Fehler im Bauzeitenplan (Schauungen & Prophezeiungen)

Bär, Samstag, 09.10.2010, 17:25 (vor 4323 Tagen) @ WG (9039 Aufrufe)

Lieber Standeskollege,


unsere Bauzeitenpläne sehen wenig Puffer vor. Immerhin wollen wir die Hütte ja in der kürzest möglichen Zeit hin stellen.

Das ist aber die Crux, wenn wir uns mit unseren (eingeschränkten) Informationen auf eine Zeitplanung einlassen wollen was unsere gesellschaftlich kollektive Zukunft angeht. Viele gehen dem auf den Leim.

Die Verknüpfung wenn A passiert, kommt im zeitlichen Abstand B, erst der Rohbau, dann die Dachdeckung, erst der Gipser, dann der Maler, besteht bei den uns vorliegenden Sehungen nur in ganz wenigen Fällen.

Die Masse der Informationen sieht so aus, dass erst A und irgenwann danach B kommt. Ohne kausalen und zeitlichen Mindes- oder Höchsttabstand.


Ein Beispiel aus eigenem Leid: Ich habe für 2009 die ersten signifikanten Unruhen in D erwartet. Das ist ausgefallen wegen "isnich" und erst seit S 21 auf getreten. "Es dauert viel länger als erwartet" ist eine klare und vielleicht sogar die verläßlichste Ansage aus der Sehungsschiene.

Wenn die Seher nun sagen erst Revolution in F und dann Revolution in I dann brauch das seine Zeit. Mach die Rechnung nicht ohne den Wirt. Und der Wirt im Hosenanzug hat immer noch Asse im Ärmel. Machen wir halt mal eine Weltwährung und schon sind wir auf unbekanntem Terrain und sehen erst mal was sich entwickelt.

Ja auch dein Beispiel von BB´s Annahmen sind richtig. Sein Model anno dunnemals war so was von stringend, dass nichts anderes übrig blieb als 1999 auf den großen Knall zu warten. Aber ! heute ist das schlichtweg nicht anders. Egal wieviel dafür sprechen mag, wir sind anfällig für eine durch Religionen und Ersatzreligionen geprägte Weltuntergangserwartung. Aber die Zeitschiene richtet sich nicht nach unseren jämmerlichen Wissensbrocken.

Ja, ich gebe dir Recht, es spitzt sich zu. Nein, kein Mensch weiß Tag und Stunde.

Nimm ein Beispiel, den "Kältesommer". Nun gut, bei uns auf dem Berg war es Ende Mai so kalt, dass die Pflanzen verfroren sind, im August mussten wir heizen, mitten im Hochsommer. Aber ein Kältesommer, wie geschildert, war es nicht.

Es gab einen genialen Faden zum Kältesommer ausgehend von tektonischer Aktivität auf Island. Aber die olle Hexe Katla, die mit ihrem Ausbruch eben diesen Kältesommer hervorrufen könnte oder eher würde, im Jahr 2011, ruht. 3-9 Monate ließ sie sich in der Veragangenheit Zeit um nach Eyafjallajökul zeitverzögert aus zu brechen. Ende des Jahres ist dieser Zeitrahmen rum. Schlummert die Hexe dann noch, wird der Kältesommer schlichtweg erstmal nach hinten verschoben.

Viel, viel wichtiger ist das, was du andeutest. Die Vorbereitung muss der Weisheit "Niemand kennt Tag und Stunde" Rechnung tragen. Und da sind ein paar Schimmelpilze auf dem Reis von gestern doch schlicht schnurze.

Wir kennen die große Richtung. Und wir können danach handeln. Ich habe es getan. Gold und Silber sind im Sack der immer praller wird, meine Tonnen an Weizen haben ihren Einkaufspreis vom letzten jahr zu fast einem Verdoppler werden lassen, heute würde ich das Doppelte zahlen.

Unaufgeregtes Handeln in die richtige Richtung ist meine Lösung. Aufgeregt sich auf ein Szenario mit kürzest denkbaren Zwischenräumen ist Bauzeitenplan, nicht aber Realität der gesellschaftlichen Entwicklung.

BB springt deshalb so darauf an, weil er es schon lernen musste wie es ist, Kubikmeter an Ölsardinen zu futtern und lässt sich sogar perfide Tricks einfallen, wie Abfackeln der Altbestände mittels Stumpen, um seinen ehemaligen zeitlichen Pessimismus zu kompensieren;-) Das musste jetzt mal sein.

Meine ersten Konserven setzen Staub an, viele Sachen muss ich tapfer rollieren. Also Schokolade kaufe ich nie mehr. Ich mag sie nicht und sie ist schrecklich kurz haltbar...Der Weizen hat die MHD 2020 und das ist gut so.

WG, mein zeitlicher Rahmen ist: In diesem Jahrzehnt wird der Tiefpunkt mit 90 %iger Sicherheit erreicht. Nicht nur Sehungen, auch viele andere Indikatoren stehen dafür. Es wird Trigger geben und es wird Ruhephasen geben. In den kommenden zwei Jahren zum Beispiel wird die Ernährungsfrage uns intensiv beschäftigen. EM wird in den nächsten Jahren eine Blase aufbauen. Unruhen werden eskalieren.

Ein zügiges game over (BB, sieh mir die Anglizismen für den fest stehenden Begriff in diesem Falle nach) nur weil es uns gefallen würde, wird es nicht geben. Das wär auch ein wenig zu leicht meine ich. Eben mal etwas Krise ohne Auswirkungen auf unser reales Leben, ein wenig S 21 und schwups kommen die Roten und wir bauen Zitronen an. Nene, so leicht wird die ganze Sache nicht.

Wir reden hier nicht von einer kleinen gesellschaftlichen Veränderung, nicht von Sommer, auf den der Winter folgt. Wir reden hier von einer Entwicklung, die dazu führt, dass Seuchen, Hunger und Kriege den größten Teil der Menschheit ausrottet. Wir reden von einem kollektiven, globalen Untergang von einer Weltenwende eben.

Als mindesten zeitlichen Rahmen kannst du vielleicht das Beispiel 1929 bis WK II nehmen, um zu sehen, wie lange sowas dauert. Da ist mal locker ein Jahrzehnt rum, ganz schnell ein 2018 draus geworden bis uns die Rotjankerl beehren. Triggerfunktionen wegen unserer heutigen Abhängigkeit von Erdöl, Logistikketten, der irren Fallhöhe die wir immer noch hoch schrauben sind dabei inkludent.


Gruß von den Höhen des Schwarzwaldes der

Bär


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