Eine selektive und redigierte Zusammenstellung aus dem böhmisch-bayerischen Traditionskreis (Schauungen & Prophezeiungen)

gaudens @, Sonntag, 24. Januar 2016, 18:55 vor 1767 Tagen 3841 mal gelesen

I
Um Böhmen herum wird ein großer Trümmerhaufen sein, denn es wird Feuer hageln. Die 'Wilde Jagd' braust über die Erde. Die Menschen werden die Welt vernichten. Und die Welt wird die Menschen vernichten.

II
Ein fürchterlicher Orkan braust über die Stadt. Die Erde bebt. Mauern bersten. Klüfte öffnen sich, alles versinkt in die Tiefe. Felsen fliegen durch die Luft. Der Hradschin steht in hellen Flammen. Überall gibt es Feuer. Langsam und trübe wälzen sich die Fluten der Moldau dahin. Graugrüne Schwaden durchziehen die Gassen. Mensch und Vieh windet sich in Krämpfen. Die Stadt liegt in Schutt und Asche. Ihr Licht ist erloschen. Finsternis herrscht überall. Nur das Heulen des Sturmes verdeckt das Unglück.

III
Ein Himmelszeichen wird es geben. Dann kommt das große Abräumen. Das Bayernlandl wird verheert und verzehrt, das Böhmerland mit dem Besen ausgekehrt. Die Leute werden krank, und niemand kann ihnen helfen. Der Wald wird öd werden. Wenn man auf den Bergen steht, wird man im ganzen Wald kein Licht mehr sehen. Und schaut den Wald selbst an: er wird Löcher haben wie des Bettelmanns Rock. Es wird aber wieder weitergehen. Der erste Rauch wird im Ried neu aufsteigen. Dort wird später eine große Kirche gebaut, und von weither werden die Leut kommen.

IV
Der Böhmerwald wird einmal versengt werden wie ein Strohschübel. Rennt nicht davon, wenn die grauen Vögel fliegen, woanders wird es noch schlechter sein. Die Leut tanzen noch, da wird draußen ein Himmelszeichen stehen, das den Anfang vom großen Unheil ankündigt. Es steht gegen Norden ein Schein, wie ihn noch niemand gesehen hat, und dann wird ringsum das Feuer aufgehen.

Du hast das Essen vor dir und darfst es nicht essen, weil es dein Tod ist, und hast das Wasser im Grandl und darfst es nicht trinken, weil es auch dein Tod ist. Aus dem Osser kommt noch eine Quelle, da kannst du trinken. Die Luft frißt sich in die Haut wie Gift. Leg alles an, was du an Gewand hast, und laß nicht das Nasenspitzl herausschauen. Setz dich in ein Loch und wart, bis alles vorbei ist, lang dauert's nicht, oder such dir eine Höhle am Berg. Wenn kein Uhmanndl mehr schreit, und die Hasen zum Hause kommen und umfallen, dann geh weg vom Wasser und mähe kein Gras. Wenn dir die Haare ausfallen, hat es dich erwischt. Nimm ein Kronwittbirl in den Mund, das hilft, und sauf keine Milch, acht Wochen lang.

Es wird alles kommen, wie es der Stormberger gesagt hat. Aber er hat nicht alles gesagt - oder sie haben ihn nicht verstanden. Denn es kommt viel schlimmer.

V
Einmal sehe ich wie der Wind das Feuer herbringt und alle Bäume brennen wie Zündhölzer, ein andermal sehe ich, daß unten alles verkommen ist, kein Mensch ist mehr da, und kein Haus. Nur noch Mauertrümmer. Und immer wieder kommen Wolken, feuerrot, und es blitzt, aber es donnert nicht. Und einmal ist alles finster, und unten auf der Waldhausstraße geht einer mit einem brennenden Ast und schreit: ‚Bin ich wirklich noch der Letzte? Bin ich wirklich noch der Einzige?’ Und dann ist wieder der Himmel gelb wie eine Zitrone und ist so tief unten. Kein Vogel singt, ich finde keine Kuh mehr und kein Wasser. Auf dem Berg ist keines mehr und unten im Regen kein Tropfen mehr.

VI
[In der Schau, sieht sich zusammen mit seiner Frau]: Unmittelbar vor uns, bei der Stadt Marktleuthen, kam gelber Staub vom Himmel. Wir rannten schnell weg von diesem Staub. Wer ihn einatmet stirbt.

[Wieder ein Traum am frühen Morgen, diesen Traum mit Empfindung von Temperatur]: Eine dunkle Wolkenwand, die von der Erde bis weit in den Himmel reicht, wälzt sich rasend schnell wie ein Brecher über das Land auf mein Anwesen zu, mit Blitz und Donner und unvorstellbarem Lärm. Ich suche Schutz hinter einer meiner Scheunen. Es wird finster.

Als es wieder hell wird, ist mein Dorf völlig mit Geröll verschüttet und verschwunden. Ich sah bis zum Schneeberg im Fichtelgebirge alles zerstört. Nur noch Sand, wie Dünen in der Sahara. Bei dem Traum fühlte ich, dass es wärmer war, ca. 35-40 Grad, Wüstenklima. Kein Haus weit und breit mehr zu sehen, nur einige verkohlte Baumstümpfe ragen am Fuß der Berge aus dem Sande. Bis zum Horizonte nur grauer, trockener, feiner Sand, den der Wind leicht vor sich her treibt - sonst nichts. Keinerlei Vegetation, kein Zeichen von Leben. Das Land wird aber nach einiger Zeit wieder besiedelt und bewirtschaftet, wenn das Wasser wieder kommt. Später wachsen auch bei uns Bananen.

Kommentar zur Zusammenstellung

Sagitta @, Sonntag, 24. Januar 2016, 19:15 vor 1767 Tagen @ gaudens 3574 mal gelesen

Guten Abend!

zu I

Es handelt sich um die Prophezeiung des Blinden Jünglings, die im Kern vermutlich ein hohes Alter hat und seit den 1930er Jahren belegt ist (Überlieferungsgeschichte siehe Gann, S.114). Bereits in der ganz alten Version (1645) ist von einer Zerstörung des Böhmerlandes die Rede (Urtext in der Quellensammlung des Forums, Bilder 2 und 3). Eine Naturkatastrophe ist hier nur angedeutet. Kriege spielen eine größere Rolle. Die 'Wilde Jagd' ist ein Motiv aus dem europäischen Sagenkreis (https://de.wikipedia.org/wiki/Wilde_Jagd). Dieses Motiv ist wichtig, weil es Bezüge gibt zu den "Geistern und Stimmen" während der 3tF. Das, was in der Schau (Orkan!?) gesehen wurde, kann am einfachsten ausgedrückt werden mit Hilfe der Bilder aus der Volkssage?

zu II

Hier handelt es sich um ein Zitat aus der Michalda, belegt seit Mitte 20. Jahrhundert. Der Untergang Prags ist "literarisch-romanhaft" beschrieben im Stile von Velten. Die angedeutete Naturkatastrophe fällt aus dem Rahmen der übrigen Prophezeiung deutlich heraus, was ein Indiz auf einen echten Schauungskern sein könnte. Jedoch ist VORSICHT hier angebracht. Vielleicht kann @Randomizer, der die tschechischen Quellen sehr gut kennt, zu Michalda und Jüngling ein paar bessere Altersangaben machen.

zu III - V

Hier handelt es sich um Auszüge aus der Stormberger Prophezeiung sowie um Wudy, wobei Friedl (1974) meine Vorlage war (Keilhofersche Handschrift). Den Prokop habe ich aus der Quellensammlung des Forums. Ganz unten ist ein Foto von ihm (Person ganz links), das ich aus der Schrift von Haller hier hochlade. Ich nehme die Gelegenheit wahr, noch ein paar kritische Bemerkungen zu den Feldpostbriefen mit Bezug zu den Texten von Friedl zu machen (siehe paralleler Forumsbeitrag von heute). Man beachte, dass Wudy von Wasser spricht, das man hat, aber nicht trinken darf. Erst Prokop spricht von Wassermangel an den Quellen und im Flusse selbst. Das hat auch der Selber Bauer, jedoch in völlig anderem inhaltlichem Zusammenhang.

zu VI

Das ist ein Auszug aus den Veröffentlichungen hier auf dem Forum zum Bauern von Selb. Ich stelle für mich (!) zusammen, was mir selbst (!) wichtig und authentisch zu sein scheint. Andere mögen gerne dieses Aussagen verwerfen. Ich hatte den Bauern von Selb bei mir in der Tonne, bis Tribun hier über ihn bzw. von ihm geschrieben hatte. Deshalb von hier aus nochmals Dank an ihn.

