Der große Monarch aus dem "Osten" (Schauungen & Prophezeiungen)

Leserzuschrift, Mittwoch, 25. Februar 2015, 10:29 vor 1865 Tagen 3249 mal gelesen

Hallo,

ich hab da mal eine Frage, die wömöglich etwas naiv und dumm ist.

Wenn, wie man hier und da lesen kann, es zu einem Polsprung oder so ähnlichen kommt, kann es dann sein, daß dieser große Monarch oder Herrscher, der da aus dem Osten kommen soll, nicht eben aus dem Osten kommt, das wir heute als Osten kennen, sondern aus dem nach einem Polsprung neuen Osten ?

mit freundlichen Gruss
[R. M. G.]


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Eher ein Sagenmotiv

Taurec ⌂ @, München, Mittwoch, 25. Februar 2015, 10:37 vor 1865 Tagen @ Leserzuschrift 3145 mal gelesen

Hallo!

Dagegen spricht mehreres:

1. Es ist nicht davon auszugehen, daß in Prophezeiungen, die nicht ausdrücklich von einem Polsprung berichten, indirekt, also zwischen den Zeilen, Polsorunginformationen eingeflochten wären.
Wenn es um den Kaiser geht, dann geht es um den Kaiser und nichts anderes. Wenn der Autor etwas über den Polsprung hätte schreiben wollen, hätte er das ausdrücklich getan.

Das ist bei älteren Prophezeiungen ohnehin auszuschließen. Aufgrund ihrer Eigenart kann man keine naturwissenschaftlich präzisen Angaben erwarten. Sie reflektieren in der Regel Sagenmotive und religiöse Vorstellungen. Physikalisches Geschehen erschien dahingegen vor dem Hintergrund der Erfüllung der Offenbarung und des Weltschicksals geradezu profan und unwichtig.

2. Das Motiv „aus dem Osten“ ist allgemein nicht als konkrete Herkunftsangabe aufzufassen.

Es ist eher ein Motiv der Volksmythologie, das höchstwahrscheinlich in der Spätantike seine Wurzeln hat und sich über das Christentum in der Prophezeiungstradition festsetzte.
Ursprung sind vermutlich Prophezeiungen über Nero.

Auszug aus „Arthur Hübscher – Die Große Weissagung“, S. 88/89:

„Seit langem hat es auch in Rom eine sich fort und fort erneuernde Prophetie gegeben, die einen großen Kaiser am Ende der Tage verheißt. Sibyllenstimmen haben den rex e caelo oder e sole missus verheißen. Mit ihm, dem Sonnengott, erwartet man den Anbruch eines Goldenen Zeitalters, ein saeculum solis. Tuus iam regnat Apollo, verkündet mit freudiger Gewißheit Virgil [Ecl. IV, 4 f.]. Er verheißt die Erscheinung des rettenden Knaben und ein neues Zeitalter, in dem die ewige Rorna ein neues, glücklicheres Aussehen erhalten wird.

Die vierte Ecloge Virgils wird zur Geburtsurkunde der abendländischen Kaiserprophetie. Aus ihren Versen hört das erste nachchristliche Jahrtausend immer wieder die eigene Erwartung eines allgemeinen Erretters heraus. Virgil wird Kronzeuge, hier für die Frieden bringende, weltbefreiende Herrschaft des Kaisers der Zukunft, dort für die Wiederkehr des Sabbatreiches eines himmlischen Weltschöpfers. Schon ein paar Jahre nach der Entstehung des Gedichts kann Augustus als der erhoffte Kaiser angesehen werden, und wieder kann die vierte Ecloge später als Zeugnis dafür gelten, daß die Sibylle durch den Mund Virgils dem Kaiser die bevorstehende Geburt des Heilands angekündigt habe.

