisch: Hingerl könnte sich in diesem Fall, angeregt durch Konzionators Literaturhinweis auf Seite 44, womöglich den französischen Original-Wortlaut Jahennys besorgt haben (Baron de Novaye: Demain...? Paris 1905), um "großer Riß" bzw. "Spaltung der Erde" von dort zu kennen.

Interessant. Der Hinweis findet sich auf meiner Ausgabe von 1920 nicht.
Ich habe von einer 1920er Ausgebe zwei identische Kopien (mit den selben Unterstreichungen), einmal aus Hagls Sammlung, dann die von mir vor sieben Jahren benutzte, allerdings beide ohne ohne Auflagennummer.

Am Ende heißt es: "Diese Schrift erscheint im Februar 1920." Es muß wohl die erste Auflage gewesen sein.

Immerhin lagen noch acht Monate bis zum Erscheinen des Lindeliedes im Oktober 1920 dazwischen. Wieviele Auflagen, die Hingerl genutzt haben könnte, gab es in dieser Zeit denn?

Jahenny wird in meiner Ausgabe (zumindest im Kapitel über die Finsternis) überhaupt nicht genannt, war Konzionator vielleicht noch gar nicht bekannt.

Es fragt sich, ob in Baron de Novayes Buch die Extase vom 9. Juni 1881 (⇐ stark gekürzt, ohne religiösen Klamauk) zitiert, wird, welche die gesuchten Begriffe "großer Riß" und "Spaltung der Erde" enthält.

Im Text der Extase vom 4. März 1891, die über die Finsternis handelt, kommen sie nicht vor.

Denkbar ist aber, daß Hingerl von Konzionators Hinweis ausgehend irgendeine andere Veröffentlichung über Jahenny heranzog, an die er leichter herankam als an Baron de Novayes Buch.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“

Konzionator-Auflagen und "der Erde Riß" bei Jahenny

randomizer @, Sonntag, 31. Dezember 2017, 12:46 vor 1060 Tagen @ Taurec 3213 mal gelesen

bearbeitet von randomizer, Sonntag, 31. Dezember 2017, 13:01

Hallo Taurec!

Interessant. Der Hinweis findet sich auf meiner Ausgabe von 1920 nicht.
Ich habe von einer 1920er Ausgebe zwei identische Kopien (mit den selben Unterstreichungen), einmal aus Hagls Sammlung, dann die von mir vor sieben Jahren benutzte, allerdings beide ohne ohne Auflagennummer.

Am Ende heißt es: "Diese Schrift erscheint im Februar 1920." Es muß wohl die erste Auflage gewesen sein.

Immerhin lagen noch acht Monate bis zum Erscheinen des Lindeliedes im Oktober 1920 dazwischen. Wieviele Auflagen, die Hingerl genutzt haben könnte, gab es in dieser Zeit denn?

Jahenny wird in meiner Ausgabe (zumindest im Kapitel über die Finsternis) überhaupt nicht genannt, war Konzionator vielleicht noch gar nicht bekannt.

Das hatte ich schon vermutet: Du benutzt offenbar eine Kopie der Erstauflage (Februar 1920, 48seitig) ohne Jahenny, Hingerls Vorlage war aber die dritte, vierte oder fünfte Auflage Konzionators (jeweils 60seitig, alle noch 1920), wie auf meinen Fotos abgebildet. Auch später hat Konzionator seine Auflagen gerne erweitert oder etwas umgestellt, selbst Auflagen mit der gleichen Seitenzahl unterscheiden sich manchmal marginal, wenn der Verfasser irgendwo noch eine Fußnote eingeschoben hat. Im Verlauf der letzten zehn Jahre hatte ich folgende Auflagen von Konzionators "Der kommende große Monarch" in meinem Besitz (die fett markierten verblieben in meinem Archiv, diese habe ich derzeit zur Hand):

- 1. Auflage 1920 (48 Seiten)
- 5. Auflage 1920 (60 Seiten)
- 16. Auflage 1930 (75 Seiten)
- 18. Auflage 1931 (76 Seiten)
- 19. Auflage 1931 (76 Seiten)
- 20. Auflage 1933 (76 Seiten) = letzte Auflage zu Lebzeiten Konzionators/Spiragos

Über die Abweichungen habe ich mir teils Notizen gemacht, falls also künftig jemand dazu Auskunft benötigt, kann ich darüber durchaus fachsimpeln.

Es fragt sich, ob in Baron de Novayes Buch die Extase vom 9. Juni 1881 (⇐ stark gekürzt, ohne religiösen Klamauk) zitiert, wird, welche die gesuchten Begriffe "großer Riß" und "Spaltung der Erde" enthält.

Habe soeben erst nachgeschlagen: Nein, nicht wortwörtlich, die Extase vom 9. Juni 1881 ist bei Novaye 1905 gar nicht zitiert, stattdessen enthält aber die abgedruckte "Extase de Marie-Julie du 19 mai 1896" folgenden Wortlaut, der meines Erachtens bereits genügt:

"46. - La terre s'entr'ouvrira comme un gouffre affreux d'où sortiront des odeurs infectes." (Novaye: Demain...? Paris 1905, Seite 360)

Denkbar ist aber, daß Hingerl von Konzionators Hinweis ausgehend irgendeine andere Veröffentlichung über Jahenny heranzog, an die er leichter herankam als an Baron de Novayes Buch.

Ja, möglicherweise, den Fall betrachte ich aber auch ohne eine solche Hilfskonstruktion als geklärt.

Viele Grüße und guten Rutsch!
randomizer

vielen Dank!

IFan @, Dienstag, 02. Januar 2018, 00:20 vor 1059 Tagen @ randomizer 3173 mal gelesen

bearbeitet von IFan, Dienstag, 02. Januar 2018, 00:31

Hallo Randomizer,

vielen Dank für Deinen sehr erhellenden Beitrag!

Auch für diesen, an Taurec (auch hier) und Ulrich natürlich.

Für die Leute, die sich nicht die Mühe gemacht haben, den Satz zu übersetzen ("La terre s'entr'ouvrira comme un gouffre affreux d'où sortiront des odeurs infectes."): "Die Erde wird sich öffnen wie eine schreckliche Kluft, aus der üble Gerüche entstehen werden." (Google Übersetzer)

Sieht man sich die Seiten des Buches von Konzionator an, fällt natürlich gleich auf, dass es sich vermutlich um eine höchst unglaubwürdige Quelle handelt.

Mal so als allgemeiner Hinweis, nicht vorwiegend an Dich, sondern auch an andere Leser, die die Möglichkeit haben könnten: Das Urheberrecht erlischt 70 Jahre nach Tod des Schöpfers. Wann Konzionator gestorben ist, weiß ich nicht, aber wenn es lange genug her ist, darf man das Buch auch ohne weitere Genehmigungen veröffentlichen. Es gibt ganz gute Scanner und Programme, die Texte in Dateien umwandeln. Falls also jemand Interesse daran hat ...

Gruß, IFan

@IFan

Ulrich ⌂ @, Germering, Dienstag, 02. Januar 2018, 10:46 vor 1058 Tagen @ IFan 3239 mal gelesen

Hallo IFan,

Mal so als allgemeiner Hinweis, nicht vorwiegend an Dich, sondern auch an andere Leser, die die Möglichkeit haben könnten: Das Urheberrecht erlischt 70 Jahre nach Tod des Schöpfers. Wann Konzionator gestorben ist, weiß ich nicht, aber wenn es lange genug her ist, darf man das Buch auch ohne weitere Genehmigungen veröffentlichen. Es gibt ganz gute Scanner und Programme, die Texte in Dateien umwandeln. Falls also jemand Interesse daran hat ...

"Alfons Konzionator", d. i. Franz Spirago, starb am 8. Februar 1942 in Prag.
http://kulturportal-west-ost.eu/biographien/spirago-franz-2

Mein Scanner hat sich vorgestern verabschiedet.
Falls Du etwas Geduld hast, werde ich demnächst mit dem "IP Camera Adapter" http://ip-webcam.appspot.com/ und https://play.google.com/store/apps/details?id=com.pas.webcam.pro&hl=de eine Kopie anfertigen, ansonsten schicke ich Dir den Titel auch gerne zu, wenn Du Dir die Arbeit machen möchtest.

Gruß
Ulrich

habe Geduld

IFan @, Dienstag, 02. Januar 2018, 22:34 vor 1058 Tagen @ Ulrich 3118 mal gelesen

Hallo Ulrich,

vielen Dank. Spirago hat offensichtlich auch ordentliche Sachen geschrieben. Aber er war eben auch der "oft außergewöhnlich aus der Reihe tanzende Professor".

Hier kann man sehen, dass Engagement (in diesem Falle katholisches), wenn es überbordend ist, auch Schaden anrichten kann - wenn denn jemand durch das Buch von Konzionator zu Schaden gekommen ist.

"Mein Scanner hat sich vorgestern verabschiedet. Falls Du etwas Geduld hast, ... "

Ja, ich habe viel Geduld :-D. Vielen Dank für das Angebot, mir das Buch ggf. auch zuzuschicken, was von Vertrauen zeugt (das Buch wird selten angeboten und ist dann auch noch besonders teuer), aber wegen Krankheit und vieler liegengebliebener Sachen, die im Moment wohl wichtiger sind, würde ich in nächster Zeit kaum dazu kommen, es einzuscannen und einzustellen. Außerdem hat mein Scanner das letzte Mal auch Streifen produziert; vielleicht ist das jetzt weg, aber - kann ich jetzt nicht sagen. (Natürlich könnte ich mir auch einen neuen kaufen, müsste ich dann sowieso tun, aber als zusätzliche vorläufige Ausrede mag das im Moment ausreichen ...;-) )

Natürlich ist es oft mit etwas Anspruchsdenken verbunden, Vorschläge für Aktivitäten zu machen und sich dann selbst vornehm zurückzuhalten ("Die Politiker sollten ...", "Die Polizei sollte ...", "Die Lehrer sollten das und das tun...") Aber vielleicht gibt es wirklich jemanden, dem das nicht so viel ausmacht und der sich die Arbeit machen kann, hier jetzt mit dem Buch. (Du z.B. (?).) Ich würde mich freuen, auf dieser Webseite einmal reinschauen zu können.