Zusammenfassung und Ertrag

1. Man kann aus den überkommenen Prophezeiungstexten eine besondere Gefährdung für den böhmisch-bayerischen Raum herauslesen. Es ist die Rede von einer fast völligen Entvölkerung der Region, was umso bemerkenswerter ist, insofern gleichzeitig auch (voraus-) gesagt wird, dass voraufgehend zu dieser "Auskehrung" zunächst in der Region sehr viel neu gebaut werden wird (große Häuser, Straßen, Eisenbahnlinien) - und was ja zwischenzeitlich geschehen ist. Die Entvölkerung ist auch deshalb bemerkenswert, weil zum Zeitpunkt der Entstehung der Prophezeiung ohnehin nicht sehr viel Menschen in dieser Gegend lebten. Die Tradition als Ganzes gesehen, unabhängig vom einzelnen Seher, muss als valide angesehen werden.

2. Diese Prophezeiungstradition für Böhmen-Bayern ist relativ alt, vor allem aber eigenständig. Sie hat inhaltlich-sprachlich keine Beziehung zu anderen Traditionen (Finsternis, Endschlacht, Monarch, Fluten o.ä.). Sie präzisiert sich im Lauf der Jahrzehnte mit neuen Bildern, die Seher kennen teilweise ihre Vorgänger - aber das ist nicht störend, da jeder eine eigene Blickweise hat.

3. Generell zur Methodik aus meiner Sicht: Es darf bei der Analyse von Prophezeiungen nicht nur kritisch gesichtet (und Wortklauberei sowie logische Haarspalterei betrieben) werden. Das ist zwar durchaus die erste und zwingende Voraussetzung. Es muss aber auch eine Bemühung um eine Gesamtschau und um eine Differenzierung der Teile innerhalb des Ganzen stattfinden - sofern die Quellen das zulassen (manchmal, Beispiele findet man in der Archäologie, sind allerdings die Bruchstücke eben so gering, dass man keine Gesamtschau leisten kann).

4. Die Sicht auf eine Gefährdung des böhmischen Raumes nimmt im Lauf der Jahrhunderte innerhalb der Schauungen zu, es legen sich
mehrere Krisenereignisse auf dieses Gebiet, wie Jahresringe am Baum (bereits innerhalb der Stormberger Tradition erkennbar). Diese Gefahren sind überwiegend in Kriegen und sozialen sowie allgemeingeschichtlichen Entwicklungen zu suchen (hierzu empfehle ich, die diversen Stormberger Handschriften lesen, vor allem jene Textteile, die ich hier nicht zitiert habe). Die lange Kette der vorausgesagten Ereignisse gipfelt allerdings in einem gravierenden Geschehen, das einerseits durch einen (plötzlichen, von Osten kommenden sowie dramatischen und verheerenden Krieg gekennzeichnet, andererseits durch ein katastrophales Naturgeschehen (das bei der hier unternommenen Analyse im Vordergrund stand).

5. Erst neuere Schauungen (nach den 1970er Jahren), geben diesem 'großen Naturereignis' die Hauptschuld an der Entvölkerung und Zerstörung des böhmisch-bayerischen Raumes. Die alte Tradition dagegen lässt die Ursachen noch offen (was wiederum in meinen Augen für ihre Authentizität spricht).

6. Unter der Annahme, dass der Bauer aus Selb seine Schauungen tatsächlich in den 70er Jahren hatte und nur die seinerzeit bzw. bis
dahin veröffentlichten Schauungstexte kennen konnte, scheint mir ein Beitrag authentisch zu sein und stellt eine wichtige Brücke von den alten Texten zu den neueren Schauungen dar (Waldviertler etc.). Die neueren Texte hat Taurec dankenswerterweise in seinem Beitrag über die Impakte in der Tschechei zusammengestellt. Meines Erachtens gehört allein von der Region her der Zellertaler Bauer hier mit dazu, auch wenn seine Visionen nicht auf Impakte deuten (was vielleicht hier im Forum nicht gern gesehen wird). Die neueren Schauungen bringen zwar weitere Details und lassen auf die Ursache der Katastrophe spekulieren. Für die Tatsache selbst bringen sie nichts zuverlässig Neues - außer dass sie sie bestätigen und die Validität der Tradition bzw. die Ereigniswahrscheinlichkeit der Prognose erhöhen.

7. Es ist interessant, dass Irlmaier die bayerische Weissagung eigentlich nicht auf deren eigener Wellenlänge weiterführt. Vom 'Gelben Strich' abgesehen (aber auch hier haben wir bei Wudy schon die 'grauen Vögel' und bei Prokop der tiefhängenden gelben Himmel). Irlmaier fügt im Gegensatz zu Wudy, Prokop und Selb keine neuen Details zu diesem Traditionsstrang hinzu (eher vielleicht zur 3tF-Tradition). Dieser Sachverhalt müßte noch gründlicher untersucht werden. Wo es doch Ähnlichkeiten gibt, sehe ich persönlich Irlmaier oder seine Herausgeber eher Abhängige, rhetorisch gesprochen als Nachplapperer (seichte Flüsse, Schutz für das Bayernland etc.).

8. Für die Datierung der 'Naturkatastrophe" konnten die alten Schauungen nur unbestimmte Angaben machen (allgemeiner Sittenzerfall, Rückgang des Glaubens, wirtschaftliche und politische Krisenumstände). Es scheint in der Stormberger Prophezeiung aber bereits erkennbar auf, dass dem letzten und großen "Abräumen" ein plötzlich (!) und aus dem Osten hereinbrechender Krieg vorausgeht. In den neueren Schauungen wird das weiter präzisiert. Der Bauer von Selb sieht Panzer und Russen vor Ort, bevor die Stadt (noch zu seinen Lebzeiten) verschüttet wird. Der Bauer im Waldviertel sieht auf seinem Marsch (aus dem verschütteten Gebiet heraus) eine abgeschossene Lenkrakete/Drohne inmitten der Steintrümmer liegen. Somit dürfte die große Naturkatastrophe in engem zeitlichem Zusammenhang mit dem Krieg stehen. Dadurch ist nicht ausgeschlossen, dass auch vor dem Krieg bereits kleinere Naturkatastrophen stattfinden (wofür es in den Schauungen andernorts ebenfalls ausreichend und klare Hinweise gibt).

Ertrag

Der praktische Ertrag der ganzen Übung hier ist ein sehr geringer und banaler: im Rahmen der "umfassenden Vorbereitung auf die sog. "Weltenwende" entsteht die Forderung, sich von der Tschechei und von angrenzenden Räumen fernzuhalten. Das kann man leichten Herzens machen - auch ohne dass zuvor alle Widersprüche geklärt wurden, die BB in den Texten aus Selb aufzeigen wollte.

