Sich synchron bewegender Äther (Schauungen & Prophezeiungen)

Harald Kiri @, Freitag, 10. Juli 2020, 10:25 (vor 113 Tagen) @ Bea1035 mal gelesen
bearbeitet von Forumsleitung, Donnerstag, 16. Juli 2020, 11:09

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Hallo Bea,

Laut Reich ist es aber grade nicht unerheblich und war der Grund für das Scheitern des Nachweises.

Da macht Reich es sich aber einfach. Er postuliert einen Äther, der genau synchron mit der Erddrehung, der Unwucht die durch den Mond verursacht, der Drehung der Erde um die Sonne, der Abweichung die Planeten auf die Erdlaufbahn ausüben, der Bewegung der Sonne in der Galaxy, der Abweichung, die andere Galaxien auf den Weg des Sonnensystems nehmen und der Bewegung der Galaxy im Raum ist. Ohne Differenzen, also Wind, wie er schon bei der Mitdrehung der Atmosphäre um die Erde entsteht.

Gar keine Bewegung relativ zur Erde. Schon im Flugzeug, spätestens bei der Interferometrie zwischen zwei Satelliten hätte man einen Einfluss nachweisen können. Es ist aber keiner nachweisbar. Man kann bis zu einer Genauigkeit von $10^{-17}$ an die Null, also keine Wirkung, heran.

Zitat:
"Der Ansatzpunkt für Michelson und Morley war, die Relativgeschwindigkeit zu messen, mit der sich die Erde durch einen als ruhend angenommenen Äther bewegt."

https://de.wikipedia.org/wiki/Michelson-Morley-Experiment#Im_%C3%84ther_ruhender_Beobachter

Laut Reich bewegt sich die Erde MIT dem Äther, weswegen eben KEIN Ätherwind zu beobachten ist.

Deine verlinkte Seite besagt genau das mit keinem Wort.

Das ist keine Wissenschaft, das ist ein Glaubensdogma. Gegen Glaubensdogmen komme ich nicht an, weil sie immer als wahr vorausgesetzt werden und sich per Zirkelschluss scheinbar beweisen lassen.

Wenn ein Korken auf einem Fluss schwimmt, bewegt sich das Wasser relativ zu ihm ja nicht.

Ein Korken auf dem Wasser eines Flusses schwimmt NICHT synchron zum Wasser. Er wird von Wind beeinflusst. Auch bei Windstille bewegt er sich verzögert, da die Luft über dem Wasser nicht dieselbe Geschwindigkeit, wie das Wasser hat. Also ein denkbar schlechtes Beispiel.

Es ist für Muggles auch NOCH nicht nachweisbar, dass ein Gleis 9 3/4 am Bahnhof King's Cross existiert.

Witziger Vergleich, passt aber nicht.

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Es gibt keinen Hinweis auf sich magisch synchron bewegenden Äther an jedem Ort, wie es keinen Hinweis auf das Gleis 9 3/4 am King's Cross gibt. Außer, den Geschichten, die sich Joanne K. Rowling oder Wilhelm Reich AUSGEDACHT haben.

In Zeiten der Phlogistontheorie konnte man noch keinen Sauerstoff erkennen und nachweisen - er hat aber trotzdem existiert.

Mir gefällt der Vergleich mit der Zeit vor Kopernikus besser. Deine/Reichs Theorie geht offensichtlich von einem geozentrischen Weltbild aus, in dem sich der Himmel um die feststehende Erde - mitsamt Äther - bewegt.

Ja, nennen wir es "Gott", solange wir nicht wissen, was es ist. So entstehen Religionen mit ihrer Magie und ihrem Aberglauben.

Und was soll das bringen, wenn es um Physik geht?

Genau der Punkt. Was bringt es physikalisch, etwas zu postulieren, das keine Wirkung hat? Selbst Gott oder der Phlogistontheorie kann man eine Wirkung zuschreiben.

Ist aber eine Menge Stoff und nicht unbedingt leichte Kost.

Inzwischen habe ich mich damit beschäftigt, bin aber an den Axiomen, die er postuliert, gescheitert. Da halte ich es lieber mit Albert Einstein, der Reich am 7. Februar 1941 in einem Brief schrieb: „Ich hoffe, dass dies ihre Skepsis entwickeln wird, dass Sie sich nicht durch eine an sich verständliche Illusion trügen lassen.“

Orgonenergie und synchroner Äther sind interessant und bis zu einem gewissen Grad in sich konsistent. Aber grundsätzlich fußen sie auf Axiomen, die in keiner Weise begründet, und damit überflüssig, sind.

Viele Grüße
Harald


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