Augustus selbst fühlt sich in der Erretter-Rolle wohl und läßt ein Bildnis mit den Insignien Apollos von sich machen. Und als er stirbt, lebt doch die Hoffnung auf den kommenden Befreier fort. Seine Nachfolger erhalten, erwartungs- und beziehungsvoll, den Titel des Erretters, des Soter. Als Nero, der Letzte seines Stammes, sich selbst getötet hat, will man an seinen Untergang nicht glauben, man ist der Meinung, daß er sich irgendwo verborgen halte, und erwartet seine Wiederkehr. ‚Es gab Leute‘, schreibt der Geschichtsschreiber Sueton, ‚die lange Zeit sein Grab mit Frühlings- und Sommerblumen schmückten und auf der Rednerbühne bald Bildnisse von ihm, die ihn in der purpurverbrämten Toga darstellten, bald seine Edikte zum Vorschein brachten, als ob er noch lebe und binnen kurzem zum Verderben seiner Feinde wiederkehren werde. Selbst der Partherkönig Vologäsus ließ dringend darum bitten, dem Andenken Neros die gebührende Ehre zu erweisen.‘ Im 4. Buch der Sibyllinen flieht Nero an den Euphrat und kehrt an der Spitze eines Heeres wieder, im 5. Buch kommt er vom Ende der Erde und bezwingt das Weltall. Von der gleichen Erwartung sprechen Hieronymus und Augustin. Nero ist der Messiaskaiser, der die Perser niederwerfen und die Zeit des Friedens und des Glücks für Asien bringen wird. Für die Christen freilich ist er der Vorläufer des Antichrist, vielleicht der der Antichrist selbst.

Kurz nach der Zerstörung Jerusalems ruft das 8. Buch der Sibyllinen sein Wehe über Rom: Mit dem fünften Alter des Phönix wird der Herrscher aus Asien – gemeint ist Nero – erscheinen und Rom verderben. Dann aber wird sich, nach maßloser Sittenverderbnis, ein heiliger Fürst erheben und die Sabbatzeit der Welt heraufführen. In dieser Vorstellung wird zum ersten Mal der Einbruch christlicher Gedanken in die römische Kaiserprophetie erkennbar, zum ersten Mal erscheinen die Motive, die sie künftighin begleiten werden: das Nahen des Königs von Asien oder Babylon, die Zerstörung Roms, die Sittenverderbnis, das Auftreten eines Messiaskönigs. Sie finden sich zu Ende des dritten Jahrhunderts wieder in Commodians ‚Carmen apologeticum‘: Die Goten erobern Rom und erlösen die bedrängten Christen. Da erhebt sich Nero aus der Verborgenheit. Er tötet Henoch und Elias, die Propheten Gottes. Drei Jahre und ein halbes wütet er, dann steht ein König im Osten auf, der Mann aus Persien. Er ist der zweite und eigentliche Antichrist; er tötet Nero und verbrennt die Stadt, dann geht er nach Judäa, tut Wunder und läßt sich von den Juden anbeten. Die Juden aber erkennen seine Falschheit, auf ihre Bitten erscheint Christus mit den verlorenen Stämmen der Juden, die sein Heer bilden.“[/i]

Seitdem von Christen Nero als Vorläufer des Antichristen bezeichnet wurde, kam auch alles Übel immer aus dem Osten: der Antichrist, die Völker Gog und Magog, der Islam, die Türken usw.
Die Vorstellung des Erretterkaisers knüpfte sich zunächst an die christlichen Kaiser Roms, dann an die byzantinischen, schließlich an die Europäer, wobei im Mittelalter eine Art „Wettkampf“ entstand, ob der Endzeitkaiser, bzw. der „große Monarch“ nun Deutscher oder Franzose sei.

Vermutlich liegt hier irgendwo der Hund begraben. Wenn es in deutschen Prophezeiungen heißt „aus dem Osten“, sollte damit wahrscheinlich das Ostfrankenreich (Deutschland) bezeichnet werden im Gegensatz zu Frankreich, ohne daß man den großen Monarchen allzu deutlich für sich beanspruchte. Die Information ging in späteren Jahrhunderten wohl verloren, so daß man ihn schlichtweg aus dem Osten kommen ließ, ohne daß man gewußt hätte, woher.