MfG, Sagitta

[image]

Foto von Waldhirten, ganz links "Prokop" (Josef Schmid), Quelle: Reinhard Haller, Propheten, 1976 (Anhang).

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Zu: "Blinder Jüngling"

BBouvier, Sonntag, 24. Januar 2016, 20:30 vor 1767 Tagen @ Sagitta 3322 mal gelesen

bearbeitet von BBouvier, Sonntag, 24. Januar 2016, 20:40

Vorab:
Danke sehr, Sagitta!

Der "Blinde Jüngling" in der behaupteten Form
ist allerdings reine Fiktion.

Untig das Deckblatt der Fälschung von 1645,
in der behauptet wird, der Kaiser hätte um 1350
mal von einem blinden Jüngling in Böhmen gehört,
sich sein Pferd gesattelt und tief im Walde
besagten blinden Jüngling gefunden.
Und der Blinde hätte ihm dann mit einem Stück Kreide
die Namen seiner Nachfolger auf die Tischplatte geschrieben.

"Guten Tag Herr Kaiser!"
"Guten Tag, verehrungswürdiger Jüngling!"

etc. =>

Und das war´s auch schon! :-)
Da ist man ÜBERHAUPT NICHTS (!) "endzeitliches" drin!
Auch insofern keine "Prophezeiung".
Sondern nur ein wenig Genealogie BIS 1640.
und wirres Gemurre über diese "Protestanten".
Und das eben rückdatiert auf 1350.

Die Fälschung, die uns jetzt vorliegt, stammt von nach 1918:
Zu erkennen an der richtig genannten Anzahl der Jahre,
die Kaiser Franz-Josef regiert hat.
Plus (älteres) böhmisches Volksgut.
Diese neue Fälschung hat mit der Fälschung von 1645 kein armes Wort gemein.

http://www.prophezeiungsforum.de/dateien/blinder_juengling/Blinder_Juengling_-_Blatt-1.jpg

Grüße!
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Wer lesen kann ...

Sagitta @, Sonntag, 24. Januar 2016, 22:14 vor 1767 Tagen @ BBouvier 3192 mal gelesen

... und sich Zeit nimmt, BB, der findet:

Es werden auch offtmals Wunderbahre Zeichen Gottes vor der Zerstörung des Böhmerlandes hergehen ... (Blatt 3 rechts unten)

und wird bey mählich zur Vertilgung, Umbkehrung un Zerstörung des Böhmerlandes sich nahen ... (Blatt 4 rechts Mitte)

es werden aber etliche Jahr zuvor hergehen der unerhörte Untergang des Böhmerlandes ... (Blatt 6 links Mitte)

... er wird ganz Böhmer-Land ausrotten ... (Blatt 6 rechts Mitte)

... so wird das Böhmische Volck also außgerottet werden, das man kaum auff 2. oder 3. Meilen rechte Böhmen finden wird ... (Blatt 8 links oben)

Es gibt offenbar eine sehr alte Tradition von einer Totalzerstörung des Böhmerlandes. Schauungen entfalten sich auch (... natürlich nicht nur!) in einem Wechselspiel zwischen Gesagtem/Gehörtem und neu Geschautem, das dann wieder berichtet und weiter gegeben wird - oft über Jahrhunderte hinweg. Und oft haben auch die Tradenten Anflüge von Schauungen (wie neulich @Baldur gelegentlich einer Formulierung im Lindenlied sinniert hat). Bei Schriftstellern ist derartige Intuition vielfach belegbar. Dieses Forum ist ein weiteres Beispiel für eines solchen Wechselspiels zwischen Lektüre der Tradition und neuen Schauungsschöpfungen.

In meiner Einschätzung ist die Prophezeiung von 1645 (eigentlich sind es drei separate Prophezeiungen) ein genetischer Vorläufer (zunächst rein literarisch gesehen) der im 19. Jahrhundert wieder aufscheinenenden Tradition (deren Zwischenglieder ich nicht kenne; eventuell kennt sie aber @Randomizer - oder kennen sie tschechische Volkskundler).

Meine Einschätzung beruht auf genauer Lektüre und Prüfung, sowie auch auf genauer Kenntnis der verschiedenen Stormberger-Versionen. Außer den Aussagen zur "Totalzerstörung" es Böhmerlandes gibt es zahlreiche weitere Analoga in den Bildern und Formulierungen (so etwa die Kronatwittlbirn bei Wudy zu den Kräuterlein vom Walde, die vorm Tode bewahren, oder die Kälte im Sommer zum, in den alten Quellen, "im Pelz zur Ernte gehn" etc.). Ich habe keine Lust, das hier alles aufzuzählen, denn ich bin kein Pizzaservice und kann nur zur eigenen Lektüre und zum eigenen Nachdenken anregen. Die Quellen sind teils hier im Forum sowie in Bibliotheken zu finden.

MfG, Sagitta

@ Sagitta

Ulrich ⌂ @, Germering, Sonntag, 24. Januar 2016, 22:50 vor 1767 Tagen @ Sagitta 3118 mal gelesen

Hallo Sagitta,

Danke für Deine Zusammenstellung.

Es werden auch offtmals Wunderbahre Zeichen Gottes vor der Zerstörung des Böhmerlandes hergehen ... (Blatt 3 rechts unten)
und wird bey mählich zur Vertilgung, Umbkehrung un Zerstörung des Böhmerlandes sich nahen ... (Blatt 4 rechts Mitte)
es werden aber etliche Jahr zuvor hergehen der unerhörte Untergang des Böhmerlandes ... (Blatt 6 links Mitte)
... er wird ganz Böhmer-Land ausrotten ... (Blatt 6 rechts Mitte)
... so wird das Böhmische Volck also außgerottet werden, das man kaum auff 2. oder 3. Meilen rechte Böhmen finden wird ... (Blatt 8 links oben)

"Morgen ist Heute schon Gestern" gilt auch für Böhmer -land/-wald-Prophezeiungen von Vorgestern (17.Jh.):

"Von den 801 Orten des Böhmerwaldes wurden nach der Vertreibung der deutschen Böhmerwäldler 546 zu mehr als 50% zerstört. 296 sind gänzlich dem Erdboden gleichgemacht." [bezogen auf den Zeitraum 1930 bis 2005]

Quelle: Reinhold Fink: Zerstörte Böhmerwaldorte.
2006, Norderstedt: Books On Demand, 360 S. mit 550 Abb., ISBN: 9783833464294

Gruß
Ulrich

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eher wohl der Dreißigjährige Krieg damals und die Vertreibung der Protestanten

BBouvier, Sonntag, 24. Januar 2016, 23:43 vor 1767 Tagen @ Sagitta 3105 mal gelesen

bearbeitet von BBouvier, Montag, 25. Januar 2016, 00:11

Hallo, Sagitta!

Danke sehr - Du hast völlig recht!

Es finden sich in der Fälschung "Blinder Jüngling" von 1645
tatsächlich folgende Aussagen:
=>
<"Es werden auch offtmals Wunderbahre Zeichen Gottes vor der Zerstörung des Böhmerlandes hergehen ... (Blatt 3 rechts unten)
und wird bey mählich zur Vertilgung, Umbkehrung un Zerstörung des Böhmerlandes sich nahen ... (Blatt 4 rechts Mitte)
es werden aber etliche Jahr zuvor hergehen der unerhörte Untergang des Böhmerlandes ... (Blatt 6 links Mitte)
... er wird ganz Böhmer-Land ausrotten ... (Blatt 6 rechts Mitte)
... so wird das Böhmische Volck also außgerottet werden, das man kaum auff 2. oder 3. Meilen rechte Böhmen finden wird ... (Blatt 8 links oben)
">

Wobei (Blatt 6, rechts-unten) diese "Ausrottung"
bis 1647 dauern soll:
Nämlich noch 2 Jahre, bis gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges!
Zuvor hatte Kaiser Ferdinand 30.000 protestantische Familien vertrieben (!)
und 650 adelige Güter als Reparationen eingezogen,
die er zur Tilgung seiner Schulden an seine katholischen Gläubiger verteilte:
Böhmen war komplett ruiniert!

