Normal schreibe ich hier nicht mehr (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

Frank Zintl @, Lund, Dienstag, 03. Dezember 2019, 13:31 (vor 10 Tagen) @ Malbork527 mal gelesen

Hallo

Wir beobachten ja alle mehr oder weniger die gleiche Wirklichkeit.
Nur die Deutungen sind verschieden.

Ich bin Anfang 1999 zur Szene gestossen, als Nostradamus X72 im Raum
stand. Der Kosovokrieg im Frühsommer und die NATO-Beteiligung schien
einen schnellen Verlauf der Dinge zu bestätigen.

Heute sind wir 20 Jahre und mehrere Krisen weiter. Immer noch läuft
der Hase auf den alten Füssen.

Ich bin als gläubiger Christ selbstverständlich stark vom apokalyptischen
Weltbild geprägt, weil ich das für einen Teil von Gottes Wort halte.
Deshalb habe ich auch relativ schwache Abwehrkräfte gegen Prophezeiungen,
die Teile dieser apokalyptischen Voraussagen aufgreifen, verarbeiten,
mit Details anreichern und zu bestätigen scheinen.

5 Jahre meines Lebens habe ich "auf Abruf" gelebt, immer bereit mich
und die Familie in eins meiner Auffanglager zu retten, wo Vorräte und
anderer Bedarf gelagert waren. Hat mich viel Zeit und Geld gekostet.

Wofür ?

Dafür dass ich heute 20 Jahre später an Erfahrung reicher bin.

2003 und noch stärker 2004 habe ich allmählich wieder zu leben begonnen.
Die Auffanglager habe ich allmählich abgewickelt und die Vorräte - soweit
noch gut - dem Verbrauch zugeführt.

2003/4 war ich mental soweit gesundet, dass ich mir noch einmal eine
Zweitberufsausbildung (zum Kirchenmusiker) zugetraut und auch angefangen
und zu Ende geführt habe. Eine Anstellung hat mir diese Ausbildung bis
heute nicht eingebracht, aber stattdessen die Fähigkeit selber Musik zu
schreiben, was ich seitdem auch intensiv und ganz freiwillig tue.

Ab dieser Zeit habe ich der Prophezeiungsszene weitgehend den Rücken
gekehrt, aber andere Sachen traten an ihre Stelle. Z.B. die Peak-Oil-
Hysterie etwa zwischen 2005 und 2010. Jetzt müsste man das durch die
Klimawandelhysterie und den Greta-Thunfisch-Effekt ersetzen.

Neuerliche alarmierende Entwicklungen wie Brexit, Ukraine-Konflikt,
Masseninvasion seit 2015 etc. haben mich kurzzeitig wieder hierher
geführt, aber ich musste feststellen, dass man mit einem christlich
geprägten Zukunftsbild hier nicht gut angeschrieben ist.

Dabei geht es nicht einmal um die Frage ob Prophezeiung X oder Y eine
echte Schauung war oder nicht oder nur frei aus alten Textversatzstücken
neu zusammengeschustert wie ein Flickenteppich.

Mein Gottglaube ist hier unter Beschuss u.a. deshalb, weil sich ausser
Atheisten/Agnostikern hier auch Vertreter des Neuheidentums (Asatru u.ä.)
einbringen. Für die ist ein Katholik ("Römer") wie ich ein Verräter, so
wie Segestes, der Schwiegervater von Arminius, schon vor über 2000 Jahren
ein Verräter war.

Interessanterweise bin ich aus einem anderen Forum, wo der Gottglaube
im Vordergrund steht, wegen ZUWENIG Bibeltreue sogar rausgeflogen. Hier
werde ich immerhin "nur" abgewatscht, und das immer von den Gleichen.
Für die bibeltreuen Christen in dem anderen Forum bin ich als Katholik
ebenfalls ein "Gegner" oder "Verräter" - aus theologischen Gründen.

Wir wissen alle nicht was die Zukunft bringt. Wir wissen nur dass sich
aus dem Prophezeiungswust (egal ob echt oder unecht) kein Fahrplan
herausdestillieren lässt, nach dem es sich lohnen würde seine Lebens-
planung einzurichten. "Prepper", so wie ich einer war, sind auf dem Holz-
weg. Auf diesem Holzweg kann man unglaublich viele Dinge lernen, die man
sonst niemals gelernt hätte. Aber den Hauptzweck - beim grossen Knall zu
den wenigen Überlebern zu zählen - erfüllt das nicht. Einfach weil der
grosse Knall bisher hartnäckig ausbleibt.

Frank


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