P.S. mit dem Urheberrecht: Meine Recherche war nicht besonders gründlich; bevor Du Dir die Finger verbrennst, würde ich noch einmal genauer nachschauen. Wahrscheinlich gibt es niemanden, der Rechte anmelden kann, zumindest keine berechtigten; aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.


Gruß, IFan

Avatar

Urheberrecht Konzionator

Taurec ⌂ @, München, Mittwoch, 03. Januar 2018, 12:11 vor 1057 Tagen @ IFan 3250 mal gelesen

bearbeitet von Taurec, Mittwoch, 03. Januar 2018, 15:05

Hallo!

P.S. mit dem Urheberrecht: Meine Recherche war nicht besonders gründlich; bevor Du Dir die Finger verbrennst, würde ich noch einmal genauer nachschauen. Wahrscheinlich gibt es niemanden, der Rechte anmelden kann, zumindest keine berechtigten; aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Eine Neuauflage aus dem Jahre 1992, herausgegeben von Kl. Leopold, nenne ich mein Eigen. Darin heißt es:

"Nach alten Auflagen von Prof. Alfons Konzionator, überarbeitet, ergänzt und neu zusammengestellt.
Die alten Verlagsrechte sind erloschen. Alle Rechte beim Autor.
Nachdruck auch auszugsweise, Kopien, Vervielfältigung etc. sind ohne schriftliche Genehmigung nicht erlaubt, ebensowenig Besprechung in den Medien."

Daß eine Zusammenstellung alter Konzionatorauflagen bei im Vergleich dazu vermutlich nur marginalen Ergänzungen, die zudem auf freie Prophezeiungstexte zurückgreifen, die für ein Urheberrecht nötige "Schöpfungshöhe" aufweist, kann bezweifelt werden. So dürfte es sich bei obigem mehr um eine substanzlose Proklamation handeln.

Die Existenz des Buches dürfte aber darauf hindeuten, daß einer Verbreitung der Originale Konzionators (77 Jahre tot, alte Verlagsrechte erloschen) nichts entgegensteht.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“

zu: Urheberrecht Konzionator

Ulrich ⌂ @, Germering, Mittwoch, 03. Januar 2018, 16:10 vor 1057 Tagen @ Taurec 3119 mal gelesen

Hallo Taurec,

Die Existenz des Buches dürfte aber darauf hindeuten, daß einer Verbreitung der Originale Konzionators (77 Jahre tot, alte Verlagsrechte erloschen) nichts entgegensteht.

die Behauptung "Die alten Verlagsrechte sind erloschen. Alle Rechte beim Autor." des Verlages Mediatrix, St. Andra-Wördern, mögen 1992 ja bereits richtig gewesen sein, aber nur in Bezug auf die Druckerei und Verlag van Acken (Lingen (Ems), Konstanz, Düsseldorf), die zumindest bis 1959, also weit über den Tod Franz Spiragos hinaus, die Schrift veröffentlichte. Ein Nachdruck, auch unter dem Schleier einer "Überarbeitung", halte ich vor Ablauf der 70 Jahre für illegal. In den 80er Jahren vertrieb der Pfarrer Klemens Kieser (Konstanz) einige Schriften Spiragos und zumindest seit den 90er Jahren bis heute der Verlag Anton A. Schmid ( http://www.verlag-anton-schmid.de ), den ich telefonisch aber nicht erreiche.

Solange die Frage eines etwaig auf Dritte übergegangenen Urheberrechts nicht geklärt ist, werde ich mich keinesfalls aus dem Fenster lehnen, und eine von mir erstellte digitale Version öffentlich zugänglich machen.

Hintergrund:
Anton A. Schmid hat wegen des Namens seines Verlages, "Pro Fide Catholica" ("Für den katholischen Glauben"), zwischen 1992 und 2004, 12 Jahre lang einen langen Atem bewiesen und in dritter Instanz vor dem Bundesgerichtshof gegenüber der Klägerin (Bistum Augsburg) das Recht erstritten, den Namen "Catholica" weiterhin führen zu dürfen, wobei dem Bistum Augsburg die Kosten auferlegt wurden.
https://www.rechtsanwaltmoebius.de/urteil/bgh_katholisch.htm

Falls Schmid - als Herausgeber zahlreicher Schriften Spiragos bereits VOR Ablauf des Urheberrechts - es einfallen sollte, einen bestehenden Urheberrechtsschutz auch für "Der große Monarch" zu beanspruchen, ist abzusehen, wo das endet... :kotz:

Etwas anderes ist natürlich die private Überlassung des Originals, was ich weiterhin anbiete, von dem sich eine - legale - Kopie machen kann wer mag.

Gruß
Ulrich

Urheberrecht

IFan @, Mittwoch, 03. Januar 2018, 20:20 vor 1057 Tagen @ Ulrich 3231 mal gelesen

bearbeitet von IFan, Mittwoch, 03. Januar 2018, 20:40

Hallo Ulrich et al.,

zu "Solange die Frage eines etwaig auf Dritte übergegangenen Urheberrechts nicht geklärt ist, werde ich mich keinesfalls aus dem Fenster lehnen, und eine von mir erstellte digitale Version öffentlich zugänglich machen." möchte ich keine Kritik äußern, das ist in Ordnung so und muss jeder selbst wissen. Die Sache ist auch nicht wichtig und sollte niemanden verprellen.

Nur ein Gedanke zum Urheberrecht an sich dieser Sache. Wenn der Herr (?) Leopold schreibt, "Nach alten Auflagen von Prof. Alfons Konzionator, überarbeitet, ergänzt und neu zusammengestellt. Die alten Verlagsrechte sind erloschen. Alle Rechte beim Autor. Nachdruck auch auszugsweise, Kopien, Vervielfältigung etc. sind ohne schriftliche Genehmigung nicht erlaubt, ebensowenig Besprechung in den Medien." kann er das natürlich tun, das wird sich aber nur auf sein Buch erstecken, im Grunde nur auf den Inhalt, der von ihm neu erstellt, überarbeitet, ... worden ist. Für die ursprüngliche(n) Ausgabe(n) von Konzionator dürfte er keine Rechte haben bzw. ebenso viele bzw. -wenige wie jeder von uns.

Er mischt hier sehr geschickt "Die alten Verlagsrechte sind erloschen." (richtig, gilt für das alte Buch) und "Alle Rechte beim Autor." (auch richtig, gilt für das neue Buch).

Es könnte ja auch jemand auf die Idee kommen, ein Buch über die Bibel zu schreiben - vielleicht "überarbeitet und neu zusammengestellt" - und damit gleich mal eben auch die Bibel seinem Urheberrecht zuzuordnen.

Das Urheberrecht für die Original-Ausgaben von Konzionator ist erloschen, Punkt. Falls es irgendeine Handhabe gegen so etwas geben könnte, kann man sich sicher sein, dass das Machwerk des "Führers" einiger Vorfahren von uns ("Mein Krampf" oder so) von der Obrigkeit so behandelt worden wäre, um die erneute Veröffentlichung zu verhindern. Sie konnte nicht verhindert werden, deswegen hat man eine kommentierte Ausgabe erstellen lassen.

(Weil wir gerade schon bei dem sind; hier ein Vergleich zwischen dem Land, wie er es übernommen hat und was er daraus gemacht hat - vorher - nachher. Für diejenigen, die es für möglich halten, dass der physische Tod nicht das Letzte ist, hier ein Link zu einem Bericht über / von jemanden, der meint, ihn kürzlich gesehen zu haben (bei 16:35) - ohne direkte Empfehlung von mir; was jemand von solchen Beiträgen hält, muss jeder selbst wissen; nur so als Anregung.)


Gruß, IFan

@IFan

Ulrich ⌂ @, Germering, Mittwoch, 03. Januar 2018, 22:09 vor 1057 Tagen @ IFan 3115 mal gelesen

Hallo IFan,

Du missverstehst da m.E. leider einige Punkte:

Er mischt hier sehr geschickt "Die alten Verlagsrechte sind erloschen." (richtig, gilt für das alte Buch)...

kann sein, kann nicht sein, man müsste beim früheren Verlag nachfragen, bis wann sie bestanden und ob sie evtl. weiterveräußert wurden.

...und "Alle Rechte beim Autor." (auch richtig, gilt für das neue Buch).

Damit meint er m.E. nicht sich, sondern Spirago als Autor, und der war, man verzeihe die Formulierung, 1992 "noch nicht lange genug tot", als daß dem Mediatrix-Verlag schon ein Nachdruck erlaubt gewesen wäre.

Das Urheberrecht für die Original-Ausgaben von Konzionator ist erloschen, Punkt.

NEIN! Nicht zwangsläufig. Das Urheberrecht für die Original-Ausgaben von Konzionator ist in Bezug auf Franz Spirago erloschen. Ob er es zu Lebzeiten, oder sein(e) Erbe(n) es veräußert hat/haben und falls ja, an wen zu welchen Konditionen, wissen wir nicht.

Ich rate Dir DRINGEND ab, irgendwen zu ermuntern, mit dem Urheberrecht fahrlässig umzugehen:
Wegen des üblicherweise sehr hoch angesetzten Streitwertes geht das vor das Landgericht. Dort besteht Anwaltszwang und zeige mir bitte den Rechtsanwalt, bei dem dann nicht Speichelfluß einsetzt, weil es regelmäßig auf einen zähen Vergleich hinausläuft. Dazu kommt, bei Einstellen ins Netz, daß der Kläger den Gerichtsort frei aussuchen kann, weswegen üblicherweise immer wieder genau die Landgerichte damit befasst sind, die wegen vormaliger strenger Handhabung von Vergehen in diesem Bereich bereits einen einschlägigen Ruf haben.