"Rechte Böhmen", das sind protestantische (!) Böhmen,
die damals von Kaiser Ferdinand vertrieben wurden.

M.E. ist das alles: "... und dann denke ich mir mal ..."
.... gemischt mit damaligem Tagesgeschehen!

Insofern wird auf die unselige "Danielprophezeiung"
der Bibel verwiesen:
=>
:tonne:

Außer "Nostradamus" müßte man mir eine treffende Schauung
über mehr als ein halbes Jahrtausend (!) erstmal zeigen.

Grüße!
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
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- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

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Für Fremdleser:

BBouvier, Montag, 25. Januar 2016, 00:18 vor 1767 Tagen @ BBouvier 3228 mal gelesen

Hier die gegenwärtige Fälschung "Blinder Jüngling" aus der Mitte des 20. Jahrhunderts.
=>
http://www.j-lorber.de/proph/seher/blinder-juengling-von-prag.htm

Von alledem steht in der Fälschung von 1645
(einem rein fiktiven "Blinden Jüngling" von 1350 zugeschrieben)
kein armes Wort!

Gruß,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
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Überlegungen zu den Feldpostbriefen

Sagitta @, Sonntag, 24. Januar 2016, 19:23 vor 1767 Tagen @ gaudens 3522 mal gelesen

Guten Abend!

Ich habe vor einiger Zeit eine Analyse der Feldpostbriefe hier eingestellt (siehe Beitrag "edle Zellen") und dabei erste Andeutungen gemacht, dass ich Teile von ihnen inzwischen kritisch sehe. Nachdem hier nun die bayerische Prophezeiungsliteratur zur Sprache kam, kann ich ein paar weitere Hinweise in diese Richtung geben.

1. Es findet sich in den Stromberger-Handschriften der Satz, dass nach der Zerstörung des Landes und der Wiederbesiedlung "die Leute von weither kommen". Das kann man interpretieren und verstehen als von "weitherkommende Neusiedler", jedoch auch als "Touristen, die die Spuren der Katastrophe" sehen wollen.

2. Lange habe ich mir Gedanken gemacht über den "dritten Krieg" bzw. das "dritte Weltgeschehen" der Feldpostbriefe. Es gibt wie bereits gesagt einen Beleg dazu bei Louis Emrich, aber auch einen bei Sepp Wudy 1915, zitiert nach Friedl 1944, herausgegeben 1974):

"Das ist nicht der letzte Krieg, hat er gesagt, denn dann wird bald wieder einer sein, und dann erst kommt der letzte. Einer wird schrecklicher als der andere."

3. Die Formulierung in den Feldpostbriefen, dass der große Krieg komme, wenn "die Kleiderpracht ihr Höchstes erreicht hat", ist eine sehr starke, sehr verdächtige Anlehnung an die Mühlhiasl/Stormberger-Quellen.

4. In diesen findet sich auch eine Formulierung, dass die Leute erst den Herrgott von der Wand nehmen, dann aber wieder hinhängen - dann allerdings sei es zu spät, denn die Dinge nähmen nun ihren Lauf. Das erinnert sehr stark an die Fomulierung von der "wilden Einkehr" in den Feldpostbriefen.

5. Es verdichten sich damit die Hinweise, dass Teile der Feldpostbriefe (insbesondere die Bayern betreffenden), entweder via Rill, via seiner Herausgeber oder durch den "Franzosen" selbst auf das bayerische Weissagungsgut zurückgehen. Die Lage kann allerdings nur geklärt werden, wenn nachgewiesen werden könnte, dass es persönliche Kontakte oder räumliche Nähe zwischen den involvierten Personen gab (etwa dass Rill selbst von den bayerisch-böhmischen Prophezeiungen wußte). Man müßte die Arbeit von Prof. Bender in Teilen nochmals nachvollziehen. Auch der merkwürdige Verlust der Handschrift des zweiten Briefes könnte hierbei eine Rolle spielen.

MfG, Sagitta

Wudy, Stieglitz, Ötztal-Kathi, Maria S. und Co.KG

Baldur @, Sonntag, 24. Januar 2016, 20:09 vor 1767 Tagen @ Sagitta 3368 mal gelesen

bearbeitet von Baldur, Sonntag, 24. Januar 2016, 20:27

Hallo, Sagitta,

Wudy war immer mein Favorit, bis ich mal nachbohrte, woher die Überlieferung stammt:

Wudy ist angeblich eine mündliche Überlieferung vom Schriftsteller Watzlik an Schriftsteller Friedl, erst 30 Jahre später veröffentlicht

Das ist leider nicht belastbarer, als Bekhs angebliche Erna Stieglitz, Angerers/Stockers angebliche Kathi aus dem Ötztal, oder Rubensteins angebliche Maria S.

Ich habe mir lange Gedanken gemacht, wieso Geschehnisse der Gegenwart nicht öfters gesehen und vorausgesagt wurden - ich glaube, heute habe ich darauf die Antwort gefunden, als ich auf Ahnensuche in alten Matrikeln war:

Hätte ein damaliger Zeitgenosse gesehen, was derzeit passiert, hätte er dies für einen völlig schwachsinnigen Alptraum gehalten, der niemals gar nie nicht real werden könnte.
Er hätte solchen Unsinn sicher nicht mal auf eine alte Zeitung gekritzelt. Denn das kann ja gar keine Zukunft sein.

Seinerzeit vor 1871 wurden 65-Jährige Frauen wegen eines Diebstahls des Landes verwiesen, ohne sich um deren weiteres Wohlergehen zu kümmern.
Heute kümmern sich Heerscharen von Besorgten auf Steuerzahlers Kosten um das Wohlergehen voll alimentierter, illegal Eingereister aus fernen, inkompatiblen Kulturkreisen, die schon mal in den kostenfrei besuchten Schwimmbädern ins Becken abkoten (nicht nur lt. Bildzeitung) oder in Umkleidekabinen der Besucherinnen einzudringen versuchen, und Polizisten lachend ins Gesicht spucken.

Ja, so ändern sich die Zeiten.

Ich gehe immer öfters davon aus (warum? siehe oben), dass auch die Feldpostbriefe nichts wirklich brauchbares für die Zeit nach 1945 enthalten, ebensowenig, wie das Lindenlied oder andere, gewissermassen hoffnungsgebende Überlieferungen.
Wo der Antichrist drin vorkommt, ist wohl auch der Rest für die Tonne.

Zu denken gibt mir insbesondere ein kritischer Kommentar auf Amazon zu Rubensteins Buch, der darauf hinweist, dass die gemachten Hauptaussagen:

- Monarchie kommt wieder
- Kirche glänzt
- Papst krönt Kaiser
- alles wird wieder wie früher
usw.

einer typisch altklerikalen Geisteshaltung entsprechen, die sich durch die meisten Voraussagen wie ein roter Faden ziehen, zudem die Buchautoren praktisch alle aus diesem Umfeld stamm(t)en.

Das sind eigene Wunschvorstellungen, und solche hatte sicher auch der prophetische Franzose.

Insofern wäre der alles umwälzende Bürgerkrieg eine Hoffnung, den vorherigen Irrsinn zu beenden, der aber nie kommen wird. Und der Wiederaufstieg des Landes ebenso wenig. Da erholt sich nichts mehr.

