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Freier Wille, das Gesetz der Gesetze (Schauungen & Prophezeiungen)

Luzifer @, Österreich, Freitag, 22. Mai 2020, 23:07 (vor 14 Tagen) @ Isana Yashiro487 mal gelesen

Hallo Yashiro!

Wenn Du die philosophische Wahrheit an diesem Punkt über die biologische Wahrheit stellst, dann wirst Du sehr leicht zur Beute des Jaguars. Deshalb gestehe ich der biologischen Wahrheit mehr Wahrheitsgehalt zu als der philosophischen Wahrheit, die Dich in keiner Weise davor bewahrt, aufgeschlitzt und gefressen zu werden. Aber diesen Punkt betrachte ich als eher nebensächlich.

Gut, dafür sollte man sich im Physischen fit halten, Kraft, Ausdauer und schnelle Reflexe können nicht schaden. Wir (unsere Physis) sind das Produkt einer langen Kette der Optimierung diesbezüglich. Wer zu langsam war, zu schwach oder zu wenig Ausdauer hatte, dessen Gene wurden seltener weitergegeben. Heute sind die Verhältnisse da ein wenig auf den Kopf gestellt, was uns in Summe Schaden bringen wird.

Allerdings ist es meiner Meinung nach für den einzelnen noch besser vom Jaguar gefressen zu werden, als sein Dasein zu fristen, nachdem ein anderes geistiges Wesen einen sozusagen "gefressen" hat. Und was Menschen so an "spirituellen Überzeugungen" zeigen, läßt für mich nicht recht viel andere Schlüsse zu, dass sie geistig keineswegs frei sind, sondern Opfer von Memen und Glaubenssätzen hinter denen in letzter Konsequenz Wesenheiten stehen. Freiheit auch im Denken wäre ein hohes Gut.

Determinismus läßt sich mit und ohne Multiversen aufrechterhalten. Lustigerweise beschreibst Du wie man sich das auf diesem Weg nur schwieriger macht.

Meines Wissens nach lässt sich lokaler Realismus bereits nicht mehr aufrechterhalten. Die Eigenschaften der Dinge sind einfach vor einer Interaktion nicht vorhanden, weder durch verborgene Variablen bestimmt noch durch sonst etwas. Was determiniert dann, wenn Eigenschaften nicht existent sind.

"Das Weltbild, in dem die Eigenschaften physikalischer Objekte stets wohlbestimmt sind und unabhängig von ihrer Messung existieren (Realismus) sowie physikalische Einflüsse nur mit höchstens Lichtgeschwindigkeit übertragen werden können (Lokalität) steht im Widerspruch zu den Vorhersagen der Quantenphysik. Dies zeigt sich durch die experimentelle Verletzung der Bellschen Ungleichung durch quantenmechanisch verschränkte Zustände.“, Kofler, J.: Das Endspiel für den lokalen Realismus, Max-Planck-Institut für Quantenoptik (MPQ), Garching, Deutschland

Oder auch: "Selbst ein Realis­mus à la Leggett, der die Lokalitätsannahme aufgibt, kann nicht gerettet werden.", https://www.univie.ac.at/qfp/publications/pdffiles/2008-22.pdf

Es gibt keine signifikanten Schlupflöcher mehr, das mechanistische Weltbild ist eine Fiktion, mehr nicht. Und die Philosophie schläft und wurde weit von der Naturwissenschaft überholt.

Occams Messer ist ein philosophisches Prinzip. Es beschreibt, was man bevorzugen sollte, weil es methodisch sinnvoll ist. Occams Messer trifft keinerlei Aussage über den Wahrheitsgehalt einer Theorie. Sollte man das von Occams Messer erwarten, dann ist es in der Tat stumpf.

Ist mir schon klar, nur musste ich während meines Studiums immer die "neuesten Trends und Erkenntnisse" fressen und genau die, die so gestaltet waren, dass sie dem nicht genügt haben, die interessieren berechtigterweise heute keinen mehr.