Falls es irgendeine Handhabe gegen so etwas geben könnte, kann man sich sicher sein, dass das Machwerk des "Führers" einiger Vorfahren von uns ("Mein Krampf" oder so) von der Obrigkeit so behandelt worden wäre, um die erneute Veröffentlichung zu verhindern. Sie konnte nicht verhindert werden, deswegen hat man eine kommentierte Ausgabe erstellen lassen.

ein ganz, ganz schlechter Vergleich. Hier liegen die Dinge völlig anders. Es führt zu weit, auch zu weit abseits vom Thema des Forums, das hier zu erörtern, aber es sollte Dir nicht schwer fallen, dies selbst zu recherchieren.

Lass und das Thema bitte beenden, aber mein Angebot mit dem Buch steht natürlich ;-)

Gruß
Ulrich

"er" soll "gesehen" worden sein

Baldur @, Donnerstag, 04. Januar 2018, 21:48 vor 1056 Tagen @ IFan 3395 mal gelesen

Hallo, IFan,


Für diejenigen, die es für möglich halten, dass der physische Tod nicht das Letzte ist, hier ein Link zu einem Bericht über / von jemanden, der meint, ihn kürzlich gesehen zu haben (bei 16:35) - ohne direkte Empfehlung von mir; was jemand von solchen Beiträgen hält, muss jeder selbst wissen; nur so als Anregung.)


vielen Dank für die Anregung.

Ich würde dem Herrn aus dem Video jedenfalls keinen Gebrauchtwagen abkaufen.

"Sein" grosser Widersacher, Winston Churchill, geistert derweil regelmässig und häufig durch die mediale Szene.
In Seancen, in direkter Stimme.
Er scheint dabei äussert lebendig zu sein, und in keiner Weise eingeschränkt, wenn man denn annimmt, Churchill sei es tatsächlich, oder das, was posthum übrig geblieben ist. Das, was sich da bemerkbar macht.

Angesichts der Kriegsverbrechen Englands unter Churchill muss die Hölle ein recht selektives Gedächtnis haben. Oder haben die ihrigen etwa Freigang?

Nichts gewisses weiss man nicht.

Trotzdem sollte man stets mit seinen Beurteilungen auf dem Teppich bleiben, und nach einem eventuellen Sinn fragen.

Hätte der im Video Gezeigte beide dort schmoren sehen, könnte man sagen, ja, das leuchtet irgendwie ein.

Aber so? Einer schmort, weil er verloren hat, der andere treibt sich auf Seancen herum und macht auf lustig und fit?

Auch nur mal als Anregung verstanden. Zumal von Mao, Pol Pot, Stalin und Co. gar nie nicht mal etwas gesehen wird.......

Beste Grüsse vom Baldur

@Baldur

Ulrich ⌂ @, Germering, Freitag, 05. Januar 2018, 06:11 vor 1055 Tagen @ Baldur 3132 mal gelesen

Hallo Baldur,

Auch nur mal als Anregung verstanden. Zumal von Mao, Pol Pot, Stalin und Co. gar nie nicht mal etwas gesehen wird.......

vielleicht nicht gesehen, aber gehört:

Renzo Baschero:
"I grandi di ieri ci parlano del mondo di domani. Eccezionali contatti medianici con Mussolini, Churchill, Roosevelt, Stalin, De Gaulle e Hitler."
https://www.amazon.it/Eccezionali-medianici-Mussolini-Churchill-Roosevelt/dp/8876694935

also etwa "Die Großen von gestern erzählen von der Welt von morgen. Außergewöhnliche mediale Kontakte zu Mussolini, Churchill, Roosevelt, Stalin, De Gaulle und Hitler" hüstel, hüstel...

Ansonsten ist Renzo Baschero auf Prophezeiungen spezialisiert, die mindestens genauso "exklusiv" sind:
"Le profezie della Monaca di dresda"
"Le profezie della Santa Sindone"
"Le profezie del Ragno Nero"
"Le profezie di Pio XII"

und natürlich
"I messaggi profetici del Papa Buono" (das ist Carpis Johannes XXIII)

Gruß
Ulrich

bestimmte Namen verkaufen sich gut

Baldur @, Freitag, 05. Januar 2018, 09:07 vor 1055 Tagen @ Ulrich 3194 mal gelesen

Hallo, Ulrich,

ich staune immer wieder, was Du alles auf Lager hast.
Meine Hochachtung!

Ohne Deine genannten Quellen zu kennen, fällt mir insbesondere beim Nachdenken über das von IFan verlinkte Video auf, dass wohl kaum jemand grosses Interesse hätte, wäre von Otto Normalverbraucher die Rede.

Mit einem Namen, oder besser, einem Begriff, der in der Öffentlichkeit "zieht", vor allem in den Unmöglichen Staaten, ist das schon gleich ganz anders.

Das garantiert Interesse, Beachtung, Verkaufserfolg.

Katholische Mystikerinnen müssen schon Jesus oder Maria hören, damit sie ihr Zielpublikum erreichen. Die eigene Oma hingegen aus dem Jenseits zu hören oder zu spüren, was gleich viel einleuchtender wäre, wäre keine Notiz wert.

Und beim unsäglichen Adolf gilt das gleichermassen, das wusste nicht nur der Meisterfälscher Kujau (?) und die Redakteure des Stern.

Manchmal meine ich, dass es die US-Unterhaltungsindustrie gar nicht geben würde, könnten sie nicht thematisch auf "ihn" zurückgreifen.

Zurück zum Thema.

Ich kenne ein sehr vertraueswürdiges Medium, das eindrückliche Indizien liefert.
Also über spezielle Erinnerungen berichten kann, die nur ein Verstorbener kannte, der so recht überzeugend identifizierbar wird.

Zu seiner Kundschaft gehörte auch mal ein Familienmitglied bzw. Nachfahre einer als sehr unrühmlich bekanntgewordenen Grösse des NS-Apparats.
Man kann ihn wohl als erbarmungslos kalte Bestie einstufen, wenn auch nur ein Teil von dem stimmt, was über ihn berichtet wird.
Andererseits war er wohl parallel ein besorgter, liebender Familienmensch, Ehemann und Vater.

Der mediale Kontakt mit ihm sei völlig problemlos zustande gekommen, ganz wie alle anderen, alltäglichen, auch.

Es scheint also kein Problem zu sein (sofern man an die Möglichkeit einer medialen Kontaktaufnahme glaubt), das Bewusstsein eines ausgesprochenen Übeltäters posthum zu kontaktieren.
Nun ist es umstritten, ob man Persönlichkeiten herbeirufen kann. Die meisten Medien verneinen das.

Kommt allerdings ein Familienmitglied, ist das ganz anders, denn es besteht ja ein beiderseitiges Interesse an einem Kontakt.

Katholiken könnten einwenden, vielleicht hat er ja bereut und ihm wurde vergeben. Aber da noch kein jüngster Tag war, ist er ja noch nicht auferstanden, und ruht somit irgendwo im abgeschaltenen Zustand, so die Lehre.

Eine weitere Erklärung wäre, das ist eh alles Humbug, Quatsch, und Wunschdenken, sowie reine Geschäftemacherei, was mit Medialität zu tun hat.
Wer es mal persönlich versucht hat, kennt allerdings die höchst interessanten Ergebnisse.

Bleibt als weitere Erklärung, dass etwas mit der christlichen Vorstellung von Himmel, Hölle, Jenseits, Strafe und Co. nicht stimmt.

Vielleicht ist es dem Universum völlig egal, wer was warum tut (wobei Spiritualisten das verneinen und von einer Vergeltung eigener Taten und Untaten, in welcher Form auch immer, ausgehen).

Und wieder sind wir bei der Erkenntnis angelangt, nichts gewisses weiss man nicht.....

Beste Grüsse vom Baldur

Avatar

Ausschließen komplexen Selbstbetruges?

Taurec ⌂ @, München, Freitag, 05. Januar 2018, 09:50 vor 1055 Tagen @ Baldur 3111 mal gelesen

Hallo!

Also über spezielle Erinnerungen berichten kann, die nur ein Verstorbener kannte, der so recht überzeugend identifizierbar wird.

Das Problem ist, daß man hier nicht von telepathischer Übertragung unterscheiden kann. Wenn die Erinnerungen nur der Verstorbene kannte, wären sie nicht verifizierbar, (Selbst-)Betrug also nicht ausgeschlossen. Sobald ein anderer die Bestätigung liefern kann, ist nicht auszuschließen, daß das Medium ihn anzapft und ihm etwas vormacht. (Immerhin wäre dazu eine irgendwie geartete Begabung Voraussetzung.)

Besser wären Informationen, die sich erst nach Recherche als wahr herausstellen, am besten physisch in irgendwelchen Archiven oder Nachlässen lagern, so daß sie in keinem inkarnierten Geiste präsent sind.

Es sollte wohl auch nicht die Möglichkeit außer Acht gelassen werden, daß der "Forscher" genau das erhält, was er verlangt. So melden sich dann nach Bedarf die eigene Urgroßmutter, aber auch Wilhelm II., Nostradamus, Cäsar, Jesus usw.
Gab es schon mal Fälle (nicht allein auf Dein Medium bezogen), daß jemand mit objektiv erfundenen Charakteren wie Moses oder Abraham Kontakt hatte, die der Nachfragende aber für real hält?