Beste Grüsse vom Baldur

Nachtrag Feldpostbriefe: England wird der ärmste Staat

Baldur @, Sonntag, 24. Januar 2016, 20:38 vor 1767 Tagen @ Baldur 3330 mal gelesen

Hallo,

ein weiteres Beispiel für seinerzeitiges Wunschdenken ist die Aussage in den Feldpostbriefen,

"England wird dann der ärmste Staat in Europa. Deutschland ist das fleißigste Volk der Welt."

England war als strategischer Hauptgegner, wirtschaftlich ins Hintertreffen geratender Konkurrent, und Rivale des emporkommenden deutschen Reiches entsprechend und zu Recht verhasst (Hungerblockade u.a.).

Der Wunsch nach Gerechtigkeit und einer Bestrafung Englands für seine Sünden und Verbrechen ist daher auch so ein wiederkehrendes Wunschmotiv, das mit der Wirklichkeit jedoch nichts zu tun hat.

Und der Wiederaufstieg Deutschlands aus der Rolle des verleumdeten, versklavten und ausgebeuteten Eunuchen ebenfalls.

Ein Land wird durch seine Bürger ausgemacht. Und die fühlen sich offenkundig wohl in der aktuellen Rolle und arbeiten kräftig mit am Untergang, sägen sich den Ast mit Eifer ab, auf dem sie sitzen.

Wirklicher Unmut, gar Wut, ist da gar nicht mehr denkbar.

Beste Grüsse vom Baldur

Forsche bitte, ...

Sagitta @, Sonntag, 24. Januar 2016, 21:53 vor 1767 Tagen @ Baldur 3290 mal gelesen

... um Deine Spekulationen zu verifizieren oder zu falsifizieren, werter Baldur!

Und wenn die Texte nicht mehr hergeben, muss man eben den genannten Namen nachgehen. Zunächst glaube ich, das ist der Ausgangspunkt, den Friedl/Watzliks. Wer das anzweifelt, sollte außer dem Zweifel auch Belege bringen.

Etwa wie der gründliche Mann hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Sepp_Wudy

(der eine gute Frage stellt, aber nicht konsequent zu Ende geforscht hat).

Auch Du hast eine gute Frage gestellt (warum Watzlik das nicht selbst veröffentlicht hat). Dann beantworte Sie auch!

Ich bin den Dingen nachgegangen und gehe Ihnen noch laufend nach, mein aktuelles Urteil habe ich heute zusammengefasst.

MfG, Sagitta

Antwort

Baldur @, Sonntag, 24. Januar 2016, 22:11 vor 1767 Tagen @ Sagitta 3180 mal gelesen

bearbeitet von Baldur, Sonntag, 24. Januar 2016, 22:17

Hallo, Sagitta,


Auch Du hast eine gute Frage gestellt (warum Watzlik das nicht selbst veröffentlicht hat). Dann beantworte Sie auch!

ich beantworte sie gerne, nach bestem Wissen und Gewissen.

Früher, als ich auf die Thematik aufmerksam wurde, konnte ich mir nicht vorstellen, dass ein Buchautor schummeln würde. Oder Sachen erfinden. Seine Leser vorsätzlich verarschen. Lug und Trug teuer verkaufen.

Diese naive Gutgläubigkeit bekam mit der Zeit Risse.

Von den frei erfundenen Palmblattbibliotheken will ich gar nicht anfangen, bleiben wir bei unserem Thema.

Irlmaiers Betrugsverurteilungen.

Adlmaiers Lügen/Erfindungen um das Lindenlied.

Irlmaiers gute Trefferquote, falls jemand im Raum die Antwort wusste, aber sein totales Versagen bei unbekannten Sachverhalten im Rahmen einer damaligen Zeitschrifts-Versuchsreihe.

Irlmaiers begriffliche Vernebelungen (blaues Wasser, Vögel, Feuerzungen).

Bekhs schwülstige Schwadronaden um "Erna Stieglitz".

Bekhs Einbezug der Helmsauer Marie, die über die Zukunft ausser angeblich leeren Futtersilos gar nichts sah.

Stockers hinterhältige Quellenangabe zur Ötztal-Kathi (nimmt einen eigenen Leserbrief, eine seiner Predigten, als Quellenangabe und Beleg!)

Ellerhorsts angeblicher Kugelbeer, der ausser seiner behaupteten Existenz und Seherqualität im Buch nirgends sonst zu finden ist.

Mitunter wortwörtliche Wiederholungen von abstrusen Wahnvorstellungen in verschiedenen sogenannten Quellen (Flüche von Teufeln).

Das ergibt leider einen roten Faden von Unredlichkeit und Missionarsdrang, von bewusster Lüge.

Daher prüfe ich Aussagen zur Zukunft nicht weniger auf Plausibilität, als einen Gebrauchtwagen.
Prophezeiungen verkauften sich seit Jahrhunderten sehr gut, seit Nostradamus schon.

Das Motiv liegt auf der Hand, manchmal Umsatz, manchmal das penetrante, gleichwohl verdeckte Aufdrängen einer eigenen religiösen Weltanschauung. Manchmal auch die idealistisch gewünschte Unbesiegbarkeit der eigenen Nation (Frankreich, Angreifer scheitert am Rhein, noch dazu ganu unbescheiden durch Gottes Eingriff).

Zu einer besseren Einordnung habe ich leider keinen Anlass gefunden.

Beste Grüsse vom Baldur

P.S.: wieso hat Watzlik nichts veröffentlicht? Weil es Wudy wohl nie real gab und Friedl das halt wie bei den obigen Beispielen mit verwertete, als das Gegenteil nicht mehr beweisbar war, der Nebel der Vergangenheit über allem lag.
Eingebunden in eine "Sagensammlung" ist er fein raus.

Warst Du schon mal Einkaufen?

Sagitta @, Sonntag, 24. Januar 2016, 22:24 vor 1767 Tagen @ Baldur 3234 mal gelesen

Hast Du dort mit einem Geldschein bezahlt, Baldur?

Du weißt doch, dass der eine Fiktion ist! Und trotzdem konntest Du damit einkaufen?

So ist es auch mit den Schauungen. Sie sind Fälschungen. Und gleichzeitig Realität.

Das begreife, wem's gegeben ist, zu begreifen!

MfG, Sagitta (damit wieder draußen aus der Diskussion zum bayerisch-böhmischen Prophezeigunskreis).

ich war auch schon mal bei Wahrsagern und Medien

Baldur @, Sonntag, 24. Januar 2016, 22:34 vor 1767 Tagen @ Sagitta 3222 mal gelesen

Hallo, Sagitta,

Wahrsagende kann ich nur beurteilen, wenn sich deren falsifizierbare, konkrete Aussagen bewahrheiten, oder widerlegt werden.

Ich weiss aus dieser Erfahrung, dass es möglich ist, detaillierte Vorhersagen zu tätigen, die auch wie geschildert eintreffen, und zwar auch in der angegebenen Zeit.

Will sagen, es geht. Das ist möglich.

Dann bin ich verständlicherweise etwas angesäuert, wenn mir jemand Schund als echt verkaufen und mich verarschen will.

Manche Aussagen (Bunter Fremdling) beschäftigen mich dennoch, weswegen ich mir neulich die Gedanken darum gemacht habe.

Bei allem Wohlwollen sollten wir aber eine Demarkationslinie ziehen, wann eine Aussage endgültig als Unsinn zu verwerfen ist, wie das beispielsweise beim Warten auf Godot in Garabandal durch Joes Tod der Fall ist, oder bei den entfernten Bahngleisen - irgendwann muss schon aus Selbstachtung mal Schluss sein mit dem Schönreden.

Beste Grüsse vom Baldur

Maria S.

