Gleich und zugleich hierarchisch? (Schauungen & Prophezeiungen)

Isana Yashiro @, Dienstag, 26. Mai 2020, 13:01 (vor 128 Tagen) @ Luzifer1320 mal gelesen

Hallo!

Ja war auch mal meine Einstellung und eines Tages erkannte ich, was es wahrlich heißt bedingungslos zu lieben. Dann spürt man etwas, dass stärker ist, als der Selbsterhaltungstrieb. Dass man, um jemanden zu schützen, bereit ist zu sterben.

Das kann ich mir halbwegs vorstellen. Es gibt durchaus mehr als nur ein einziges biologisches Naturgesetz.

Was anderes gibt es auch noch, die Eskalation eines Konflikts, die 9. Eskalationsstufe nach Friedrich Glasl. Wenn man bereit ist selber unterzugehen nur um den anderen auch untergehen zu sehen. Auch das kenne ich.

Ich wußte nicht, daß das die neunte Stufe nach irgendjemandem ist, aber irgendwie gekannt habe ich das schon. Das sieht man auch bei giftigen Tieren oder giftigen Pilzen umgesetzt. Erst ißt du den Knollenblätterpilz, danach bringt er dich um. Das widerspricht dem Selbsterhaltungstrieb nicht. Der Pilz hat keine andere Möglichkeit, um sich zu verteidigen. Pilze schützen sich auf diese Weise gegenseitig. Sie sind also bereit, ein Opfer zu bringen, um sich dann letztendlich doch selbst zu erhalten so weit es ihnen möglich ist.

Beides sind Gründe, die nichts mit "biologisch" sinnvollem Handeln im Sinne der Sicherung des eigenen Überlebens zu tun haben und so eben nicht ganz "natürlich" sind.

Diese Gründe sind ganz natürlich und ein Opfer zu erbringen widerspricht dem Selbsterhalt letztendlich nicht. Man muß sich erstmal ansehen wie denn die Alternative dazu aussähe.

Wobei auch im Tierreich Mütter ihre Kinder auch auf die Gefahr des eigenen Todes beschützen. Die Anlage ist auch hier bereits da.

Diese Anlage heißt Fortpflanzungstrieb. Auch der muß sich zwangsläufig entwickeln, weil keine Lebensform, kann sie sich auch noch so gut verteidigen, unsterblich ist. Es setzen sich nur jene Abstammungslinien (Dawkins reduziert das auf die Gene) durch, bei denen die Nachkommen ihre Eltern überleben. Deshalb beschränkt sich der Fortpflanzungstrieb auch nicht darauf, Kinder in die Welt zu setzen, sondern schließt auch ein deren Überleben sicherzustellen.

Glaube ich nicht, die Physis ist der Leib des Geistes und alles Materielle Leib von irgendetwas. Was ist schon ein wesentlicher Unterschied. Feste Körper erscheinen uns hart, weil die Elektronen der Hüllen der Atome sich halt abstoßen. Was ist ein Elektron, welche Ausdehnung hat es, oder ist es nicht etwa nur eine Feldverdichtung ohne Ausdehnung. Wo befindet es sich, es ist keine "feste Kugel", wie ein Planet, der eine Sonne umkreist, sondern, nach der QM eigentlich überall und niergends zu finden, wobei in bestimmten Bereichen, den Orbitalen eben die Wahrscheinlichkeit es bei einem Experiment anzutreffen hoch ist. Es ist aber prinzipiell möglich, dass so ein pinschiges Elektron um ein Atom sich am anderen Ende der Galaxis befindet. Und dann muss man das dynamisch sehen, es steht ja nicht still. Irgendwann in einer langen Zeit ist es tatsächlich auch weit von seinen "üblichen" Orten entfernt. Schon sind wir beim "esoterischen" alles ist mit allem verbunden. Dann ist das Objekt in den Bereichen der QM (und da sind "wir" inzwischen schon bei verdammt großen Körpern, wie Glaskügelchen mit Millionen Atomen, nicht nur bei einzelnen Photonen) nicht vom beobachteten Subjekt zu trennen. Alles ist eins, wie die Esoteriker sagen, ohne die tiefste Wahrheit zu kennen, die das beinhält. Du, ich, jeder ist "in" der Welt und mit ihr verbunden und mit allem. Und wir haben hoffentlich Bewusstsein, somit ist dieses auch "in der Welt", in allem.

Die Aussage hier scheint mir nur zu sein, daß Du dich schonmal mit Quantenphysik befaßt hast. Du sagtest jedoch vorher, daß der Geist das Primat hat im Vergleich von Geist und Materie. Aber jetzt soll beides ein und dasselbe sein?

Ich hänge einem "spirituellen" Monismus an, der Geist und die Materie sind schon verwoben, nur überlebt der Geist, seinen Körper und sucht sich eine neue Existenz, er ist ewig, die Physis endlich.

Ganz genau da sehe ich den fundamentalen Unterschied zwischen Geist und Materie. Dieser ist zugleich der Grund dafür, daß der Geist das Primat innehaben muß.

Die "Drei", die Trinität, lassen sich nicht trennen. Das "Gesetz" als ordnendes Prinzip, der Geist als erschaffendes Prinzip und die Physis als ausführendes werdendes Prinzip.

Was willst Du damit sagen?