Die Varianten des Selbstbetrugs sind nicht zu unterschätzen. Manch einer gelangt gar per Rückführung in frühere Leben (Dietrich Gref hat davon in einem Video erzählt) zurück bis Atlantis und berichtet, man hätte dort Chimären aus Mensch und Tier erzeugt, was u. a. der Grund für den Untergang gewesen wäre. Das klingt schon sehr nach dem Abenteuer, das man sich gewünscht hat.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“

ein zutreffendes Argument

Baldur @, Freitag, 05. Januar 2018, 21:10 vor 1055 Tagen @ Taurec 3084 mal gelesen

Hallo, Taurec,


Das Problem ist, daß man hier nicht von telepathischer Übertragung unterscheiden kann. Wenn die Erinnerungen nur der Verstorbene kannte, wären sie nicht verifizierbar, (Selbst-)Betrug also nicht ausgeschlossen. Sobald ein anderer die Bestätigung liefern kann, ist nicht auszuschließen, daß das Medium ihn anzapft und ihm etwas vormacht. (Immerhin wäre dazu eine irgendwie geartete Begabung Voraussetzung.)


wenn man einen Gedanken nicht gerade oben auf liegen hat, sollte es schwer sein, ihn hervor zu fördern, versuche das mal versuchsweise bei einem Probanden. Es ist verdammt schwer, aber Mentalisten bewegen sich in diesem Bereich.

Das Argument ist stichhaltig.

Nur zapfen Mentalisten immer das ab, woran der Proband ganz stark denkt. Jetzt gerade. Was er erwartet, was er hinüberreicht, hinübersendet.


Besser wären Informationen, die sich erst nach Recherche als wahr herausstellen, am besten physisch in irgendwelchen Archiven oder Nachlässen lagern, so daß sie in keinem inkarnierten Geiste präsent sind.

Richtig.

Als ich das erste Mal bei einem Medium war, sagte es, da ist Dein Opa väterlicherseits, und er zeigt mir ein kleines Kind an der Hand.

Ich: klar, hatte Opa Kinder, sonst gäbs mich ja nicht.

Medium: nein, er zeigt es als Kind, es wurde offenbar nicht erwachsen.

Davon wusste ich nichts. Meine Eltern auch nichts.

Ein zweites Medium sagte mir später:

da ist Dein Opa väterlicherseits, und er zeigt mir ein kleines Kind an der Hand.

Ich....hm..........hüstel.

Ein drittes Medium sagte mir daraufhin:

da ist Dein Opa väterlicherseits, und er zeigt mir ein kleines Kind an der Hand.

Ich.....grrrrrrrrrr.

Ich hatte weder Opa erwartet, noch sein Kind. Ich wartete auf meinen verstorbenen Vater (der auch durchkam).

Aber was war da mit Opa?

Jahre später zog meine Mutter, mittlerweile Wittwe, um, und die jahrzehntelang vergessene Kiste mit Opas Habseiligkeiten im Keller wurde entstaubt, entspinnwebt, und geöffnet.

In seiner Brieftasche fand sich ein roter Zettel, ein Einzahlungsschein von der Post, 1942, Zweck: Zahlung Alimente, ein paar Reichsmark.

Bis zu diesem Zeitpunkt war das niemandem in der gesamten Familie bekannt.

Offenbar, das ergibt sich aus dem familiären Umständen, kam das Kind bei einem alliierten Bombenangriff ums Leben.

Ich lasse es als beweisgleiches Indizium gelten.....seither habe ich ein offenes Ohr für Medialität.

Das bewusste, angesprochene Medium sagte mir bei unserem allerersten Zusammentreffen, es ginge um meine verstorbene Mutter, und als Beweis, ihr hätte der Bestatter eine Haarsträhne abgeschnitten.

Ja, stimmt. Eine Genprobe für mich, falls mal in meiner möglichen Familie Nachwuchs gekommen wäre.

Sowas macht niemand. Und das sagt auch niemand zu einem Kunden, der noch Verstand hat. Die Gefahr eines Fehlschlags ist 105%.

Er sagte bei einer anderen Sitzung, Du hast einen Fotoapparat, mit Film drin, kein digitaler, der Film ist belichtet, aber nicht entwickelt - Du suchst da etwas bestimmtes.
Lass den Film entwickeln ,und Du wirst ein Bild finden, das das zeigt, was Du suchst, was immer es ist.

Ja, ein halbes Jahr vorher war Oma gestorben und ich machte Fotos am Grab, mit dem Hintergedanken, es könnte eine Anomalie sichtbar werden.

Als ich den Termin beim Medium hatte, lag der Fotoapparat völlig vergessen im Kofferraum eines meiner Autos, denn ich war zwischenzeitlich völlig vom Thema abgekommen.

Ich liess den Film entwickeln, und auf einem Bild geht ein Lichtstrahl quer durchs Bild, der in der Realität nicht vorhanden war.
Er zeigt auf das Blumengesteck der Schwester, die als einzige nicht an der Beisetzung teilgenommen hatte.

An diesem diesigen Dezembertag gab es keine Licht -oder Sonnenstrahlen.

Das Photolabor sagte mir auf Nachfrage, das sei nicht erklärbar, aber kein Entwicklungsfehler, das wäre so echt gewesen.

In der Abfolge zusammengenommen sind das ein paar sehr unwahrscheinliche Treffer.

Gedankenlesen geht, wie ich weiss, aber man muss den Gedanken gerade oben auf haben, parat, ihn quasi hinüberreichen.

Das war bei diesen Informationen jeweils nie der Fall, weil ich auf ganz andere Informationen hoffte.

Selbst, als ich bei anderer Gelegenheit einem Medium eine "Brücke" baute und fragte, ob der Gesuchte denn "Willy" hiesse, kam ein Nein (kein Schwindler würde nein sagen), es sei ein "Walter": den hatte ich komplett vergessen, aber es gab ihn damals, und das war ein Volltreffer.

Du hast in der Sache Recht, aber die Bedenken lassen sich bei Würdigung der Wahrscheinlichkeiten, so, wie ich sie erleben durfte, nicht aufrecht erhalten.

Beste Grüsse vom Baldur


P.S.:


Die Varianten des Selbstbetrugs sind nicht zu unterschätzen. Manch einer gelangt gar per Rückführung in frühere Leben (Dietrich Gref hat davon in einem Video erzählt) zurück bis Atlantis und berichtet, man hätte dort Chimären aus Mensch und Tier erzeugt, was u. a. der Grund für den Untergang gewesen wäre. Das klingt schon sehr nach dem Abenteuer, das man sich gewünscht hat.


das ist DAS Problem beim Wünschelrutengehen....beim Muten....im Prinzip zeigt das nur das an, was ich mir kurz zuvor denke oder zu wissen vermute

Erfrischung

Fenrizwolf @, Sonntag, 07. Januar 2018, 05:26 vor 1053 Tagen @ Baldur 2996 mal gelesen

Hallo Baldur,

vielen Dank für Deine Erlebnisberichte!

Eben das wollte ich mit meinem jüngst eröffneten Thema mit Nachdruck erzwingen.

Es mag meiner persönlichen Befindlichkeit geschuldet sein, aber ich halte es für eine gute Herangehensweise, sich solche Vorkommnisse in Erinnerung zu rufen, und ggf. zu teilen, da übermäßiger Kritizismus, der leider notwendig ist, zum defensiven Verharren nötigt.

Wir stehen auf einer Aussichtsplattform im Tal - umringt von Gebirgsketten, und wissen nicht, ob die glühenden Überreste der ausgebrannten Bibliothek noch genug Wärme geben, um in der Nacht nicht zu erfrieren.

Ich will nicht die Naivität predigen, aber wenn die Gelben sich in Telekinese üben, hat das für mich mehr Nährwert als wenn sich Lehrbuch-Religiöse auf einen neuen Antichristen einschießen, Psychotiker in Videos ihre Paranoia dokumentieren, oder noch mehr (h)eilige Schriften zu Altpapier werden.

Schaut man sich sonstige deutschsprachige Foren mit esoterischem Grundtenor an, herrscht dort immer dieselbe Dynamik:
Ein Naivling fragt ob eines Wunders… die mit grauem Bart zitieren aus Psi-Büchern aus den 70ern, die Möchtegern-Autoritäten mit 67.345 Beiträgen werfen die Nebelwerfer an und preisen sich selbst, dann kommt jemand und schreibt in komischer Formatierung in Pink mit ganz viel animiertem Ballast, dann gibt es einen kurzen Streit wegen Nebensächlichkeiten, und das Thema ruht 12 Jahre, bis wieder ein Naivling auf die noch scharfe Mine tritt, in der Erwartung eine Goldmine entdeckt zu haben.

Mit besten Grüßen

Fenrizwolf

Parallelen in Seancen

Baldur @, Samstag, 06. Januar 2018, 16:09 vor 1054 Tagen @ Ulrich 3171 mal gelesen

Hallo, Ulrich,

offenbar kommen bei verschiedenen Medien ähnliche oder gleiche Charaktäre durch.

Neben Churchill ist da meist ein kleines Kind dabei, und ein brummeliger, alter Typ.

Es mag sein, dass sich da tatsächlich eine jenseitige Gruppe zusammengefunden hat, die zu Seancen gemeinsam durchkommt, oder dass das völliger Quatsch und Betrug ist, und sich ein Materialisationsmedium das von einem anderen abgeguckt hat, oder dass die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt.

Auf einem ganz anderen Niveau finden hingegen Apporte statt (Kristalle, die aus den Augenlidern hervorkommen (probiere das mal einer versuchsweise aus, sich da etwas zu verstecken - unmöglich), oder gar geschriebene Botschaften, die auf Fotos, einem Blatt Papier, oder, in einer Wachskugel versteckt und zusammengeknüllt, erscheinen.

Auch das könnte natürlich Betrug sein - oder auch nicht.

Ich wurde zweimal Zeuge von Deporten und anschliessenden Apporten. Ohne Medium. Das passierte mir ganz alleine. Und es war nicht nur der berühmte, verlegte Schlüssel.
Der Witz ist ja, dass der vermisste Gegenstand nicht irgendwo wieder auftaucht, sondern genau dort, wo er verschwunden ist (unterm Kopfkissen, obwohl Du das Bett zigmal schier zerlegt hast, ohne Ergebnis, oder im Auto - wobei dort ein Teil aus einem verschlossenen Karton im Kofferraum verschwand und Wochen später in der Frühe offen am Beifahrersitz wieder zum Vorschein kam).