Bär, Sonntag, 24. Januar 2016, 23:13 vor 1767 Tagen @ Baldur 3338 mal gelesen

Moin Baldur,


der Verfasser des Machwerks ist ein glühend bekennender Zionist. Sehen wir es ihm nach dass er seinen eifrigen missionarischen Feldzug in auserwähltem Auftrag auch über die Sehungen ergießt. Da ist nun mal jedes Mittel heilig. Seit Jahren ist er bemüht ein weniger kritisches Forum in seinem Sinne zu manipuieren.

http://www.prophezeiungsforum.de/forum/mix_entry.php?id=6513#p6514


Bärengruß

morgen geht die Welt unter, wenn es nicht schon heute abends ist

Baldur @, Sonntag, 24. Januar 2016, 23:50 vor 1767 Tagen @ Bär 3181 mal gelesen

Moin, Bär,

der Verfasser des Machwerks ist ein glühend bekennender Zionist. Sehen wir es ihm nach dass er seinen eifrigen missionarischen Feldzug in auserwähltem Auftrag auch über die Sehungen ergießt. Da ist nun mal jedes Mittel heilig. Seit Jahren ist er bemüht ein weniger kritisches Forum in seinem Sinne zu manipuieren.

mein seinerzeitiger Religionslehrer war/ist ebenfalls glühender, ja, grenzenlos fanatischer Zionist.

Er brachte in den Unterricht regelmässig Pamphlete mit, die irgendwelche Offenbarungsträume frommer Rabbiner oder geheimnisvolle rote Kälber zum Inhalt hatten, mit deren Asche sich dann irgendwelche Protagonisten rituell zu reinigen hätten, um anschliessend irgendein Werk zu verrichten.

Entsprechend ging die Welt immer wieder in Kürze unter, das jüngste Gericht bräche herein, und irgendwelche Vorzeichen bedeuteten fortlaufend, dass die biblischen Prophezeiungen sich nun endlich erfüllten, ganz bald schon, bestimmt, nein, sicher. Das war so um 1980.

Wie wir alle wissen, traf nichts dergleichen ein.
Bis heute gerechnet wären das also 35 Jahre Panikmache.

Was jedoch die entsprechenden, ja, wie nennen wir sie am besten, Sektierer, nicht daran hindert, den Zeitpunkt fortlaufend ein kleines bisschen zu verschieben. Und natürlich sei alles immer noch genauso wahr. Und käme dann halt jetzt, nicht früher.

Wie die ewig gestrigen, völlig unbelehrbaren Garabandaljünger.

Deswegen bin ich ja so allergisch, wenn ich den Eindruck habe, jemand nutzt eine Vorhersage als trojanisches Pferd, um seine Glaubensvorstellungen damit zu infiltrieren.

Die Welt ist schlimm genug, sie muss nicht durch religiöse Fanatiker gleich welcher Gesellschaft noch schlechter gemacht werden, als sie eh schon ist.

Grummel.....und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich noch heute ein Apfelbäumchen pflanzen.

Beste Grüsse vom Baldur

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Prophezeiungen zum Termin des "Weltuntergangs"

BBouvier, Montag, 25. Januar 2016, 10:31 vor 1766 Tagen @ Baldur 3279 mal gelesen

bearbeitet von BBouvier, Montag, 25. Januar 2016, 10:57

Jau, Baldur!

Aber naseweise Prophezeiungen zum Termin des "Weltuntergangs" (!) sind für "unser Thema"
doch nicht von größerer Relevanz als die angesagte Modefarbe
für die Herbstkollektion 2016 ... :trost:

Beste Grüße Dir!
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

meine Überlegungen

Keynes @, Sonntag, 24. Januar 2016, 20:39 vor 1767 Tagen @ Sagitta 3196 mal gelesen

bearbeitet von Keynes, Sonntag, 24. Januar 2016, 20:47

Hallo Sagitta

Danke für die Zusammenstellung!


5. Es verdichten sich damit die Hinweise, dass Teile der Feldpostbriefe (insbesondere die Bayern betreffenden), entweder via Rill, via seiner Herausgeber oder durch den "Franzosen" selbst auf das bayerische Weissagungsgut zurückgehen. Die Lage kann allerdings nur geklärt werden, wenn nachgewiesen werden könnte, dass es persönliche Kontakte oder räumliche Nähe zwischen den involvierten Personen gab (etwa dass Rill selbst von den bayerisch-böhmischen Prophezeiungen wußte). Man müßte die Arbeit von Prof. Bender in Teilen nochmals nachvollziehen. Auch der merkwürdige Verlust der Handschrift des zweiten Briefes könnte hierbei eine Rolle spielen.

Allgemein zum obigen Abschnitt:
Der Franzose muss ein wahrlich unglaublicher Seher gewesen sein,
denn offenbar wusste er ganz genau welches Ereignis zum jeweiligen
Weltgeschehen passt!
=>1.WK mit Ausgang-Zwischenkriegszeit-Machtergreifung der Nazis etc...
Er wusste offenbar selbst zum dritten Weltkrieg weit mehr Details,
dass ihm aber ausgerechnet der Antichrist unterkommt lässt zu dem Schluss
kommen dass er nebenbei in der Prophezeiungsliteratur belesen war.

Hätte Rill in irgendeiner Form den Inhalt der Briefe mitbestimmen wollen
dann hätte er wohl kaum seine Skepsis dem Franzosen gegenüber bekundet.
=>"Es ist nicht zu glauben was er alles gesagt hat..."

Rill war wohl einfach ein neugieriger Mensch und hielt es darum schriftlich fest.
M.M.nach wollte der Franzose dem Zuhörer das volle Programm bieten, und beim
dritten Weltgeschehen ging ihm wohl der eigene seherische Stoff aus, weswegen
er auf die Literatur zurückgriff.
Einige Sachen dagegen hat der Franzose offenbar selbst nicht gesagt, sofern
wir von der inhaltlichen Ordnung der Briefe ausgehen. Rill hielt offenbar
das Schlimmste fest, andere "unwichtige" Details vergaß er!
Z.B.: Es fehlt der Untergang Englands bzw. die Tsunamiflut allgemein.
So ein Satz hätte er zu Papier gebracht, da bin ich mir sicher und selbst
nach 20 Jahren hätte er sich an so etwas erinnert.
Englands Absaufen wäre ein Eckpfeiler der Geschehnisse, wie der Russeneinmarsch selbst.

Die Frage nach der fehlenden Kaiserkrönung muss jedoch tiefere Gründe haben,
an den Papst im zerstörten Köln erinnert sich der Rill, an den Kaiser dagegen nicht!
Die Frage ist ob der Kaiser in Köln nicht Teil der Legendenbildung selbst ist, der Papst dagegen eine echte Schau.
So gesehen wären eschatologische Inhalte in eine echte Schauung hineingeflossen.


Grüße Keynes

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Russische Armee am Rhein - Gott selbst greift ein - Kaiserkrönung

BBouvier, Sonntag, 24. Januar 2016, 21:16 vor 1767 Tagen @ Keynes 3398 mal gelesen

<"M.M.nach wollte der Franzose dem Zuhörer das volle Programm bieten, und beim dritten Weltgeschehen ging ihm wohl der eigene
seherische Stoff aus, weswegen er auf die Literatur zurückgriff
.">

Hallo, Keynes!

Überlegungen in dieser Richtung liegen durchaus nahe.
Ein "Angriff aus dem Osten" ist ja - wie Taurec bereits
mehrfach betonte - ein uralter Topos, der sich bereits in der frz.
Prophezeiungsliteratur des 19. Jahrhunderts immer wieder findet.

