Versuch eines fragmentarischen Berichts über ein Ereignis vor 29 Jahren - Teil 1

gecko2 @, Sonntag, 15.05.2022, 20:04 vor 142 Tagen

15.5.2022
1993 im Spätsommer/Herbst, Uni-Seminar, ca. 20 Studenten (m/w, w Überzahl),
Professorin T. (Gastgeberin, nur zu Anfang anwesend), Professorin P. (die ganze Zeit anwesend),
ihre Assistentin, ca. 6-10 BW-Angehörige
Letztere kamen ca. 19.00 und gingen wieder ca. 22.00/23.00.
Alle anderen übernachteten in dem Landhaus im Wendland,
wie auch schon die Tage zuvor.

Den Tag über oder am Tag zuvor gab es schon so eine Art Einstimmung auf Magie,
zunächst mittels eines Waldspaziergangs, bei dem "magische Gegenstände"
gesucht werden sollten (ich schaute dann nach Pilzen und
fand eine noch nicht stinkende Stinkmorchel, was mich erheiterte; aber was
das mit Magie zu tun haben sollte, war mir fraglich und vor allem völlig egal.).
Wir trafen auf eine ältere Spaziergängerin, der wir
anscheinend nicht geheuer waren; ich redete ein bißchen freundlich mit ihr,
und konnte sie scheints beruhigen, weiß nicht mehr, was ich gesagt habe,
wunderte mich nur über die Reaktion der Professorin T. (Gastgeberin, die andere
Prof. P ging nicht mit), die meinte, ich könne das so schön rational erklären.
Später am Nachmittag im Haus sonderte sich eine Frauenguppe mit Prof. P.
um einen langen Tisch ab; als ich mal hinschaute, sah ich, daß
vor ihnen kleine bläuliche Flämmchen, wie von einem Gasfeuerzeug, aber aus dem Tisch heraus,
zu sehen waren. Ich kümmerte mich nicht drum, sie wollten auch nicht gestört
werden, weiß nicht mehr, was ich tat, vielleicht einfach nur
ein bißchen in einer anderen Ecke des großen Gartens in der Sonne dösen
oder Essen suchen (das Essen war immer knapp und mußte umständlich aus
den entfernten Nachbarorten besorgt werden) oder im Ort rumlaufen.

Am Abend jedenfalls waren alle wieder im Haus. Ich war gerade an der Treppe,
als die BW-Besucher reinkamen, konnte mich aber weitgehend unsichtbar machen
und wollte mich eigentlich verkrümeln, weil ich Ärger "roch".
Als alle aus dem Treppenhaus raus waren, konnte ich endlich ungestört aufs Klo.
Nicht lange: jemand kam rein, bemerkte die verschlossene Tür, ging wieder raus.
Als ich dann am Händewaschen war, kam ein junger Mann mit überschulterlangen gewellten Haaren
rein, und redete freundlich, aber salbungsvoll auf mich ein,
ich solle doch nun zu den anderen kommen.
Ich ergab mich in mein Schicksal und ließ es auf mich zukommen.

Im großen Gastraum waren nun alle Studenten, Profs, BW-Angehörigen
versammelt und standen erstmal so rum; in einer Ecke entwickelte sich Hektik,
weil 2-3 lautstark und aufgeregt über die Sicherheit ihrer
Fahrzeuge redeten. Die gastgebende Prof saß daneben wie Häufchen Elend,
ich wollte die Situation etwas entspannen und ging auf die Aufgeregten zu
und sagte ihnen, ja, es sei hier sicher, hier sei bisher
nichts geklaut worden; wenn sie unauffällig bleiben wollten,
wäre es eher schlecht, wenn jemand draußen rumkreist und die Autos bewacht,
weil in dem kleinen Ort jeder Fremde sofort auffällt.
Sie schickten dann den jungen Mann mit den langen Haaren nach
draußen, anscheinend war der ein Fahrer, er war der einzige
Nichtuniformierte und somit noch am unauffälligsten.

