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Maaßen angedichtete Ex-eventu-Schmonzette (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Mittwoch, 19. Februar 2020, 14:11 (vor 106 Tagen) @ Einhorn676 mal gelesen
bearbeitet von Forumsleitung, Mittwoch, 19. Februar 2020, 14:17

Hallo!

Wie ich schon erwähnt habe, bilden alle mir bekannten Prophezeiungen eine Skizze für eine mögliche Zukunft und die stattfindenden Ereignisse sind die Steine eines Mosaiks, die ich anhand der Skizze zu positionieren versuche.

"Alle Dir bekannten Prophezeiungen", also zwingend auch jeglichen Müll, in seine Zukunftsskizze einzubeziehen, ist sicher nicht das klügste denkbare Vorgehen.

Noch passen alle.

Eine bloße, sich selbst begründende, in der Realität durch nicht begründete Glaubensaussage. ⇒ Die Prophezeiungen müssen alle wahr sein, weil Du Dir wünschst, daß sie wahr seien.

Und nun kommt ein weiteres passendes Mosaiksteinchen hinzu und ein weiteres könnte folgen. Sie sind aus den Prophezeiungen des Fließer Pfarrers Alois Simon Maaß (1758-1846, Österreich, Tirol, Gerichtsbezirk Landeck).

Zu Maaß siehe diese Beiträge meiner und des geschätzten Fred Feuersteins, die Du vermutlich nicht kennst oder nicht kennen willst:

Alois Simon Maaß und der nach 1947 erfundene Reschenpaßbahnbau
Ausspruch:"Bahnbau über Reschenpass" nicht gesichert

Essenz:
Alle heute bekannten Aussagen Maaßens (das hat nichts mit Hans-Georg Maaßen zu tun, sondern mit dem klassischen deutschen Genitiv), auf die Du Dich beziehst, sind eine Erfindung, die vor 1981 (Fred ging von 1985 aus) nicht nachweisbar ist.

Diese werden in der Gegend als erfüllt betrachtet.

Daß die Erfinder der Aussagen (nämlich der Volksmund) ihre eigenen Phantasien als erfüllt betrachten, tut natürlicherweise nichts zur Sache und gereicht nicht zur Untermauerung.

Es gibt aber auch welche, die nur in Fließ und Umgebung bekannt, jedoch nicht offiziell dokumentiert sind und die sich auch bereits teilweise bewahrheitet haben oder dabei sind es zu tun.

Ja natürlich. "Nicht offiziell dokumentiert" ist nur eine andere Formulierung für: "Die Aussagen lassen sich nicht bis Alois Simon Maaß zurückverfolgen", weswegen sie als Erfindungen zu betrachten sind.

Die Kommentierung der einzelnen Aussagen (Inn bei Landeck, Reschenpaßbahn, Pitztalbrücke,...) ist eigentlich hinfällig. Eine Interpretation auf reale Ereignisse birgt die Gefahr des Selbstbetrugs, wenn man ignoriert, daß alle die "Prophezeiungen" erst dann Bekannt wurden, nachdem die entsprechenden Vorzeichen bereits eingetreten waren:

  • Innumleitung 1956 (Aussage nachweisbar 1981)
  • Reschenpaßbahnbau 1918 (Aussage nachweisbar 1981)
  • Reschenpaßbahnbau 1944 (Aussage nachweisbar 1981)
  • Pitztalbrücke in Arzl 1983 (Aussage nachweisbar 1981, als der Baubeginn war.)

Für die Bewertung angeblicher Prophezeiungen und den Nachweis der Präkognition maßgeblich ist immer noch eine einwandfreie Belegbarkeit der Aussagen vor dem Ereignis. Das ist bei Maaß nicht gegeben, weswegen er mit den Füßen voran aus der Tonne herauslugt, solange nicht unbekannte Quellen nachgereicht werden.

Eine Reihe seiner Prophezeiungen sind in der Stiftsbibliothek von Stams dokumentiert und sie beziehen sich auf die Änderung der Mode und der Sitten oder auf technische Errungenschaften.

Warst Du auch in dieser Stiftsbibliothek, um zu prüfen:

  • ob diese wilde Behauptung dort vorliegender Dokumentation auch stimmt,
  • ob die dortige Dokumentation (falls vorhanden) auch dem von Dir unterstellten Inhalt entspricht,
  • oder ob der dortige Text nicht doch nur eine Ausgabe der bekannten Ex-eventu-Fälschung ist?

Auf sie bin ich im Buch "Vision 2004" aus dem Jahr 1994 gestoßen.

Ich gehe also davon aus, daß Du nicht in der Stiftsbibliothek warst und auch keine anderen, älteren Quellen herangezogen hast, weil Du Dich auf den Text des minderwertigen Betrügers "Werdenberg" beziehst (womöglich vermeinend, dieser Lügensack stelle eine vertiable Prophezeiungsquelle dar), der selbst keinerlei Forschung getätigt hat, sondern am Ende seines allzu dünnen Fälschungsmachwerks noch einige Prophezeiungen einbinden mußte, damit er seinen Schund als Hardcoverbuch verkaufen konnte.

5 - Schlussfolgerung

Falls die Prophezeiungen zutreffen, gibt es noch einige Jahre "Luft" bezüglich Krieg oder Schlimmeres.

So viel Luft, daß Du bis zu Deinem Lebensende noch einige Male Gelegenheit haben wirst, Dich auf neue Irrtümer einzuschießen, nachdem die vorangegangenen obsolet geworden sein werden. ;-)

In diesem Zusammenhang sei bemerkt, dass wenn man sich die gesamten existierenden Prophezeiungen, sowohl die Jahrhundertealten als auch die der Mitte des vorigen Jahrhunderts, vor Augen hält die eingetroffen sind (Anzeichen, Vorbedingungen, Zeitbeschreibungen oder sog. "Countdowns"), befinden wir uns zweifellos im "Endspurt".

Dabei handelt es sich im Wesentlichen um zweierlei:
1. Prophezeiungen, die zeitlose Themen der christlichen Prophetie aufgreifen und auf die jeweilige Gegenwart beziehen. Natürlich erscheint demjenigen, der mit endzeitprophetischen Ideen bewaffnet auf seine Gegenwart losgeht, jede zufällige Entwicklung als ein zu treffender Nagel.
2. Auf alt getrimmte (rückdatierte) Prophezeiungen, die nach dem Eintreten gewisser Entwicklungen erfunden und dem Prophezeiungskanon einverleibt wurden.

Wie im Falle Maaßens hier beispielhaft exerziert, fehlt auch bei dem Rest des von Dir postulierten Prophezeiungskanon in der Regel der Echtheitsnachweis durch entweder eine Quelle, die aus der Zeit der behaupteten Seherperson stammt (oder gar mit ihr in Verbindung gebracht werden kann), oder eine wenigstens vor den behaupteten Ereignissen/Vorzeichen liegende Quelle.

Tut mir ja leid, immer wieder die schönen Ideen kaputtzumachen, aber hier steh' ich nun und kann nicht anders. :ok:

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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