Das ist wahr. Ich betrachte deine Sichtweise in sehr vielen Punkten als überzeugend. Vor allem wie Du so elegant das Böse in der Welt erklären kannst, indem weiterentwickelte Wesen anderswohin weiterziehen. Sollten ganze Welten plötzlich neu entstehen, dann wäre zunächst zu klären wo deren Masse und Energie herkommt. Naturwissenschaftler hängen ganz sicher keiner Theorie an, in der es zu plötzlichen Sprüngen and Masse und Energie kommt. Die gesamte Forschung in Bezug auf Dunkle Materie und Dunkle Energie wäre völlig überflüssig und ließe sich einfach durch ein religiöses Dogma ersetzen. Da hätten wir den Boden wissenschaftlicher Methodik und daher auch die Naturwissenschaften insgesamt bereits weit hinter uns gelassen.

Naturwissenschaft hat klare Arbeitsfelder und klare Methoden, klare Definitionen und vieles mehr, eine davon ist mein Beruf. Die Dinge sind mir klar und ich durfte genug Wissenschaftstheorie und Philospophie hören für das Doktorat.

Alles, womit wir uns hier befassen ist weit jenseits davon. Aber was beispielsweise Dawkins von sich gibt, den ich nicht für genial, sondern eher für mäßig begabt halte, ist es noch viel mehr. Er verlässt den Boden der Naturwissenschaft weit um Propaganda und Fanatismus der anderen Art zu kolportieren.

Wo die Viele-Welten-Theorie tatsächlich herkommt, ist eine Spekulation nicht seitens Naturwissenschaftlern, sondern seitens Anhängern des Space Opera- und Fantasy-Genrés. Denn wie Hans im Eröffnungsbeitrag dieses Fadens bereits ausgeführt hat, muß man sich doch fragen, was denn passieren würde, wenn man in die Ereignisse der Vergangenheit eingreifen und sie ändern könnte. Das passiert oft in den genannten Genrés, jedoch nicht in der Wissenschaft. Die wirkliche Frage ist: Kann man wirklich eingreifen und die Vergangenheit verändern?

Hawkings spricht beispielsweise vom Chronologieschutz. Nur zunächst müsste man wissen, was Zeit wirklich ist. Und die hemdsärmelige Antwort, dass was die Uhr misst, trifft es jetzt nicht so ganz. Dass man Dinge (mit Dingen) rechnen kann, heißt noch lange nicht, sie auch verstehen zu können. In meinem Weltbild gehen Wirkungen nicht nur von der Vergangenheit aus, sondern auch von der Zukunft. In diesem Sinne ist Vergangenheit änderbar.

Zur Möglichkeit von Zeitreisen möchte ich noch anmerken, daß Ernst Meckelburg, der selbst Ingenieur ist, davon ausgeht, daß die Lichtgeschwindigkeit zugleich die Geschwindigkeit ist, mit der die Zeit selbst sich fortbewegt. Die Relativitätstheorie besagt, daß die Zeit stillsteht, wenn man sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegt. Wenn man sich mit derselben Geschwindigkeit bewegt, mit der sich die Zeit selbst fortbewegt, dann steht sie ebenfalls still.

Ja, ist wohl so. Ein Photon entsteht in einem Quasar Milliarden Lichtjahre entfernt und instantan wird es beispielsweise vom Auge eines Beobachters aufgenommen. Aus seiner Perspektive. Alternativ verkürzten sich alle Längen bei der Geschwindigkeit auf Null, sodass keine Zeit vergeht, das gesamte All zu durchqueren. Ein externen Beobachter sieht halt was anderes. Gut, das ist gut bestätigt und wird eine sehr brauchbare Näherung an die "Realität" sein. Es erklärt die Zeit aber auch nicht und auch nicht den Raum. Die SRT und ART liefern Gleichungen zum Rechnen, so wie gerne mit der Quantenmechanik als eine Art Kochrezept gerechnet wird, wobei die Gleichungen dafür nicht verstanden werden müssen.

Als an den Universitäten noch Wissenschaft betrieben wurde, da war die Antwort aller Physik-Professoren auf die Frage, warum Lichtgeschwindigkeit die höchste aller möglichen Geschwindigkeiten ist, noch gewesen, daß das so ist, weil man niemals höhere Geschwindigkeiten beobachtet. Physik ist nämlich eine empirische Wissenschaft! Ernst Meckelburg meint dazu, daß man bei Überschreitung der Lichtgeschwindigkeit die Zeit selbst überholt. Dadurch bewegt man sich dann rückwärts durch die Zeit. Währenddessen kann man nicht von denen wahrgenommen werden, die sich vorwärts durch die Zeit bewegen.