Was ich damit sagen will.....das Phänomen als solches ist unbestreitbar existent.

Aber nicht jede Vorführung erscheint glaubwürdig.

Und wenn "Channelling" als "echt" angepriesen wird und verkauft werden soll, zucke ich zusammen und denke mir meinen Teil.

Beste Grüsse vom Baldur

@ Baldur

Ulrich ⌂ @, Germering, Samstag, 06. Januar 2018, 20:30 vor 1054 Tagen @ Baldur 3057 mal gelesen

Hallo Baldur,

Was ich damit sagen will.....das Phänomen als solches ist unbestreitbar existent.

Ich will Dich nicht davon abhalten Eulen nach Athen zu tragen, aber mich brauchst Du gewiss nicht davon zu überzeugen ;-)

Es mag sein, dass sich da tatsächlich eine jenseitige Gruppe zusammengefunden hat, die zu Seancen gemeinsam durchkommt, oder dass das völliger Quatsch und Betrug ist, und sich ein Materialisationsmedium das von einem anderen abgeguckt hat, oder dass die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt.

Daß es zahlenmäßig mehr Betrugsfälle als authentische Fälle gibt ist ärgerlich, aber man bemisst den Wert einer Währung nicht an der Menge des Falschgeldes, das im Umlauf ist.

Meines Wissens ist das mit dem Hang zur "Gruppierung" wohl so. In der Terminologie des Monroe-Institutes wurde dafür der Begriff „Belief Systems Territories“ geprägt ( https://www.my-big-toe.com/forums/viewtopic.php?t=10110 ), „Glaubenssystem-Reviere“ bringt es auf den Punkt, macht den missionarischen Eifer solcher „Botschafter“ verständlich, impliziert aber auch, daß man reichlich naiv wäre, „objektive“ Informationen zu erwarten.

Einen bemerkenswerten Fall des identischen „Stils“ von Botschaften aus der gleichen Quelle, unabhängig vom Empfänger, machte Dr. Ernst Senkowski bekannt: „TEIL 3 - Transkommunikation, Psychedelik und Holarchie“ http://rodiehr.de/a20/a_20_senk_synchr_t3_23_04.htm
Das englisch-sprachige Original des Buch zu diesem Vorfall, auf den sich Dr. Senkowski bezog, ist seit Jahren vergriffen, aber seit wenigen Tagen als eBook erhältlich: https://www.amazon.de/Vertical-Plane-Ken-Webster-ebook/dp/B077YZR5YX

Gruß
Ulrich

Eternal Belief System Terror

Fenrizwolf @, Sonntag, 07. Januar 2018, 10:42 vor 1053 Tagen @ Ulrich 3052 mal gelesen

bearbeitet von Fenrizwolf, Sonntag, 07. Januar 2018, 10:48

Hallo Ulrich,

Danke für den Hinweis!

selten erwähnt, sträflich vernachlässigt und vermutlich nie begriffen wurden jene „Glaubensterritorien“ aus Robert Monroes zweitem Buch.

Für alle jene, die erwartungsvoll, sehnsuchtsvoll oder auch aufklärerisch zwischen dem scheinbar allumfassenden Diesseits und einem unvorstellbaren Jenseits hin und her wanken, ist diese vorzügliche Lektüre zumindest horizonterweiternd.
Beschrieben wird damit, sehr plastisch, eine posthume unwillkommene Fokussierung jüngst Verstorbener auf diesseitige Wahnsinnslehren.

Jene behalten all den anerzogenen Unsinn bei, und gehen in feinstofflicheren Sphären noch so lange pflichtbewußt zur Kirche, bis sie dessen überdrüssig sind.
Sinngemäß heißt es: „einige verschwinden dann, und kommen nicht mehr wieder“.

Das hat etwas von dem Film „Pleasantville“ wo die Protagonisten aus einer einfachen, klischeehaften Umgebung, die nur Schwarz und Weiß kennt, in eine differenzierte Welt der Farben übersiedeln.

Oder auch der Film „The Village“ könnte eine Inspiration sein, welcher ein heimeliges Ideal extremer Beschränkung anhand eines einzigen Dorfes beschreibt, an dessen Rändern böswillige Ungeheuer lauern.

In einem Notfall die Grenze überschreitend, stellt ein vollends indoktriniertes Mädchen fest, daß es noch eine andere Welt außerhalb des Dorfes gibt.
Entlarvend ist die gute Absicht der Dorfoberen, die behütend nur alles von außen abschotten wollten, und selbst die Bösen gestalten spielten (Kostüme), aber selbst auch waren.

Monroe beschreibt urteilslos sehr direkt, wie sich Erwartungshaltung und religiöse Dogmen im Zustande der Außerkörperlichkeit auswirken.
Es geht sogar soweit, daß Verwandte, Leute mit Bezug zum Gestorbenen exakt das jenseitig inszenieren, wonach der „Sterber“ erfahrungsgemäß verlangt. Ob Himmelstor mit Rauschgoldengel oder Hello Kitty Pink – es wird so sein, wie herbeigebetet – aus Güte, zum Übergang.

Denn: Es ist alles dermaßen vielfältig, daß ein Gedanke allein Konsequenzen zeitigt. Die Welt ist Deinen Gedanken (nun) hörig.

Aber ernstlich frage ich mich wieder, welchen Stellenwert ausgerechnet ein in den 70ern aktiver US-Amerikaner haben sollte, der das Geld von allein verdient hat.

Nun, er könnte lügen, und hätte evtl. sein Forschungslabor gar nicht nötig.
Oder das Jenseits hat es ihm besonders einfach gemacht, weil er so unbedarft war, und in letzter Konsequenz kein Übermaß an Glaubwürdigkeit generieren kann, um noch Schlimmeres zu vollbringen (Religionsgründung).
Ein finanziell bestversorgter Radiotechniker in den 60er/70er-Jahren ist per se verdächtig.

Dennoch: Seine Beschreibungen sind am ehesten mit dem in Einklang zu bringen, was im Hier tatsächlich sich vollzieht, und was danach geschieht.
Er schildert beispielsweise eine Begegnung mit seinem Eigenen Vater im Jenseits, der seine Präsenz recht lapidar abtat, aber sehr der Verfolgung seiner irdischen Kompaßnadel nachhing, nachging.

Außerdem tummeln sich im nahen Fern doch angeblich Dinge, wie Party-Lärm.
Frequenzen, Radio waren Monroes Ding, und vielleicht hat er NICHT gelogen.
Eine hervorragende Inspiration für alle, die als Menschen einem Tod entgegengehen ist es allemal.

Ficken wollende Knäuel von sexualisierten Menschenhaufen klingen nicht schmeichelhaft, aber nachvollziehbar.
Selbst wenn es alles erstunken und erlogen sein sollte, sollte man seine Bücher anstatt der Bibel in den Schulen lehren, denn es ist kein Science-Fiction, nicht-religiös, und bis auf technische Mutmaßungen sehr nah am Hier- und Jetzt.
Aber die Welt ist weiter, und weiter.
Ich hasse Science Fiction (außer Jules Verne), aber selbst wenn es eine Lüge wäre, wäre es die Beste.

Es wäre toll, falls sich mal wieder ein paar Erfahrene in Sachen Astral-Reisen melden würden.

Ich selbst bin freilich der unseriöseste Schusselkopp, den man verwünscht, aber bei Abgleich aller mir zur Verfügung stehenden Varianten, sehe ich die bibliografischen Hinterlassenschaften ganz weit vorn in Bezug auf die Struktur des menschlichen Seins.

Mit freundlichen Grüßen

Fenrizwolf

Monroe

Kauz @, Sonntag, 07. Januar 2018, 18:25 vor 1053 Tagen @ Fenrizwolf 3150 mal gelesen

Hallo Fenrizwolf,

danke dass Du hier auf Monroe verwiesen hast.
Allerdings habe ich den Eindruck, dass Deine Ausführungen nicht ganz die tiefere Bedeutung in vollem Umfang erfassen.
Da Du schreibst „einige verschwinden dann, und kommen nicht mehr wieder“ möchte ich hier einen anderen Hinweis geben. Es verschwinden nicht nur einige, sondern nach und nach ALLE, wobei für den Leser nicht erkennbar wird, nach welchen Regeln das erfolgt. Nach meiner Ansicht verschwinden sie auch nicht, sondern reihen sich in den Strom derer ein, die in die Wiedergeburt gehen.
Auch möchte ich Dich bei dieser Gelegenheit auf zwei mir bedeutsam erscheinende Stellen aufmerksam machen, die viel mehr Zündstoff enthalten.
Die erste findet man im 2. Teil des 2. Buches in den Teilen 4 und 5, wo drei nacheinander folgende Inkarnationen, in relativer Neuzeit (NewYork) beginnend, AA immer weiter in die Vergangenheit führen.
Falls das so richtig ist, dann ade freier Wille.
Die andere Stelle findet sich in seinem dritten Buch (ca. Seite 200), wo er den Ausgang in eine höhere Region findet, aber zurück geschickt wird, da er seine Geschenke nicht dabei hat. Immerhin will er so etwas wie einen ein Hologramm erzeugenden Sender gesehen haben.
Man könnte wohl auch von einem Feldprojektor reden, in dessen Feld sich die angeblich Toten, zusätzlich aber auch unsere physische Ebene (das System der Ringe) befinden.
In einigen östlichen Philosophien findet sich ähnliches.

MfG
Kauz

sind wir alle nur Figuren in einem Spiel?

Baldur @, Montag, 08. Januar 2018, 11:28 vor 1052 Tagen @ Kauz 3176 mal gelesen

Hallo, zusammen,

hierzu habe ich eine Fundsache:

Leben wir alle in einer Computer-Simulation?

