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Multiversen und Zeitreisen (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Mittwoch, 13. Mai 2020, 21:35 (vor 199 Tagen) @ Hans2010 mal gelesen
bearbeitet von Taurec, Mittwoch, 13. Mai 2020, 21:45

Hallo!

Es gäbe daher weder einen freien Willen, noch Gott, denn niemand könnte etwas (egal was) nicht tun im Multiversum. Auch Gott, wenn er da wäre, müsste jede ihm möglich Handlung vollbringen. Gott und alle Lebewesen wären in dieser Absolutheit weniger bedeutsam als eine Maschine in einem Singleversum. Alles wäre bedeutungslos und es würde keine Rolle spielen, was ein Mensch macht, weil er eh alles macht und nicht anders kann, in der Absolutheit des Multiversums.

Gut erfaßt. Die Vorstellung von Multiversen ist im Grunde völlig nihilistisch. Wenn es alles gibt, hat nichts mehr einen Sinn, da jede Variante durch eine Unzahl gegenteiliger Varianten aufgehoben werden würde. In einer solchen Schöpfung würde ein roter Faden fehlen. Es gäbe kein Schicksal und alle Dinge wären nur zufällig, zweckfrei und überflüssig. Natürlich wären nicht nur unendlich viele Zeitlinien beinhaltet, sondern auch unendlich viele Universen, in denen andere Naturgesetze gelten (z. B. weil kurz nach dem hypothetischen Urknall Dinge anders liefen und sich andere Universen abspalteten), die aber zu unserem völlig gleichwertig wären. Es wäre chaotisch und ordnungsfremd, damit also auch der Vorstellung eines gestaltenden Gottes oder auch nur ordnender Naturgesetze oder -kräfte abhold. Konsequent zuende gedacht, negiert die Physik damit soger den Sinn und Belang ihres eigenen Faches, da sie nur eine vieler Zufälligkeiten erforscht.

Manche Physiker gehen deshalb davon aus, dass es ein Multiversum gibt und man bei einer Zeitreise einfach in einem anderen Universum landet.

Mit solchen Gedanken verläßt man das Feld der Physik und betritt den Bereich der Metaphysik, für den Physiker nicht kompetent sind, was aber durch das Renommee, das ihnen in den Augen des wissenschaftsgläubigen modernen Menschen zukommt, überdeckt wird.
In diesem metaphysischen Gefilde treffen sie Aussagen nicht als Ableitung aus physikalischen Befunden, sondern wie alle Menschen auf Grundlage ihrer weltanschaulichen, religiösen Glaubenssätze. Diese sind aber, insofern sie die dem Hauptstrome der modernen Wissenschaft angehören, materialistisch und atheistisch. Eine Natur des Universums, die nicht die Materie (oder damit verwandte Konstrukte wie die physikalische Energie oder die Raumzeit) im Zentrum hat, ist für sie gar nicht vorstellbar. Sie machen also letztlich Aussagen zu einem Bereich, dessen Existenz sie einerseits bestreiten, der aber andererseits als Grundbedürfnis des Menschen auch von ihnen nicht ignoriert werden kann.
Die Frage stellt sich, ob nicht allein schon die Tatsache, daß die "Gretchenfrage" nach der Metaphysik sich jedem Menschen in irgendeiner Form stellt, als Selbstevidenz die Existenz dieses über das Physikalische hinausgehenden Bereiches des Kosmos belegt.
Solche Aussagen kann man wohl kaum ernst nehmen, die von materialistischen Physikern stammen, für die ein über die Physik hinaureichender Teil der Welt, der sozusagen "von außen" die Physik bestimmt und ohne den eine "Weltformel" nicht denkbar ist, nicht mehr als "Opium für Volk" ist.

Könnte man in die Vergangenheit reisen, dann könnte man zB. seine Eltern töten, weshalb man nicht geboren wäre und daher gar nicht Zeitreisen hätte können. (Zeitreiseparadoxon)

Die Gegenannahme, die alles wieder ins Lot bringt und der Welt einen inhärenten Sinn verleiht, lautet: Es gibt nur ein Universum mit einem Verlauf.

Die Frage, ob die Zukunft festgelegt ist, schneide ich wegen der vielen Unwägbarkeiten und Folgeprobleme nur an. Möglicherweise gibt es innerhalb Leitplanken eine mögliche Varianz oder diese ist aufgrund unseres Unwissens in Verbindung mit dem Bedürfnis nach Entscheidungsfreiheit nur scheinbar. Vielleicht wäre es statthafter, von einer "Zeitbahn" zu sprechen, statt von einer oder mehreren Zeitlinien. Als Möglichkeiten käme alles in Betracht, was dem im höheren Plan liegenden Verlauf des Universums nicht widerspricht, also sozusagen auf einer Bahn begrenzter Spannweite liegt.

Die Vergangenheit steht allerdings fest. Davon ausgehend, sind Zeitreiseparadoxa gedanklich leicht zulösen. Selbst wenn körperliches Zeitreisen möglich wäre, muß man annehmen, daß alles, was in der Vergangenheit angerichtet wird, zu jedem Zeitpunkt bereits Teil der eigenen Geschichte war. Daraus folgt, daß die versuchte Tötung der eigenen Eltern auf jeden Fall nicht erfolgreich gewesen sein kann bzw. sein wird. Zweifellos wäre man freilich dazu verdammt, den mißglückenden Versuch dennoch zu unternehmen.

Körperliches Zeitreisen ist nach dem Stande des Wissens unmöglich. Jedenfalls haben wir dafür keine Fallbestätigung. Die einzig nachweislich funktionierende Form des Zeitreisens nennt sich "Seherschauungen" und ist Thema dieses Forums. Da gibt es aber Fälle (Suchfunktion: "Straßenbahnschau"), als es eine Abweichung vom gesehenen Verlauf gab. Der Grund ist unklar. Ich neige dazu, daß es nicht wirklich eine Abweichung oder Änderung war, sondern die Zukunftsschau bisweilen einen vorstellbaren Ausgang der Situation zeigt, um eine bestimmte Entscheidung hervorzuführen, den Zeitenlauf also nicht zu ändern, sondern ihn zu schützen und durch einen in sich geschlossenen Zirkel zu bestätigen.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“


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