Es war dann eine Weile langweilig dröge, ein paar Studenten
äußerten ihre Ablehnung von Militär überhaupt, eine Studentin
hörte sich die extrem langweilige Aufzählung der Dienstgrade an,
die Gastgeber-Prof war weg, die andere rezitierte Rilke, was
ich unsäglich papieren fand. Ich langweilte mich erstmal,
ging schließlich nochmal aufs Klo, diesmal das hintere.
Wieder kam jemand rein, beim Händewaschen sah ich, es war einer
der bei den Aufgeregten
am Anfang gewesen war. Er sagte mir, wieviele Blätter Klopapier
ich benutzt hatte. Ich dachte erst, er hätte gehört und geschätzt und
wolle mich veräppeln.
Nach etwas Gerede und Überwechseln zurück in den Gastraum
ging es dann aber weiter, daß er mir sagte,
wieviele Stützen mein selbergemachtes Bett hat - das konnten nur ich
und der Bekannte, mit dem zusammen ich das Bett gebaut hatte, wissen,
sonst hatte ich nie mit irgendjemand darüber gesprochen oder gar
jemals ein Photo vom Inneren gemacht -, und mein selbstgebautes
Regal konnte er auch ganz gut beschreiben, von dem es damals auch noch
kein Photo und keine Veröffentlichung gab.
Das fand ich nun schon wirklich bemerkenswert, und fragte ihn,
wie er das sehen könne. An die Antwort erinnere ich mich nicht
so recht, aber jedenfalls konnte er wohl über die Person, auf
die er fokussierte, auf die Gegenstände kommen.

Die weiteren Szenen sind nicht unbedingt in der Reihenfolge
wie sie abliefen, daran erinnere ich mich nicht mehr so richtig,
nur noch an den Inhalt, und den kann ich auch nur teilweise
wiedergeben - es extrem intensiv und hatte natürlich einen
Haufen Details, aber die weiß ich nicht mehr.

Im Gastraum ging es weiter, dort war in einem kleinen Grüppchen bereits
das Gespräch auf zukünftige Bundeskanzler und zukünftige amerikanische
Präsidenten gekommen. Er fragte mich auch danach, aus meinem Mund
fielen die Worte Schröder, Merkel, Platzeck (und möglicherweise noch
jemand, den Namen weiß ich zur Zeit nicht mehr. Scholz
möglicherweise auch, aber der sollte wohl erst nach noch
einem CDUler kommen.).

Zunächst sagte er, daß in einiger Zeit ein Angriff auf das
WTC in New York
passieren würde, der nicht abzuwehren wäre, und mit dem der
Präsident umgehen müsse. Mit dem Jahr seien sie sich ziemlich sicher
inzwischen, da dies mehrere vorhersagten, es sei 2001, aber
ob es der 11. September oder der 9. November sei, sei unklar.
"11. September, 100%ig" platzte es aus mir heraus, und als sie
sagten, jemand habe "09/11" gesehen, "ja völlig klar, amerikanisches
Datumsformat, Monat vor Tag." (das kannte ich aus Briefwechseln).
Und zum dritten ist der 9.11. ein Tag, an dem in Deutschland
immer mal was los ist, aber nicht in den USA.
Es ging dann um Schadensminimierung durch mögliche Warnungen,
bezüglich deren Erfolg aber alle recht pessimistisch waren,
weil das im amerikanischen Gestrüpp untergeht, und so meinte
ich, vielleicht könne man ja bei den deutschen Firmen dort
irgendwie an diesem Tag Betriebsausflüge anregen, so daß
sie nicht im Gebäude sind, wenn es zusammenfällt. Weiß nicht,
ob das bei welchen so war.
Der Anschlagsversuch mit Autobomben im Tiefgeschoß des WTC war da noch nicht
lange her und noch recht deutlich im Gedächtnis. Wie das WTC
genau zum Einsturz gebracht wurde, konnten wir nicht herausfinden.
Diskutiert haben wir WIMRE Bomben von unten und Flugzeuge von oben,
es war da noch eine Szene mit Flugzeughaschen und diskussionshalber
sagte ich auch noch "Osama bin Laden", aber wirklich
fest stand nur: am 11.9.2001 fällt das World Trade Center in
New York vollständig zusammen.

Über die US-Präsidenten gab es heftige Diskussionen.

Zunächst über Bush jr. vs. Al Gore. Von den anderen Studenten
wollten die meisten Al Gore haben, weil der doch so ein toller
Umweltschützer sei, und machten großes Geschrei.
Ich meinte hingegen, Al Gore habe eine dumme Frau und sei deswegen
ungeeignet, und wenn das WTC zusammenkrache, würde er nur rumheulen
und die Amerikaner psychologisch völlig herunterziehen.
Deswegen entschied ich, daß Bush jr. besser geeignet sei, da
ein Abreagieren nach außen durch einen Krieg (Afghanistan, wo eh
schon keine Ruhe war) psychisch gesünder wäre.
Einschub: Bush jr. wurde bekanntlich nur durch Tricksereien seines
Bruders Präsident, und Martin Armstrongs KI sagte wohl den Sieg
von Gore voraus, eines der extrem seltenen Male, wo die Vorhersage
nicht zutraf. Ende Einschub.
Ich bekam dann gesagt, daß auch der Irak bekriegt würde.
Das wollte ich nicht, es ließ sich aber nicht vermeiden. Ich hoffte,
daß die Iraker dadurch aus den erwürgenden Sanktionen rauskämen
und es für sie danach - unter einer US-Satrapenregierung halt, naja -
besser werden würde.
Einschub: bei Bush jr.s Irakkrieg hatte eine damalige Bekannte
große Angst, daß sich das zum Weltkrieg ausweiten würde.
Ich sagte ihr, nein, auf keinen Fall, DAS WEISS ICH.
Sie ließ sich beruhigen. Ende Einschub.

Vieldiskutiert war die mögliche Präsidentschaft von
Hillary Clinton. Vor allem die Professorin wollte die gerne haben,
auch einige andere, weiß aber nicht mehr, wer.
Der Uffz meinte: "Bush - Clinton - Bush - Clinton", und etwas
später mir gegenüber, daß 2 Frauen gleichzeitig, also Merkel
und Clinton, nicht gingen und zuviel wären.
Außerdem sei Clinton kriegerisch und für noch einen Krieg
brauche es etwas Abstand (ein Aspekt, den fast alle außer
mir nicht wahrhaben wollten, auch wenn ich an Indira Gandhi, Margret Thatcher,
Elisabeth I. erinnerte).
Eine Studentin warf dann den Namen "Obama" in den Raum,
wogegen niemand was sagte. Das war gewissermaßen das
Kaninchen aus dem Hut.
Es ging dann noch ein bißchen um das Geschlängel von Merkel und
Clinton aneinander vorbei; ich erinnere mich nur noch, daß ich
zum Schluß noch leise "Trump." sagte.
Es kann sein, daß der Däne (ein dänischer Student) noch Biden
erwähnte, aber da bin ich mir nicht sicher.

Einmal standen ein Offz, der Uffz und ich zusammen, und es zeigten sich Bilder
wie ein in den Raum projiziertes Video, zweimal vom Inneren eines Flugzeugs,
das nach unten absoff, einmal von einem ICE-Zug in Fahrt von außen,
von dem klar war, daß er bald entgleiste.
"Entscheide Dich, sonst hast Du bald nichts mehr zu entscheiden!"
Nächste Sequenz war dann der entgleiste Zug von der Seite aus gesehen,
es war, als ob ich da als Sanitäter entlanglaufen würde und jemand einen
Schluck Wasser oder was geben würde, wie durch meine Augen gesehen;
ich hatte aber keine Empfindung dabei, d.h. ich war es offenbar nicht
selbst später mal, die da entlangging. Ort war wohl Eschede.
Einschub: Bei dem Zugunglück von Eschede später habe ich mich an diese
gesehene Szene lebhaft erinnert, aber keins der in den Zeitungen gesehenen Bilder
glich denen in der Szenerie, die ich 1993 gesehen hatte.
Ende Einschub.