....Ist unsere Realität vielleicht nur ein Game? Immer mehr Physiker – unter anderem Elon Musk – sind davon überzeugt.

...The Matrix...

....Eine nicht zu unterschätzende Anzahl von Forschern hält die Vorstellung, dass es sich bei unserer Realität um eine Simulation handelt, mittlerweile für ziemlich wahrscheinlich.

«What Is Life?» fragt auch ein neuer Kurzfilm (siehe oben), zusammengeschnitten aus Interviews von anerkannten Vertretern der sogenannten Simulationshypothese. Elon Musk ist einer davon – für ihn stehen die Chancen, dass wir nicht in einer Simulation leben, «eins zu einer Milliarde».

....Wir werden in diese Welt geworfen und haben nicht die geringste Ahnung, wieso. Irgendwann stirbst du und was danach passiert, wissen wir genauso wenig.....

Gehen wir nun einmal davon aus, dass der Fortschritt im gleich rasanten Tempo weitergeht. Schon bald werden wir die virtuelle Realität nicht mehr nur mit den Augen und Ohren erleben – es werden auch die restlichen Sinne miteinbezogen: Wir können dann künstlich Schmerzen erzeugen, Dinge «berühren», die gar nicht existieren, und Gerüche wahrnehmen, die gar nie da waren....

Beste Grüsse vom Baldur

@Baldur

Kauz @, Montag, 08. Januar 2018, 13:46 vor 1052 Tagen @ Baldur 3112 mal gelesen

Hallo Baldur,

das Modell der Wissenschaftler geht noch immer vom“FREIEN WILLEN“ aus.
Falls Monroe richtig berichtet hat, ist ein Folgeleben in unserer Vergangenheit möglich.
Damit kann es sich beim freien Willen nur um eine (perfekte) Illusion handeln, da man sonst ja einen seiner Ahnen töten könnte und damit seine eigene Existenz auslöschen würde.

„Matrix“ allein wird dem also nicht gerecht.

Monroe berichtet vom „System der Ringe“. Liegt da nicht der Gedanke an eine Filmrolle sehr viel näher? Nehmen wir als Beispiel die Entdeckung Amerikas. „JETZT“ ist die ZEIT, die mir das Bild vermittelt, das gerade in meinem Projektor liegt.

In der Hoffnung, genug Denkanstöße gegeben zu haben,
viele Grüße

Kauz

Avatar

Inkarnation in die Vergangenheit, Matrixgedanke

Taurec ⌂ @, München, Montag, 08. Januar 2018, 14:21 vor 1052 Tagen @ Kauz 3134 mal gelesen

Hallo!

Falls Monroe richtig berichtet hat, ist ein Folgeleben in unserer Vergangenheit möglich.

Ohne im Augenblick selbst die Zeit zu haben, mich mit Monroe tiefschürfend auseinanderzusetzen:

Die Frage ist, wie valide, vertrauenswürdig diese Erlebnisse/Berichte sind.

Auch wenn sie authentisch sind, also tatsächlich erlebt wurden, ist eine irgendwie geartete Illusion oder (Selbst-)Täuschung womöglich nicht auszuschließen. Es würde zwingend voraussetzen, daß Monroe bei seinen Forschungen mit Personen oder Entitäten in Kontakt kam, die nachweislich bereits einmal in der Zukunft inkarniert waren und dies durch richtige Voraussagen bestätigen konnten. Die bloße Behauptung, als nächstes in der Vergangenheit zu inkarnieren und dazu Informationen zu geben, reicht nicht aus, da es sich in diesem Falle auch um eine Retrospektion handeln könnte.

Damit kann es sich beim freien Willen nur um eine (perfekte) Illusion handeln, da man sonst ja einen seiner Ahnen töten könnte und damit seine eigene Existenz auslöschen würde.

Ich neige eigentlich dazu, daß es von einer allumfassenden und überzeitlichen Warte aus keinen freien Willen gibt, weil das Universum andernfalls offen wäre, was einer angenommenen Perfektion der Schöpfung und Allmacht der Schöpfers (wie auch immer er oder es geartet sei) widerspräche. Folglich muß es sich beim freien Willen um eine der Schöpfung immanente Funktion des Menschen handeln, welcher mitnichten den Weg bestimmt, sondern sich letztlich genau für das entscheidet, was sein soll. Der Eindruck, frei zu sein, ist für den Menschen nötig, damit er seine Aufgabe erfüllen kann.

„Matrix“ allein wird dem also nicht gerecht.

Diesen Matrixgedanken zähle ich zu den sterilen Spätformen einer sterbenden Religiosität. Wissenschaftler und Techniker können (als Typus, nicht zwingend jeder einzelne) nicht mehr außerhalb ihrer Kategorien denken und projizieren ihren kleinlichen und kleingeistigen Wirkungskreis auf die Urfragen der Menschheit. Nachdem man selbst zahlreiche Simulationen programmiert und durchgeführt hat, kann man sich des Gedankens nicht erwehren, selbst simuliert zu sein, zumal man seiner materialistischen Prägung folgend den Menschen nur noch als Produkt eines biologischen Computers, des Gehirns, sich vorstellen kann.
Es ist völlig sinnlos und überflüssig, Physiker, Techniker, Informatiker etc., die sich geistig nur innerhalb ihrer Zunft bewegen können und von dort aus alle anderen Bereiche des Kosmos beurteilen, zu solchen Fragen heranzuziehen. Man bekommt nur eine Kostprobe deren eigener schalen und nihilistischen Weltsicht, keine irgendwie weiterführende Erkenntnis. Letztlich handelt es sich bei diesen Behauptungen nur um religiöse Äußerungen, da man sie nicht beweisen kann, gleich wie sehr man sich bemüht, die Grenzen der vermeintlichen Simulation abzutasten. Allerdings ist es eine Religion, deren Postulate die Urfragen nicht ansatzweise beantworten, sondern sie in für immer unerreichbare Sphären verschieben. Der Schöpfer der vermeintlichen Matrix wäre ebenfalls nur ein Mensch, der in einer Simulation lebt, die in einer Simulation läuft usw. Eine Weltsicht, die noch hohler wäre, kann man sich kaum vorstellen.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“

@Taurec

Kauz @, Montag, 08. Januar 2018, 18:27 vor 1052 Tagen @ Taurec 3128 mal gelesen

Hallo Taurec,

Du fragst zu recht: “... wie valide, vertrauenswürdig diese Erlebnisse/Berichte sind.“
Als Antwort kann ich nur empfehlen, besonders in seinem ersten Buch speziell die Teile zu lesen, in denen er (M.) über seine Zweifel und Ängste berichtet. Darüber hinaus kann man auch die Berichte von Leuten zur Bewertung heranziehen, die erfolgreich nach seiner Methode unterwegs sind. Allerdings kann ich nicht sagen, wie hoch die Erfolgsquote der Absolventen des Institutes sind.
Illusion oder (Selbst-)Täuschung sollte jedoch nahezu ausgeschlossen werden können, sofern auch nach seinem Tode von den gleichen Wahrnehmungen berichtet wird.
Wir müssen, so wir uns mit dieser Thematik auseinander setzen wollen, der Beispiele bedienen, die in unserem Umfeld finden, wohl wissend, dass ein so gewähltes Beispiel nur einen bestimmten Aspekt oder eine bestimmte Frage erhellen kann.
Ich gehe, nicht erst nachdem ich Monroe‘s Bücher gelesen habe, davon aus, das unser irdisches Leben einen Zweck hat, dass wir irgend etwas lernen, erfahren oder gar produzieren sollen. Und wie könnte das (aus unserer Sicht) sinnvoller umgesetzt werden (und hier kommen wir zu den ersten irdischen Entsprechungen), als in einem Schulsystem oder einem Fließband. Nun ist das hier kein Fließband, aber das Verfahren der Reinkarnation, das nicht nur von M. beschrieben wird, hat doch mit der Weitergabe von einem zum nächsten Leben eine nicht zu übersehende Ähnlichkeit mit der Weitergabe von einer Arbeitsstation zur nächsten. Auf einem Fließband existiert alles gleichzeitig, wie zum Beispiel in der Kfz-Produktion. Wir können jeden Arbeitsgang verfolgen. Dazu müssen wir nur in die gewünschte (Zeit) Arbeitsstation schauen. So betrachtet werden gerade jetzt die Pyramiden errichtet und Moses hält seinen Stab hoch um das Meer zu teilen – aber alles an seinem Platz in der Zeitschleife.
Ich möchte es an dieser Stelle erst einmal genug sein lassen. Schließlich möchte ich nur Denkanstöße geben.

MfG

Kauz

Nive-a und Nive-au I

Sagitta @, Montag, 08. Januar 2018, 15:55 vor 1052 Tagen @ Baldur 3072 mal gelesen

....Ist unsere Realität vielleicht nur ein Game? Immer mehr Physiker – unter anderem Elon Musk – sind davon überzeugt.

Hallo Baldur,

ich wußte gar nicht, dass Musk ein Physiker ist (dachte, er sei Programmierer und Unternehmer). Und wird eine Wahrscheinlichkeitsaussage wahrscheinlicher, wenn Musk sie tätigt?

Eine nicht zu unterschätzende Anzahl von Forschern hält die Vorstellung, dass es sich bei unserer Realität um eine Simulation handelt, mittlerweile für ziemlich wahrscheinlich.

Überschätzt Du diese Forscher vielleicht? Sind das wirklich Forscher (ich hielte hier Philosophen für kompetenter). Was soll in dieser Simulation simuliert werden? Was wäre das 'wahre Geschehen' (im Gegensatz zum simulierten) - und wie wären die beiden Prozesse voneinander zu unterscheiden?

....Wir werden in diese Welt geworfen und haben nicht die geringste Ahnung, wieso. Irgendwann stirbst du und was danach passiert, wissen wir genauso wenig ...