Exemplarisch sei auf Abbé Mattay - Bretagne, (angeblich) gegen 1810, hingewiesen:
=>
Auszug:
<"...
...
<"Ausländische Mächte werden rüsten, nicht zugunsten der Königstreuen,
sondern mit dem Ziel, Frankreich aufzuteilen.
Der Zar Rußlands, an der Spitze einer großen Armee,
wird grade bis zum Rhein kommen, den er nicht überschreitet,
weil eine unsichtbare Hand ihn aufhält.
Er wird den Finger Gottes sehen.
Das ist der Zeitpunkt, wenn ganz Europa im Feuer stehen wird.
...
...
(etc. - etc. - ... der frz. Kaiser wird gekrönt)
">

Mittlerweile neige ich dazu, daß der ganze "Irlmaier",
der obigen Gesamtaspekt zum Inhalt hat, als reine Schimäre
zu betrachten ... als rein "angelesenes" ohne eigene Schauungsbasis.

Um so bedauerlicher ist es, wenn nach wie vor Bücher über
"Prophezeiungen" verfaßt werden, die nicht auf dem Stand
der Technik sind und reißerische Titel wie - kreisch! - :
"Der Dritte Weltkrieg kommt!" tragen.

Glücklicherweise sind mittlerweile jedoch die Leser
nicht mehr völlig unbedarft und zerreißen derlei
dürftige Machwerke ... man lese die Kommentare:
=>
http://www.amazon.de/dritte-Weltkrieg-kommt-Prophezeiungen-Maria/dp/3739290633/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1453664502&sr=1-1&keywords=ruben+stein

Grüße!
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

da hat einer Phantasien gehabt und die Realität nicht mitbekommen

Baldur @, Sonntag, 24. Januar 2016, 21:32 vor 1767 Tagen @ BBouvier 3117 mal gelesen

Hallo, BB,

1811 Kriegsvorbereitungen Napoleons, Mitte 1812 Angriff auf Russland, am 14.September Einmarsch in Moskau.

März 1814: Einzug Zars Alexander I. in Paris.

Nix da von wegen, kommen nicht über den Rhein. Oh, doch.

Alles Schnee von gestern.

Beste Grüsse vom Baldur

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nachnapoleonische Zuschreibungen

BBouvier, Sonntag, 24. Januar 2016, 23:49 vor 1767 Tagen @ Baldur 3016 mal gelesen

Hallo, BB,

1811 Kriegsvorbereitungen Napoleons, Mitte 1812 Angriff auf Russland, am 14.September Einmarsch in Moskau.

März 1814: Einzug Zars Alexander I. in Paris.

Nix da von wegen, kommen nicht über den Rhein. Oh, doch.

Alles Schnee von gestern.

Beste Grüsse vom Baldur

Hallo, Baldur!

Da diese "Prophezeiungen" aber alle doch aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
stammen - nachnapoleonisch - posaunt man frömmelnd-froh:
"Das nächstemal aber man nüch - da hält Gottes Hand die auf!!"

Beste Grüße Dir!
BB


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Wudy: dann keine Grenze mehr zu Bayern.....auch wertlos geworden

Baldur @, Sonntag, 24. Januar 2016, 21:57 vor 1767 Tagen @ Sagitta 3384 mal gelesen

Hallo, Sagitta,

vielen Dank für die Verdeutlichung:

Lange habe ich mir Gedanken gemacht über den "dritten Krieg" bzw. das "dritte Weltgeschehen" der Feldpostbriefe. Es gibt wie bereits gesagt einen Beleg dazu bei Louis Emrich, aber auch einen bei Sepp Wudy 1915, zitiert nach Friedl 1944, herausgegeben 1974):

Wudy sagte angeblich, es gäbe "dann" keine Grenze mehr zu Bayern.

Watzlik hat also angeblich 1944 dem Friedl vom Wudy erzählt. Und Friedl hat es dann 1974 aufgeschrieben und in seiner Sagensammlung (!) veröffentlicht.

Wenn wir annehmen, dass "Wudy" tatsächlich ein Mix ist aus 1944 (sic!) und 1974, ist klar, wieso es keine Grenze gibt....1944 gabs keine Grenze mehr zu Bayern.
Böhmen/Mähren und Ostmark!

Und 1974 war jedem klar, warum man radioaktiv verseuchtes Essen nicht anrühren darf. Und dass mit einem baldigen Atomkrieg gerechnet werden muss.

Und ich bewunderte immer die Scharfsicht, den Fall des eisernen Vorhangs vorhergesagt zu haben......von wegen. Reingefallen.

Auch ein Fall für die Tonne. Enttäuschend? Ja, eine weitere üble Täuschung erkannt.

Beste Grüsse vom Baldur

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Genial, Baldur!

BBouvier, Sonntag, 24. Januar 2016, 23:53 vor 1767 Tagen @ Baldur 3201 mal gelesen

<"Wenn wir annehmen, dass "Wudy" tatsächlich ein Mix ist
aus 1944 (sic!) und 1974, ist klar, wieso es keine Grenze gibt....
1944 gabs keine Grenze mehr zu Bayern.
Böhmen/Mähren und Ostmark!
">

Genial, Baldur!

Hiermit verleihe ich Dir den "Silbernen Forumstigger"
mit Keksrand auf Selbstfahrlafette:
=>
:tigger:

Beste Grüße!
BB


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Der prophetische Franzose

Baldur @, Sonntag, 24. Januar 2016, 23:12 vor 1767 Tagen @ Sagitta 3182 mal gelesen

bearbeitet von Baldur, Sonntag, 24. Januar 2016, 23:33

Hallo, Sagitta,

was mir noch auffällt:

Rill spricht von ihm gleich zu Beginn als einem sonderbaren "Heiligen".

Wieso dieser explizite Begriff?

Und im zweiten Brief:

Rußland überfällt den Süden Deutschlands, aber kurze Zeit, und den verfluchten Menschen wird gezeigt werden, daß ein Gott bestehe, der diesem Geschehen ein Ende macht . Um diese Zeit soll es furchtbar zugehen, und es soll den Leuten nichts mehr helfen, denn die Leute sind zu weit gekommen und können nicht mehr zurück, da sie die Ermahnungen nicht gehört haben.

....

wird der Antichrist geboren im äußersten Rußland, von einer Jüdin,

Aber die Kirche hält den Siegestriumph, sagt er.

Am Schluß dieser Teufelszeit.....

Im Jahre 1948 geht die Strafe Gotteszu Ende, und die Menschen werden sein wie die Lämmer und zufrieden wie noch nie.

Mein Fazit: auch der Franzose hatte ein christliches Sendungsbewusstsein im Hintergrund - für meinen Geschmack etwas viel für einen gebildeten Normalbürger, der mal so in Gefangenschaft geriet.

Mit einem klerikalen Hintergrund (er war aus dem benachbarten Kloster?) würde das schon viel mehr Sinn ergeben......und der flappsige Begriff "sonderbarer Heiliger" für dick aufgetragene Klerikal-Mythen machte plötzlich sehr viel Sinn.....Renner vermutet auf S.152 seines Missionsblattes explizit, es handelte sich um einen Geistlichen oder Ordensmann.

Bei aller anscheinenden Treffgenauigkeit macht das die Papstgeschichte wieder fragwürdig, und anderes mit....

Nix gwiass woass mer net....zumal die Briefe auf die Prophezeiung der heiligen Ottilia zurückgehen sollen....

Beste Grüsse vom Baldur

Renners Erläuterungen - in Frankreich umlaufende Versionen - 1953

Baldur @, Montag, 25. Januar 2016, 00:15 vor 1767 Tagen @ Sagitta 3184 mal gelesen

Hallo, Sagitta,

auf S.154 seiner Missionsbriefe (aus Taurecs Quellensammlung) schreibt Renner rechts unten, ein gebildeter Franzose hätte 1945 seine Gegend besucht und ebenfalls von dieser Feldpostbrief-Prophezeiung berichtet, etwas anders als Rill.

Meint er damit die gleichlautende, angebliche "Ottilienprophezeiung"?

Bezog sich der sonderbare Heilige, der prophetische Franzose Rills, lediglich auf diese umlaufende Volkssage?

