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Wenn Du schon danach fragst... (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Dienstag, 26.01.2010, 01:59 (vor 4287 Tagen) @ Gerhard (5143 Aufrufe)

Hallo, Gerhard!

(vgl. meinen EXTRAKT, auf den Du inhaltlich leider nicht
eingegangen bist).

Das habe ich aus gutem Grunde vermieden. Ich will mich nicht in fruchtlosen Streiten ergehen, was durchaus schädlich wäre.

Dein Extrakt fördert meines Erachtens nämlich - sich mit Deinem Urteile widersprechend - nach damaligen Maßstäben präzise beschriebenes "Impaktgeschenen"* glänzend zutage. Man muß sich nur auf den gedanklichen Perspektivenwechsel einlassen, daß hier mehrere teilweise dasselbe Ereignis beschreibende Einzelbilder vom Autor des Textes als grundverschiedene Ereignisse dargestellt wurden. Da spielen Vorher und Nachher und falsche Reihenfolgen keine Rolle mehr.

Abweichungen ergeben sich aus der Unkenntnis. Der Säureregen wird von den Folgen her gedeutet (schwarze Flecken) und logischerweise als Pest begriffen.

Das Schwarze hat auch schon Irlmaier beschrieben:
"Das Vieh fällt um, das Gras wird gelb und dürr, die toten Menschen werden ganz
gelb und schwarz. Der Wind treibt die Todeswolken rasch nach Osten ab."

Das ganze Zusammenspiel der geschilderten Erscheinungen, wie sie in Deinem Extrakt aufgelistet sind, bis hin zum Auftreten neuer, heißer Quellen, was Tollmann in seinem Buche "Und die Sintflut gab es doch" plausibel als Impaktfolge beschreibt, geht über die damalige Kenntnis solcher Vorgänge aber weit hinaus und kann nicht ausgedacht werden. Das ist das einzige und ein meines Erachtens schlagendes (!) Argument dafür, daß sich im Veltentext doch ein wahrer Kern befindet.

Das andere, nämlich die inhaltlich nicht zu den Katastrophenbeschreibungen passenden Beschreibungen politischen Zeitgeschehens im letzten Drittel der Prophezeiung und die widersprüchlichen Angaben zum Seher machen ihn hingegen sehr verdächtig. Hinzu kommt, daß der Text erst mindestens 30 Jahre nach Veltens Tode, denn 1835 muß er schon tot gewesen sein (Nachlaß), veröffentlicht wurde.
Ich glaube nicht, daß Velten der Seher war. Die Geschichte könnte - das will ich nicht bestreiten - durchaus nach dem Strickmuster "Thomas" konstruiert sein.

* Auch wenn direkt kein Impakt beschrieben ist, nehme ich dieses Wort hier als Chiffre für Begleiterscheinungen des Einschlages oder Vorbeiziehens eines Himmelskörpers. Ob tatsächlich etwas einschlägt oder die Erde nur in Wechselwirkung mit dem Objekt tritt, sei einstweilen dahingestellt. Sonst wird das zu abschweifend.

Gruß
Taurec

"EXTRAKT TOBIAS VELTEN

es beginnt mit dem engel des hungers wegen zweier fehlernten.

nach kurzer erholung senkt sich eine grosse wolke herunter,
dehnt sich aus und bedeckt das ganze bild;
nach einer kleinen weile löst sie sich,
alles erholt sich erneut,
aber nach der dritten ernte wieder ein aschgrauer schleier über dem land.

dann rötet sich der graue himmel,
ein feuriger kern wird sichtbar,
dunkelrot und glühend,
er wächst,
bis er wie eine feurige rute von einem ende bis zum anderen reicht
(d.h. über den ganzen horizont).

da auf einmal wehen heiße winde,
die luft wird dick und schwefelgeruch haucht aus ihr,
quellen versiegen, andere sprudeln neu und heiss hervor,
plötzlich ferner, dumpfer donner,
der Himmel ganz in Flammen,
blutrote wolken fliegen übers land.

jetzt erdröhnt der erdboden,
beginnt an vielen Stellen sich zu regen und zu winden,
dann folgen einige furchtbare stösse,
weitgeöffnete schluchten tun sich auf,
stürzende felsen und berge füllen die täler.

am himmel sieht man zwei weitere sonnen,
in mattrotem Schein,
links und rechts von der halbverschleierten wahren sonne.

nach dieser katastrophe zwei reiche ernten (!!! Seite 12).

dann folgt ein schreckliches gewitter,
dessen hagel alles zerschlägt.

dann ein Krieg,
erst nach drei jahren ziehen die letzte Kriegshaufen ab,
drei (weitere?) jahre dauert's, bis es wieder aufwärts geht,
erst im vierten jahr ist alles einigermassen normal.
dann zwei reiche jahre, das letzte in hülle und fülle.

doch umso ingrimmiger der nächste winter,
mit nachfolgender flut und einem generell nassen jahr.

dann kommt der neue Feind:
vom Himmel fallen heiße Tropfen,
wie einst vor 500 Jahren (1350ff: Pest),
die tropfen führen zu giftigen blasen und schwarzen brandflecken,
die hälfte der Menschen stirbt,
erst mit Eintritt des winters lässt diese schreckliche "Pest" (!!!) nach.

[der autor berichtet noch konfuse überseeische Händel, während es in Deutschland 13 Jahre bergauf geht.
kommentar: die zeit von 1874 bis 1914 war eine der besten in der gesamten deutschen Geschichte.]"


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


Gesamter Strang: