Nostradamus-Dokument (Schauungen & Prophezeiungen)

Leserzuschrift @, Samstag, 22.06.2013, 00:06 vor 2881 Tagen (3067 Aufrufe)

Hallo Taurec,

im Netz fand ich ein Prophezeiungsdokument,
angeblich um das Jahr 1886, welches eine Übersetzung
einer Nostradamus-Prophezeiung sein soll!

Interesant ist, falls keine Fälschung, dass die berühmte
Äußerung über den Markustag somit von ihm wäre, und
auch ist dort über Vulkanaktivität zu lesen, was uns wiederum
zu den Feldpostbriefen führt.
Ich stellte ja vor kurzem die Frage woher der prophetische Franzose
über Vulkanaktivität wusste.
Offensichtlich gibt es hier doch noch unbekannte Quellen,
und werde mal auch in den Nostradamus-Almanachen nachschauen,
von dort soll auch dieser Text stammen.

http://www.scribd.com/fullscreen/58544891

Beste Grüße,
Keynes

--
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Nicht Nostradamus, sondern deutsche Volkssage

Taurec ⌂ @, München, Samstag, 22.06.2013, 00:09 vor 2881 Tagen @ Leserzuschrift (3282 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Samstag, 22.06.2013, 00:15

Danke! Das ist interessant.

Den Ausspruch über Markustag, Johannestag usw. hatten wir bereits, allerdings ohne die Quelle gefunden zu haben:
https://schauungen.de/forum/index.php?id=5772

Randomizer behauptete, das sei bereits für das 19. Jahrhundert nachweisbar. Eine der Quellen ist offenbar die von Dir gefundene.

Der Stil und Inhalt entsprechen aber völlig den gängigen Volkssagen, z. B. Mühlhiasl, Stormberger, die Birkenbaumsage und viele andere. Mit Sicherheit ist das nicht von Nostradamus, sondern ihm nur zugeschrieben.
Einiges davon (vielleicht sogar das vorliegende Heft) war auch dem Feldpostbrieffranzosen bekannt und floß in seine Aussagen ein.

Gruß
Taurec

P. S.: Hier noch eine besser lesbare Version: http://www.sagen.at/texte/sagen/oesterreich/wien/weissagung/nostradamus.html

--
„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“

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Quelle: Markustag, Johannistag ...

Ulrich ⌂ @, Germering, Samstag, 22.06.2013, 01:44 vor 2881 Tagen @ Taurec (2896 Aufrufe)

Hallo Taurec,

Den Ausspruch über Markustag, Johannestag usw. hatten wir bereits, allerdings ohne die Quelle gefunden zu haben:
https://schauungen.de/forum/index.php?id=5772

Randomizer behauptete, das sei bereits für das 19. Jahrhundert nachweisbar. Eine der Quellen ist offenbar die von Dir gefundene.

Laut Johann Heinrich Jung-Stilling in "Sämmtliche Weke. Band 8" geht die Prophezeiung auf Pedro de Luna zurück, den "Gegenpapst" Benedikt XIII, stammt also aus dem 14./15.Jahrhundert:

[image]
[image]
[image]

Quelle:
http://books.google.de/books?id=U5E-AAAAcAAJ&pg=PA116&lpg=PA116&dq=Markustag+ostern

Ich meine, in einer Biographie über Pedro de Luna vor Jahren dazu Näheres gelesen zu haben, müsste das Buch aber im Chaos suchen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Heinrich_Jung-Stilling
http://de.wikipedia.org/wiki/Benedikt_XIII._%28Gegenpapst%29

Gruß,
Ulrich

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Irrtum ?