Man kann nicht gegen das "Gesetz" handeln, das ist das "Ende" des freien Willens. Innerhalb des Gesetzes ist aber alles möglich. Wie beim Schach, man kann einen Läufer nur ziehen, wie es die Regeln erlauben. Wo er dann am Feld landet, ist von keinem Gesetz vorgegeben, sondern Wille des Spielers.

Das ist eine schon viel bessere Vorstellung als die eines freien Willens, bei der der Begriff frei dann aber nicht definiert werden darf, weil das die Vorstellung über den Haufen werfen würde. Man kann den Läufer gemäß den Regeln ziehen. Wer jedoch schonmal Schach gespielt hat, der weiß auch, daß es nicht unbedingt sinnvoll ist, den Läufer zu ziehen, nur weil man es kann. Ein Schachspieler stellt den Läufer nicht dorthin, wo man ihn zufällig haben will, sondern dorthin, wo es sinnvoll ist.

Jede Wirkung hat ihre Ursache und jede Ursache entfaltet ihre Wirkung. Nichts was ohne Auswirkung ist.

Das ist mir bekannt als das Gesetz der Magie.

Und nachdem alles mit allem verbunden ist, wirkt alles immer aus alles ein, natürlich nie in demselben Grade. Das ist die Ursache, warum die Welt scheinbar "klassisch" wird. Allerdings ist sie es nie. Wenn etwas geschehen soll, dann stellt man eine Ursache mit Wille als "Wort" in die Zukunft und lässt sich die Gegenwart "daraufhinentwickeln".

Andere nennen es auch Wünschen oder Bestellungen beim Universum. Die Mißerfolge dieser Methode stellen die wenigen Erfolge weit in den Schatten. Obwohl Erfolge immer viel ausführlicher dargestellt werden als Mißerfolge, gibt es Bücher darüber, warum Bestellungen beim Universum nicht funktionieren. Aber sogar dann, wenn es funktioniert, sind viele Anwender nicht glücklich damit.

Wenn man sich einem Plan macht, dann tut man im Prinzip dasselbe und hilft halt noch tatkräftig physisch nach, weil es der einfachste Weg ist bei vielem, aber eben nicht bei allem.

Ja, manchmal klappt das nicht. Das sind erfahrungsgemäß die Fälle, in denen ohne eigene Arbeit erst recht nichts klappt.

Etwas ist auch korrekt, wenn es in einer hinreichend großen Zahl der Fälle das erwartete Ergebnis liefert. Das Ergebnis muss signifikant sein. Es muss nicht immer eine analytische Lösung sein. Sonst wäre kaum ein Medikament auf dem Markt.

Das ist im Ergebnis richtig, aber nicht im Lösungsweg. Es gibt sehr viele unterschiedliche Einflußfaktoren auf die Wirkung eines Medikaments. Moderne Beipackzettel unterscheiden bei den Nebenwirkungen sehr selten auftretende von selten auftretenden von gelegentlich oder relativ häufig auftretenden. Ist das Medikament zugelassen, dann sollte es nicht völlig erratisch sein, ob die Wirkung oder eine der Nebenwirkungen eintritt. Das Medikament muß wirken. Nebenwirkungen treten zusätzlich auf. Unterschiedliche Menschen sind unterschiedlich anfällig dafür. Was also auftritt hängt vom jeweiligen Anwender ab. Das Medikament selbst hält jedoch immer und zuverlässig die Naturgesetze der Chemie ein. Diese sind so absolut wie die Naturgesetze der Physik.


Ich halte es geradezu für unbedingt erforderlich in dieser Welt. Wir hatten einen milden Winter. Mein Hund hat daher immer zahlreiche Zecken, fängt sich mehrere jedesmal ein. "Biologisch" oder besser im System dieser Matrix, völlig korrekt, natürlich sozusagen und nicht gegen das "Gesetz". Die Zecke will überleben und der Hund ist das Mittel dazu. Ich entferne sie und töte sie, auch nicht gegen das Gesetz, damit sie keinen weiteren Schaden mehr anrichten können. Und die Menschheit ist geradezu voll mit Parasiten allermöglicher Herkunft. Wenn man kann, dann muss man, denke ich. Ist weit besser, als ein bisserl Telekinese zu betreiben und weit einfacher, weil es nicht in der Trägheit der Materie ausgeführt werden muss. Das nennt man dann den Kampf nicht in Fleisch und Blut.

Darin stimme ich Dir zu. Falls das nicht klar gewesen sein sollte, dann hoffentlich jetzt.

Der Wunsch nicht zu sein, den sah ich bei verschiedensten Wesenheiten. Kann jeder halten wie er will. Nicht sein zu wollen, dazu müsste man mir die Fähigkeit nehmen, mein Schicksal selber zu bestimmen und zwar auf immer und nicht nur hier. Ein Ding der Unmöglichkeit.

Aha. Das beantwortet die Frage jedoch nicht. Du willst sein. So weit habe ich das verstanden und akzeptiert. Aber woher weißt Du, daß das besser ist als nicht zu sein?

Lustigerweise habe ich genau das mal für einen anderen versucht, bin dabei leider gescheitert. Er wartet heute noch auf den Lottosechser. :-)

Ja, lustig. Da scheitert Deine Theorie an der Empirie. Natürlich muß man das als Wissenschaftler mit Humor nehmen können, denn man wartet täglich darauf, widerlegt zu werden. Jetzt warte ich darauf, daß Du auch hier der Empirie das Primat einräumst.

Gruß,
Yashiro


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