Den Eindruck habe ich auch. Die Beobachtung ist immer das Primat, auch wenn es eine noch so schöne Theorie widerlegt. Das kann man meiner Meinung auch für Dinge jenseits der Wissenschaft anwenden.

Wenn es ein noch so starker Geist will, dann muß es auch nicht funktionieren. Die Entmischung von Milch und Kaffee ist sicherlich erlaubt, weil sowohl physikalische Gesetze sie gestatten als auch kaum metaphysische Gründe entgegenstehen können. Aber aus genau dem Grund, den Taurec für die Fehlerhaftigkeit der Viele-Welten-Theorie angibt, kann es auch keinen freien Willen geben. Unsere Welt wäre dann schließlich völlig beliebig und daher ist die Idee des freien Willens nihilistisch.

Ja, da kommen wir zur Empirie und warum ich anderen bei diesem Thema nichts abnehme, insbesonders wenn eine gewisse Intention zwischen den Zeilen liegt. Es muss nicht funktionieren, doch habe ich Tausende Experimente zur Telekinese gemacht. In Summe der Ergebnisse ist es für mich erwiesen, dass der Geist auch in das Physische eingreifen kann. Nicht immer, aber meistens, die Wahrscheinlichkeiten lassen sich beeinflussen und dann beobachtet man zunächst ungläubig und erstaunt "aphysikalische Bewegungen" und irgendwann wird einem das eine Selbstverständlichkeit und man erkennt, wo das Primat wirklich liegt, nämlich im Geistigen.

Zwar streiten alle Leute, die eine Theorie des freien Willens vertreten und die ich danach gefragt habe, immer kategorisch ab, daß sie darunter völlige Beliebigkeit verstehen, aber was denn sonst darunter zu verstehen sein sollte, das war wiederum auch noch niemand fähig zu erklären. Was verstehst Du unter freiem Willen? Möchest Du die Entstehung eines Willens von Naturgesetzen und göttlichen Gesetzen ausgenommen wissen? Wo kommt das her, was du meinst zu wollen?

Sollte die Welt beliebig sein, einzig zur "Freude" des einzig "real" existierenden Wesens, nämlich dem Urgrund oder letztem Gott, wer bin ich, das kritisieren zu wollen. Hat sein Gutes, da es mich offensichtlich auch sein lässt. Mein Zugang dazu ist ein anderer. Man wird weder den Determinismus noch den freien Willen "beweisen" können aber eben auch nicht widerlegen.

Daher kommt für mich da wieder die Empirie ins Spiel. Und ich glaube mir schon fast nichts und anderen schon gar nichts. Vor Jahren als ich dem Tode näher war als dem Leben hatte ich eine erste Vision, eine Anbindung. Es ging um das Gefüge, in das ich eingebettet bin und warum ich sterben müsste. Das Bild war vollkommen mechanistisch, es war eine Art Uhrwerk. Allerdings kurz darauf hatte ich erneut eine Vision und dann zeigte sie mir, wie man dort "Riegel verschiebt". Und immer lebe ich noch und schule meinen Willen. Jetzt sind mir ein paar andere Möglichkeiten gegeben, die durchaus praktisch anwendbar sind. Würde nicht mehr darauf verzichten wollen :-). Das mechanische Uhrwerk ist einfach eine Art Matrix, in der man gefangen ist, bis man frei ist. Dann ist es sekundär und beliebig. Mögen diese Dinge für andere das Absolute sein, für mich sind sie es nicht mehr und warum ich hier schreibe ist, um vielleicht den einen oder anderen zu motivieren, diese Ketten auch zu sprengen. Dieser "Panther" ist gefährlicher als jeder Physische, er tötet nachhaltiger und "länger".

Beste Grüße

Luzifer


Quod est inferius, est sicut id quod est superius, et quod est superius, est sicut id quod est inferius, ad perpetranda miracula rei unius.


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