Ulrich ⌂ @, Germering, Samstag, 22.06.2013, 03:15 vor 2881 Tagen @ Ulrich (2942 Aufrufe)

Hallo,

Jung(-Stilling) hat wohl eher den da gemeint:

Benedikt XIII., Geburtsname Pietro Francesco Orsini (im Orden Vincenzo Maria); (* 2. Februar 1649 in Gravina in Puglia, Königreich Neapel; † 21. Februar 1730 in Rom), war Papst von 1724 bis 1730
http://de.wikipedia.org/wiki/Benedikt_XIII._%28Papst%29

tja, ähm, also dann...

Gruß,
Ulrich

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'Markustag = Ostern' usw. schriftlich schon 1732 nachweisbar

randomizer @, Dienstag, 25.06.2013, 03:14 vor 2878 Tagen @ Taurec (3017 Aufrufe)
bearbeitet von randomizer, Dienstag, 25.06.2013, 03:32

Hallo Taurec & Ulrich!

Danke! Das ist interessant.

den Wiener Pseudo-Nostradamus von 1886 hatten wir im alten Forum schonmal, damals allerdings ohne den Originalscan, sondern nur das Transkript von sagen.at

Den Ausspruch über Markustag, Johannestag usw. hatten wir bereits, allerdings ohne die Quelle gefunden zu haben:

Randomizer behauptete, das sei bereits für das 19. Jahrhundert nachweisbar. Eine der Quellen ist offenbar die von Dir gefundene.

das Motiv wurde ja 1886 wieder aktuell, tatsächlich war es aber schon Jahrzehnte zuvor weit verbreitet (nachweisbar in diversen Zeitungen 1848, 1849 ff.). Das Motiv ist sicher ursprünglich literarisch, dringt aber spätestens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vielerorts in den Volksaberglauben ein. Rill bzw. der prophetische Franzose konnte dieses Fragment sowohl aus der Literatur als auch aus dem Volksmund kennen.

Bereits 1732 behandelte Ignaz Langetl dieses eschatologische Motiv (1734 stand bevor) hier:

Langetl, Ignatius: Problema paschale, in quo versiculi noti : 'Quando Marcus Pascha dabit, Antonius pentecostabit, Joannes Christum adorabit, totus mundus vae clamabit.' resolvuntur. in: Mausoleum Graecense Ferdinandi II . (Graecii) Widmanstadii (1732)

Die Auskunft Jung-Stillings, daß dieser Spruch auf Papst Benedikt XIII. (†1730) zurückgehe, klingt plausibel, eine noch frühere Herkunft würde ich aber auch nicht ausschließen (?1666?).

Viele Grüße,
randomizer

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@ randomizer

Ulrich ⌂ @, Germering, Dienstag, 25.06.2013, 07:03 vor 2877 Tagen @ randomizer (2881 Aufrufe)

Hallo randomizer,

Bereits 1732 behandelt Langetl dieses eschatologische Motiv (1734 stand bevor):

konnte die Textstelle nicht finden:
http://books.google.de/books?id=_gFQAAAAcAAJ


Es gibt einige Variationen des Spruches:

1)
"Osterruf
[1160] Wenn Osterruf auf Markus schellt, Antonius das Pfingstfest hält, Fronleichnam auf Johannis fällt, füllt Wehgeschrei die ganze Welt.
Das Wochenblatt für die Städte Forsten, Pförten und Triebel vom 2. Mai 1866, theilt den Spruch mit der Bemerkung mit, dass 1867 ein solch unglückselig Jahr sein werde, wie ein solches auch 1848 gewesen sei. Das Wochenblatt hat sich aber wol geirrt, denn 1848 fiel Ostern auf den 23. April und 1867 auf den 21. April, der Markustag fällt aber auf den 25. April, ein Fall, der erst 1886 eintritt.
Lat.: Antonius spiritum sanctum invocavit, Johannes coenabit, totus mundis vae clamabit."

Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 3. Leipzig 1873, Sp. 1160
http://www.zeno.org/Wander-1867/A/Osterruf

2)
"Ostern
...
40. Wenn Ostern auf Georgi (23. April) fällt, erwartet grosses Weh die Welt.
It.: Quando San Giorgio vien in Pasqua, per il mondo c' è gran burrasca. (Giani, 769.)
...
41. Wenn Ostern auf Sanct-Markus fällt, Sanct- Anton sich an Pfingsten hält, Johann sich auf den Leichnam stellt, so schreiet Weh die ganze Welt. – Wunderlich, 39.
D.h. wenn Ostern auf den 25. April, d.i. so spät fällt, als es überhaupt fallen kann, Pfingsten dann auf den 13. Juni und das Fronleichnamfest auf den 24. Juni, dann soll ein sehr schlimmes Jahr zu erwarten sein. Der Spruch ist eine Prophezeihung des 1566 verstorbenen Sterndeuters (Astrologen) Nostradamus. (Wunderlich, 39.) In unserem Jahrhundert fällt Ostern nur ein einziges mal auf den 25. April, nämlich 1886.
Lat.: Si Marcus pascabit, si Antonius pentecostabit, si Joannes in corpore stabit, totus mundus »Vae!« clamabit."

Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 3. Leipzig 1873.
http://www.zeno.org/Wander-1867/A/Ostern

3)

"George, Mark, John (SS.)
.Nostradamus wrote in 1566:
'Quand Georges Dieu crucifera,
Que Marc le ressucitera,
Et que St. Jean le portera,
La fin du monde arrivera.'

In 1886 St. George’s day fell on Good Friday, St. Mark’s day on Easter Sunday, and St. John’s day on Corpus Christi—but 'the end of the world' did not then arrive."

Quelle:
"Dictionary of Phrase and Fable", edited by the Rev. E. Cobham Brewer, LL.D. and revised in 1895.
http://words.fromoldbooks.org/Brewer-DictionaryOfPhraseAndFable/g/george-mark-john.html


Antonio Guerrieri, der in seinem Buch "La città spezzata: Foggia, quei giorni del '43" den Spruch auf das Weltkriegs-Jahr 1943 bezieht, erwähnt den von Dir zitierten Wortlaut des Spruches auf einer Inschrift der Kirche "St. Brictius" in Oberemmel bei Trier:

"...Mit einer Variation der ersten drei Zeilen findet sich der Spruch auf einer Steininschrift einer Kirche der alten deutschen Stadt Trier, in der Rheinpfalz, der Kirche von Oberemmel (Jahrbuch Kreis Trier-Saarburg, 1995, Forschungen des Direktors der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz)."

Quelle:
http://books.google.de/books?id=Eh-KuaEbNSYC&pg=PA15&lpg=PA15&dq=Si+Marcus+pascabit


Über diese Inschrift der Kirche in Oberemmel berichtet auch "New Zealand Tablet", Volume IX, Issue 453, 16 December 1881, Page 5, by Patrick Moran, the first Catholic bishop of Dunedin, New Zealand:
http://paperspast.natlib.govt.nz/cgi-bin/paperspast?a=d&d=NZT18811216.2.5&e=-------10--1----0--

Die Kirche "St. Brictius" in Oberemmel wurde im Jahr 1734 erbaut, in dem die drei kirchlichen Namenstage auf die drei kirchlichen Feiertage fielen.
Quelle:
http://www.roscheiderhof.de/kulturdb/client/einObjekt.php?id=1044


Eyspfeil hatte ausgegraben, daß der Spruch St. Brigitta von Schweden zugeschrieben wird:
https://schauungen.de/forum/index.php?id=5795

In "The Prophets And Our Times" zitiert Rev. R. Gerald Culleton "St. Bridget of Sweden" auf S.154:

" ' When the Feast of St. Mark (April 25) shall fall on Eas-
ter, the Feast of St. Anthony (June 13) on Pentecost, and that
of St. John (June 24th) on Corpus Christi, the whole world
shall cry, Woe!' (These feasts concur in 1943 but not again
till 2038). "

