Meine Deutung (Schauungen & Prophezeiungen)

Frank Zintl @, Lund, Samstag, 07. Dezember 2019, 22:27 (vor 181 Tagen) @ Rico623 mal gelesen

Hallo

Meine persönliche Deutung der Geschichte - nicht
die Lehrmeinung der Kirche - ist eine ganzz andere.

Kain und Abel sind keine geschichtlichen Personen
(wie auch), sondern Sinnbilder für eine Entwicklung
um die Zeit, wo das alles zu verorten ist:

Die Entstehung der Landwirtschaft im Nahen Osten im
"fruchtbaren Halbmond" vor gut 10000 Jahren.

Kain wird Ackerbauer -er bestellt Land und etabliert
damit notwendigerweise den Besitz an Grund und Boden

Abel wird Viehzüchter (Hirte), steht also dem Jäger
und Sammler näher. Er braucht grosse Weideflächen,
die am besten nicht eingezäunt sein sollten. Damit
entsteht der uralte Interessenkonflikt zwischen der
intensiven Landwirtschaft (Ackerzucht) und der
extensiven Landwirtschaft (Viehbau).

Der Konflikt bricht erst aus, als Gott (warum ?) Partei
ergreift. Beide opfern Gott etwas von den Früchten
ihrer Arbeit. Gott nimmt das Opfer des Hirten Abel an,
lehnt aber das Opfer des Bauern Kain ab. Das bringt den
Konflikt zum Ausbruch. Warum Gott sich so verhält und
warum er den Hirten begünstigt und den Bauern ablehnt,
das wird nicht erklärt.

Abel wird umgebracht, und seitdem sind die Ackerbauern
die stärkeren, und die Viehhirten müssen sich fügen und
sich mit den Landflächen abfinden, die übrig bleiben,
weil sie für die intensive Bewirtschaftung zu schlecht
sind. Hier entsteht der Konflikt zwischen dem ortsfesten
Bauern und dem nomadisch oder halbnomadisch lebenden
Hirten/Viehzüchter, dem Vorfahren der Beduinen.

So deute ich diese alten Texte - als Sinnbilder oder als
spätere Wiederspiegelungen grosser und langsamer Prozesse,
die zur Zeit der Kodifizierung des AT schon weit zurück
lagen.

Frank


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