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Problem des Homunculus (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Sonntag, 26. Juli 2020, 10:49 (vor 11 Tagen) @ Isana Yashiro462 mal gelesen

Hallo!

Natürlich ist es nichts weiter als eine Spekulation meinerseits, daß der Nachfolger der gesamten Menschheit ein aus Robotern bestehendes Volk sein wird.

Da die Entwicklung des Lebens im Grunde aus dem Seelischen heraus erfolgt, krankt eine solche Spekulation an der grundsätzlichen Unmöglichkeit, Maschinen eine Seele zu geben. Der Mensch ist Geschöpf, aber nicht Schöpfer. Seine Kompetenz liegt im Zeugen und Erzeugen. Die Urbedeutung des Wortes "zeugen" ist "Zeugnis ablegen". Eine Zeuge wird (so die etymologische Bedeutung) herangezogen, um etwas zu belegen. Er ist also lediglich Gehilfe bei einer größeren Sache. Entsprechend verhält es sich beim Zeugungsakt, bei dem der Mensch tatsächlich nur den Kanal öffnet, um dem Leben aus höheren Sphären den Zugang zu dieser Welt zu ermöglichen. Der Mensch ist aber nicht Erschaffer dieses Lebens. Er vermittelt es bloß. Durch den Akt der Vermittlung legt er Zeugnis für das Leben ab und "bestätigt" damit den Schöpfergott, von dem die Seelen eigentlich stammen. Wie willst du aber die Vermittlung einer Seele in die Materie anders stattfinden lassen als über die dem Menschen gottgegebene biologische Zeugungsfähigkeit?

Der Versuch, Maschinen zu erschaffen, die dem Menschen gleichwertig sind, entspringt dem Bestreben, den Akt der Schöpfung des Menschen durch Gott selbst zu wiederholen, indem eine neue Art in die Welt gebracht werden soll, die zuvor nicht existierte und bei (hypothetischem) Gelingen in der Lage wäre, sich ohne menschliche Hilfe selbst fortzupflanzen. Diese Art wäre (anders als alle bestehenden Arten) mit keiner anderen Form des Lebens genetisch verwandt. Sie wäre tatsächlich etwas gänzlich unabhängiges und neues. Dieser Versuch wäre ein Ausbruch aus der dem Menschen in der Schöpfung zugedachten Erzeugerrolle, die lediglich die Vermittlung des Geistes innerhalb der menschlichen Art bzw. des Artengefüges mittels der Zeugungsfähigkeit ist. Der Mensch würde vom Erzeuger zum Schöpfer werden.
Im Grunde ist es das Bestreben des faustischen Menschen, selbst Gott zu werden, worin sich Fausts Pakt mit dem Teufel zum Preise der eigenen Seele widerspiegelt. Die Seele bestimmt die Art des Lebens. Zur menschlichen Art (bzw. zur Art der Geschöpfe Gottes überhaupt) gehört die Fortführung des Lebens durch Zeugung. Will der Mensch diese Art aufgeben, indem er vom Erzeuger zum Schöpfer zu werden anstrebt, gibt er sich selbst bzw. seine ihm von Gott verliehene Seele auf. Die Folge wäre nach vollzogener Selbst- und Gottverleugnung die Vernichtung des Menschen, weil er sich als zur Vollziehung des göttlichen Planes untauglich oder unwillig erweist, nicht aber die Hervorbringung des erstrebten menschlichen Geschöpfes nach Art des Homunculus.
Die "Konstruktion" eines Menschen auf andere Art als durch biologische Befruchtung wird zu nichts anderem als menschlichen Imitaten führen, die seelenlos und nicht eigenständig handlungsfähig sind. Sie werden stets auf die Eingaben des Menschen als eigentlichem Träger einer Seele angewiesen sein. Als müder Abklatsch werden sie menschliches Dasein kopieren und Zeugnis für die völlige Erbärmlichkeit ihrer Konstrukteure abgeben, die unfähig sind, eigenes Leben zu erschaffen. Natürlich werden sie als abhängige Konstrukte aufhören zu funktionieren und verschwinden, wenn die Menschen verschwinden, die ihnen ihr phantomhaftes Scheinleben einhauchen. Ein aus Robotern bestehendes Volk als Nachfolger der gesamten Menschheit wird es niemals geben.

Also wofür sind die vielen anderen Welten da?

Wieviele Samenkörner werden von einer Pflanze hervorgebracht, um nur einen Nachfolger zu erzeugen? Tausende? Von 60 Millionen Samenzellen gelangt nur eine zur Befruchtung.
Ähnlich verhält es sich mit Sternen und Planeten. Das Universum erzeugt sie in unermeßlicher Anzahl und Variationen, derer die größte Zahl keine Frucht trägt, um bei einer relativ sehr kleinen Zahl alle nötigen Faktoren passend zusammenkommen zu lassen. Die Verschwendung ist einkalkuliert, um dem Zufall als Vollzieher des "Logos" die Gelegenheit zu geben, die Dinge dem Weltplan entsprechend zu fügen, daß Leben in die Materie komme. Der Rest, all die tote Materie unfruchtbarer Planeten und scheinbar sinnlos brennender Sonnen, ist Abfall, der etwa dem Material entspricht, das abgetragen wird, um eine Skulptur als Ausdruck höheren Geistes aus dem Stein zu schälen. Sie sind da, um uns und wahrscheinlich eine kleine Anzahl weiterer Leben tragender Planeten zu ermöglichen. Die Besiedelung solcher Welten, die seit jeher nichts anderes sein sollten als tot, ist sinnlos.

Für die Besiedelung des amerikanischen Kontinents nimmt man eine Eisbrücke über die Beringstraße an. Dieser Trick klappt für die Besiedelung des australischen Kontinents jedoch nicht, weil man die Eisbrücken dann an tropische Inseln anlegen müßte. Wie kann Australien also von den nichteuropäischen und nichtasiatischen Aborigines besiedelt sein?

Hier die Weltkarte zur letzten Eiszeit, die allein schon Deine Frage beantworten sollte:

[image]

Die vergleichsweise schmalen Meerengen zwischen Asien und Australien sind eigentlich auch mit kleineren Booten leicht zu überwinden.

Darüber hinaus sollte der europäische Mensch sich nicht, Nabelschau betreibend, für so wichtig halten, daß nur seine eigene Technik die einzig erfolgreiche sei. Die faustische Technik ist ein seelisches Bedürfnis, Probleme zu sehen (bzw. sich selbst zu setzen) und auf eine bestimmte Art zu lösen. Sie wird mit dem faustischen Menschen verschwinden. Nachfolgende Kulturen werden ihre Probleme auf ihre eigene Art lösen, aber nicht minder erfolgreich, wie es auch frühere Kulturen taten.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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