Zum Beispiel in der Weissagung von 1622:
„Der Monat Mai wird sich mit Ernst zum Krieg rüsten, aber es ist noch
nicht die Zeit.
Der Monat Juni wird auch zum Krieg einladen, aber es ist auch noch
nicht die Zeit.
Der Monat Juli wird erst grausam handeln, daß viele vom Weib und
Kind Abschied nehmen müssen.
Im August wird man an allen Enden der Welt vom Krieg hören.
Der September und Oktober wird ein großes Blutvergießen mit sich
bringen.
Im November wird man Wunderdinge sehen. Um diese Zeit ist das
Kind 28 Jahre alt, dessen Säugamme von Morgen sein wird. Dieser
wird große Dinge verrichten.
<= Nicht klar, ob hier nicht doch der Antichrist gemeint ist.

Und beim Pseudo-Holzhauser (19. Jahrhundert):
„Endlich wird jener überaus tapfere von Gott gesandte Mann erscheinen aus dem Osten.“

Und schließlich im Lied der Linde:
„Ja von Osten kommt der starke Held,
Ordnung bringend der verwirrten Welt,
– Weiße Blumen um das Herz des Herrn –
Seinem Rufe folgt der Wackre gern.“

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“

Nostradamus = Cayce = Fatima = Offenbarung

Can @, Mittwoch, 25. März 2015, 18:37 vor 1837 Tagen @ Taurec 2574 mal gelesen

bearbeitet von Can, Mittwoch, 25. März 2015, 18:47

Moinsen, ich hab mich hier gerade angemeldet, nicht ganz uneigennützig, aber ich bin eben ehrlich. Ich werde euch ein paar Tipps geben, damit ihr die Dinge die geschrieben stehen besser versteht. Es gibt viele Parallelen zwischen dem großen Monarchen (Nostradamus oder das Lied der Linde), dem jungen König der von Cayce erwähnt wurde, dem ersten Reiter der Apokalypse in der Offenbarung, dem Engel mit dem Feuerschwert im dritten Geheimnis von Fatima.

Betrachtet es mal so. Wir treten gerade in das Zeitalter des Wassermann ein, und wer das liest merke auf, denn es geht hierbei um nichts anderes als die Sintflut, und welche Gestalt aus der Bibel verbinden mit der Sintflut. Noah, und was ist sein Zeichen? Der Bogen der auch Bogen Noahs oder auch Regenbogen genannt. Der Name Noah bedeutet Hoffnung und Trost, klingelt es nun bei einigen ?

Der erste Reiter der Apokalypse ist derjenige der Gottes Reich errichten wird. Nostradamus spricht davon das "chiren" ein Heer aus weiß und rot anführen wird und ich weiß auch warum. Wenn ich ein Heer von Menschen befehlen würde, würde ich genau diese Farbe wählen, zum Schutz. Man mag sich vorstellen, wie es aussieht, ein riesiges weißes Heer aus hunderttausenden Menschen gehüllt in helles weißes Leinen und was wohl passieren würde wenn jemand auf sie schießt oder sie prügelt. Denn wenn Blut fließt dann ist das Heer nicht mehr weiß sondern rot. Will sich jemand die Bilder vorstellen, die um die Welt gehen.

Die Offenbarung, ist eine sehr präzise Anleitung, eine überaus brillante Strategie für denjenigen der sie anzuwenden weiß. Ein Beispiel. Mann sortiere gerechte und ungerechte Länder und nenne in den ungerechten Ländern ein bestimmten Tag bzw. ein bestimmtes Datum. Beispielsweise in den massenüberwachten USA. Was glaubt man, wie eine Regierung handeln würde, wenn sie wüsste, dass an diesem Tag mit ihr abgerechnet wird? Alle verhalten sich ruhig und konform, bis genau dieser Tag kommt, wem könnte sie noch vertrauen? Und nun denke man an das ehemals weiße, nun aber geschlagene und geschundene und geblutende und auch verdammt wütende rote Heer.

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Nutzen der Offenbarung

Taurec ⌂ @, München, Mittwoch, 25. März 2015, 19:25 vor 1837 Tagen @ Can 2777 mal gelesen

bearbeitet von Taurec, Mittwoch, 30. August 2017, 19:48

Ich werde euch ein paar Tipps geben, damit ihr die Dinge die geschrieben stehen besser versteht.

Danke, Can!