Die diese Aussagen machen, haben wohl echt keine Ahnung, vermutlich auch gar nicht sich wirklich bemüht, eine Ahnung von der Welt und dem Leben zu bekommen. Und ich müßte Dich bedauern, wenn Du Dich hier inhaltlich anlehnen wolltest.

sind wir alle nur Figuren in einem Spiel?

Wer so fragt, sollte auch die Frage nach dem Spielmacher stellen (außerdem die Grenzen der Sprache und der Logik kennen).

Und dann weiß ich nicht, was das alles mit Schauungen zu tun hat. Empfehle Dir aber zu diesem Thema Heidegger oder Plotin, damit Du mal das Sein vom Seienden abzulösen verstehst. Oder ein paar Kekse Leibniz zu der Frage, warum überhaupt etwas ist und etwa nicht nichts.

MfG, Sagitta

Avatar

Vulkanismus war damals bereits bekannt

Taurec ⌂ @, München, Sonntag, 17. Dezember 2017, 10:30 vor 1074 Tagen @ BBouvier 3711 mal gelesen

bearbeitet von Taurec, Sonntag, 17. Dezember 2017, 10:36

Hallo!

Markant ist da insbesondere die Erwähnung des Massentourismus ab den 60er Jahren an die Strände Spaniens und Italiens:
"Dantes und Cervantes welscher Laut
Schon dem deutschen Kinde ist vertraut,
Und am Tiber - wie am Ebrostrand
Liegt der braune Freund von Hermannsland
."

... was Hingerl irrig als "die guten Zeiten nachher" versteht und daher ganz an das Ende seines Gedichtes setzt.

Ja, klar. Auch er lebte in der christlich-endzeitlichen Naherwartung und setzte die Ereignisse in seiner nächsten Zukunft an. Daher kam nach der deutschen Niederlage und dem Versailler Diktat mit seinen Folgen nicht etwa der Zweite Weltkrieg und eine noch schlimmere Zerlegung Deutschlands, sondern der Wiederaufstieg und das "goldene Zeitalter". Eine möglichlicherweise echte Schau zum Massentourismus hat er mangels weiterer eigener Schauungen dahineingelegt.

Und Hingerl muß noch eine weitere valide Prophezeiung/Schau zugänglich gewesen sein, die wir nicht kennen. Nämlich eine, die "Staubesnacht" = "Staub/verschattende Aschen" zum Inhalt hat.

So weit würde ich (noch) gar nicht gehen. Er hatte zumindest eine uns bei unserer immer noch sehr laienhaften Quellenkenntnis der Prophezeiungsliteratur des 19. Jahrhunderts einen Text vorliegen, in dem die Idee (!) von Stäuben schon vorkam. Daraus folgt aber nicht, daß diese Quelle auf echten Schauungen basiert und nicht doch nur die alte christlich-endzeitliche Strafgerichtklamotte durch erfundene Details abwandelt. Beim Ausbruch des Tamboras 1815 und aus Sicht des Lindelieddichters in jüngerer Zeit der Ausbruch des Krakataus 1883 dürfte die Möglichkeit großer Ascheniederschläge auch dem etwas weltgewandteren Bürger ins Bewußtsein gedrungen sein.

Man sollte auch die Erforschungsgeschichte Pompejis ab 1863 im Hinterkopf behalten, insbesondere die Gipsabdrücke der Menschen im Todeskampf hinsichtlich der wissenschaftlichen Erkenntnis des "Atemkrampfes", der im Lindelied vorkommt.

Der Ausbruch 1883 erregte weltweit Aufsehen:
"Überall rund um die Erde wurden aufgrund der Partikel in der Atmosphäre, an denen es zu Lichtbrechungen kam, spektakuläre Sonnenuntergänge beobachtet. So soll einer Untersuchung US-amerikanischer Wissenschaftler zufolge die auffallende rötliche Färbung des Himmels in Edvard Munchs berühmtem Gemälde 'Der Schrei' auf die nach der Eruption weltweit veränderte Färbung des Himmels zurückzuführen sein. Munch schrieb in seinem Tagebuch: 'Plötzlich färbte sich der Himmel blutrot, die Wolken aus Blut und Flammen hingen über dem blau-schwarzen Fjord und der Stadt'."
"Ein Astronom berichtete über die totale Mondfinsternis am 4. Oktober 1884 an 'Nature', dass … die Verdunkelung des Mondes weit über den Grad hinausgeht, den man bei Finsternissen der letzten Zeit gesehen hat."
"Der Ausbruch des Krakatau im Jahre 1883 wird in der Medienwissenschaft als eines der frühesten Beispiele für das globale Dorf angeführt. Ohne die telegraphischen Berichte nach Europa wäre beispielsweise die Flutwelle nicht erkannt worden."

Wir können davon ausgehen, daß ab diesem Zeitpunkt der genaue Ablauf vulkanischer Katastrophen und ihre Begleiterscheinungen den Menschen in Europa bekannt waren. Von da an waren einige der Elemente, die wir aus den späteren Prophezeiungen kennen, als Idee und Möglichkeit in der Gedankenwelt vorhanden. Es ist davon auszugehen, daß dies auch die Vorstellung von der endzeitlichen Katastrophe beeinflußt und zum Entstehen neuer Details geführt hat.

Bis dahin war in den Prophezeiungen lediglich von einer unspezifischen "Verpestung der Luft" (Taigi 1870, Matarelli 1871) neben den religiösen Begleiterscheinungen (Dämonen etc.) die Rede. Ich meine, man kann parallel mit dem Erkennen der Naturzusammenhänge verfolgen, wie die Prophezeiungen präziser wurden, sodaß beispielsweise bei Jahenny (nach 1891) zu lesen ist:

"Weder der Wind noch der Sturm noch die Erdbeben werden sie auslöschen. Wolken, rot wie Blut, werden am Himmel vorüberziehen; das Krachen des Donners wird die Erde erschüttern. Unheilbringende Blitze werden die Strassen durchzucken und dies zu einer Zeit, zu der sie sonst nie vorkommen (Winter). Die Erde wird bis in ihre Grundfeste erschüttert werden. Das Meer wird schäumende Wogen über das Festland schleudern …"

So vorschnell, daß notwendigerweise eine echt Schau irgendwo vorhanden war, würde ich nicht sein. So traurig es ist und so verständlich der Wunsch nach echten Schauungen aus dieser Zeit auch sein mag, darf man das Ausmaß des Betruges, auch des Selbstbetruges der Gläubigen, nicht unterschätzen, aber auch nicht die Kreativität der Autoren und Interpreten sowie die bereits Ende des 19. Jahrhunderts vorhandene Kenntnis in den Naturwissenschaften. Als neuere Entdeckung ab 1980 kann man wohl die Impakte werten, nicht jedoch Vulkanausbrüche, die weitgehend schon die aus Schauungen & Prophezeiungen bekannten Naturerscheinungen mit sich bringen.

Der Aha-Durchbruch Richtung "Stäube/Aschen" kam erst deutlich später, u.a. mit den erst hier in der Quellensammlung veröffentlichten ganz jungen und dokumentierten Schauungen.

Der Durchbruch kam bei uns (!) wohl doch eher nicht ganz undummen Prophezeiungsgläubigen :augenrollen:, die jahrzehntelang im Banne des Wahngebildes "Atomkrieg" standen, das alle Interpretationen beherrschte. Vor der Erfindung der Bombe waren die im Prophezeiungsbereich literarisch tätigen, die sowohl an die Endzeitklamotte glaubten, aber auch zeitgenössische naturwissenschaftliche Entdeckungen mitbekamen, womöglich schon auf dem richtigen Weg bzw. näher an dem, was ihre Prophezeiungstradition mit dem Strafgericht eigentlich meinte (nämlich ein dem göttlichen Willen entspringendes Naturgeschehen, keine menschengemachte Atomkatastrophe).

… daß es offensichtlich vor bereits 100 Jahren eine Hingerl damals zugängliche Quelle gab, die die Ursache der "Dunkelheit" offenbar korrekt auswies.

Es wird zumindest korrekt ausgewiesen, was wir uns jetzt als Begleiterscheinung der Dunkelheit denken, woraus Du folgerst, da müßte es eine echte Schauu gegeben haben, in der Annahme, die für einen selbst bahnbrechende Erkenntnis "Aschen & Stäube" :surprised: wäre unseren allzu unwissenden Vorfahren gar nicht möglich gewesen.
Eine Ursache der Dunkelheit gibt übrigens auch das Lindelied nicht an, sondern lediglich Begleiterscheinungen.

Daß uns diese Prophezeiung jedoch nicht bekannt ist!
Viel schlimmer jedoch noch: Was ist, falls in jener - wohl validen - Quelle noch weitere künftige wichtige Tatsachen geschildert wurden, von denen wir allerdings keinen blassen Schimmer haben - und das nur, weil Hingerl die nicht in sein Gedicht aufgenommen hat?

Den möglichen Gehalt dieser vermuteten Prophezeiung, deren Existenz nicht bewiesen und nicht beweisbar ist, sollte man nicht überschätzen. Vor allem sollte man davon ausgehen, was damals naturwissenschaftlich tatsächlich schon bekannt war, nicht von dem, was man sich heute so vorstellt, daß sie sich gedacht haben könnten.
Ich unterstelle, daß wir nicht die ersten sind, die sich über naturwissenschaftliche Hintergründe des Prophezeiungsgeschehens Gedanken machen, daß man auch vor 100 Jahren schon Ideen hatte, die unseren heutigen vergleichbar sind, und daß deren Wiedergabe in Prophezeiungen (nicht zu verwechseln mit Schauungen) mitnichten bereits für Echtheit spricht.

Eine Bemerkung zum Abschluß noch.
Aus Hingerls Gedicht:
=>
"Winter kommt, drei Tage Finsternis,
Blitz und Donner und der Erde Riß
."

Vom 9. Juni 1881 datiert eine Durchgabe Jahennys aus der geistigen Welt:
"Was sich angehäuft hat, wird rasch nacheinander folgen: Blitze, Schreckenszeichen, Spaltung der Erde und ein Firmament mit unverständlichen Phänomenen für den menschlichen Geist."

Das bedeutet zwingend, daß die Idee eines Erdrisses im geistigen Sammelsurium der Menschheit spätestens 1881 schon vorhanden war. Es bedeutet nicht, daß Hingerl die Aussagen Jahennys kannte. Wir sollten auch die Möglichkeit offen lassen, daß es bereits andere Prophezeiungen gab, in denen eine "Spaltung der Erde" genannt wird. Ich unterstelle, daß wir, die wir größtenteils noch immer auf die Massenquellen Bekh, Loerzer, Trülle, Beykirch etc. zurückgreifen und dies für der Weisheit letzten Schluß halten (als ob es darüber hinaus nichts geben könnte), noch immer nicht alle existenten Quellen kennen.

Auch für diesen Erdriß ist mir in der Prophezeiungsliteratur keine Vorlage bekannt.
Die Originalität läßt auf Validität folgern.

Daß allerdings in einem Haufen literarischer (also intellektuell erdachter, fingierter) Erzeugnisse innerhalb der Literaturgattung "Prophezeiung" sich ausgerechnet echte Schauungen verbergen sollen, weil es keine bekannte literarischer Grundlage gibt, dünkt doch recht unwahrscheinlich. Auch jede literarische Erfindung kam irgendwann zum ersten Mal in die Welt, ist aber deswegen nicht zwangsläufig eine Tatsache.

Im Grunde werden die potentiell echten Lindeliedfragmente, wenn man naturwissenschaftliche Kenntnis unterstellt, die interpretativ ins Endzeitgeschehen eingeflochten wurden, auf den "braunen Freund aus Herrmanns Land" reduziert. Wenn aber 99 % des Liedes nur auf Vorlagen basieren, endzeitlicher Deutung der Gegenwart und naturwissenschaftlichem Ertrag der (damals) jüngeren Forschung, warum sollte dann ausgerechnet dieses eine Fragment echt sein? Wahrscheinlicher ist, worauf Randomizer hinwies, daß man es sich damals womöglich schon denken konnte.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“

Avatar

Volkssagen zu Fauna und Flora in den Häusern

Taurec ⌂ @, München, Donnerstag, 21. Dezember 2017, 10:57 vor 1070 Tagen @ BBouvier 3826 mal gelesen

bearbeitet von Taurec, Donnerstag, 21. Dezember 2017, 11:15

Hallo!

Irlmaier echot hier eine Fälschung (!), nämlich "Mühlhiasl".
=>
"aber dann werden einmal die Brennesseln aus dem Fenster wachsen.

Bei mir steht die Aussage auch bei Josef Naar (nur eine andere Variante der Volkssage à la Mühlhiasl):
"Der Böhmerwald wird wiederum veröden, die Dörfer werden zerstört werden, bei den Fenstern werden überall Brennesseln herauswachsen, und in den Häusern werden die Füchse und Hasen ein- und ausgehen."

Bei Mühlhiasl steht:
"In Lindach wird alles voll Häuser und Lehmhütten ang’schlötte. Aber nachher wachsen einmal Brennessel und Brombeerdörn zu’n Fenstern außer."

Und in einem von Landstorfer nachträglich veröffentlichten Leserbrief über Mühlhiaslaussagen im Volksmund:
"Von den schönen Häusern werden mal die Bramdornen rauswachsen."
Sowie: "Nach dieser großen Weltabräumung gehen viele von ihrem Heim weg und siedeln sich auf schönen Plätzen an. Auch an ihren Häusern, die sie verlassen haben, werden mal die Brennessel rauswachsen."

Der Zusender behauptete, der Mühlhiasl sei öfters zu seinen Urgroßeltern gekommen, was bei einer erwiesenermaßen erfundenen Person doch eher verwunderlich wäre. Ob da die Großeltern dem Enkel oder Eltern dem Sohne nicht eher Märchen erzählt haben?

Bei Sibylle Michalda (bei Franz Berger, 1850):
"Diejenigen, welche übrig bleiben, werden betrübt auf alles das sehen, denn die ganze Stadt wird einem Schutthaufen gleichen, aus dem sich hie und da verschiedene Gestrüpp mühsam hervorwindet; aus diesem Schutthaufen wird nie mehr eine Stadt frisch und neu auferstehen, Marder und Füchse werden da hausen"

Beim Stormberger:
Ca. 1780-1820: "Weiters werden hier im Wald große Häuser wie Paläste gebaut werden und mit der Zeit wieder zu nichts werden, sogar daß in manchen Füchse und Hasen ihr Jungen darin aufziehen und die Leute werden sich verlaufen ohne Hunger und ohne Sterb, es werden auch die großen Herren in die wilden Wälder kommen und selbe besichtigen."
Um 1840: "Nach diesem werden die Leute der Waldung in die Länder ziehen ohne Hunger und Sterb und die eingebauten Häuser in den Wäldern den Füchsen zur Wohnung werden."
Ende 19. Jahrhundert: "O ihr Narren in guten Ländern, die in diesen Krieg tot geworden sind und niemand mehr da ist, danach werden erst neue Hauser zu Füchsen- und Wolfshütten werden.

Spielbähn (1846 aus Sagengut herbeigefälscht):
"Du wirst öde und verlassen stehen, und die Raben und Füchse werden sich da aufhalten; und Heisterbach wird wüst durcheinander geworfen sein in dieser Zeit. (Während man traurig auf den Trümmern des zerstörten Heisterbach wandelt, bist du ein Aufenthalt der Füchse und der Raben)."

Vermutung: Das Motiv ist viel älter und geht auf Eindrücke aus deutschen Landen nach den Bevölkerungsverlusten im Dreißigjährigen Krieg oder durch die Pestwelle dreihundert Jahre zuvor zurück?

Das Motiv ist immer das gleiche, nur wurden Füchse und Hasen irgendwann zu Brennesseln.
Irlmaier hat sich hier lediglich bedient und die Aussage willkürlich auf seinen zufälligen Aufenthaltsort bezogen. Möglicherweise hat er sie mit echten Eindrücken der näheren Zukunft vermischt, z. B. des Baus der Gemeinde Traunreut. Die Verbindung selbst gesehener Neubauprojekte mit dem Verödungsmotiv aus der Volkssage erscheint dem Prophezeiungsgläbigen durchaus logisch, basiert aber leider nicht auf echten Schauungen.

Eine modernisierte Abwandlung des Motivs stellt möglicherweise die Aussage des "spinnaden Schusters" Johann Kristl dar, die sich beim (verdächtigen Volksautor) Bekh findet, nicht jedoch bei Frumentius:
"Der 'spinnade Schuster' hatte bereits anfangs dieses Jahrhunderts gesagt: Er sehe in der nächsten Umgebung hohe, himmelhohe Hauser (wir würden sie heute 'Wolkenkratzer' nennen), Häuser mit Dutzenden von Fenstern übereinander. Er sehe aber auch einen Krieg, Verheerung und Blutvergießen. Erst ‚danach’ sei Frieden. Auf die Frage, wann dieses 'Danach' sei, antwortete der, Schuster: 'Dann, wenn dort, wo ich die hohen Häuser sehe, wieder ebene Erde ist. Erst müssen die hohen Häuser verschwinden. Danach wird Frieden sein.'"

Bekh hat die Aussage wohl von Frumentius bekommen, dieser wiederum wird sich nicht nur mit authentischen Aussagen des Schusters, sondern auch von anderen ihm zugeschriebenen beschäftigt haben.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“

Helmsauer Marie (Angebl.) und Brombeeren aus Herrenhäusern

Baldur @, Donnerstag, 21. Dezember 2017, 20:10 vor 1070 Tagen @ Taurec 3651 mal gelesen

Hallo, zusammen,

gemäss Bekh soll eine Helmsauer Marie geweissagt haben, dass landwirtschaftliche Silos reihenweise leer stehen würden.

Ja, das stimmt, die kleinen Höfe gingen und gehen alle über die Wupper.

Aber ohne Krieg und Himmelskreuz, Jammerzeug und Blahsülz, sondern aus individueller, örtlich begrenzter, wirtschaftlicher Not.

Das erinnert mich an das Gebiet meiner Vorfahren mütterlicherseits, Niederbayern, im Bäderdreieck.

Da gab es sprichwörtliche Gutshöfe, zu denen man aufsah, das waren die Honoratioren, die Reichen, die Gutsbesitzer. Über viele Jahrzehnte lang, zurück bis 1800 wohl, oder noch weiter reichend.

Heute liegen einige dieser ehemals sattlichen Güter in Trümmern, die Dächer eingebrochen, die Fenster eingeschlagen, unbewohnt gammeln sie verwahrlost und vergessen vor sich hin.

Stand: 2012ff. Heute gleichermassen.

Wiederum aber keine Ursache durch Krieg, Elend, Armut oder sonstwas, sondern einfach dadurch, dass die Maklerformel Lage,Lage,Lage halt beschissen ist, ein wirtschaftlicher Nutzen sich (derzeit) nicht mehr erreichen lässt, und die Unterhaltskosten unsinnig werden.

1985ff. waren diese angeblichen Güter noch 7-stellig bewertet, jedenfalls in den Makleranzeigen - es hat nur niemand den Schrott gekauft. Nicht für diese horrenden Vorstellungen, und auch nicht für weniger, oder ganz weniger, nein gar nicht, keiner - das Zeug verfiel wertlos, und das buchstäblich.

Nicht alle Zeichen, die aufs Schlimmste deuten, gründen auch auf diesen Ursachen, manchmal sind die Gründe sehr profan.

Die Welt geht nicht unter. Allerdings sind die Rechnungen/Bilanzen der Eigentümer bachab gegangen.

Beste Grüsse vom Baldur

RSS-Feed dieser Diskussion