Auf Seite 45 und nochmals auf S. 149/150 schreibt Cullen dem Mönch Werdin von Otranto (gestorben 1279, nach anderer Aussage 1279 exhumiert) folgenden Text zu, der als Grabbeigabe anlässlich dessen Exhumierung gefunden wurde:

"The Abbot Werdin says that the Pope will cross the sea
in a year when the Feast of St. George (April 23rd) falls on
Good Friday, and St. Mark's feast (April 25th) falls on
Easter Sunday, and the feast of St. Anthony (June 13th) falls
on Pentecost, and the feast of St. John the Baptist (June 24th)
falls on Corpus Christi — all these concurrances will take place
in the year 1943 and not again till 2038."

Quelle:
http://archive.org/stream/TheProphetsAndOurTimes/TheProphetsAndOurTimes_djvu.txt

Johann Nepomuk Trülle, der in seinem Buch "Das Buch der Wahr- und Weissagungen" auf den Seiten 44 - 46 über Werdin von Otranto berichtet, enthält den Kalenderspruch jedoch nicht.
Quelle:
http://books.google.de/books?id=csA5AAAAcAAJ

Als Kontrast zu so viel Schwulst kann ich mir einen profanen Osterspruch nicht verkneifen:
"Wären die Eier plötzlich eckig, ginge es den Hühnern ganz schön dreckig."

Gruß,
Ulrich

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Korrektur @Ulrich

randomizer @, Dienstag, 25.06.2013, 12:29 vor 2877 Tagen @ Ulrich (2628 Aufrufe)

Hallo randomizer,

Bereits 1732 behandelt Langetl dieses eschatologische Motiv (1734 stand bevor):


konnte die Textstelle nicht finden:
http://books.google.de/books?id=_gFQAAAAcAAJ

Pardon Ulrich,

meine Editierzeit war letzte Nacht bereits abgelaufen, daher hatte sich ein Zitierfehler eingeschlichen, den ich nicht mehr korrigieren konnte: Langetl publizierte dies wohl 1732 als Einzelschrift und nicht im Mausoleum Graecense Ferdinandi II.:

Langetl, Ignatius: Problema paschale, in quo versiculi noti : 'Quando Marcus Pascha dabit, Antonius pentecostabit, Joannes Christum adorabit, totus mundus vae clamabit.' resolvuntur. (Graecii) Widmanstadii (1732)

Nachweis hier, die Publikation ist aber äußerst selten..

Eyspfeil hatte ausgegraben, daß der Spruch St. Brigitta von Schweden zugeschrieben wird:

Ob die schwedische Brigitta tatsächlich die Urquelle ist, kann ich derzeit nicht beurteilen, Eyspfeils Copy&Paste-Recherchen sind aber imho wertlos, da er nur wahllos und unkritisch Unsinn aus dem Web nachplappert.

Besten Gruß,
randomizer

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@Randomizer: Beiträge richtig durchlesen

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Dienstag, 25.06.2013, 23:08 vor 2877 Tagen @ randomizer (2554 Aufrufe)
bearbeitet von Eyspfeil, Dienstag, 25.06.2013, 23:17

Hallo Randomizer!

Falls Du meinen Beitrag damals richtig durchgelesen hättest:
Ich hatte niemals behauptet daß es eine Originalquelle sei.
Im Oktober 2009 hatte ich dazu bemerkt:
"Fragt sich weiterhin, ob das nur allgemeine Volkssage
ist seit dem Mittelalter, oder ob sich dahinter konkrete
Zukunftsereignisse verbergen."

in folgendem Scharnier steht ebenfalls:

"Alleged Prophecy Of St. Bridget: Does It Indicate Year Of Apocalyptic Events?

