Camarade Monterone (Freie Themen)

Fenrizwolf @, Samstag, 18. Juli 2020, 11:52 (vor 132 Tagen)1044 mal gelesen

Camarade Monterone

Lieber Tempranillo!

Deine Worte war‘ n gelobt und viel gelesen
während ungläubige Seelen darin immer noch verwesen
Der Groll Deiner Sprache war sehr exakt
frankofoner Sprache Urextrakt

Kein Schwein kann jemals daran rütteln
als der Staatsmacht finst‘ren Bütteln
daß Unheil, Terror und auch Tod
mehr dem Wahrsager einst droht

Nun, stellen wir fest; ein leidenschaftlicher Revisionist, den ich leidenschaftlich gefeiert habe,
war ab Mitte dieses Jahres im Gelben Forum plötzlich nicht mehr wohl gelitten.
Ausgesperrt hat man ihn – den armen Sack.

Einst als Monterone unterwegs, klebte ich an seinen wenigen Buchstaben.
Es ging in Herz und Seele, was er schrieb. Ein Liebling war er.
Lange, lange, las ich mit geiler Freude befreiendes Wort
nur dauerte der Name nicht ewig dort.

Später hieß der Mann dann wie ein Wein, und schänkte allen solchen reinen ein.
Tempranillo war geboren, und haute frankophil was um die Ohren.
Seitenweise neues Ding, warf das Schwert nun in den Ring.
Toten Phrase warn nicht mehr, aus der Weinflache stieg ein Djing.

Dann irgendwann zur Einkehr gezwungen, kam’s im aus dem Leib gedrungen
aus fremder Sprache ausgewrungen – endlich das große Wort
Vulgärlatein im Flug gelernt - als immer da - als große Sicht
doch, verdammt, wie eh und je – die Mehrheit sieht es nicht

Ausgeraubt im eignen Haus, in wesentlicher Burg
ersann er Rache dann - als sprachlicher Chirurg
Neue Quellen gaben ihm in Kürze neuen Zunder
aus dem heraus, gebar er neue Wunder

Als er Genug Gedanken gebar, wuchs erneut die Feindesschar
Freie Leute, freies Land,
Vergangenheit stieß auf Unverstand

Neuer Name, neues Glück
und frankophile Germanismen
verhieß alter Leier Bühnenstück
dann zu neuen Faschismen

Der Vorwurf war, die Warheit sei zu drög
Sang der O-Ton dann zum Ragnarög
Nicht all zu wenig einflußreiche Kreise
Wollten ihn gerne vielmehr leise

Doch dann:
Binär blieb Schande und Kultur
Klimpernd und dann Schimpfen nur
Erst droht der schimpfend böse Bass
Kippt der Wein, mit Violinen
dann schließlich auch das Faß

Ab dann?
Mit großer investigativer Hingabe hat sich Meister Monterone abgebaumt, endlich neue Thesen der Kriegsschuldthese verwesen zu lassen.
Alsdann der Vorwurf kam, meister Meister Monterone handele zu einseitig gegen den Feind, den er endlich ausgemacht hat, kam er nicht umhin, die Frivolität des Gegenteils zu demonstrieren:
Klassische Aufführungen, die die Überlegenheit Europas demonstrieren sollten, wechselten sich mit politischen Pamphlemen ab.

Doch geschah dies mit einer mitleidslosen Penetranz, das einem das Hören und das Sehen verging.
Zwei Jahre zuvor habe ich mich schon gefragt… Freund, fällt Dich nichts Besseres ein?
Es folgten etwa 20.000 Beiträge, in der Europa, Judentum und klassische Musik miteinander verwoben waren.
Ich wette, jeder davon war wertvoll.

So, grantiger Frankophiler, was auch immer Du denken magst, ich danke Dir unter Tränen für Deine ungeheuren Verdienste für das deutsche Volk.

Du hast mich nicht immer amüsiert, nicht immer kulturell gebildet, aber Du hast eine eisenharte Botschaft hinterlassen, die für immer ist:

Ich bin als häßlicher Nationalist nicht alleine im Regen.

Heil Dir, Tempranillo!

Fenrizwolf


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