Fazit und Vierter Weltkrieg und die deutsche Idee (Freie Themen)

Isana Yashiro @, Donnerstag, 09. Juli 2020, 07:54 (vor 106 Tagen) @ Isana Yashiro691 mal gelesen

Hallo!

Ja, schwelmi hat recht, in die Wikipedia hätte ich schauen sollen. Dort erwarte ich viele historische Fakten. Aber geschichtsphilosophische Erläuterungen hatte ich nicht erwartet. Also habe ich dort nicht danach gesucht. Welcher Krieg wohl 1599 gemeint war?

Sah schon jemand den Dreißigjährigen Krieg nahen? Laut BBouvier ist ein Weltkrieg der jeweils nächste dräuende Krieg und auch die Wikipedia kennt diese Verwendung des Wortes Weltkrieg, aber die Wikipedia behauptet, daß das Wort erst seit den 1880ern in dieser Bedeutung verwendet wird. Darum halte ich einen bekannten Krieg aus der Vergangenheit (also vor 1599) für wahrscheinlicher. Als Kandidat fällt mir nur der Spanisch-Englische Krieg so um 1580 ein. Zu dem gab es vor einigen Tagen eine sehenswerte Dokumentation auf Phoenix. Aber wieso könnte das ein Weltkrieg gewesen sein? Spanien war damals das mächtigste und reichste Land der Welt aufgrund des Goldes aus Amerika. Zudem entwickelte sich die Konfrontation zwischen Spanien und England langsam als englische Freibeuter spanische Schiffe in der Karibik überfielen. In gewisser Hinsicht war das also schon ein transatlantischer Krieg.

Die napoleonischen Kriege galten als Weltkriege, nicht nur gemäß Taurec. Aber sie verloren diesen „Status“ später irgendwie und die Einordnung als Weltkrieg folgt bei der Wikipedia einer anderen Begründung als bei Taurec.

Für die Wikipedia sind auch die napoleonischen Kriege transatlantische Kriege. Vielleicht weil Frankreich damals noch Kolonien in Nordamerika und in der Karibik hatte.

Die Wikipedia zitiert Karl Marx: „Revolutionäre Erhebung der französischen Arbeiterklasse, Weltkrieg – das ist die Inhaltsanzeige des Jahres 1849“. Taurecs Definition folgt eher dieser Idee, weil auch Karl Marx an eine Neuordnung der Zivilisation dachte. Die Wikipedia folgt dieser Idee, einen Weltkrieg als ein Ringen um eine neue Gestalt der Zivilisation zu betrachten, nur beim Krieg gegen den Terror, für den sie extra in direkter und nochmal in indirekter Weise den Begriff Vierter Weltkrieg definiert. Der kommunistische Klassenkampf ist zwar vor kurzem in den USA ausgebrochen, aber der Krieg gegen den Terror wurde schon vor vielen Jahren ausgerufen. Falls dieser der Vierte Weltkrieg ist, dann müssen wir den Dritten Weltkrieg wohl irgendwie verpaßt haben.

Möglicherweise war der Dritte Weltkrieg der Krieg der USA gegen den Kommunismus, der während der Zeit des Kalten Krieges nicht nur als Hexenjagd in den USA, sondern auch, ähnlich dem Krieg gegen den Terror später, als mehrere Stellvertreterkriege in Ländern rund um den Globus geführt wurde.

Ich denke, daß sich meine Frage nun so beantworten läßt: Ein Weltkrieg ist ein militärischer Konflikt, der vom amerikanischen Kontinent aus finanziert, aber mindestens in Europa und optional noch auf weiteren Kontinenten geführt wird. Das definiert einen Weltkrieg nicht nur als transatlantisch, sondern auch als den Versuch angloamerikanische Werte weltweit durchzusetzen. Er kann auch die Form eines Weltbürgerkrieges annehmen.

Allerdings stellt sich mir jetzt die Frage, was eigentlich die „deutsche Idee“ ist. Einerseits ist nicht alles Gold was glänzt und vor allem das nicht, was aus den USA kommt. Das zeigt sich in den jüngsten Ereignissen deutlich und auch das in Deutschland gelegte besonders faule Fundament zeigt sich jetzt deutlich. Andererseits hatte Deutschland innerhalb nur eines Jahrhunderts gleich zwei Diktaturen. Zurück zur Diktatur gilt hoffentlich nicht als Alternative zu Demokratie und Menschenrechten?

Gruß,
Yashiro


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