By Michael H. Brown

"Second story

We noted quite some interest stirred by an article (above) we ran on the alleged prophecies of St. Bridget of Sweden. According to one account, this saint prophesied that "when the Feast of St. Mark shall fall on Easter, the Feast of St. Anthony on Pentecost, and that of St. John on Corpus Christi, the whole world shall cry, 'Woe!'" -- going on to describe the time when apocalyptic events would begin.

We don't know what to think of this prophecy, and as we stated, we can't even confirm that it's from St. Bridget. It is interesting that some cite the date of June 24 (which is also the date of the first apparition in Medjugorje) and the year 2038. Our book, The Final Hour speculates that the secrets of Medjugorje will unfold by 2040 (with events also occurring before then, of course, as a graduation of events intensifies)..."

"Ob die schwedische Brigitta tatsächlich die Urquelle ist, kann ich derzeit nicht beurteilen, Eyspfeils Copy&Paste-Recherchen sind aber imho wertlos, da er nur wahllos und unkritisch Unsinn aus dem Web nachplappert.

Besten Gruß,
randomizer"

Zufälligerweise stehen bei mir im Regal auch zwei
Dutzend Bücher zum Forumsthema,
aber was nützen mir die, da die Diskussion hier sie
inzwischen alle obsolet gemacht hat?
Würde ich aus Büchern von 1996 zitieren,
würde mit Sicherheit jeder bloß gähnen.
Oder in welchem Buch bitteschön kann ich Originalquellen
"Aussagen Ostern am Markustag" 1732 oder gar im Mittelalter nachschlagen?
Da ist bis dato entsprechend hier auch noch niemand
darauf gestoßen.
Du hast zugegebnermaßen Zugang zu vielen seltenen Quellen,
hältst Dich aber mit mit dem Publikmachen solcher meist
vornehm zurück.;-)

Gruß,
Eyspfeil

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Oster(!)spruch :-)

BBouvier @, Dienstag, 25.06.2013, 13:40 vor 2877 Tagen @ Ulrich (2839 Aufrufe)

<"Als Kontrast zu so viel Schwulst
kann ich mir einen profanen Osterspruch nicht verkneifen...
">

Hallo, Ulrich!

Genau!
Intuitiv verbindet der Hörer (oder der Leser) den Spruch
"Wenn Ostern auf den Markustag fällt, schreit Wehe die ganze Welt...etc..."
mit einem Osterdatum und hält den Rest irrig für ein gereimtes
Anhängsel. :-)

Dabei ist "Markus/Ostern" ja nur von Johannis (!)
zurückgerechnet worden, als Polarität des 24. Junis
zum 24. Dezember!

Darauf zu kommen, war nicht ganz einfach:
=>
https://schauungen.de/forum/index.php?id=5800

Grüße!
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

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Ursprung des "Markustages & Ereignisse" ist Volkssage

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Dienstag, 25.06.2013, 23:25 vor 2877 Tagen @ BBouvier (2559 Aufrufe)
bearbeitet von Eyspfeil, Dienstag, 25.06.2013, 23:37

Hallo BBouvier!

"Hallo, Ulrich!

Genau!
Intuitiv verbindet der Hörer (oder der Leser) den Spruch
"Wenn Ostern auf den Markustag fällt, schreit Wehe die ganze Welt...etc..."
mit einem Osterdatum und hält den Rest irrig für ein gereimtes
Anhängsel. :-)

Dabei ist "Markus/Ostern" ja nur von Johannis (!)
zurückgerechnet worden, als Polarität des 24. Junis
zum 24. Dezember!

Darauf zu kommen, war nicht ganz einfach:
=>
https://schauungen.de/forum/index.php?id=5800

Grüße!
BB"

Eben. Da bist Du schon vor Jahren daraufgekommen, daß sich
allerhöchstwahrscheinlich die Polarität dahinter verbirgt,
aus welcher sich die Volkssage irgendwann im Mittelalter
gebildet hat, vielleicht vom Klerus ausgehend.

