weitere hochgestellte Fälle ... (Schauungen & Prophezeiungen)

Gerhard @, Mittwoch, 21.04.2010, 00:25 (vor 4611 Tagen) @ Bär (4165 Aufrufe)

Hallo Bär, das ist eine interessante Idee, den "Hochgestellten" als jemanden zu verstehen, der sich um den Frieden bemüht. So einen können diejenigen natürlich nicht gebrauchen, die die Panzer im Wald und die Giftbomber in der Wüste bereitstellen ***).

Abgesehen von dem Fall des "Hochgestellten", der offenbar spektakulär sein wird, gibt es aber in naher Zukunft eine ganze Reihe anderer Veränderungen, die mit dem sogenannten "Generationen-Zyklus" von knapp 30 Jahren zusammenhängen. So steht zum Beispiel in Ägypten ein Wechsel an (Mubarak war kürzlich zur OP in Deutschland, Wahlen sind für 2011 vorgesehen), desgleichen in Saudi Arabien. Solche Wechsel, nachdem alles 30 Jahre stabil war (Mubarak regiert seit dem Attentat auf Sadat, und 30 Jahre vor Sadat waren die Putsche der Militärs gegen den König), bringen immer Unsicherheiten mit sich. Ägypten und Saudi-Arabien betreiben keine Kriegstreiberrei, eher im Gegenteil - aber sie könnten dann eben als Moderatoren und Stabilitätsanker ausfallen.

Im Iran ist der 30-Jahres-Zyklus bereits kräftig am Rudern: in den frühen 50er Jahren war die unglückliche Geschichte mit Mossadegh, der sich gegen die Ölmultis auflehnen wollte (was natürlich schief ging). Dreissig Jahre später brachte dann der bekannte Ayatollah neue Unruhe. Zur Zeit spielt Ahmedinedschad wieder das gleiche Lied. Und es besteht dann immer Kriegsgefahr: in den 1980ern war das der erste Golfkrieg.

Diesen Zyklus gibt es in allen Staaten, er hat nur immer ein etwas anderes Gesicht. In den frühen 1950ern haben die Israelis die berüchtigten „retribution operations“ durchgezogen (die Vergeltungsschläge gegen Terrorakte der Fedayyin), dreissig Jahre später haben sie den Libanonkrieg begonnen und - kurioserweise - den Atomreaktor von Saddam Hussein bombardiert (Osirak). Steht nun also, nach weiteren 30 Jahren, der nächste Schlag bevor?

Johannes Paul II. wurde 1978 gewählt, hatte aber 1981 das Attentat. Da kann man wieder 30 Jahre dazuzählen. Wenn man abzieht, kommt man auf 1951, und da war nichts. Aber 1922 halt wieder doch. Auch unser Puls hat ja manchmal einen Aussetzer ...

Am meisten beunruhigt mich Russland. Da haben wir 1865/66 die Attentatsversuche auf Alexander II., dann 1894 den Tod von Alexander III., 1924 starb Lenin, 1953 dann Stalin, und 1982 eröffnete Breschnew einen ganzen Todesreigen. Irgendetwas wird sich also ungefähr 2011 in Russland wohl wieder ereignen. Wobei nicht der Tod eines Mannes das Wesentliche ist (politisch betrachtet), sondern die Destabilisierung des Machtgefüges, die dadurch entsteht.

Was will ich damit sagen? Der "dritte Hochgestellte" ist zwar wichtig, und es ist sehr wahrscheinlich, dass die Nummerierung sich auf Gandhi und Bernadotte bezieht. Wir sollten aber nicht nur auf diesen einen Hochgestellten achten. Es gibt eine Menge anderer Steine, die demnächst anfangen könnten zu kullern ...

Herzliche Grüße, Gerhard

***) Die Flugzeuge, die vom Sand aufsteigen, irritieren mich immer mehr. Nach derzeitigem Verständnis könnte nur Tunesien in Frage kommen (Kooperationsabkommen mit der NATO).


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