Aber für Deutungesversuche, bei welchen unkritisch und ohne den Entstehungszusammenhang und den kulturellen Hintergrund der Bibeltexte miteinzubeziehen dieselben platt auf die Gegenwart (und die eigenen Vorstellungen) übertragen werden, habe ich nicht viel übrig.

Ich gehe nicht davon aus, daß die Bibel Prophezeiungen enthält, die für das Erkennen zukünftiger Ereignise fruchtbar sind. Die Offenbarung ist ein Werk der apokalyptischen Literatur der anbrechenden magischen Kultur des nahen Ostens zur Zeitenwende, welche die auf dem seelischen Empfinden allein dieser Völker beruhende Naherwartung des Schöpfungsendes zum Ausdruck brachte. Sollte darin tatsächlich zukünftiges enthalten sein, muß es unter Abzug all dieser kulturellen Elemente betrachtet werden, die für uns sinnlos sind. Dann befindet man sich auf der Ebene, wo die Apokalyptik, die antiken Weltzeitalter, das indische Kali-Yuga, die Edda und andere zusammenfließen: beim intuitiven Schauuen des Weltenlaufs, der durch zyklische Zerstörung und Erneuerung fortschreitet. Die Details zu wörtlich zu nehmen, sollte man aber unterlassen.

Gerade bibelgläubige Christen, die beim Lesen der Bibel gelegentlich eine milde Abart des Jerusalem-Syndroms entwickeln und die Ratio fallen lassen, neigen dazu, alles darin für heilig zu halten und für bare Münze zu nehmen. Insbesondere ist davon abzusehen, daß Texte die für Zeitgenossen vor 2000 Jahren bestimmt waren, ausgerechnet auf einen selbst, bzw. die eigene Gegenwart zutreffen sollen.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“

Ich bin nicht von mir aus gekommen

Can @, Mittwoch, 25. März 2015, 20:03 vor 1837 Tagen @ Taurec 2440 mal gelesen

bearbeitet von Can, Mittwoch, 25. März 2015, 20:30

hallo taurec, und du erkennst es nicht, ich bin nicht von mir selbst gekommen und rede aus mir selbst heraus sondern habe etwas gelesen und das ist was ich sage. Du magst viel gelesen haben, vielleicht bist du auch gebildeter als ich, mag alles sein, und doch fehlt dir etwas. Ich würde hier nicht etwas sagen, wenn ich nicht wüsste das es wahr wäre, aber anscheinend habe ich etwas gelesen und du weißt nicht was. Ich bin ein sehr gottesfürchtiger Mensch, und würde mir niemals etwas anmaßen was mir nicht gebührt, denn ich weiß woher ich komme und weiß wohin ich eines Tages gehe. Es gibt immer Zweifler, aber das soll meine Sorge nicht sein, denn weißt du was ich darauf antworten würde? Wenn mein Herr gewollt hätte, das du mir glaubst, dann würdest du mir glauben. Ich hatte einen sehr guten Meister, taurec.


Es gibt Leute die glauben erst dann an eine Sache, wenn sie auch eintritt und es gibt Menschen, die glauben schon vorher aber nicht um des Glaubens willen, sondern weil sie erkannt haben, das der Glaube im Stande ist Berge zu versetzen. Wenn einer daran glaubt, das Veränderung möglich ist, dann wird sie auch passieren, denn so er will ist er auch im Stande, sie herbeizuführen, denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Ich rede hier nicht von Wundern, sondern von Dinge die man im Stande ist, selbst zu erfülllen und nichts anderes sage ich dir. Dir komme ich wohl vor wie ein egozentrischer, selbstsicherer Mensch, aber du wirst erkennen, das ich das nicht bin. ;)

Ich heiße übrigens Ercan und wo ich sagte, nicht ganz uneigennützig, da meinte ich nicht meine person, bei Gott, sondern das Projekt an dem ich arbeite, ich nenne es den Baum.

Gruß Ercan

Re: Jau, dieser Wassermann-Hybris dank stecken wir ja in dieser Lage :-) (owT)

Eyspfeil @, Vorort Stuttgart, Donnerstag, 26. März 2015, 20:29 vor 1836 Tagen @ Steffomio 2236 mal gelesen

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