Hochspeziell spezialisierte Spezialspezialisten (Freie Themen)

Fenrizwolf @, Samstag, 10. Oktober 2020, 07:25 (vor 48 Tagen)635 mal gelesen

Hallo Spezis!

Nachdem wir persönlich zu Trüffelschweinen unseres ureigenen Mikrokosmos geworden sind, spezialisieren wir uns schon selbst, indem wir unsere Wahrnehmung fokussieren.

Die Filter unserer Denkapparatur bringen uns aufgrund derer Unzulänglichkeiten bezüglich Fehleranfälligkeit und vornehmlich ihrer Kapazitätslimitierungen schnell in einen Zustand der selektiven Wahrnehmung.

Sind wir schwanger, sehen wir überall plötzlich Mütter mit Kinderwägen; oder in dem Falle, daß nur die Frau schwanger ist, findet der automobilaffine Mann vornehmlich Fabrikate seines Interessengebietes plötzlich auf den Verkehrsstraßen vor.

Unsere Erziehung im Elternhaus und die Konditionierung in Schule und Gesellschaftssystem kann gar dazu führen, daß wir bestimmte Dinge gar nicht zu denken wagen, da wir sie aus der Tiefe unserer Psyche vorweg negativ konnotieren.

Normalität ist ein Wort, daß für mich, im Rahmen eines konservativen Weltbildes viel zu positiv besetzt war.
Das Gewöhnliche mag berechenbar sein, etwas Normiertes aber ist nicht mehr originär, nicht originell, sondern von außen in einer fremdbestimmten Form sachdienlich verfestigt, starr, und kaum reaktionsfähig außerhalb der intendierten Bestimmung.

Das naive Heil oder das unaussprechliche Unheil, welches Religionen, also normierte Glaubenssätze über das Wesen des Seins an sich, ist im kapitalistischen Kollektivismus sichtlich gehemmt, treibt aber auch dort die dollsten Blüten.
Die Regalmeter Enzyklopädie neben der Pfeifenvitrine sind dem sachlich einladenden Fenster in „Google“ oder „Wikipedia“ gewichen. Während das Lexikon der Neuzeit mehr oder weniger sanfte Zensur übt, indem jene, nicht mit dem Zeitgeist oder der vorherrschenden Doktrin übereinstimmende Inhalte diskreditiert oder gelöscht werden, arbeitet das neue Fenster zur Welt mit allerlei technisch-mathematischem Spuk, daß wir dadurch mit wachsender Wahrscheinlichkeit immer mehr nur das zu sehen bekommen, was wir sehen sollen.

Daß es zwischen Treue und Folgsamkeit in außerordentlichen Hierarchien gar perverse Ausblühungen jener Wesensmerkmale gibt, wissen wir von dem legendären Stockholm-Syndrom. Eine künstliches verbrecherisches Machtgefüge macht gewisse Menschen zum Genossen, zum Helfer und Befürworter gegen äußere Einflüsse.
Das Milgram-Experiment zeigt auf schockierende weise, daß Kadavergehorsam keine „V-Waffe“ der Nationalsozialisten war, sondern daß äußerliche, scheinbare Merkmale von Autorität bereits genügen, um grundsätzlich geistesgesunde und wohlgeratene menschliche Naturen in beinahe willfährige Gehilfen zu wandeln, die sogar noch teilweise bereit sind, stark konträr zu ihrem Gewissen und ihrem Rechtsempfinden zu handeln.

Setzen wir uns mit derlei Kompetenz, Wahrheit von Lüge zu unterscheiden, vor die neue Glotze „Youtube“, erhalten wir aufgrund intelligenter Nachverfolgung unserer Gewohnheiten und Suchen, aufgrund nicht nachvollziehbarer Magie der Neuzeit plötzlich Vorschläge dafür, was uns so interessieren könnte.
„Peppa Pig“ (Zeichentrickfigur für Kinder) und „Panzerdivision Marduk“ (ein Musikalbum) sind eine eher unbeholfene Kombination, über die wir zu Hause gern geschmunzelt haben, aber es soll bereits Muster geben, die aufgrund sehr weniger und in keinem plausiblen Zusammenhang miteinander stehenden Informationen über eine Person, in der Lage sein sollen, im Nu herauszufinden, wie ein Mensch politisch orientiert ist.

Da die Bürde der Krone der Schöpfung wohl etwas arg auf dem Pony drückt, schlägt dann noch der Dunning-Kruger-Effekt zu.
Dieser besagt, daß jemand u. U. selbst außerstande ist, seine eigene Kompetenz etc. im Verhältnis zu anderen einzuschätzen. Plump gesprochen, ist sich der Dumme aufgrund seiner Dummheit nicht darüber im Klaren, wie dumm er verhältnismäßig ist.
Da ja alle schließlich mit den ihnen gottgegeben Körperöffnungen größtenteils dasselbe anzustellen vermögen, vermag mancher das Wort mit der Notdurft zu verwechseln.

Das Sahnehäubchen dieser unheiligen Mischung aus urmenschlichen Schwächen gegenüber ordnenden Systemen aller Art ist der Einfluß der moralisch Schwachsinnigen.
Nein, es sind nicht die Trottel die wir zu fürchten haben - es sind hochgradig effektiv arbeitende, teils hochintelligente Subhumanoide, die wie die Hefe den Fruchtsaft ganze Völkerschaften zur Gärung bringen.
Laut meiner bisherigen Lektüre darf der Anteil der funktionalen Psychopathen mit etwa 2 – 5 % der Gesamtbevölkerung angesetzt werden, wobei es etwa nur eines Anteils von etwa 3 % bedarf, um eine funktionierende Gemeinschaft zum Kippen zu bringen.
Nur die besonders Dummen von Ihnen begehen, aufgrund ihrer nichtmenschlichen Struktur, impulsive Gewaltverbrechen. Die Intelligenten sind dazu beschaffen, unter Ausschluß jeder Art von Würde, jede Hierarchie in Windeseile zu erklimmen.
Aber auch unter beseelten Menschen ist der Anteil jener mit nicht unwesentlichen charakterlichen Deformationen enorm.

Der Narzißmus gilt in minder schwerem Verlauf heute ja schon als Mindestmaß für Attraktivität.
„Ich, ich, ich, ich………………………………… er, sie, es“ reimt sich nicht mal auf des Müllers Kuh.
Und ich habe den Eindruck, daß es damit immer schlimmer wird. Jeder in seinem Ressort glaubt doch stets, daß eben sein Spezialgebiet die allerhöchste Anerkennung und Priorität genießen sollte.
Es ist nachvollziehbar, daß die Leute gereizt, überfordert und auch strebsam sind, aber die Sprechstundenhilfe beim Zahnarzt, der Zahnarzt selbst, gar der Pförtner im nirgendwo imponieren mit einem Gehabe, das mich nur noch staunen läßt.
Meist aber pendeln sie alle exzentrisch ohne eine definierte Mitte zwischen der Infantilität von „Peppa Pig“ und der komplett kompromisslosen Aggression von „Panzerdivision Marduk“.
Mögen die Scheuklappen der neuen Welt die One-Trick-Ponys geradewegs zum Abdecker leiten.

Mit herb herbstlichen Grüßen

Fenrizwolf


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