Renner versäumt es nicht, in der Ausgabe seiner Missionsblätter von 1953 darauf zu verweisen, dass der 1945er Besucher für das Jahr 1953 eine besondere Kriegsgefahr vorausgesagt hätte, in dem mit dem Beginn des 3.Weltkriegs zu rechnen wäre.

Nachtigall, ick hör Dir trapsen.....

Wie beschliesst Renner seine Zusammenfassung?

Den einzigen Endsieg in diesem Durcheinander würde einzig und alleine die Kirche Gottes erringen. So schreibt er das.

In den Jahren nach 1953 ist von einem Endsieg jedenfalls nichts mitzubekommen, von perfidem Kindesmissbrauch aber umso mehr, wie die mühsamen Aufarbeitungen beweisen.

Beset Grüsse vom Baldur

Prophezeiungen der hl. Ottilia

Baldur @, Montag, 25. Januar 2016, 11:56 vor 1766 Tagen @ Baldur 3242 mal gelesen

bearbeitet von Baldur, Montag, 25. Januar 2016, 12:12

Hallo,

Pater Frumentius veröffentlichte die Briefe in den Missionsblättern der Erzabtei der Missionsbenediktiner zu Sankt Ottilien.

Sie heisst so, weil sie sich in D-86941 St. Ottilien befindet.

Gleichzeitig schreibt er 1953, von einer Prophezeiung soll hier die Rede sein, die infolge ihrer Einzigartigkeit verdient, festgehalten zu werden. Sie ist da und dort im Volke bekannt; einige Reste haben sich schon seit längerem in unsere Gegend verschlagen. Das Heimatland dieser Prophezeiung ist Frankreich. Unsere Soldaten haben im vergangenen Krieg dort ihre Spuren wiedergefunden.

Im vergangenen Krieg, also dem 2.Weltkireg? Oder im ersten Weltkrieg?

Sie soll dort unter dem Namen "Prophezeiung der heiligen Ottilia" verbreitet sein. Es scheint fast, dass der Ausläufer, der sich in bayerisches Land verloren hat, am ehesten geeignet ist, uns mit ihr vertraut zu machen.

Dann nimmt er Bezug auf die Feldpostbriefe.

Seiner Ansicht nach gibt es in Frankreich also eine Prophezeiung, auf der die Feldpostbriefe fussen, und die zufälligerweise genauso benannt ist, wie die heimische Abtei?

Ist das nicht etwas, wie soll ich sagen, .....auffällig?

Noch nehme ich nicht an, dass jemand die Briefe gefälscht hat, denn die Aussagen des Rill-Sohnes bestätigen ja deren Existenz.

Aber ganz sauber erscheint mir die ganze Sache nicht.....Renner dichtet Rill ja auch ein Pseudonym zu dessen Schutz an.
Ist also die Proph. der hl. Ottilia auch ein Pseudonym für die Vorstellungen des frz. Geistlichen, der als Quelle gilt, zu Ehren der Renner' schen Heimstätte?

Bender vermutete einen Freimaurer, Renner hingegen einen Kleriker als Quelle.

Beste Grüsse vom Baldur

Nachtrag: in Renners Nachruf steht,

So war er unter
uns der fromme Mensch mit einem sensiblen Herzen und prophetischen Geist. In vielem glich er den
ersten Christen, die in allen irdischen Schicksalsschlägen und geschichtlichem Wandel Vorboten der
Endzeit
sahen. In dieser adventlichen Haltung hat er gelebt, immer gelassen, nie fanatisch oder doktrinär,
aber mit einem wachen Blick für alles Bedrohliche in Kirche und Welt. So hat er sich vorbereitet auf das
Kommen des Herrn

@ Baldur

Ulrich ⌂ @, Germering, Montag, 25. Januar 2016, 12:30 vor 1766 Tagen @ Baldur 3098 mal gelesen

Hallo Baldur,

Seiner Ansicht nach gibt es in Frankreich also eine Prophezeiung, auf der die Feldpostbriefe fussen, und die zufälligerweise genauso benannt ist, wie die heimische Abtei?
Ist das nicht etwas, wie soll ich sagen, .....auffällig?

weil mir das ebenfalls auffällig erschien, hatte ich Pater Renner die Verwendung der Prophezeiungs-Fälschung (von Georges Stoffler, die dieser St. Ottilia zuschrieb) zur "Stützung" der Feldpost-Briefe zum Vorwurf gemacht: "Gog, Magog und Renner" https://schauungen.de/forum/index.php?id=29152

Randomizer hat den Sachverhalt aufgedröselt: "Fachsimpelei: Odilien-Prophezeiung" https://schauungen.de/forum/index.php?id=29171

Gruß
Ulrich

Vielen Dank

Baldur @, Montag, 25. Januar 2016, 19:02 vor 1766 Tagen @ Ulrich 3025 mal gelesen

Hallo, Ulrich,

vielen Dank - ich muss über Deine Detailkenntnis und Deine Quellenübersicht immer wieder staunen.

Ich ziehe meinen Hut! Respekt!

Deinen seinerzeitigen Beitrag hatte ich leider nicht genau genug gelesen oder behielt die Sache nicht in Erinnerung.

Beste Grüsse vom Baldur

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Irlmaier und die "Hörner der Mondsichel"

BBouvier, Montag, 25. Januar 2016, 13:51 vor 1766 Tagen @ Baldur 4032 mal gelesen

<"Gleichzeitig schreibt er (BB: Pater Renner)1953,
von einer Prophezeiung soll hier die Rede sein,
(BB: Nämlich die der Heiligen Odilie)
die infolge ihrer Einzigartigkeit verdient,
festgehalten zu werden.
Sie ist da und dort im Volke bekannt .
..">

Hallo, Baldur!

Vorlage "Odilie":
"... die Ära des Friedens...wird gekommen sein, wenn die beiden Hörner
des Mondes...vereinigt
(sein) werden
."

Irlmaierecho:
"Am Rhein sehe ich einen Halbmond, der alles verschlingen will.
Die Hörner der Sichel wollen sich schließen
."

Irlmaier weiter:
"Was das bedeutet, weiß ich nicht."

Ganz logisch: Wie wohl auch? :-D

Grüße,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Irlmaiers "Halbmond am Rhein"

Ulrich ⌂ @, Germering, Montag, 25. Januar 2016, 15:16 vor 1766 Tagen @ BBouvier 3550 mal gelesen

Hallo BB,

Vorlage "Odilie":
"... die Ära des Friedens...wird gekommen sein, wenn die beiden Hörner des Mondes...vereinigt (sein) werden."

Irlmaierecho:
"Am Rhein sehe ich einen Halbmond, der alles verschlingen will. Die Hörner der Sichel wollen sich schließen."

Irlmaier sieht den Halbmond nicht irgendwo, sondern "am Rhein".

Der Text der Prophezeiung, die der "Sybille von Kemel" zugeschrieben wurde:

"Zur Zeit der Kornblüte werden Teutschlands Feinde über dasselbe herfallen, aber in schwerem Ringen wird Teutschland sich der Gegner erwehren. Und Mongoley und Polackenland wird großes Blutvergießen sehen. Der Türck wird Teutschlands Helfer seyn und seyne Pferde im Rhein bei Cöln tränken."

Quelle: http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zb_okkultismus1915/0122

Gruß
Ulrich

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Ach ja? *ggggg* :-)

BBouvier, Montag, 25. Januar 2016, 16:40 vor 1766 Tagen @ Ulrich 3198 mal gelesen

<"Irlmaier sieht den Halbmond nicht irgendwo, sondern "am Rhein".">

Hallo, Ulrich!

Nicht Dein Ernst - oder?? :waving:

Beste Grüße!
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
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- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

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