Man wird vergebens nach einer 'Originalquelle'
Markustag suchen, weil es keine Schauung dazu
gibt. Sondern religiöse Prophezeiung ist.
Stimmt es oder habe ich recht?

LG,
Eyspfeil

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Werdin

BBouvier @, Dienstag, 25.06.2013, 16:52 vor 2877 Tagen @ Ulrich (2687 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Dienstag, 25.06.2013, 16:59

<"Auf Seite 45 und nochmals auf S. 149/150 schreibt Cullen
dem Mönch Werdin von Otranto
(gestorben 1279, nach anderer Aussage 1279 exhumiert)
folgenden Text zu, der als Grabbeigabe
anlässlich dessen Exhumierung gefunden wurde:

"The Abbot Werdin says that the Pope will cross the sea
in a year when the Feast of St. George (April 23rd) falls on
Good Friday, and St. Mark's feast (April 25th) falls on
Easter Sunday, and the feast of St. Anthony (June 13th) falls
on Pentecost, and the feast of St. John the Baptist (June 24th)
falls on Corpus Christi — all these concurrances will take place
in the year 1943 and not again till 2038.">

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Hallo, Ulrich!

Dieser "Werdin" (angeblich gest. 1279) ist offenbar recht beliebt, wenn es darum geht,
Jemandem Prophezeiungen zuzuschreiben.
Im Loerzer findet man eine gute Druckseite "Prophezeiung Werdin",
die ohne Quellenangabe 1849 aufgetaucht sein soll.
Insgesamt ein dümmliches und verworrenes Dummgelaber.
Zitate:
=>
- Dieser Stern, welcher das Angesicht der Kirche erleuchtet,
macht viele Übel wieder gut...Dann, nach wenigen Jahren,
wird dieser Stern erlöschen...
- Ein Tier, dessen Wut unerhört ist, mit giftigem Schweife,
wird an seine Stelle treten, und unzählige Schlangen werden sich vermehren...
- Vier Jahre hindurch werden die Nationen sich bekriegen,
die Sekten werden verschwinden...
- Der Sohn des Menschen wird über die Meere gehen und das Wunderzeichen
am Haupt der Verheißung tragen...
- die Franzosen werden mit den Holländern kämpfen...
- etc...

Da hat der Fälscher 1849 nicht nachgedacht, weil es die Niederlande
doch erst seit dem 16. bzw. dem 17. Jahrhundert überhaupt gibt.
Er setzt sie beim Leser jedoch als völlig bekannt voraus! :-D
Zitat:
"Im Jahr 1579 schlossen sich die sieben nördlichen Provinzen
zusammen und gründeten die Republik der Sieben Vereinigten Provinzen.
Nach dem Sieg über die Spanier erlangten die Gebiete 1648
im Westfälischen Frieden ihre Selbständigkeit
und trugen ab dato den Namen <Republik der Vereinigten Niederlande>"

Merke:
Es ist gar nicht so einfach, eine glaubhafte
Prophezeiung zu fälschen!

Meint auch
:hamper: (<= Hugo Hamper)

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

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... ganz abgesehen davon, daß:

BBouvier @, Dienstag, 25.06.2013, 23:04 vor 2877 Tagen @ BBouvier (2575 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Dienstag, 25.06.2013, 23:15

"....schreibt Cullen dem Mönch Werdin ... folgenden Text zu,
der als Grabbeigabe anlässlich dessen Exhumierung gefunden wurde:

"Der Abt Werdin sagt, der Papst werde das Meer in einem Jahre
überqueren, wenn ... usw. =>
"

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

... doch insgesamt überhaupt keine Prophezeiung ist,
sondern nur die Behauptung Cullens,
Jemand hätte behauptet, bei der Exhumierung Werdins hätte man
einen Text einer unbekannten Person gefunden,
die wiederum behauptet, Werdin hätte behauptet ... etc. =>

=> :tonne:

Gruß,
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

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