Geld und Vertrauen (Freie Themen)

peridot, Dienstag, 22. September 2020, 17:51 (vor 68 Tagen) @ SiriusB523 mal gelesen
bearbeitet von peridot, Dienstag, 22. September 2020, 17:57

Moin Sirius,

im 1. Schritt wird es natürlich nicht einfach plötzlich wenig Produkte geben, auf die sich dann alle stürzen.
Das stimmt schon, aber das muss ja auch nicht der Beginn sein.

Ich denke das Problem liegt darin, dass diese Geldmengen eigentlich alle virtuell sind. Dahinter steht kein Wirtschaftswachstum. Damit existiert natürlich sehr viel Geld, sehr viel mehr, als eigentlich da sein sollte, wäre die Menge des Geldes nicht vollkommen entkoppelt.

Dieses ganze Konstrukt Geld funktioniert auf Basis von Vertrauen.

Trifft uns nun so eine Firmenpleitewelle und Haufenweise Aktienmanager verkaufen ihre Aktien, nach dem von mir beschriebenen Szenario, dann fallen eine ganze Menge Banken um.
Ihre Kreditverträge platzen halt, da kann man nichts machen.

Der zweite Ankerpunkt von meinen Scenario ist, dass die Staaten ihr Rettungspulver langsam verschossen haben.
Die Banken gehen also wirklich Pleite, obwohl im Finanzsektor unendlich viel Geld steckt, dass zuvor in Aktienwerten investiert war. Dieses Geld wurde leider nur per Knopfdruck geschaffen und ist nicht durch einen realen Anstieg der Wirtschaftsleistung gedeckt.
Der Phoenix Beitrag erklärt es recht schön, das gedruckte Geld fließt in die Stützung von Werten.

Übersetzt: Die Werte wären längst im Keller, aber wir drucken virtuelles Geld, mit dem wir die Werte stützen.
Part2 (nicht ausgesprochen): Wir hoffen der Wert hält durch das Geld seine Bewertung und das gedruckte Geld kommt niemals in den realen Wirtschaftskreislauf. Es muss in der virtuellen Aktienwelt gebunden bleiben, damit es die Preisstabilität nicht gefährdet.

Heißt in Folge:
Nach einen realen Wirtschaftscrash mit gleichzeitigen Börsencrash wird eine unglaubliche Menge an Geld in die Realität freigesetzt.

Es wird dann eine unglaubliche Liquiditätswelle durch das Land rollen. Mir fällt einfach kein Abnehmer für das viele Geld ein, dass derzeit in Börsenwerten steckt.

https://tagesgeld.de/informationen/geldmenge.html

Seitdem der Goldstandard abgeschafft wurde ist dieses System noch instabiler als vorher.

edit: Der historische Vergleich von dir hinkt insofern, dass noch niemals in der Geschichte versucht wurde eine ganze Wirtschaft durch künstlich geschaffenes virtuelles Geld am Leben zu erhalten.
Wir stecken also alle in einen gewaltigen Experiment.

Beste Grüße


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