zur Arbeitslosigkeits- und Sinnfrage (Schauungen & Prophezeiungen)

dere, Freitag, 11.06.2010, 11:07 (vor 3915 Tagen) @ Guerrero (8247 Aufrufe)
bearbeitet von dere, Freitag, 11.06.2010, 11:15

Das Problem war und ist unser "Innerer Zustand".
Wir, der Mensch im Allgemeinen, ist nicht "Reif" für
ein "Himmlisches" Reich auf Erden.

Um es drastisch auszudrücken:

Aus unserem inneren "Höllischen" Zustand folgt der äußere
"Höllische" Zustand.

Zur Arbeitslosoigkeit.

Gäbe es Arbeitslose, wenn heute soviel (Prozent) Frauen arbeiten würden
wie das nach dem Krieg war in der Generation meiner Mutter
und auch der nächsten Generation?
Nein. Trotz aller Produktivitätssteigerungen.

Die Technik ist weder gut noch schlecht.

Es kommt darauf an wie und wozu wir sie benutzen.

Die Technik, die Maschinen, die Roboter nehmen den Menschen Arbeit weg,
schwere Arbeit und geben ihn die Möglichkeit zu mehr Freizeit.
(die wir bisher in der Regel großteils falsch nutzen)

Der Sinn unseres Leben ist es nicht jeden Tag viele Stunden
"unmenschliche" Arbeiten,
(am Tag 8 Stunden 1000 te mal den gleichen Handgriff zu tun, oder vor dem
PC zu sitzen und Systeme zu steuern usw.) auszuführen.

Die Technik kann unser Leben verbessern indem sie uns mehr Freie Zeit
ermöglicht und körperliche und seelische Kraft spart.

Statt dass diese Möglichkeit dazu geführt hat, dass die Frauen weiter ihr
Wesen leben, das Heim regieren, die Familie zusammenhalten, der Mann durch
die Produktivitätssteigerungen nur noch 20 Stunden pro Woche arbeiten muss
und es keine Arbeitslosen gibt (Menschen die Arbeiten möchten und keine
Arbeit bekommen)ist das eingetreten was wir kennen.

Die, die Arbeit haben, werden in der Industrie und jetzt auch schon in
"sozialen" Berufen (Krankenhaus usw.) ans Maximum und über
ihre Leistungsfähigkeit gedrängt.

Die vielen Arbeitslosen habe keine" Leistungen" zu erbringern.
(müssen nichts tun, wo doch jeder weiß, dass es nichts schädlicheres gibt
als das "Nichtstun)

Die Menschheit wird so lange gegen die Wand rennen,
solange sie nicht erkennt, nicht anerkennt, dass alles materielle Haben,
der Wohlstand, das äußere Wohlleben, der Genuss, die materielle und
fleischliche Befriedigung zweitrangig ist und nicht zur wahren
Zufriedenheit und schon gar nicht zu einem
"Glücklichen Sein" führt...

Saludo
Guerrero

Hallo Guerrero,
Deine Gedanken kann ich gut nachvollziehen und sehe es im Grunde auch so. Aber zum Thema "Sinn des Lebens" hätte ich zu ergänzen, dass er (u.a.) auch in der Mithilfe bei der Schaffung einer ausbeutungsfreien, lebenswerten Gesellschaft bestehen könnte. Man kann aber die materiell-ökonomische Welt dabei nicht ignorieren,- sie ist ja der notwendige polare Zwilling der geistigen Welt und steht in enger Wechselwirkung damit, ob wir es nun wahrhaben wollen oder nicht.

Technik an sich ist ja wertneutral, kann sowohl unser Leben verbessern, als auch zur Arbeitslosigkeit führen. Deshalb ist ja die Gesellschaftsstruktur das Entscheidende; nur dann, wenn alle wichtigen Produktivkräfte der Allgemeinheit (statt einer Oberschicht) gehören, nützen sie auch primär der Allgemeinheit. Die große Kunst besteht nun darin, alle vorhandene Arbeit gerecht aufzuteilen und dabei gleichzeitig Engagement u. Kreativität zu belohnen (damit Leistung sich auch lohnt). Das ist ein sehr schwieriges "Jahrtausendprojekt" und funktioniert, reift nur dann gut, wenn sich eine Gesellschaft der (zumindest ökonomisch) Gleichen (ggf. erst nach Jahrzehnten einer Mangelwirtschaft) herausbildet, für die aber nicht Geldbeschaffung u, Hortung, "persönliche Genusssucht" u.dgl., sondern das gerechte Gemeinwohl aller im Mittelpunkt steht. Die Entwicklung des menschlichen Seins und des Bewusstseins vollzieht sich in sehr enger Wechselwirkung, im langen Lernprozess, denn der Mensch muß ja neben der notwendigen (und eigentlich gesetzmäßig immer weniger werdenden) Arbeitszeit auch Zeit für Familie, Bildung usw. haben. Und natürlich genauso wichtig, auch den Willen, sie kreativ für die Zukunft zu nutzen,- statt in der Kneipe das Elend zu vergessen...Die Entscheidung ist zwar stets individuell, aber die politischen Rahmenbedingungen können sowohl den einen, als auch den anderen Weg stark fördern.

Also bedeutet, erfordert, die Vision der überlebensfähigen Zukunftsgesellschaft statt "Bier oder Wodka" ggf. ein "patria o muerte"...( auch im ursprünglichen Sinne von Fidel)
M.f.G.


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